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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG

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Rud. Huthsteiner Damenporträt

zuliebe, nicht aus der Notwendigkeit des Vorganges heraus, hinsetzt.Er versteht es meisterhaft, wie die ausgestellten Interieurs zeigten,eine simple Umgebung durch das Spiel des Sonnenlichtes, oder einwie zufällig hingestelltes Gerät zu beleben und dadurch eine glatteKalkwand oder ein Stück Plattenboden zu einem reizvollen Kunstwerkumzugestalten. In dieser Kunst ist auch Rudolf Huthsteiner Meister,der mit ebensoviel Freude wie Geschmack altväterlichen Hausrat belebtund selbst auf einem Damenporträt noch in einer stillen Ecke einStilleben durch ein paar Sonnenstrahlen hervorzuzaubern wußte.

Als ein Künstler von entschiedener Begabung zeigte sich wiederOtto Sohn-Rethel. Dieser talentierte, eifrig strebende junge Malersucht die Größe seiner Kunst in der Beschränkung der Darstellungs-mittel. Einfach und ungeziert, aber mit dem ganzen Stolze einer aus-gesprochenen Persönlichkeit steht er vor uns. Für seineHolländischeBauern" hatte er ganz prächtige Modelle gefunden, die in sorgsamster,bis in die kleinsten Fältchen ausgeführter Detaillierung äußerst lebendighingesetzt waren. Wie viel koloristischer Sinn und welch ungewöhn-lich feines Empfinden in dem Künstler steckt, zeigte auch das in derModellierung ausgezeichnete Porträt einer Italienerin und das BildchenPapst Leo XIII. auf dem Totenbette".

August Deusser wird bei uns zu den Berufenen gezählt. Ichmöchte ihn sogar zu den Auserwählten rechnen, wenn mich dieLässigkeit der Durchführung und die Art, wie er mit der Natur um-springt, nicht immer wieder abstieße. Künstlern wie ihm legt ihreBegabung die Pflicht auf, mit ihrem Pfunde zu wuchern; geschiehtdas nicht, so stehen sie vor der Gefahr der Verflachung und der

Nichterfüllung ihrer Mission. Nach der malerischen Seite hin boten die BilderIm Felde" undEifeldorf" manchen pikanten Genuß.

Von den jüngeren Figurenmalern waren noch der inzwischen allzu früh verstorbene Josef Winkelbeachtenswert, der in seiner kindlichen Freude am Gedanklichen seiner Motive inWaldhexe" undWaldriese" echte, naive Märchenstimmung anzustreben versuchte. Hermann Emil Pohle, dervielseitige Dekorations- und Farbenkünstler, war leider nur mit einem für seine Art wenig hervor-stechenden kleineren BildeAbend" vertreten, auchErich Mattschaß nur mit einem kleinen, aber leid-lich gut gemalten Heidekrug. Max Stern hatte unterden Gästen einerNiederländischen Kneipe" ein paarfamose Köpfe. Gustav Marx gab mit einem figuren-reichenGartenkonzert" eine sehr beachtenswerte Probeseines vielseitigen Könnens und der ebenso geniale wieproduktive Wilhelm Schreuer ein in seiner bekanntenTechnik virtuos gemaltes ZeitbildGoethe bei Jacobiin Düsseldorf". Max Volkhart fiel mit den von ihmvertretenen Kunstgattungen Porträt und Genre wiedersehr angenehm auf. Das Porträt eines hübschen jungenMädchens wirkte, gegen eine irisierende blaue Platten-wand gesetzt, koloristisch äußerst reizvoll, und rechtduftig mutete die poetisch empfundene SchöpfungVerstecken" an. Von Karl Mücke und HenrikNordenberg waren gut gestimmte Interieurs zu sehen,von Edmund Massau und Hans Deiters ausgezeich-nete Aquarelle. Auch Angermeyers farbenfreudigeAtelierszene erfreute sich, ebenso wie die geschmack-vollen Interieurs des Grafen Paul von Merveldt, all-gemeiner Beachtung. Mit Freude wurde auf der Aus-stellung ein Altarbild begrüßt, das, im Auftrage einerkleinen katholischen Landgemeinde gemalt, wohl alsein Zeichen der besseren Erkenntnis und des zuneh-menden Kunstverständnisses in den für die Aus-Adolf Schönnenbeck Feierabend schmückung unserer Kirchen maßgebenden Kreisen