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Sanct Servatius oder wie das erste Reis in deutscher Zunge geimpft wurde : ein Beitrag zur Kenntnis des religiösen und literarischen Lebens in Deutschland im elften und zwölften Jahrhundert
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258
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258 Sante Servatien Leben.

zuo im, der hiez Albert.

guoter handelunge warter da gewert.

fo in daz gefinde verwazte,

der wirt in felbe tranchte unt azte 3190

5 mit willigen handen.

ez wafim niht enblanden

für des tiveles neit.G. 123,2f. do chom fante Seruatien hochceit,

do fchieder von dirre chole 3195

io unt die untötliche Hole

enphieer von der magede chinde.

der chrumbe bat daz gefinde,

daz man in ze dem münfter brahte.G. 123,4f. doch er unfuoze fmachte, 3200

15 man fatztin in dem münfter nider.

do geruoweten diu dürren lider,

diu blanche hout begunde roten,

die der alte fiechtuom hete verfoten.

die ader begunden fich laeichen. 3205

20 daz was ein lobelich zaeichen.

WOSp.b ouz feinem bette er do fpranch.

3187 albrecht 3193\ive\ 3194 Du; feruatin 3195 chol 3196 vntotlich ttol3197 magde 3202 geraten 3203 het 3206 loblich 3207 bete

Stelle. Sich brauchen (mhd. brachen) ist eine gut belegte Wendung, vgl. DWB 2,319f.,

25 Sdtmeller 1* 337. Lexers offenbar auf O. Schade, AdWb. 1 a , 86, beruhender Hinweisauf ahd. preohan - keprogan kann mhd. *brouchen nicht retten, denn das Kausativumzu preohan müßte *braugen lauten. Für ein urdeutsches *braukojan, *braukcn(braukjan würde unmöglich brauchen ergeben haben) fehlt jeder Anhalt. Das Mnd.kennt nur bruken, siehe Schiller-Lübben 1,436f.; 2,24 f. Als Rest bleiben lediglidi

30 die zweimal belegten gebröihta bei Williram (hg. Jos. Seemüller) 18,3 und 19,3,aber kaum wird man den Ebersberger Abt als Kronzeugen für brouchen anrufen.Die Formen Willirams lassen eine lautgesetzlidie Erklärung von *braukjan ausnicht zu, denn angenommen, das Perfektum und dessen Partizipium wären ohneZwischenvokal gebildet worden, so müßte ahd. mhd. bröhta, brüht belegt sein, und

35 Williram würde dann wahrsdieinlidi 6, nicht öi, gesdirieben haben. An eine Fort-setzung von ahd. *brauhhön, *brauhhen kann bei Williram ebensowenig gedaditwerden. Will man die Formen Willirams verstehen, so wird kaum etwas anderesübrig bleiben, als darin frühe Anzeichen der bayerischen Diphthongisierung zusehen, die sich bei dem seltenen, vor allem auf bayerisdi-österreidiisdiem Spradi-

40 gebiet belegten Wort in die Sprache des in Bayern schreibenden Ostfranken ein-geschlichen haben.