INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG
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Otto Sohn-Rethel
Holländische Bauern
Für das Gesamtbild der Ausstellung derDüsseldorfer war von durchschlagender Ent-scheidung der Verzicht der verschiedenenKünstlervereinigungen auf eigene Säle. Wennder Hängekommission dadurch ihr dornen-volles Amt auch erschwert war, so wurdesie doch für ihre aufopfernden Mühen reich-lich durch den Erfolg des getroffenen Arrange-ments entschädigt. Da sich die Ansprüchean Raum und Behangfläche in bescheidenenGrenzen bewegten, hat sie in der Tat dieAusstellung geschmackvoll und übersichtlichzu gestalten gewußt. Hoffentlich gewinntdas Prinzip der weisen Beschränkung für diezukünftigen Düsseldorfer Ausstellungen wei-teren Boden, denn es ist nicht zu leugnen,daß das, was dem Publikum auf großen Aus-stellungen an körperlicher und geistiger Arbeitzugemutet wird, nachgerade die Grenze desmenschlicher Leistungsfähigkeit erreicht hat.Wenn eingangs erwähnt wurde, daß dieVeranstaltung der Düsseldorfer Künstlerschaft
durch die Bestimmung, nach der nur Werke aus den letzten drei Jahren zur Ausstellung gelangendurften, ihr Gepräge erhalten habe, so sei hier ergänzend hinzugefügt, daß das Bild noch dadurchwesentlich bestimmt wurde, daß junge Künstler, Neulinge auf den Ausstellungen, zum ersten Malemit ihren Werken auf den Plan traten.
Nach der Zahl der Quadratmeter bemalter Leinwand gemessen, traten sie am stärksten hervor,ohne jedoch mit ihren Leistungen ähnliche Kulminationspunkte geschaffen zu haben, wie sie derAusstellung von 1902 in den Kollektivausstellungen der bedeutenden Meister Düsseldorfs eigen waren.Ebenso anspruchsvoll, wie die Jugend Düsseldorfs — meist junge Künstler, die noch unter Leitungihrer Lehrer arbeiten — auftrat, ebensosehr hat sie sich durch ihre anerkennenswerten Leistungendie Beachtung der Kunstfreunde und gleichzeitig das Recht gesichert, in der Düsseldorfer Kunstein Wörtchen mitreden zu dürfen. Daß so frische Leistungen in Düsseldorf möglich sind, konntenicht freudig genug begrüßt werden, ja, man hätte wohl gern noch ein paar tolle Sprünge mehr
gesehen, die ja nun ein-mal das beneidenswerteVorrecht der Jugend sind.Daß das heranwachsendeGeschlecht mit Eifer undBegeisterung den künstle-rischen Regungen unsererZeit folgt, wird jedermannsBeifall finden, wie es nichtminder hoch anerkanntwird, daß ihre Lehreres nicht versuchen, siein festgelegte Methodeneinzuengen. Man kannwohl sagen, daß dasbewundernswerte Lehr-talent Peter Janssens,der seit einem Viertel-jahrhundert den Gang derDüsseldorfer Kunst be-stimmt hat und der all-zeit seine vornehmsteAufgabe in der Weiter-entwicklung der angebo-Max Ciarenbach Alte Stadt renen Fähigkeiten seiner