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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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EINZELNE ARBEITSGEBIETE

Japanisches Teehaus

Deutsch oder flüssigem Eng-lisch den Faden eines Gesprächshin und herzuschlingen ver-suchten. Nur ungern schiedman von jener Dependenz desjapanischen Mikado am deut-schen Rhein. Wem der Tee es gibt solch robust gear-tete Naturen eine etwas läpp-rige Magenstimmung hervor-gebracht hatte, der fand Gele-genheit, in den Sekt-Pavillonsund -Höhlen einen scharfenalkoholischen Trost zu finden;auch in dem Schnapshäus-chen dort unten am Rhein mager nicht vergeblich angeklopfthaben, während diejenigen,deren Durststimmungen nichtder Wahlverwandtschaft mitden Schwingungen der Mond-scheinsonate entbehrten, inswohlgebaute Pomerile hinüber-wechseln konnten, in dem derwissenschaftliche und destil-latorische Nachweis geführtwurde, daß durch Bannungdes alkoholischen Dämons der stärkste Wein in den geläuterten Zustand der Milch der frommenDenkungsart gebracht werden kann.

Zu den schönsten Bauten der Ausstellung gehörte das Diorama; wiederum finden wir hier alsErbauer die bewährten Meister Kleesattel und Schill. Und auch darin war das Diorama so aus-nehmend schätzenswert, daß es außer seinen innern und äußern künstlerischen Schönheiten soansehnliche feuchtfröhliche Meriten besaß. Die Damen hatten dort ihr ebenso elegantes, wie offiziellesHeim; denn darin gleichen die Vertreterinnen des schönen Geschlechts den guten und klugen Tauben,daß sie sich gerne in ganzen Flügen zusammenfinden und dann mit Inbrunst und Verständnis ver-kosten, was ihnen an leckern Dingen zugedacht ist. Eine einzelne Dame allein bei einem einzelnenSchälchen Mokka ist einfach undenkbar. Dazu gehört eine ganze Gesellschaft, ein Kränzchen oder,wie die böse Herrenwelt sich ausdrückt, ein Klätschchen. Daher flog es auch bei Weitz so munteraus und ein und es war ein fröhliches Gezwitscher an allen Tischen. Die Herren, die man mitunter der zarten Gesellschaft fand, machten den Eindruck eines eingefangenen Löwen oder fest-geschmiedeten Prometheus; ihre Gesichter lagen in heldenhaften, aber mißvergnügten Falten,besonders, wenn die gnädige Frau anstatt des Benediktiners, an den jene gedacht, ihnen LemonSquash ordiniert hatte. Schließlich saßen sie aber doch gerne dort; denn der Platz, den siehatten, war vorzüglich, konnten sie doch die hin- und rückwärts strömende Menschenflut, diesich von Augenblick zu Augenblick, gleich dem Bilde eines Kaleidoskopes veränderte, in allerMuße betrachten, und was sie schließlich für den innern Menschen erhielten, war des höchstenLobes wert.

Weit mehr männlichen Stiles war das Restaurant Hagen, der diesmal ein ebenso verbindlichesund freundliches Gesicht aufsetzte, wie vor zwei Jahren. Auch jetzt bildeten Gemälde den schönstenSchmuck der Innenräume. Doch danach fragt ein hungriger und durstiger Mann erst in tertiäreroder, wenn es hoch kommt, erst in sekundärer Linie. Die Wein- und Speisekarte ist der Kompaß,nach dem er steuert, sie ist das koloristische Organ, durch das der Topasglanz seiner Nase entwederangefacht oder gedämpft wird. Wenn von den guten Flaschen der Pfropfen sprang, wenn aus dererwärmten Schüssel sich der Wunderduft gedämpfter frischer Champignons schmeichelnd an ihmemporschlängelte, wenn drüben im lauen Abendwinde die Palmen sich auf und nieder neigten unddie glutäugige Marietta ein sehnsüchtiges Liebeslied anhub, wie es im ewigen Rom, in Trastevereund auf der Ponte molle ertönt, dann wurde es selbst dem abgehärteten Manne rührselig zu Mute,er lockerte um einen Knopf die weiße Weste, zündete eine echte Importierte an und sagte dann mitdankbarem Stöhnen:Die Welt ist doch schön!"