EINZELNE ARBEITSGEBIETE
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Gauen beheimateten Tänze hervorbringt, dann hat man in großen Zügen so ungefähr eine Andeutung,wie „Alt-Bayern" musikalisch empfing. Hätte man einen Höllenbreughel von der akustischenObservanz zur Stelle gehabt, ein solcher wäre imstande gewesen, die verschiedenen kontrastierendenund kämpfenden Getöse in eine Fuge zusammenzubändigen. Das Auge als solches schaute in einechtes, aber gemütliches Höllenbild hinein. War das ein Leben und ein Treiben, ein Gedränge undGewoge! Wie strömte das zu Berg und zu Tal! Düsseldorfer, Gäste aus Nah und Fern, feineHerrschaften und däftige Bürgersleut, Bauern und Städter, Damen, Fräuleins, Mädchen und Maderln;Bayerinnen und Tyrolerinnen in den Nationaltrachten, Bier, Rettig, Brezeln und sogar kleine Brannt-weinkrügel heranschleppend; vom Küchenherd durch den Saal gaukelnd und rieselnd nahrhafte Düfte,als deren Hauptkonstituenten auch eine nicht feingekörnte Nase beim ersten Schnauben Sauerkrautund Rotwurst erkannte; mit ernsten Mienen, in Wehr und Waffen, herumgehend Selektaner derSchutzmannschule, darauf achtend, daß das überall gesungene Lied „Auf der Alm, da gibts ka Sund'!"Wahrheit sei und Wahrheit bleibe; und an den Tagen der Volksfeste von Tisch und Stuhl befreitegroße Tanzplätze, auf denen nicht allein das junge Volk, sondern auch trotz der langen Dienstzeitwaghalsig gebliebene Bureau- und Staatsbeamte sich nach den prickelnden Alpen-Melodien zu mächtiggesprungenen Hupfauftänzen verstiegen. Der Mahnruf der Wächter der Nacht traf dann nur wenigwillige Ohren, ob zwölf, ob ein Uhr, es wurde weitergetanzt und getollt, und lange mußten vomnahen Strome die Rheinnixen herüberschauen, bis ihre Schwestern von Inn und Isaar sich das Haarzusammennestelten und am Arm eines niederrheinischen Kavaliers den Heimweg suchten.
Der Mond aber tauchte sein Antlitz in den Fluß; vor kräftigem Lachen breitete sich sein Mundvon dem einen bis zu dem andern Ufer des Rheins, und seine Lippen bewegten sich, als wollten sieeinstimmen in den vom Kunstpalast bis nach Alt-Bayern herüberhallenden Ruf: „Alleweil fidel, fidel!"
8. Vergnügungen
Einleitung
Wenn auch vorauszusehen war, daß eine vorzügliche Internationale Kunstausstellung, eine reichmit Kostbarkeiten besetzte Kunsthistorische Ausstellung, eine über ein großes Gelände sich aus-breitende Gartenbau-Ausstellung Anregungen und Unterhaltungen in Hülle und Fülle bieten würden,so war die Ausstellungsleitung genötigt, für die Besucher noch andere Vergnügungen einzurichten.
Musik-Pavillon