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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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EINZELNE ARBEITSGEBIETE

Zwecks Ausführung der für die Maschinen erforderlichen Fundamente wurde behufs Beschleunigungder Fundierungsarbeiten, und um eine Übervorteilung der Aussteller durch teure Preise, minder-wertiges Baumaterial usw. zu vermeiden, mit einer Reihe leistungsfähiger Firmen verhandelt, mitdenen man billigere Einheitspreise für die Fundamentierungsarbeiten vereinbarte. Diese Verein-barungen wurden sämtlichen Ausstellern bekanntgegeben und die Preise für die Ausführung sowohlin Zementbeton, als auch in Ziegelmauerwerk aufgestellt. Infolge der Anordnungen der einzelnenGartenanlagen war man leider nicht in der Lage, das Eisenbahnanschlußgeleise bis zur Maschinen-halle durchzuführen, so daß die Kessel, Maschinenteile usw. unter den schwierigsten Verhältnissendurch Fuhrwerk angefahren werden mußten. Bei der so kurzen für die Vorarbeiten zur Verfügungstehenden Zeit konnten Laufkrane in der Maschinenhalle für die Montage der Maschinen nicht mehrvorgesehen werden, sondern man mußte die Montage mit Hülfe von besonderen Gerüsten undFlaschenzügen ausführen. Trotz der verschiedenen Hindernisse und erschwerenden Umständesowohl bei dem Bau der Halle als auch bei der Montage, gelang es doch, die Maschinenanlagerechtzeitig fertigzustellen, so daß am i. Mai igo4 die gesamte Ausstellung mit dem erforderlichenQuantum von Strom und Licht versorgt werden konnte.

Einzelheiten des technischen Betriebes

Von den im Vorhergehenden erwähnten Maschinen fiel infolge ihrer eleganten Bauart und infolgedes tadellosen Ganges in erster Linie die von der Maschinenfabrik von O. Recke, Rheydt, Tandem-verbunddampfmaschine auf. Während der Niederdruckzylinder hinter dem Hochdruckzylinder an-geordnet war, wurde die unter Flur liegende Kondensation von der hinteren Kolbenstange ausangetrieben. Die Maschine leistete bei einem Hochdruckzylinder-Durchmesser von 340 mm, einemNiederdruckzylinder-Durchmesser von 550 mm, einem Hub von 600 mm bei 60 Umdrehungen in derMinute und 12 Atm. Anfangsspannung 260 indizierte P. S. bei 25 °/o Füllung im Hochdruckzylinder.Beide Zylinder waren mit der an Einfachheit unübertroffenenpatentierten neuen Recke-Ventil-steuerung" versehen. Die Hochdrucksteuerung wurde durch einen patentierten Axregler beeinflußtund mit einer Einrichtung zur Verstellung der Tourenzahl während des Ganges der Maschine versehen.Die Maschine war direkt gekuppelt mit einer Gleichstrom-Nebenschluß-Dynamo der DeutschenElektrizitätswerke zu Aachen, Garbe, Lahmeyer & Co. A.-G., die bei 220 Volt Spannung165 KW. leistete. Bemerkenswert an dieser Dynamo war die gute Materialausnutzung in elektrischerBeziehung und der funkenfreie Lauf bei Verwendung von Kohlenbürsten auf dem Kupferkollektor.

Die Gasmotorenfabrik Deutz in Cöln-Deutz war mit einem doppelwirkenden und einemeinfachwirkenden Viertakt-Sauggasmotor vertreten. Der erstere leistete bei einem Zylinder-Durchmesservon 450 mm, einem Hub von 700 mm bei 150 Umdrehungen in der Minute 200 eff. P. S., der einfacheViertakt-Sauggasmotor bei einem Hochdruckzylinder-Durchmesser von 450 mm, einem Hub von 700 mmund bei 160 Umdrehungen die Minute 100 eff. P. S. Beide Motoren waren mit Ventilsteuerungausgestattet und im übrigen in den eleganten und schönen Formen ausgeführt, wie sie von dieserFirma bekannt sind. Zur Speisung der Motoren waren zwei komplette Gaserzeugungsanlagen vonje 200 P. S. Leistung für den Betrieb mit Koks aufgestellt, ferner die nötigen Reiniger mit einemGasbehälter, welcher zur Ausgleichung zwischen Gasverbrauch und Erzeugung diente. Das Gaswurde durch zwei elektrisch betriebene Exhaustoren aus den Generatoren durch die Reiniger hin-durch abgesaugt und nach dem Gasbehälter gedrückt, von dem aus es den Motoren unter Druckzuströmte. Zum Anlassen der Gasmotoren war ein mit einem stehenden Gasmotor kombinierterKompressor aufgestellt, welcher bei 800 Umdrehungen die Einlaßluft in die beiden Luftkesselbeförderte. Als Reserve diente ein von einem liegenden Gasmotor angetriebener Kompressor. BeideViertakt-Motoren waren direkt gekuppelt mit je einer Gleichstrom-Dynamo der Gesellschaft fürelektrische Industrie in Karlsruhe von 220 Volt Spannung und 134 bezw. 67 KW. Leistung. DieMaschinen waren den neuesten Grundsätzen entsprechend ausgeführt, welche für deren Dimensionierungund Konstruktion in Betracht kommen können. Als besondere technische Einzelheit ist zu erwähnen,daß der Luftabstand von den Pohlschuhen exzentrisch war und daß durch ihre Form in Verwendungmit der gewählten Exzentrizität des Luftraumes eine funkenlose Stromabgabe bei allen Belastungenohne Bürstenverschiebung erzielt werden konnte. Die Anker der Maschinen waren ausgiebig venti-liert und die ganze Anordnung der letzteren mit Rücksicht auf eine möglichst geringe Erwärmungvorgenommen.

Als besonderes Ausstellungsprojekt hatte die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft Berlin eineDampfturbine allerneuester Konstruktion gesandt, die zum ersten Male in der Öffentlichkeit vor-geführt wurde. Diese Turbine war nicht allein durch ihre besondere Konstruktion bemerkenswert,sondern auch dadurch, daß sie auf einem Holzrahmen auf einem leichten, aus eisernen Säulen