30 360 ÜB Düsseldorf +5407 922 01 SANCT SERVATIUS ODER WIE DAS ERSTE REIS IN DEUTSCHER ZUNGE GEIMPFT WURDE EIN BEITRAG ZUR' KENNTNIS DES RELIGIÖSEN UND LITERARISCHEN LEBENS IN DEUTSCHLAND IM ELFTEN UND ZWÖLFTEN JAHRHUNDERT VON FRIEDRICH WILHELM MÜNCHEN 1910 C. H. BECK'SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG OSKAR BECK 30 ^CC UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK. DÜSSELDORF GERMANISTISCHES SEMINAR INV . m .JJL^H^Z Uhrstuhl für Ältere Germanistik C. H. Beck'schc Buchdruckerei in Nördliiigen Verstand'ger Mann, umsonst sei's nicht gesagt, Der Mann von Geist macht nicht auf Fehler Jagd. Ist das Gewand von bunt gestickter Seide, Doch ist gewiß auch Futter in dem Kleide. Drum stille! stößt nicht Seide bloß dir auf. Nimm gütig auch das Futter in den Kauf.... Man sagt, daß an dem Tag, der alles lohnt. Die Bösen um der Guten Gott verschont; Wirst Böses du in diesem Buch gewahren, So magst du nach des Schöpfers Art verfahren: Wenn dir von Tausenden Ein Vers gefiel, Dem Tadel setze freundlich dann ein Ziel. Für Persien können meiner Dichtung Gaben Nicht mehr Wert, als in Chotan Moschus haben! Moslicheddin Saadi, Bostan VORWORT An diesem Buch wird jeder etwas auszusetzen haben: der Germanist, der klassische Philologe, der Theologe, der Historiker, der Jurist, kurz alle Fachleute, deren Arbeitsfeld darin gestreift worden ist. Trotzdem hofft der Verfasser, die Kenntnis der Literatur des zwölften Jahrhunderts wesentlich vertieft zu haben, und solchen besser wissenden Fachleuten ruhig mit der Frage entgegentreten zu können: hättet Ihr den Mut und den allgemeinen Blick gehabt, um nach möglichst vielen Richtungen hin die großen Linien herauszuarbeiten, die dieser Stoff in jeder Weise enthält? Hättet Ihr den Mut gehabt, Euch in kleinen Dingen den verschiedenen Seiten fachgenössischer Kritik auszusetzen, ihren Tadel hinzunehmen, damit die Gesamtheit der historischen Disziplinen Nutzen und Anregung daraus ziehen kann? Ja? Dann habt Ihr das Recht zu verurteilen, aber nicht eher! Es ist ein leichtes Ding nach vollbrachter Schlacht, die darin begangenen Fehler dem Führer vorzurechnen, ihm nachzuweisen, daß er diesen Hügel besser von einer anderen Seite, diese Truppe wuchtiger von einer anderen Höhe, jenes Dorf besser zu einer anderen Stunde angegriffen, daß er dort dem Feinde zu lässig nachgesetzt und hier seine Leute zu wenig geschont hätte. Diese Tadler ahnen nicht, was es heißt, ein großes Terrain so zu überblicken, daß wenigstens die Hauptmassen richtig agieren und die unausbleiblichen Verstöße in den kleineren Teilbewegungen nicht das Ganze schädigende Wirkungen annehmen. Ganz werden sie nie ausbleiben. Auch bei dieser Arbeit galt es, das Terrain möglichst zu übersehen trachten, an den Punkten einzusetzen, wo man wirksam zu seinem Ziele vordringen konnte, und solcher Punkte recht viele auszukundschaften. Möglichst alle Mittel mußten angewandt werden, um dem VI Vorwort Stoff von allen Seiten beikommen zu können. Da zeigte sich aber, daß die rein germanistische Aufgabe auf rein germanistischem Wege nicht gelöst werden konnte, daß die Waffen, deren sich die deutsche Philologie für gewöhnlich bedient, nicht fähig waren, mit Erfolg einzugreifen. Das hätte eine schwere Niederlage werden können, bedeutete aber keineswegs das Signal, daß die Germanisten anderen Fachleuten das Feld zu räumen haben. Im Gegenteil, sie haben die Pflicht und Schuldigkeit, sich eben andere, brauchbarere Waffen zu schmieden! So sucht das Buch durch die Tat sich gegen eine sich seit etwa zehn Jahren ausbreitende Einseitigkeit im Betrieb unserer deutschen mittelalterlichen Philologie zu wenden. Man scheint nämlich allmählich ganz zu vergessen, daß die Philologie zu den Geschichtswissenschaften gehört, man meint vielmehr, ihr Wesen bestehe im Anfertigen von Statistiken und Experimentieren nach Art der Medizin und Naturwissenschaften. Alle möglichen Dinge werden mit einer Breite und einer Wichtigkeit behandelt, die ihnen in keiner Weise zukommt. Man hat heute häufig das Gefühl, daß hier nicht um des Stoffes willen wissenschaftlich gearbeitet wird, sondern daß man der Ansicht ist, der Stoff sei dazu da, damit gearbeitet werden kann. Der Wissenschaftler erniedrigt sich so selbst zum Arbeiter, während er doch gleich dem Künstler formen und schöpfen soll! Reimuntersuchungen, nach Hunderten von Seiten zählende metrische Abhandlungen und allerhand grammatischer Kleinkram von möglichst engem Gesichtswinkel aus betrachtet, bilden gegenwärtig den Angelpunkt germanistischer Diskussion, aber nur selten finden sich Ansätze, daß man die Werke, welche man behandelt, aus der Geschichte ihrer Zeit heraus zu verstehen sucht. Gibt es ja unter den Germanisten Leute, welche in der Literaturgeschichte überhaupt etwas Minderwertiges sehen, und Vertreter der älteren Literaturgeschichte, für die Chronologie und Geschichte nicht existieren. Diese an sich schon äußerst ungesunden Zustände haben aber noch zu weiteren Unzuträglichkeiten geführt. Mit gewissen, seinerzeit ernst und ehrlich gemeinten, heute aber zu Schlagern gewordenen Vorwort VII Sätzen, wie etwa von der Gewissenhaftigkeit und der Gründlichkeit des deutschen Gelehrten, oder daß für die Wissenschaft die Behandlung der winzigsten Teilfrage ebensoviel Wert habe wie die einer großen, sucht sich ein wissenschaftliche Unfruchtbarkeit förderndes Bestreben zu decken, das schon jetzt auf dem Gebiet der germanischen Philologie beinahe zu einem Stillstand geführt hat. Vor lauter Bedenklichkeiten können schon heutzutage keine kritischen Textausgaben mehr gemacht werden, denn wenn von den einundzwanzig Handschriften, in denen ein Schriftsteller überliefert ist, eine nicht erreichbar ist, so unterläßt man lieber eine Ausgabe, und man hat vielleicht gar nicht so unrecht, wenn man Dinge in Rechnung zieht, die auf einem anderen Gebiet als dem der Wissenschaft zu suchen sind. Die Reimuntersuchungen nehmen überhand und verdunkeln jeden gesunden historischen Sinn. Die Frage, ob ein Schriftsteller die Silbe -lieh mit kurzem oder langem i braucht, ist wichtiger geworden alß die Frage, ob dieser in Augsburg oder in Regensburg schrieb, ob er ein Bayer oder ein Schwabe war, sie interessiert mehr als die Angaben, die er über sein Leben und seinen Aufenthalt macht. Über sie geht man mit einem eleganten Satz hinweg oder stellt gar, sie nicht beachtend, etwas ihnen Zuwiderlaufendes als wissenschaftliches Ergebnis hin. Einem jungen Germanisten kann heutzutage die Nichtbehandlung der Formen von gän in der Einleitung zur Ausgabe eines mittelhochdeutschen Schriftstellers den Vorwurf der Rückständigkeit, der Un- genauigkeit und der Oberflächlichkeit eintragen, aber man fragt nicht danach, ob denn Männer wie Kraus und Zwierzina die Werke, deren Reime sie untersuchen, eigens für ihre Untersuchung durchgelesen haben. Für den oberdeutschen Servatius läßt sich zum Beispiel mit aller Bestimmtheit nachweisen, daß dies von Kraus nicht geschehen ist. Und was haben denn diese Untersuchungen Dauerndes geleistet? Ein paar Anmerkungen in den mittelhochdeutschen Grammatiken haben sie gezeitigt und eine Reihe blindlings nachtretender Doktordissertationen, die nicht etwa zeigen, daß ihre Verfasser wissenschaftliche Reife erworben, sondern daß sie sich jene Technik und jenen Jargon, der zurzeit in Mode war, stilgerecht angeeignet haben. Denn es handelt sich VIII Vorwort bei diesen Reimuntersuchungen um weiter nichts als um eine Mode, die ebenso vergänglich ist wie der Kleiderschnitt, aber wie dieser gesellschaftsfähig macht, so gibt jene den scheinbaren Charakter des Wissenschaftlichen. Ich stehe nicht an, die Reimuntersuchungen von Kraus und Zwierzina als einen der schlimmsten Hemmschuhe zu bezeichnen, dessen Wirkungen wir bis jetzt in der Germanistik zu spüren bekommen haben; schlimm besonders deshalb, weil sie eine Verengung des geistigen Horizonts bedeuten. Diese Untersuchungen lasten noch schwer auf den Gemütern. Sie wirken durch die scheinbare Fülle des Materials. Aber sie sind ein schwer beweglicher Truppenkörper, der in entscheidenden Fällen häufig versagt. Ihm werden aber auch Aufgaben zugemutet, die er zu leisten nicht imstande ist. Ich muß bestreiten, daß man auf Grund einer Reimuntersuchung die chronologische Reihenfolge der Werke eines Dichters bestimmen kann. Denn es gehört zu den schlimmsten Arten von wissenschaftlichem Dogmatismus, anzunehmen, daß die künstlerische Entwickelung eines Menschen sich immer in aufsteigender oder überhaupt in gerader Linie bewege. Daß die Reimuntersuchung nicht imstande ist, einen deutschen Text genau zu lokalisieren, hat meine Abhandlung über Reinbot von Dürne bewiesen und dieses Buch beweist es wieder. Es braucht daher hierauf nicht nochmals näher eingegangen zu werden. Aber auf eins ist noch nötig hinzuweisen: die Reimuntersuchungen haben auch physiologische Wirkungen. Sie stumpfen die Denktätigkeit äußerst stark ab. Es tritt eine schwere Ermüdung ein, die den Blick und die Aufmerksamkeit für andere Dinge erheblich vermindert, wenn nicht ganz benimmt. Sie raubt vollständig die Fähigkeiten, große Linien zu zeigen und zu zeichnen. Es unterliegt gewiß keinem Zweifel, daß die Untersuchungen von Kraus und Zwierzina einen riesigen Aufwand an physischer Kraft erfordert haben, aber dieser Aufwand steht in keinem Verhältnis zu dem wissenschaftlichen Ertrag, und gerade heute bei der immer mehr sich ausbreitenden Stoffmasse der Einzeldisziplinen muß mit diesen Kräften haushälterisch umgegangen werden, damit sie nicht unnütz vergeudet werden. Wenn man einen Berg ersteigen will, so wird Vorwort IX man nicht vorher allerhand Akrobatenkunststücke üben, die, statt frisch zu machen, ermüden, sondern man wird sich zweckentsprechend trainieren. Ich habe diese Worte nicht aus Hochmut oder aus Freude am Tadel geschrieben, sondern nach reiflicher, mehrjähriger Überlegung und aus eigenen Erfahrungen heraus. Als zwölfjähriger Knabe habe ich angefangen, mich mit Germanistik zu beschäftigen. An Braunes althochdeutschem Lesebuch, das ich in der Bibliothek meines Vaters fand, stellte ich damals meine ersten Versuche an. Die kleine Ausgabe von Bartschs Nibelungenlied in der Bibliothek der Klassiker des Mittelalters vermittelte mir die ersten Kenntnisse des Mittelhochdeutschen. Niemand half mir. Ich mußte selbst meinen Weg gehen. Als Obersekundaner studierte ich die große mittelhochdeutsche Grammatik von K. Weinhold durch, nicht ahnend, daß vieles darin veraltet sei. An Pauls Grammatik und an Behaghels Einleitung zur Eneide lernte ich dann um. So stieß ich schon sehr früh auf die die Germanisten beherrschenden Gegensätze und Moden. Mein sehnlichster Wunsch war, einen mittelhochdeutschen Schriftsteller herausgeben zu können. Als ich die Straßburg-Molsheimer Handschrift in Massmanns Abdruck gelesen hatte, machte ich mich an eine Ausgabe des Pilatus, unwissend, daß schon Weinhold eine solche veröffentlicht hatte. In freien Stunden schrieb ich eine Lautlehre von der Sprache des Dichters und lokalisierte ihn richtig und unabhängig von Weinhold in Hessen. Das Muster war Behaghels Darstellung der Sprache Veldeckes oder vielmehr die dabei angewandte Schreibart. So hatte ich mir schon einige Jahre, bevor ich die Universität bezog, diejenige Technik, die man bei Textausgaben anwendet, und jenen Jargon, mit dem man in der Germanistik wissenschaftlich zu verkehren pflegt, angeeignet. Wer zum Beispiel die germanistische grammatische Literatur der achtziger und neunziger Jahre durchgeht, wird finden, daß man die Perfekta larte und karte bald für lautgesetzliche, bald für analogische Bildungen erklärte. Ich buchte in meiner Untersuchung beide Ansichten. Ich tat es nicht aus Gerechtigkeitsgefühl, sondern weil es die damals erschienenen Untersuchungen über mittelhochdeutsche Sprache samt und sonders so X Vorwort machten. Auch sie taten es nicht aus Gerechtigkeitsgefühl, sondern aus Nachahmungstrieb, aus Mode. Dieses innerhalb jener Jahrzehnte regelmäßig wiederkehrende Requisit ist ein typisches Beispiel für gewisse, gerade bei uns Germanisten übliche Modemätzchen, mit denen uns die Reimstudien von Kraus und Zwierzina von neuem dutzendweise überhäuft haben. Diese Moderichtungen haben alle jene Engherzigkeit und jenes geringe Wohlwollen gegenüber Versuchen, einmal weiter zu blicken, aufkommen lassen, das man jetzt auf Schritt und Tritt beobachten kann. Ohne gegenseitiges Interesse gehen der Germanist, der klassische Philologe und der Historiker aneinander vorüber, jeder wähnend, daß er doch das bessere Teil vertrete. Wie viel könnten sie bei einigem Entgegenkommen voneinander lernen! Wir Germanisten sind ein gut Teil selbst an all dem schuld, und wir könnten bei unseren nächsten Fachkollegen, den neueren Literarhistorikern, in die Schule gehen. Lessing ohne Rücksicht auf die Antike und die damalige klassische Philologie, ohne Rücksicht auf die in sein Leben fallenden Zeitereignisse zu behandeln, ist ein Unding. Keinem unserer Literarhistoriker würde es einfallen, irgendeinen dieser Punkte unbeachtet zu lassen. Aber was diese nächsten Fachkollegen als richtig erkannt haben, das gilt in gleichem Maße auch für die älteren Perioden unserer Literatur. Daß da der ältere Literarhistoriker der eigentlichen Geschichte näher rückt als der neuere, ist durch die Lage der Dinge gegeben. Die jahrzehntelangen sprachwissenschaftlichen Kämpfe und Fehden haben uns von der Geschichte getrennt, zu unserem eigenen Schaden, aber auch zum Schaden der Historiker. Daß Geschichte und germanische Philologie sich enger aneinander schließen mögen, dafür will dieses Buch eine Lanze brechen. Bei der Arbeit habe ich von den verschiedensten Seiten Förderung erfahren und bin ihnen deshalb zu Dank verpflichtet. Das hohe Ministerium des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten vermittelte auf Befürworten des hohen akademischen Senates der Universität München die Übersendung der Gestahandschriften aus Reims und Douai an die Münchener Universitätsbibliothek. Für die Erlaubnis, Vorwort XI ihre Handschriftenschätze benutzen zu dürfen, bin ich außerdem den Bibliotheken in Brüssel, Haag, Maihingen, München, Trier und Wien verpflichtet, ebenso dem Reichsarchiv in München und dem Germanischen Museum in Nürnberg. Für briefliche Mitteilungen J. van den Gheyn in Brüssel und A. J. A. Flament in Maastriecht. Flament hatte auch die Liebenswürdigkeit, den Servatiusschlüssel für mich photographieren zu lassen. Herr Geheimer Hofrat E. von Steinmeyer war stets mit freundlichem Rat bei der Hand, wenn ich ihn darum anging. Meinen verehrten Kollegen und Freunden Dr. Th. Schermann und Dr. Emil Wolff habe ich für manche mündliche Aufklärung zu danken. Stets bereit, meine Arbeit zu fördern, waren mit alterprobter Liebenswürdigkeit der Direktor der kgl. bayer. Hof- und Staatsbibliothek Herr Dr. H. Schnorr von Carolsfeld und die Herren Oberbibliothekare Dr. G. Leidinger und Dr. G. Wolff. Herr Oberbibliothekar Wolff hat als Vorstand unserer Universitätsbibliothek, wo er konnte, dafür gesorgt, daß ich das an die Universitätsbibliothek übersandte Handschriftenmaterial bequem benutzen konnte. Herr cand. phil. M. Stefl und meine Schwester waren so freundlich, die Namenverzeichnisse für das Buch zu übernehmen. Ihnen allen herzlichen Dank! Ganz besonderer Dank gebührt aber dem Herrn Verleger, der für die schöne Ausstattung des Buches gesorgt und den größten Teil der Druckkosten auf sich genommen 'hat, und außerdem meinen beiden Hörern, Herrn Schriftsteller Leopold Weber und Herrn cand. phil. Georg Wenzel: sie beide haben vom ganzen Buch die zweite Korrektur mitgelesen und den oberdeutschen Servatius dabei noch einmal mit der Handschrift verglichen. Überhaupt ist, was die Texte anlangt, alle mögliche Sorgfalt verwandt worden, um Fehler, die bei Abschriften und Kollationen immer unterlaufen, durch nochmaliges Vergleichen mit den Handschriften während des Druckes zu vermeiden. Ich selbst habe bei der ersten Korrektur der Gesta J nochmals und bei der zweiten G ganz durchkollationiert. Die Gestaltung des Textes war bei der nur doppelarmigen Überlieferung der Gesta an manchen Stellen nicht einfach und es muß dabei überhaupt bedacht werden, daß es sich fast durchweg um eine Editio princeps handelt. XII Vorwort Viel Freude hat es mir bereitet, daß es mir als Mitglied des Lehrkörpers der Münchener Universität vergönnt war, diesen Stoff, der so eng mit dem Hause Witteisbach und der Erzdiözese München-Freising verknüpft ist, als solchen entdecken und behandeln zu können, und daß dies zu einer Zeit geschieht, da die verwandtschaftlichen Beziehungen dieses erlauchten Fürstengeschlechtes zu Belgien, wie ehemals, als der erste Witteisbacher den bayerischen Herzogsthron bestieg, so nahe und enge geworden sind. München im Januar 1910 Friedrich Wilhelm INHALTSVERZEICHNIS ----------- Seite Vorwort ....................... V Inhaltsverzeichnis.................... XIII Verzeichnis der Abkürzungen................ XIV Einleitung: Erstes Kapitel: Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts.................... III Zweites Kapitel: Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts: 1. Der Servatius Heinrichs von Veldecke......... XXXI 2. Der oberdeutsche Servatius............. LH Drittes Kapitel: Überlieferungsgeschichtliches und Technisches zu den hier veröffentlichten Texten: 1. Die Gesta................... LXXX 2. Der oberdeutsche Servatius............. LXXXVII Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris . . 1 Sante Servatien Leben................. 149 Anhänge: I. Der Anfang und die größeren Abweichungen der Handschrift T, die im Variantenapparat nicht untergebracht werden konnten .... 273 II. Unveröffentlichtes aus der Vita S. Servatii des Jocundus .... 278 III. Der Hymnus auf den heiligen Servatius aus dem Officium des Heiligen in den Diözesen Lüttich, Freising, Regensburg und Passau 284 IV. Die Verbreitung der Servatiusfeste in den Kaiendaren der bayerischen Diözesen Augsburg, Freising, Salzburg, Passau, Regensburg und Eichstädt..................... 286 V. Epitome aus St. Mang in Füssen............ 289 VI. Die Indersdorfer Epitome............... 290 Register: I. Namenverzeichnis zu den Gesta Sancti Servatii....... 292 II. Namenverzeichnis zum Oberdeutschen Servatius....... 300 III. Sachregister.................... 302 Berichtigungen und Nachträge............... 319 VERZEICHNIS DER ABKÜRZUNGEN (Dieses Verzeichnis ist kein Literaturverzeichnis!) ADB. = Allgemeine Deutsche Biographie, auf Veranlassung und mit Unterstützung seiner Majestät des Königs von Bayern Maximilian II. herausgegeben durch die historische Kommission bei der königlichen Akademie der Wissenschaften, Leipzig 1875 f. AfdA. = Anzeiger für deutsches Altertum und deutsche Literatur, unter Mitwirkung von Karl Müllenhoff und Wilhelm Scherer herausgegeben von Elias Steinmeyer, Berlin 1876. ahd. = althochdeutsch. ASS. = Acta Sanctorum quotquot orbe coluntur ... collegit... Joannes Bollandus etc. Antverpiae, Tongerloae, Bruxellis, Parisiis, vom I. Januariusbd. (Antverpiae 1643) an bis zum II. Novembriusbd. (Bruxellis 1894) in fol. (Exemplar der Münchener Universitätsbibliothek). BHL. = Bibliotheca hagiographica latina antiquae et mediae aetatis ediderunt socii Bollandiani, Bruxellis 1898—1901.* Cgm. = Codex germanicus monacensis. Clm. = Codex latinus monacensis. DQQ. = W. Wattenbach, Deutschlands Geschichtsquellen, 7. Auflage, Stuttgart und Berlin 1904. f. = fehlt in Variantenangaben. G. = Gesta. Greifeid = Servatius eine oberdeutsche Legende des XII. Jahrhunderts; Berliner Doktordissertation von Oskar Greif eld; Berlin 1887. Hundt = Die Urkunden des Klosters Indersdorf, herausgegeben von F. H. Grafen Hundt im Oberbayerischen Archiv für vaterländische Geschichte etc., Band 24. Jo. = Jocundus. Mansi = Joan. Dom. Mansi, Sacrorum Conciliorum Nova et amplissima Collectio, Florentiae MDCCLIX f. MG. es Monumenta Germaniae historica; die Bände sind nach den verschiedenen Serien zitiert, mhd. — mittelhochdeutsch. MSD. = Denkmäler deutscher Poesie und Prosa, herausgegeben von K. Müllenhoff und W. Scherer; dritte Ausgabe besorgt von E. Steinmeyer, Berlin 1892 f. MSG. = Patrologiae cursus completus . .. Series Graeca . . . aecurante J. P. Migne . . . editore 1857 f. * Diese treffliche Bibliographie verzeichnet alle bis 1901 erschienene Literatur über den Heiligen. Was nach diesem Jahr erschienen, ist in den Jahrgängen 1901 f. der Analecta Bollandiana zu finden. Verzeichnis der Abkürzungen XV MSL. = Pairologiac cursus completus . . . Series Latina . . . aecurante J. P. Migne . . . editore 1866 f. MThnL. = Angelo Maius: Thesaurus novus latinitatis sive lexicon vetus e membranis nunc primum erutum, Rom 1836 (= classicorum auetorum e Vaticanis codieibus editorum Tomus VIII). MvK. = Gerold Meyer von Knonau, Jahrbücher Heinrich IV. und Heinrich V., Leipzig 1890 f. NA. = Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde, Hannover 1876 f. nhd. = neuhochdeutsch. PBB. = Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur, herausgegeben von H. Paul und W. Braune, Halle 1874 f. PSL. = Publications de la societe historique et archöologique dans le duche de Lim- bourg, Tome XIX, 1882, Ruremonde. RA. = Reichsarchiv. St. = Ernst Steindorff, Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich III., Leipzig 1874 f. TLL. = Thesaurus linguae latinae, Leipzig 1900 f. Vd. = Veldecke; für die Eneide ist Behaghels Ausgabe (Heilbronn 1882) benutzt, für den Servatius P. Pipers Abdruck in Jos. Kürschners Deutscher National-Literatur, Band 4,1, Stuttgart o. J. ZfdA. = Zeitschrift für deutsches Altertum, herausgegeben von Moritz Haupt, Berlin 1841 f. ZfdPh. = Zeitschrift für deutsche Philologie, herausgegeben von Ernst Höpfner und Julius Zacher, Halle 1869 f. Einleitung Erstes Kapitel Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts In der Historia sacra des Sulpicius Severus 2, 44 (= MSL. 20, 154 A = CSE. I 97, 4 f.) erscheint zum erstenmal der Name des 5 hl. Servatius, des Bischofs von Tongern. Er lautet Servatio. Der Heilige hatte sich auf der Synode von Rimini vom Mai 359 als ein treuer Anhänger des orthodoxen Bekenntnisses und Feind jeglicher häretischen Bestrebung gezeigt. Um seinen Standpunkt zu vertreten, bedurfte es nicht nur festen Glaubens, sondern auch Mannesmuts und io Unerschrockenheit, denn die Synode stand unter dem Druck des Kaisers Konstantius. Nur zwanzig orthodoxe Bischöfe waren fest geblieben, die übrigen umgefallen. (Näheres bei C. J. Hefele, Concilien- geschichte I 686 f. und A. Harnack, Lb. d. Dogmengeschichte II a 249 f.) Da man den Tongerer Bischofsitz schwerlich einem allzu jungen u Mann übertragen haben wird, müssen wir annehmen, daß das Leben dieses von Sulpicius erwähnten Servatio der Hauptsache nach in das vierte Jahrhundert fällt. Die spätere Legendenschreibung setzt den Heiligen in das fünfte Jahrhundert. Er soll zur Zeit des Attila gelebt und der Stadt Tongern ihre Zerstörung durch die Hunnen voraus- 20 gesagt haben. Freilich ist es keineswegs sicher, sogar wenig wahrscheinlich, daß diese Legende von der Prophezeiung des Servatius ursprünglich von diesem erzählt wurde. Bei Gregor von Tours, der in seiner Historia Francomm II, 4—6 (= MG. scr. rer. merov. I 66,10 f.) zuerst überliefert, daß der Untergang Tongerns durch den eigenen 25 Bischof vorhergesagt worden sei, wird die Geschichte von einem Bischof berichtet, der in den besten Handschriften der Historia den Namen Aravaüus trägt, und in dem über in gloria confessorum desselben Verfassers Kap. 71 (= MG. scr. rer. merov. I 790,1 f.) wird I* IV Einleitung. Erstes Kapitel von Wundern am Grabe dieses Aravatius berichtet, die in der späteren Legendenschreibung stets vom hl. Servatius erzählt werden. Der Schluß, den Bruno Krusch (MG. scr. rer. merov. III 83,1) gezogen hat, daß der Servatio des Sulpicius und der Aravatius Gregors verschiedene 5 Personen gewesen sein müssen, ist unabweislich richtig und man wird irgend eine absichtliche oder unabsichtliche Verwirrung in der Überlieferung annehmen müssen. Die auf uns gekommenen Bischofskataloge von Tongern, Maastriecht und Lüttich setzen die Geschichtsschreibung Hergers von Lobbes voraus: sie können Gregors Zeug- io nis nicht entkräften. Wann die Übertragung der Aravatiuslegende auf Servatius stattgefunden hat, ist nicht bestimmt feststellbar. Sie dürfte zu Ende des siebenten oder Anfang des achten Jahrhunderts vorgenommen worden sein. Aus dieser Zeit nämlich stammt eine hie und da in den Reden 15 des Heiligen erweiterte, die Kapp. 4—5 umfassende Epitome aus dem zweiten Buch der Historia Francomm (BHL. 7611). Alles, was hier von Aravatius erzählt wird, ist auf Servatius übertragen. Mit diesem Ansatz stimmt überein, daß die jüngste Gruppe der Handschriften des Martyrologiums Hieronymianum, die sogenannte Redaktion von Fon- 20 tanella, die um 750 in Neustrien entstand, zum 13. Mai den hl. Servatius aufführt. Den hl. Aravatius kennt sie nicht. Daß man damals in Maastriecht, dem Mittelpunkt der Servatiusverehrung, auch nur noch den hl. Servatius, nicht aber den hl. Aravatius kannte, bezeugen die Gesta abbatum Fontanellenslum (hg. S. Loewenfeld S. 37 f.) Kap. 13. 25 Als Wando 742 die Abtei Wandrille übernahm, erbat er sich von den Mönchen von St. Servais in Maastriecht, wo er bis dahin in der Verbannung geweilt hatte, Reliquien vom hl. Servatius, führte sie nach Fontaneila und erbaute dort südlich von St. Peter dem Heiligen eine Kirche, in der er die Reliquien barg. Am 1. Oktober war die Kirch- 30 weih. Vielleicht stand Wando den Fontaneller Interpolationen im Martyrologium Hieronymianum nicht ganz ferne, denn er war ein großer Verehrer des hl. Servatius. Hatte er doch seine Wunderkraft selbst erfahren, als er in der von ihm erbauten, seinem Schutzpatron geweihten Kapelle, samt dieser vor den Flammen der abbrennenden 35 benachbarten St. Peterkirche verschont blieb. Als Paulus Diakonus 784 seine Geschichte der Bischöfe von Metz schrieb, kannte man dort nur noch den hl. Servatius. Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts V Die Aravatius-Servatiuslegende,* wie sie uns im Bericht des Gregor von Tours entgegentritt, gehört einer ganz bestimmten Gruppe von hagiographischen Werken an, die man am besten unter dem Namen „Hunnenlegenden" zusammenfaßt. Die bekanntesten von ihnen sind, außer der Aravatiuslegende, die Vita Anlani ep. Aurelianensis (BHL. 473), 5 das Memoriusleben (BHL. 5915), die Vita Lupi ep. Trecensis (BHL. 5087) und die Ursulalegende (BHL. 8427). Sie alle stehen untereinander in Zusammenhang und haben im späteren Mittelalter sich immer wieder gegenseitig beeinflußt. Die nahen Beziehungen zwischen der Aravatiuslegende und der Anianusvita treten schon bei Gregor von Tours ent- 10 gegen: unmittelbar auf jene folgt diese (Hist. Franc. II 7). Wie Ara- vatius durch seine Gebete das kommende Unheil von Tongern abzuwenden sucht, so ist Anianus bestrebt, durch seine Gebete Orleans zu retten. Gregor entfernt sich in seiner Erzählung von Anianus noch nicht sehr von den geschichtlichen Tatsachen. Die Gebete Anians sind noch 15 nicht zum Mittelpunkt der Legende und zum einzigen Grund für die Errettung Orleans geworden. Es ist nur eine gewisse mönchische Stimmung, die in beiden Berichten Gregors zum Ausdruck kommt, Töne wie sie aus der Anachoretenlegende des vierten Jahrhunderts genügend bekannt sind. Schon bei dem sogenannten Fredegar II 53 20 (MG. scr. rer. merov. II 73,14 f.) ist das anders. Der Hauptgrund für die Niederlage Attilas und die Errettung Orleans waren Anians Gebete. Im über historiae Francomm Kap. 5 (MG. scr. rer. merov. II 246, 12 f.) ist sogar, um die Wirkung der Gebete des Heiligen ins rechte Licht zu setzen, die Schlacht bei Mauriacus gestrichen worden. 25 Anianus hatte dem Hunnenkönig bereits eine solche Niederlage beigebracht, daß eine militärische nicht mehr nötig war: sie hätte höchstens den Ruhm des frommen Bischofs verdunkelt. Es ist ein langsamer, über ein paar Jahrhunderte sich hinziehender Vorgang, in dem die Beziehungen gallischer Bischöfe zu Attila mehr 30 und mehr verdichtet werden. Erst zur Karolingerzeit ist er im wesentlichen vollzogen. Während dieser Periode haben die Hunnenlegenden Einflüsse der Märtyrer- und Konfessorenbiographien über sich ergehen lassen müssen; auch der Reliquienkult ist nicht spurlos an ihnen vorübergegangen. Charakteristisch dafür ist die Memoriuslegende und ss diejnit ihr eng zusammenhängende ältere Vita Lupi. Beide sind in * Zum folgenden vgl. besonders B. Krusch, NA. 24 (1899), 559 f. VI Einleitung. Erstes Kapitel Troyes entstanden und Gegenstücke zur Anianuslegende. Auch Lupus sucht wie Anian durch Gebete den Feind von seinem Bischofsitz fern zu halten. Aber nach der Vita Memorii genügten in diesem Falle Gott die Gebete des Bischofs nicht. Durch einen Engel verlangt er 5 Blutzeugen. Der hl. Memorius soll mit zwölf unschuldigen Kindern und zwei Diakonen von Attila enthauptet werden. Als die künftigen Märtyrer vor dem Hunnenkönig stehen, nimmt Attila Ärgernis an den Kreuzen, die sie in den Händen tragen, und befiehlt diese zu verbrennen. Da springt plötzlich von den brennenden Kreuzen ein 10 Funke in das Auge des Mundschenken Attilas. Unter lautem Schmerzens- schrei bricht der Schenk zusammen. Für Memorius ist die Zeit gekommen, sich als Heiligen zu erweisen. Er greift sofort in die Situation ein, in dem er sich an den König wendet: „Wenn Du an Gott glaubst, so wird dieser Mann wieder gesund". „Es geschehe", 15 sagt Attila und der Schenk wird von Memorius geheilt. Danach fragt der Hunnenkönig: „Was ist dein Name?" „Wenn du an Gott glaubst", antwortet Memorius, „sag ich ihn dir". „Credo", erwidert Attila und darauf stellen sich beide einander vor. Aber der Präfekt Attilas hetzt gegen den Heiligen und erlangt bald seine Hinrichtung. 20 In einem Gebet vor dem Martyrium fleht Memorius noch einmal zum Himmel, Troyes vor den Hunnen zu verschonen, dann wird er mit seinen Begleitern enthauptet. Sein Gebet wurde erhört und sein Martyrium belohnt: Als die Hunnen auf Troyes losstürmen wollen, bricht ein furchtbares Erdbeben los und entsetzt fliehen die Feinde 2ß von der Stadt. Ganz ähnlich ist die Erzählung in der Lupusvita. Die Hunnen stehen vor Troyes. Der Bischof hat um Errettung seiner Stadt gebetet. Er zieht Attila entgegen und fleht ihn an Troyes verschont zu lassen. Ein Dolmetscher, Hungasius, vermittelt die Verhandlungen so zwischen beiden. Attila zieht ab, bittet aber den Heiligen ihn bis zum Rhein zu begleiten, denn ein so frommer Mann könne ihm und seinem Heere nur glückbringend sein. Am Rhein angelangt verabschiedet sich Attila von Lupus und bittet ihn seiner im Gebete zu gedenken. 35 Es wäre Unrecht, wollte man diesen Legenden einen geschichtlichen Kern absprechen, denn es ist sehr wahrscheinlich, daß einzelne städtische Behörden Galliens während des Hunneneinfalls mit Attila Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts VII in Unterhandlungen traten, um nicht geplündert oder durch Kriegsauflagen allzu stark belastet zu werden. Bei der hervorragenden Stellung der Bischöfe innerhalb der Gemeinde war es geradezu selbstverständlich, daß der Episcopus an die Spitze einer solchen Gesandtschaft trat. War doch die Gesandtschaft Roms, die 452 bei Mantua 5 unter der Leitung Leos des Großen mit Attila verhandelte, nichts anderes. Auch um sie hat die spätere Legende ihr Rankwerk gewoben, allerdings in etwas anderer Richtung als bei den hier besprochenen Hunnenlegenden.* Dies schon bei Gregor von Tours zu beobachtende Streben, die 10 Niederlagen der Hunnen als Wirkungen gottesdienstlicher Verrichtungen eines Heiligen aufzufassen, erfuhr bis zur Karolingerzeit und darüber hinaus eine fortwährende Steigerung. Die Wirkung seiner Gebete hob natürlich in den Augen des Hagiographen das Ansehen des Bischofs, dessen Leben er schrieb: seine Verdienste möglichst in 15 den Vordergrund zu stellen, sollte das Streben und die Aufgabe des Biographen sein. Das konnte nur bis zu einem gewissen Grade geschehen, wenn nicht gezeigt wurde, wie schwer die vom Bischof zu leistende Aufgabe war, dessen Leben der Hagiograph sich zum Vorwurf genommen hatte. Das Bild des Attila wurde deshalb ins Da- 20 monenhafte verzerrt, er wurde ähnlich wie die Christenverfolger Decius und Diocletian zum Scheusal und Verbrecher gestempelt. Je jünger die Legendenschreiber sind, desto greller die Farben, die sie dieser Karikatur auflegen, desto größer der Haß, den sie zur Schau tragen. Der Verfasser einer Ursulalegende (BHL. 8428) läßt sogar nach Art 25 der griechischen Romane Attila seiner Heiligen unsittliche Anträge machen. In der besprochenen Memoriusvita und in der Lupuslegende tritt die Tendenz, den Hunnenkönig herabzusetzen, schon ausgebildet entgegen, sie ist sogar schon wieder weiter entwickelt. Dem Heiligen * Beiläufig möchte ich auf einen Punkt aufmerksam machen, der mir noch nie 30 hervorgehoben zu sein scheint. Die Wahl Leos als Haupt der Gesandtschaft war wohl aus finanziellen Gründen nicht bloß nützlich, sondern notwendig. Er als Bischof von Rom verfügte durch die Armen- und Gemeindekassen über ganz bedeutende Barmittel, und diese Kassen werden herangezogen worden sein, um Attila zum Abzug zu bewegen. Denn ein so kluger Diplomat und Staatsmann wie Attila, 35 der bekanntlich Gold sehr zu schätzen wußte, wird nicht ohne eine entsprechende Entschädigung seine militärische Position aufgegeben haben. Nur so wird die Wahl Leos als Gesandtschaftshaupt geschichtlich verständlich. VHI Einleitung. Erstes Kapitel gelang es nicht bloß das Scheusal zum Rückzug zu bewegen, sondern es glückte ihm sogar, es der christlichen Religion geneigt zu machen und so auf einen gottgefälligen Weg zu bringen. Konnte es einen höheren Ruhm für einen Heiligen geben, als den, vor dessen Reiter- 5 scharen der ganze Erdkreis gezittert hatte, in die besänftigenden Fesseln des christlichen Glaubens geschlagen zu haben? Es war der höchste! Die Aravatius-Servatiuslegende ist von diesen hagiographischen Tendenzen der übrigen Hunnenlegenden zunächst unberührt geblieben. 