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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
Entstehung
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VERTEILUNG DER ARBEITEN

A. Wiegel

2. Kasse und Buchhaltung

Die Tätigkeit der Kasse begann am i. Juli 1903 damit, eine Buchführungnach dem System Stahl einzurichten und die bisherigen Einnahmen undAusgaben der Ausstellung nachzutragen.

Die Vorzüge der Stahlschen Buchführung, die sich bis zum Schluß vorzüg-lich bewährt hat, bestehen in Einfachheit, Genauigkeit und Übersichtlichkeit.Das Grundbuch ist die sogenannte Journalkasse, mit je einer Spalte fürÜbertragungsvermerk, Datum, Buchungstext und Belagnummer, sowie je einerSoll- und Haben-Spalte für Kassa, Konto-Korrent, Banken und AllgemeinerBetrieb. Aus der Journalkasse werden die einzelnen Buchungsposten in dasKonto-Korrent-Buch bezw. in das Hauptbuch für den Allgemeinen Betriebübertragen. Der Monatsabschluß zeigt dann, ob Konto-Korrent, Banken undAllgemeiner Betrieb mit der Journalkasse übereinstimmen. Die Bücher sindhandlich und nehmen einen kleinen Raum ein. Die Lage des Geschäftesist an jedem beliebigen Tage in kürzester Frist bequem festzustellen.

Zur täglichen Kontrolle wurde vom Hauptkassierer der Kassensturz in einbesonderes Buch eingetragen, vom Kassenvorsteher nachgeprüft und mitunterschrieben. Außerdem fanden monatlich zweimal Kassen- und Bücher-revisionen durch Mitglieder des Finanz-Ausschusses statt, während sämtliche Beläge durch DirektorFrauberger geprüft und mit den Büchern verglichen wurden. Für jede von der Kasse geleisteteZahlung war eine von zwei Vorstandsmitgliedern unterzeichnete Ausgabe-Anweisung als Belagnötig. Die Unterlagen zur Ausgabe-Anweisung, wie richtig befundene Rechnungen, Liquidationenund dergleichen, wurden mit dem StempelBezahlt" versehen und alphabetisch geordnet. FürEinnahmen diente als Belag der Postabschnitt oder die kopierte Quittung des Kassierers und beisonstigen Buchungen die Kopie der Rechnung. Größere Zahlungen wurden mit Hülfe unserer Bankendurch Check oder Überweisung per Reichsbank-Giro-Konto geleistet; als Belag diente in solchenFällen das Benachrichtigungsschreiben der Bank und die Bestätigung des Empfängers. Reklamationenoder Differenzen sind nicht vorgekommen.

Ebenso wickelten sich die Löhnungen stets glatt ab. Die Geländearbeiter, Gärtner, Aufseherund Garderobieren erhielten für die Zeit vom 1. bis 15. am 18. des Monats und für die Zeit vom16. bis letzten am 3. des folgenden Monats ihren Lohn. Den Arbeitern der technischen Abteilungund den Putzfrauen wurde wöchentlich Lohn gezahlt und zwar für die Zeit von Freitag bisDonnerstag am folgenden Samstag. Das Gehalt der Ausstellungsbeamten wurde postnumerando amSchluß des Monats gezahlt.

Der Kassen-Umsatz, welcher bis zum 31. Juli 1903 56 043,12 M. und in den Monaten August 1903bis Februar 1904 414587,04 M., also durchschnittlich 60000 M. pro Monat betrug, stieg im März 1904auf 176 931,36 M. Dazu kam noch der lebhafte Konto-Korrent-Verkehr und der Umsatz mit denBanken. Es mußte deshalb Herrn Wiegel, der bis Mitte März Kasse und Bücher allein geführthatte, eine Hülfskraft beigegeben werden. Eine weitere Vermehrung des Personals wurde nötig,als der Kassen-Umsatz im April 1904 auf 535 528,32 M. stieg, die Einziehung der Platzmieten hinzu-kam und jedem Aussteller bezw. Unternehmer ein besonderes Konto eröffnet werden mußte.

Im April und den folgenden Monaten waren an der Kasse und Buchhaltung neben Wiegel alsVorsteher, ein Hauptkassierer und drei Buchhalter beschäftigt.

Bereits seit Ende März wurden zwei Journalkassen geführt und im April zur Entlastung derKasse eine dritte Journalkasse für solche Eintragungen eingerichtet, die nicht Bar-Einnahme oderAusgabe waren. In der Sammel-Journalkasse wurden dann täglich die Schluß-Summen aus den dreiJournalkassen vereinigt und damit ein fortlaufender Überblick der Vermögenslage des Ausstellungs-Unternehmens gegeben.

Sehr viel Arbeit verursachte der Kasse das Einziehen der Getränke-Abgaben und der Außenständefür Wein-, Gas-, Wasser- und Strom-Lieferung. Bei säumigen Zahlern mußte häufig dieSperre"angedroht und in einzelnen Fällen ausgeführt werden, ehe Zahlung erfolgte. Es dürfte sich deshalbfür spätere Ausstellungen empfehlen, Gas, Wasser und Strom nur gegen Hinterlegung einer hohenKaution, Getränke nur gegen Vorausbezahlung zu liefern und die Abgaben bei der Einfuhr zu erheben.Einige Schwierigkeit bereitete der Kasse auch die gerechte Verteilung der Lustbarkeitssteuerauf die einzelnen Betriebe.

Durch ihre vielseitige Tätigkeit wurde die Hauptkasse, der auch die Dauerkarten-Ausgabe unter-stellt war, nebenbei die Hauptauskunftsstelle für Publikum, Aussteller und Unternehmer. Die ohnehin