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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
Entstehung
Seite
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EINZELNE ARBEITSGEBIETE

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Hinter dem Diorama verengerte sich der Weg, um auf der einen Seite von einem ziemlich lang-gestreckten Gebäude flankiert zu werden. Aus dem Innern dieses Hauses wurde der Vorübergehendemit Geräuschen aller Art begrüßt. Die einen konnte man unschwer als phonographische Gesang-Expektorationen erkennen, andere mochte man für den Notschrei entgleisender Lokomotiven, schwergepeinigter Kühe oder das mir aus der Vergangenheit norddeutscher Städte noch im Ohre haftendeGebrüll der sogenannten Feuerkälber halten; das Ganze aber machte den Eindruckeines mit sehr brutalenDissonanzen arbeitenden Konzertarrangements. Dieses wirklich fürchterliche Konzert war aber inWirklichkeit nichts anderes, als der Entreeruf zum Besuche des großen Milchrestaurants. DieserAusschank von Milch war in der Ausstellung sehr beliebt. Man konnte die Naturallieferung derKuh in rohem und gekochtem Zustande erhalten, so daß also für jeden Geschmack gesorgt war.Die Preise waren billig, und da man bezüglich der Zukost nicht auf die Restauration angewiesenwar, so wurde von den männlichen und weiblichen Botanikern und Dendrologen Haferspaniens undder bergischen Lande Futterbeutel von wahrhaft unheimlicher Rundung zutage gefördert. ReisendeLandleute neigen stets in etwa zum Mißtrauen, und so war es sehr häufig zu konstatieren, daß dieProviantsäcke nicht über-, sondern untergebunden waren. Wurden sie, nachdem die Milch gekommenund bezahlt worden, zu Räume befördert, so tat man zu eignem Vorteile gut, während dieses, mandarf wohl sagen operativen Eingriffes den Blick mit einer gewissen schämigen Delikatesse abzuwenden.Um so mehr und ungetrübter konnte man sich dann später daran erfreuen, mit welcher Wucht undZähigkeit diese Ausstellungsgäste auf die Plockwurst und das Siegener Graubrot einhieben. ImMilchausschank sah man verhältnismäßig viele Männer; die nicht durch den Filter der Kunst ge-gangene Milch schien ihnen besser zu munden, als das auf der Basis der experimentellen chemischenWissenschaft gewonnene Pomerile.

Billig und recht war es, daß auf dem Rheingelände, unweit des duftenden Rosenhages,Alt-Düsseldorf" selber sich eine Heimstätte sicherte. ,,Alt-Düsseldorf!" Wie schön, herzlich undheimatlich das klingt! Beinahe so schön, wie Alt-Heidelberg! Es war eine gute Tat, dem alten,von Behaglichkeit und Traumseligkeit umfriedeten Düsseldorf ein Domizil zu geben, das seine echte,leider im Wandel und Drange der Zeiten schon in den wichtigsten und markantesten Zügen ver-wischte Physiognomie getragen hat. Von dem eigentlichen alten Düsseldorf ist wenig mehr vor-handen, ebenso wie seinerzeit die wirklich geborenen Düsseldorfer zu den lebendigen Raritätenunserer Stadt gehörten. Saß man zu zwölfen in der Kneipe am Tische, so konnte man von Glücksagen, wenn sich unter diesen zwölf zwei befanden, die wirklich mit Düsselwasser getauft waren.Wo sind alle Schönheiten des einstigen Düsseldorfs geblieben. Vergeblich hält man nach derWindmühle Umschau,vergeblich nach derHauptwache, fruchtlos

nach der Reuter-kaserne, dem Kohlen-tor, der alten Schiff-brücke und dem Zoll-tor! Alles fließt, sagtder alte Herakleitos,und auch uns Düssel-dorfern ist so vielesweg-und rheinabwärtsgeflossen. Aber dasalte Wort:NeuesLeben blüht aus denRuinen" bewährt sichoft, selbst da, wo mankaum mehr an seineFruchtbarkeit zu glauben gewillt war. Undso entstand am äußer-sten Ende der eigent-lichen Ausstellung einneues ,Alt-Düsseldorf,geschaffen und erbautauf dem Boden tüch-tiger perspektivischer Milchwirtschaft

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