10 Es war auch schwer diese Tendenzen hier einzuführen. Die Gebete des Heiligen hatte Gott nicht erhört, und mit Attila war Aravatius nicht in Berührung gekommen: er war vor seinem Einfall in Gallien gestorben. So kam es, daß auch die im neunten Jahrhundert zu Maastriecht vorgenommene Bearbeitung der Servatiuslegende (BHL.7613) 15 nur wenig Neues bot. Sie war offenbar zum liturgischen Gebrauch bestimmt. Das von Gregor im über in gloria confessorum erzählte Mirakel wurde den drei Kapiteln aus der Frankengeschichte unmittelbar angefügt, Gregors Text durch Stellen aus dem Servatiusofficium und aus der zweiten Epistel des Sulpicius Severus erweitert (vgl. 20 MG. scr. rer. merov. III 91,12—20 = ep. 2, 7 f. und 2,18; ferner MG. scr. rer. merov. IV 766, 24 f.); nach der Erzählung von Servats Begräbnis wurde eine kurze Notiz über die Eltern des Heiligen eingefügt, die natürlich der Phantasie des Hagiographen entsprang und den biographisch-genealogischen Neigungen der Zeit entgegenkommen 25 wollte. Ein eingestreuter Hexameter, in dem der Name Auetor vorkommt, deutet vielleicht darauf hin, daß über das freundschaftliche Verhältnis zwischen Servatius und dem Metzer Bischof, von dem schon Paulus Diakonus in seiner Metzer Bischofsgeschichte zu erzählen weiß (MG. SS. II 263, 41 f.), ein uns nicht mehr erhaltenes Ge- ao dicht bestand. Die Abfassung dieser Version der Servatiuslegende muß in die erste Hälfte des neunten Jahrhunderts fallen. Schon das Martyrologium des Florus kennt die ihr eigentümliche Verbindung der Erzählungen Gregors (vgl. H. Quentin, Les martyrologes historiques du m-a., Paris 1908 S. 318). Die Florusnotiz ist übergegangen in 35 die Martyrologien des Ado, Usuardus und Wolfhart von Herrieden. Sie hat neben dem Hieronymianum außerhalb der Grenzen der Niederlande lange die hauptsächlichste Kunde von der Existenz des hl. Ser- Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts IX vatius gegeben. Auch als am Ausgang des neunten, Anfang des zehnten Jahrhunderts Bischof Ratbot von Utrecht, der Neffe Gunthars von Köln und gelehrige Schüler des Manno, seinen Sermo de gemina felicitate confessoris et episcopi Christi Servatii (Anal. Bol. 1, 104 f.) schrieb, ist eine veränderte, den übrigen Hunnenlegenden ent- 5 gegenkommende Tendenz nicht zu bemerken. Erst als der hl. Ser- vatius ein politischer Heiliger wurde, trat eine Änderung ein. Zur Zeit, da Gregor sein Liber in gloria confessorum schrieb, war St. Servais in Maastriecht schon erbaut. Wir haben keinen Grund, seine Angabe, nach welcher der Bau unter Bischof Munolf aufgeführt 10 wurde, zu bezweifeln. Damals hieß das Münster wohl noch St. Ara- vatii; aber schon als Wando von Wandrille dort lebte, trug es den Namen des hl. Servatius. Ein Bischof residierte damals nicht mehr dort. Der Tongerer Stuhl war durch Bischof Hubert um 720 nach Lüttich verlegt worden und ist da bis heute geblieben. St. Servais « blieb der Ruhm aus früheren Tagen. Wie alle Kirchen im Frankenreiche auf königlichem Boden, so stand auch das Maastriechter Stift unter dem Schutze des Königs. Aber nur wenige Nachrichten sind aus diesen ältesten Zeiten über St. Servais auf uns gekommen. Alcuin hat auf seinen Reisen dort mehrfach gastliche Aufnahme gefunden 20 (Alcuin ep. Nr. 165 v. J. 799; MG. ep. IV 267, 31 f.), und der Biograph Karls des Großen, Einhart, bekleidete dort die Ehrenstelle eines Abtes (MG. ep. V 111, 3; 137, 4). Als Bischof Bernhar von Worms 826 sein Ende nahe fühlte, stiftete er für das Maastriechter Kloster ein Pallium: Mitto tibi pallium unum, quem rogo fratribus ad sanctum <& Servatium dare iubeas, ut mei mentionem faciant, schrieb er an Abt Einhart. Dann ist es länger wieder still. Nur kurz erfahren wir durch die Annalen des Hinkmar von Reims (MG. SS. I 489, 15 f.), daß beim Vertrag von Mersen im Jahr 870 Maastriecht mit St. Servais an Karl den Kahlen fiel. Aber schon vor 889 war die Abtei an das 30 ostfränkische Reich zurückgefallen. Am 1. Juli dieses Jahres schenkte nämlich König Arnulf der Kathedrale von Trier auf Bitten des Erzbischofs Ratbod St. Servais zum Gedächtnis seines Großvaters Ludwig, seines Vaters Karlman und seiner Oheime Ludwig und Karl (s. Böhmer, Mühlbacher Reg. imp. I Nr. 1771). Die Schenkung ist von großer ss Bedeutung für die Folgezeit geworden. Denn wenn auch St. Servais vorübergehend in andere Hände kam oder wie z. B. unter Otto dem X Einleitung. Erstes Kapitel Großen vom König wieder übernommen wurde, so ist es doch immer wieder der Trierer Kirche zurückgegeben worden. Da die Abtei kanonisch der Diözese Lüttich, privatrechtlich der Trierer Kathedrale angehörte, so war sie an den politischen und kulturellen Schicksalen 5 beider Kirchenprovinzen in gleicher Weise interessiert. Sie wurde gewissermaßen zu einem Medium der verschiedenartigsten Einflüsse und Äußerungen. Das sollte sich auch an der Servatiuslegende zeigen Seit den Tagen Hilduins von St. Denis und Hinkmars von Reims hatte die politische Hagiographie im Abendlande einen bedeutenden 10 Aufschwung genommen (s. PBB. 33, 307 f.). Man hatte kennen gelernt, wie nutzbringend die Biographie eines Heiligen zu verwenden war, um allerhand Rechtsansprüche erheben und Politik treiben zu können. Besonders Hinkmars Remigiusvita hatte Schule gemacht. In seinen Fußstapfen wandelte man, als in Trier die Legende von Eucharius 15 Valerius und Maternus fabriziert wurde. Es soll hier nicht untersucht werden, wie weit die Bildung dieser Legende zurückliegt. Geschichtlich ist ihr Inhalt nicht, aber politisch. Zu Anfang des zehnten Jahrhunderts wurde die Frage aufs Tapet gebracht. Ein Mönch des Klosters St. Eucharius hatte eine Vita der drei Heiligen geschrieben. 20 Als Quelle für seine Weisheit gab er Fragmente einer älteren Biographie an, die sich in der Asche des zerstörten Trier gefunden hätten (PBB. 33, 3171). In dieser auf Grund dieser angeblichen Bruchstücke geschriebenen Vita steht zu lesen, daß Eucharius mit Valerius und Maternus vom Apostelfürsten Petrus nach Germanien gesandt worden 25 sei, um den Glauben zu predigen und daß er, nachdem seine Missionstätigkeit erfolgreich gewesen, die Trierer Kirche gegründet habe. Das hieß nichts anderes, als Trier ist die älteste Kirche Deutschlands, ist nicht wie die übrigen Bistümer des Reichs erst eine Gründung nachapostolischer Zeit und kann infolgedessen auch gewisse Vorrechte so vor den anderen Bistümern Deutschlands beanspruchen. Besonders unangenehm war das für die Nachbardiözesen, vor allem aber für die Erzdiözese Köln und ihre Suffragane. Es war zu erwarten, daß die Behauptungen der Trierer Kirche nicht unwidersprochen bleiben würden; und so kam es auch. 35 In eine grobe Polemik ließ man sich freilich nicht ein. Dazu war das als grob verschrieene Mittelalter viel zu fein. Man behandelte solche Dinge mit überlegener Ironie. Der Schwindel ließ sich in den Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts XI seltensten Fällen strikte nachweisen, aber wenn man wieder log, so konnte der Gegner ebensowenig den Betrug aufdecken. Es war das allerdings nicht schön, aber man befand sich doch in guter Gesellschaft, und außerdem geschah ja alles in maiorem dei gloriam. Um eine Schrift gegen die Trierer Euchariusvita ausgehen zu lassen, war 5 kein Bistum geeigneter als Lüttich. Seine Klosterschulen erfreuten sich seit der Karolingerzeit hohen Ansehens und das starke Gewicht, welches man hier gerade auf geschichtliche Studien legte, war nur dazu angetan einer solchen von hier ausgegebenen Schrift sofort die nötige Beachtung zu verschaffen. Es war Herger von Lobbes, der 10 Freund des gelehrten Bischofs Notker von Lüttich, der sich dieser Aufgabe unterzog. Er schrieb nicht gegen Trier, sondern er schrieb eine Geschichte des Lütticher Bistums: Gesta episcoporum Leodienslum. Aber für den Anfang dieser Geschichte schrieb er die Trierer Euchariusvita aus und fabulierte einiges hinzu. Als Eucharius Trier bekehrt 15 und dort den Bischofsitz begründet hatte, wurden nach Herger von seinen Genossen noch zwei weitere Bischofsitze gestiftet: nämlich Köln und Tongern. So hatte Herger mit einer eleganten Fabel den Trierer Streich pariert, das Bistum Tongern, den Vorläufer von Maas- triecht und Lüttich, als Trier an Alter und Würde ebenbürtig hin- 20 gestellt und außerdem dem Erzbischof von Köln einen Dienst erwiesen, für den er sich dankbar erweisen mußte, wenn er dies auch nur schweren Herzens getan haben wird. Denn aus Hergers Darstellung ergab sich, daß der Stuhl des Lütticher Suffragans dem des Metropoliten von Köln an Alter und Würde in jeder Weise ebenbürtig sei. 25 Im Verlaufe seines Werkes mußte Herger auch auf das Leben des hl. Servatius zu sprechen kommen. Unter seinen Händen hat sich die Legende weiter gewandelt. Den Grundstock für seine Servatius- vita bildet die schon von Florus benutzte Fassung des neunten Jahrhunderts. Sie ist ganz in den Zusammenhang des Werkes hinein- 30 gearbeitet und hat infolgedessen auch allerhand Umstellungen über sich ergehen lassen müssen. Herger kam es darauf an, das Leben jedes einzelnen Bischofs nicht bloß in die engere Bistumsgeschichte einzugliedern, sondern auch in die gleichzeitigen großen Ereignisse der Weltgeschichte. Gerade bei Servatius war das eine verlockende 35 Aufgabe und Herger hat sie sich nicht entgehen lassen. An der Hand der Gotengeschichte des Jordanes, des Briefes von Hieronymus XII Einleitung. Erstes Kapitel an Ageruchia (MSL. 22, 1046 f.), der älteren Vita Lupi (BHL. 5087), der Passio Nicasii (BHL. 6075?), der Metzer Bischofsgeschichte des Paulus Diakonus und wahrscheinlich auch unter Benutzung des Liber historiae Francorum und der Karlsvita Einharts, hat er die Zeit, 5 in der Servatius lebte, zu charakterisieren gesucht. 'Wirklich organisch verknüpft hat Herger die Ereignisse nicht: es lassen sich überall die Kompositionsfugen noch aufdecken. Hie und da hat er zu motivieren gesucht. So hat er angedeutet, daß Tongern an seiner Zerstörung eine gewisse Schuld trifft. Worin sie besteht, wird freilich nicht deut- io lieh gesagt. Man ahnt, daß Häresie der Grund war. Neu ist bei ihm auch der Hinweis, daß eine Ansicht bestehe, nach der Servatius ein Mitglied der heiligen Familie sei. Bei Herger ist also die Stoffmasse der Legende zwar angeschwollen, der Gang der Erzählung und die Tendenz sind aber im Vergleich zu den älteren Fassungen nicht 15 wesentlich verändert. Hierfür sollten andere Anlässe maßgebend werden. Etwa hundert Jahre nach dem Erscheinen von Hergers Werke hatte sich die innerpolitische Lage Deutschlands trostlos wie noch nie gestaltet. Das Reich war von Parteien zerklüftet: Stammeshader und religiöser Zwist hatten Ordnung und Ruhe untergraben. An 20 seiner Spitze stand ein energischer und hochbegabter, aber unglücklicher König, Heinrich IV, dem nichts erspart geblieben ist von dem, was das Leben Bitteres und Schweres über das Haupt eines Herrschers verhängen kann; ihm gegenüber ein ebenso energischer, aber als Mensch und Fürst glücklicherer Papst, Gregor VII. Seit der Kampf 25 zwischen dem kirchlichen und weltlichen. Oberhaupt der Christenheit ausgebrochen war, hat es, solange Heinrich lebte, einen dauernden Frieden nicht gegeben. Gregors Nachfolger setzten den Kampf erbittert fort. Im Laufe der Jahre war der Streit immer mehr zum Kampf zweier großer Parteien, die um die Herrschaft rangen, ge- 30 worden und launisch verteilte das Glück seine Gaben. In dieser schweren Zeit haben das Herzogtum Lothringen und die niederländischen Bischöfe treu zur Seite ihres Königs gestanden und mit Waffe und Wort, mit Feder und Faust für ihn gefochten. Herzog Gotfrid der Jüngere von Lothringen, Bischof Wilhelm von Utrecht und die 35 Bischöfe Heinrich und Otbert von Lüttich, auch Sigfrid von Gem- bloux sind hier in erster Linie zu nennen. Seit dem Ableben Herzog Gotfrids und Bischof Wilhelms ist Lüttich die treuste und auf- Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts XIII opferndste Stütze Heinrichs gewesen. Hier hat der von allen Seiten gehetzte und verfolgte Kaiser sein müdes Haupt hinlegen können, um zu sterben, und hier hat sein Leib die erste Ruhestätte gefunden, da ihm die Gegner eine andere nicht gönnten. Aus der Diözese Lüttich und aus der Zeit der schwersten kirchen- 5 politischen Kämpfe stammt auch diejenige Fassung der Servatius- legende, die für die Biographie des Heiligen seit dem zwölften Jahrhundert maßgebend geworden ist. Es sind die in diesem Buche zum erstenmal vollständig herausgegebenen Gesta sancti Servatii. Diesen Titel überliefern zwar die Handschriften nicht, sie bezeichnen viel- 10 mehr die einzelnen Teile der Gesta, als Vita, Translatio und Mira- cula und geben keine Gesamtüberschrift. Doch gehören diese Teilüberschriften selbst nicht dem Archetypus der Überlieferung an. Als Gesta wird das Werk in der Vita Severini ep. Coloniensis (BHL. 7647) bezeichnet;* denn wenn hier in ein und demselben Kapitel von dem 15 Häretiker Euphrata (für Effrata!) und der Errettung der St. Stephanskirche in Metz die Rede ist (s. ASS. Okt. X 57 A f.), so wird man dieses gesta nicht wie bei Herger 172, 51 auf BHL. 7613 zu beziehen haben, sondern eben auf die von uns herausgegebene Schrift. Die Gesta fußen auf Hergers Servatiusabschnitt und sind, wie der Schluß zeigt, 20 eine Parteischrift zugunsten Heinrichs IV. Die Zeit ihrer Abfassung läßt sich nicht genau bestimmen. Da sie nach dem Epilog (G. 145, 3 f.) zu Heinrichs Lebzeiten geschrieben sind, käme als Terminus ad quem höchstens der Juli 1106 in Betracht. Aber wahrscheinlich sind die Gesta früher verfaßt. Eine genauere Begrenzung der Abfassungszeit f» wäre möglich, wenn Kapitel 58, in dem von Bischof Heinrich von Lüttich, als von einem Verstorbenen gesprochen wird, echt wäre. Der Terminus a quo würde dann der Todestag Heinrichs von Lüttich sein, der 31. Mai 1091.** Aber G. 134, 30 f. sind die Gründe angeführt worden, welche dieses Kapitel und eine Reihe anderer als 30 spätere Interpolationen verdächtig erscheinen lassen, und so käme denn der Mai 1087 als Terminus a quo in Betracht wegen des Be- * ASS. Oct. X 58 A 5. Servatii gesta commemorent. Wenn Veldecke Serv. II 2926 f. von vita, miracula und translatio spricht, so beweist das nichts für die Ursprünglichkeit dieser Überschriften. Unter Gesta eines Heiligen faßte man das ss Leben und die Wunder vor und nach dem Tode zusammen. ** Dies ist das besser beglaubigte Datum, und ich bitte daher unten 135,39 zu verbessern. XIV Einleitung. Erstes Kapitel richtes über den Aachener Königstag im Kapitel 47. Daraus aber ergibt sich mit Sicherheit, daß die Gesta erst nachgregorianisch sind. Dazu stimmt die offene und deutliche Polemik, welche gegen die Briefe Gregors an Herman von Metz (s. G. 47, 9 f.) und vielleicht s auch gegen die Sätze von Avranches geführt wird. Denn dem Verfasser war es im Grunde genommen um nicht Geringeres zu tun, als die von Gregor aufgestellte Doktrin über die Schlüsselgewalt und idie mit dieser eng zusammenhängenden Ansprüche Gregors auf den Primat des römischen Stuhls zu bekämpfen. Der Hagiograph teilt io ganz und gar den Standpunkt seiner Parteigenossen. Wie für diese, so ist auch für ihn charakteristisch, daß er seinen kirchlichen Glauben, das kirchliche Dogma in keiner Weise verläßt, sondern durchaus auf dessen Boden steht. Er bekämpft nicht die Kirche und ihren Glauben, sondern lediglich Parteiansichten, die ihm nach seinen und seiner 15 Freunde Ansichten vom Standpunkte des bestehenden Dogmas aus als verfehlt erscheinen. Er bestreitet daher auch nicht das durch Christus dem Petrus übertragene Schlüsselamt als solches und seine kanonisch-dogmatische Wirkung, sondern nur die darüber von Gregor und seinen Nachfolgern aufgestellten Leitsätze und die nach ihrer 20 Meinung daraus abzuleitenden Ansprüche der Nachfolger auf der Kathedra Petri. Gerade mit seiner Lehre von der Clavis hatte Gregor seinen politischen Kampf gegen Heinrich moralisch decken wollen und bei denen, die den Primat der Nachfolger Petri anerkannten, erschien er zweifellos im Recht, als er 1081 in seinem berühmten 25 Schreiben an Herman von Metz sich auf die schon von seinen Vorgängern zitierte Stelle Matth. 16, 18 Tu es Petrus et super harte petram aedificabo Ecclesiam meam, et portae inferi non praeva- lebunt adversus eatn; et tibi dabo claves regni coelorum; et quodeunque ligaveris super terratn, erit ligatum et in coelis, et quodeunque sol- 3o veris super terram, erit solutum in coelis berief (MSL. 148, 594 D). Vom Standpunkt der damaligen Theologie konnte diese Stelle nicht als unecht angefochten werden. Die Exegese war noch nicht so weit gediehen und so kühn geworden, daß sie einen nur in einem der drei synoptischen Evangelien überlieferten Passus für einen späteren 35 Zusatz erklärt hätte. Es stand also für jeden Christen fest, daß Christus dem Simon-Petrus das Amt der Himmelsschlüssel übertragen hatte. Wollte der Politiker die Schlüsselgewalt der mit ihm lebenden Päpste Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts XV anfechten, so konnte er nicht damit bei Petrus einsetzen, sondern erst bei seinen Nachfolgern. Der Verfasser der Gesta hat die Stelle, bei der er mit seiner Polemik eingreifen mußte, auch richtig herausgefunden. Die Himmelsschlüssel waren zwar in Petri Besitz gekommen. Daraus folgte aber keineswegs, daß sie nach Petri Kreuzi- 5 gung auf dessen Nachfolger übergegangen waren. Wie jeder andere Besitzer so hatte auch Petrus das Recht über seinen Besitz frei zu verfügen. Denn der Sohn Gottes hatte seinen Jünger bei der Übergabe nicht gebunden, die Schlüssel nur seinem Nachfolger im Hirtenamte zu übergeben oder überhaupt nur Einem und nicht Mehreren. 10 Nach dem Wortlaute der Matthäusstelle konnte Petrus für sich sogar die Berechtigung ableiten, die Schlüssel nach seinem Tode zunächst bei sich zu behalten, ohne sie einem anderen Irdischen zu verleihen. Diese und ähnliche Überlegungen brachten den Verfasser der Gesta 15 auf den Gedanken, den hl. Servatius als unmittelbaren Nachfolger Petri im Schlüsselamt hinzustellen. Passende Gelegenheit dies anzubringen bot die Wallfahrt des Heiligen zu den Apostelgräbern der Peterskirche und das sich daran schließende Gesicht. Der Heilige erlangt zwar nicht die Errettung Tongerns und seiner Einwohner vor 20 dem leiblichen Untergang, aber der Herr sendet ihm den Petrus und läßt durch seinen Claviger ihm den silbernen Himmelsschlüssel überreichen, mit dem er die Himmelspforte öffnen und schließen kann. Man wird dem Verfasser der Gesta zugestehen müssen, daß er die Visionsszene bei Herger, die er seiner Arbeit zugrunde legte, mit 25 dramatischem Geschick in seinem Sinn umgearbeitet hat. Aber allein hätte das nicht genügt. Andere Diözesen hätten ebenso wie die Lütticher für einen ihrer Bischöfe eine Schlüsselübergabe durch Petrus behaupten können. Die außergewöhnliche Art der Übergabe mußte begründet werden. Auch hierfür bot die Fassung Hergers willkom- 30 menes und genügendes Material. Nach Herger war ja Tongern "— und dieser Ansicht hatte sich der Verfasser der Gesta angeschlossen durch Maternus, und somit auch gewissermaßen in Petri Auftrage, gegründet. Das Schlüsselamt hatte Petrus aber seinem Jünger nicht übertragen. Wenn es Petrus dem Servatius übertrug, so mußte dieser 35 wohl auch dementsprechend irgendwie hervorragen. Diese den Maternus und somit eine Menge anderer Bistumsgründer überragende Stel- XVI Einleitung. Erstes Kapitel lung konnte auf nichts anderem beruhen als auf dem schon von Herger 172, 39 f. flüchtig angedeuteten Verwandtschaftsverhältnis des Servatius zu Christus. Diese Verwandtschaft näher auseinanderzusetzen und zu begründen mußte die nächste Aufgabe des Hagio- 5 graphen sein. Er hat hier nicht zurückgeschreckt, Lüge und Fälschung zu benutzen oder gar selbst zu fälschen. Mag nun die fabelhafte Genealogie, die er über die Abkunft Servazens bringt und die er einem gewissen Alagrecus in den Mund legt, von ihm sein oder nicht, es ist genug, daß er sie bringt (s. G. 20, 2 f.). Wir brauchen io die Mainzer Synode, von der auch Adam von Bremen und Herman Contractus sprechen (s. G. 24, 7 f.) nicht als ungeschichtlich zu verdächtigen, aber die Angaben unseres Verfassers, daß vor Kaiser und Papst in dieser Synode auf die Aussage von ein paar höchst zweifelhaften Griechen hin die vom Verfasser vorgebrachte Genealogie gebilligt 15 und für echt erklärt worden sei, müssen wir als ganz plumpe Unwahrheit hinstellen. Welch schlechtes Gewissen der Verfasser der Gesta dabei hatte, zeigt am besten, wie er den zeitlichen Konflikt, der zwischen dem Geburtsdatum des Servatius und seiner Tongerer Wirksamkeit besteht, überbrückt. Methusala, Henoch, Elias, die Siebenschläfer, ao selbst der Riese Goliath und seine vermeintliche Verwandtschaft müssen herhalten, um zu beweisen, daß, wenn Gott will, ein Mensch mehrere hundert Jahre leben kann (s. G. 22, 18 f.). Eine kleine, der Hauptsache nach aus Hieronymus entlehnte sprachwissenschaftliche Studie (s. G. 21,17 f.), muß beweisen, warum der Armenier Servatius keinen 25 armenischen, sondern einen lateinischen Namen trägt; und bei dieser Gelegenheit kann man auch beobachten, welche Taktik der Verfasser bei seiner Polemik verfolgt. Fragende Einwürfe, die ihm unangenehm sind, beantwortet er selbst wieder mit einer Frage. Den Gegnern, die sich am lateinischen Namen Servatius stoßen, pariert er damit, 30 daß er seine Verwunderung ausspricht, weshalb sie sich noch nicht mit den Apostelnamen Petrus und Paulus auf diese Art beschäftigt hätten (s. G. 21, 9 f.). Das war nicht ungeschickt. Der chronologische Konflikt, in den der Verfasser hineingeraten war, war nun aber geeignet ein weiteres Wunder einzuführen, das 35 dem Ganzen erst die Krone aufsetzte. Von Armenien nach Tongern war eine weite Reise, vor allem für einen Mann, der jeden Tag sein Ende zu gewärtigen hatte. Auch hier konnte bloß eine höhere Macht Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts XVII helfend und fördernd eingreifen. Der Engel, der bereits dem Großonkel erschienen war, erschien auch dem Großneffen, der schon seit langem zu sterben wünschte. Er verkündete ihm, daß er noch in Germanien den Glauben zu predigen habe, bevor sein Ende nahe. Der heilige Geist kommt über Servatius und gibt ihm, wie den zwölf Aposteln, 5 die Fähigkeit in allen Zungen zu reden. Servatius war Apostel geworden und seine Handllingen waren apostolisch. Aber dieses Apostolat war verschieden von den bis dahin bekannten christlichen Apostelämtern. Christus war von Gott dem Vater, Petrus von Gott und dem Menschen, Maternus nur vom Menschen, Servatius aber 10 weder von Gott noch vom Menschen, sondern durch engelische Botschaft gesandt (s. G. 12,1 f.). Das Apostolat des Servatius stand also über dem des Maternus und insofern auch über dem Apostolat Petri, als bei diesem Christus als Mensch mitwirkte, bei jenem aber jegliche Mitwirkung von seiten des Menschen ausgeschlossen war. 15 Uns erscheint die Häufung solcher hagiographischer Adelsprädikate, wie sie der Verfasser der Gesta vorgenommen hat, eher schädlich als nützlich, wenn man dabei, verzichtend auf jede geschichtliche Glaubwürdigkeit, das betreffende Stück lediglich als eine zu ganz bestimmten parteipolitischen Zwecken geschriebene Schrift ansieht. Aber 20 wir dürfen uns dabei nicht von unserem modernen Gefühl, das nur wenige über ihrer Zeit stehende und durch ihre Bildung hervorragende Männer damals besessen haben, leiten lassen. Die Mehr- za hl, und auch die des niederen Klerus, hat gerade in der Häufung solcher Wunder und unglaublicher Geschichten, wenn es sich um 25 Heilige handelte, deren Leben eben Wunder und Unglaubliches aufweisen mußte, damit man sie als Heilige verehren konnte, einen großen und bedeutenden Beweis gesehen. Und schließlich ist jede publizistische Schrift eben doch auf die Masse berechnet, nicht auf die leitenden, den eigentlichen Kampf kämpfenden Personen. Nur sie 30 haben die Fäden in der Hand, sie allein kennen sich in den feineren Einzelheiten der schwebenden Fragen aus, und sie haben ein Interesse daran, diese zu verschleiern und nicht den Augen der Masse zu zeigen. In diesem Sinne müssen wir auch die Arbeit unseres Publizisten ss auffassen. Sein Streben war auf die Menschen der näheren Umgebung von Maastriecht zu wirken und, wenn es ging, auf die der Wilhelm, S. Servatius II XVIII Einleitung. Erstes Kapitel ganzen Diözese Lüttich. Er wollte eine kaiserfreundliche Stimmung bei ihnen schaffen; und das ist ihm auch wohl gelungen. Der Erfolg zeigt sich in der Verehrung, welche seit dem Erscheinen der Gesta dem hl. Servatius über die Grenzen der Diözese Lüttich hinaus 5 zuteil geworden und in der Art und Weise, wie seine Legende von den folgenden Jahrhunderten für Politik und Geschichte ausgenutzt worden ist. Gerade das Wunder von der Schlüsselübergabe durch Petrus ist in dem Servatiuskult in der Folgezeit immer wieder nachdrücklichst betont worden, und der Schlüssel selbst wird als Reliquie 10 bis auf den heutigen Tag in St. Servais zu Maastriecht verehrt und aufbewahrt. Die auf Tafel II beigegebene Abbildung zeigt, daß des Verfassers Angaben (G. 47, 9 f.; 56, 4 f.; 140, 3 f.) über den Schlüssel durchaus auf Wahrheit beruhen. Er ist ein hervorragendes Kunstwerk, aus schwerem Silber gearbeitet und wohl viele Jahrhunderte älter als die 15 Gesta selbst. Der Stil der in der Linienführung äußerst eleganten Ornamente weist auf hellenistisch-koptische Tradition (vgl. die Weinblattornamente an der Aachener Kanzel, abgebildet bei J. Strzygowski, Hellenistische und koptische Kunst in Alexandria, Wien 1902, S. 61).* Es mag sein, daß der Schlüssel ursprünglich als Reliquienbehälter, 20 um ein Stück der Catena Petri zu fassen, gedient hat (vgl. darüber ASS. Juni V 452 § X f.; Nov. I 869 § VIII und Fr. Bock et M. Willemsen, Antiquites sacrees, conservees dans les anciennes collegiales de S. Servais et de Notre-Dame ä Maestricht. Maestricht 1873 S. 53 f.); seine politische Bedeutung erhielt er durch den Gestaverfasser. Dieser 25 sah darin nicht etwa ein Zeichen der Anerkennung, welches dem hl. Servatius der apostolische Stuhl zukommen ließ, sondern einen Gnadenbeweis Gottes, an dem dieser römische Stuhl seinerzeit weder aktiv noch passiv beteiligt war. Die Verleihung geschah durch ein Wunder über den Kopf des Papstes hinweg und auch nach statt- 30 gehabter bischöflicher Ordination. Der Verfasser der Gesta ist sicher derjenige gewesen, der diesen Schwindel zuerst aufgebracht hat. Vor ihm finden wir die Schlüsselgeschichte nirgends erwähnt. Aber er machte Schule damit. Denn in Lüttich ließ man sich das nicht zweimal sagen. Auch der hl. Hubert, 35 der den Bischofsitz von Maastriecht nach Lüttich verlegt haben soll, * Noch näher steht die daselbst auf S. 64 abgebildete ägyptische Elfenbeinschnitzerei aus dem Berliner Kaiser Friedrich-Museum. Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts XIX hatte gelegentlich seiner Romreise einen solchen Schlüssel bekommen: Et cum ibidem (sc. Romce) missam celebraret, apparuit ei sanctas Petrus apostolus, tradens ei clavem quasi auream, in manu ge- standam, in potestatem ligandi et solvendi ac lunaticis furiosisque Sanitätern conferendi. Clavis autem ipsa usque hodie servatur in 5 ecclesia beati Petri Leodii (ASS. Nov. I 833 Abs. 5; 835 Abs. 10.). Woher dieses Visionswunder in den beiden offenbar sehr jungen Viten des hl. Hubert (BHL. 4001; 4002) gestohlen ist, kann nicht zweifelhaft sein: Aus den Gesta sancti Servatii, denn nur in der Ser- vatiuslegende waren Romreise und Petruserscheinung von Anfang an 10 vorhanden, nicht aber in der Hubertlegende. Beide Viten sind uns erst in Handschriften des fünfzehnten Jahrhunderts überliefert. Trotzdem wird man den Schlüssel des hl. Hubert schon früher als solchen angesehen haben. Er ist nicht so alt und schön wie der Servatiusschlüssel und mag lange, bevor er als kirchenpolitisches Doku- 15 ment ausgegeben wurde, ähnlichen Zwecken, wie dieser, gedient haben. Aber im dreizehnten Jahrhundert dürfte er schon als clavis sancti Huberti gegolten haben. Der Schlüssel, den Henry de Dinant als Abzeichen seiner Würde trug (vgl. die Abbildung in Liege, Histoire — Arts — Lettres — Sciences — Industrie — Travaux publics, 20 Liege 1881 S. 52 und E. Dognees Bemerkungen dazu), ist als Symbol dem Huberts wohl nachgebildet. Wie die vom Verfasser der Gesta zum erstenmal aufgebrachte Schlüsselverleihung an einen Heiligen auch außerhalb der Lütticher Diözese einschlug, zeigt am besten das Trierer Stadtsiegel vom Jahr 25 1283. Es stellt den Apostel Petrus über dem Trierer Stadttor dar, als er dem neben ihm stehenden Eucharius den Himmelsschlüssel reicht (vgl. Katalog des kgl. bayr. Nationalmuseums V 91 Nr. 618). Daß man aber von Seiten der Könige dem Schlüsselwunder äußerst sympathisch gegenüberstand, beweist die Tatsache, daß die königliche 30 Münze in Maastriecht, etwa zu gleicher Zeit als das Schlüsselwunder aufkam, Denare mit dem Kaiserbildnis und dem Servatiusschlüssel prägte.* * Vgl. Fr. Bock et M. Willemsen, Antiquites sacrees ect. a. a. O. S. 60. A. Perreau, Recherches sur la Ville de Maestricht et sur ses monnaies, Bruxelles 1846 S. 25 f. M. Van der Meer possede un denier portant, ä l'avers, une tfite imperiale ä droite, tenant un sceptre, au-dessous de la töte se trouve une fleur qui se prolonge par II* U XX Einleitung. Erstes Kapitel Die dogmatisch-kanonische Publizistik über den Himmelsschlüssel ist im ersten Teil der Gesta im wesentlichen abgeschlossen. Der zweite, die Wunder behandelnde Teil verfolgt andere Zwecke und ist unserem Gefühl nach feiner disponiert und gedacht, wenn uns 5 auch die einzelnen Wunder manchmal recht kindlich erscheinen mögen. Eine Disposition zu finden, war ja in diesem Teil viel leichter als im ersten. Wir haben es mit einer Art kreuzender Disposition zu tun. Der Verfasser hält sich an die chronologische Reihenfolge der Geschehnisse, er beginnt mit den vorkarolingischen Mirakeln, mit 10 Munolfs und Gundolfs Erlebnissen und schließt mit den Wundern, die sich zu seiner Zeit unter der Regierung Heinrichs IV. zugetragen haben. Daneben aber behandelt er erst die Mirakel, die den Heiligen als einen furchtbaren Rächer an seinen Feinden, und dann die, die ihn als milden auf das Wohl seiner Freunde und Verehrer bedachten 15 Vater erweisen. Gerade die unter Heinrich IV. geschehenen Wunder haben bei unserem Verfasser eine besondere Bedeutung, wiewohl sie für den oberflächlichen Leser nicht weiter hervorgehoben erscheinen. Weit mehr Gewicht scheint der Verfasser auf die Mirakel zu legen, die sich unter Heinrichs IV. Vater, Heinrich III., ereignet haben, und 20 doch sind ihm die Gnadenbeweise unter der Regierung Heinrichs IV. bedeutsamer. Seine eigenen Absichten fein verschleiernd und so in ihrer Wirkung auf den Leser eindringlicher gestaltend, hat er es verstanden seinen Helden uns menschlich noch liebenswürdiger zu machen, als er schon ist. Er hat gewußt den Heiligen dem Leser zu einem 25 Vorbild pietätvoller, dankbarer Anhänglichkeit zu gestalten. Heinrichs IV. Vater hat ihn verehrt, hat ihn geliebt und angebetet, dankbar erweist er dafür sich auch seinem Sohn, indem er diesen und seine Zeit mit Wundern bedenkt. Jetzt kommt aber des Verfassers Schluß: Wenn ein so gerechtigkeitsliebender Heiliger, wie der hl. Ser- 30 vatius, den Kaiser Heinrich IV. und seine Zeit mit Wundern aus- derriere, devant la tete sc trouvent les lettres IPR. (Imperator), au revers une clef, dans un ornement tribolaire avec ce mot: CLAVIS. Cette clef, identique avec celle, que le chapitre St. Servais portait pour armoiries, nous prouve que ce denier a ete frappi ä Maestricht, et qu'il aurait ete fabrique dans l'abbaye de St. Servais, pro- 85 priete imperiale. Nous donnons la gravure de ce denier, planche VII, no 5. L. Decoster, Trouvaille de monnaies du XI me siecle, Bruxelles 1856 war mir leider nicht zugänglich. Ober Maastriecht als alten königlichen Münzort vgl. J, H. Müller, Deutsche Münzgeschichte, Leipzig 1860 I 196; 201 f. Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts XXI zeichnet, ist dann dieser Kaiser ungerecht oder gar verdammungswürdig? Nein! Die Excommunication, fügt er triumphierend und auf damals geflügelte Worte aus dem Briefwechsel Gregors VII. und Her- mans von Metz anspielend hinzu, ist weit besser angebracht bei denen, die sie aussprachen, als bei dem, dem sie galt. (G. 145, 5 f.)* Das 5 war deutlich genug und — unangenehm. Wie unangenehm, zeigt die Tatsache, daß nur die Handschriften, welche an der nördlichsten deutsch-französischen Grenze entstanden, diesen polemischen Schluß der Gesta bewahrt haben. In der Erzdiözes Trier dürfte man den Gesta Servatii gleich nach 10 dem Erscheinen nicht gerade sympathisch gegenübergestanden haben. Waren sie doch, wie Hergers Bischofsgeschichte gegen die Trierer Version der Euchariuslegende gerichtet und hatten sie diese doch sogar übertrumpft. St. Servatius besaß die ganze Gewalt Petri und war apostelgleich. In Trier hatte man nur Petri Stab, mit dem der 15 Trierer Metropolit die ihm anvertraute Herde weiden sollte. Es ist sehr wahrscheinlich, daß das plötzliche Hervorholen der Matthiasapostellegende und die Verehrung der Matthiasreliquien, welche in Trier seit dem zwölften Jahrhundert auftritt, eine Antwort auf die Vorgänge in der Nachbardiözese Lüttich war. Fast hat es den Anschein, als sei 20 der Verfasser der fabulistischen Gesta Matthiae (BHL. 5700; vgl. auch PBB. 33 [1908], 319) bei dem Autor der Gesta sancti Servatii in die Schule gegangen. Denn wie dieser so prahlt auch jener mit unverdauter hebräischer Gelehrsamkeit. Wie sehr man sich aber m Trier für den hl. Servatius damals interessierte, zeigt die Be- «5 arbeitung C der Gesta Treverorum, welche gerade seinem Stift in Maastriecht und seiner mit der Trierer Kathedrale engverknüpften Geschichte peinlich liebevolle Aufmerksamkeit widmet. * Daß der Verfasser mit diesen Worten sich in der Umgebung Heinrichs IV. beliebt machte, ist klar. Gegen sie waren ja die Worte Gregors vom 3. März 1078 so (Ph. Jaffa Biblioth. rer. Germ. 2, 308) gerichtet: Apostolica nanque auctoritate ab anathematis vinculo hos subtrahimus: videlicet uxores liberos servos ancillas seu mancipia nee non rusticos et servientes et omnes alios, qtii non adeo curiales sunt, ut eorum consilio scelera petpetrentur, et Mos qui ignoranter exeommuni- catis communicant, seu Mos qui communicant cum eis, qui communicant excom- 85 municatis. Quicumque autem aut orator sive peregrinus aut viator in terram exc ommunicatorum devenerit, ubi non possit entere vel non habet unde emat, ab ex- communicatis aeeipiendi licentiam damus. Et si quis exeommunicatis non pro susten- tatione superbiae sed humanitatis causa aliquid dare voluerit, fieri non prohibemus. XXII Einleitung. Erstes Kapitel Soweit die politische Tendenz der Gesta sancü Servatii. Der Verfasser hat natürlich auch in literarischer Beziehung Hergers Ser- vatiuslegende in vielen Dingen umgestaltet. Er hat den Untergang Tongerns motiviert und zu diesem Zweck einen Aufstand seiner Ein- 5 wohner gegen ihren Bischof inszeniert. Man wird nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß er aus der Legende des hl. Landbert die Anregung zu dieser Änderung erhielt. Denn wie gegen den hl. Servatius, so hetzt auch der Teufel gegen den hl. Landbert die eigene Herde, die nicht weiß was sie tut.* Tongern selbst 10 hat er als ein förmliches Babel, als ein Sodom und Gomorra zu schildern gesucht. Die Motive und Kulissen hat er dazu aus der Bibel entlehnt. Aus der Lütticher Schule hervorgegangen hat er Hergers historische Methode auf sein Werk angewandt, er hat ihn sogar überboten. Er sucht gleichfalls, aber in ausgedehnterem Maße 15 als Herger den hl. Servatius in die Geschichte seiner Zeit hineinzustellen und, da er auch bei den nach des Heiligen Tode geschilderten Ereignissen Streiflichter auf die jeweiligen zeitgeschichtlichen Ereignisse fallen läßt, so sind seine Gesta zu einer Art Geschichte der Lütticher Diözese in nuce geworden. 2o Ganz besonders bereichert hat der Verfasser aber die Partieen der Legende, in denen Attila und die Hunnen auftreten. Die geschichtlichen Tatsachen gibt er meist durch Exzerpte aus der Fortsetzung des Paulus Diaconus zu Eutrop wieder. Er hat jedoch auch von neuem Motive aus der Hunnenlegende, vor allem der älteren Vita äs Lupi (BHL. 5087) und der Memoriusvita (BHL. 5915) aufgegriffen. Denn wo irgend er ein Motiv fand, welches den Ruhm seines Helden heben konnte, hat er es auf ihn übertragen. Er hat dem hl. Memorius die Glorie Attila bekehrt zu haben, nicht gegönnt. Sein Servatius hat diese Tat vollbracht. Wie die Gebete des m hl. Lupus und des hl. Anian nicht erfolglos und unerhört bei Gott blieben, so auch die nicht, die der hl. Servatius zum Himmel * Die Benutzung der Vita sei. Landberti (BHL. 4678) ist unten 28, 32 f. nachgewiesen. Es war wohl folgende Stelle dieser Vita, welche dem Verfasser vorschwebte. ASS. Sept. 5, 575 A: tunc invidus omnium bonorum diabolus festinus 35 insurrexit contra beatum virum cum adversariis scevissimis iniqua et falsa con- silia madiinantibus, ut eum de sede pontificali dejicerent. Ita autem praevaluit iniquitas eorum, ut deponerent eum de sede sua sine causa ; et privatus est honore Stio absque culpa. Vgl. G. 33, 3 f. Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts XXIII richtete. Zwar hat er den Untergang Tongerns nicht mehr abwenden können, aber doch kraft des ihm um seiner Fürbitte willen verliehenen Schlüsselamtes höchster Instanz hat er die darin wohnenden reumütigen Seelen vor dem ewigen Tod retten können. Und was ist höher und größer, durch Gebete eine Stadt von Plünderung, ihre 5 Einwohner von Leibesnot zu befreien oder für die Seelen der zum Untergang geweihten Stadt das ewige Heil zu erbitten? Unter dem Griffel unseres Verfassers aber ist auch Attila zu dem Scheusal gestempelt worden, als das er in der späteren Geschichtsschreibung gilt. Der aus der Bibel entlehnte Ausdruck Gottesgeißel kommt bei ihm 10 zum erstenmal vor (vgl. 37,35 f.; 72, 19 f.) und ist besonders in Schulbüchern bis auf heute ständiges Requisit geblieben. So ist die Servatiuslegende, die ursprünglich dem zu widerstreben schien, durch die Änderungen des Verfassers der Gesta in die Tendenz des alten Hunnenlegendenzyklus eingemündet. Die Gebete des Heiligen sind 15 in den Vordergrund getreten und sein Hauptgegner, den er mit ihnen überwindet, ist ein diabolisches Wesen, eine Zuchtrute für die verderbte Menschheit geworden. Wie aber der Schatten das Licht noch glänzender, das Böse das Gute noch größer erscheinen läßt, so ist neben diesem Scheusal der Heilige fast zu einem Gott geworden. 20 Er ist nicht bloß christusähnlich, sondern sogar ein Verwandter Jesu selbst. Er tut Wunder, die denen Christi gleich sind. Es ist vielleicht nicht zufällig, daß gerade am Ausgang des elften Jahrhunderts die Hunnenlegende in der Diözese Lüttich neu erwachte u nd die Servatiuslegende in ihrer Tendenz den Legenden von Troyes 25 und Orleans angeglichen wurde. Dem Geschick Herzog Gotfrids des Jüngeren von Lothringen war es 1075 gelungen den erledigten Stuhl von Lüttich seinem Verwandten, dem Archidiakon der Kirche von Verdun, Heinrich, zu verschaffen. Mit Heinrich, der dem König zeitlebens ein treuer Anhänger und Berater gewesen ist, zog auch 30 französische Sitte und Bildung in Lüttich ein. Da mögen die Hunnenlegenden aus Troyes von neuem mit großem Interesse gelesen worden sein und den Verfasser der Gesta sancti Servatii zu seinen Fabeleien angeregt haben. Trotz allen Fabeins war der Verfasser aber kein gewöhnlicher Durch- ss schnittsmensch. Er hatte offenbar einen umfassenden Studiengang hinter sich. Im Trivium und Quadruvium war er wohl bewandert. XXIV Einleitung. Erstes Kapitel Seine Bildung trägt das Gepräge der Lütticher Schule. Die lateinischen Schriftsteller, die er las oder wenigstens in Zitaten kannte, lassen das schließen. Er hat Stellen aus Lucan, Virgil, Horaz, Lucrez, Persius, Seneca, Juvencus und den Disticha Catonis, Worte aus Mela, 5 Plinius, Sallust, Cicero, Paulus Diakonus, Chalkidius, Martianus Kapella und Gregor von Tours in sein Werk verwoben. Lucan hatte er mit den Adnotationes, Horaz wahrscheinlich mit den Scholien des Porphyrius gelesen. Er war sicher belesener als wir gegenwärtig nachweisen können. Er hatte Schriften von Isidor, Hieronymus und Augustin, dessen 10 Pathos in den Konfessionen er z. B. in der Visio des Brabantischen Ritters trefflich nachgeahmt hat, gelesen; er hatte wohl auch Ambrosius und Laktanz studiert. Der Umfang der Kenntnisse des Verfassers in der hagiographischen Literatur wird sich kaum recht feststellen lassen. Neben den Hunnenlegenden wird er auch die Legenden des Bistums 15 und der Klosterheiligen der Diözese gekannt haben. Teilweise waren sie ihm durch Hergers Bischofsgeschichte zugänglich. Doch hat er auch Einzelviten gekannt. So z. B. sicher die Vita sancti Landberti (BHL. 4678). In der Translatio des Servatius unter Hubert von Lüttich erinnert manches an die Erhebung der Reliquien dieses Hubert 20 in der von Jonas von Orleans verfaßten Vita (BHL. 3994). Vorgelegen dürfte ihm, als er schrieb, diese Vita kaum haben, wie der Verfasser überhaupt nicht für alles, was er zitiert, bei der Niederschrift immer den entsprechenden Quellenbeleg vor sich gehabt haben wird. Manchmal mußte das Gedächtnis aushelfen und das führte dann zu kleinen 25 Irrtümern, wie etwa bei der Erwähnung des Paulus Eremita (G. 29, 31 f.). Daß der Verfasser die Bibel fleißig zitiert hat, ist selbstverständlich bei einem mittellateinischen Schriftsteller. Der Kommentar zu den Gesta bringt, was ich an Zitaten und Anspielungen gefunden habe. Daß dies nicht erschöpfend sein kann, weiß jeder, der einmal eine so ähnliche Arbeit gemacht und gesehen hat, wie sehr bei der Auffindung von Zitaten und Parallelen der Zufall eine Rolle spielt. Der Verfasser der Gesta war Lütticher Diözesan und ein Anhänger Heinrichs IV. Aus seiner Verehrung für den hl. Servatius allein dürften wir schon schließen, daß er zu St. Servais in Maas- ss triecht in Beziehung stand. Kapitel 10 der Gesta bestätigt dies vollkommen. Der Verfasser hat Maastriecht und seine Umgebung gut gekannt. Seine Schilderung der Landschaft stimmt genau mit den Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts XXV Angaben des modernen Fremdenführers überein. Sie ist ein kleines Meisterstück, voll lyrischen Empfindens und Freude an der Natur; seine Wirkung wird durch den Schmuck des auch sonst vom Verfasser häufig angewandten Homoioteleutons nur noch mehr gehoben. Das nämliche gilt von dem prächtigen Vergleich des Häretikerzeit- 5 alters mit dem sich legenden Gewittersturm (G. 27, 2 f.). Aber nicht bloß Freude an der Natur hat der Autor, sondern auch Sinn für Humor. Es ist kein derber, sondern ein kultivierter, der etwas mit der romantischen Ironie gemein hat. Am schönsten kommt er in der Erzählung von der Entführung der Servatiusreliquien nach Qued- 10 Hnburg zum Ausdruck. (Kap. 24.) Man meint fast die schälkischen Augen zu sehen, wenn man das Stück gelesen hat. Kurz und gut, trotz aller uns heute etwas eigentümlich berührenden Ansichten über Wahrhaftigkeit ist der Verfasser eine liebenswürdige Gestalt. Sein Werk gehört nicht nur der mittellateinischen, sondern auch der 15 deutschen Literatur an. Es hat auf diese, wie wir noch sehen werden, einen bedeutenden Einfluß gehabt. Neben den Gesta und den bis jetzt genannten Vitae Servatii gibt e s noch zwei ebenso umfangreiche Servatiusromane. Der eine in der Trierer Handschrift T und von mir, soweit er mit den Gesta 20 übereinstimmt, für die Varianten im kritischen Apparat benutzt, sofern er von diesen abweicht, im Anhang Nr. I, S. 273 f. mitgeteilt v—BHL. 7617—7621); der andere stammt von einem Mann, der sich Jocundus nennt (= BHL. 7626—7632; mit T kontaminiert BHL. 7622— '625). Die Translatio und die Miracula dieses Jocundus sind von 25 R - Köpke in den MG. SS. XII 93, 1 f. herausgegeben worden. Von seiner Vita dagegen ist bis jetzt nur Weniges im Druck zugänglich. Ewiges ist bei Köpke daraus ausgezogen, einiges von mir in den Anhängen Nr. II S. 277 f. Ich habe mich derselben Trierer Handschrift (Cod. Trevir. LIX membr.) bedient, die auch Köpke benutzt 30 hat- Sie ist nicht fehlerfrei und unter allen Umständen kein Original. Es ist sehr schade, daß bei der Ausgabe der MG. nicht der ganze Text des Jocundus gedruckt wurde, aber eine neue Ausgabe ist die Kosten des Druckes nicht wert, denn der Inhalt von des Jocundus Arbeit ist dürftig und ihr literarischer Wert gering. ss Über das Verhältnis beider Romane zu den Gesta ist bis jetzt noch keine Klarheit geschaffen. Wir behandeln zunächst die Be- XXVI Einleitung. Erstes Kapitel arbeitung T. Schon W. Meyer hat in der ZfdA. 27,151 Anm. erkannt, daß T eine Kontamination der Gesta und der Servatiusvita des neunten Jahrhunderts (BHL. 7613) ist. Wie im Anhang Nr. I S. 276, 37 f. gezeigt ist, hat der Kompilator von T noch einmal Herger heran- s gezogen, die Geschichten von Munolf und Gundolf ausführlicher behandelt und außerdem wahrscheinlich eine Anzahl von Wundern neu angefügt, wie er auf der anderen Seite auch Mirakel gestrichen hat. Wenn es so ist, daß JSW die ursprüngliche Fassung der Gesta bieten und nur die Schlußkapitel 66 und 67 tilgten — und aller Wahrscheinlich- io keit nach verhält es sich so — dann folgt aus Kapitel 64, daß der Kompilator von T ebenfalls ein bedeutendes Gewicht auf den Servatius- schlüssel legte. Sonst war er aber viel nüchterner als der Verfasser der Gesta. Den fabelhaften Anfang der Gesta hat er wesentlich und nicht zu seinem Nachteil gekürzt. Auch zeigt sich bei ihm das Streben, die 15 aus politisch-literarischen Gründen romanhafte Anordnung der Gesta, durch eine strengere, rein biographische zu ersetzen. Deshalb beginnt er sogleich mit der Genealogie des Alagrecus. Im Anfang des zweiten Teils hat er das prologartige, mit der Mitternachtssonne sich beschäftigende Stück gestrichen und die Paulusexzerpte des Gesta- 20 Verfassers (G. 64, 11 bis 70, 6) in wenige Worte zusammengezogen und dergleichen mehr. Über das Abhängigkeitsverhältnis T's von den Gesta besitzen wir aber einen viel besseren Zeugen, als einen philologischen Beweis, nämlich Heinrich von Veldecke. Als er schrieb, waren höchstens achtzig 25 Jahre seit dem Erscheinen der Gesta hingegangen. Der Dichter hat möglicherweise sogar den Namen ihres Verfassers noch gekannt. Er bezeichnet Serv. I 843 f., einer Stelle, auf die weiter unten noch näher eingegangen werden wird, die Gesta ausdrücklich als die ältere Vita gegenüber seiner Hauptquelle, der Bearbeitung T. T ist also jünger als so die Gesta und fußt darauf. Da aber Veldecke schon T benutzte, so darf man schließen, daß T spätestens in der ersten Hälfte des siebenten Jahrzehnts des zwölften Jahrhunderts kompiliert wurde, und zwar, wie sich aus T 275, 35 f. (— G. 34, 14) ergibt, in Maastriecht selbst. Wir haben uns also nur noch mit dem Verhältnis der Gesta zu 35 Jocundus auseinander zu setzen. Auch Jocundus hat später geschrieben als der Gestaverfasser und auch später als der Kompilator von T. Er gilt als ein Zeitgenosse Heinrichs IV, aber aus Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts XXVII seinen Worten (MG. SS. XII 114, 28; 121, 38; 123, 11) geht das nicht hervor. Es würde sich auch aus den Worten der Gesta 106, 2 f. nicht ergeben, daß ihr Verfasser zur Zeit dieses Kaisers schrieb, wenn wir nicht G. 145, 1 f. hätten. Im Gegenteil, wie Jocundus über Wilhelm von Utrecht spricht, läßt nicht gerade auf einen Zeitgenossen schließen. 5 Er meidet, wo er kann, Zitate aus antiken Autoren. Hie und da ist aber eines stehen geblieben (vgl. G. 81, 32). In dem in Anhang Nr. II 2 mitgeteilten Stück zeigt sich noch deutlich, daß dem Jocundus die Paulusexzerpte der Gesta — daneben ist wohl noch Jordanes benutzt — vorgelegen haben. Denn anzunehmen, daß der Verfasser io der Gesta die Quellen des Jocundus nachgeprüft und dann wörtlicher als Jocundus aneinander gereiht habe, ist sehr unwahrscheinlich. Schließlich beweist aber die Apologia scriptoris auf das allerbestimmteste, daß Jocundus den Prolog der Gesta gekannt und diesem gegenüber einen Trumpf auszuspielen gesucht hat. 15 Daß aber Jocundus auch später schrieb als der Kompilator von T und diesen benutzte, zeigen seine Munolf- und Gundolfpartien, die ganz mit T übereinstimmen und ferner diejenige Stelle, an der er sich ebenso wie T an Herger anschließt, vgl. S. 276 = 282. Besonders spricht für die Benutzung der Version T durch Jocundus der 20 mi t T fast wörtlich übereinstimmende, auf S. 277 mitgeteilte Passus. Wenn T hier die Bischöfe zwischen Gundolf und Hubert anführt, so nat das darin seinen Grund, daß der Bearbeiter diese Bischofsreihe an der den Gesta entsprechenden Stelle (G. 88, 7 f.) gestrichen hatte, nni sie hierher zu setzen. Jocundus bringt die Reihe aber doppelt: 25 e mmal in dem erwähnten T-passus und zum andernmal an demselben Ort, an dem ihn die Gesta (Jo. 99, 15 f.) haben. Es zeigt dies zugleich, wie stumpfsinnig Jocundus kompilierte.* Endlich fällt das sehr merkwürdige Additamentum (vgl. G. 119,19 f.) schwer dafür in die Wagschale, daß Jocundus nach den Gesta und 30 T schrieb. Unter dem ponüfex Adelbertus kann kaum jemand anders als Albert von Lüttich gemeint sein. Als dieser das „Martyrium" erlitt, war der Veldecke'sche Servatius bereits ausgegeben. Das Werk * Jocundus ist von P. J. Block, Geschichte der Niederlande, Gotha 1902 I 208, 35 viel zu hoch eingeschätzt, wenn von ihm gesagt wird, .auch er gehört zu den Schreibern, die Zeugnis gaben von wissenschaftlicher Entwickelung in geistlichen Kreisen*. XXVIII Einleitung. Erstes Kapitel des Jocundus gehört also möglicherweise erst in das dreizehnte Jahrhundert. Wenn es vor Veldeckes Servatius erschienen wäre, dann wäre übrigens merkwürdig, daß in einer solchen Tendenzschrift wie Veldeckes Gedicht, die die Polemik nicht scheut, Jocundus nicht abgefertigt wurde. In Maastriecht saß man doch an der Quelle und wußte man, was man wollte! Während wir aus T die Gründe nicht mehr herausfinden konnten, weshalb die Kompilation vorgenommen wurde, so ist der Anlaß, den Jocundus nahm, klar. Er schrieb, um die Schlüsselübergabe Petri 10 an Servatius zu tilgen. Das im Anhang Nr. II 1 mitgeteilte Stück zeigt deutlich, wie Jocundus umgearbeitet hat. Es steckt in den Worten, mit denen er den Maastriechter fratres, in deren „Auftrag" er schreibt, zeigt, daß ihr Schutzpatron trotz seiner Gebete nichts erreicht hat, eine diabolische Freude. Der Schutzpatron geht leer aus. 15 Er erhält das Versprechen, daß er in den Himmel kommt, während seine Gemeinde untergehen wird. Den Himmelsschlüssel erhält er nicht. Von ihm ist in der ganzen Arbeit des Jocundus nur einmal (Jo. 94, 34) flüchtig die Rede. Seine Tendenz ist also klar. Als Greifeid das Verhältnis von Jocundus zu den Gesta unter- 20 suchte, fiel ihm auf, daß Jocundus mehr biete als die Gesta, und er kam deshalb zur Ansicht, die Gesta hätten den Jocundus benutzt. Aber dieses Mehrbieten war eine Absicht des Jocundus. Er wollte den Anschein erwecken, als wisse er mehr als der Verfasser der Gesta. Aus keinem anderen Grund ist ihm der martir glorlosus pontifex 25 Adelbertus entschlüpft. Was er über den Tod Wilhelms von Utrecht mehr weiß (siehe G. 118,9), ist böswillige Fabel, die an die ebenfalls Wilhelm nicht wohlgesinnte Stelle der Gesta anknüpft. Die Abweichungen in dem dem Kapitel 44 der Gesta entsprechenden Passus scheinen auf einem Nichtverstehen der Gesta zu beruhen. Was so Jocundus über den Abfall Giselberts von Lothringen mehr berichtet, knüpft lediglich an den ungeschichtlichen Bericht der Gesta in Kapitel 47 an und macht ihn noch fabelhafter. Wenn Jocundus in der Erzählung von der Anwesenheit Heinrichs III. in Maastriecht (vgl. G. 103,1 f.) von einer Königskrönung in St. Servais berichtet, die unter Assistenz 35 von burgundischen und italienischen Bischöfen vorgenommen worden sei, so hat niemand diese Fabel ernst genommen. Noch weniger glaubhaft ist aber, daß Heinrich IV. gelegentlich der von seinem Vater Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts XXIX angeordneten Festlichkeit (vgl. G. 102,10 f.) consecratus per virum apostolicum magnum Leonem, tocius regni et voto in regem sei (Jo. 110, 8 f.). Die Geschichte ist ein hübsches Gegenstückchen zum Schlüsselwunder der Gesta. Sie zeigt deutlich die kirchliche Gesinnung des Jocundus. Charakteristisch dafür ist auch, daß er in 5 seiner Vita die Euchariuslegende nur flüchtig (vgl. Jo. 92, 9 f.) berührt, wie er überhaupt im Verschweigen der ihm nicht passend und Betonen der ihm nützlich erscheinenden Punkte Meister ist. Mit der Tendenz und dem Streben des Jocundus mehr als die Gesta zu bieten, hängt noch eine andere absichtliche Eigentümlich- io keit seines Werkes zusammen. Wenn man es der Form nach charakterisieren sollte, so wird man am besten einen Ausdruck der antiken Literaturgeschichte anwenden und sagen, es trägt hypomnematisches Gepräge. Der hypomnematische Stil war in der Antike schon von den Publizisten gerne geübt. Er hinterließ beim Leser den Eindruck a des Unmittelbaren; es schien als habe der Verfasser seine Gedanken, wie sie ihm kamen, niedergeschrieben. Man konnte so den Leser leichter gegen oder für etwas einnehmen. Auch bei Jocundus zeigt sich dieses Streben. Seinem Werke mangelt scheinbar jeder Plan. Wirr geht alles durcheinander. Die feine, historisch und inhaltlich scharf- 20 sinnig aufgestellte Disposition der Gesta in dem die Wunder behandelnden Teil ist jäh und geschmacklos durchbrochen. In der ei gentlichen Vita ist es ebenso. Aber nur so bot sich Gelegenheit allerhand Abweichungen anzubringen, die für des Verfassers Zweck wichtig sind. In den Gesta wird der Effrataprozeß auf der Kölner 25 Synode so erzählt, als habe Servatius den Vorsitz geführt, als habe er den hl. Severin eingesetzt. Jocundus kommt an der den Gesta e ntsprechenden Stelle nur kurz auf diese Synode zu sprechen, aber er publiziert kurz vor der Translatio das angebliche Abstimmungs- Protokoll (Anhang Nr. II 3 folgend auf den S. 277 Anm. zitierten so Passus) und zeigt so, daß die Sentenz des hl. Servatius eine von den vielen war, aber nicht mehr oder weniger hervorragend als die andern. Über die Verwandtschaft des Servatius mit der heiligen Familie, die der Verfasser schon im Prolog (Jo. 88, 26 f.) behandelt hat, schiebt er an einer andern Stelle seiner Vita einen theologisch 35 Un d sprachwissenschaftlich gelehrten, kuriosen Exkurs ein, von dem m an nicht weiß, ob er ernst oder ironisch gemeint ist. XXX Einleitung. Erstes Kapitel Mit dem hypomnematischen Charakter des Werkes hängt eng zusammen, daß Jocundus so tut, als erdrücke ihn die Fülle des Stoffes. Daher die häufigen Anfänge und Anreden, wie Revertamur Herum nunc, dilectissimi, ad . . . Servatium Jo. 93, 2 f. Audite, karissimi, 5 et hoc quod circa idem fere tempus Jo. 103, 15. Eadem, karissimi, in possessione factum est Jo. 104, 12. Quod quibusdam ex vobis, carissimi, narrantibus audivimus, revera et agnovimus, huic opus- culo nunc inserere . . . necessarium duximus Jo. 107, 22. Adest nunc, dilectissimi, tempus quod supra promisimus Jo. 111, 56. Veniendum jo est nunc, dilectissimi, ad . . . Jo. 113, 38 und ähnliches. Überall sucht er dabei durch eine geschwätzige Fülle zu wirken, mit der er zugleich die Inhaltsleere des Vorgetragenen zu verdecken strebt. Besonders raffiniert ist das Additamentum angebracht. Es steht nach der Apologie des Verfassers, sieht also wirklich wie ein späterer Zu- 15 satz aus. Der ahnungslos an die Schrift des Jocundus herantretende Leser mußte schließen, daß dem Verfasser der Gesta das Additamentum des Jocundus schon vorgelegen habe, während zur Zeit als Jocundus seine Apologie schrieb, die im Additamentum erzählten Vorgänge ihm noch nicht bekannt gewesen zu sein schienen. Daß 20 das Additamentum nicht von Jocundus herrühre, darf als ausgeschlossen gelten: Stil und Tendenz desselben verraten in jeder Hinsicht seine Person. Aber ein Rätsel wird es vorläufig bleiben, vielleicht auch immer. Die darin behandelte Geschichte hat offenbar noch im dreizehnten Jahrhundert zu Rechtsstreitigkeiten geführt. Vielleicht gibt 25 darüber einmal noch lokalgeschichtliche Forschung Aufschluß. Auch Jocundus selbst wird uns eine nebelhafte Persönlichkeit bleiben. Sein Name ist sehr vielsagend, aber kaum der wirkliche. Man hat ihn für einen Franzosen gehalten. Vielleicht mit Recht. Er ist ein pfiffiger und geschwätziger, aber doch immer liebenswürdiger 30 Windbeutel, der vom Augenblick und für den Augenblick lebt. Er redet von allen Personen nur in den wohlwollendsten Superlativen und findet das, was ihm nicht behagt, mit einem wohlwollend-be- dauernden Ton schrecklich und entsetzlich, vergißt aber ebenso schnell, was er gesagt hat. Ich habe das Gefühl, wir Philologen werden mit 35 diesem Mann nicht fertig. Er wird uns immer zum Narren haben. Zweites Kapitel Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts 1. Der Servatius Heinrichs von Veldecke rVe Untersuchungen, die im vorhergehenden angestellt worden sind, haben ergeben, daß seit den Gesta episcopum Leodiensium des 5 Herger von Lobbes die Servatiuslegende eine politische Legende geworden war, daß sie die Interessen des deutschen Königtums vertrat. Es waren das wichtige Symptome. Es begannen sich jene Anschauungen über Kirche und Staat auszubilden, die sich sechzig, siebzig Jahre später die ritterlichen Gesellschaftskreise zu eigen machten. 10 Die Zeit Heinrichs IV. ist gerade für die kulturelle Entwicklung des niederländischen Adels und somit auch für die kulturelle Blüte des deutschen Adels überhaupt äußerst wichtig geworden. Sie bildet ein vermittelndes Glied zwischen dem Vorherrschen geistlicher Weltanschauung im zehnten und elften Jahrhundert und deren Ablösung 15 durch einen weltlich-ritterlichen Ideenkreis. Dadurch, daß zur Zeit Heinrichs IV. in den Niederlanden im wesentlichen Geistlichkeit und Adel auf seiten des Königs gegen den apostolischen Stuhl stand, bekamen beide eine höhere politische Reife. Sie lernten aufeinander Rücksicht nehmen, um einander nicht zu verlieren. Das Herrenwort: 20 Heddite igitur quae sunt Caesaris, Caesari, et quae sunt Dei, Deo w ar wohl dazu angetan Bedenken und Meinungsverschiedenheiten bei einem solchen Block zu beschwichtigen und zu beruhigen. Es ließ sich für die verschiedensten Lagen verschieden auslegen und Freunde und Gegner konnten sich gleichmäßig damit bei einem eventuellen 25 Rückzug moralisch decken. Schon unter Heinrich IV. beginnt also m den weltlichen Kreisen eine Opposition gegen die streng geistliche Gedankenwelt, die aber nicht Opposition genannt werden will, sondern im Gegenteil unter Beobachtung aller kirchlichen Gebote und Formen XXXII Einleitung. Zweites Kapitel ihre nichtkirchlichen Anschauungen zu verbergen sucht. Daß hierbei nur zu leicht Lüge und Selbsttäuschung, Frivolität und Leichtsinn sich einschleichen konnten, ist begreiflich. Es ist wohl kein Zufall, daß gerade der erste deutsche ritterliche 5 Dichter, Heinrich von Veldecke sich die Servatiuslegende zum Vorwurf nahm, und daß hierzu ihn eine Gräfin von Looz* ermunterte, eine Frau aus einem Hause, das, wo wir es urkundlich verfolgen können, stets in der Umgebung der Könige und der Bischöfe von Lüttich zu finden ist. Selbst Graf Ludwig, der Gemahl von Heinrichs 10 Gönnerin, ist im Gefolge Friedrichs I. nachweisbar. Die nahen Beziehungen, die Veldecke nach seinen eigenen Aussagen (Serv. I 3225 f. II. 2916 f.) zu St. Servais in Maastriecht unterhielt, würden gewiß auf den ersten Blick genügend erscheinen, um Heinrichs Stoffwahl menschlich und psychologisch zu erklären. Wir wissen aber auch, daß i5 wahrscheinlich schon seit Heinrichs IV Zeiten die Propstei von St. Servais in Maastriecht dauernd mit der Kapelle verknüpft war (siehe H. Bresslau, Handbuch der Urkundenlehre I 332 Anm. 2), daß also von St. Servais aus immer königlich gesinnte Politik getrieben wurde. Da gewinnt das Hervorholen der Servatiuslegende durch 20 Veldecke und das Haus Looz doch eine andere, nämlich politische Färbung. Diese tritt auch deutlich hervor, sobald man die Quellen Veldeckes zum Vergleich heranzieht. An mehreren Stellen seines Gedichtes kommt Veldecke auf die Schlüsselgewalt zu sprechen. Seine Quellen sind an der entsprechenden 25 Stelle entweder nicht so ausführlich, oder weisen überhaupt nicht darauf hin: Vd. I 1738 f. einen slotel gaf he hem in die hant ..... he gaf hem die sehe gewalt, die hem (sc. Petrus) got hedde gegeven over die dode ende over die leven . dat was wäre orkonde, dat he bonde ende ontbonde sondge ende gerechte, heren ende knechte, beide man so ende wif, in den dot ende in den lif, dat he's gewaldich wäre, * Ober das Geschlecht gibt am besten Auskunft der Gothaer Hofkalender (1909 S. 160) unter Looz und Corswarem, und O. T. v. Hefner, Stammbuch des Adels in Deutschland 2, 380b, auch E. H. Kneschke, Neues allgem. Adelslexikon 6, 10 f. Ferner verweise ich auf K. F. Stumpf, Die Reichskanzler Nrr. 2889 a, 2953, 3258 und III 1, 108 35 Nr. 96. H. Simonsfeld, Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Friedrich I. 1, 70; 1, 179; 1, 189 Nr. 140. Es sei übrigens bemerkt, daß ich Behaghels Untersuchungen über die Gräfinnen von Looz an den Quellen nachgeprüft und in jeder Weise bestätigt gefunden habe. Ich setze die Bekanntschaft mit Behaghels Ergebnissen deshalb einfach beim Leser voraus. Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts XXXIII Servatius die mare, so wie dat des geroechde, dat he hulpe an heme soechde ende heme genade bade, dat he heme genade dade van sinen sonden . dat he heme daraf ontbonde, die gewalt gaf heme die godes son; ende die's niet enwolden doen, so we verdiende sinen toren, dat he beide hede verloren, beide sele ende lif, het wäre 5 man ofte wif, si ensoechden sine holde ende beterden her skolde (== G. 47, 4 f.); I 2727 f. Sente Peter min meister, he hebbet mich die gewalt gegeven, weit ir kerstelike leven, beide wif ende man, 'weme so dat got gan, dat he miner rades welle plegen, dien mach ich helpen ende wegen ende dien mach ich verdingen ende vor gode 10 bringen . des bin ich koene ende halt: alle die selve gewalt, die sente Peter hebbet van gode, die gevet mich die godes bode, dat ich bonde ende ontbonde met solken orkonde, als ich wale beteinen mach (= G. 56, 4 f.); II 254 f. si begonsten doe te merken, dat die goede sente Servas in groter werdidieide was . . . ende dat hem got 15 sinen arbeit te Romen so wale vergalt, doe hem sente Peter die geaalt met den slatel doe gaf . (f. G.) II 2766 f. he (Servacius) en- verloste mich niet aleine, van den vreiseliken valle* wan sine holden a He, die iet dorcfi hem hadden gedan, so vele, als he're wolde ont- fan, die vervroude er ende getroste . van alre sorgen he se ver- 20 os te, der warige godes holde, den he doe helpen wolde, sente Servas, Christus bode, die die warheit (?) hevet van gode, die hem got te Romen gaf bi sente Peteres graf . . . Sente Peter hem riet, dat ne • . . vor die seien bade : sente Servas, die godes holde, alle, die ne verlosen wolde, getrosten ende ontbinden, die solden genaden 25 binden . Sente Peter, die dar was gesant, den slotel gaf he hon in die hant . . . der notholper sente Servas, he hevet menger moeder Rint getrost da bevoren ende sint ende menge sele ontbonden, die genade an hem vonden mennich hondert dusont ende noch doet te m enger stont alre tide gelike (= G. 132, 16; 135, 21 f.) und II 2941 f. so rieinrik, die dat berichtede ende in dudesken dichtede ende alle, aiß s hem baden ende helpe dartoe daden , ende allen, dien't lief was, en moet got ende sente Servas verlosen ende ontbenden, als si d it leven enden, (f. G.) Es ist bemerkenswert, daß Veldecke richtig die Formel lösen und binden braucht, und nicht wie die Quellen den (35 Ausdruck Julius I.: „öffnen und schließen". Das deutet auf genaue Kenntnisse über diese dogmatische Frage. w "helm, S. Servatius III XXXIV Einleitung. Zweites Kapitel Auf politische Tendenz weist auch der breite und absichtliche Exkurs bei Veldecke über die Aposteleigenschaften des hl. Servatius, die in den Quellen so ausführlich und pointiert nicht behandelt werden. Aus dem langen Passus I 641—730 hebe ich besonders 5 folgende Stellen hervor: 689 got van himelrike dede dar beskeide- like sente Servas grot ere, dat wir nie envernamen mere, dan van den apostelen hie bevoren, die he sich selve hade vercoren, onse here Jesus Cristus und 713 he (Gott) 's wale geweldich was, dat he den goeden sente Servas dede die selve genade, dat he was sin io gerechte bode, die wile dat der goede man dat messegewade hade an ende godes worde dar sprak, dat hem des niet engebrak, si en- vernamen't alle gemeine, beide grot ende kleine, die lade, die he lerde. (G. 15, 7 f.; 29, 5 f.) Kurz und gut: es kann keinem Zweifel unterliegen, Veldecke hat 15 an mehreren Stellen seines Servatius Spitzen gegen die päpstliche Schlüsselgewalt und somit gegen den Primat des apostolischen Stuhles selbst angebracht. Er wird durch die Zeitläufte und die Verhältnisse der politischen Partei, der er angehörte, dazu veranlaßt worden sein. Wir müssen darauf näher eingehen. 