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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG

Kunstausstellung, an die die höchsten An-sprüche gestellt werden, überhaupt zu bietenvermag.

Die Bildhauer Düsseldorfs traten gegendie frühere Ausstellung erheblich zurück, wasin Hinsicht auf die sich unter der FührungCarl Janssens von Jahr zu Jahr immer mehrentwickelnde junge Bildhauerschule Düssel-dorfs sehr zu bedauern war. Mehrere dertalentvollsten jungen Künstler waren über-haupt nicht vertreten.

Carl Janssens großzügiges Grabdenk-mal, kam bei der Ungunst der Aufstellungnicht zur vollen Entfaltung seiner hehrenSchönheit. August Bauer hatte ein sehrschönes Relief geschickt, Gregor von Boch-mann jr. zwei seiner frischen naturalistischenSchöpfungen. Von Heinz Müller gefiel be-sonders die GruppeWerden und Vergehen",in der die Hinfälligkeit des Alters und diejauchzende Lebenssehnsucht der Jugend sehrgeschickt gegenübergestellt waren. AdolfNieder trat mit mehreren phantasievollenKompositionen hervor, die eine grüblerische,gedankenvolle Natur verrieten. ClemensBuscher, Fritz Cauer, Arnold Frischeund Johannes Knubel vermochten es selbstmit ihren ansprechenden Werken nicht, dieklaffenden Lücken in den Reihen der Düssel-dorfer Bildhauer auszufüllen.

Zu guter Letzt ist von den DüsseldorferVeranstaltungen noch die kleine Sonderaus-stellung zu erwähnen, die in einem ge-schmackvoll hergerichteten Räume der Kunst-verein für die Rheinlande und West-falen zur Vorführung gebracht hatte. Derjetzt auf ein Lebensalter von 75 Jahrenzurückblickende Verein ist mit seinen hohen,weit ausgreifenden Zielen derart mit demrheinischen Kunstleben verwachsen, daß ergewissermaßen als einer der treibenden Faktoren in ihm betrachtet werden kann. Ist es dochseine Aufgabe, in den breitesten Schichten der Bevölkerung den Boden für die Wertschätzungder heimischen Kunstproduktion zu bereiten, ihre Bedeutung auf Ausstellungen zu demonstrierenund ihr durch Ankäufe zur Verlosung Anerkennung zu verschaffen, wie er es sich ebenso ernstangelegen sein läßt, durch künstlerische Vereinsgaben seinen Mitgliedern wirklich gute Kunst zu-gängig zu machen. In erster Linie aber verwirklicht er seine vornehmen Absichten durch An-regung und Unterstützung von großen monumentalen Arbeiten, die dem Künstler in der Aus-schmückung von öffentlichen Gebäuden immer als die schönste Aufgabe vorgeschwebt haben undimmer vorschweben werden.

Dieses hohe, auf die künstlerische Anregung der Allgemeinheit gerichtete Ziel wurde in demkleinen Kabinett des Kunstvereins durch die Ausstellung einer Auswahl von Skizzen zu Monumental-malereien, die im Laufe der Jahre im Auftrage des Vereins ausgeführt worden sind, und durchPhotographien nach solchen Werken erläutert. Damit wollte der Kunstverein über seine Tätigkeitauf diesem Gebiete berichten, wie er ähnlich auf der Deutsch-nationalen Kunstausstellung von igo2einen Überblick über die bisher verteilten Prämienblätter und Vereinsspenden gegeben hatte. Nichtbesser konnte der Verein repräsentieren, als durch die Auswahl der Studien, die er hier vorführte,und dankbar war es zu begrüßen, daß er sich entschlossen hatte, gerade in dieser Darbietung dieBeschauer durch eine Reihe von in ganz Rheinland und Westfalen zerstreut liegenden Kunstwerkenzu führen, die seiner Intention ihre Entstehung verdanken. Wie kein anderes Werk der bildenden

Heinz Müller

Werden und Vergehen