VORBEREITUNG DER AUSSTELLUNG
Stadtrentmeister Lücker übernahm den Vorsitz der Wirtschaftskommission, KommerzienratLeiffmann die Leitung des Finanzausschusses, Albert Aders den Vorsitz der Lotteriekommission.
Schon am 25. Juni wurden Verträge mit der Firma August Scherl, G. m. b. H., über die Heraus-gabe des Katalogs, des Führers und der Ausstellungszeitung, mit der Firma Schmitz & Olbertz überden Vertrieb der Drucksachen, des Kunstausstellungs- und Kunsthistorischen Ausstellungs-Katalogs,der Postkarten, mit den Wirten über die Verpachtung der Restaurants abgeschlossen.
Einige Gebäude der Ausstellung von igo2, die für die neue Ausstellung geeignet schienen, wurdengemietet, so der Pavillon Horde für Sonderausstellungen des Gartenbaues, der Pavillon der Rheini-schen Metallwarenfabrik und der Pavillon Humboldt für Wirtschaftsbetriebe. Ein Teil der Hallenin den früheren Betonwerken wurde zu Wirtschaftszwecken, der Rest zur Aufnahme von Aus-stellungsgegenständen bestimmt, das Gebäude des Bergbaulichen Vereins wurde in der Eisen-konstruktion erhalten und zur großen Blumenhalle umgebaut, der südliche Rest des Hauptindustrie-gebäudes für die industrielle Ausstellung gemietet und der Pavillon einer Asbestfirma für einenMilchausschank in Aussicht genommen.
Auf der Stelle der Hauptfesthalle von 1902 wurde das Diorama errichtet und ihm das Haupt-Cafe an der Ostseite und eine Bierwirtschaft an der Westseite angegliedert.
Die meisten Unternehmer, welche 1902 mit der Ausstellungsleitung Pachtverträge abgeschlossenhatten, kamen wieder, ein Zeichen, daß sie höchst befriedigende Abschlüsse erzielt hatten.
Der Vergnügungspark wurde in eine Hand gelegt; Direktor Engel erhielt die Leitung. EineGesellschaft m. b. H. bildete sich mit einem so großen Kapital, daß der Gedanke der Ausstellung,in dem Vergnügungspark ein ethnographisches Kulturbild zu schaffen, verwirklicht werden konnte.
Der um das Ausstellungswesen in Düsseldorf so hoch verdiente Ehrenbürger der Stadt, der ersteVorsitzende der großen industriellen Ausstellungen von 1880 und 1902, Geheimer KommerzienratHeinrich Lueg, erklärte, das Unternehmen nach allen Richtungen hin fördern zu wollen, und tratdem Vorstande als Ehrenmitglied bei.
Die beiden Oberpräsidenten, die beiden Landeshauptleute, die Vorsitzenden der Provinzial-Ausschüsse von Rheinland und Westfalen, der Regierungspräsident und der Oberbürgermeistervon Düsseldorf, die beiden Vorsitzenden der Landwirtschaftskammer von Rheinland und Westfalensowie der Direktor der Königlichen Kunstakademie entsprachen ebenfalls der Bitte, als Ehren-mitglieder des Vorstandes das Unternehmen zu fördern.
Die Herren Minister für Landwirtschaft, Kultus, Handel und Gewerbe und Finanzen erklärtensich bereit, das Ehrenpräsidium der Ausstellung zu übernehmen.
Die meisten deutschen Bundesstaaten ernannten eigene Kommissare, eine große Zahl hervor-ragender Persönlichkeiten auf allen Gebieten des Gartenbaues trat in ein großes Komitee ein.
Eine Gartenbau-Ausstellung ist aber nur durchzuführen, wenn die tüchtigsten Fachleute dafürgewonnen und ihre Kenntnisse und Erfahrungen für das Unternehmen nutzbar gemacht werden.Wenn dies gelang, eröffneten sich aber auch dem Gartenbau in den reichen Provinzen Rheinlandund Westfalen glänzende Aussichten.
Direktor Fraub erger, der die Ausstellungen in Gent, Paris, London, München und Wienbesuchte, fand bei den leitenden Persönlichkeiten der Gärtnerschaft des Auslandes das größteEntgegenkommen.
Inzwischen hatte auf die Bitte des Herrn Vorsitzenden einer der hervorragendsten Garten-architekten, Rudolf Jürgens in Hamburg, der es meisterhaft verstanden hatte, das Gelände dergroßen Hamburger Gartenbau-Ausstellung 1897 in vornehmer und künstlerisch wirkungsvoller Weiseauszugestalten, die Durchführung der gleichen Arbeit in Düsseldorf ehrenamtlich übernommen. Diebedeutendsten Fachleute übernahmen weiter die Leitung der einzelnen Abteilungen, alle traten mitfreudiger Hingabe in das immer weiter sich ausdehnende Unternehmen. Professor Zacharias inHamburg organisierte die Abteilung der Wasserpflanzen-Ausstellung. Der deutsche Orchideenzüchter,Otto Beyrodt in Marienfelde bei Berlin, erklärte sich bereit, verschiedene Orchideen-Ausstellungenzu veranstalten. Rittergutsbesitzer Rudolf Seidel in Grüngräbchen übernahm die Leitung derAusstellungen in den geschlossenen Hallen. Der Verleger und Redakteur der Zeitschrift „Bindekunst",Olbertz in Erfurt, stellte die Programme für eine ganze Reihe von Bindekunst-Ausstellungen zu-sammen und führte sie auch durch. Professor Noll aus Bonn erklärte sich bereit, eine wissen-schaftliche Abteilung einzurichten, Professor Wortmann aus Geisenheim übernahm die Veranstal-tung einer Schulausstellung für den Gartenbau, Professor Dr. Schumann in Berlin die Kakteen-ausstellung. Der Letztgenannte erlag zu unserm größten Bedauern einem schweren Leiden. An seineStelle trat Hofgartendirektor Graebener in Karlsruhe i. B. Freiherr Arnold von Solemacher,Namedy, der Vorsitzende der Sektion der Rheinischen Landwirtschaftskammer für Gartenbau, Ge-müse und Obst, erklärte sich bereit, alle betreffenden Sonderausstellungen vorzubereiten und zu leiten.