20 Seit den Tagen Gregors VII. hatten die wissenschaftlichen Auseinandersetzungen über die priesterliche Schlüsselgewalt nicht geruht. Man erörterte ihr Wesen; man stritt, ob die Päpste berechtigt seien das dem Apostel Petrus verliehene Amt der Schlüssel auszuüben oder nicht, man schrieb über den Umfang dieses Amtes und die Kompetenzen der es aus- 25 übenden priesterlichen Instanzen. Der politische Charakter des Amtes, wie es die Päpste für sich in Anspruch nahmen und zur Geltung zu bringen suchten, war seit 1076 nicht mehr zu leugnen. Aber während damals die mächtigen Wirkungen der Schlüsselgewalt sich an Königen, hervorragenden Reichsfürsten und einflußreichen Reichsbeamten zeigten, so bereitete sich seit Anfang des zwölften Jahrhunderts eine Tendenz von noch höherer politischer Tragweite vor, welche nicht nur die Höchsten im Staate, sondern seinem subjektiven Empfinden nach noch mehr den gemeinen Mann traf. Es war das Streben für jedes Glied der Kirche die Beichte, die confessio, als Pönitenten vor dem Priester 35 obligatorisch zu machen. Bei den großen Umwälzungen, welche sich damals in der abendländischen Theologie vollzogen, traten die Erörterungen über die Schlüsselgewalt und die Art und Weise, wie der Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts XXXV Pönitent theologisch zu behandeln sei, nicht einzeln auf, sondern stets verquickt mit einer Menge anderer, für die Ausgestaltung des Dogmas scheinbar wichtigerer Fragen. Die verschiedenartigen weltlichen Interessen, die durch diese Erörterungen berührt wurden, machten es unmöglich, daß die wissenschaftliche Diskussion sich 6 fern vom Parteigetriebe abspielte. Die Vertreter der wider einander streitenden Ansichten wurden durch ihre wissenschaftliche Stellungnahme zugleich in eine parteipolitische Position gedrängt, wobei es für uns oft nicht mehr zu entscheiden ist, ob der Wissenschaftler die Partei oder die Partei den 'Wissenschaftler suchte. Meist unbewußt, 10 häufig aber auch absichtlich wurden die religiösen Seiten der kirchen- Politischen Fragen in den Vordergrund geschoben. Die leitenden, sich bekämpfenden geistlichen und weltlichen Kreise einigten sich auf theologische Formeln, die für die Masse, selbst für die streitenden Wissenschaftler, der Grund des Streites zu sein schienen, für sie aber 15 nur Symbole für die von ihnen vertretenen politischen Interessen w aren. Zwar stand im zwölften Jahrhundert der Kampf um das Altarsakrament, standen christologische Streitigkeiten im Vordergrund, aber die Anhänger des Primats sahen es dabei im Grunde darauf ab, cne Stellung des Priesters in Staat und Gemeinde zu festigen, die 20 pnesterlichen Funktionen zum Mittelpunkt für die christliche Menschheit zu gestalten und so den gesamten hierarchischen Bau zu stärken. Uoch der gemeine Mann kann mit Abstraktionen, mögen sie noch so ideal sein und dem theologisch Gebildeten die Heiligkeit des Sakramentes erst offenbaren, nichts anfangen. Er muß einer realen, a Sl nnlich fühlbaren Macht gegenüberstehen. Diese Macht war die dem nester kraft der durch den Bischof vollzogenen Priesterweihe versehene, damals noch viel umstrittene Schlüsselgewalt. Sie war zwar eine kirchliche, nur in foro ecclesiae auszuübende Gewalt, aber in- de m sie ausgeübt wurde, wirkte sie nicht nur kirchlich, sondern auch 30 sozial. So hing eines am andern und die weltlichen Kreise konnten, so sehr sie vielleicht auch das Gegenteil wünschen mochten, den neologischen Auseinandersetzungen nicht unparteiisch gegenüberstehen. Sie sympathisierten, soweit sie auf seifen des Königs standen, natürlich mit den Theologen, welche entgegen der päpstlichen Zen- 35 alisationsidee dem Priester eine selbständigere, vom Papst unabhängigere Stellung zuweisen wollten und infolgedessen auch weniger III* XXXVI Einleitung. Zweites Kapitel Gewicht auf die Schlüsselgewalt und deren instanzenmäßige Ausübung legten. Daß hierdurch die Stellung der freier denkenden Theologen Rom gegenüber wesentlich erschwert wurde, war eine notwendige Folge dieser politischen Parteinahme. 5 Als heftigster Gegner der Schlüsselgewalt war Pierre Abelard erstanden. Das wichtigste, was er dagegen gesprochen hat, haben wir vielleicht nicht mehr. In seiner Ethica seil Scito te ipsum 26 (MSL. 178, 673 C f.) bekämpft er auf das entschiedenste die päpstlichen Ansprüche auf das Schlüsselamt Petri und erklärt die Binde- io und Lösegewalt als eine nur dem Petrus und den von Christus auserwählten Aposteln verliehene (vgl. auch A. Gietl, Die Sentenzen Rolands, S. XXX und 269, 30), zu deren Ausübung nur noch die berechtigt sind, die nach einem Ausspruch des Origines und ähnlichen Äußerungen des Hieronymus und Gregor des Großen so leben, i5 daß die Pforten der Hölle nichts gegen sie vermögen und auf ihnen die Kirche gebauet werden könne (MSL. 178, 675 A). Wenn aber diese zur Ausübung der Schlüsselgewalt befähigten Personen in der Ausübung ihres Amtes einen Irrtum, eine Ungerechtigkeit begehen, so wäre es sündhaft anzunehmen, daß nun Gott diesen Irrtum billigen 20 und die durch die mangelnde discretio irrtümlich für gelöst oder gebunden erklärten Pönitenten, auch seinerseits für gelöst oder gebunden erklären würde. So haben de facto nach Abelard nur Petrus und die von Christus erwählten Apostel die volle, nicht irrende Schlüsselgewalt inne. Es war bei der starken Opposition, die sich gegen die Abelardsche 25 Theologie geltend machte, zu erwarten, daß gerade diese seine Ansichten über die Schlüsselgewalt nicht unwidersprochen blieben. Abe- lards einflußreichste Gegner, die Victoriner, haben denn auch sich eingehend mit dem Schlüsselamt Petri beschäftigt: Hugo von St. Victor im sechsten Traktat seiner Summa Sententiarum Kap. 14 (MSL. 176, so 152A f.) und Richard von St. Victor in einer eigenen Schrift: De potestate ligandi et solvendi (MSL. 196, 1159 C f.). Sie legen nicht wie Abelard das Hauptgewicht auf die Persönlichkeit und den Lebenswandel, durch die sich die Befähigung das Schltisselamt auszuüben ergäbe, sondern auf das priesterliche Amt selbst. Sie halten also 35 die Schlüsselgewalt für eine zweifelsohne noch auf Erden existierende und auszuübende Gewalt und verwerfen somit ihre Beschränkung auf die auserwählten Apostel. Sie geben zwar zu, daß ein Priester als Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts XXXVII Mensch nicht die nötige discretio besitzen könne, um die postestas Ugandi et solvendi zu handhaben, aber kraft der bischöflichen Ordination, durch die ihm die Schlüsselgewalt übertragen wurde, wirke er überhaupt nicht als Person, sondern durch seine priesterliche Funkhon als richtende Kirche, welche nicht ungerecht sein könne. Diesen 5 Ansichten pflichteten Roland, der spätere Papst Alexander III., in seinen Sentenzen (hg. A. Gietl) 264, 16 f., Omnebene und Petrus Lombardus Sentenzen IV. Dist. 19 (MSL. 192, 890) bei. Während nun Roland und der Lombarde darin mit den Victorinern ei nig sind, daß die Schlüsselgewalt durch den als richtende Kirche 10 fungierenden Priester ausgeübt werde, so sind sie doch über das Verhältnis dieser bindenden und lösenden priesterlichen Funktion zu dem bindenden und lösenden Christus nicht der gleichen Ansicht. Roland, der Hugos Sentenzen genau kannte, formuliert Sent. 247, 5 f. seine Meinung so, daß ihn zwar die Victoriner für ihren Anhänger in dieser 15 ^rage halten konnten. Er brauchte aber nicht als solcher zu gelten. Uas war wohl Absicht. Petrus Lombardus dagegen sieht in dem die Schlüsselgewalt handhabenden Priester lediglich die äußere Anerkenntnis der richtenden Kirche, daß der Pönitent von Gott gebunden oder gelöst und als solcher auch von der kirchlichen Gemeinschaft anzusehen 20 se i- Nicht die richtende Kirche bindet oder löst nach ihm, sondern S1 e urteilt nur, daß Gott gebunden oder gelöst habe. (MSL. 192, 887 f.)* Ganz anders die Theologen von St. Victor. Nach Hugo — und er knüpft dabei an die am schärfsten von Leo dem Großen, in Deutschland besonders durch Burchard von Worms** vertretene Auf- 25 assung an — ist die richtende Kirche die unbedingt notwendige Mittlerin zwischen Gott und dem Pönitenten. Nur auf ihre Fürbitte nin^bei Gott und durch die Erfüllung der von ihr dem Pönitenten Wenn ich auf das Dekret Gratians nicht eingegangen bin, so hat das seinen rund darin, daß es die verschiedenen über die Schlüsselgewalt, bez. die Beichte 30 Ziehenden Ansichten referiert, ohne eine Entscheidung für oder wider zu treffen (vgl. Decreti Pars II, causa XXXIII, quest III cap. 89 = E. Friedbergs Ausgabe I 1189 Un( l dazu G. E. Steitz, Das römische Bußsakrament, Frankfurt a. Main 1854, S. 131 f.). ** Bei Burchard 19, 3 (= MSL. 140, 950A f.) bittet der Priester als Mittler Gott m ° ie rechte compunctio (= contritio) für den ihm nahenden Sünder. Sie ist 35 also notwendig für den Löseakt, tritt aber nicht vor dem Willen zu beichten, sondern nach der Erklärung dieses Willens vor dem Priester und dem darum internierenden, priesterlichen Gebet ein. Vgl. A. M. Koeniger, Burchard I. von Worms Wunchen 1905, S. 132 f. XXXVIII Einleitung. Zweites Kapitel auferlegten Satisfaktion wird der Pönitent gelöst. Die unerläßliche Vorbedingung für den Pönitenten, um die Vermittelung der richtenden Kirche zu erlangen, ist die confessio vor dem Priester. Nicht die con- tritio (compunctio) bildet also, wie der größte Teil der vorhugonischen 5 Theologie in praxi annahm, den Gipfelpunkt des Löseaktes für den Pönitenten vor Gott, sondern die confessio. Die contritio ist zu einem vorbereitenden Grad herabgedrückt. Während also die ältere Theologie in der confessio lediglich einen legalen, Gott wohlgefälligen, aber für die Lösung des Sünders vor Gott nicht unbedingt 10 notwendigen Akt sah, der sogar, wenn die Zeit dazu fehlte, ohne Schaden für das Seelenheil des Pönitenten unterlassen werden könne, und während Abelard das Unterlassen der confessio, auch wenn der Pönitent sie zu leisten Zeit und Gelegenheit gehabt hätte, zu verteidigen weiß (s. MSL. 178, 669 B f.), ist sie bei Hugo un- 15 bedingt notwendig. Erst die durch den Priester ausgesprochene Lösung bewirkt nach ihm die Sündenvergebung (MSL. 176, 147B f.). Wenn Roland die confessio ebenfalls für unbedingt notwendig erklärt, so wird man annehmen dürfen, daß er im stillen der hugo- nischen Auffassung über die zwischen Gott und dem Pönitenten ver- 20 mittelnde Funktion des Priesters beipflichtete und nur als vorsichtiger Mann eine feste Formulierung vermied, um den Lauf der Dinge abzuwarten. Daß sich gegen die hugonische Bußauffassung, die dem Priester die mächtigste Stelle gegenüber der sündigen Menschheit anwies, 25 Stimmen geltend machten, war natürlich. Schon daß der Lombarde Hugo nicht beipflichtete, war genug. Hugos bedeutendster Schüler Richard hat denn auch durch einen weiteren Ausbau der hugonischen Bußlehre versucht manches abzuschwächen, indem er nicht die Lösung von der Schuld, die nach ihm nur Gott vollzieht, sondern die Lösung 30 von der ewigen Strafe den Priester vollziehen läßt; ein deutlicher Beweis, daß Richard die gegenteiligen Ansichten berücksichtigt hat. Aber an der Mittlertätigkeit des Priesters zwischen Gott und dem Menschen hält er fest und die confessio des Pönitenten ist auch für ihn unerläßliche Vorbedingung. 35 Welches Interesse man diesen von der eben sich bildenden kanonischen Disziplin behandelten Fragen über die Schlüsselgewalt auch in Deutschland entgegenbrachte, zeigt der apokryphe Briefwechsel Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts XXXIX Friedrichs I. mit Hillin von Trier und Hillins mit Papst Hadrian IV.* Er ist besonders deshalb für uns hier interessant, weil er unter anderem auch in einem Kopialbuch aus der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts von St. Stablo überliefert ist, also bald nach Entstehung in der Lütticher Diözese kursiert haben wird. Freilich die Ansicht, daß der 5 anonyme Verfasser einem Papsttum deutscher Nation, einer deutschen Nationalkirche das Wort rede, ist irrig. Romantisch-liberale Parteiideale aus der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts sind in diese Schriftstücke hinein interpretiert worden und werden immer wieder hineingelegt. Aber das Mittelalter hat weder den Staats- und Völker- 10 rechtlichen Begriff der Nation des neunzehnten Jahrhunderts gekannt, noch den eng damit zusammenhängenden der Nationalkirche. Für die mittelalterliche Menschheit gab es nur eine Kirche, die von Christus auf Petrus und den Aposteln gegründete. Traten Erscheinungen auf, die als nationalkirchliche Tendenzen gedeutet werden 15 könnten, so waren es nicht nationalistische, sondern kirchenrechtliche Streitigkeiten zwischen der Kurie und einzelnen Bischöfen oder solchen untereinander um primatale Zuständigkeit. Selbst die Bestrebungen Hilduins von Saint Denis und Hinkmars von Reims waren im Grunde genommen nichts anderes. 20 Der apokryphe Briefwechsel knüpft an das auf dem Reichstag zu Besancon 1157 vor den Reichsfürsten vom damaligen Kanzler Reinald v on Dassel verlesene Schreiben Hadrians IV. vom 20. September desselben Jahres und an Friedrichs I. an die Reichsfürsten darüber gerichtete Zirkularnote (Rahewin III 10 — MG. SS. XX 422, 19 f.) an. 25 Diese hat dem Verfasser sogar vorgelegen. In dem Friedrich untergeschobenen Schreiben wird Hillin aufgefordert sich mit seinen Suffra- ganen gegen Hadrian zu erheben. Die Berechtigung zu einem solchen Schritt wird damit begründet, daß wenn auch Hadrian zu dem äußersten ln m Z u Gebote stehenden Mittel, zu seiner, des Kaisers, Exkom- 30 niunikation greifen sollte, diese wirkungslos wäre, weil der die Schlüsselgewalt auszuüben verlustig ginge, der sie unrecht, nach eigenem Gutdünken handhabe und nicht nach dem Verdienst der Untergebenen. Es wird auf denselben Ausspruch Gregors des Großen hingewiesen, * Ich zitiere nach der Ausgabe von W. Wattenbach im Archiv für Kunde 35 österreichischer Geschichtsquellen 14 (1855), 86 f. Die Literatur darüber ist bei H. Simonsfeld a. a. O. Friedrich I. 1, 616 Anm. 56 zusammengestellt. XL Einleitung. Zweites Kapitel den schon Abelard zur Stütze seiner Ansicht herangezogen hatte. Daß er aber sich gerade an Hillin wende, begründet Friedrich damit, daß jenseits der Alpen Hillin als Inhaber des dem Maternus verliehenen Stabes Petri Primas sei und sich infolgedessen am besten 5 dazu eigne eine solche Aktion einzuleiten. Hillin hat nichts Eiligeres zu tun, als Friedrichs Schreiben an Hadrian zu übersenden. Dieser antwortet in ebendemselben maßlosen Ton, den Friedrich in dem Brief an Hillin angeschlagen hatte. Er, der die geistlichen Waffen besitze, stehe über Friedrich und habe auch die Gewalt ihn zu binden, 10 da sein Ausspruch die Schlüsselgewalt repräsentiere. Nicht von des deutschen Königs, sondern von seinem Willen hänge die Verleihung der Kaiserkrone ab. Die Handlungen der Nachfolger Petri seien aber solcher Natur, daß sie, sobald sie in angemessener und gerechter Weise vorgenommen würden, nicht als durch diese Nachfolger, sondern 15 als durch Gott selbst geschehend erachtet werden müßten. Auf eine ernstliche Auseinandersetzung über das Wesen der Schlüsselgewalt läßt sich Hadrian nicht ein, obwohl die Anzapfungen Friedrichs Anlaß genug dazu gegeben hätten, und eine Präzisierung des päpstlichen Standpunktes einem geistlichen Würdenträger wie Hillin gegen- 20 über wohl angebracht gewesen wäre. Interessanter ist aber noch ein anderer Punkt, über den in Hadrians Brief mit Stillschweigen hinweggegangen wird. Kein Wort wird nämlich über die Hervorhebung der Trierer Primatalrechte über die Kirchenprovinzen diesseits der Alpen verloren und noch weniger darüber, daß man eventuell daraus die Be- 25 rechtigung zu einem antipapalen Vorgehen im Reichsinteresse herleiten könne. So etwas hätte Hadrian nicht durchgehen lassen. Diese Tatsache, daß in dem apokryphen Schreiben Hadrians gegen solche der päpstlichen Politik feindliche Tendenzen kein Widerspruch erhoben wird, gibt den Schlüssel an die Hand, um den Zweck des 30 Briefwechsels zu erkennen. Nicht Sorge um die Einigkeit und um den Frieden im Reich haben ihn entstehen lassen, sondern ganz gewöhnliche, egoistische Trierer Diözesaninteressen. Es war gezeigt worden (S. XXI 10), wie man vor nicht allzulanger Zeit, vielleicht auch nicht ohne Einfluß der Gesta sancti Seruatii, durch die Erhebung der 35 Reliquien des Apostels Matthias den Trierer Stuhl als einen apostolischen oder wenigstens einen unter speziellem apostolischen Schutze stehenden hinzustellen sich bemühte. Jetzt griff man auf die alte Diözesan- Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts XLI legende vom hl. Eucharius zurück und betonte von neuem den Zusammenhang mit dem hl. Petrus. Aus Friedrichs Schreiben ging hervor, daß der deutsche König die apostolische Eigenschaft des Trierer Stuhles anerkannte, und aus dem Hadrians, daß man seitens der Kurie nichts dagegen einwende. Friedrich erklärte Hillin für den 5 Primas diesseits der Alpen und Hadrian schien durch sein Schweigen diese Auffassung zu billigen. So leitete man in das staatsrechtliche Gebiet über. Aber in diesem Fabrikat lag noch viel mehr Perfidie! Keiner der beiden Teile, weder der Kaiser noch der Papst, konnte, °hne sich eine Blöße zu geben, offiziell dagegen auftreten, denn der 10 Briefwechsel ist nie als offizielle Korrespondenz ausgegeben worden. Hätte sich aber trotzdem eine der beiden Parteien dagegen gewandt, dann hätte sie eine für sich ungünstige Stimmung in Trier veranlaßt, und das zu tun war zum mindesten unnötig. Im Gegenteil, es war m jeder Hinsicht Zurückhaltung geboten; denn der Verfasser des 15 Briefwechsels hatte es wohl verstanden beiden Parteien, sowohl dem Kaiser wie dem Papst, wissen zu lassen, wie der Trierer Stuhl im r'all eines verschärften Konfliktes zwischen der geistlichen und der Weltlichen Gewalt sich eventuell verhalten könne. Der kaiserlichen Partei gab er zu verstehen, daß man zum Beispiel die dogmatische 20 ^rage über die Schlüsselgewalt aufrollen und damit die Massen bewegen könne, der päpstlichen, daß man unter Umständen eine Vermittlerrolle zu übernehmen geneigt sei und möglicherweise sogar zu etwas mehr, zu dem Reich schädlichen Indiskretionen zu bewegen wäre. Beiden Parteien zugleich sagte man aber, daß es vielleicht 25 atn vorteilhaftesten wäre, im gegebenen Fall sich mit einer wohlwollenden Neutralität des Trierer Erzbischofs genügen zu lassen. Man sieht, der Briefwechsel ist verfaßt, um nach verschiedenen Seiten hin Stimmung zu machen. Er ist nicht ein bloßes Diktamen, wie die Historiker seit Wattenbach gewöhnlich annehmen, sondern ein 30 ür bestimmte Diözesanzwecke, mit der Absicht ihn zu verbreiten ausgegebener Artikel, ein echtes Erzeugnis der damaligen Publizistik. Man sollte überhaupt nicht zu dem Mittel greifen, Stücke politischen nhalts, die sich nicht recht in den Zusammenhang der offiziellen Politik einer geschichtlichen Periode einreihen lassen, mir nichts dir 35 nichts für Diktamina zu erklären: dann hört doch jede historische Kritik a nf. Oder würde ein moderner Historiker Leitartikel der Kreuzzeitung, XLII Einleitung. Zweites Kapitel der Germania, des Berliner Tageblatts oder des Vorwärts für Stilübungen ihrer Verfasser erklären, wenn sie mit der offiziellen Reichspolitik in Widerspruch stehen? Wann der Briefwechsel fabriziert wurde, wird sich nicht genau 5 feststellen lassen. Auch dürfte es kaum zu entscheiden sein, ob das in einigen Handschriften überlieferte Jahr 1158 wirklich das der Entstehung des Briefwechsels ist. Vielleicht ist es erst nach der Synode von Pavia, nach 1160, ausgegeben worden. Die dabei untergelaufenen „Fehler" (s. darüber W. Wattenbach 1. c. S. 63) können Absicht sein, io um das Schriftstück als von einem Outsider verfaßt erscheinen zu lassen. Jedenfalls stand dem Briefwechsel die Trierer Kanzlei sehr nahe, denn wo anders sollte man zu einem so hochpolitischen Aktenstück wie Friedrichs Zirkularnote gelangen? Das Schriftstück gibt uns nun aber auch erst das richtige Verls ständnis für die Absicht des Veldeckeschen Servatius. Auch bei Veldecke kreuzen sich verschiedene Interessen: Interessen der Lütticher Diözese und der kölnischen Kirchenprovinz und allgemeine Erwägungen über die kirchenpolitische Lage des Reichs. Die Zeit, zu welcher Veldecke schrieb, wird sich nur vermutungsweise angeben lassen. 20 Man wird aber richtig gehen, wenn man die sechziger Jahre des zwölften Jahrhunderts dafür annimmt. Damals drängten sich alle Fragen, die einst unter Heinrich IV. aktuell gewesen waren, besonders auch die über die Schlüsselgewalt des Papstes von neuem auf. Am 13. Februar 1160 war auf dem Konzil von Pavia durch den kaiser- 25 liehen Papst Viktor Alexander III., der ehemalige Kardinal und Rechtsgelehrte Roland, als Reichsfeind und Schismatiker mit dem Anathem belegt worden (Jaffe Reg. pont. II 2 Nr. 14428d.). Am 24. März desselben Jahres antwortete Alexander von Anagni mit der Exkommunikation Friedrichs und der Lösung seiner Untertanen vom Treueid. (Jaffe 30 1. c. Nr. 10626 a.) Dieser Zustand gegenseitiger Exkommunikation hat bis zum Friedensschluß zwischen Friedrich und Alexander, bis in das Jahr 1177 bestanden. Durch die Notwendigkeit für die verstorbenen Gegenpäpste neue zu wählen (Paschalis 1164, Coelestin 1168), wurden all die aufregenden, damit zusammenhängenden Fragen, auch die 35 über die Binde- und Lösegewalt des Papstes, immer wieder von neuem aufs Tapet gebracht und von neuem besprochen. Besonders _^ anläßlich der Wahl Paschais, der am 26. April 1164 von Bischof Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts XLIII Heinrich II. von Lüttich die Weihe empfing, und auf dem zu Pfingsten 1165 in Würzburg abgehaltenen Reichstag muß das der Fall gewesen sein. Damals war der Erzbischof von Köln und Erzkanzler von Italien, Reinald von Dassel, die einflußreichste und ausschlaggebende Persönlichkeit. Er hat es verstanden die deutschen Fürsten zu be- s wegen, die von Friedrich gewollte und eingeschlagene Politik zu billigen. Nichts war also natürlicher als daß in Maastriecht, wo man schon zu Heinrichs IV. Zeit aufmerksam den Streit zwischen der kirchlichen und der weltlichen Gewalt verfolgt, wo man für sich und die Lütticher Diözese durch die Gesta sancti Servatü Kapital heraus- 10 zuschlagen versucht hatte und wo durch die Verbindung der dortigen Kapelle mit dem Kanzleramt ein reger, politischer Gedankenaustausch m it dem Metropolitan von Köln, dem Hauptvertreter friederizianischer Politik stattgefunden haben wird, die alten Fäden wieder aufgegriffen Ur >d die Legende des eigenen Schutzheiligen wieder hervorgeholt 15 wurde. Vielleicht war die Bearbeitung T der Gesta sancti Servatü Vor nicht allzulanger Zeit infolgedessen erschienen. Auch in ihr spielt J a die Schlüsselgewalt, das Schlüsselwunder des hl. Servatius eine Hauptrolle. Und war es denn so ganz zufällig, daß ein Nachfolger auf dem Stuhl des hl. Servatius Paschal III. geweiht hatte? Ist es bloß 20 eine Laune der Überlieferung, daß wir über die guten und regen Beziehungen der kaiserlichen Päpste zur Diözese Lüttich ausgiebig unterrichtet sind (Jaffe 1. c. Nrr. 14449/50; 14469; 14483/84; 14491/92; 14503; 14505)? Ist es gar nur ein merkwürdiges Zusammentreffen, daß gerade im zwölften Jahrhundert in Lodi, einem Hauptstützpunkt 25 friederizianischer Politik in Italien, ein Petrusschlüssel auftaucht (ASS. Jun. V 454 f.),* der tolle Hunde unschädlich macht, wie der Schlüssel des hl. Servatius Mäuse, der des hl. Hubertus tobende Menschen, und daß endlich dieser wundertätige Schlüssel in der St. Peterskirche von Lodi aufbewahrt wurde, einer Stiftung des hl. Bassianus (BHL. 1040), dessen 30 Gebeine Friedrich I. und Victor III. am 4. November 1163 feierlich nach Neu-Lodi überführten (Jaffe t. c. 14480c und Petrus de Nata- Übus II 101)? Soll das alles Zufall sein? Nein! Veldecke und seine freunde haben wohl gewußt, was sie taten, als sie mit bedahtem * Ich habe nicht ermitteln können, wer unter dem Anseimus Vairanus, in dessen 35 Manuskripten die Geschichte steht, gemeint ist. Anselm der Peripatetiker, an den m an zuerst denken wird, ist es nicht. XLIV Einleitung. Zweites Kapitel sinne durch ein Gedicht dem hl. Servatius ihre Verehrung erzeigen wollten! Alles weist also darauf hin, daß der Veldeckesche Servatius in der zweiten Hälfte des siebenten Jahrzehnts des zwölften Jahr- 5 hunderts geschrieben wurde. Bei dieser allgemeinen Bestimmung wird es wohl sein Bewenden haben müssen. Denn nach 1170 wird man Veldeckes Arbeit kaum setzen dürfen: erstens weil bei der damaligen für den König wenig günstigen Situation Veldecke schwerlich so aggressiv in seinen kanonisch-dogmatischen Äußerungen ge- 10 wesen sein würde und weil zweitens der Dichter zu dieser Zeit sicher schon an der Eneide arbeitete (s. Edw. Schröder ZfdA. 47, 291 f.). Auch würde man erwarten, daß Veldecke die Gemahlin des 1171 verstorbenen Grafen Ludwig von Looz, wenn er nach 1171 geschrieben hätte, als Witwe bezeichnet und den verstorbenen Grafen in sein Ge- 15 bet eingeschlossen haben würde. Wenn ich meine ganz persönliche Ansicht äußern darf, so möchte ich Veldeckes Servatius am liebsten in die Jahre 1167/68, die Zeit des vierten italienischen Kriegs Friedrichs I. setzen.* Veldeckes nahe Beziehungen zu Friedrich I. in späterer Zeit sind 20 aus En. 13222 f. genügend bekannt. Man hat auch schon die Vermutung ausgesprochen, daß Veldecke auf Friedrichs Romfahrt 1155, sinre ersten herevart, dl he für over berge met menegen halsberge te Lancparten in dat lant gewesen sei. Aber mit Recht hat Behaghel (Einl. zur En. CLXXII) darauf hingewiesen, daß Veldecke an der Stelle, 25 aus der man diesen Schluß ziehen zu können glaubte, seine Mitanwesenheit mehr hervorgehoben haben würde, wenn es wirklich so gewesen wäre. Trotzdem werden wir aber annehmen müssen, daß Veldecke Rom und Italien gesehen hat. In seinem Servatius I 2024 f. schildert er wie sein Heiliger von Rom, nachdem er von den Hunnen ao unliebsam aufgehalten worden war, in die Heimat eilt. Es heißt da: doe he quam dorch Toskane ende dorch Lamparden, he ilde vele harde . sinen rechten wech he nam . als he ut den geberchde quam, doe volchde he der Straten ende gienc dorch Elsaten ende quam harde * Auf die Frage, wie weit die beiden Teile des Veldeckeschen Servatius auseinander liegen, lasse ich mich nicht ein. Es fehlt an Anhaltspunkten zur Entscheidung. Allzulang nach Buch I ist Buch II kaum gedichtet. Das für die damalige Zeit politisch wichtige war der Inhalt von Buch I. Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts XLV skiere in dat basdoeme van Spire. Die Schilderung des Rückweges schließt sich an G. 52, 9 f. an, aber weder Toskana noch die Lombardei werden in der Quelle genannt. Das spricht denn doch stark für die Annahme eines italienischen Aufenthaltes. Er wird aber nicht m das Jahr 1155 sondern später fallen. Barbarossa weilte auch 1167 5 in Rom. Anderes tritt indirekt bestätigend hinzu. Der Dichter bekennt sich als loyal denkenden Mann, der alles was dem Ansehen der Krone schädlich sein könnte, unterdrückt. G. 91, 4 f. wird kurz erzählt, Wl e die Römer, sich gegen die Wahl Ottos 1. zum Kaiser auflehnen, io v on diesem aber besiegt werden. Kein Wort davon bei Veldecke! Im Gegenteil, es heißt bei ihm Serv. II 1185 f. te Rotnen voer he sine vart ende warf, dat he gewiet wart herlike al openbare; doe s praken die Romare, dat si's waren vro, dat't hem was komen also, " a t ein so wale volcomen man so grote herscap da gewan, dien got 15 a l dare sande van den dudesken lande. Das zeugt nicht bloß für Kaiserfreundliche Gesinnung, sondern auch für reges, geschichtliches Interesse an der italienischen Politik des Reiches. Daß aber diese monarchische Denkweise wirklich als solche aufzufassen ist, beweist Serv. II J553 f. Während G. 94, 1 f. auf die Schwierigkeiten, die sich bei der 20 wähl Ottos II. ergaben und auf die damit zusammenhängende Verwirrung im Reiche hingewiesen wird, sagt Veldecke alles für die Krone pein- nche umgehend: Doe die konink (d. h. Otto I.) dot was, doe stont aa t rik . . . menegen dach onberaden, dat die menge onrechte daden. Als Lothar (bei Veldecke Ludwig der Fromme) und Heinrich der 25 Vogler bei Köln sich treffen, stehen sich beide nicht anfangs mißtrauisch, wie G. 89, 13 berichtet wird, sondern von vornherein freunden gesinnt gegenüber (Serv. II 1068.). — Die zuletzt angeführten Stellen ergeben wieder deutlich, daß Vel- oecke schon zur Zeit, als er den Servatius schrieb, ein Anhänger der so Kaiserfreunde, der friederizianischen Partei war. Sie bestätigen die Politische Tendenz der im Eingang dieser Untersuchung zusammengestellten Äußerungen des Dichters über die Schlüsselgewalt. Einerlei m wessen Interesse sie zunächst geschrieben waren, ob für Maastricht, für Lüttich oder für Köln oder gar als Antwort auf die apo- 35 kr yphe Korrespondenz Hillins von Trier, sie mußten der kaiserlichen Partei willkommen sein. Die neuerliche Hervorhebung, daß der XLVI Einleitung. Zweites Kapitel hl. Servatius eine primatale Schlüsselgewalt besessen habe, kam dem Streben, die geistliche Gewalt zu dezentralisieren, entgegen. Reinlichere Scheidung der weltlichen und geistlichen Befugnisse war das offizielle Ziel der friederizianischen Politik. Dies war aber nur zu er- 5 reichen durch eine Desorganisation der geistlichen Zentralisationspartei und dazu konnte die inoffizielle, immer wieder ableugbare Begünstigung diözesaner Sonderinteressen wohl beitragen. Die kaiserliche Partei mußte deshalb auch Fühlung mit den Abelard und den Gegnern der Victoriner nahestehenden Kreisen unterhalten. Auch Veldecke 10 stand ihnen nicht fern. Das müssen wir nicht bloß aus der Art und Weise, wie der Dichter die primatale Schlüsselgewalt des Servatius , in seinem Werk in den Vordergrund schiebt, schließen, sondern auch daraus, wie er über die Notwendigkeit der Beichte, der confessio, bei der Pönitenz denkt. Bei der Erzählung von der Vision des braban- ii tischen Ritters, Serv. II 2322 f., schildert Veldecke das Leben des Visionärs und die letzten Ereignisse vor seinem plötzlichen Ende wie folgt: 2332 f. he enhadde degeinen geloave ane got noch ane die kerstenheit . he dede menege scalkhelt . weduwen ende weisen die bracht he decke in vreisen ende arme closterlu.de ende reine godes 20 trade die erde he decke sonder not. ten testen sloech'en die gedot, dat vreiselike gerichte . he starf sonder bichte ende sonder godes likame, want he enerde niet sinen name : he versmade'n ut der maten, des viel he an der Straten dot ter neder, al da he gienc, da he den swaren Ion ontfienc (vgl. G. 126, 9 f.). Auch die Quelle 25 stellt den brabantischen Ritter als einen schweren Sünder hin, aber weder berichtet sie, daß er ohne confessio gestorben, noch daß bis zu seinem Lebensende bei ihm der contemptus dei vorhanden gewesen sei. Veldecke betont also, daß der Visionär ohne contritio, ohne jenen Seelenzustand, der nach älterer Auffassung den Sünder so durch Gottes Gnade löst, aus dem Leben geschieden sei. Ein solcher Mann war sowohl nach dieser älteren Auffassung, als auch nach der der Victoriner unwiederbringlich ewiger Strafe verfallen. Der hl. Servatius erlöst diesen Sünder von der Verdammnis; gewiß ein großes Wunder, das die Macht der vom Apostel Petrus dem Heiligen ver- 36 liehenen Schlüsselgewalt glänzend dartut, aber gewiß noch weit mehr eine unerhörte Freigeisterei unseres Dichters, welche ihn als einen direkten Gegner der victorinischen Schule kennzeichnet und ihn fast Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts XLVII ketzerisch erscheinen läßt! Wie sehr das von den Zeitgenossen empfunden wurde, zeigt das Verhalten von Veldeckes oberdeutschem Kollegen. Ängstlich vermeidet dieser die Geschichte vom braban- tischen Ritter so darzustellen, daß man daraus eine der kirchlichen Auffassung über die Schlüsselgewalt zuwiderlaufende Ansicht schöpfen 5 könne. Er betont nicht, daß der Visionär ohne Beichte starb, und läßt, als der tote Sünder wieder zu sich kommt, ihn mit den Worten beginnen V. 3454 f.: ich volzoch gesunder des tivels rat gester . mein 'Wille enwart auch nie vester, ze begeben alle tobehceit . dehceiner riuwe m ir got "enbceit biz ein bra die andern geraorte usw. Es war also beim 10 brabantischen Ritter als er plötzlich starb, nach dem oberdeutschen Dichter der Zustand der contritio eingetreten und nur der Vollzug des ganzen Pönitenzaktes (riuwe*) ward durch den plötzlichen Tod verhindert. Ganz genau so verhält es sich mit der anderen Vision, die der 15 Bruder der Schwester Oede von St. Gertrud hatte. Nach Veldecke blieb der Bruder Serv. II 2634 f. in sinen sonden dot . dar sin on- recht ane skein, want sinre vrunde degein enhadden 's degeinen trost, dat sine sele worde verlost, oft dat her worde iemer rat, dorch sine grote mesdat, der he openbare plach . . . want he in den 20 sonden wart erslagen, in den vreiseliken valle, des vreisden die v nnt alle, dat her eweklike wäre verloren ende amen moeste godes toren. Auch diesen Sünder erlöst der hl. Servatius kraft der ihm verliehenen Schlüsselgewalt; er wendet sie an, weil der in Sünden verstorbene Jüngling früher dreimal wollen ende barvoet . . . te gebede 25 a n seinem Grabe war, aber nicht etwa um der Sünden willen, in denen er starb. Auch hier hat der oberdeutsche Verfasser Anstoß genommen. Der Jüngling war zwar nach ihm gleichfalls stark weltlich gesinnt, doch a n raube unde an brande enchundin niemen geschuldic sagen; und als 30 er starb, da schied er nicht ohne kirchlichen Beistand, wenn dieser auch nicht als vollkommen genügend erachtet werden konnte: choume wart l 'n frone weizot: in chlceiner riuwe lager tot (3337 f.). Deshalb bittet auch der hl. Servatius, den er früher dreimal auf seinen baren fiiezen besucht und sich ze helfcere . . erkorn hatte, für ihn. Da er also alle 85 Bedingungen für eine wirksame Pönitenz bis auf die satisfactio '"' Vgl. L. Diefenbach, Gl. lat.