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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG

Andreas Dirks

Fischerboote

Schüler erblickte, auf dieserAusstellung seine glänzendstenTriumphe feierte. Neben ihmtrat zum ersten Male ClausMeyer in größerem Umfangemit seinen Schülern auf, dernach denselben Grundsätzen dieAkademiker auf den ihnen durchBegabung und Persönlichkeit vor-geschriebenen Wegen weiterzu-bringen sucht.

Es sei gestattet, die jungenKünstler hier zuerst zu begrüßenund zu ihrem schönen Erfolgezu beglückwünschen.

Jodocus A. Schmitz warwohl der auffallendste unterihnen mit einem großen Trip-tychon, dessen Mittelstück dietolle Orgie einer Gesellschaftbefrackter Männer und geputzterWeiber zeigte, die einen wahrenHexensabbat eleganten Stils auf-führten. Im Mittelpunkte standein grell beleuchtetes Frauen-zimmer, dessen Cancan ebenso

sinnenverwirrend wirkte, wie der Tanz der Lampionlichter auf ihrem üppigen Busen und auf denerregten Gesichtern der Gesellschaft ein gemalter Rausch in der Art Gaston la Touches, blen-dend und betäubend in dem Auf und Ab der farbigen Tonleiter, überschwenglich, aber köstlichund frisch wie die Jugend selbst. Der junge Himmelstürmer ist ein brillanter Kolorist von hervor-ragender malerischer Veranlagung, dem man vorläufig gerne noch die zeichnerischen Mängel unddem man selbst die gemalte Tendenz nachsehen wird, in dem freudigen Gefühl, ein starkes Talentvor sich zu haben. Die linke Seite des Triptychons stellte die Arbeit der Unterdrückten dar, dieden lasterhaften Inhalt des Kahnes mit schweren Mühen weiterschleppen. Aber sie ziehen der

aufdämmernden Morgenröte befreiender Er-lösung entgegen, während auf dem gegen-überliegenden Flügelbilde die hinabsinkendeZeit die sich im Genüsse verlierendenBesitzenden mit schwerem Steine zu zer-schmettern droht. Durch die Gegenüber-stellung der scharf charakterisierten Gegen-sätze war der dramatische Vorgang auf dasHöchste gesteigert, und es wurde der Kon-flikt, der in der Handlung selbst wederberührt noch gelöst wurde, durch die male-rische Verarbeitung der bald leise dämmern-den, bald grell erleuchteten, bald tief undschwer lastenden Nachtstimmung mit feinerEmpfindung angedeutet.

Wilhelm Schmurr verfügt über eineseltene Größe der Auffassung und über einin der Koloristik ungemein zartnervigesDarstellungsvermögen. Sein AktDie Schön-heit der Form" mochte in der Durchführungdes Anatomischen kleine Schwächen haben,wundervoll blieb aber doch der auf dreiTöne gestimmte Klang des Bildes. Alles,was Schmurr anfaßt, behandelt er selb-ig Keller Mutter und Kind ständig, großzügig und persönlich; das zeigte