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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
Entstehung
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VERLAUF DER AUSSTELLUNG

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dadurch die ganze Grösse seiner mannhaften Persönlichkeit voll froher Schaffenskraft enthüllte. Verehrter HerrProfessor Roeber! Ich freue mich, heute in diesem Kreise erneut kundgeben zu können, dass die Stadtverordneten-versammlung einstimmig beschlossen hat, Ihr Bildnis malen zu lassen und es nach seiner Vollendung der städtischenGemälde-Galerie einzuverleiben. Möge es dort die Erinnerung an Ihre rastlose Tätigkeit im Dienste des Gemein-wohls stets wach halten !

Nächst den Leitern und Mitarbeitern der Ausstellung gilt unser Dank allen Künstlern, die ihre Werke hierherentsandt haben, nicht zum wenigsten aber den Besitzern der wertvollen Sammlungen, die sich von ihren Schätzen,die ihnen unendlich teuer sein müssen, ihren Rembrandts, van Dycks, Menzels und wie sie alle heissen, trennten,um unsere Ausstellung in einziger Weise zu verschönern. Dank auch den Blumen- und Obstzüchtern, den Gärtnernund Gartenkünstlern, die uns ein bisher an Fülle und Schönheit nicht erreichtes Gesamtbild ihrer Leistungsfähigkeitgeboten haben. Dank endlich auch den Besuchern, insbesondere der näheren Umgebung, die sich bei Veranstaltungenvon Ausstellungen mit Düsseldorf mehr oder minder solidarisch gefühlt hat.

Aber wir blicken heute nicht nur dankend zurück, sondern zugleich wenden wir den Blick hoffnungsvoll in dieZukunft. Wir Düsseldorfer wollen nicht ausruhen auf den Lorbeeren unserer erfolgreichen Ausstellung! Wirwollen fortarbeiten an der Mehrung des Ruhmes unserer Stadt, und da haben uns die Ausstellungen gezeigt, dasswir dies können, indem wir die Stadt zu einer modernen Stadt im besten Sinne gestalten, d. h. zu einer Stadt,die alle Einrichtungen annimmt, die einen Fortschritt in der Technik, der Hygiene, der Wissenschaft und dersozialen Fürsorge für alle Klassen der Bevölkerung darstellt.

Nur der wird gesucht, der gibt! Düsseldorf hat in den Ausstellungsjahren aus Eigenem und aus Fremdem gegeben;es muss dahin streben, dauernd so viel aus Eigenem geben zu können, dass es sich schon darum lohnt, in dieserStadt zu leben, diese Stadt zu besuchen.

Es ist nur wenigen möglich, auch nur die wichtigsten Kunstdenkmäler und Kulturschätze an Ort und Stelleaufzusuchen, doch höchster Genuss soll nicht das Vorrecht einzelner sein. Den Kunstgenuss und die Bildungs-möglichkeit zu verallgemeinern, sie weiten Volkskreisen zugänglich zu machen, das ist die grosse Aufgabe derSammlungen und der Ausstellungen. Die Stadt Düsseldorf hat sich das Ziel gesetzt, eine tüchtige Vermittlerinhöchster Kulturgüter zu sein. Sie darf den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, diese Aufgabe bisher gut erfülltzu haben, und daraus die Hoffnung schöpfen, dass ihr dies auch in Zukunft gelingen möge. Diese Hoffnung wirdsicherlich in Erfüllung gehen, wenn die Stadt dauernd solche arbeits- und opferfreudige Männer besitzt, wie diewaren, welche die Ausstellung 1904 begonnen und durchgeführt haben. Darum lassen Sie mich mit den Wortenschliessen: Die Männer der Ausstellung 1904, sie leben hoch, hoch, hoch!

Die Festversammlung stimmte lebhaft in die Hochrufe ein.

Ein Musikvortrag schloß die stimmungsvolle Feier, die bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruckhinterließ.

