EINZELNE ARBEITSGEBIETE
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Ausstellungsleitung bei allen festlichen Gelegenheiten die Vertreter der Presse zahlreich einlud, warselbstverständlich, außerdem veranstaltete die Ausstellungsleitung im Juni eine besondere Besich-tigung der Ausstellung durch die Presse, bei welcher Gelegenheit die Abteilungsleiter den Vertreternder Presse kurzgefaßte Vorträge hielten und ihr in den Abteilungen selbst sachverständige Er-klärungen boten. An die Besichtigung schloß sich ein gemeinsames Mahl, wobei Professor RoeberGelegenheit nahm, den Herren den aufrichtigsten Dank der Ausstellungsleitung für das außerordent-liche Maß von Unterstützung, das die Presse ihr hatte zuteil werden lassen, auszusprechen.
Außerordentliche Veranstaltungen der Ausstellung, wie Feuerwerke und Beleuchtungen, wurdendurch besondere Plakate, die in zahlreichen Städten Rheinlands und Westfalens angeklebt wurden,und hinsichtlich deren mit den Pächtern der Plakatsäulen besondere Abkommen getroffen waren,wirksam bekannt gemacht.
Für die Propaganda der Ausstellung sind rund 135 000 M. ausgegeben worden.
Während der Ausstellung wurde das Literarische Bureau, dem auch die Redaktion der täglicherscheinenden Ausstellungszeitung oblag, von Herrn Hugo C. Jüngst geleitet.
2. Die technischen Anlagen und Betrieb
Den gesamten, für die Beleuchtung des Geländes und der Gebäude erforderlichen elektrischenStrom beabsichtigte man anfangs von dem städtischen Elektrizitätswerk zu entnehmen. Da jedochder seitens der Stadt zur Verfügung stehende Strom infolge der fortwährenden Erweiterung derAusstellung keineswegs zur Versorgung der gesamten Gebäulichkeiten und des Geländes ausgereichthätte, entschloß man sich, selbst eine Anlage für das eigentliche Ausstellungsgelände zu schaffenund hierfür eine besondere Maschinenhalle zu erbauen. Bei der ununterbrochen wachsenden Aus-dehnung des Geländes und der Vermehrung der Gebäude zu Ausstellungszwecken war es äußerstschwierig, die Höhe des Strombedarfs festzusetzen. Man nahm anfangs an, mit einer elektrischenZentrale von ca. 500 P. S. auszukommen, doch mußte diese später auf 1000 P. S. erhöht und zurAusführung gebracht werden. Außerdem entnahm man vom städtischen Elektrizitätswerk den zurVerfügung stehenden Gleichstrom für einen Teil der Restaurationsbetriebe und zur Notbeleuchtung;der Vergnügungspark dagegen wurde mit Drehstrom aus dem städtischen Kabelnetz versorgt.
Um auch die elektrische Zentral-Anlage der Ausstellung interessant und sehenswert zu gestalten,entschloß man sich zum Wettbewerbe verschiedenartige Aggregate für den Betrieb heranzuziehen.Nach vielfachen und schwierigen Unterhandlungen gelang es zum Betrieb der Dynamos, Sauggas-motore mit der zugehörigen Generatorenanlage, zwei Lokomobilen, eine Dampfmaschine, eine Dampf-turbine und zur Dampferzeugung einen Dampfkessel zu beschaffen. Die weiter in Aussichtgenommenen Aggregate, wie rotierende Dampfmaschine, Dieselmotor und Heißluftmaschine warenbei der Kürze der Zeit nicht mehr zu erlangen und auch wegen der inzwischen schon festgesetztenGröße der Maschinenhalle nicht mehr unterzubringen.
Auf Grund der seitens der Maschinenfirmen vorläufig eingelaufenen Unterlagen wurde die Grund-fläche der Maschinenhalle auf eine Breite von 38 m und eine Länge von 20 m festgelegt, indem maneine Anordnung von drei nebeneinanderliegenden Binderfeldern von je 13 m Spannweite wählte. DieHöhe der Seitenwände wurde auf 7 m bestimmt. Weil dazu die Zeit mangelte, entschloß man sich,von der Ausführung der Maschinenhalle in Eisenkonstruktion abzusehen und zog es vor, sie inHolzkonstruktion ausführen zu lassen. Am 2. November 1903 wurde die Herstellung des Baues einerhiesigen Baufirma in Auftrag gegeben, doch konnte mit ihrer Ausführung erst Ende Novemberbegonnen werden, weil sich das hiesige Tiefbauamt erst nach langwierigen Verhandlungen dazuentschließen konnte, die von der Ausstellung 1902 noch herstammenden Fundamente entfernen zulassen. Noch während man auf der einen Seite mit Sprengung der alten Fundamente beschäftigtwar, wurden schon die Fundamentierungsarbeiten der neuen Maschinenhalle unter diesen erschweren-den Umständen in Angriff genommen.
Die Umfassungswände der Hallen wurden in Rabitz ausgeführt und die Dächer ohne besondereHolzschalung mit Weber-Falkenberg-Leinen eingedeckt, während die auf den einzelnen Binderfeldernangeordneten Dachreiter als Glasdächer ausgebildet waren. Für die Ventilation waren Klappen inden Dachreitern sowie Fenster in den Seitenwänden vorgesehen. Die Plätze der einzelnen Aus-steller waren mit Steinfliesen belegt, während man für die Gänge Holzfußboden vorsah. Die nachdem Rhein zu gelegene Giebelwand sowie die beiden Seitenwände der Halle erhielten eine architek-tonische Ausstattung in modernen gefälligen Formen nach den Entwürfen des Herrn ProfessorKleesattel. Auf der rechten Seite des Gebäudes schlössen sich die Betriebsbureaus der technischenAbteilung an, während an der Rückseite der Halle sich das Kessel- und Pumpenhaus von 12 1 j 2 auf10 m, sowie die für die Gaserzeugungsanlage erforderlichen Räume von io'/s auf 9 m angliederten.