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VERLAUF DER AUSSTELLUNG
schwierigste Konkurrenz-Ausschreibungen, und zwar als Privatzüchter. 14. Anatole Cordonnier, Bailleul-Nord, Frank-reich, für hervorragende Ausstellungen bei verschiedenen Sonderausstellungen für getriebenes Obst. 15. Obst-produzenten-Genossenschaft in Meran, für hervorragende und mustergültige Ob6tausstellung im Oktober, sowohlin Qualität, als auch durch die Verkaufsorganisation. 16. Westlandia, Naaldwyk, Syndikat, für reiche und hervor-ragende Beschickung aller stattgehabten Sonderausstellungen. 17. Schweizerischer Obst- und Weinbau - Verein,Wädensweil, für hervorragende Beschickung der grossen Oktober-Obstausstellung mit Vorführung des SchweizerGesamt-Obstbaues. 18. Markthallen Budapest, für hervorragende Beschickung verschiedener Sonder- und einerDauerausstellung mit Obst und Gemüsen in guter Verkaufsorganisation. 19. Schmitz-Hübsch, Merten bei Bonn, fürganz hervorragende Beschickung einiger Sonderausstellungen und besonders der grossen Oktoberausstellung mitwirksamer Konkurrenz gegen das Ausland. 20. Heck, Heidelberg, für ausgezeichnete Beschickung mehrerer Sonder-ausstellungen. 2t. Obst- und Gartenbauverein Ingelheim, für ausgezeichnete Beschickung mehrerer Sonderausstellungen.22. Samenhandlung und Gemüsezüchterei von Zopes, Fischenich, Rheinland, für sehr bedeutende und umfangreicheBeschickung von drei internationalen Gemüseausstellungen.
Namens der Staatsregierung spreche ich den Herren, welche Preise erhalten haben, noch besonders die An-erkennung der Staatsregierung aus, indem ich sie zugleich beglückwünsche und der Hoffnung Ausdruck gebe, dassdie erhaltene Ehrung ihnen ein Ansporn sei, weiter zu streben auf dem Gebiete, auf dem sie so Schönes geleistet haben.
Meine Herren! Seiner Majestät dem Kaiser und König müssen wir dankbar sein für die Gnadenbeweise, dieer durch Stiftung des Ehrenpreises und der Staatsmedaillen der Ausstellung hat zuteil werden lassen. Dankbarmüssen wir ihm aber auch ganz vornehmlich dafür sein, dass er seinem Sohne, Seiner Kaiserlichen und KöniglichenHoheit dem Kronprinzen, auf dessen Geneigtheit hin die Übernahme des Protektorats über unsere Ausstellung zugestatten geruht hat.
Jugendfrisch und mit der gewinnenden Liebenswürdigkeit, die Seiner Kaiserlichen Hoheit eigen ist, haben wirihn zu Beginn der Ausstellung diese durchwandeln sehen, überall sein Interesse für das Gesehene bekundend.
Meine Herren! Für die Ausstellung ist die Übernahme des Protektorates durch Seine Kaiserliche Hoheit unddas von ihm bezeugte Interesse von grossem Wert gewesen. Der Name des erlauchten Protektors war im wesent-lichen mit Veranlassung, dass die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Ausstellung hingelenkt ist, und dass zu demfriedlichen Wettbewerb auf dem Gebiete der Kunst und des Gartenbaues nicht nur Deutsche, sondern auch Ausländerin so starker Beteiligung sich eingefunden haben, dass die Ausstellung dadurch ein aussergewöhnliches Gepräge undeine ganz ausserordentliche Bedeutung erlangt hat, eine Bedeutung, die hoffentlich auch politisch gute Früchtetragen wird. Der Name des hohen Protektors hat auch weiter im wesentlichen gewirkt, dass die Privatbesitzervon Bildwerken der alten Kunst in unserem Westen der Monarchie zu dem dankenswerten Entschluss bewogenwurden, aus ihrem alten Familienbesitz von den Wänden des Heims Perlen der Kunst auf Monate in den Ausstel-lungsbesitz übergehen zu lassen, auf diese Weise die Zusammenstellung der herrlichen kunsthistorischen Abteilungermöglichend. Meine Herren! Wir hatten gehofft, dass Seine Kaiserliche Hoheit noch einmal im Herbst die Aus-stellung besuchen würde. Er ist nicht dazu gekommen. Wir hätten hierüber betrübt sein müssen, wenn nicht derAnlass zu dem Fernbleiben ein so herzerfreuender, das ganze deutsche Volk in freudiger Anteilnahme erregendergewesen wäre — die Verlobung Seiner Kaiserlichen Hoheit. — Meine Herren! Lassen Sie uns den Dank gegenSeine Kaiserliche Hoheit für die Übernahme des Protektorats und für das der Ausstellung bewiesene Interesse inden Wunsch kleiden, dass aus dem Herzensbund, den er eingegangen ist, ihm reicher Segen erspriessen möge zumHeile des deutschen Volkes. Meine Herren! Ich fordere Sie auf, mit mir zu rufen: Seine Kaiserliche und König-liche Hoheit, der Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preussen, er lebe hoch, hoch, hoch!