An die Schlußfeier in der Kuppelhalle schloß sich ein Festmahl an, das in der großen Festhalle(Restaurant Matare & Spickernagel) stattfand, und an dem etwa 120 Herren teilnahmen.

Am Spitzentisch saßen die Herren, die wir oben genannt haben. Rechts neben ProfessorFritz Roeber, dem Vorsitzenden der Ausstellung, saß Generalleutnant von Sperling, linksRegierungspräsident Schreiber, ihm gegenüber Oberbürgermeister Marx und LandeshauptmannDr. von Renvers. Wie es nicht anders sein konnte, waren die Festteilnehmer von einer fröhlichenStimmung beseelt, die durch eine Reihe vortrefflicher Ansprachen noch eine lebhafte Anregungerfuhr. Auch hier kam die Freude über die Erfolge der Ausstellung und der Dank gegenüber allenBeteiligten zum Ausdruck. Besonders gefeiert wurde, wie es sich von selbst versteht, der Leiterder Ausstellung, Professor Fritz Roeber.

Eröffnet wurde die Reihe der Trinksprüche durch Generalleutnant von Sperling, der dasHoch auf den Kaiser ausbrachte. Der Redner führte folgendes aus:

Es ist am heutigen Tage schon des Kaisers gedacht worden, als des Förderers der Kunst, als des Pflegers aller idealenGüter, die des Menschen Herz, Auge und Gemüt entzücken. Jedoch verehren wir unsern Kaiser vor allen Dingen als denHort des Deutschen Reiches. Wir verehren in ihm den Erben der glorreichen, auf dem Kampffelde errungenen deutschenKrone, wir erkennen in ihm denjenigen, der dafür sorgt, dass die Traditionen, die zurückweisen auf eine grosseZeit, in unserem Volke rege und erhalten bleiben. Gestützt auf sein kraftvolles Heer, ist der Kaiser derjenige, zudem seine Armee mit vollem Vertrauen blickt, die in ihm den ihr von Gott gegebenen Führer erkennt. Er übtEnthaltsamkeit genug, um die schwerste Pflicht des Soldaten zurückzudrängen, indem er das, was er kann und waser der Welt zeigen wollte, tatsächlich zurückdrängt, um seiner Nation den Frieden und die Güter des Friedens zuerhalten. Auch dieser Ausstellung hat unser allergnädigster Herr ein ganz besonderes und grosses persönlichesInteresse dadurch bewiesen, dass er gestattet hat, dass sein erlauchter Sohn, unser Kronprinz, das Protektorat dieserAusstellung übernehmen durfte. Indem wir des hohen Protektors gedenken, bitte ich Sie, den Dank hierfür unsermKaiser abzustatten, indem wir rufen: Unser Kaiser, der uns in glücklichen Tagen ein Leitstern ist und unser Führerin schwerer Stunde, unser Kaiser hurra, hurra, hurra!

Mit hellem Jubel stimmte die Festgesellschaft in die Hurra-Rufe ein.

Auf den Vorschlag des Professor Roeber wurden sodann an den Kaiser und den KronprinzenHuldigungstelegramme abgesandt.

Das Telegramm an den Kaiser lautet:

Eurer Majestät melden wir untertänigst den Schluss der unter dem Protektorate Seiner Königlichen Hoheit desKronprinzen auf das glücklichste verlaufenen drei grossen Ausstellungen. Der Glanzpunkt der Kunstausstellung wardie durch Eurer Majestät Gnaden ermöglichte Vereinigung von Kunstwerken Adolf Menzels. Den von EurerMajestät allergnädigst bewilligten, heiss umstrittenen Ehrenpreis für den Gartenbau hat eine deutsche Firma ausder Hauptstadt Eurer Majestät alten Herzogtums Geldern errungen. Die zur Schlussfeier Versammelten bringenEurer Majestät in unverbrüchlicher Treue ihre Huldigung dar. Professor Roeber.