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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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169
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INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG

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Ed. von GebhardtSiehe ich bin beieuch alle Tage"

das Porträt einer jungen Dame in Profil, die er, die Augen geschlossen,vor einen Vorhang gestellt hatte; und welch' geschmackvoller Farben-künstler er ist, bewies der entzückende MädchenkopfTräumerchen".Mehr auf eine gewaltsame Steigerung der Charakteristik kommtJosse Goossens hinaus, der in diesem Bestreben so weit geht, daßer nur einen Schritt breit von der Karikatur entfernt bleibt. Auf seinemKolossalbildeNichts denn die Gerechtigkeit Gottes" starrten diebis zur Entstellung verzerrten Gesichter der Bauern, vom Lagerfeuergrell beleuchtet, auf das Bild des Gekreuzigten, das ihnen der Werberzum Bundschuh vorhielt. Das Werk war zweifellos eine gut gemalteLeistung des talentvollen Künstlers, der damit wieder eine gute Probeabgelegt hat für seine Befähigung zur Monumentalmalerei.

Auch Hans Kohlschein, der eine noch größere Leinwand aus-gestellt hatte, trieb jugendliches Ungestüm zur leichten Übertreibung,die in den allzu markanten Gesichtern seiner Freischärler in die Er-scheinung trat. Davon abgesehen war das Bild ein achtungerregendesStück. Die Silhouette war äußerst lebendig, und die naßkalte Winter-luft sehr gut wiedergegeben.

Alexander Bertrand hatte sich mit seinenTrappisten" ent-schieden im Format vergriffen. Das Bild hätte noch vorzüglichergewirkt, wie es ohnedies getan hat, wenn es halb so groß gewesenwäre. So hatte die ungeheure braune Kutte im Vordergrunde, die fastdie ganze Bildhöhe einnahm, etwas Lastendes. Dagegen gaben diefeierliche Stimmung, der dumpfe Ernst der kommunizierenden Trap-pisten dem Werke eine geschlossene Haltung, die wohl mitbestim-mend war zu dem schönen Erfolge, daß diese Erstlingsarbeit für diestädtische Galerie in Düsseldorf angekauft wurde.Von den vielversprechenden Jugendarbeiten der vorstehenden Künstler wurden aber, um zunächstbei den Figurenmalern zu bleiben, die Bilder der bekannteren und bewährten Kräfte nicht verdunkelt.Im Gegenteil stellte der Vergleich mit diesen sowohl die Vorzüge der einen, wie die Mängel deranderen ins rechte Licht.

Die drei bedeutendsten Vertreter der Düsseldorfer Monumental- und Figurenmalerei hatten inmerkwürdiger zufälliger Übereinstimmung biblische Stoffe zu ihren neuen Schöpfungen gewählt. Dieeminente Sicherheit in der Konzipierung großzügiger Vorgänge, die den an großen Aufgaben ge-schulten Meistern in gleichem Maße eigen ist, kam auch in der Bewältigung des heikelsten, aber fürden vor keiner Schwierigkeit zurückschreckenden Künstler auch reizvollsten Stoffgebietes, zum Ausdruck.Eduard von Gebhardt hatte einen Christus in Lebensgröße gegeben und damit ein Gebietbetreten, das er bisher in Staffeleibildern noch nicht behandelt hat. Vermutlich werden ihm dieWandmalereien im Kloster Loccum und inder Friedenskirche zu Düsseldorf die An-regung zu diesem Bilde gegeben haben.Der Meister hat ihm die BibelstelleSiehe,ich bin bei euch alle Tage bis an der WeltEnde" zugrunde gelegt, und stellte Christusals einen von langer Wanderung einkehren-den Pilger in milder, menschlicher Auffas-sung dar. Die lebensgroße Gestalt, zwischenTür und Angel stehend und vom rückwärtseinfallenden Tageslichte beleuchtet, hattealle Feinheiten der Gebhardtschen Indivi-dualistik und Farbengebung. Welch' herr-lichen Genuß diese zu bieten vermögen,zeigten auch die köstlichen Perlen Geb-hardtscher Kunst imOeder'schenKabinett, vondem weiter unten noch die Rede sein wird.Peterjanssen, der absolute Beherrschervon Form und Farbe, hatte für sein figuren-reiches Bild den TitelMein Joch ist sanft

und meine Last ist leicht" gewählt. Müde, Adolf Maennchen Der Tag der Almosen