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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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VERLAUF DER AUSSTELLUNG

Begrüssung des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg durch den Vorsitzenden

der Ausstellung

Ganzes sich dem Auge darstellte. Einelänger dauernde Gartenbau-Ausstellungist gegenüber allen anderen Ausstel-lungen in schwerem Nachteil. JedeIndustrie- und Gewerbeausstellung stehtbei der Eröffnung genau so da, wiean ihrem Schlusstage. Sie fordertwährend ihrer Dauer nur die Sorge fürden regelmässigen Betrieb. Eine Garten-bau-Ausstellung aber verlangt zu ihrerDurchführung eine gesteigerte Arbeitnach der Eröffnung, die Nächte müssenzu Hilfe genommen werden, und dochkönnen trotz aller Anstrengungen immernur in stetem Wechsel sich folgendeEinzelheiten geboten werden, aus denendann die Gesamtleistung am Schlusszusammengerechnet werden muss. DieGesamtleistung selbst aber tritt nichtmehr sichtbar in die Erscheinung.Wären wir imstande gewesen, ami. Mai die Sonderausstellungen desGartenbaues nebeneinander aufzubauen,dann wäre der Vergleich mit einerandern Ausstellung für jeden möglichgewesen, aber das ganze Gelände derGolzheimer Insel hätte auch nicht ent-fernt ausgereicht, um alles aufzunehmen.Nur derjenige, der von Woche zuWoche die Ausstellung studierte, konntesich ihre Darbietungen vollständig zu-nutze machen. Aber keiner wird sie vergessen, der auch nur eine Spur von Empfindung für die Schönheiten derNatur sich bewahrt hat, dessen Auge offen ist für die unerschöpfliche Fülle ihrer Erscheinungsformen, amwenigsten der Künstler, den die überraschende Mannigfaltigkeit und Neuheit der Farbenverbindungen in den ein-zelnen Blüten und den prächtigen tropischen Blattpflanzen zu eigenem Schaffen anregen und begeistern musste.Die Vorgängerin unserer Gartenbau-Ausstellung, das grosse Unternehmen Hamburgs, beschränkte sich nur aufden Gartenbau, in Düsseldorf trat noch Kunst und Kunstwissenschaft dazu. Für die kunsthistorische Abteilungvertrauten uns Kirchen und Privatbesitzer ihre bisher sorgsam gehüteten Schätze an, Werke von so hohemwissenschaftlichen und Kunstwerte, dass Gelehrte und Kenner aus aller Welt kamen, um die hier nur einmalgebotene Gelegenheit zu vergleichenden Studien zu benutzen und Stoff zu sammeln, der auf viele bisher dunkleGebiete der Kunstgeschichte helles Licht werfen wird. Die Internationale Kunstausstellung gab dem WestenDeutschlands zum ersten Male eine volle Übersicht über das Kunstschaffen anderer Länder. Die Freudigkeit, mitder das In- und Ausland dem von der alten Kunststadt am Rhein ergangenen Rufe entsprach, ist ein Beweis, dassdie Opfer, die für den Bau des Kunstpalastes gebracht wurden, keine vergeblichen waren, dass die hiesige Künstler-schaft, in die Reihe der führen-den Künstlerschaften wieder ein-tretend, die ihr so lange hart-näckigbestrittene Stellung zurück-eroberte. Gegenüber den grossenKünstlern des Auslandes schartensich die deutschen Maler um einenMeister, der, ehrwürdig an Alter,sich die volle Jugendfrische unddas reifste Können bewahrt hat,um Adolf von Menzel. Der Gnadeunseres allergnädigsten Herrn,des Kaisers und Königs, dankenwir es, wenn eine Sonderausstel-lung von seinen Werken auchden Glanzpunkt der Gesamtaus-stellung bildet. Das Wort unseresHerrschers erschloss die Staats-galerien, seinem Beispiele folgtenSeine Kaiserliche Hoheit der Kron-prinz, die fürstlichen Familien undviele Sammler. Sie liehen dieunschätzbaren Meisterwerke, indenen der Geist der Zeiten sichspiegelt und die Erinnerung andie grössten Perioden der deut-schen Geschichte wachgerufenwird. Aus dieser Fürsorge desKaisets, der auch den höchstenEhrenpreis für den Gartenbau

Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg bei dem Schlangenbändiger