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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
Entstehung
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VORBEREITUNG DER AUSSTELLUNG

gegeben würde, nicht reichen konnte. Es wurden darum schon in der Sitzung vom 6. März Anbautenzum Kunstpalast beschlossen, denen später mehrere folgen mußten.

In der Sitzung vom 17. März schlug Professor Roeber vor, ein besonderes Gebäude zuerrichten, in dem von ausgezeichneten Düsseldorfer Künstlern in Dioramen die geschichtliche Ent-wicklung der Gärten, vom Garten Eden bis zum englischen Garten, vorgeführt werden sollte.

Für sämtliche Gärten wurden die geeigneten Künstler bald gewonnen, und kurz darauflegte schonProfessor Kleesattel den Plan für das Gebäude mit Kostenvoranschlagung zur Ausführung vor.

Am 17. März fand die entscheidende Hauptversammlung des Vereins zur Veranstaltung vonKunstausstellungen statt, an der Beigeordneter Dr. Thelemann als Vertreter des Herrn Oberbürger-meisters teilnahm. Es wurde endgültig beschlossen:

1. mit der Internationalen Kunstausstellung 1904 eine große Gartenbau-Ausstellung zu verbindenund den gesamten Betriebsfonds zur Durchführung beider Ausstellungen zu verwenden, und

2. das Restaurant der Kunstausstellung bis zum 31. März 1905 von der Stadt Düsseldorf zu pachten.Das Preisgericht hatte bei dem Wettbewerb um ein wirkungsvolles Plakat für die Internationale

Kunstausstellung und Große Gartenbau-Ausstellung dem Maler Josef Lang den I. Preis erteilt, ihmwurde auch die Ausführung übertragen.

Am 20. April 1903 tagte wieder eine Hauptversammlung des Vereins zur Veranstaltung vonKunstausstellungen, in der der TitelInternationale Kunstausstellung und Große Gartenbau-AusstellungDüsseldorf 1904" festgelegt und die folgenden Herren mit der Durchführung betraut wurden:

Professor Fritz Roeber mit dem Vorsitze der Gesamtausstellung,

Beigeordneter Dr. Thelemann mit der Stellvertretung des Vorsitzenden der Gesamtausstellung,

Direktor Frauberger mit der Geschäftsführung der Gesamtausstellung,

Maler Max Volkhart mit dem Vorsitze des Kunstausschusses,

Ingenieur E. Duck er mit dem Vorsitze des technischen Ausschusses,

Professor Kleesattel mit dem Vorsitze des Bauausschusses,

Amtsgerichtsrat a. D. Dr. Marcus mit dem Vorsitze des Gartenbau-Ausschusses,

Regierungsrat a. D. von Wätjen für die Platzausgestaltung,

Oberbürgermeister a. D. Haumann mit dem Vorsitze im Verwaltungsausschuß.

Professor Dr. Clemen übernahm den Vorsitz der Kunsthistorischen Ausstellung.

Die meisten dieser Herren wirkten bereits bei der Leitung der so glanzvoll verlaufenen Industrie-,Gewerbe- und Kunstausstellung Düsseldorf 1902 mit; daß sie sich wieder ehrenamtlich in den Diensteiner so großen Sache stellten und dafür eintraten, gab dem Unternehmen bei der Bürgerschaftsofort das Vertrauen, daß wieder ein der Stadt würdiges Unternehmen entstehen werde.

Der erste vorsichtig aufgestellte Voranschlag zeigte nur 550 000 M. in Einnahmen und Aus-gaben. Es ließen aber die Bedürfnisse die Zahlen sehr bald in die Höhe schnellen; namentlich dieVorarbeiten für die Gartenbau-Ausstellung erforderten gewaltige Summen.

Inzwischen wurde für Italien als Vertrauensmann am 8. Oktober der Privatdozent Dr. Caro ausBonn, für Spanien der Direktor der Kunstakademie in Madrid Villegas, für Frankreich BildhauerKautsch in Paris gewonnen. Dann machte der Inhaber der Kunsthandlung, Hermann Schulte,den Vorschlag, zu versuchen, eine größere Auswahl von Kunstwerken des Nestors der deutschenMalerei, Adolf Menzel, zur Ausstellung zu bringen.

Um für eine solche Ausstellung einen würdigen Raum zu schaffen, erklärte sich BankierWilhelm Pfeiffer bereit, 15000 M. zu einer künstlerischen Ausstattung eines Saales zu stiften.

Am 27. November wurde eine Immediateingabe an Seine Majestät den deutschen Kaiser vomKunstausschuß unterzeichnet mit der Bitte, aus Allerhöchstem Besitze und aus den staatlichenSammlungen Kunstwerke Menzels herzuleihen. Unter dem Vorsitze des Kultusministers Dr. Studtbildete sich ein Sonderkomitee und hielt in Berlin im Kultusministerium eine Sitzung ab, ander Adolf Menzel selbst teilnahm und in der schon hervorragende Sammler, u. a. GeneralkonsulBehrens aus Hamburg, ihren ganzen Bestand an Kunstwerken dieses Meisters für die Ausstellungzur Verfügung stellten.

In der Sitzung des Kunstausschusses vom 4. Dezember konnte der Vorsitzende, Professor FritzRoeber, mitteilen, daß sowohl eine umfangreiche Zusammenstellung von Arbeiten des BildhauersRodin als auch von dem durch sein großes Grabdenkmal auf dem Pere Lachaise in Paris weitüber Frankreichs Grenzen hinaus berühmt gewordenen Bildhauers Bartholome gesichert sei.

Am 29. April 1903 wurden die Verhandlungen mit der Stadt zum Abschluß gebracht, wonachzunächst ungefähr die Hälfte des Geländes der Gewerbe- und Industrie-Ausstellung Düsseldorf 1902in Kultur genommen wurde.

Immer weitere Kräfte, die 1902 an der Ausstellung gewirkt hatten, wurden herangezogen.