Auch dieses Hoch begegnete der freudigen Zustimmung aller Festteilnehmer.
Dritter Redner war Herr Oberbürgermeister Marx, der an die Festversammlung in der ihmeigenen markigen Weise folgende Ansprache richtete:
Hochverehrte Festversammlung! Durch die dürren Blätter rauscht der Herbstwind, und diese Ausstellung,die uns auf Maienblüten Sommerrosen und schliesslich den Fruchtsegen des Herbstes brachte, nimmt teil an demgrossen winterlichen Sterben der Natur. Wie vor zwei Jahren, als die Tore ihrer grossen Vorgängerin sich schlössen,umschleicht uns heute wehmütige Abschiedsstimmung. Noch einmal lassen wir all die schönen und interessantenBilder vor unseren Augen vorüberziehen, die Kunst und Natur in holdem Verein in diesem Sommer auf der Golz-heimer Insel geschaffen haben.
Grösser aber als die Wehmut ist die Freude über das gelungene Werk, die Befriedigung darüber, dass einegrosse und gute Arbeit geleistet ist, und die Hoffnung auf die Früchte, die sie zeitigen wird.
Was hat die Ausstellung uns gebracht ? Zunächst eine ausserordentliche Fülle von Anregungen. GrosseKünstler, alte und moderne, haben zu uns gesprochen. Gedanken und Empfindung der Künstler aller Kulturstaatenhaben sich uns in ihrer Eigenart gezeigt, haben das Auge zu Vergleichen herausgefordert. Gewiss hat dies unsereheimischen Künstler gefördert. Nicht in dem Sinne, dass sie das Fremde nur sklavisch nachahmen, vielmehr indem Sinne, dass sie sich dessen bewusst werden, und das kräftig pflegen, was sie als ihr Eigenstes und Bestesvom Fremden abhob. Aber auch allen anderen Besuchern und Freunden der Ausstellung hat sie Mehrung desWissens, Hebung des künstlerischen Empfindens gebracht und den Sinn für verfeinerte Lebensanschauung geweckt.Auch in den kleinen Zieraten und schmückenden Zutaten des Lebens lernten wir die Kunst bewundern, die sichüberall zeigt, wo wahres Können vorhanden ist. Kurz, diese Ausstellung stand im Dienste der Kultur.
Und wir Düsseldorfer haben besonderen Grund, froh und stolz zu sein, da unser Gemeinwesen es wiederumist, in dessen Mauern auch diese glänzende Ausstellung ihr Heim gefunden hat. Ihr Gelingen wird unser Selbst-vertrauen erhöhen, die Freude am Aufblühen unserer Stadt und die Bereitwilligkeit mehren, mit privaten undallgemeinen Mitteln an ihrer Verschönerung, ihrem Fortschritt zu arbeiten.
Was ein wahrer Gemeinsinn vermag, das haben unsere Mitbürger bei der Vorbereitung und Schaffung derAusstellung und bei der Zeichnung des Garantiefonds gezeigt. Ich freue mich, dass diese Opferfreudigkeit nichtnur von jenen hohen ideellen Erfolgen gekrönt worden ist, die ich vorhin kurz andeutete, sondern dass auch diemateriellen Interessen der Stadt zweifellos durch die Ausstellung gefördert worden sind.
Unser Dank für dieses Werk gebührt allen Mitwirkenden, nicht zuletzt dem unermüdlichen Ingenieur Dücker,vor allem aber dem Manne, der an der Spitze des Unternehmens sein ganzes Können und seine grosse Arbeits-kraft in den Dienst desselben gestellt hat, der hinter seiner Aufgabe seine Person zurücktreten liess und eben