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Sanct Servatius oder wie das erste Reis in deutscher Zunge geimpft wurde : ein Beitrag zur Kenntnis des religiösen und literarischen Lebens in Deutschland im elften und zwölften Jahrhundert
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284
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284 Anhänge.

III.

Der Hymnus auf den heiligen Servatius aus dem Officium des Heiligenin den Diözesen Lüttich, Freising, Regensburg und Passau.*

1. Lux preclara, lux solennis,5 in qua vite lux perhennis

illuxit Seruatio.Felix vita confessoris,cuius merces est laboris 5

vite retributio.

10 2. Seruus prudens et fidelis

hlc promissum sed in celis

recipit denarium.

Hanc adeptus est mercedem:

heres regni coheredem 5

15 fecit mercenarium.

3. Christi miles et cognatusstola fulget candidatus,quam figurat lilium.Miles regnat iam cum rege,20 quem cognatum carnis lege 5

adoptat in filium.

2,5 coheredem] te heredem A

* Benutzt wurden für diesen Hymnus folgende Handschriften und Drucke:1. A Clin. 2873 XV. s. (Alderspach) Bl.63b; 2. F 1 Missale Frisingense (Hain

25 11303) Bl. 193a f.; 3. F Missale Frisingense vom Jahre 1501 (Liturg. Fol. 77 derMünchener Universitätsbibliothek) Fol. 183; 4. P Missale Patavense vom Jahre1505 (Liturg. Fol. 115 der Münchener Universitätsbibliothek) Fol. 180; 5. R MissaleRatisbonense Incunabel von 1497 (Liturg. Fol. 80 der Münchener Universitäts-bibliothek) Fol. 227.

so Der Hymnus steht ferner im Missale von St. Servals in Maastriecht, dem

jetzigen Cod. Bruxellensis Nr. 18125. Er konnte leider wegen seiner kostbarenMiniaturen mir nicht nach München gesandt werden. Freundliche Auskunft hatmir J. van der Gheyn gegeben. Nach einer sehr schlechten Darmstädter Hand-schrift ist der Hymnus bei F. W. E. Roth, Lat. Hymnen des Mittelalters (Augsburg

35 1887) S. 143 als Nr. 411 gedruckt. Ich habe von einer Wiedergabe der Varianten

dieses wertlosen Darmstädter Textes Abstand genommen. Im übrigen verweise ich

auf Ul. Chevallier, Repertitorium hymnologicum (Bruxelles 18921904) Nr. 10865.

Die Texte ARP gehen, wie die Lesart 12,5 homo zeigt, auf eine gemeinsame

Quelle gegenüber F 1 F zurück.

40 Der Hymnus ist in der Diözese Lüttich entstanden. Dafür spricht das alter-

nierende Metrum und die Ähnlichkeit des Anfangs mit einigen anderen Anfängenbelgischer Hymnen. Vgl. Analecta Hymnica 8,184 Nr. 240; De sancto Martiali: Luxpreclara Lemovis (XILjXlIL s.) 9,207 Nr. 276: De sancto Laudo: Lux preclara, luxsolennis, quam electus duodennis Illustravit obitu (Hs. XIV. s.) 10, 218 Nr. 292; De

45 sancta Katharina: Lux preclara Katharine Castitatis et doctrine Nobis facit speculum(Missale Cameracense XIV. s.).