VERTEILUNG DER ARBEITEN
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Ein weiterer Glanzpunkt bei dem Frühjahrsflor waren die namentlich von der Firma F. J. Seidelin Grüngräbchen und Laubegast und vielen anderen Firmen ausgestellten Rhododendren, 2000 Stück,und Azalea mollis, welche auf dem Gelände an verschiedenen Stellen verteilt waren.
Viele tausende von Frühjahrsblumen waren ebenfalls auf dem Gelände verteilt.
Mit dem Tage der Eröffnung der Gartenbau-Ausstellung traten an die Verwaltung der letzterenin bezug auf Unterhaltung und Reinigung der Gartenanlagen und der Pflanzenhallen neue großeAufgaben.
Für die verschiedensten Zweige des Gartenbaues mußten erfahrene Gärtner angestellt werden.Aus den hunderten von Anmeldungen wurden rasch die geeignetsten Bewerber ausgesucht; mitBefriedigung kann hier ausgesprochen werden, daß die angestellten Gärtner ihre volle Schuldigkeitgetan haben und nur selten Entlassungen vorgekommen sind.
Für den Betrieb auf dem Gelände und in den Pflanzenhallen waren angestellt: der GartentechnikerWilhelm Schmitz als Vertreter des unermüdlichen städtischen Obergärtners Piel, der Rosen-gärtner Hoff mann für die ausgestellten Rosenpflanzungen, drei Spezialisten für die Warm- undKalthauspflanzen, zehn Obergehülfen, 60 Gärtnergehülfen, zwei Vorarbeiter und 30 Arbeiter.
Wie bei allen großen Betrieben, so mußte auch hier bei den Angestellten auf strenge Ordnungund Disziplin gehalten werden. Morgens um 6 Uhr war Apell, wobei die Arbeiten verteilt und alleTagesfragen besprochen wurden. Das Gelände war in zehn Reviere eingeteilt, und in jedem Revierwar ein Obergehülfe mit drei bis vier Gärtnergehülfen angestellt. Außerdem waren eine AnzahlGärtner in den Pflanzenhallen und Gewächshäusern mit der Unterhaltung der ausgestellten Pflanzenbeschäftigt. Die in den Revieren im Freien beschäftigten Gärtner mußten die Pflege der ausgestelltenPflanzen übernehmen, Gras schneiden und für die Ordnung in ihren Revieren sorgen.
Die Arbeiten im Freien waren aber so eingeteilt, daß die Leute aus den Revieren Donnerstagsund Freitags bei dem Wechsel in den Hallen mit eingreifen konnten. Die beiden Vorarbeiter mitden 30 Arbeitern waren daher morgens von 6 bis 9 Uhr mit dem Reinigen der Wege und Plätzebeschäftigt, später mit dem Ausbessern der Wege, Bewässern der Anlagen und die letzten Tageder Woche bei dem Wechsel der Sonderausstellungen in den Hallen.
Fünf Arbeiter in kleidsamem Anzüge hatten den ganzen Tag über für die Reinigung und Ordnungauf dem Gelände zu sorgen.
An den Beleuchtungsabenden wurden etwa 40 Leute zum Anzünden der Lichter gestellt und ebensoan den Feuerwerksabenden zur Aufrechterhaltung des Verkehrs und zum Bewachen der Anlagen.
Bei dem ungemein trockenen Sommer nahm die Bewässerung der Gartenanlage sehr viel Zeit inAnspruch. Es waren in der Regel in den Gartenanlagen zwölf Schlauchleitungen mit den ver-schiedensten Sprengapparaten in Tätigkeit, und die Anlagen zeigten, namentlich die Rasenflächen,trotz der überaus großen Trockenheit des Sommers 1904, durch die gute Pflege bis zum letztenTage ein frisches und grünes Aussehen. Oft haben die Besucher der Gartenbau-Ausstellung ihreBewunderung über den saftig-grünen Rasen ausgesprochen.
Um obige Erfolge zu erzielen, bedurfte es aber auch neben der Bewässerung einer hinreichendenDüngung der Rasenflächen. Es war von mehreren künstlichen Düngerfabriken, wie der ChemischenFabrik Kalk, Abteilung Scheibler, Cöln, Konsul Gerdes, Bremen u. a., Dünger zur Verfügunggestellt, womit die verschiedensten Versuche gemacht wurden. Außerdem stellten die AmyloContinentalen vormals Ohlendorffsche Guano-Werke, Emmerich, große Mengen Guano,„Marke Füllhorn", zur Verfügung, und wurden außer sonstigen Versuchen namentlich die großenRasenflächen mit Guano und Erde vermischt gedüngt, womit ein ausgezeichneter Erfolg erzielt wurde.
Die Alleebäume waren mit einer unterirdischen Bewässerung versehen und hatten durch dieseEinrichtung bis zum Spätherbst ein gutes Aussehen.
Die Besprengung der Wege auf dem Ausstellungsgelände an trockenen Tagen geschah mittelszweier großer Sprengwagen.
In den letzten Wochen vor Schluß der Ausstellung, wo die großen Sonderausstellungen nach-einander folgten, war fast das gesamte Gartenpersonal bei dem Wechsel in den Hallen beschäftigt.
Damit der Wechsel in allen Hallen immer rechtzeitig beendigt war, bedurfte es der angestrengtestenTätigkeit. Die Arbeiten wurden am Freitag abend begonnen, in der Nacht die alten Aufbauten unddie Pflanzen beseitigt, die neuen Aufbauten fertig gemacht, am folgenden Morgen die neu eingelangtenPflanzen aufgestellt, so daß am Samstag mittag in der Regel die neue Ausstellung eröffnet werdenkonnte. Nur in einzelnen Fällen, bei Errichtung der großen internationalen Sonderausstellungen,wurde diese Zeit überschritten.
Diese rasche Umwandlung war nur durch ein inniges Zusammenarbeiten des GartenarchitektenKeerl mit dem städtischen Obergärtner Piel möglich. Keerl besitzt eine außergewöhnlich gediegeneKenntnis auf allen Gebieten des Gartenbaues, die ihn ganz besonders befähigte, dem so viel-