-germ. unter penitentia 422 c. XLVIII Einleitung. Zweites Kapitel auf Erden schon erfüllt hatte, so blieb ihm nur diese zu leisten nach dem Tod übrig, und er kam zu diesem Zweck ze dem vegefiure, daz sich etewenne endet unde die sele niht immer swendet. (3370 f.) Während also bei Veldecke der hl. Servatius wirklich löst und 5 bindet (vgl. Vd. II 2525 doe verlosde mich die heiige man; II 2756 sente Servas, die mich da verloste ut vele groter quälen) und somit Petri Stelle vertritt, handelt er im oberdeutschen Servatius lediglich als Fürbitter (3367 f. got er umbe mich anelac vil inre unde vil tiure) und verwandelt durch diese seine Fürbitte, ähnlich wie bei io Richard von St. Victor der Priester, die ewige Strafe für den durch Gottes Gnade gelösten Sünder in eine transitorische. Der hl. Servatius löst und bindet aber bei Veldecke nicht wie bei Hugo von St. Victor kraft der ihm durch bischöfliche Ordination übertragenen Schlüsselgewalt, sondern kraft der ihm auf unmittelbaren Befehl Gottes 15 durch den Apostel Petrus verliehenen potestas. Sein Amt steht daher als Instanz über allen Priesterämtern der Erde und schließt über diese primatale Rechte in sich. Er handelt nicht wie der Priester auf der Erde, sondern von allem Irdischen frei und entrückt in der Transzendenz, im Himmel wie Christus selbst. Im oberdeutschen Gedicht 20 unterscheiden sich die Handlungen des Heiligen gegenüber dem Sünder in nichts von denen anderer Nothelfer und seine potestas ligandi et solvendi ist in ihrer Art und Wirkung nicht besser und nicht schlechter als die jedes kanonisch ordinierten Geistlichen. Alles in allem: es kann keinem Zweifel unterliegen, daß Veldeckes 25 Servatius weit über das Maß der gewöhnlichen „Legende", die zur Erbauung geschrieben ist, hinausgeht, daß er eine Tendenzschrift, ein publizistisches Werk ist. In seiner Art steht er am nächsten dem apokryphen Briefwechsel Hillins von Trier; mit ihm teilt er die diö- zesane Sondertendenz und die Fühlung mit friederizianischen Parteiso Verhältnissen. Er unterscheidet sich von ihm durch seine popularisierende Tendenz, die sich vor allem in der Wahl der Volkssprache kundgibt. Er unterscheidet sich ferner von ihm durch seine stärkere theologische, allerdings durch die Quellen teilweise veranlaßte Parteinahme, die den Verfasser als offenen Gegner Papst Alexanders III. 85 kennzeichnet. Diese Tatsache ist von großer Tragweite. Sie beseitigt endgültig die Bedenken, welche gegen die Identität des Ser- vatiusdichters und des Verfassers der Eneide erhoben worden sind. Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts XLIX Keine noch so minutiöse, mit allem philologischen Raffinement ausgeführte Reim- und Stiluntersuchung wird das Faktum aus der Welt schaffen können, daß die Verfasser des Servatius und der Eneide Anhänger Friedrichs I. waren. Da sie beide sich Heinrich von Vel- decke nennen, so wird der gesunde Menschenverstand annehmen, 5 daß beide ein und dieselbe Persönlichkeit sind. Es sind übrigens die Gegner dieser Ansicht, die sich auf Grund sprachlicher Beobachtungen ihr Urteil gebildet haben wollen, Leute, denen in der Entscheidung sprachlicher Fragen jede Kompetenz fehlt. Die Erkenntnis, daß Veldeckes Servatius ein publizistisches Werk ist, 10 welches in seiner Tendenz der kaiserlichen Partei nahe steht, gibt uns erst eine geschichtliche Erklärung für die Tatsache, daß Veldecke auf dem Mainzer Hoffeste 1184 zugegen war. Wir wissen nicht, ob der Dichter persönlich eingeladen war oder ob er bloß als Begleiter eines höher gestellten Herrn oder Mitglied einer Abordnung der Schwertleite 15 von Friedrichs Söhnen beiwohnte. Nur eins ist sicher, die Wahl fiel auf ihn, weil er zu den Anhängern Friedrichs gerechnet wurde. Daß er ein solcher war, beweist sein Servatius. Nicht sein Dichterruhm war es, welcher es Veldecke ermöglichte, an einem von allen Kaisertreuen des Reichs gefeierten Familienfest der Staufer teilzunehmen, sondern seine so politische Stellung. Dieser verdankt er auch seinen Dichterruhm. Politische Verdienste verschafften ihm Eingang in die höchsten Kreise der Kaiserfreunde, und da er zierlich zu denken und fein zu dichten verstand, war er ein gern gesehener Gast bei ihnen. Es hat vor ihm im zwölften Jahrhundert dichterisch bedeutendere Männer gegeben, 25 aber keinen, der eine so starke und mächtige politische Partei hinter sich gehabt hätte, wie er. Darin ist ihm im Mittelalter überhaupt nur noch Walter von der Vogelweide vergleichbar. Das wirft ein eigentümliches Licht auf das Verhältnis zwischen Veldecke und dem am weifischen Hof zu Braunschweig arbeitenden Eilhart von Oberge. 30 Veldecke wird in der Weifenfrage ebenfalls auf Friedrichs I. Seite gestanden haben. Mit philologischen Mitteln wird sich daher die Frage, wer von beiden Dichtern den anderen ausschrieb, nicht ausmachen lassen. Auf Gottfrids Urteil über Veldecke als den, der das erste Reis in deutscher Zungen impfte, ist in dieser Hinsicht nichts zu geben, denn der 35 Konkurrenzneid gegen Eilhard spricht aus mehreren Stellen seines Tristan nur allzu deutlich. In dieser Frage könnten nur Dokumente reden und Wilhelm, S. Servatius IV L Einleitung. Zweites Kapitel entscheiden, wenn wir sie hätten — nie aber wird es philologische Kritik vermögen.* Wie wir schon hörten (oben S. XXVI 22 f.), hat Veldecke, als er dichtete sowohl die Gesta wie die aus ihnen geflossene Bearbeitung T 5 benutzt. Das geht unwiderleglich aus Serv. I 843 f. hervor: Tongeren was in derre tit grot, lanc ende wit, vele marer ende vel riker ende stont vele vredeliker . dar binnen wonde'n grot here . die somige seggen, dat dat mere in den tiden dar gienge ende dat lant dar al omvienge . mer des enweit ich niet vorware, oft was in den io sehen jare, dat die stat hadde groten rume . in d'eine side gienc eine flume, die Jeker, die noch dar geit . dat in der alder viten steit, des soln wir vele achter loten, want des es boven maten. Aus diesen Worten ergibt sich aber auch, daß der Dichter der älteren Vita, welche so ausführlich die einstige maritime Lage Tongerns schildert, 15 weniger traute als der jüngeren, deren Erzählung nicht so boven maten ist. Er gibt also der Bearbeitung T vor den Gesta den Vorzug. Daß er aber trotzdem die Gesta benutzt hat, zeigt Serv. I 664—730 (= G. 14, 19 f.). Etwas Entsprechendes steht dafür nicht in T. Hauptquelle blieb freilich die Bearbeitung T. Das beweist 20 nicht bloß die zitierte polemische Stelle, sondern auch die Anordnung des Inhalts bei Veldecke. Mit T bringt er die Alagrecusgenealogie gleich zu Anfang, und wie in T ist bei ihm die Reihenfolge der Wunder. Er erzählt nur Mirakel, die in T stehen, keines, das sich bloß in den Gesta findet. Mit T bietet Veldecke den Einschub nach 25 G. 55,14 (Vd. I 2649 f. = Anhänge 276, 3 f.) und an der selben Stelle, wo T eine größere Stelle aus Herger bringt, hat auch er eine Paraphrase der nämlichen Worte der Lütticher Bistumsgeschichte (Vd. II 181 f. = Anhänge 276, 18 f.). Im Epilog zum zweiten Buch seines Servatius sagt Heinrich V. 2934 f., so daß er dichtete vele rechte ende beskeidelike, dat he bedechtelike nie darane enmesde noch enloech : des bat hem Hessel ouch, des man doch wale vermanen mach, die doe der costerien plach. Indessen allzu genau darf man diese Versicherung nicht nehmen. Schon daß das ganze Gedicht durch ihn eine fast die der Gesta in der Schärfe 35 * Den Ausführungen E. Gierachs, Prager deutsche Studien 4 (1908), 255 f. kann ich mich nicht anschließen. Ich halte die Frage über die Beziehungen zwischen Veldecke und Eilhart für keineswegs abgetan, sondern für vorläufig nicht lösbar. Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts LI übertreffende politische Tendenz erhielt, paßt nicht gut zu diesen seinen Worten. Noch weniger aber, daß er sich direkte, den Sinn verändernde Eingriffe erlaubt, wie z. B., daß er aus dem Lotharius der Gesta 89,11 Ludwig den Frommen macht (Vd.II 1052 f.). Den längeren Exkurs über die Reichsabtei St. Servaz in Quedlinburg (Vd. II 1139 f.) 5 wird man ihm eher verzeihen: Persönlich Erlebtes liegt zugrunde.* Im ersten Buch treten solche Änderungen noch häufiger auf. Wenn der Dichter, nachdem er gemäß der Quelle die Bekehrung Attilas durch Ser- vatius erzählt hat, berichtet, daß Attila die Taufe boslike avegienc, want he wart weder heiden, (Vd. I 2013 f.), so geschah dies gewiß nach dem w Rezept gelehrter Überlieferung der Historiker in der Lütticher Diözese. Er wollte zwei sich widersprechende Ansichten über Attila unter einen Hut bringen. Er kannte die Volksüberlieferung (vgl. Vd. II 115 Attila, de Bodelinges son), die vom Christentum Attilas nichts wußte — eine Tradition, die z. B. in der Redaktion B des Nibelungenliedes vorliegt — 15 und er kannte durch seine Quelle die Überlieferung von Troyes, die von einer Conversio des Hunnenkönigs sprach. Den Widerspruch suchte er zu lösen, indem er Attila zum Apostaten machte. Bei der Erzählung von der Wiederherstellung des Metzer Altarsteins (Vd. I 1473 f.) sind Motive aus den Geschichten von der Heilung des Taubstummen 20 (Marc. 7, 32) und des Blinden (Marc. 8, 23; Joh. 9, 6) benutzt. Die ganze Vorgeschichte aber, welche berichtet, wie der Altarstein in Stücke ging (Vd. I 1443—72), ist freie Erfindung Veldeckes und keine schlechte. Vielleicht liegt eine Spitze gegen die Metzer Lokaltradition darin. Interessant ist bei Veldecke aber der Zug, daß der auf An- 2a stiften des Teufels niederfallende Balken den auf dem Altar stehenden Kelch verschont habe: so war es Gottes Wille. In der Erzählung von * Behagliel hat in seiner Einleitung zu En. S. CLXXI f. diese Stelle wörtlich zitiert und ihr zum Vergleich das „Original" (d. h. die Quelle) gegenüber gestellt. Aber Was Behaghel für die Quelle hielt, sind Worte der Bollandisten ASS. Mai III 219 E. 30 Er übersah, daß alles, was kursiv gedruckt ist, nicht den Quellentext, der in aufrechtstehenden Lettern gedruckt ist, sondern Erläuterungen und Auszüge aus den ungedruckten Texten bietet. Zufälligerweise stimmen die Worte der Bollandisten '— Behaghel hat übrigens einiges gestrichen — mehr zu Veldecke als Q. 90, 12 f. Ich führe das deshalb an, damit man mir nicht etwa den Einwand macht, es gäbe 35 noch eine andere Quelle, die näher als G und T zu Veldecke stünde und von Behaghel zitiert sei. Daß Veldecke den Harz und Quedlinburg mit eigenen Augen gesehen hat, ist zweifellos und wird jetzt durch die Quelle erwiesen. Der Rezensent im Lit. Cbl. 1882 Sp. 678 hätte das nicht anzweifeln sollen. Höchstens ist Be- haghels Ausdruck .Aufenthalt" etwas ungeschickt. 40 IV* LH Einleitung. Zweites Kapitel Servazens Besuch bei Severin von Köln finden sich ebenfalls starke Abweichungen von den Quellen. Sie rühren daher, daß Züge aus der Legende vom Tode des hl. Martin in die Gestaversion vom Dichter hinein verarbeitet wurden. Das lag sehr nahe, denn die Gesta ver- 5 weisen selbst auf die Ereignisse beim Ableben des hl. Martin (vgl. G. 53, 34 f.). Die Geschichte von dem Napf, den der Engel dem Heiligen bringt, nachdem auf sein Gebet hin die Quelle hervorgesprudelt war (Vd. I 2113 f.), halte ich dagegen mit W. Braune und O. Behaghel für Interpolation, obwohl die Trinkschale, die in Maas- io triecht dafür gezeigt wird, sehr alt zu sein scheint. Die Gesta erwähnen diesen Napf nicht und vor dieser interpolierten Servatiusstelle ist sonst nirgends die Rede davon. Veldecke darf also nicht als Zeuge dafür angeführt werden, daß der Napf bereits im XII. Jahrhundert von Pilgern als Reliquie verehrt worden sei (Fr. Bock et M. Willemsen, i5 Antiquites sacrees etc. a. a. O. 74 f.). Daß das Gedicht inhaltlich durch solche Änderungen gewonnen hätte, kann nicht behauptet werden. Die Einschübe über den Ser- vatiusschlüssel entbehren jedes künstlerischen Wertes. Sie sind plump und sollten eben auch nicht künstlerischen, sondern journalistisch- 20 publizistischen Zwecken dienen. Wie sehr dem Dichter Sinn für einen kultivierten Humor fehlte, zeigt die Art, wie er den Raub der Servatiusreliquien aus Quedlinburg schildert. Wie fein wirkt in G. 93, 13 f. die Variation des Lobgesanges Mose an Jahwe, wie prosaisch dagegen der direkte Vergleich mit dem aus Ägypten aus- 25 ziehenden Volke Israel bei Veldecke (II 1522 f.)! Doch um die Arbeit Veldeckes vollkommen würdigen zu können, müssen wir uns jetzt dem oberdeutschen Servatius zuwenden. 2. Der oberdeutsche Servatius Außer Veldeckes Gedicht besitzen wir, wie bereits mehrfach er- 30 wähnt, ein zweites, welches in einem oberdeutschen Dialekt abgefaßt, aber noch nicht genau datiert und örtlich festgelegt ist. Es ist das in diesem Buch zum zweitenmal veröffentlichte Gedicht. Wie mein Kommentar nachweist, hat der Verfasser den Veldecke'schen Servatius gekannt. Der oberdeutsche Dichter schrieb also nach 1170, seine 85 Reime weisen aber nicht über 1190. Das Gedicht wurde demnach zu Lebzeiten Veldeckes verfaßt. Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts LM Es muß auffallen, daß ein spezieller Heiliger der Lütticher Diözese, der nur noch in einigen wenigen Städten Mittel- und Niederdeutschlands, wie Köln, Trier, Halberstadt, Quedlinburg und Goslar und den Diözesen Utrecht und Mainz verehrt wurde, plötzlich einen oberdeutschen Dichter für seine Vita fand. Wir werden also wohl auf 5 persönliche Beziehungen schließen müssen. Man hat vermutet und nicht mit Unrecht, daß der Dichter ein Geistlicher gewesen sein müsse, der einer dem hl. Servatius geweihten Kirche vorstand. O. Greifeid war es geglückt eine Stelle aus der Chronik von der Gründung der Stadt Augsburg bis zum Jahre 1469 (Chroniken der deutschen Städte 10 IV 304, 27 f. ad. ann. 1199) beizubringen, in der es heißt: auch ward die vorstat abgeprochen bey sant Servacien, haist yetz am Wagenhals. Gemeint ist die seit 1282 urkundlich belegte, mit einer same- nunge der siechen von sant Servatien verbundene Servatiuskapelle. Greifeid folgerte nun, daß der oberdeutsche Servatius in Augsburg « verfaßt sei und zu dieser Servatiuskapelle in Beziehung stünde. Seiner Ansicht schlössen sich Ed. Schröder (ZfdA. 35, 419) und K. Zwierzina (ZfdA. 44, 365) an, ohne neue Momente für die besondere Verehrung des Heiligen in Augsburg anzuführen. Aber die Chronikstelle ist nicht richtig interpretiert worden. Es ergibt sich keineswegs daraus, daß 1199 20 in Augsburg eine Servatiuskapelle bestand, sondern der nach 1469 schreibende Chronist wollte sagen, daß bei der zu seiner Zeit bestehenden Servatiuskapelle einstmals eine Vorstadt Augsburgs lag, die 1199 abgerissen wurde. Zur Zeit des Chronisten und schon früher (MB. 23, 257 v. J. 1385) wurde dieser 1199 niedergelegte Häuser- 25 komplex am Wagenhals genannt. Die Stelle ist also als Stützpunkt für eine Datierung dieser Servatiuskapelle bei Seite zu lassen. Es bleibt lediglich die Tatsache bestehen,* daß in Augsburg um 1280 ein dem hl. Servatius geweihtes siechhus mit Kapelle nachweisbar ist. Aber es ist sehr wenig wahrscheinlich, daß ein Pfarrer und Seel- 30 sorger eines Krankenhauses oder irgend ein dort angestellter Mann Zeit und Muse findet, ein über 3500 Verse langes Gedicht zu verfassen, daß er darin, wie ein Kenner von Schlachten und Waffenkunst, wie ein Weltmann von weiblicher Eitelkeit und Schwäche zu erzählen weiß. Siech bedeutet im Mittelalter nicht etwa „krank, un- 35 Vgl. Greifeid a. a. O. S. 32. LIV Einleitung. Zweites Kapitel wohl" in unserem modernen Sinn, sondern „schwer leidend" und infolge dieses Leidens hilfe- und pflegebedürftig. Von einem Mann, der tagtäglich mit solchen Schwerkranken umzugehen hat, würde man erwarten, daß er in einem Gedicht überjdas Leben und die Wunder 5 des Schutzpatrones seines Krankenhauses besonders die Krankenheilungen des Heiligen ausführlich behandelt. Denn jeder, der einmal mit Menschen umgegangen ist, die jahraus jahrein am Krankenbett stehen und mit Schwerleidenden verkehren, weiß, wie sehr diese Aufopferungsfreudigen in ihrem Beruf leben, wie sie mit ihren Kranken 10 nicht nur Mitleid haben, sondern wie dieses zu dem dem Kranken so oft wohltuenden Mitleiden wird, wie ihr ganzer Sinn, ihre ganze Vorstellungskraft in und für ihre Schützlinge aufgeht. So ist es heute. Im Mittelalter, da in der Krankenfürsorge sich das religiöse Element weit mehr geltend machte als gegenwärtig, war dies in viel größerem 15 Maße der Fall. Es braucht bloß an die hl. Elisabeth erinnert zu werden. Aber wo findet sich im oberdeutschen Servatius eine Stelle, die auf Verkehr mit Kranken hinweist? Wo ist jene Freude an der Schilderung von Krankheitszuständen, die sich gerade in der mittelalterlichen Wohltätigkeitsliteratur sonst so breit macht? Im Gegenteil, 20 der Dichter behandelt die Stellen der Gesta, an denen von Krankenheilungen berichtet wird, sehr nebensächlich und kurz. Er findet keine Freude daran. Er interessiert sich für Politik und Kirchenrecht. So etwas paßt nicht gut für einen Geistlichen oder Beamten an einem Siechhaus. Das Sankt Servatiusspital in Augsburg wird 25 man aus dem Spiel lassen müssen. Viel sicherer gehen wir, wenn wir die Diözesankalendare einsehen (vgl. Anhang Nr. IV). Schon H. Grotefend hatte festgestellt, daß in sämtlichen Diözesen des heutigen Bayerns der hl. Servatius am 13. Mai Kalenderheiliger, daß aber nur in der Diözese Freising 30 der 8. Juni, die Translatio unter Hubert, Kalendertag ist. Er hatte ferner ermittelt, daß nur in den Diözesen Lüttich, Utrecht und Mainz am 13. Mai und 7. Juni des hl. Servatius gedacht wird. Die Ergebnisse, die Grotefend aus liturgischen Denkmälern des sechzehnten Jahrhunderts erhielt, haben sich durch die Untersuchung der sämtlichen hand- 85 schriftlichen Kaiendare der beiden Münchner Bibliotheken und des kgl. bayer. allgemeinen Reichsarchivs glänzend bestätigt. Es hat sich zugleich gezeigt, daß auch in Freising in älterer Zeit nicht der 8. sondern Die deutschen Servatiusgedichle des zwölften Jahrhunderts LV der 7. Juni als Tag der Translatio gefeiert wurde. Noch überraschender ist das Resultat, welches die Missales der Diözesen Freising, Regensburg und Passau liefern. Alle drei bringen am 13. Mai das Maas- triechter Servatiusoffizium mit dem Hymnus Lux praeclara (s. Anhang Nr. III), nur das Freisinger Missale aber weist für den 7. Juni 5 das Maastriechter Offizium nochmals auf. Nun bringt der oberdeutsche Dichter ausdrücklich, gemäß seiner Lütticher Quelle beide Daten (VV. 1710; 2261 f.). Was hätte die Nennung dieser Kalenderdaten für einen Zweck, wenn sie nicht für die Umgebung, in der der Dichter schrieb, Bedeutung gehabt hätten, wenn es für sie io nicht Festtage gewesen wären? Das spricht eine ganz andere Sprache als die besten Reimstatistiken. Es kann keinem Zweifel unterliegen, der oberdeutsche Servatius ist in der Diözese Freising geschrieben. Aber wir gelangen noch weiter. Der Dichter war allem Anschein « nach ein Angehöriger des Chorherrenstiftes Indersdorf. Auf Indersdorf als Ausgangspunkt der oberdeutschen, und das heißt in diesem Falle der rein bayerischen Überlieferung der Gesta sancti Servatii weist das Handschriftenverhältnis der Gruppe JSW. J ist bereits im ältesten Indersdorfer Bibliothekskatalog (um 1330) als Eigentum der Inders- 20 dorfer Bücherei bezeichnet. Es gehört somit zu ihrem ältesten, für uns kontrollierbaren Bestand (vgl. das III. Kapitel dieser Einleitung). Indersdorf ist aber auch der einzige Ort in Bayern, für den sich ein Servatiusaltar nachweisen läßt.* Die beiden Altarverzeichnisse, in denen seiner gedacht wird, stammen freilich erst aus dem fünfzehnten 25 Jahrhundert und geben leider gerade über das Alter dieses Altars nichts an, eine Tatsache, die indessen eher für ein hohes als ein junges spricht. Doch das bei Seite. Im Indersdorfer Necrologium * In den beiden Indersdorfer Altarverzeichnissen im kgl. bayer. allgem. Reichsarchiv in München A: Indersdorf Kloster Fase Nr. 4 B: ibid. Fase Nr. 1. B ist 30 jünger als A und beruht darauf. B ist nach 1445 geschrieben, A vor diesem Jahr, denn das Verzeichnis A kennt den 1445 geweihten Johannes Baptistaaltar noch nicht. Beide Verzeichnisse kennen folgende Altäre: 1. Hauptaltar zu Ehren der hl. Gottesmutter Maria und der hl. Apostel Petrus und Paulus; 1131 geweiht. 2. Altar zu Ehren der hl. Dreieinigkeit, des hl. Kreuzes und der unschuldigen Märtyrer geweiht 35 (ohne Jahresangabe). 3. Altar zu Ehren des hl. Johannes Evangelista und König Oswald geweiht, unterhalb des Chors; ohne Jahresangabe. 4. Altar in ambitu zu Ehren des hl. Petrus 1354 geweiht. 5. Altar zu Ehren Allerheiligen geweiht, bestand schon vor 1359. 6. Altar zu Ehren des hl. Augustin geweiht, bestand schon vor LVI Einleitung. Zweites Kapitel antiquissimum (MG. Necrol. III 172 f.)* ist uns der älteste handschriftliche, aus dem Ende des zwölften Jahrhunderts stammende Beleg für den hl. Servatius als Kalenderheiligen in Oberdeutschland bewahrt, und dieses bringt den Heiligen sowohl am 13. Mai wie am 5 7. Juni. Es kann nicht geleugnet werden, Indersdorf stand in besonders engen Beziehungen zum hl. Servatius. Diese werden sich nicht anders erklären lassen, als durch wichtige Einflüsse aus der Diözese Lüttich und Maastriecht selbst. Solche Einflüsse auszuüben war aber damals, am Ende des zwölften Jahrhunderts in Bayern nur io 1337. 7. Altar zu Ehren des hl. Pantaleon 1362 geweiht. 8. Altare sancte Marie Magdalene, dedicatum in honore sanctorum Seruacij et Vdalrici episcoporum, Kune- gundis virginis et sancte Marie Magdalene. Et habet missam in ebdomada vnam videlicet qualibet feria secunda pro defunctis, quam circa annos domini MCCCLXXX, tempore Vlrici prepositi, dicti Vrsinger (1371—89) fundauerunt (fundarunt B) Jo- 15 hannes Mässenhawser cannonicus et summus scolasticus ecclesie Frisingensis, Fridericus et Wilhelmus miles ambo fratres ipsius. Pro qua missa et duobus anni- uersariis, quos facimusFriderico et vxore ipsius et duobus Arnoldis militibusdeMässen- hawsen (einer t zwischen 1230—1300), redditus habemus de curia quadam et duobus prediis in Pippesried. Horum sepultura habetur ante dictum altare et aliorum 20 eiusdem generis. Processio conuentualiter ad hoc altare fit in festo sancte Marie Magdalene cum anliphona super magnificat, ut ponitur in rubrica. Der Altar bestand also doch schon vor dem Ursinger. 9. Altar zu Ehren der elftausend Jungfrauen, geweiht 1338. 10. Altar zu Ehren des hl. Albanus, 1395 geweiht. 11. Heiliggeistaltar ohne Jahresangabe. Für den Servatiusaltar fehlt also leider eine genauere 25 Jahresangabe, aber da das aus dem Ende des zwölften Jahrhunderts stammende Indersdorfer Necrologium, das nicht für Diözesanzwecke, sondern für die Inders- dorfer Chorherren geschrieben ist, des Heiligen am 13. Mai und 7. Juni gedenkt, die Augustiner Chorherren sonst aber bloß den 13. Mai im Kalender als Servatius- tag führen, so wird man die Altarweihe wohl in das letzte Drittel des zwölften 30 Jahrhunderts setzen dürfen. Dafür sprechen auch die übrigen Heiligen, denen dieser Altar geweiht ist; auch ihre Reihenfolge. Dazu kommt, daß in dem Kalender und Anniversar (XIII. s.) des von Bischof Ellenhard gestifteten Kollegiatstiftes St. Andreas (Kgl. bayer. allgem. Reichsarchiv, Freising Nr. 163 a) und in dem ebenfalls aus St. Andreas stammenden Clm. 6473 am 13. Mai und 7. Juni dem hl. Servatius ein 35 plenum officium gehalten wurde, welches der Propst Gerhard gestiftet hatte, der nach den Actorum insignis collegiatae ecclesiae saneti Andreae ap. in Monte Frisingensi (St. Andreas, Freising Nr. 162) I 206 in einer Urkunde von 1234 erwähnt wird. Das Altarverzeichnis dieses Klosters vom Jahr 1399 (St. Andreas, Freising Nr. 1) kennt aber keinen Servatiusaltar. Ebenso das Altarverzeichnis von *o St. Veit vom Jahr 1418 (St. Veit, Freising Nr. 1) nicht. * Ich habe das Necrologium und sein Kalendar genau untersucht. Die ersten Einträge gehören dem ausgehenden zwölften Jahrhundert an. Auch im Heiligen- kalendar haben Nachträge stattgefunden, z. B. ist der Tag der hl. Elisabeth nachgetragen, was erst nach 1235 stattgefunden haben kann. Die Namen des hl. Servatius 45 gehören der ältesten aus dem zwölften Jahrhundert stammenden Schicht an. Die deutschen Servatiusgedlchte des zwölften Jahrhunderts LVII eine Frau und ihre landsmännische Umgebung im Stande: Herzogin Agnes, geborene Gräfin von Looz,* die Gemahlin Ottos I. von Wittels- bach und Tochter jener Agnes von Looz, welche Heinrich von Vel- decke zu seinem Servatius anregte. Wir erhalten so eine Kette von Zusammenhängen, wie sie schöner und sicherer nicht gedacht werden 5 kann. Nur unter der Annahme, daß die Verehrung des hl. Servatius mit der ersten Witteisbacher Herzogin nach Süddeutschland kam, erklärt sich die besondere Verehrung des Heiligen in Indersdorf, ja wir müssen schließen, daß die große Verehrung, die der Heilige in der Diözese Freising genoß, erst von Indersdorf ausging. 10 Das Chorherrenstift Indersdorf stand in engen Beziehungen zum Hause Witteisbach. Es war eine wittelsbachische, scheyrische Gründung, ein Sühnekloster. Der Vater Herzog Ottos I. von Witteisbach, Graf Otto IV von Scheyern, war 1111 an der Gefangennahme Papst Paschais II. durch Heinrich V beteiligt gewesen und wie die übrigen, W die dazu halfen, der Exkommunikation verfallen. Bei Paschais Nachfolger, Calixt IL, erlangte er Lösung vom Bann: Vt autem de bono in melius proficias, atqtie in ecclesie unitate semper et obedientia perseueres, in remissionem tibi peccatorum tuorum iniungimus eccle- siam regularium fratrum constmere, que ad honorem Dei et salu- 2° tem anime tue sub beati Petri et eius Romane ecclesie iure ac ditione in perpetuum debeat permanere (Hund Nr. 1). Diese Sühnegründung war Indersdorf. Es ist selbstverständlich, daß, bevor Graf Otto V den bayerischen Herzogthron erhielt, der Einfluß seiner Familie auf den Diözesankalender kaum ein unmittelbarer sein konnte, »5 daß er vielmehr über eine ihrer Gründungen gehen mußte. Es ist aber ebenso selbstverständlich, daß die junge Gräfin Agnes von Looz, als sie als Gräfin von Witteisbach 1169 in ihre neue Heimat einzog, auch die Verehrung des Schutzpatrones ihrer alten Heimat, des in ihrer Familie hochgehaltenen hl. Servatius dahin verpflanzte. So kam 30 sein Name in das Indersdorfer Kalendar. Man wird damals schon dem Heiligen an diesen Tagen ein Offizium gehalten, vielleicht auch darin den Hymnus Lux prceclara, lux solennis angestimmt haben. Als dann Graf Otto bayerischer Herzog wurde, gingen die Servatius- tage in den offiziellen Freisinger Diözesankalender über. Es steht 35 nichts im Wege, in der Herzogin Agnes die Gründerin des Inders- * Vgl. S. v. Riezler, Geschichte Baierns 2, 18. LVIII Einleitung. Zweites Kapitel dorfer Servatiusaltars zu erblicken. Die Indersdorfer Geschichtsschreibung erinnert sich Agnesens als wohltätiger Stifterin. Nach dem Tode ihres Gemahls stiftete sie für das Kloster den großen Weingarten oder Pewnt zu Kelhaim und 1185 traf sie für die wittelsbachischen Grün- 5 düngen Scheyern, Ensdorf und Indersdorf äußerst vorteilhafte Bestimmungen (Hund Nr. 20). Die Familienbeziehungen zu Indersdorf waren immer engere geworden. 1173 trat der Schwager Agnesens, Pfalzgraf Friedrich, nachdem er glücklich von einer Reise nach Palästina zurückgekehrt war, in das Kloster ein (Hund Nr. 19 und unten io S. LIX 38 f.). Am Osterfest dieses Jahres legte er das Schwert, das Symbol seiner Ritterwürde, auf den Hauptaltar der Klosterkirche nieder, um fortan als Miles Dei zu leben. Als sein Bruder, Herzog Otto, 1183 starb, übernahm er mit seinen Brüdern Konrad, Erzbischof von Mainz und Pfalzgraf Otto dem Jüngeren die Vormundschaft über den un- « mündigen Sohn Agnesens, den späteren Herzog Ludwig den Kel- heimer. An Friedrich, der am nächsten wohnte, wird sich die Witwe öfters gewandt haben, um Rat zu holen. Als die Herzogin starb, trug man zum 26. März ihren Namen in das Indersdorfer Totenbuch ein. Es ist die einzige gleichzeitige Notiz, die darüber erhalten ist. 20 Man wird ihr einen Jahrtag gehalten haben. Die spätere Überlieferung des Klosters, die nur spärlich und trocken redet, aber gerade Agnes etwas porträtiert,* behauptet sogar, sie sei neben ihrem Ge- * Vgl. den ganz sagenhaften, verworrenen Bericht in der deutschen Chronik des RA. in: Indersdorf . Kloster Nr. 4 : Witelspach die Edelherrschafft, Stifftung des 25 Closters Vnndensdorff Bl. 24 b : Als nun das Closter schon gepauen vnd begabt, richtet der benant pfaltzgraf Otto (Otto IV. und V. sind zu einer Person geworden !) das ieutshauß auff zu Aichach in dem löblich margth . gab dem teutschen orden die pfarre daselben vnd begabt vnd paut Riewach das kloster; vnd als er ein alter fürst was, vordret er zu jm sein bruder Conraden, Ertzpischof zu Saltz- 30 purg, Fridrichen, hertzogen in Niderbairen zu Regenspurg im hof gesessen, vnd den jungen Otten pfaltzgrafen, hielt red mit jn ein Ordnung ze machen, sprechent: „Lieben bruder, jr secht an mir ain alten man, der nun zum tod geth. Ich pit euch als mein bruder, jr weit euch meinen lieben gemahel Agnesen vnd meinen sun Ludwigen empfolhen lassen sein, treulich an jn thun, vnd so midi got zu jm 35 vordert, so lat meiner hausfrauen volgen Kelhaim, jr morgengab, mit seinen zu- gehoren; meinem sun Ludwig das hertzogthum auff dem Noricaw mit seinen zu- gehoren; Otto meinem bruder beleibt die Pfaltz zu Witlspach mit jren zugehoren; vnd lat euch die Closter befolhen sein, besunder Vnndensdorff, darjnn wir greb- nuß haben." Er vordret auch zu jm Reicharten (t 1166) den probst zu Vnndens- 40 dorff, befalch jm das Closter, ze leben in dein heyligen orden, wol ze regiren; Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts J_JX mahl in Indersdorf begraben. Darin irrt sie. Der Herzog und die Herzogin wurden in Scheyern beigesetzt. Also ein reger Verkehr der Herzogin Agnes mit Indersdorf steht außer Zweifel. Wenn wir nun in diesem Kloster seit alter Zeit diejenige Handschrift der Gesta sancti Servatä finden, auf die die gesamte bayerische, und das heißt die gesamte oberdeutsche Überlieferung zurückgeht, wenn wir den höchstmöglichen Grad von Wahrscheinlichkeit erhalten, daß nur diese Handschrift, nicht aber die daraus abgeschriebenen Kodizes S und W, als Quelle für das deutsche Gedicht in Betracht kommen kann, und wenn sich zeigt, daß das die Inders- dorfer und Freisinger Kalendertage des heiligen Servatius ausdrücklich erwähnende oberdeutsche Gedicht den Servatius Heinrichs von gab in das dosier ein schon ornat, ain kostlichen kelch vnd ander heyltung. das alles noch vorhannden ist. Nachdem lebt er nit lang, starb mit grosser ver- nufft, als ein frumer fürst, ser bewaint vnd gen Vnndensdorff gefurt in sein 15 begrebnuß, daselben er zu der erdt bestat ward durch Conraden, Ertzpischof zu Saltzpurg vnd darnach zu Maintz, Anno dotnini M°LXVIJ, als Alexander pabst was, der drit des namen. Vnd als der edel fürst mit tod vergangen, zoch Agnes, sein verlassen (25a) fürstin, mit Ludwig jrem sun gen Kelhaim, das jr morgengab was mit der an- 20 stossenden lanntschafft . Hertzog Fridrich jn Niderenbairen zoch zum anderenmal zu dem heyligen grab Jarusalem mit schönem geschafft; vnd als er mit geluck herwider kam, ward groß frewd von den fursten. Agnes, die verlassen fürstin des großen Otten, stifftet zu hau jr vnd jres hauswirts vnd herren sei das dosier Ensdorff sand benedictenordens jn Regens- 25 purger pisthumb vnd was ein andechtige witbe . Sy gab zu dem Cluster Vnndensdorff den großen Weingarten oder Pewnt zu Kelhaim, vnd als sy gedacht die kurtzen zeit, so der mensch auff erden hat, vodret sy zu jr gen Kelhaim jres herren saugen bruder, oben benent, Conraden, Fridrichen, Otten in gegenwürtig- kait hertzog Ludwigs, jres suns, jn das geschloß Kelhaim, ein Ordnung, testa- so menl vnd geschafft ze machen, doch mit jr aller wissen, alles durch herren Conraden, Ertzpischof auff gericht wie hernach volgt. Es folgt Hund Nr. 20 in Übersetzung. Dann Bl. 25 b: Fraw Agnes hielt also hauß mit jrem sun Ludwig als ein edele raine witbe piß zu jrem endt; vnd da sy mit grosser vernufft voller tugend zu gutem alter 35 kam, da starb sy vnd ward gen Vnndensdorff gefurt zu jrem hauswirt all da begraben. Als man zeit von Cristi gepurd tausend hundert vnd drey vnd sibentzig jar, Fridrich, Pfaltzgraf von Witlspach, hertzog jn Niderbairen, an dem heyligen oster- tag, kam jn das Closter Vnndensdorff, als Reichart probst was, gab sein gut 40 Rorenmoß vnd Schilhofen vnnser frauen. Nach dem gab er von jm sein schwert, leget an den heyligen orden vnd starb darnach jn demselben jar gar säligklich seiner sei. LX Einleitung. Zweites Kapitel Veldecke benutzt hat, jenes Werk, das auf Veranlassung der Mutter unserer Herzogin Agnes geschrieben ist, dann wird man wohl schließen müssen, daß Indersdorf jener Ort Freisinger Diözese ist, an dem der oberdeutsche Servatius entstand, und daß Agnes von Witteisbach oder 5 ihre nächste, mit den Niederlanden in steter Fühlung stehende Umgebung, nicht ohne Einfluß darauf gewesen ist. Wir müssen uns zunächst der Quellenfrage zuwenden, ehe wir in unseren Betrachtungen weiterschreiten können. W. Meyer hat in seinem Aufsatz ZfdA. 27, 146 f. die Gesta als Quelle des oberdeutschen io Gedichtes nachgewiesen. Mein Kommentar erweist die Benutzung Veldeckes. Ein Wort weiter darüber zu verlieren ist unnötig. Es kann sich nur noch darum handeln, festzustellen, welche Handschriftengruppe der Gesta vom oberdeutschen Dichter benutzt wurde. Daß es die bayerische ist, wird man ohne weiteres vermuten: es wird er- 15 wiesen durch VV. 1859, 2166, 2203 des Gedichtes und, wie sich zeigen wird, durch den mit JSW übereinstimmenden Schluß. Bei den geringen Abweichungen der bayerischen Handschriften untereinander läßt sich auf Grund der Lesarten nicht ausmachen, welche von den dreien dem Dichter vorgelegen hat. Aber für S und W sprechen 20 keine Gründe, sondern allerhand dagegen. Wir wollen dabei ganz davon absehen, daß die auf Grund der Schriftzüge gegebene Datierung, nach der beide Kodizes noch dem XII. s. angehören sollen, keineswegs sicher ist. Gegen die Schäftlarer Handschrift S — und wir haben keinen Anhalt zu bezweifeln, daß sie von Anfang an dem 25 Kloster des hl. Dionys angehörte — spricht alles. In Schäftlarn ist der oberdeutsche Servatius sicher nicht gedichtet worden. Das Kloster stand in keinen Beziehungen zum hl. Servatius. Außer einem erst aus dem fünfzehnten Jahrhundert stammenden Kalendar (Clm. 17296) erwähnt ihn kein Schäftlarer Kalendar. Ein Servatiusaltar oder Ser- 30 vatiusreliquien sind dort nicht nachweisbar. Gegen W würde die Lücke G. 127, 22 sprechen, wenn nicht möglich wäre, daß der Dichter nach Veldecke ergänzt haben könnte. Aber an dem mutmaßlichen Herkunftsort der Handschrift, Tegernsee, ist außer den dort befindlichen Freisinger Diözesankalendaren, denen eine erdrückende Menge 35 von Kaiendaren, die den Heiligen überhaupt nicht erwähnen, gegenüber steht, nur noch im indiculus reliquiarum ab Aribone abbate (t 1119) acquisitarum (MG. SS. XV 1067, 33) unter einer großen Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts LXI Menge anderer Reliquien eine De corpore sancti Servatii episcopi et confessoris nachweisbar.