INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG
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Auguste Rodin
Eva
der „Kunst für Alle" aufmerksam gemacht; hier muß es genügen,den Umfang seiner ausgestellten Kollektion flüchtig zu skizzieren.Die meisten seiner in Gipsabgüssen ausgestellten Werke warenStudien und Skizzen zu größeren Arbeiten, die dem Publikumzum größten Teile unverständlich blieben und nur dem Künstleroder den künstlerisch Empfindlicheren etwas zu sagen hatten.Aber auch ausgeführte Werke, und unter diesen besonders diein echtem Material ausgeführten, waren vorzüglich geeignet,selbst dem weniger geübten Auge den tiefen Gehalt RodinscherSchöpfungen und die meisterhafte Fixierung seelischer Empfin-dungen in feste plastische Form zu enthüllen. Wenn wirdiese Werke vorwegnehmen, so sind zunächst einige Porträt-büsten und Idealköpfe zu nennen, die von der meisterlichenArt Rodins, mit der er dem Marmor und der Bronze wirklichesvibrierendes Leben einzuhauchen versteht, Zeugnis ablegten.Zunächst ein wundervoller Kopf mit tiefliegenden, ersterbendenAugen und weitgeöffnetem Munde. Er gab das Bild einerVerstorbenen wieder mit allen Merkmalen des Todes, aberohne Hervorkehrung irgendwelcher Schrecken. Mit eminenterSicherheit war die Arbeit der physischen Vorgänge beobachtet,wie sich z. B. die Muskeln des Mundes um die festen Partiendes Kiefers anzogen, die Augen einfielen und dergleichen. RodinsArt, nur das durchzubilden, was ihn an der vorliegenden Auf-gabe interessiert, war auch hier zu beobachten; nur die Weich-teile waren herausgearbeitet, der Hinterkopf blieb im Blockstecken. Auch bei dem unterlebensgroßen, im Katalog „Büsteder Madame F." genannten Kopfe mit den vornehmen, in weichen Andeutungen wiedergegebenenZügen, gaben die stehengebliebenen Bossen einen vorzüglichen Rahmen für das Kunstwerk ab.Die „letzte Vision" gab das Bild eines Ertrinkenden wieder, dem noch im Augenblicke des Todes,als schon die Wasser ihn hinabziehen, das Bild derjenigen vor die Seele tritt, die sein Leben aus-gefüllt hat. Die herrlichen Hände, die zum Teil noch im Marmor steckten, ließen die Technik derAlten, die ihre Reliefs in die Tiefe arbeiteten und nicht auf der glatten Tafel modellierten, erkennen.Von besonderer Schönheit war der „Minervakopf", der sprühendes, leuchtendes Leben wieder-strahlte. In Herbheit und Weichheit zugleich verschmolzen die zitternden Flächen, deren Leben-digkeit noch gehoben wurde, wenn man den Schatten des fehlenden Helmes durch einen über-gehaltenen Gegenstand hinzufügte. Das „Echo" war wieder nur in den Fleischpartien behandelt,
während das Nebensächliche im Detail weg-gelassen war. Aus dem Block herausgeholt,schien die Figur in ihrer hinreißenden Be-wegung mit diesem verwachsen. Eine ähn-liche Bearbeitung zeigte die „Kaiserin", eineBüste, bei der auch die Fleischteile nur teil-weise bearbeitet waren, während Schulternund Haar in den Bossen steckten. Abertrotzdem pulsierte in dem Gesichte ein Leben,das die feinen Nasenflügel erbeben ließ.
Von den Werken in Bronze sei der Kopfdes „heiligen Johannes" erwähnt, bei demohne Pathos der ergreifendste Schmerz ge-schildert war. Bei dem an und für sichzwar viel behandelten, aber schwierigenSujet des abgeschlagenen Hauptes trat dieerschütterndste Tragik zutage.
Finstere Entschlossenheit und stumpfeErgebung zeigten die verkleinerten Nachbil-dungen in Bronze nach den „Bürgern vonCalais" und einen Hauch weiblicher Strengedie Büste von „Madame Rodin". „Bellona"war ein sieggewaltiger, herrischer Athenakopf
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Edgar Degas
Das Ballet