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INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG
den Tod hinaus" einen rührenderen Ausdruck gefunden,wohl kaum ist mit so versöhnenden Wohllauten dem„Allerbarmer" ein Loblied gesungen worden. Nichts vonSchrecken, nichts von Zweifel, nichts von Furcht vor demNirwana! Alles harmonischer Ausklang, Ergebung, Liebe!
Von dem berühmten Totendenkmal auf dem PereLachaise zu Paris waren einige bedeutende Fragmente imAbguß ausgestellt, die durch eine Studie in Bronze ergänztwurden. Außerdem hatte Bartholome, der ebenso wieRodin die Ausstellung seiner Kollektion selbst geleitet hat,noch in letzter Stunde seine neueste große Arbeit „Adamund Eva" kommen lassen, die somit in Düsseldorf zumerstenmal an die Öffentlichkeit kam. Neben diesen Monu-mentalwerken fanden besonders auch die kleinen entzücken-den Skulpturen Anklang, die als wahre Prachtkinder einerpoetischen Schöpferlust mit zu den Juwelen der Ausstellungzählten und als solche den französischen Saal schmückten.Die weinende, über eine Grabstele gebeugte Frau und einkleiner, für eine Nische bestimmter Brunnen, den ein schönerweiblicher Akt schmückte, sind unter ihnen zu nennen.
Man würde der französischen Plastik nicht gerecht werden,wenn man die Leistungen der übrigen 41 Künstler, die dieAusstellung beschickt hatten, mit dem Maßstabe dieserbeiden Großen messen wollte. Vielmehr ist für den allge-
Albert Bartholome, Weinende Frau auf eineStele gestützt
Georges Gardet
Kampf von Panthern
meinen Kunstmarkt und das durchschnitt-liche Niveau der Gesamteindruck ins Augezu fassen, und dieser drängt entschiedenzu der Überzeugung, daß Frankreich in allenNuancen feinen plastischen Empfindens, mitwenigen Ausnahmen, auch in den Durch-schnittsleistungen allen andern Ländern voran-geht. Namen wie Baffier, Barrias undBourdelle, der mit seinem Beethoven Er-folg hatte, Carabin, dessen Holzskulpturenwegen der sauberen Durchführung Interesseerregten, Carl es mit seinen guten Porträts,der verstorbene Dalou, Jean Dampt, dessenBüste von Aman-Jean vor seinem eigenen,von diesem gemalten Porträt eine eigenartigeWechselwirkung von Stimmungen auslöste,Derre mit seinem Wagner, Falguieresbedeutende Arbeit, die unvollendet geblie-bene Originalgruppe „Kain und Abel", FixMasseaus interessante Terrakotten-Porträts,Gardets ganz hervorragende Panthergruppeund der nicht minder künstlerisch bedeutendekleine Bär, die Bronzen Leonards und dieArbeiten von Marqueste, Mercie undMichel, wie auch der in Paris lebendeDeutsche Alexander Oppler, selbst dieetwas süßlichen Arbeiten Saint-Marceauxwerden beim Durchblättern des Katalogsimmer wieder angenehme Erinnerungen er-wecken. Nicht unerwähnt dürfen auch diekunstgewerblichen Plastiken bleiben, die zumTeil recht talentvolle Arbeiten aufwiesen, undvor allem nicht jener Zweig der bildenden