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EINZELNE ARBEITSGEBIETE
In erster Linie galt es, der Schwesterkunst Musik in ausgiebiger Weise Rechnung zu tragen, an denSommerabenden durch Feuerwerk und Beleuchtungen vornehmlich den Abonnenten Freude undAbwechslung zu bieten. Da sich die Düsseldorfer Künstlerschaft bereit erklärt hatte, Kostümfestezu veranstalten, wurde gegen Schluß der Ausstellung auch dies Vorhaben ausgeführt, auch habenin der Sommerzeit die Radfahrer durch ein Rosenfest, der Ruderklub durch ein Wettrudern denAusstellungsbesuchern Vergnügen bereitet. Es war aber außerdem ein Vergnügungspark mit einemähnlichen Ausmaß wie 1902 im Anschluß an das Gelände der Ausstellung vorhanden, der Zer-streuungen aller Art bot.
Musik
Die Ausstellungsleitung, die dafür sorgen wollte, daß in dem einen für diesen Zweck in derNähe des Hauptrestaurants erbauten Musikpavillon gute Musik vorgetragen würde, hatte in ersterLinie die Absicht, mit den einheimischen Militär-Musikkapellen abzuschließen. Diese waren aberleider nicht in der Lage, sich für die ganze Ausstellungsdauer zur Verfügung zu stellen. Nachlängeren Verhandlungen wurde das Berliner Philharmonische Blas-Orchester, Direktion Robert Moser,in einer Stärke von 40 Musikern außer dem Dirigenten engagiert, das während der Zeit vom 1. Maibis 23. Oktober sowohl an Wochentagen wie an Sonn- und Feiertagen täglich zwei Konzerte vonzusammen fünfstündiger Dauer gab, und zwar von 3—5 und von 8—n Uhr abends. Die Vergütungbetrug monatlich hierfür Mk. 7620. Außerdem war vom 14. Juni ab mit Herrn Moser vereinbartworden, daß er mit seiner Kapelle auch Sonntags von 6—8 Uhr abends spielt, gegen eine Vergütungvon Mk. 135 für jeden Sonntag, weil das Sonntagspublikum sich darüber beklagte, daß gerade in derZeit, in der es Musik hören wolle, zwischen 5—8 Uhr, die Pause des Orchesters war. Vom 21. Mai abhaben abwechselnd die drei hiesigen Militär-Musikkapellen und zwar die Kapelle des Füsilier-Regiments No. 39 an 20 Tagen, das Ulanen-Regiment Nr. 5 an 23 Tagen und das Husaren-RegimentNr. 11 an 20 Tagen und zwar abends von 6—8 Uhr und von 1 /ag —7 211 Uhr gespielt, anfangs vordem Portal des Dioramas, bis später ein eigener Musikpavillon gegenüber dem Diorama-Restauranterrichtet wurde. In der Zeit vom 1. bis 31. August war die Kapelle des Infanterie-Regiments Nr. 97verpflichtet worden, gegen eine Vergütung von Mk. 6300. Vom 7. bis 30. September und vom1. bis 15. Oktober gab die Kapelle des 4. Garde-Feldartillerie-Regiments aus Potsdam 39 Konzertefür zusammen Mk. 7800. Am 1., 2., 5., 6., 8., 9., 12., 13. September spielte das städtische Orchestervon M.Gladbach. Zwei Konzerte gab das Infanterie-Regiment Nr. 159.
Die Ausstellungsleitung sorgte demnach für die musikalischen Ansprüche des besuchenden Publikums,indem sie auf ihre Kosten 495 Konzerte von Kapellen erster Qualität gab.
Darüber hinaus brachten aber die verschiedenen Restaurants musikalische Freuden aller Art undden schönsten Genuß in den frühen Morgenstunden die gefiederten Sänger auf den Bäumen und inden Büschen, für die aber auch die Gartenbau-Ausstellung reichliche Nahrung bot.
Feuerwerke und Beleuchtungen
Die Ausstellung hatte viele Festtage; zu den glanzreichsten und poesievollsten unter ihnengehörten diejenigen, an welchen zu einer Beleuchtung oder zu einem Feuerwerk eingeladen wurde.An einem solchen Abend trieb der Fluß seine breiten Wellen an einer wahren Menschenflut tal-abwärts vorüber. Der riesige Platz neben dem Diorama mit seinen fast endlosen Sitzreihen warstets bis zum letzten Platze gefüllt mit Schaulustigen, die nur mit halbem Ohr darauf lauschten,was die Orchester ihnen aus dem Reiche der Töne spendeten. Je länger und tiefer die abendlichenSchatten wurden, desto mehr steigerte sich die Erwartung. Da mit einem Male ein Knall! EinRaketenschuß zischte in die Höhe, und die aus dem Geschoß niederfallenden Perlen und Sternegaben das Zeichen zum Beginn des Feuerwerks. Und dann glänzte und gleißte eine Welt zauber-haft schönen Lichtes und Farbenschmelzes auf. Feuerkaskaden entwickelten sich in buntem Wellen-flusse vor dem staunenden Blicke, Sterne und Räder drehten sich, umgeben von einem dichtenSprühregen von Feuerfunken, und aus den Raketenröhren sauste nach jedem Schusse ein Gruß ausdem feurigen Füllhorn der Schönheit und des Glanzes hervor, der hoch oben bis zum Firmamentseinen Weg suchte und dann leise, perlend und blitzend, in weichem goldenen und silbernen Regenzur Erde zurückkehrte. Und der Funke des Himmels vermählte sich mit der silbernen Welle, diestille und freundlich an dem Gelände vorüberglitt. Ein anderes Mal umsäumten sich in einem Nudie Zinnen und Giebel der fremdartig geformten Bauten mit Tausenden und aber Tausenden vonflimmernden und zuckenden Flämmchen, so daß die Konturen aus feingeschwungenen Feuerlinienzusammenzufließen schienen. Hinter den Rosenbosketts und den Palmengruppen flammte es auf, und