* Die summarische Art und Weise, wie diese mit den übrigen abgetan wird, läßt eine besondere Verehrung nicht vermuten und schließt einen Zusammenhang mit W aus. Ein Servatiusaltar ist in Tegernsee nicht nachzuweisen. Es fehlen auch 5 für Tegernsee wie für Schäftlarn die wichtigen persönlichen Beziehungen, von denen vorhin gesprochen wurde. Wir werden uns also an J halten müssen. Das Handschriftenverhältnis spricht ja auch für J. Aber da ergibt sich zunächst eine Schwierigkeit, auf die schon 10 W. Meyer a. a. O. S. 156 f. hingewiesen hat. Zwischen die J (SW) abschließenden Kapitel 53 und 54 schiebt der oberdeutsche Dichter den Inhalt der in J(SW) fehlenden Kapitel 55, 56 und 57 ein. Verdeckes Text bietet den Inhalt von Kapitel 55 nicht, bringt dagegen die Inhalte von Kapitel 54 und 56/57 in der allen Handschriften der » niederländischen Gruppe gemeinsamen Reihenfolge. Wie ist das zu erklären? Theoretisch gibt es natürlich drei Möglichkeiten: 1. Der Verfasser benutzte ein der Handschrift J voraufgehendes Glied, das die Kapitel 55 bis 57 noch enthielt, aber schon eine Vorstufe zur bayerischen Gruppe bildete, 2. er zog die Bearbeitung T nebenbei 20 zu Rate oder 3. er entlehnte diese beiden Wunder aus Veldecke, und wir müssen in dem gegenwärtigen Text Veldeckes eine Lücke konstatieren. Gegen eine vor J liegende Textstufe läßt sich nichts einwenden. Die ganze Überlieferung der Gesta, soweit sie bis jetzt bekannt ist, 25 weist auf ein solches Glied hin. Aber dieses Glied liegt vor dem Archetypus der Gesamtüberlieferung, nicht zwischen diesem und J. Für ein zwischen diesem Archetypus und J liegendes Glied fehlt jeder Anhalt und jede Wahrscheinlichkeit. Seine Aufstellung wäre eine Constructio ad hoc. Nimmt man an, daß in diesem Hypotheti- 30 kon die Kapitel 55 bis 57 normal auf 54 folgten, dann fragt man, warum strich J diese Wunder, und warum stellte der oberdeutsche Verfasser die Inhalte von Kapitel 55 bis 57 vor 54 und erzielte so einen mit J vollkommen gleichen Abschluß? Nimmt man aber an, * Sonst kenne ich noch folgende Erwähnungen von Servatiusreliquien in Bayern: 35 Prüfening 1282 (MG. SS. XV 1078, 7), Regensburg St. Oswald XIV. s. (MG. SS. XV 1097, 30) und Ranshofen XIV-XVI s. (MG. XV 1108, 37). LXII Einleitung. Zweites Kapitel daß die Reihenfolge der Wunder in diesem Hypothetikon dieselbe wie im oberdeutschen Servatius war, dann muß man wieder fragen, warum strich der Schreiber von J, der sonst ganze Wunder nachweislich nie tilgte, gerade diese Wunder und stellt so die normale 5 Reihenfolge 53 auf 54 wieder her? Kurz und gut: eine zwischen dem Archetypus der Gesamtüberlieferung und J liegende Textgestalt ist in jeder Hinsicht unwahrscheinlich. Entschieden plausibler ist die Annahme, daß die Bearbeitung T benutzt worden sei. Doch vor dem fünfzehnten Jahrhundert ist T io in Bayern nicht nachweisbar und wahrscheinlich in ganz Oberdeutschland nicht. Der Clm. 23422 stammt aus Aschaffenburg. Das Dießener Fragment d scheidet von vornherein in dieser Frage aus, denn es ist offenbar auf rein liturgischem Weg nach Dießen gekommen. Auffällig wäre bei dieser Annahme aber, daß im oberdeutschen Text sich is nirgends sonst Spuren einer Benutzung von T finden, wie etwa bei Veldecke, und dann fragt man wiederum, weshalb änderte der Oberdeutsche die Reihenfolge der Mirakel und schließt mit Kapitel 54 wie J? Man stößt also auf die gleichen Schwierigkeiten, wie bei der Konstellation Nr. 1. 20 So bleibt denn die Annahme am wahrscheinlichsten, daß die in VV. 3271 bis 3376 erzählten Wunder aus Veldecke entlehnt sind und daß in der uns erhaltenen Handschrift des limburgischen Servatius das dem Kapitel 55 der Gesta entsprechende Mirakel an der normalen Stelle um II 2585 f. herum gestrichen wurde. Schon W. Braune 25 und O. Behaghel haben deutlich gezeigt, daß Veldeckes Servatius, so wie er vorliegt, überarbeitet ist. Darin hat sich ihnen auch Kraus angeschlossen. In welcher Richtung sich die Bearbeitung bewegte, konnte oben S. LH 6 f. aus der Erörterung über die Echtheit des Napfwunders entnommen werden. Die Weise des Bearbeiters wird klar so noch durch folgenden Fall beleuchtet. Vd. II 2516 und 2576 ist das septem der Gesta, die Zahl der dem brabantischen Ritter als induciae bewilligten Jahre, in sevenhondred geändert. Daß aber Veldecke an beiden Stellen seven und nicht sevenhondred geschrieben hatte, bezeugt nicht bloß die Versmelodie, sondern vor allem Veldeckes nüch- 35 terner, übertriebenen Wundern abholder Sinn. Der Mann, welcher die Sage von der maritimen Lage Tongerns, für boven maten erklärte, wird nicht so etwas geschrieben haben, was noch weit mehr Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts LXIII über die Maßen ist. Es steht demnach fest, daß wir Veldeckes Gedicht ganz in der ursprünglichen Gestalt nicht vor uns haben, daß vielmehr eine grobe Schreiberhand daran herumgearbeitet hat. Glücklicherweise können wir aber durch die von W. Meyer a. a. O. und B. Schulze ZfdA. 34, 218 f. veröffentlichten Fragmente aus dem zwölften Jahr- 5 hundert feststellen, daß ihre Änderungen doch recht äußerliche, leicht auffindbare sind. Zur Zeit des oberdeutschen Dichters lief in Bayern sicher ein besserer, lückenloserer Text von Veldeckes Werk um. 'Wir brauchen nicht bloß aus dem oberdeutschen Servatius und aus dem Ehrenbriefe Püterichs von Reichertshausen zu schließen, daß in Süd- 10 deutschland die Dichtung des Niederländers zirkulierte. Auch die Bearbeitung C des Nibelungenliedes ist ein Beweis dafür. Die Geschichte von der Apostasie Etzels ist Veldecke entlehnt. Die Erzählung von Attilas Bekehrung ist Lokalsage von Troyes, ist ein kirchliches Zeugnis, aber nicht Volkssage. Über die Servatiuslegende mit 15 Veldeckes vermittelnder Kombination kam diese französische Überlieferung von Attilas Christentum in die höfischste Bearbeitung unseres Nationalepos. Die Annahme, daß VV. 3271—3376 auf Veldecke beruhen, erklärt eine Menge Dinge, die uns sonst rätselhaft bleiben würden. Schon 20 W. Meyer hat auf die starken Abweichungen gerade dieser beiden Mirakel vom lateinischen Text aufmerksam gemacht. Die VV. 3271 bis 3320 entsprechen nur ganz äußerlich dem Inhalt von Kapitel 55 und müssen doch auf dieses zurückgehen. Die Annahme, daß der Bericht des oberdeutschen Verfassers über die Nacherzählung des 25 Kapitels 55 durch einen anderen, in unserem Fall Veldecke, gegangen ist, erklärt diese Tatsache vollkommen. Für die VV. 3321 bis 3376 steht die Benutzung Veldeckes so wie so außer Zweifel. Die Abweichungen von ihm beruhen auf den anderen dogmatischen Anschauungen des oberdeutschen Verfassers und der Tendenz seines 30 Werkes, auf die gleich eingegangen werden wird. Wir erhalten jetzt aber auch eine Erklärung, weshalb der oberdeutsche Verfasser mit dem Inhalt von Kapitel 54 schloß. Seine lateinische Vorlage J(SW) bot dieses Ende. Es war ein sehr wirkungsvoller Abschluß, den sich der Verfasser mit Recht nicht entgehen ließ. Die beiden Wunder, die 35 Veldecke mehr bot und von denen das zweite für ihn prinzipiell wichtig war, stellte er so vor das Schlußwunder seiner lateinischen Quelle. LXIV Einleitung. Zweites Kapitel Diese Erklärung ist psychologisch und geschichtlich in jeder Weise einwandfrei.* Kehren wir nach diesem quellengeschichtlichen Exkurs in das Milieu, in dem der Verfasser arbeitete, zurück! Wir hatten gesehen, 5 daß Indersdorf eine Sühnegründung war. Die geistlichen Herren, die damals dort einzogen, waren Augustinerchorherren aus Marbach gewesen. Calixt II. hatte ein Kloster dieses Ordens dem Grafen Otto IV. zur Bedingung gemacht. Er hatte seine guten Gründe, weshalb er gerade sich für die Augustiner entschied. Der Orden sollte den Sinn 10 für geistlich-asketisches Leben heben und so beitragen helfen, das große hierarchische Gebäude, welches die Päpste seit den Tagen Gregors VII. zielbewußt und mit bewunderungswürdiger Energie aufzurichten strebten, auszubauen. Die Kurie begünstigte die regulierten Chorherren wegen ihrer Zentralisationspläne (vgl. A. Hauck, Kirchen- 15 geschichte Deutschlands 4, 340 f. O. Zöckler, Askese und Mönch- tum, 2 Frankfurt a. M. 1897 S. 354; 422 f. M. Heimbucher, Die Orden und Kongregationen der kath. Kirche, Paderborn 2 2 , 1 f.) und sie haben das ganze zwölfte Jahrhundert hindurch das in sie gesetzte Vertrauen der Päpste nicht getäuscht. Den Geist der Augustiner 20 Chorherren atmet auch das oberdeutsche Gedicht. Wir hatten gesehen, daß der oberdeutsche Verfasser im Gegensatz zu Veldecke die primatale Binde- und Lösegewalt des hl. Servatius nicht anerkennt, sondern daß er ihn seine Schlüsselgewalt wie einen gewöhnlichen Priester im Sinne der Victoriner ausüben läßt. Daß nach Indersdorf 25 sehr bald victorinische Ideen, Gedanken des berühmtesten Chorherrenstiftes drangen, ist ganz t begreiflich. Klöster des gleichen Ordens haben stets regen Verkehr miteinander unterhalten. Der älteste Inders- dorfer Bibliothekskatalog verzeichnet eine prefatio domini Hugonis et sie incipit : Magne sunt. Es ist der Clm. 7632, der Hugos De 30 sacramentis christianae fidei enthält und tatsächlich erst mit der Praefatio zum zweiten Buch Magnae sunt in scriptum sacris (MSL. 176, 363) beginnt. Die Handschrift wird im Catal. codd. lat. Biblio- thecae regiae Monacensis III 3, 180 von W. Meyer ins dreizehnte Jahrhundert gesetzt. Die Schriftzüge weisen aber noch in das zwölfte. 35 * Die fehlenden, höchstens 296 Verse können nicht mehr als den Schluß von Kap. 54 und einen Epilog des Verfassers enthalten haben. Wahrscheinlich fehlen weniger Verse. Die deutschen Servatiusgedichle des zwölften Jahrhunderts LXV Das folgende Buch, welches das Indersdorfer Verzeichnis erwähnt, ist ein Über sententiamm. Leider fehlt eine Initienangabe, sonst ließe sich feststellen, ob etwa die Sentenzen Hugos gemeint sind. Victorinischer Einfluß war jedenfalls schon sehr früh in Indersdorf vorhanden. 5 Daß der oberdeutsche Servatius auch sonst zu den Augustinerchorherren in Beziehung steht, beweist Albers Tnugdalus. Er ist auf Bitten eines Bruder Konrad von Winneberg, d. h. Windberg, also eines regulierten Chorherren entstanden. Gerade in Windberg interessierte man sich sehr für die Visio Tnugdali, und es ist uns wahrscheinlich 10 sogar die Handschrift, welche Alber davon für sein deutsches Gedicht benutzte, erhalten.* Abt Gebhart von Windberg, dessen Period von 1142 bis 1191 lief, ließ den Clm. 22254 schreiben, welcher Bl. 117a f. die Visio Tnugdali enthält. Bl. 2b gibt Nachricht über die Entstehung der Handschrift: 15 Huius patrator operis uirtutis atnator Extat Gebhardus abbas digne uenerandus Quod tibi uirgo pia celi regina MARIA Obsecro cerne datum preeibus laxando reatum Sis memor atque t^\ ■ scriptoris ualde nou\ ... 20 Cordis iniqua s / purgent ut scripta Hb / Gebhards Nachfolger in der Abtwürde war Konrad, der bereits um 1203 tot war (vgl. Ferd. Janner, Geschichte der Bischöfe von Regensburg 2, 81). Da man aber, als Gebhard starb, in Windberg schwerlich zwei Confratres mit dem Namen Konrad gehabt haben wird, so ist ss es am natürlichsten anzunehmen, daß der Konrad, auf dessen Bitten Alber schrieb, der spätere Abt war. Das paßt zu den Datierungen, die bis jetzt für das Gedicht gegeben wurden. Alber dichtete vor 1191. In seinem Werk finden sich Stellen, welche in Reim und Inhalt so sehr zum oberdeutschen Servatius stimmen, daß wir annehmen 30 müssen, einer der beiden Dichter habe die Arbeit des anderen gekannt. Ich lasse die Frage, wer von beiden der ältere ist, offen. Dazu bedarf es einer gründlichen und umfassenden nochmaligen Ver- gleichung Albers mit der Quelle. Nur folgende Stellen seien angeführt: 35 * Die Handschrift wird merkwürdigerweise bei A. Wagner, Viso Tnugdali, Erlangen 1882 nicht erwähnt. Wilhelm, S. Servatius V LXVI Einleitung. Zweites Kapitel Alber 49, 64 Ein michel vngewitere . das was nicht schitere. . . . 54, 6 Der tivel ein michel presse. 3237 853 2503 Servatius der tac louhte schitere. groz wart daz wacgewitere. mit micheler presse, reiter ein michel presse. Die seltenen und erst in späterer Zeit häufiger gebrauchten Worte schitere und presse kommen in diesen beiden Gedichten zum erstenmal vor. Kleinere Anklänge finden sich öfters. Ich übergehe sie. Aber darauf muß hingewiesen werden, daß Alber in der Bußfrage io ganz die gleichen Ansichten hat, wie der Verfasser des oberdeutschen Servatius. Er ist darin allerdings von seiner streng kirchlichen Quelle abhängig, die ja ohne die in den Pönitenzbüchern vertretene Satisfaktionstheorie gar nicht möglich gewesen wäre. Indessen verweilt Alber nicht ungerne bei diesen theoretischen Fragen und gibt auch 15 eine von der Quelle etwas abweichende, dem Servatiusdichter näherstehende Ansicht kund: Alber 59, 48 Swaz der man missetuot, gewinnet er des riwigen muot, 20 die weile er den leip hat, so mac sein werden guot rat. Also ist es in ergangen. er hete einen Siechtum langen vnd chom des widere. 25 si erwürben sidere antlaz ir schulde vnt gewunnen gotes hulde. 60, 46 Du solt wizzen iedoch, er hat ein tasil weitze noch 30 Durch eine seine sunde des muz er noch leiden not Drei weile in ieglichem tage, wan er mit riwe unt mit chlage *5 Die schulde nine bewa>inet, als ez div schrifft moeinet, als im was gesetzet. Visio (nach A. Wagner) 42,8 ante mortem penituerunt inimi- citiam, ideo non eis imputatur ad culpam . llle enim rex Conchober diu languit et volum vovit, quod, si vixisset, monachus fieret. Alter autem per multos annos vinculis religatus omnia, quecunque ha- buit, dedit pauperibus, et ideo justitia ejus manet in seculum seculi. 44, 21 Cotidie per triam horarum pati- tur spatium et per spatia viginti et unius requiescit horarum . . . Ideo ignem patitur. . . quia legi- timi conjugii maculavit sacramen- tum . . . quia iussit interficere comitem . . et prevaricatus est jusjurandum . Exceptis his duobus cuncta sunt ejus crimina remissa. Aus diesen Gegenüberstellungen gehen nicht bloß die literarischen Beziehungen zwischen dem oberdeutschen Servatius und Albers Gedicht 40 hervor, sondern auch eine beiden Gedichten gemeinsame Ideenwelt, die nicht lediglich durch die stoffliche Verwandtschaft der für sie be- Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts LXVII nutzten Quellen, sondern durch den gleichgesinnten theologischen Boden, aus dem beide herauswuchsen, erklärt werden muß. Aber der oberdeutsche Servatius ist weit pointierter als Albers Werk und das hängt mit seinen Quellen, mit den Gesta und Veldeckes Gedicht, die beide politische Parteischriften waren, zusammen. Nicht bloß in 5 der Beichtfrage urteilt der oberdeutsche Servatiusdichter anders und mit Bewußtsein Veldecke entgegengesetzt, sondern auch bei dem Schlüsselwunder spricht er anders, und auch da mit Absicht. Mit Peinlichkeit vermeidet er es, auf die kanonisch-politische Bedeutung des dem Servatius von Petrus verliehenen Schlüssels einzugehen (vgl. 10 unten 196, 31 f.) und wo er von beichten spricht, kommt er nie auf das peinliche Thema der Schlüsselgewalt, obwohl ihn Veldecke, den er bei der Arbeit direkt neben sich liegen hatte, auf Schritt und Tritt darauf hinwies. Nicht einmal die Worte lösen und binden gebraucht er und auch hier mit gutem Grunde. Er wußte sehr wohl, welche 15 Gefühle in manchen, nicht gerade dem Klerus freundlich gesinnten Kreisen sie hervorriefen. Um des lieben Friedens willen mied er sie. So zeigt das oberdeutsche Werk ein anderes Gesicht. Sein Verfasser hatte andere, gemäßigtere politische Anschauungen. Er schrieb nicht gegen Veldecke, nirgends findet sich eine Polemik gegen ihn, 20 aber stillschweigend suchte er mit bestimmter kirchenpolitischer Absicht die allzu kühnen Gedanken des Maastriechter Publizisten zu zügeln und zu zähmen. Es geht etwas von Kampfesmüde durch das Gedicht, von Sehnsucht nach Friede und Eintracht. Sollte man ihm einen Untertitel geben, dann wäre wohl am besten, wenn man dar- 25 unter schriebe: „Ein Wort zur Versöhnung". Aber es war wohl nicht bloß der friedliebende Charakter des Dichters, der einen solchen Ton anschlagen hieß, sondern die anders gewordene Zeit. Eine solche Stimmung, wie sie im oberdeutschen Servatius zum Ausdruck kommt, war nicht gut möglich, als noch das Schisma, die Feindschaft zwischen 30 Friedrich I. und Alexander III. bestand. Erst nach dem Frieden von Venedig 1177 wird der Verfasser an die Arbeit gegangen sein. Die Wunden der jahrelangen Kämpfe waren noch nicht vernarbt, er wollte sie heilen und zudecken helfen. Das führt uns wieder zu dem Entstehungsort des Gedichtes. Nirgends bestand schon lange eine so 35 starke Tendenz, die geistliche und die weltliche Macht zu versöhnen, wie in der Diözese Freising. Seit Albert I. den Stuhl des großen v* LXVIII Einleitung. Zweites Kapitel Bischofs Otto innehatte, ist er bestrebt gewesen, soviel an ihm lag, seine Diözese von den politischen Kämpfen, die um sie herumtobten, zu bewahren. Man hat ihn mit dem klugen Hillin von Trier verglichen und ihm eine zweideutige Politik vorgeworfen. Aber Albert 5 war nicht Metropolit wie Hillin und gerade in der Salzburger Kirchenprovinz lagen die Verhältnisse am schwierigsten im ganzen Reich. Ein Bischof von Freising hatte es da nicht leicht. Aber auch in der mächtigsten Familie der Diözese, bei den Witteisbachern, hatte sich seit längerer Zeit eine versöhnlichere, nach Vermitteln strebende Ten- 10 denz geltend gemacht. Der Urheber war wohl des späteren Herzogs Otto Bruder, Konrad von Witteisbach, Erzbischof von Mainz. Er war schon in der Nacht vor der entscheidenden Sitzung des Würzburger Reichstags von 1165 aus der Stadt des hl. Kilian entwichen, um sich der Stimme gegen Alexander III. zu enthalten (A. Hauck, Kirchen- i5 geschichte Deutschlands 4, 265). Er hatte seitdem immer mehr gezeigt, daß er mit dem Gang der Reichspolitik nicht einverstanden sei. Allmählich wird er auch bei seinen Brüdern einen seiner Auffassung geneigteren Boden gefunden haben. Es war gewiß ein bedeutsamer Schritt, als Pfalzgraf Friedrich als Chorherr in Indersdorf eintrat. Wir 20 wissen nicht, was ihn dazu veranlaßte: amore Dei compunctas sagt der Chronist. Doch wenn es bloß das gewesen wäre, so hätte Friedrich auch bei den Benediktinern in Scheyern eintreten können. Wenn er aber als der Bruder eines der treuesten Anhänger Friedrichs I. in einem Augenblick, wo dieser vor dem Ausbruch eines neuen und 25 heftigen Konfliktes mit Alexander III. stand, in einen Orden trat, der als der Orden der Kurie galt, in ein Kloster ging, das gerade vor fünfzig Jahren sein Vater als Satisfaktio für die Lösung von der Exkommunikation gegründet hatte, so entbehrt dies unter keinen Umständen eines politischen Beigeschmacks. Es war ein Signal: bis 30 hierher und nicht weiter! Es sind Anzeichen vorhanden, daß seit 1174 auch Graf Otto das schroffe Vorgehen des Kaisers gegen die Kirche nicht hat billigen können, daß er daraus, wie scheint, hat Unheil kommen sehen. Er blieb dem Kaiser treu, aber aktiv hervorgetreten ist er während des Konfliktes nicht. Er hielt sich zurück und er hat 35 eine weise Rolle gespielt. Denn ohne sich etwas zu vergeben hat er mit seinem Bruder Konrad nach dem fürchterlichen Tag von Legnano sich an der Vermittlung zwischen Kaiser und Papst beteiligen können. Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts LXIX Mag Barbarossa zeitweilig auch über das Verhalten der Witteisbacher in den letzten Jahren, besonders aber über das von Konrad von Mainz, aufgebracht gewesen sein, der Frieden von Venedig hat das alles vergessen lassen. Denn als Konrad auf den Mainzer Stuhl um des Friedens willen verzichtete, zeigte er, daß er im Interesse einer 5 Verständigung zwischen Kaiser und Papst Persönliches hintanstellte. Das Erzbistum Salzburg war sein Lohn. Als dann drei Jahre später sein Bruder Otto den bayerischen Herzogthron bestieg, vollzog sich das seltene Faktum, daß die weltliche Herrschaft über einen Länderkomplex und die für diesen zuständige Metropolitangewalt in der 10 Hand ein und derselben Familie lag. In alle diese Zeitereignisse paßt die Stimmung des oberdeutschen Servatius wie der Schlüssel zum Schloß; sie paßt aber auch in kein Kloster so sehr wie nach Indersdorf, das nach Friedrichs Eintritt in so enge Beziehungen zur Politik und durch die Schwägerschaft mit der Gräfin 15 Agnes in so nahe zur Servatiusverehrung trat. In Augsburg dagegen war für sie damals noch ein wenig günstiger Boden. Bischof Hartwig I. war ein ausgesprochener Gegner Alexanders III. (vgl. Jaffe Reg. Pont. 12322 f.; 12756; Plac. Braun, Geschichte der Bischöfe von Augsburg 2, 150 f.) und stand Friedrich I. bis an sein Lebensende 20 nahe. Unter Bischof Udalscalk, der sich mit Urban III. ebenso wie mit Friedrich I. gut gestanden zu haben scheint (vgl. Braun t. c. 157 f.), erwartet man in Augsburg am allerwenigsten ein starkes Interesse für den hl. Servatius. Denn seit 1183 bis 1187 war hier die Verehrung des hl. Ulrich wegen des Aufbaues der 1183 abgebrannten St. Ulrichs- 25 kirche besonders in den Vordergrund getreten. Friedrich I. selbst betrieb eifrig die Einweihung des Neubaues, in dessen Brüderschaft er schon seit Jahren aufgenommen war (W. v. Giesebrecht, Geschichte der deutschen Kaiserzeit 6, 159). Ein Gedicht auf den hl. Ulrich hätte also hier viel näher gelegen als auf den niederländischen Patron, so Wir wissen vom Verfasser des oberdeutschen Servatius sonst fast nichts. Seinen Namen wird der fehlende Schluß seines Gedichtes enthalten haben. Vielleicht ist uns damit eines der wichtigsten Dokumente für die altdeutsche Literaturgeschichte verloren gegangen. Daß gerade die Blätter der Handschrift ausgeschnitten wurden, die eine 35 starke persönliche Auslassung vermuten lassen, ist vielleicht nicht Zufall. Der Verfasser hatte offenbar sehr hohe und vornehme Bezie- LXX Einleitung. Zweites Kapitel hungert. Er hatte selbst wohl die Weihe Alberts von Freising mit erlebt und auch sonst wahrscheinlich dem Bischof nahegestanden. Seine Schilderung von Servazens Ornat erinnert so auffällig an das Freisinger Bischofsgewand (vgl. unten 175, 15), daß hier ein rein zufälliges Zu- 5 sammentreffen wohl als ausgeschlossen gelten darf. Der Dichter war allem Anschein nach selbst einmal Ritter gewesen. Er hatte aber die Zeit nicht bloß mit turnceien unde mit weihen (V. 3332) verbracht, sondern selbst im Ernst die Brünnen blinken, die Schwerter blitzen sehen. Die Schilderung von der Sarazenenschlacht unter Karl dem io Großen 2001 f. steht gewiß unter dem Einfluß des Rolandsliedes vom Pfaffen Konrad; für das Hörn, welches die Christen V. 2086 zum Angriff ruft, hat gewiß Rolands Olifant Modell gestanden, aber die ganze Darstellung des Kampfes verrät doch so viel von eigener Anschauung, daß wir nicht um die Annahme herumkommen: der Dichter 15 hat selbst Schlachten schlagen sehen und selbst erlebt, daz si banden die wunden (Vgl. 2073). An Schönheit und Lebendigkeit übertrifft seine Kampfesschilderung alle ähnlichen bis dahin gedichteten Schlachtenszenen. Nach V. 1938 f. scheint es, als sei der Dichter selbst in Maastriecht gewesen. Es ist ja sogar nicht ausgeschlossen, daß 20 er Veldecke persönlich gekannt hat. Wir mögen es jedenfalls wenden wie wir wollen, die Herzogin Agnes wird immer das erklärende Bindeglied bleiben, um den merkwürdigen literarischen Austausch zwischen den Diözesen Freising und Lüttich, zwischen Indersdorf und Maastriecht verständlich zu machen. Ja es ist sogar sehr wahrscheinlich, 25 daß die Herzogin dafür gesorgt hat, daß die Gesta und Veldeckes Gedicht in die Hände des oberdeutschen Verfassers gelangten. Denn die Handschrift J der Gesta ist kaum in Indersdorf geschrieben, sondern aus den Niederlanden importiert worden. Möglicherweise findet sich in anderen niederländischen Kodizes noch dasselbe vor- 30 läufig nicht sicher deutbare Monogramm. Vielleicht ist die Handschrift eigens für Indersdorf auf Bestellung geschrieben worden. Denn es muß auffällig bleiben, daß gerade in dem Indersdorfer Exemplar (und infolgedessen auch in S und W) der politisch pointierte Schluß, Kapitel 66 und 67, fehlt. An mehreren Stellen dieses Buches ist darauf hin- 35 gewiesen worden, daß in dem Archetypus der Gesamtüberlieferung, aus dem J floß, Kapitel 66 und 67 mutmaßlich gleich auf 54 folgten, daß wahrscheinlich alles Dazwischenliegende aus der Bearbeitung T Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts LXXI stammt und daß der Verfertiger der Kompilation *ABCDGHR während der Arbeit die in T fehlenden Stücke einschwärzte. So hat sich uns aus rein geschichtlichen Erwägungen ergeben, daß der oberdeutsche Servatius in der Diözese Freising, also auf oberbayerischem Sprachgebiet entstanden sein muß und daß wir ihn, 5 soweit unsere Kenntnisse reichen, in dem Chorherrenstift Indersdorf lokalisieren müssen. Bis jetzt hatte man versucht, das Gedicht auf Grund rein sprachlicher Kriterien örtlich festzulegen. Die wesentlichste Stütze hierfür war die Reimuntersuchung. Aber ich hatte schon gelegentlich meiner Untersuchung über die gereimte St. Afralegende 10 (Analecta Germanica S. 107 f.) darauf hingewiesen, wie wenig verläßlich das Reimkriterium ist. Weitere Erfahrungen auf diesem Gebiet haben mich in meiner Ansicht nur noch fester werden lassen. Auch die Lokalisierungen, die Zwierzina und Kraus dem Gedichte haben zuteil werden lassen, sprechen nicht für die absolute Verläßlichkeit der 15 Reimstatistik. Wenn man wie sie zwischen Oberpfälzisch und Schwäbisch, zwischen Regensburg und Augsburg hin- und herpendelt, so gibt man eigentlich von vornherein zu, daß für jede feinere Untersuchung dieses Kriterium versagt. Nach den Untersuchungen von Kraus und Zwierzina schien die Sprache des oberdeutschen Ser- 20 vatius nur in geringen Dingen sich von der Reinbots von Dürne zu unterscheiden und man glaubte sich deshalb berechtigt den oberdeutschen Servatius da lokalisieren zu dürfen, wo Reinbots Georg geschrieben wurde. Reinbots Heimat war, wie meine Untersuchung deutlich gezeigt hat (PBB. 35, 360 f.), die Oberpfalz. Er selbst schrieb 25 in Wörth an der Donau.* Die Reimuntersuchung müßte also auch für den oberdeutschen Servatius die Oberpfalz als Heimat ergeben. Aber wie wir gesehen haben, spricht die Geschichte in jeder Weise dagegen und das Reimkriterium hat so wieder einen schweren Stoß erlitten. Doch ich meine, man will das Gras wachsen hören, wenn 30 man im zwölften Jahrhundert Schwäbisch im engeren Sinne und * Man wird vielleicht von der Seite, der dies unangenehm ist, sich auf das Fehlen einer älteren Marktrechturkunde für Wörth a. d. Donau steifen. Dem gegenüber betone ich auf das entschiedendste, daß nach Lage der Dinge in diesem Fall die Marktrechtsfrage nicht entscheidend sein kann, weil hier die uns erhaltenen 35 Quellen auf ein totes Geleise führen. Die übrigen für Reinbots Heimat beigebrachten Beweise müßten erst durch gleichwertige historische entkräftet werden und das wird nicht gelingen. LXXII Einleitung. Zweites Kapitel Bayerisch genau trennen zu können glaubt. Dazu sind unsere kritischen Waffen lange nicht fein und scharf genug, und wir müssen das ruhig eingestehen. Diese Waffen versagen aber erst recht bei einem Gedicht wie dem oberdeutschen Servatius, welches, auf der 5 Grenzscheide zwischen rein reimender und assonierender Technik stehend, nachweisbar von Veldecke reimtechnisch beeinflußt ist (s. V. 1361), und von dessen uns überlieferten Bindungen wir durchaus nicht immer genau wissen, ob sie nicht vielleicht einem Schreiber ihr Dasein verdanken, ob nicht hinter ihnen eine Assonanz steckt, 10 die in der Orthographie getilgt ist. Über diese Dinge soll im III. Kapitel der Einleitung gehandelt werden. Hier wollen wir bloß auf die sprachlichen Kriterien eingehen, die bis jetzt angeführt worden sind oder aufgeführt werden könnten, um das Gedicht örtlich zu fixieren. i5 Scherer, der unser Gedicht für bayerisch hielt, stützte sich auf das darin vorkommende Wort dult, aber wie 240, 35 gezeigt wurde, trägt dieses Wort zur Entscheidung der Heimatsfrage nichts bei. Alles was sonst angeführt worden ist, sollte die schwäbische Herkunft des Gedichtes erweisen. Die vollen Endungsvokale in den 20 Verben auf -ort und in den Superlativen auf -ost beweisen für die Zeit, in der das Gedicht entstand, nichts. Auch die Kaiserchronik, die etwa dreißig Jahre älter ist, verwendet diese Formen. Wenn sie der Verfasser vielleicht auch in der Umgangssprache nicht mehr anwandte, so behielt er sie als literarische Formen gern bei, weil sie die Reim- 25 fähigkeit erleichterten. Der Reim getan : ergan 892 sagt gleichfalls nichts, auch die Kaiserchronik verwendet neben gen und sten die a-Formen. Für Schwaben würde nach Zwierzina die Form mähte 1353 = fecit sprechen (s. ZfdA. 45,23 Anm. 2). Aber wir haben hier wahr- 30 scheinlich, wie es auch in meinem Text geschehen ist, mcehte, den Konjunktiv von mügen herzustellen und dieses Beweisstück käme auf diese Weise in Wegfall. Doch nehmen wir einmal an, meine Konjektur wäre falsch, es müsse mähte heißen, dann ist tatsächlich gar nicht nachweisbar, ob in der Form h oder ch steckt. Unser «5 Dichter bindet V. 2118 sicher h mit ch: douhten : bestrouchten (zu strühhön). Wenn er eine Form strouchten < stroudioten brauchte, dann kann ebenso das in Frage stehende mähte < machote entstanden Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts LXXIII sein. Dieses Argument hat also, auch wenn meine Konjektur unrichtig wäre, als nicht beweiskräftig auszuscheiden. Es geht daraus aber hervor, wie rein mechanisch die Reimuntersuchung gehandhabt wird. Man fährt mit dem Finger an den Reimzeilenenden herunter, und wenn man eine Form des Wortes hat, welches man untersucht, so 5 ist ein weiteres Glied in der Statistik geliefert. Beim Gebrauch eines Reimlexikons wird zwar anders, aber nicht geistvoller und sicherer gearbeitet.* Besonders ist die strenge (?) Scheidung zwischen mhd. ei < germ. ai und mhd. ei < egi für die schwäbische Herkunft des Verfassers 10 ins Feld geführt worden (s. ZfdA. 44, 364). Aber 1594 reimt gebceine : engeeine. Man könnte allerdings dieses engeeine < *engagani herleiten. Doch dagegen spricht die Assonanz engegene: gedigene 1442 (s. auch VV. 2103, 3472). Die strenge Scheidung von ei < ai und ei < egi braucht indessen gar keine mundartlichen Gründe zu haben, 15 sondern kann unter Einfluß Veldeckes stehen. Denn bekanntlich verwendet Veldecke die kontrahierten Formen von seggen, leggen und tragen nicht (Braune ZfdPh. 