INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG
175
die Spitze dieser Besprechung der Düssel-dorfer Kunst gestellt werden müssen. Ent-hielt es doch die kostbarsten Perlen jenerKünstler, die der Kunststadt DüsseldorfNamen und Glanz gegeben haben. Ebendarum mag dieser Kollektion hier zuletztErwähnung getan werden, weil es sich beidem hier und da etwas anspruchsvollenBreitmachen nicht ausgereifter Talente inden Düsseldorfer Sälen wohl verlohnt, einenRückblick auf das Können und Wollen einerzurückliegenden Epoche zu werfen, die sichnun einmal aus dem einfachen Grunde nichtabtun läßt, weil sie unsterbliche Meisterwerkegezeugt hat. Nicht darauf kommt es — denharmonischen Einklang des Vortrages alsunerläßliche Bedingung vorausgesetzt — beiden Kunstwerken an, wie sie geschaffenworden sind, denn der Zeitgeschmack ist
- Gott sei Dank — bestän-diger Wandlung unterworfen,sondern auf das, was sie anEwig-Unvergänglichem in sichtragen, welchen Eindruck sieauf das Gemüt machen undwelche Empfindungen sie inder Seele des Beschauersauszulösen vermögen. Daswird immer das wahre Kunst-werk sein, das durch allerZeiten Wandel hindurch ansMenschenherz zu greifen weiß,das seine geistige Kraft aus-geströmt hat und ausströmenwird, solange noch irgendwerfür Freud und Leid im Men-schenleben und in der Naturempfänglich ist. Und damüßte es uns doch rechtbescheiden machen, wennwir auf die unendlich wahren
m '•■■{ -1
Heinrich Hermanns
Im Hafen zu Dordrecht
Wilhelm Hambüchen, Gegen Abendam Fischerhafen
Fritz Westendorp
Auf der Golzheimer Insel
Schöpfungen blicken, die, umnur bei Düsseldorfern zubleiben, Meister wie Knausund Vautier gemalt haben,wenn wir die Werke derAchenbachs, Burniers, Geb-hardts, Wilh. Sohns, die ewigKunstwerke bleiben werden,noch einmal vor unseremgeistigen Auge erstehen lassen.In mehr wie einem Sinne wardas Oedersche Kabinett vor-bildlich. Auch unserem künf-tigen Ausstellungs wesen warendarin die beachtenswertestenWinke in bezug auf weiseBeschränkung, sorgfältige Aus-wahl und geschmackvollesArrangement gegeben. Derallersublimste Genuß war demKunstfreunde in diesem ver-stohlenen Eckchen geboten,der ja übrigens immer da zu finden ist, woProfessor Oeder seine vornehmen Veranstal-tungen, die als Arrangements an sich schonKunstwerke in hohem Sinne sind, auf eigeneFaust oder als Spiritus rector unternimmt.
Wenn man rekapituliert, daß, außer denGenannten, Meister wie Menzel, Böcklin,Dagnan-Bouveret, Daubigny, Dupre,Feuerbach, Leibl, Munkacsy, Pradilla,Ribot, v. Schennis, Schönleber, Segan-tini und Verlat mit den erlesensten Perlenihrer Kunst in dem kleinen Räume, der außer-dem noch mit einer Büste von Falguiereausgestattet war und wenige, aber auserleseneArbeiten der Goldschmiedekunst von C. A.Beumers aufgenommen hatte, so muß mansich immer wieder sagen, daß hier dasBeste zusammengetragen war, was eine
HH iüii