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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
Entstehung
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EINZELNE ARBEITSGEBIETE

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bestehenden Podium über dem Flur der Maschinenhalle und die dazu erforderliche Kondensationunter dem Podium angeordnet war. Diese auf das kleinste zusammengezogene Bauart sollte einer-seits beweisen, daß man auf einem sehr engen Raum auch große Kräfte erzeugen könne, und ander-seits darzutun, wie sicher laufend und vorzüglich ausgeglichen alle rotierenden Teile waren, so daßselbst dem geübtesten Auge des Fachmannes die mit 3000 Touren in der Minute in Betrieb befind-liche Turbine als eine stillstehende Maschine erschien.

Infolge des einfachen und stabilen Aufbaues war es möglich, die Maschine fertig montiert inwenigen Stunden auf das für sie bestimmte Podium zu transportieren und auch in kurzer Zeit inBetrieb zu nehmen. Beim ersten Anlaufen wurde sie sofort auf die volle Tourenzahl gebracht undbis zum Schlüsse der Ausstellung konnte sie mit voller Tourenzahl betrieben werden.

Die Turbine diente zum Betriebe einer auf ihrer Achse montierten Gleichstrom-Dynamo von100 KW. resp. 150 eff. P. S. bei 220 Volt Spannung. Die Konstruktion und Wirkungsweise bei dieserTurbo-Dynamo war folgende: Die Dynamo war zwischen zwei Lagern angeordnet, außerhalb welcherdie beiden Gehäuse der Turbine angebaut waren. In diesen beiden Lagern ruhte die stählerneWelle, die in der Mitte den Anker der Dynamomaschine und an beiden Wellenenden die Turbinen-räder trug, und zwar an der einen Seite das Hochdruckrad, an der anderen Seite das Niederdruck-rad. Der Dampf trat zunächst in die Verteilungskammer am Hochdruckgehäuse ein. In dieserVerteilungskammer saß der Regulierapparat, welcher in der Weise wirkte, daß ein Stahlband dieZuleitungsröhren zu den Düsen öffnete und schloß, je nach der Regulatorstellung. Der Dampf gingvon der Verteilungskammer durch die Röhre nach den Düsen und durch die Düsen traf der Dampfauf die Turbinenräder. Die Turbinenräder, welche aus Nickelstahl verfertigt waren, hatten an ihremUmfange taschenförmige Vertiefungen. In diese trat der Dampfstrahl, aus den Düsen kommend,ein und setzte das Rad in Umdrehung. Nachdem der Dampf einen Teil seiner Arbeit an derHochdruckseite geleistet hatte, trat er durch ein Überstromrohr nach der Niederdruckseite, umnochmals durch die Düsen geleitet, das zweite Turbinenrad in Umdrehung zu setzen. Nachdemauch hier die Arbeit vollbracht, wurde der Dampf durch einen nach unten liegenden Stutzen in denKondensator eingeführt. Die Konstruktions- und Wirkungsweise der Dynamomaschine entsprachder allgemein üblichen Form. Auf demselben Podium wie die Dampfturbine waren auch die Schalt-säulen mit den Apparaten zur Schaltung, Regulierung und Messung der Dynamo und der Motorenaufgestellt, eine Anordnung, die recht zweckmäßig war, da sie eine gute Übersicht über sämtlichezur Bedienung erforderlichen Apparate und die Aufstellung des Schaltaggregats bei der zugehörigenDynamo ermöglichte. Die Errichtung einer Raum beanspruchenden kostspieligen besonderen Schalt-anlage kam hierdurch in Fortfall.

Die unter dem Podium und ca. 1 m unter Flur der Maschinenhalle befindliche Kondensation warvon der Firma Balcke & Co., Bochum, gestellt und bestand aus einer kompletten Gegenstrom-Ober-flächen-Kondensation, Patent Balcke, mit einem Kondensator, einer Schieberluftpumpe und einerZentrifugalpumpe. Sämtliche Pumpen wurden von einem Elektromotor angetrieben. Infolge derexakten Durchführung des Gegenstromes erzeugte die Kondensationsanlage auch bei warmemWasser ein sehr hohes Vakuum. Neben dieser Kondensationsanlage waren die für die Schmierung derTurbinenlager erforderliche Ölpumpe mit elektromotorischem Antrieb und das Ölreservoir angeordnet.

Die Maschinenfabrik und Kesselschmiede R. Wolf in Magdeburg-Buckau stellte eine Patent-Heißdampf-Compound-Lokomobile mit Einspritzkondensation aus, bei der die saubere und eleganteAusführung sowie der tadellos ruhige Gang besonders zu erwähnen sind. Die Lokomobile leistetebei einem Hochdruckzylinder-Durchmesser von 285 mm, einem Niederdruckzylinder-Durchmesservon 450 mm, einem Hub von 570 mm und bei 170 Umdrehungen in der Minute i7o indizierte P. S.bei 23 °/o Füllung im Hochdruckzylinder.

Der Kessel von 65,6 qm Heizfläche war für 12 Atm. Überdruck gebaut und ruhte auf eisernenTragfüßen. Das Heizröhrensystem sowie die Überhitzerschlange konnten zur Reinigung von Kessel-stein usw. aus dem Kessel herausgezogen werden. Die Reinigung der Siederöhren, der Überhitzer-büchse und Überhitzerschlange von Flugasche und Ruß geschah mittels der gesetzlich geschütztenAusblasevorrichtung. Der Dampf wurde mittels entlasteter, durch federnde Ringe gedichteter Kolben-schieber gesteuert. Der Hochdruckzylinder war mit selbsttätiger Expansionssteuerung ausgestattet,während die Füllung des Niederdruckzylinders nicht verstellbar war. Der Hochdruckkolbenschieberwurde durch den auf der Kurbelwelle befindlichen empfindlichen und sehr kräftig wirkenden Flach-regler beeinflußt. Die Lokomobile arbeitete mit unter Flur liegender Einspritzkondensation unddiente zum Antrieb von zwei Gleichstrom-Nebenschluß-Dynamos von je 69 KW. Leistung bei 220 VoltSpannung und 680 Touren in der Minute, die von der Baugesellschaft für elektrische Anlagen,Düsseldorf, System Garbe, Lahmeyer & Co., Aachen, gestellt waren und durch Riemen der Leder-und Treibriemen-Fabrik Johann Biertz, Viersen, angetrieben wurden.