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INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG
Gustav Wendung
Holländisches Interieur
betrachtet werden kann. Es wäre ein Segen,wenn man dem Schnitzaltar nicht mehr diealleinige Herrschaft in den katholischenKirchen einräumen wollte und wieder guteechte Kunst auf die Herzen der Gläubigeneinwirken ließe. Der Weg dazu ist durchdie „Madonna" von August Ternes ge-wiesen, und in Anerkennung dieser gesundenBestrebung hat es sich der ,.Kunstverein fürdie Rheinlande und Westfalen" nicht nehmenlassen, der Kirchengemeinde in Oppum einGegenstück für den anderen Seitenaltar zustiften. Von den Porträtmalern Düsseldorfssah man -zwar ganz passable" Leistungen,aber wenig Hervortretendes und gar nichtsNeues. Sie scheinen in der Fülle einträg-licher Aufträge, welche die Konzentration zugroßen künstlerischen Aufgaben unterbindet,zu ersticken.
Das gilt weniger von Walter Petersen,der die unverkennbare Stärke seines künst-lerischen Vermögens nie verleugnet und
immer einen feinen, vornehm abgeklärten Geschmack an den Tag legt, als vielmehr von FritzReusing, der seit seinem bedeutenden Werke „Mira", das 1902 Aufsehen erregte, nichts vonBelang an die Öffentlichkeit gebracht hat. Auch Schneider-Didam hat die Position von 1902, dieihm sein „Dircks" geschaffen hatte, nicht zu halten gewußt. Um so dankenswerter muß esRobert Böninger angerechnet werden, daß er seinem Können von Jahr zu Jahr immer etwashinzuzugeben verstanden hat. Sein „Damenporträt" war sehr geschmackvoll gestimmt, und auchdas andere ausgestellte Porträt wies gute Qualitäten auf.
Von den Figurenmalern verdienen last not least die Genremaler besondere Beachtung, weil geradeunter ihnen sich die eigenartigsten Talente, die Düsseldorf aufzuweisen hat, befinden. In PeterPhilippi, Gerhard Janssen und Adolf Schönnenbeck feiert die Düsseldorfer Genremalerei gutenAngedenkens ihre Wiedergeburt. Die Glanzzeit der rheinischen Kunst, die Zeit der Hasenklever,Knaus und Vautier scheint durch sie neu belebt zu werden, und zwar ohne daß die Künstler auf
dem Gebiete ihrer gemein-samen Betätigung auch nureine Spur von Anlehnungan die älteren Vorbilderverraten. Alle drei ent-nehmen ihre Motive demKleinbürgerleben, und diescheinbar flüchtigsten, aberdoch in die tiefsten Tiefendringenden Beobachtungenaus dem täglichen Einerleides kleinen Mannes werdenvon ihnen in urwüchsigerArt bildmäßig verwertet.Philippi geht mit pein-licher Sorgfalt auf eine bisaufs Tipfelchen ausgeführteKleinmalerei aus, die aberdoch die geschlossene 'Wir-kung des Ganzen im Augebehält; Gerhardjanssen,der Düsseldorfer Brouwer,verzichtet auf sorgfältigeAusführung und strebt mit
Gerhard Janssen Eine Altweiber-Zusammenkunft breitem Pinsel den Zu-
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