4, 260 f.). Wollte der Dichter die von Veldecke nicht gebrauchten Formen doch anwenden, so war es am besten, sie bloß untereinander zu reimen. 20 Die Bindungen u : uo sind Schwäbisch und Bayerisch. Die Labialisierung von a, a, g zu o, ö durch vorhergehendes konsonantisches u (s. Anm. zu V. 60, 1361, 1387, 1920), ist zum mindesten auch ostschwäbisch. Gleiches dürfte von dem Wandel vi > ä gelten. Gerade bei den Formen des Verbums „kommen" haben 25 schon in so früher Zeit Ausgleichungen stattgefunden, daß man mit einer Lokalisierung auf Formen wie kam hin vorsichtig sein muß. Für Bayern würden die Bindungen von e' : e vor g sprechen (V. 1488, 2104, 2358, 3472), aber ob man bei unserem der asso- nierenden Literaturperiode noch sehr nahestehenden Gedicht davon so Gebrauch machen darf, scheint mir sehr zweifelhaft. Gleiches gilt von den qualitativ gleichen aber quantitativ verschiedenen Bindungen a : ä, ce : ce, o : o. Schwieriger sind die Bindungen zwischen altem Diphthongen und * Ich könnte noch eine Reihe ähnlicher Beispiele für die geistlose und ober- 35 flächliche Art, wie diese Untersuchungen gehandhabt werden, anführen, aber es hat keinen Zweck. LXXIV Einleitung. Zweites Kapitel einstmaligem Monophthongen zu beurteilen: die Bindung gebrüdien : louchen 3186 ist meiner Ansicht nach ein Beweis, daß in der Mundart des Verfassers bereits die neuhochdeutsche Diphthongisierung eingetreten war (s. Anmerkung zur Stelle) und zugleich ein Indizium 5 für die bayerische Heimat des Dichters. Aber die, die hartnäckig an einem mhd. * gebrou.ch.en festhalten, werden die von mir angesetzte Bindung nicht anerkennen. Gegen sie darf jedoch nicht ins Feld geführt werden, daß 1428 Seuerinus : hus und 1920 Agricolaus : sus gereimt wird. Über die Qualität und den Akzent der in diesen Bin- io düngen verwandten «-Laute läßt sich aus dem Reim nichts schließen. Die lateinische Flexionsendung -us wurde doppelt gebraucht; bald lang, bald kurz, je nachdem man sie nötig hatte. Die entsprechenden heimatlichen Laute wurden ihr untergeschoben. Man sprach: Seue- rinMS : süs und man sprach Seuerimls : hüs bezüglich Severinows : ift hous. Es gehört das zu derselben Erscheinung, die Analecta Germanica S. 121 f. besprochen worden ist. Wenn man will, kann man aber die Bindungen auch für literarische, unter dem Einfluß Veldeckes stehende Reime erklären (s. C. v. Kraus, Heinr. v. Veldecke und die mhd. Dichtersprache § 39), und jedermann wird diese Erklärung nach 20 Lage der Dinge für einwandfrei und möglich ansehen müssen, einerlei, ob er sie glaubt oder nicht. Wenn sonst im Gedicht u und a, ü und ou säuberlich geschieden sind, so kann daraus weder zugunsten Bayerns noch zugunsten Schwabens ein Schluß gezogen werden. Alles ist in bester Ordnung; 25 denn die drei Laute sind, obwohl ü diphthongisiert wurde, noch heute im Bayerischen und Schwäbischen verschieden. Die Tatsache beweist nur, daß der Verfasser in diesem Punkt empfindlich war. Ähnlich ist es bei der Reihe i — l (ei) — ei (cei). Ein Reim % : ei fehlt, nur % : l wird gebunden. Bloß bei -lieh geht es durch- 30 einander. Ursprünglich war es wohl überall so, daß -lieh das I beibehielt, wenn ein starker Nebenton auf die Silbe fiel, sonst aber trat Verkürzung ein. gekch hat also seine Länge beibehalten 292, 2582 (V 2932 gehört nicht hierher) und ebenso die -liehe in V. 842 (die Handschrift beidemal ei), 1234 (Hs. i : ei) "und 2002 (Hs. i : ei). 35 Das System ist aber infolge Ausgleichung durchbrochen, indem V. 2794 -liehe auf geswiche reimt und 2540 -Pich : nch (Hs. / ; ei). Zur Lokalisierung eines mhd. Gedichtes können die -lich-Formen nicht Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts LXXV herangezogen werden. Der Reim chlcegelichen : siechen 1686 ist eine Assonanz, und es ist müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, ob -hchen oder -liehen anzusetzen ist: es ließe sich nicht einmal ausmachen. Die späteren Indersdorfer Handschriften, welche durchweg die neuen Diphthonge kennen, schreiben, so viel ich gesehen habe, 5 immer -lieh, -liehen. Die Konsonanten liefern erst recht keine Handhabe, um zwischen Schwaben und Bayern zu entscheiden. Die Bindungen zwischen auslautendem -m : -n sind als Assonanzen zu betrachten. Der Reim Iceigen : zeeigen : Mceigen 938, 1712, 2198 könnte Aufschluß geben, 10 wenn wir solche Eigenheiten örtlich genauer fixieren könnten, wie es die moderne Mundartenforschung kann (vgl. z. B. H. Fischer, Atlas zur Geographie der Schwäbischen Mundart, Tübingen 1895, Karte Nr. 16). Auch der Wortschatz liefert wenig Anhaltspunkte. Was darüber » zu sagen ist, habe ich in PBB. 35, 381 f. zusammengestellt und es kann darauf verwiesen werden. Nur wäre vielleicht noch anzumerken, daß die Komposita mit ite - nach Ausweis der Wörterbücher vorwiegend auf bayerisch-Österreichischem Sprachgebiet auftreten. So hat die rein sprachliche Untersuchung zu einem befriedigenden 20 Ergebnis nicht geführt, und wir müssen, so lange unsere geschichtlichen und kalendergeographischen Untersuchungen nicht samt und sonders gründlich widerlegt und entkräftet werden, die Diözese Freising als Entstehungsgebiet des oberdeutschen Servatius ansehen und das Kloster Indersdorf als den Ort, an dem das Gedicht verfaßt wurde. 25 Aber dieses Kapitel darf nicht geschlossen werden, bevor nicht beide Servatiusgedichte, das des Niederländers und das des Oberdeutschen, kurz gegeneinander nach ihrem künstlerischen Wert und ihrer literarischen Bedeutung hin abgewogen sind. Das Urteil fällt nicht schwer. Veldecke ist literarisch bedeutender, der oberdeutsche 30 Dichter der größere und feinere Künstler. Des Oberdeutschen Stil ist gedrungen und klar. Er hat an der älteren bayerischen Literatur, am Rolandslied, an der Kaiserchronik, an Heinrich von Melk und anderen gelernt. Nirgends wird er breit und langweilig. Den überlieferten epischen Stil handhabt er mit chronistischer Kürze, ohne ss trocken zu werden. Überall ist er lebendig und anschaulich. Manche Episode, die er erzählt, gehört zum Besten, was bis dahin in deutscher LXXVI Einleitung. Zweites Kapitel Sprache geschrieben worden ist. Der Verfasser ist hochgebildet und findet deshalb keine Freude an Extremen. Das ritterliche Ideal der maze ist in ihm fast in klassischer Weise ausgearbeitet. Es ist nicht jene konventionelle Mäßigung, wie sie der gesellschaftliche Verkehr & damals mit sich gebracht hat und wie sie uns bei Veldecke entgegentritt, sondern es ist die durch Selbstzucht und Geisteskultur erworbene Individualität eines gereiften Mannes. Der oberdeutsche Dichter sucht Altes mit Neuem zu verbinden, indem er von beiden das Gute verwertet. Er hat dabei eine glückliche Hand. Auf diese Art hat er 10 die bei Veldecke sich breit machende Geschwätzigkeit vermieden. Diese Redeseligkeit ist bei Veldecke zwar durch die Reimtechnik bedingt, aber darin besteht eben das Verdienst des oberdeutschen Verfassers gegenüber dem Niederländer, daß er reimtechnisch ihm durchaus die Wage hält und trotzdem nirgends in seine Breite verfällt. Er ver- 15 fügt über einen viel größeren Reimvorrat als Veldecke in seinem Servatius und operiert nicht so wie der niederländische Dichter mit Namen. Denn Veldecke brachte die Namen nur teilweise aus geschichtlichem Interesse an. In der Mehrzahl der Fälle führte er sie ein, um passende Reimgelegenheit zu finden. In jedem der beiden 20 Bücher seines Servatius kommt z. B. der Name Servas 67mal im Reim vor, d. h. im ersten Buch enthält fast jede 47., im zweiten fast jede 44. Reimzeile den Namen Servas. So etwas findet sich im oberdeutschen Servatius nicht. Trotz alledem hat der oberdeutsche Dichter bei den Zeitgenossen und der Nachwelt die Anerkennung 25 nicht gefunden, die er als Künstler verdient hätte. Ein Beweis, daß es mit dem Sprichwort von der Gerechtigkeit der Geschichte, nach dem sich alles Gute in der Welt, wenn auch schwer, so doch durchsetzt, ein eitel Ding ist. Der oberdeutsche Servatius ist ein Markstein in der mittelhoch- 3o deutschen Literatur. Er ist das erste Werk, bei dem sich mit Sicherheit veldeckescher Einfluß auf oberdeutschem Boden nachweisen läßt, und ein sprechender Beleg dafür, wie niederländische Sitte und Kultur, die damals als die feinsten galten, auf persönlichem Wege nach Oberdeutschland drangen. Als Veldecke seine Eneide ausgab, war er in 35 Süddeutschland bereits ein bekannter Mann, bekannt durch seine politische Tätigkeit, bekannt als Schriftsteller und bekannt durch seine persönlichen Beziehungen. Sein Servatius hätte ihm gewiß nie den Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts LXXVII Ruhm eingebracht, den er durch seine Eneide erntete, aber er hat ihm den Weg dazu geebnet. Nicht seine künstlerischen Anlagen waren es, welche Veldecke dazu verhalfen, sondern seine gesellschaftlichen und politischen Verbindungen, die sich vom Rhein bis zur Donau erstreckten und außerdem — nicht zu vergessen — die Wahl 5 seiner Stoffe. Der Inhalt seines Servatius kam mächtigen Parteigruppen seiner Zeit entgegen und seine Eneide allen Vornehmen, die nicht geistlich gebildet waren. Denn es war für die Eneide nicht etwa die Tatsache von Bedeutung, daß ein französischer Roman in der Volkssprache bearbeitet wurde, sondern daß der Stoff, den der im 10 Mittelalter angesehenste römische Dichter behandelt hatte, der großen, mit Latein nicht vertrauten Masse der Gebildeten zugänglich gemacht wurde. Kenntnis Virgils war ein Haupterfordernis für einen Mann, der damals wissenschaftlich auf der Höhe stehen wollte. Jetzt lernte man den Inhalt von Virgils bedeutendstem Werke kennen und man konnte 15 wenigstens äußerlich in der wissenschaftlichen Bildung mit der Geistlichkeit konkurrieren. Man konnte sich Stoffkenntnisse erwerben, die früher nur auf mühsamem gelehrten Wege zu erreichen waren. Auch die Eneide ist wie der Servatius geschrieben, um zu popularisieren, und diesem popularisierenden Streben verdankt sie ihren Erfolg. 20 Beide Dichtungen haben der deutschen Laienwelt den Weg geebnet, sich in der Nationalsprache schriftstellerisch zu betätigen. Der Servatius war das erste publizistische Werk in deutscher Sprache, die Eneide die erste Behandlung des angesehensten klassisch-antiken Schulstoffes in deutschen Reimen. Beide waren ein Angriff auf die 25 bevorzugte Stellung des Lateinischen in der mittelalterlichen Geisteskultur. Bis dahin waren deutsche Bearbeitungen lateinischer Stoffe und Quellen doch immer von ihren Verfassern für etwas Minderwertiges angesehen worden, das man eben den oberen Schichten der Laienwelt darbieten müsse, damit diese geistig nicht ganz verkümmere, so Da trat Veldecke auf und erklärte durch seine Tat die Volkssprache für reif, mit der lateinischen als gleichwertiges Bildungsmittel in Konkurrenz zu treten. Er tat eigentlich bloß das, was der Verfasser des französischen Eneas getan hat. Aber während in Frankreich schon vor diesem eine konkurrenzfähige nationalsprachliche Literatur bestand, und 85 mithin die Lage für die französische Volkssprache eine wesentlich günstigere war, wurde durch Veldecke die nationalsprachliche Literatur LXXVIII Einleitung. Zweites Kapitel eigentlich erst eröffnet und durch die Wahl des Stoffes eben glücklich pointiert. Denn nicht bloß in der Reimreform bestand Veldeckes Verdienst, wie Rudolf von Ems in seinem Alexander meinte, sondern weit mehr in den ideellen Werten, die hinter seinen Dichtungen standen. 5 So einseitig wie Rudolf beurteilte ihn der Freigeist von Straßburg nicht. Er meinte vielmehr: er impete daz erste ris in tiutescher zungen: da von sit este ersprungen, 10 von den die bluomen kamen, da sie die spähe uz namen der meisterlichen fände. Mag in dieser Stelle vielleicht auch Konkurrenzneid gegen Eilhart (s. oben S. XLIX 34) mit geredet haben, sie sagt doch mehr und anders, i5 als daß Veldecke lediglich ein Versreformator gewesen sei. Gotfrid und seine Zeit erblickten vielmehr in Veldecke den ersten deutschen Schriftsteller, der ein deutscher Schriftsteller sein wollte und nicht glaubte, indem er deutsch schrieb, Literatur zweiter Garnitur zu verfassen. Dieser ideelle kulturpolitische Gehalt von Veldeckes Dich- 20 tungen hat über seine künstlerischen Schwächen hinwegsehen lassen und er hat auch den oberdeutschen Servatiusverfasser um seinen künstlerischen Ruhm gebracht. Beide Dichtungen stehen im Getriebe der Tagespolitik, aber der Geist mutigen Vorwärtsdrängens und aufklärerisch-rationalistischen 25 Denkens, der von jeher den Niederländern eigen ist, hat über die tiefere und persönlich wertvollere Bildung des Oberdeutschen gesiegt. Die Ansichten des oberdeutschen Verfassers mögen augenblicklich in gewissen Kreisen den Sieg über die im Veldeckeschen Ser- vatius zum Ausdruck gebrachten davongetragen haben, aber auf die so Dauer hatten sie keine Aussicht, bei der Masse Erfolg zu finden, denn sie versteht tiefangelegte Individualitäten nicht. Es ist eine eigentümliche Fügung des Schicksals, daß die Tochter der Frau, die Heinrich von Veldecke zu seinem Servatius anregte, aller Wahrscheinlichkeit nach auf die Abfassung des oberdeutschen, 36 gegnerischen Gedichtes einen maßgebenden Einfluß gehabt hat. Die Überlieferung ist leider zu lückenhaft, um noch tiefer in die Vorgänge, die sich damals abgespielt haben, hineinblicken zu lassen. Aber darüber kann ein Zweifel nicht bestehen, daß die Gemahlin des ersten Die deutschen Servatiusgedichte des zwölften Jahrhunderts LXXIX Witteisbachers auf dem bayerischen Herzogthron von größtem kulturellen Einfluß auf die bayerischen Lande gewesen ist. Die Ehe zwischen Otto I. und Agnes von Looz hat den regeren Gedankenaustausch zwischen Bayern und den Niederlanden befördert und sie wird auch ihr Teil dazu beigetragen haben, die höfische Kunst des Nordwestens nach Bayern zu verpflanzen. Veldeckes Servatius und der des oberdeutschen Dichters sind hierfür sprechende Zeugen! Drittes Kapitel Überlieferungsgeschichtliches und Technisches zu den hier veröffentlichten Texten 1. Die Gesta 5 Oür die Herstellung des Textes der Gesta sancti Servatü wurden folgende von mir selbst eingesehene Handschriften benutzt: A. Cod. Brux. Nr. 7487—91, Perg., XIII. s., fol. 157a Sp. b bis 170b Sp. a. Enthält nur G. 3, 1—62, 12. Vgl. Cat. Codd. Hag. Brux. II, 70. J. van den Gheyn, Cat. des Manuscrits de la bibliotheque io royale de Belgique 5, 154 f. B. Cod. Brux. Nr. 8401, Perg., XIII s. fol. la bis 40b. Der Prolog G. 3, 1 bis 5, 12 fehlt. G. 82, 13 bricht B ab. Bll. 32 bis 39 sind verbunden, ihre Reihenfolge unter Beibehaltung der gegenwärtigen Paginierung muß sein: 32, 37, 38, 33, 34, 35, 36, 39. Vgl. Cat. Codd. i5 Hag. Brux. II 209 J. van den Gheyn 5, 176. C. Cod. Brux apud. D. Philipps signatus Nr. 4632i, Perg., XIII. s., fol. lb bis 36a. Vollständig. Bl. la steht Liber sanctae Mariae de Alna. Vgl. Cat. Codd. Brux. II 479 f. J. van den Gheyn 5, 283 f. D. Cod. Duacensis Nr. 836, Perg., XIII. s., fol. 92a Sp. a bis 114a 20 Sp. a. Vollständig. Vgl. Anal. Boll. XX 379 f. G. Cod. Brux. Nr. 3313 (II 2211). Perg., XIII. s., fol. lb Sp. a bis 43a Sp. a. Vollständig. Die Handschrift ist verbunden: Bll. 8 bis 15 gehören hinter Bl. 23. Sie stammt aus Saint Ghislain. Vgl. J. van den Gheyn 5, 302. Von dieser Handschrift erfuhr ich erst, als bereits 25 mit dem Druck begonnen war. Ich habe sie während des Druckes, diesen zugleich kontrollierend, kollationiert und teile ihre eigenen Lesarten, da sie nicht mehr im Variantenapparat untergebracht werden konnten, in den Nachträgen mit. Da wo die Handschriften CDR zusammenstimmen, geht G immer mit ihnen und die Siglenverbindung so CDR ist daher stets gleichbedeutend mit CDGR. Überlieferungsgeschichtliches und Technisches zu den Texten LXXXI H. Cod. Hagensis Nr. 70 E 21, Pap., XV. s., fol. 13a Sp. b bis 20 b Sp. b. Fol. la steht: über soromm sancte Katar ine müden. Text, kürzend bearbeitet, beginnt erst G. 10, 12. Die Handschrift ist miserabel geschrieben, für die Textkritik wertlos und bloß für die Überlieferungsgeschichte von einigem Interesse. Ihr fehlen die Kap. 30, » 32 bis 53, 58 bis 63 und 65 bis 67 vollständig. I. Clm. 7769, Perg., XII. s., fol. la bis 56a kl. 8°. Schon im ältesten Indersdorfer Bibliothekskatalog aus dem XIV. s., im Clm. 7426 Bl. 7a als Indersdorfer Bibliotheksexemplar erwähnt: Item vita Sematii episcopi et sie Incipit Illustrissimi viri. Reicht bis G. 130, 11. Nach 10 abibat daselbst ist Explicit Vita Sancti Sematii ausradiert, eine Stelle, die ich zur Zeit des Druckes noch nicht lesen konnte und die deshalb in den Varianten fehlt. Die Handschrift besteht aus sieben Lagen zu acht Blättern, die von moderner Hand foliiert sind. Dabei ist die Zahl 44 übersprungen worden. Tafel I dieses Buches gibt Bl. la I5 der Handschrift verkleinert wieder. Ich mache auf das am oberen Rande und an derselben Stelle in der Handschrift S wiederkehrende Monogramm aufmerksam, das ich nicht zu deuten vermag. Meiner ursprünglichen Deutung Sancti Heimeramni ist mündlich und brieflich zweifelnd widersprochen worden, und auch ich halte sie nicht 20 mehr für richtig. Eine andere, die mir vorgeschlagen wurde, Sancti EleutheriimW mir auch nicht recht einleuchten. Das wahrscheinlichste ist, daß das Monogramm eines niederländischen Klosters vorliegt. E. Steinmeyer meint, es heiße Sancte Marie Virginis. Das würde zu Indersdorf passen. Aber ich kenne keine Indersdorfer Handschrift, in der 25 das Monogramm sonst vorkäme. Die Blattzahlen von J sind dem Text in Klammern beigefügt. R. Cod. Reimensis ^ manuscr. nr. 1410, Perg., XIII. s., fol. 183a Sp. a bis 207b Sp. b. Vgl. B. Krusch NA. 18 (1893), 604 f. Vollständig. Aus R stammt die von mir gegebene Kapiteleinteilung. so S. Clm. 17140, Perg., XII./XIII. s., fol. la bis 32a. Reicht soweit wie J und hat auch auf Bl. la dasselbe Monogramm. Stammt aus Schäftlam und war dort schon sicher um die Mitte des XIII. s. Die Initialen von Illustrissimi (fol. 1 a) und Troiugenarum (fol. 1 b) stimmen in ihrer Technik vollkommen überein mit denen des Schäftlarer Prä- 85 monstratenserbreviers, welches im kgl. bayer. allgemeinen Reichsarchiv Wilhelm, S. Servatius VI LXXXII Einleitung. Drittes Kapitel unter Kloster Schäftlarn Fase. Nr. 2 aufbewahrt wird. Statt des offenbar beabsichtigten Goldgrundes ist ein schmutziges Okkergelb für die Initialen beider Kodizes verwandt worden, eine Farbe, die nur aus einem Farbentopf stammen kann. Die Schrift von S ist eine andere 5 als die des Breviers. Es ist also nur bewiesen, daß S zur Zeit der Ausmalung der Initialen in Schäftlarn war. Das Brevier stammt aus der ersten Hälfte des XIII. s. Die Servatiusvita war ursprünglich ein Buch für sich und ist erst später mit den übrigen Teilen des Clm. 17140 zusammengebunden worden. Vgl. Kat. Codd. manuscr. Biblio- io thecae regiae Monacensis IV 3, 82; Wilh. Meyer ZfdA. 27, 150. W. Cod. Maihingenensis I 2 (Lat.) 4°. 16. Perg. XII./XIII. s., fol. 219b bis 261b. Reicht so weit wie J und S. Über die Herkunft konnte nichts Sicheres ermittelt werden. Auf Anfrage bei der Maihinger Bibliotheksverwaltung wurde mitgeteilt, daß W wahrscheinlich 15 aus Tegernsee stamme. Tegernseer Handschriften sind tatsächlich nach Maihingen gekommen, s. F. Seiler, Ruodlieb S. 161 f. Der Kodex steht in nahen Beziehungen zum Clm. 4554, einer aus dem Kloster Kochel stammenden Handschrift. Über den sonstigen Inhalt von W wird an anderer Stelle berichtet werden. Vgl. 20 G. Grupp, Handschriften-Verzeichnis der Öttingen-Wallersteinischen Sammlungen in Maihingen I 11 Nr. 299. W. Wattenbach NA. 7 (1882), 173 Nr. 6. O. Greifeid, Servatius S. 21 Anm. 55. b. Cod. Brux. Nr. 2493—98, Perg., XV s., fol. 162a bis 185a, kl. 8". Kürzender und willkürlich ändernder Text. Der Prolog fehlt. 25 Bis Kap. 22 inklusive die Gesamtmasse des Textes der G erhalten, dann nur noch die Kapp. 24, 54, 55 und 64; alles übrige fehlt. Fol. 3 b und 197b Liber iste peränet bethleem monasterio prope lovanium. Vgl. J. van den Gheyn 5, 109 f. t. Cod. Brux. Nr. II 3028, Pap., XV s., Fol. 14a bis 27b, kl. 8°, so der Handschrift b in Art und Umfang vollkommen gleich. Fol. la: Liber monasteril Regularium Tungris. Hatte librum scripsit Johannes Reys, quondatn prior huius dotnus. Fol. 1 b Liber monasterii regularium in Tungris. Vgl. J. van den Gheyn 5, 307 f. t ist Abschrift von b. 35 Hierzu kommen noch folgende Handschriften einer späteren Bearbeitung der Gesta, welche Heinrich von Veldecke als Hauptquelle diente und der Hauptsache nach den Text der Gesta unverändert bietet. Überlieferungsgeschichtliches und Technisches zu den Texten LXXXIII T. Cod. Cat. mss. 1151, Num. loc. 454 der Trierer Stadtbibliothek, Perg., XIII. s. (nach 1260) Fol. 52 b f. aus St. Maximin stammend, vgl. Krusch, NA. 18 (1893), 622 f. Von Kap. 21 ab sind folgende Kapitel in folgender Reihe in T überliefert: 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 33, 37, 54, 55, 56, 49, 34, 35, 36, 59, 60, 61, 62, 63, 64. Alles, 5 was zwischen den Kapp. 21 und 64 in den Gesta steht und hier nicht erwähnt ist, fehlt in T, ebenso alles, was auf Kap. 64 folgt. Die Handschrift stimmt also mit dem von mir nicht eingesehenen Cod. Hagensis J. 3 vollständig überein. Vgl. Anal. Boll. VI 166 f. a. Clm. 23422, Perg., XIV./XV. s. Fol. 55 a bis 66a mit den Worten w ianuam cell posse claudere, quos derelinquis (vgl. G. 56, 7 f.) abbrechend. Die Handschrift wurde in Aschaffenburg gefunden, vgl. Kat. Codd. manuscr. Bibliothecae regiae Monacensis IV 4, 68; Wilh. Meyer ZfdA. 27, 151 Anm. Für gewöhnlich habe ich Lesarten dieser jungen Handschrift nicht verzeichnet. Ich habe sie nur zur Kontrolle u von T benutzt. d. Clm. 5677 aus Dießen. XV. s. Bl. 150. Kurzes in einem Brevier stehendes Fragment zur Feier der Translatio St. Servatii (7. Juni) G. 85, 1 Actum bis 86, 3 exercituum umfassend, nach Ausweis der Lesarten hierher gehörig. w Die gesamte hier aufgezählte Handschriftenmasse zerfällt, abgesehen von T, a und d, die als Bearbeitung der Gesta vorläufig beiseite gelassen werden sollen, in zwei Gruppen, eine bayerische, aus den Codices JSW bestehende und eine niederländische, die Handschriften ABCDGHRbt umfassende, und zwar ist die dem Entstehungs- ss ort der Gesta ferngelegene bayerische Gruppe auffallenderweise die bessere. Beide Gruppen gehen auf einen schon verderbten Archetypus zurück, der bereits den fehlerhaften Textanfang und sonstige kleinere Verderbnisse aufwies, z. B. die Lücke 61, 13. Innerhalb der niederländischen Klasse ist die Bearbeitung bt 30 auszuscheiden. Sie bildet ein Degenerationsglied in der Überlieferung, das sich nur schwer einreihen läßt und von dem es nicht unwahrscheinlich ist, daß es neben einer Handschrift der niederländischen Gruppe noch eine JSW nahestehende benutzt hat; bei der durchgreifenden Überarbeitung ist das aber nicht mehr recht 35 feststellbar. Für die Kritik kommt bt nur einmal G. 10, 16 in Betracht. VI* LXXXIV Einleitung. Drittes Kapitel Die Handschriften der niederländischen Gruppe zerfallen ihrerseits in zwei Hauptgruppen: ABH und CDGR. Beispiele anzuführen ist unnötig: der Variantenapparat läßt das Verhältnis deutlich erkennen (vgl. besonders G. 7, 1; 8, 1; 9, 20; 22, 3; 25, 9; 30, 16; 32, 2; 35, 5 16; 56, 9). Die Klasse ABH gliedert sich in zwei Untergruppen, A und BH (vgl. G. 10, 15; 12, 16; 13, 4; 14, 3; 14, 15; 14, 17; 15, 22; 17, 5; 20, 11; 33, 3; 36, 9; 38, 11; 42, 14; 43, 11; 43, 16; 44, 6; 51, 21; 54, 12; 55, 13; 59, 7; 59, 14; 64, 9; 68, 1; 71, 4; 71, 8; 71, 15; 71, io 19; 72, 2; 73, 14; 74, 3; 78, 6; 79, 6; 81, 14). Die Gruppe CDGR zerfällt gleichfalls in zwei Unterklassen, G und CDR. G steht (AB)H näher als CDR; das zeigt der nur in GH überlieferte Passus G. 103, 28 zur Genüge. Innerhalb CDR sind CD enger miteinander verwandt (s. G. 85, 31 f.). 15 Für die Handschriften ABCDGHR läßt sich daher folgendes Stemma aufstellen. *ABCDGHR *ABH *CDGR *BH G *CDR so B H *CD R C D Der Gruppe ABCDGHRbt steht die Gruppe JSW gegenüber. Sie wird repräsentiert durch nur eine Handschrift J, denn sowohl S wie W sind unmittelbare Abschriften aus J. 25 Aus W können weder J noch S wegen der 127, 23 in W sich findenden Lücke geflossen sein. W kann aber auch keine Abschrift aus S sein, weil es keine der S eigentümlichen Lesarten teilt. Es bietet aber auch keine einzige Abweichung von J, die besser wäre als die entsprechende von J oder die gar von anderen Handschriften gegen J ge- 30 stützt würde. Im Gegenteil, alle Lesarten von W lassen sich als Verderbnisse des Textes J erklären und W muß daher als direkte Abschrift von J angesehen werden, hat also für die Kritik des Textes keinen Wert. Nicht anders steht es mit S. Aus S kann J nicht geflossen sein, denn es bietet keine mit S gemeinsamen Lesarten gegenüber WABCDGHR. 35 Keine der S eigentümlichen Lesarten wird aber wiederum durch eine andere Handschrift gegen J gestützt. Wie bei W, so erklären sich Überlieferungsgeschichtliches und Technisches zu den Texten LXXXV auch bei S alle Varianten als Verderbnisse des Textes J. An einer Stelle tritt sogar die Abhängigkeit der Handschrift von J deutlich zutage. G. 75, 14 sind die Worte una gutta nee in J am Rande von der gleichen Hand nachgetragen. Beim Einbinden — der heutige Einband ist jünger und nicht der ursprüngliche — wurde das c von 5 nee weggeschnitten. An derselben Stelle liest man in S ne statt nee. Der Schreiber von W konjizierte — die Konjektur lag auf der Hand - oder sah die Stelle noch unversehrt. Auch da wo S und W gegen J und die übrigen Handschriften stimmen, zeigt sich die örtliche Abhängigkeit beider Kodizes von J. G. 75, 6 ist das Schluß-s von 10 Aduersus in J einem w sehr ähnlich und die Schreiber von S und W lasen deshalb Aduersum, wobei mitgewirkt haben mag, daß aduersum ihnen geläufiger war als aduersus. G. 122, 12 ist das lic von J, das durch alle übrigen Handschriften als echt erwiesen wird, sehr leicht als fic zu lesen und SW schreiben auch dementsprechend. 15 Daß zwischen J und S rein mechanische Beziehungen vorhanden sind, beweist auch das beiden Handschriften am Kopfrande von Bl. la gemeinsame Monogramm. Von welcher Handschrift es mechanisch aus der anderen herübergenommen wurde, kann nach dem Gesagten nicht zweifelhaft sein. zo Der Stammbaum der Gruppe JSW ist daher folgendermaßen anzusetzen : S W Nach J ist der Text zu gestalten, denn J hat vor der Gruppe a ABCDGHR viele Vorzüge. Nicht bloß weil ABCDGHR Interpolationen aufweisen (vgl. G. 110, 26; 147, 1 f.; 134, 30 f.; 142, 22 f.), sondern, was noch wichtiger ist, weil sich in ABCDGHR die Tendenz geltend macht, seltene lateinische und griechische Worte zu tilgen oder durch geläufigere zu ersetzen, vgl. 9, 20; 10, 18; 11, 5; 22, 13; 26, 8 f.; so 28,17; 30,4; *33,13; *38, 11; *39,8; 44, 9; *54,13; 58, 3 f.; 58, 18; 61, 7; 61, 19; 63, 9 f.; 64, 4; *79, 4; *83, 11; *94, 9; *96, 12; 104, 28; *105, 17. In allen Fällen, in denen nun die Bearbeitung T Entsprechendes bietet — sie sind in der eben aufgezählten Liste mit einem * versehen —, stimmt sie mit ABCDGHR überein. Daraus, und weil 35 T älter sein muß als der Archetypus * ABCDGHR, ergibt sich, daß diese Tendenz nicht erst der Gruppe ABCDGHR angehört, sondern LXXXVI Einleitung. Drittes Kapitel einem früheren Stadium, welches die gemeinschaftliche Grundlage von T und ABCDGHR, also ein zwischen ABCDGHR und der Endquelle von J vermittelndes Glied repräsentiert. Graphisch ausgedrückt: *J(SW)ABCDGHRT J~~ " *ABCDGHRT *ABCDGHR Als Veldecke schrieb, kannte er, der am Hauptort der Servatius- verehrung lebende Schriftsteller, nur zwei Viten des hl. Servatius, die Gesta und T (vgl. oben S. XXVI 22 f. und Vd. I 843 f.). Die Gruppe 10 CDGR und, da das Ende von H, (G. 147, 23 f.), den Schluß von CDGR zur Voraussetzung hat, auch die Gruppe (A)BH, also die gesamte uns heute bekannte niederländische Überlieferung, haben damals noch nicht existiert. Die Abfassung ihres Archetypus fällt frühestens in die allerletzten Jahre des zwölften, wahrscheinlich aber erst in den is Anfang des dreizehnten Jahrhunderts. Die Apologie des Jocundus wurde dafür benutzt. Durch diese Sachlage ist das Urteil über die Echtheit der nicht in JSW stehenden Wunder sehr erschwert. Als zweifellos echt können nur die Kapitel 66 und 67 in Anspruch genommen werden. Was 20 zwischen den Kapiteln 54 und 66 steht, ist in Bezug auf seine Echtheit mehr oder weniger zweifelhaft, teilweise sogar als spätere Inter- polatorenarbeit dringend verdächtig. Mehrere Entstehungsmöglichkeiten der in der niederländischen Überlieferung vorliegenden Textform sind denkbar. Es ist möglich, daß die nach Kapitel 54 in T 25 überlieferten Wunder 55, 56, 59, 60, 61, 62, 63 und 64 dem Original der Gesta angehörten oder der gemeinsamen Grundlage von T und ABCDGHR. Es ist aber ebensogut denkbar, daß diese Wunder erst durch Benutzung der Bearbeitung T bei der Anfertigung des Archetypus von ABCDGHR in den Text der Gesta kamen und daß dabei so oder später die T-Stücke durch die Wunder 57, 58, 65 und 68 erweitert wurden. Auch noch andere Nuancierungen des Entwickelungs- stemmas ließen sich aufstellen: zu einem sicheren Ergebnis führen sie bei der gegenwärtigen Lage unserer Überlierferungskenntnisse nicht. So viel ist aber gewiß, die niederländische Handschriften- 35 gruppe verdient weniger Glauben als die Indersdorfer Handschrift J, auch da wo diese härter und unebener erscheint. Überlieferungsgeschichtliches und Technisches zu den Texten LXXXVII Die Entwickelung von *J(SW)ABCDGHRT > *ABCDGHRT ist kulturgeschichtlich nicht uninteressant. Es zeigt sich an ihr der Verfall der klassischen Studien, wie er sich im zwölften Jahrhundert allmählich vollzieht. Andere Interessen traten in den Vordergrund. Wir können nicht mehr feststellen, in welchem Kloster der Lütticher Diözese s T und *ABCDGHRT entstanden. Nur für *(A)BCDGHR können wir wegen der interpolierten Kapitel 38 und 39 St. Stablo als Entstehungsort mit Sicherheit vermuten. Über die Einrichtung des Textes ist sonst nicht viel zu sagen. Die erste Rubrik darunter bringt die Lesarten, die zweite erklärende 10 und quellengeschichtliche Anmerkungen. In dem die Wunder behandelnden Teil der Gesta ist in den Lesarten nicht angeführt, wenn ein Wunder in den Handschriften fehlt oder umgestellt ist. Darüber gibt die Handschriftenbeschreibung Aufschluß. Die Kapiteleinteilung stammt aus R. Sie hat ihre Mängel, aber 15 sie in den Variantenapparat zu verweisen und durch eine neue zu ersetzen, schien mir zwecklos. 2. Der oberdeutsche Servatius Für den deutschen Text Sante Servatien Leben sind folgende Handschriften benutzt worden: so W. Cod. Vindob. 2696. Perg. XIV. s. Seite 118 Sp. a bis 164 Sp. b. Die Verse sind abgesetzt. Danach von M. Haupt ZfdA. 5, 75 f. publiziert. Alles sonst Wissenswerte über die Handschrift steht bei Edw. Schröder ZfdA. 45 (1901), 217 f. Sie ist von mir einmal vor und einmal nach dem Satz des Textes kollationiert worden, außer- »5 dem von Herrn Schriftsteller Leop. Weber und Herrn cand. phil. G. Wenzel bei der Revision. m. Clm. 5249 von W. Meyer „in einer ihm gehörigen Inkunabel in der Mitte mehrerer Lagen unter den Heftfäden • • • eingefalzt" entdeckt. „Die Inkunabel, in der die Streifen eingefalzt waren, ist 30 ein — nach Reuß Serapeum 1840, s. 101, ungefähr 1486 entstandener — Druck des Würzburger Buchdruckers Reyser: SBrunonis Episc. Herbip. Psalterium latinum cum commentario, und zwar stammt das Exemplar ursprünglich aus dem Kloster Rebdorf (Diözese Eichstädt). Es ist also anzunehmen, daß die Handschrift, bevor sie zum Binden as der Inkunabel zerschnitten wurde, entweder in Würzburg oder in Reb- LXXXVIII Einleitung. Drittes Kapitel dorf lag". Es sind im ganzen zehn Pergamentstreifen XIII./XIV. s. Die Verse sind noch nicht abgesetzt. Publiziert von H. Legband ZfdA. 46 (1902), 305 f. und danach von mir benutzt. n. Bruchstücke des Germanischen Museums in Nürnberg Nr. 29, a 774. Perg. XII./XIII. s. Zwei schmale Streifen, „auf den beiden Holzdeckeln des Einbandes eines • • • für die Bibliothek des germanischen Museums erworbenen alten Druckes: Ein köstlich gaistlich Spiegel der armen sündigen sele || Gedruckt von Cunrad Dinkmut zu Ulm Anno MCCCCLXXXIIIj [s. G. W. Panzers Annalen der älteren deut- io sehen Litteratur, Nürnberg 1788 I 146 Nr. 196] • • aufgeklebt." Veröffentlicht von K. Frommann Germania 18 (1873), 458 f., von mir neu verglichen. Über das Handschriftenverhältnis ist nicht viel zu sagen. W muß die Grundlage bilden; m steht ihm näher als n. Über n ist das 15 Nötige unten 170, 17 f. gesagt. Die Handschrift, aus der Wm flössen, war schon verderbt. In dem Urkodex waren die Verse, wie gewöhnlich im zwölften Jahrhundert (s. Edw. Schröder, Nachrichten von der kgl. Gesellschaft der Wissensch. zu Göttingen Phil.