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Sanct Servatius oder wie das erste Reis in deutscher Zunge geimpft wurde : ein Beitrag zur Kenntnis des religiösen und literarischen Lebens in Deutschland im elften und zwölften Jahrhundert
Entstehung
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289
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Anhänge. 289

F. Eichstädt (Bamberg).

1. Fehlt.

2. Am 13. Mai erwähnen alle von Schedel geschriebenen Kaiendare, CClm. 83,275, 533, 624, 958, den heiligen Servatius.

3. Fehlt. 5Die Ergebnisse dieser Statistik sind von seltener Klarheit:

1. Auch im Mittelalter wurde in der Freisinger Diözese bereits die TranslatioServatü gefeiert und zwar am 7. Juni, wie die Qesta angeben. Erst im XV. s. er-scheint daneben der 8. Juni. Wann der Gebrauch allgemein eingeführt wurde, istnicht recht feststellbar. Das älteste Zeugnis dafür ist das Indersdorfer Necrologium 10antiquissimum aus dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts. Möglicherweise liegthier aber zunächst nur ein Klosterbrauch, der sich erst später zu einem Diözesan-gebrauch auswuchs, vor.

2. Bemerkenswert ist, daß die Augustiner Chorherren von Indersdorf, St. Andreasund München der Translatio gedenken; von hieraus dürfte sicli der Gebrauch nach 15Dießcn verpflanzt haben. Dießen stand ja überhaupt stark unter dem politischenEinfluß Bayerns und der Witteisbacher und somit auch der Diözese Freising.

3. Von den Augsburger Kaiendaren bleibt lediglich das von St. Ulrich im Clm.4382* übrig. Aber auch hier dürfte man nicht fehl gehen, wenn man darin einenEinfluß des Kaiendars der Nachbardiözese sieht. Dieses eine Augsburger Exemplar 20steht 18 bezw. 20 Exemplaren der Freisinger Diözese gegenüber.

4. Der heilige Servatius ist vor dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts in denDiözesen Augsburg, Freising, Salzburg (Chiemsee), Passau und Regensburg alsKalender-Heiliger überhaupt nicht nachweisbar.

n

V.Epitome aus St. Mang in Füssen.**

De sancto Seruacio (rot).SEruacius vir beatus fuit ex Armenia oriundus de consangwinitate Jehsu Christiet beate eius genitricis. Hie cum in eunabvlis positus esset, cepit habere abstinenciamita, ut in nulla die matris sue mamillas nisi semel sugeret. ffactus igitur adolescens socepit diligere peregrinationem in ciuitatem Jerusalem et mira deuocione cepit excolereet adorare cottidic loca saneta, vbi captus fuit Christus et passus, tibi eius pedes steterunt.Videntes ergo probitatem eius sacerdotes ecclesie Jerosolomitane presbiterum eumconsecrari pecierunt. Cum autem perfectioris etatis fuisset sanetus Scruacius, angelus

* Die Handschrift enthält ein zweites Kalendar, das nur am 13. Mai des Heiligen 35gedenkt!

** Cod. III 1 fol. 29 der Fürstl. Öttingen-Wallersteinischen Bibliothek in Maihingen(vgl. G. Grupp, Handschriftenverzeichnis I S. 10), Papier, XV. s., Bl. 2I3b Sp. a bis214 a Sp. o. Über die Herkunft der Handschrift gibt Bl. 2>> Auskunft: Iste über per-tinet ad fauces; Bl. 217 b : Ad fauces. In unserer Epitome sind die Nachträge alle 40von einer späteren Hand. Dem Text liegt die Bearbeitung T zugrunde.

Wilhelm, S. Servatius 19