-hist. Kl. 1909 Heft I S. 88 f.), wohl nicht abgesetzt. Die einzelnen Abschnitte, bei 20 den Wundern besonders, waren jedoch mit Initialen hervorgehoben. Wahrscheinlich enthielt der Urkodex mehr Initialen als W Abschnitte aufweist. Ich habe solche Fälle — sie beschränken sich auf die Mirakel — durch Gedankenstrich vermutlich angedeutet. Die erste Rubrik unter dem Text bringt die Lesarten. Die Siglen 25 W und m sind bloß da gebraucht, wo beide Handschriften zusammentreffen, sonst bedeutet die ohne Sigle bezeichnete Lesart stets die von W. Nicht berücksichtigt sind im Apparat die Formen von vnd(e), sant(e) und siv, sei. Da, wo es mir nötig schien, habe ich angegeben, daß die betreffende Stelle von (M) H(aupt) gebessert worden 30 sei. Besondere Sorgfalt habe ich darauf verwendet, daß der Leser aus dem Apparat genau ersehen kann, wo ich ein synkopiertes oder apokopiertes e der Handschrift ergänzt habe. Die zweite Rubrik bringt kommentierende Anmerkungen. Sie gilt wesentlich den Stellen, die eine direkte Benutzung Veldeckes erweisen. 35 Auf die Buchung stilistischer Anklänge an Veldecke habe ich absichtlich verzichtet, um nicht Dinge anzuführen, die durch die gleiche Quelle bedingt zufällig übereinstimmen. Denn mir schien zunächst, Überlieferungsgeschichtliches und Technisches zu den Texten LXXXIX den Beweis zu erbringen, daß Veldecke vom oberdeutschen Dichter benutzt wurde, wichtiger, als nun in Einzelheiten zu zeigen, wo der oberdeutsche Dichter von Veldecke gelernt hat. Unter der Masse wären die wirklich beweisenden Stellen nicht deutlich hervorgetreten. Eine fruchtbringende Lektüre des oberdeutschen Servatius wird man 5 bloß erreichen, wenn man ihn vergleichend mit Veldecke und den Gesta liest. Zu diesem Zweck sind die Verweise auf die Gesta und Veldecke dem Texte beigegeben und dem Leser so alle Bequemlichkeiten geboten, um möglichst tief in das Gedicht eindringen zu können. An den Stellen, für die das Bruchstück n vorliegt, ist in einer 10 zwischen der ersten und zweiten Rubrik angebrachten dritten der Text von n vollständig gegeben. Die auffälligste Veränderung, die gegenüber sonstigen kritischen mittelhochdeutschen Texten vorgenommen worden ist, besteht in der abweichenden Orthographie. Ich habe die der Handschrift beibehalten, a nicht etwa nur, weil ich glaube, daß der Servatiusverfasser schon die neuen Diphthonge sprach, sondern weil die Orthographie der Handschrift ebensogut und ebenso schlecht ist, wie die unserer kritischen Texte und es im Grunde genommen bei bayerischen und schwäbischen Texten einerlei ist, ob gemeingermanisch 1 und 0 durch 20 diese Schriftzeichen oder durch ei und ou wiedergegeben werden. Diphthongisch waren um 1150 die beiden Laute wohl schon in beiden Sprachgebieten. Für den neuen /-Diphthongen, der anfangs einmal i i gelautet haben wird, standen dem nach phonetischer Orthographie strebenden Schreiber die Zeichen ei und i zur Verfügung. Schrieb «& er i, dann legte er mehr Wert auf die relativ geschlossene Qualität der ersten Komponente, schrieb er ei, so betonte er die diphthongische Natur des Lautes. Gleiches gilt von u und ou. Es ist keineswegs ein Beweis, daß der Diphthong iu sich später als 1 und ü zu dem neuhochdeutschen eu gewandelt hätte, weil in Handschriften, die so neues ei und ou schreiben, durchweg noch iu erscheint, sondern es war kein Bedürfnis vorhanden, den zugrunde liegenden Laut durch eine andere Zeichenverbindung wiederzugeben. Seine diphthongische Natur kam genügend zum Ausdruck. Daß dem wirklich so war, zeigt sich, wenn, wie häufig, für vreude in solchen Handschriften m vriude geschrieben wird. Da die beiden alten Diphthonge ei und ou von dem neuen ei und ou auch in der Folgezeit verschieden waren, XC Einleitung. Drittes Kapitel so haben die Schreiber bald ai und au für die alten Diphthonge eingeführt; erst später, Ende des dreizehnten Jahrhunderts, wird für ai dann auch cei geschrieben. Ich habe das jüngere cei der Handschrift beibehalten, weil es mir die im Fluß begriffene Entwickelung besser 6 wiederzuspiegeln schien, als das schon in den ältesten Einträgen des Indersdorfer Necrologiums und dem bekannten Kodex Falkenstainensis erscheinende ai. Da für altes ü konsequent ou durchgeführt wurde, mußte, obwohl die Handschrift stets ou noch schreibt, au eingeführt werden, um nicht den Schein zu erwecken, als seien altes ü und altes 10 ou meiner Meinung nach eine Zeitlang zusammengefallen. Bei den diphthongischen Lauten war die Scheidung zwischen Kürze und Länge von vornherein unnötig. Ich habe sie aber auch nicht bei den monophthongischen Lauten eingeführt. Die Daseinsberechtigung der Zirkumflexe in unsern kritischen mittelhochdeutschen i» Texten wird immer damit begründet, daß sie in den besten Handschriften stünden. Genannt aber werden diese Handschriften nie, und es steht fest, daß sie in den meisten Kodizes nicht zu finden sind. Die germanische Lautlehre ist indessen so klar und einfach, daß jeder, der Grammatik kann, weiß, ob ein Laut kurz oder lang ist. Die paar 20 wenigen Fälle aber, bei denen man mit seinem Ansatz schwanken kann, sind der Mode unterworfen und eben unsicher. Große Schwierigkeiten macht die Bezeichnung der Umlaute. Da ich mit der Handschrift die Längen von den Kürzen nicht unterscheide, hab ich für die in den Grammatiken verwandten ä und ce, u das von der Handschrift dafür gebrauchte ae allein durchgeführt. Für ö und 02 der Grammatiker habe ich ö durchweg verwandt. Nur bei dem Umlaut von kurzem u läßt die handschriftliche Orthographie, wie bekannt, vollkommen im Stich, aber das Reimkriterium ebenso. Denn ich kann nicht zugeben, daß wir, wenn ein Dichter Konjunktive auf so -iinne z. B. regelmäßig auf sunne reimt, den sprachwissenschaftlichen Schluß ziehen dürfen,' der Dichter sprach im Konjunktiv -unne. Wer gibt denn die Gewähr, daß das reine Reime sind? Woher wissen wir das? Die sogenannten umlautslosen Konjunktive wie zuge, verlur widersprechen dem Satz, daß die Lautgesetze ausnahmslos sind. 35 Aber nicht dieser Satz ist falsch, sondern unser Schluß, daß wir aus solchen Reimen sprachwissenschaftliche Erkenntnisse schöpfen können. Mir fällt es nicht ein zu bestreiten, daß K. von Kraus in Überlieferungsgeschichtliches und Technisches zu den Texten XCI jeder Weise überzeugend dargetan hat, daß das sogenannte zweite Büchlein nicht von Hartmann von Aue herrührt, aber er stützt sich hierbei in der eben besprochenen «-Frage nicht, wie er meint, auf sprachliche Kriterien, sondern auf stilistische. Die Verfasser der beiden Büchlein stehen auf einem verschieden stilistischen Standpunkt und s so ist es bei allen übrigen Dichtern. Diejenigen, die -unne und -iinne im Reime scheiden, stehen auf einem vollkommeneren, dem Stilideal gerechter werdenden, reimtechnischen Standpunkt, als die, welche -unne : -iinne binden. Die Frage des w-Umlautes muß noch einmal zusammenhängend auf 10 Grund örtlich und zeitlich datierbarer handschriftlicher Denkmäler umfassend untersucht werden. Neben nutzen steht auch oberdeutsch nützen. Hat liitzel immer Umlaut gehabt? Mir will scheinen, daß die palatisieren- den Wirkungen von i und j bei t(t), k(k), g(g) verschieden gewesen und hieraus die Doppelformen zu erklären sind. Gegenwärtig befinden ib sich die Herausgeber mhd. Texte in einer ganz hilflosen Lage gegenüber solchen Worten, und sie müssen rein willkürlich eine Entscheidung treffen. Gerade beim «-Umlaut hilft auch die moderne Mundart häufig nicht weiter, und der mehr und mehr sich sprachlich geltendmachende Schulunterricht verschleiert die alten Verhältnisse immer weiter. 20 Auf dem Gebiete des Konsonantismus weicht meine Ausgabe ebenfalls ab von den landläufigen kritischen Texten. Ich habe das für k stehende ch nicht getilgt und durch k ersetzt, denn dieses Verfahren ist in keiner Weise berechtigt und täuscht über die Unsicherheit unserer Erkenntnisse hinweg. Da unsere Handschrift außer im An- 25 laut für den auf urgermanisch % zurückgehenden Laut ebenfalls ch schreibt läßt sich in bestimmten Fällen gar nicht ausmachen, ob der auf urgermanisches % zurückgehende, der aus gemeingermanischem k hochdeutsch verschobene Laut x °der k gemeint ist. Das oben besprochene mähte V. 1353 ist ein solcher Fall. V. 2425 rächte : er- 30 stachte z. B. kann man mit Haupt % ansetzen, richtiger wird aber sein, ch als k zu interpretieren. Zweifellos ist das V. 2838 der Fall. Haupts Ansatz h ist da sicher falsch. Ich habe da, wo etymologisch sicheres h (== urgermanisch x) vorliegt, h auch gegen die Handschrift gesetzt. In zweifelhaften Fällen dagegen habe ich ch belassen. 35 Die mittelhochdeutschen Grammatiken führen als eines der Grundgesetze der mittelhochdeutschen Lautlehre auf, daß die Medien b dg XCII Einleitung. Drittes Kapitel im Wortauslaut zu. p t k werden und sie weisen meist dabei auf die feine phonetische Beobachtung unserer Vorfahren hin. Es gibt kaum eine krassere schematische Wortorthographie als diese. In Wirklichkeit werden b, d, g im Wortauslaut zu p, t, k nur wenn sie in der s Satzpause, am Satzende und vor Verschlußlauten stehen. Wenn also auf leip noch ein vokalisch anlautendes Wort folgt und die Handschrift schreibt leib, so ist das phonetisch richtiger als die landläufige Schreibweise der kritischen Texte. Wenn dann weiter leib auch im Auslaut vor Verschlußlauten oder in der Satzpause geschrieben wird, 10 so haben wir es mit einer Wortorthographie zu tun, die eben zeigt, daß ein Schreiber schon in mittelhochdeutscher Zeit mit einem Wort auch ein traditionelles oder selbsterworbenes orthographisches Bild verband. Ich habe daher alle Fälle, die gegen jenes Gesetz der mittelhochdeutschen Grammatiken verstoßen, beibehalten, denn es liegt kein 15 Verstoß gegen dieses Gesetz vor, sondern dies Gesetz kann in dem von den Grammatiken beanspruchten Umfange nicht aufrecht erhalten werden. Soweit Lautlich-Orthographisches. Auch in das Gebiet der Formlehre spielt Orthographisches hinein. Hier ist ebenfalls unsere Unsicherheit größer, als gewöhnlich zugestanden wird. Das gilt besonders 20 vom Präteritum der schwachen Verben, denen, leben und haben formierten ihr Präteritum: denete, lobete und habete, daneben standen Bildungen wie horte. Das Sprachgefühl bildete sich bald nach verschiedenen Richtungen aus. Für die einen war -te, die Endung der schwachen Präteriten, für die anderen -ete, das dann weiter zu -et ab- 25 geschwächt wurde. Durch Analogie wurde -ete auf hören übertragen, wurde horet(e), höret gesprochen; auf analogischem Wege entstanden aber auch teilweise Formen wie lobte. Die einzelnen Mundarten und Gegenden verhalten sich hier verschieden, und es läßt sich in den seltensten Fällen für einen mittelhochdeutschen Schriftsteller eine 30 Norm finden. Der Verfasser des oberdeutschen Servatius kannte die Typen -ote -ete -te. Ob er -ete und -te analogisch schon vermischt hat, läßt sich nicht ausmachen. Der Herausgeber ist auch hier häufig auf eine Entscheidung nach Gutdünken angewiesen. Die Formen des Präteritums von freuwen und schouwen lassen sich nicht ermitteln. 3 '> Neben einem älteren scauwon muß es noch ein scauwen < skaman gegeben haben. In einem Obermünsterer Salbuch (RA. Obermünster Fase. Nr. 3) kommt regelmäßig die Form beschöwwen vor. Überlieferungsgeschichtliches und Technisches zu den Texten XCIII Aber auch die Reime sind in keiner Weise zuverlässig. Wir hatten das schon bei der Besprechung des Umlautes von u gesehen. Im Reim kommen die Formen mohte und mähte als Indikativ vor. Wer gibt die Gewähr, daß der Dichter wirklich mähte sprach? Kann dieser Reim nicht erst Schreibermache sein, die eine Assonanz -ohte : 5 ahte für die Augen tilgen wollte? ä und 8 standen schon sehr früh im Bayerischen sich qualitativ nahe (vgl. K. Weinhold, Bair. Gram. § 6). Es ist menschlich wohl begreiflich, Kriterien, die Generationen lang als Hauptstütze unseres grammatikalischen Erkennens gegolten haben, für untrüglich zu halten. Aber wir leben in Vorurteilen. Es 10 ist bei uns fast zum Dogma geworden, daß die mittelhochdeutschen Dichter ein feineres Ohr gehabt haben sollen als wir. Bewiesen ist das nicht. Es ist ein Glaube, den man sorglich und kindlich hegt, um sich nicht einer schönen Illusion zu begeben. Wir müssen aber sehr damit rechnen, daß es, wie in der neuenglischen Poesie und « teilweise in der neuhochdeutschen, auch in mittelhochdeutscher Zeit Reime gab, die zunächst für das Auge bestimmt waren und nicht fürs Ohr. Aus den wenigen Stellen, in denen Formen von miigen, haben und tuon im Reim vorkommen, darf man noch lange nicht die Berechtigung herleiten, diese hier belegten Formen in das Innere 20 des Verses zu setzen: Der Reim ist literarischen Einflüssen weit mehr ausgesetzt als das Innere der Reimzeile. Wie weit dies doch zu geschehen hat, ist eine Frage des Gefühls und kritischen Taktes, über die verschieden gedacht werden kann und wird. Den Reim ent- zunte : chunte 2971 habe ich stehen lassen, denn er ist eine solche 25 Bindung fürs Auge, ebenso hirten : Wirten 1310. Unüberbrückbare Schwierigkeiten bereitet die e-Frage, wie weit e in den Ableitungs- und Flexionssilben ausgestoßen worden ist oder nicht. Auch hier liegt eine Gefühlsfrage vor. Die Metrik bringt keine Entscheidung in unserem Fall. Auch das von mir selbst an- so gewandte Kriterium der Versmelodie nicht. Es ist keineswegs so untrüglich wie E. Sievers und F. Saran meinen. Die Konjektur in PBB. 35, 204 f. hat gezeigt, daß die Versmelodie auch grammatische Fehler billigt. Es wird nicht beachtet, daß eben trotz sorgfältigsten Strebens nach Objektivität Autosuggestion eine Rolle spielt. Ich habe für die Vers- 35 melodie auf Grund gemeinsamer Leseproben mit meinen Hörern, den Herren Schriftsteller L. Weber, Dr. W. Rübe, candd. phil. E. See- XCIV Einleitung. Drittes Kapitel mann, M. Stefl, G. Wenzel und C. Williams folgende Lagerungen der Hebungssilben in der Reimzeile ermittelt: Die zwischen zwei Hebungen liegenden Senkungen bewegen sich regelmäßig von der Tonlage der ersten zur Tonlage der zweiten. 5 Der Auftakt fällt also von seiner ersten Silbe bis er in der unmittelbar vor der ersten Hebung stehenden Silbe seine größte Tontiefe erreicht. Die erste Hebung liegt noch tiefer; die zwischen dieser und der zweiten Hebung liegenden Senkungen steigen, bis sie in der von der zweiten Hebung liegenden Silbe ihre größte Tonhöhe erreichen. 10 Die zweite Hebung liegt wieder etwas höher als die ihr unmittelbar vorhergehende Senkungssilbe und so fort. Auf diese Weise läßt sich ziemlich sicher die Lage der vier Hebungen des Verses feststellen. Besonders um die Lage der ersten Hebung ausfindig zu machen, ist dies ein gutes und sicheres Mittel. Die Zahl der Senkungssilben steigt is von 0 bis auf 4, je höher sie ist, desto häufiger wird der Herausgeber vor die Alternative gestellt, ob er ein sogenanntes unbetontes e noch einfügen soll oder nicht. Auch hier muß er nach Gutdünken entscheiden. Nicht bloß die Versmelodie versagt hier als Kriterium, sondern auch der Reim. Wenn Reime vorkommen, die z. B. dartun, 20 daß der Verfasser die Form an kannte und gebrauchte, so ist man noch nicht berechtigt zu schließen, an sei die einzig von ihm verwandte Form. Gleiches gilt von e nach m, r, l mit vorhergehender Kürze. So möchte ich das Gewand, in dem der oberdeutsche Servatius 25 in dieser Ausgabe erscheint, nicht so verstanden wissen, als habe sein Verfasser nun genau so gesprochen, wie dieses Gewand äußerlich erscheint. Dem Herausgeber wäre es ein Leichtes gewesen, die Orthographie der mittelhochdeutschen Grammatiken durchzuführen. Das ist keine Kunst. Orthographische Systeme aber sind immer Kompro- 30 misse zwischen Laut und Buchstaben und es ist ein kindlicher Glaube, der da meint, daß wir Veldecke oder Wolfram genau so herausgeben könnten, wie sie gesprochen haben, daß wir ihre sprachlichen Eigenheiten bis in alle Einzelheiten hinein auch orthographisch Überlieferungsgeschichtliches und Technisches zu den Texten XCV wiedergeben könnten. Es war gewiß ein großer Fortschritt in der Erkenntnis der mittelhochdeutschen Sprachperiode, als K. Lachmann die seit ihm in mittelhochdeutschen Textausgaben übliche Orthographie einführte, und von A. Ziemanns Ausgabe der Kutrun konnte seinerzeit mit Recht gesagt werden, daß sie die erste sei, die das Gedicht in s mittelhochdeutschem Gewände erscheinen lasse, aber heute liegen die Dinge anders. Hinter den symbolisierenden Buchstaben liegen die Laute. Wenn ich einen neuhochdeutschen, zu meinen Lebzeiten gedruckten Text laut vorlese, so gebe ich den Buchstabensymbolen meine Laute, weil ich aus dem Verkehr mit meinen Mitmenschen 10 weiß, daß ihre Laute den meinigen im wesentlichen gleich sind und mithin auch mit den durch den Druck symbolisierten des Verfassers. Für die mittelhochdeutsche Sprachperiode ist die Lage anders. Die Laute des mittelhochdeutschen Verfassers sind mir weit weniger bekannt, als die des mit mir lebenden neuhochdeutschen. Die Laute 15 des mittelhochdeutschen Verfassers suche ich durch meine historischgrammatische Erfahrung, die ich durch die Erkenntnisse der modernen Phonetik kontrolliere, zu rekonstruieren. Das geht, soweit der Vokalismus in Frage kommt, sehr leicht bei Schriftstellern aus hochalemannischem Sprachgebiet. Es wäre ein Unding, wollte man Rudolf von 20 Ems mit neuhochdeutschen Diphthongen geschrieben herausgeben. Aber bei Schriftstellern aus schwäbischem und bayerisch-österreichischem Sprachgebiet ist eine genaue Rekonstruktion des Vokalismus unmöglich. Für den auf urgermanisch I zurückgehenden mittelbayerischen Laut kenne ich wissenschaftlich einigermaßen sicher den Ausgangspunkt 25 und den entsprechenden neubayerischen Laut, den gegenwärtigen Endpunkt. Alle zwischen diesen beiden Punkten liegenden Stufen kenne ich phonetisch nicht genau. Wie der Wanderer in tagebreitem Tal dahinziehend die felsige ferne Bergkette an seiner Seite mit den Augen verfolgt und mißt und seinen Weg nach ihr richtet, so verfolgen 30 wir durch Jahrhunderte lange Zeiträume eine Lautreihe und richten uns dabei nach den während dieser Zeiträume gebrauchten Orthographien, indem wir sie auf Grund unserer Erkenntnisse deuten. Aber wie den Wanderer sein Auge täuscht, wie er sich einem Berge gegenüber wähnt, der noch Stunden oder gar Tage von ihm nach vorwärts oder 35 rückwärts von seiner Seite liegt, wie er eine Berggruppe für schroffe, unerreichbare Felsen hält, während sie in Wirklichkeit ein bequem XCVI Einleitung. Drittes Kapitel zu ersteigendes Hochplateau bildet, so täuschen auch wir uns über den Sinn der Buchstaben durch ihre zeitliche Lage. Wenn in einer bayerischen Handschrift von 1250 noch i für ei geschrieben wird, irren wir, wenn wir meinen, damals sei noch i gesprochen. Diese 5 Zeit liegt viel weiter zurück. Wenn wir in einer bayerischen Urkunde um 1180 eu für in geschrieben finden, so täuschen wir uns, wenn wir glauben, damals sei zuerst eu gesprochen worden. Auch diese Zeit liegt weiter zurück. Wir würden aber ebenfalls fehlen, wollten wir den Buchstabenzeichen ei und eu nun die modernen Laute des io Bayerischen unterschieben. Wir würden zu weit nach vorwärts blicken. Wir erkennen, wie der Wanderer das Gebirge, die geschichtliche Entwicklung eines Lautes in ihrem Verlauf, aber wir können die einzelnen Punkte dieser Kette in ihrer wirklichen Lage nicht genau erfassen, weil wir wie jener Wanderer fernab von ihr stehen. Will jemand mit wirk- 15 lichem Verständnis einen mittelhochdeutschen Text lesen, so muß er gewissermaßen wie in einer Partitur, so weit dies möglich ist, die Geschichte der Worte und ihrer Laute, während er liest, überblicken und es muß für ihn einerlei sein, auf welchem orthographischen Standpunkt der Text steht, vorausgesetzt, daß diese Orthographie einen Sprachzustand 20 charakterisiert, den die Sprache des Textes zu irgend einer Zeit bis auf heute durchgemacht hat. Daß man sich da einer älteren Orthographie anschließen muß, ist selbstverständlich. Wenn aber ein schwäbischer oder bayerischer Text in einer etwa ein Jahrhundert jüngeren adäquaten Orthographie nur einmal handschriftlich überliefert ist, so 25 ist es vollkommen verfehlt, nun diese in eine ältere umzuschreiben. Es wird dadurch nur eine gewisse Trägheit des Denkens befördert, die unter Mittelhochdeutsch lediglich das orthographische System der jetzt üblichen mittelhochdeutschen Textausgaben versteht. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris Wilhelm, S. Servatius (/") INCIPIT 1 * PROLOGUS IN 2 ILLUSTRISSIMI 3 VIRI VITAM 4 SERVATII. 1. Stemmate inclito nati, meritis super ethera exaltati, cuius innotuit longe lateque per 6 orbem iusta irritantibus ira inuocantibus ingens gratia, dicemus uitam et miracula Seruatii, 6 presulis illustrissimi. In- 5 uoluens namque cuncta mortalium mutabilitas non solum uulgi totius sepelit nomina cum ossibus, uerum et regum nobilium insuperque sanctorum innumerabilium lucidissima merita tollit ex ore ac mentibus hominum et obruit, quasi numquam fuerint, preterquam quorum gesta scriptorum beneficiis 7 eripiuntur ab interitu obliuionis. Ac b non adeo 10 indigna 8 quidem silentiis laudum uita 9 uel finis multorum, qui ritu pecorum nichil conantur extra uoluptates corporum. Neque autem uel hü 10 digni sunt laudum 11 preconiis, qui sectantur immortalitatem per deuia erroris 12 non recta neque sancta uia rationis, sed pars preliaribus brachiis, pars menium machinis pro insopibilis 130 gloria 15 1 f.SW a IN]IN (super C) VITAM (uita ACR) ■ S ■ (/. W scissimi C beati R) SERVATII EPI (epi et confessoris A, tungrensis pontificis C, tungrensis epi R, /. W) AISWCR. INCIPIT bis IN] Incipit uita sei Seruatii epi D > ILLUSTRISSIMI mit großer verzierter Initiale und als Prologanfang gefaßt AISWCDR * f. C i per orbem] /. IS, uia W 6 Seruatii bis illustrissimi /. CDR 7 beneficio R 8 quidem 20 indigna R » finis uel uita R l ° hi AR " preconiis laudum R " errorum R 13 immortalitatis A a Wie die Laa. zeigen, beruht der Anfang Illustrissimi viri vitam Seruatii stemmate inclito usw., nach dem die Legende meist bekannt war, auf einem Fehler oder ungesdiiokter Rubrizierung des Ardietypus der Überlieferung. Der nur in 25 ACDR ISW überlieferte Prolog steht unter Einfluß der Anfänge von Sallusts C und I, besonders C, Kap. 1 und 2 haben eingewirkt. b Sal. C 1,1 Omnis homines .... summa ope niti decet, ne vitam silentio transeant veluti pecora, quae natura prona atque ventri oboedientia finxit. 2,8 Set multi mortales, dediti ventri atque somno, indocti incultique sicuti peregrinantes transiere: quibus profecto contra na- 30 turam corpus voluptati, anima oneri fuit. c Marl. Cap. 1,7 insopibiles perennitatis igniculos und O. Holder-Egger zu Lampert von Hersfeld S. 407. 1* 4 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. perennitatis x famam aucupant aure popularis. Hoc a namque 2 ardore Cyrus Babylonem Libiamque 3 Scythiamque 4 cruentauit, Xerxes b Pontum ponte nauium strauit, omnem Orientem Macedones omnem orbem peruasere Cesares. Qualium tarnen si ad plausum alter car- 5 mine c tragico 6 uilem certauit ob hircum (l b ) alter heroico rapinam redemit agrorum, nosne inüidebimur loqui et 6 cogitare de illis, qui precio laborum uite uolubilis uitam d emerunt glorie insolubilis? 7 Aut cuinam perspectius 8 litterati operam suam dedicant, quam his, 9 qui recipere 0 precones suos in eterna tabernacula queant? Fas igitur 10 esto et nobis tametsi nequaquam idoneis 10 sanctissimi uirtutes scri- bere 11 Seruatii. Tu deus placita tibi 12 et accommoda cognituris aspira 13 scribenti. Neque f cultros labra 14 petrino circumcidi neque 1 perhennitatis D 'nzmpe ACDR »que/. CDR 4 scitiamque ISW Mraico ISWCD 6 uel WR ' indissolubilis A 8 prospectius CDR, in C vor literati 15 9 hiis D I0 idoneis] idoneis narrare ACDR » /. ACDR IJ /. W 13 aspira] et aspira W l * petrino labra D u Knüpft an Sal. C. 2,2 an: Postea vero quam in Asia Cyrus, in Qrecia Lace- daemonii et Athenienses coepere urbis atque nationes subigere, lubidinem dominandi causam belli habere, maxumam gloriam in maxumo imperio putare, tum demum 20 periculo atque negotiis conpertum est in bello plurumum ingenium posse. Die Notizen über Cyrus stammen wohl aus Erinnerungen an Orosius II 6 f., denn (Eusebius-)Hieronymus A 1470 reicht nicht aus. h Hieronymus A 1533 Xerxes pontem in Hellespontiaco mari fecit. Jordanes Get. 63 navibusque ... in instar pon- tium tabulatis; 77 consertis navibus ad instar pontis. c Horaz A. P. 220 Carmine 25 qui tragico vilem certavit ob hircum, eine berühmte, schon von Acro (hg. F. Pauly II 482,1 f.) glossierte Stelle. Acros Sdiolion ging dann über in die Glossen des Johannes Scottus, zu den Opuscula sacra des Boethius und die Kommentare des Remigius von Auxerre zu Sedulius, Donatus maior und Boethius. Vgl. E. K. Rand, Quellen und Untersuchungen zur lat. Philol. d. M.A. I, II 63,33; 94. a Vgl. Hebr. 7,16 30 secundum virtutem vitae insolubilis. ü Vgl. Luc. 16,9 ut.. . recipiant vos in aeterna tabernacula. f Das Folgende knüpft an Persius Sat. Prot. 1 f. an: Nee fönte labra prolui caballino, Nee in bieipiti somniasse Parnasso Memini, ut repente sie poeta prodirem. e Zugrunde liegt Jos. 5, 2 Eo tempore ait Dominus ad Josue: Fac tibi eultros lapideos, et circumeide seeundo filios Israel. (= Septuaginta: 'Ynö &i xomov 35 löv xcuqÖv rlnev xvQiog x'T] 'IrjaoT "' Ilohjoov oeavrüi fiaxatpag nstglyas ex nitQag axgo- to/iov, xal xaftloag jie.ghe/ie xovs viov; 'IogarjA.) mit LactantiüS divin. inst. IV, 17 (— MSL 6.500B) Et dixit Dominus ad Jesum: Fac tibi cultellos petrinos nimis acutos et sede et circumeide seeundo filios Israel oder Tertullian adv. Macarionem III 16 (= MSL 2, 371 C f.) = adv. Judeos 9 (= MSL 2, 662A) idque non per Moysen, id 40 est, non per Legis diseiplinam, sed per Jesum, id est per Evangelii gratiam provenire habebat circumeisis nobis petrina acie, id est Christi praeeeptis. Petra enim Christus. oder Ambrosius exposit. in Ps. 118 Vers 34 (= MSL 15,1325 D f.) Sed ut ista servare possimus, intellectum petamus a domino. Intelligamus quae sit circumeisio. Circum- Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 5 terribilem a loquentis 1 domini 2 uocem de flammiuoma 3 nube montis audiui neque unum b de Seraphin os oburere 4 meum carbunculo uidi, ut repente sie 5 agiographus prodirem, sed auetoritas seniorum ac deuocio multorum hoc perpulit 60 opus 7 ut ineiperem atque illius presidio ne 8 diffiderem, cuius ad nutum 9 animal d quoque 10 brutum 5 olim 11 fertur fuisse locutum. De barbarismorum autem scrupulis 18 opto non concitari 13 calumniam inercie scriptoris. Nouimus enim 14 philosophos sanxisse, cum 15 de rebus constat, de uerbis controuersiam non esse mouendam. Moliemur igitur 16 uerborum breuia 17 de in- gentibus Seruatii 18 factis impendia: tu sanete spiritus in Seruatium 10 impendii tui opera quibus enuntiari queant 19 sermones aspira. EXPLICIT 2 » PROLOGUS. INCIPIT VITA SANCTI 21 SERVATII EPISCOPI. 22 2. (2°) Troiugenarum 0 metropolis Francorum Tungris, que iuxta beati presagium 2S Seruatii coram Hunis iussu dei corruit, florentissima 1« olim famosissimaque fuit speetaculumque, prisca 24 mundi 25 etas quid 1 domini loquentis C * uocem domini S s flammiuomi ACDR * meum oburere A B /. AISW • Das r wegradiert R impulit C 7 ut opus D 8 non R * nutum brutum quoque animal constat olim fuisse A ,0 f.W " fertur olim C " scropulis ISW l > incitari D >« enim] enim et CDR " dum W " ergo C 20 "f.W 18 factis Seruatii A 19 debeant ACDR "> Finit A •« SANCTI bis EPISCOPI /. SWC eiusdem sanetissimi uiri R " f. B episcopi et confessoris A. In D überhaupt keine Überschrift. Prologus in uita sei seruatij epi Tungresis t Prologus ineipit in vitam sei seruatij tungrensis epi b " Seruatii presagium C " vor prisca von anderer Hand praebuit nadigetragen A " etas mundi R 25 eidit Jesus petrinis gladiis et abstulit opprobrium ^Egypti a filiis Israel. Petra Christus est. Circumcidat te Verbum Dei et gladius oris eius, et sie ./Egypti carebis opprobrio. Non igitur corporis, sed cordis intelligenda est circumeisio vermischt. a Verbindet mit der Anspielung auf 2. Mos. 19,18 und 24,15f. eine Reminiszens an Juvencus Proem. Vers 23 cum flammivoma descendet nube coruscans Judex. b Bezieht sich 30 auf Js. 6, 6 f. Et volavit ad me unus de Seraphim, et in manu ejus calculus, quem foreipe tulerat de altari. Et tetigit os meum et dixit: Ecce tetigit hoc labia tua, et auferetur iniquitas tua, et peccatum tuum mundabitur. Der carbunculus ist eine Erfindung des Verfassers, oburere ist nicht belegt, nur obustus (Virg. Aen. 7, 506; 11,894. Ov., Trist. V 2, 66). c perpulit, vgl. Sal. C. 26,4; J. 38, 2. <* Geht auf 35 Balaams Eselin 4. Mos. 22, 28f. Über den Gebrauch von brutus bei animal siehe TLL II 2216,44 f. ° Über die Abstammung der Franken von den Troianern vgl. die bei Dahlmann-Waitz, Quellenkunde zur deutschen Geschidüe 1 Nr. 2661 verzeichnete Literatur. 6 Qesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. ualuerit. Vrbium enim Europe fulgebat et Affrice quattuor 1 inter maximas Romam, Kartaginem Numantiamque nobilitate nominis equiperans. 2 Siquidem 3a acsi* Sennaarice gigantomachie surrexisset apparatibus, altissimorum etheri propinquabat menium minis et do- 5 matibus fastigiisque nubilosarum turrium, quasi bellum minabatur sideribus. Romanis quippe seuisque 6 Teutonicis eque contermina uiribus utriusque gentis ingrauescebat disparesque b tarn habitu et 6 sermone quam 7 armis moribusque populos una in se uelut in centrum ac nodum Europici orbis colligebat ciuitas, 8 lumen Gallie 10 germinansque flos Germanie. Appellata porro 9 traditur Tungris, 0 quasi 'tunderis* siue 'tu ungeris' eo, quod a latere tunderetur oceani undis, uel, quod tanquam regina pigmentosis ungeretur terre pelagique copiis. Verum' 1 Cesariam 10 Romane altitudinis et gloriationis (2 b ) emulam Octauiani Cesaris ad titulum dixerunt 11 Octauiam, ut 12 cum 13 15 opibus tum nomine Romanorum altera 14 mater 15 esset et patria. Maximum tarnen illud societatis et conciuilitatis 0 extitit insigne, quod 1 /. bt 5 equiparans bt s Siquidem bis colligebat /. bt * acsi]si B 6 seuisque teutonicis wegradiert C 6 quam CD , et D 8 ciuitas bis Germanie nach copiis bt 3 vero A 10 cesaream R cesarie bt ll dixere ADCbtR dextere B 20 n ut bis uenisse /. bt " tum (?) B u alinea B IS esset mater B a Vgl. Gregor von Tours h. F. 1, 6 (— MG. scr. rer. merov. 136,20}.) Cumque multiplicati hominis dispergerentur per universas terras, egressi ab Oriente, Senechar gramineum repperiunt campum. In quo aedificantes civitatem, turrem qui caelos ad- tengeret nituntur struere.....vocatumque est nomen civitatis Babel. .. Haec est 25 Babilonia a Nebron gygante aedificata, filio Chus. Et sicut Horosi narrat historia (II 6) mira campi planitiae in quadrum disposita est... . Multa et alia de hac civitate isdem historiographus narrat, addens: Et cum tanta fuisset honestas aedifitii, attamen victa atque subversa est. Der Hagiograph hat natürlich gewußt, daß der Bericht Gregors sich außer auf Orosius zum größten Teil auf Gen. 11, 2f. aufbaut: die 30 Form Sennaarice deutet auf Einwirkung des Genesisberichtes. Nur bei Gregor aber findet sich die Verbindung des campus Senaar mit den gigantes. b Virg. Aen. 8, 722 incedunt victae longo ordine gentes, Quam variae unguis, habitu tarn vestis et armis. Ekkehard, Walth. Vers 2 f. Moribus ac unguis varias et nomine gentes Distinguens cultu, tum relligione sequestrans (vgl. zur Stelle W. Althofs Kommentar S. 10). Karol. 35 Magn. etLeopapa 495 Quam varias habitu, Unguis, tarn vestis et armis Mirantur gentes diversis partibus orbis. Vgl. auch Jordanes Get. 143 populosque diversarum gentium quasi fönte in uno e diversis partibus scaturriente unda. c Diese Deutung des Namen Tungri hier zum erstenmal. d Herger 168, 40 Et Octaviam eam ob honorem Octa- viani Augusti vel matris eius, sororis Julii Caesaris, qui primus Galliam Romano 40 subegit imperio et Germaniam, ferunt fuisse nominatam. Nadi dem Text von R. Köpke ist die Anmerkung von M. Haupt ZfdA. 5, 77 hinfällig. * conciuilitas nicht belegt. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 7 Francigenis la ab Aruernis 2 incolebatur, eximio 3 populo, qui sanguine Iliaco haud minus quam Eneadas exortum se gloriatur, de quo Latini maximus auctor eloquii Tullius effabatur 4 inuentos misse, qui fratres Romanorum dicerentur. Quante vero generositatis quamque amplissime gentilitatis educauerit ciues, Babyloniorum exercitus Persicarumque 6 5 phalangum prodidere sagittiferi duces nauibus Galliarum 6 finibus nuper allapsi, totque laborum totque preliorum immanitatibus per gratiam 7 dei uix demum fracti. Qui nimirum protestabantur se terram hereditariam cognationi sue, cui ueteres presederant 8 Tungri, requisitum uenisse. Sicut autem ciuitas Tungris, ita omnis regio 10 Tungria, incole dicebantur Tungri. Porro quid cause exegerit, quod, qui 9 pridem urbis muros alluit, nunc oceanus longe recesserit, solisne ac 10 siderum ardor aquas inbibendo minuat an 11 uentorum 12 uis exhauriat, uel, cum alias mare terras operit, alias aperiat, siue matrix abyssus uariabiliter 13 pro nutu dei laticem nunc euomat nunc 15 resorbeat, aut quenam alia nos latens tanti sit efficacia 14 miraculi, seu potissimum (3°) inter 16 alios honores ultrix ira dei reo loco marini 16 quoque obsequii propinquitatem eripuerit, perquirant quos cura curiositatis 17 iatigat; nobis ad fidem uetustatis disiectarum ex- tunc fluctibus 18 arenarum 19 cumulos et concauamina 20 litorisque prisci 20 satis 21 est adhuc 22 edita spectare 23 curuamina. Nee 24 incerciora sunt hec 25 indicia, quam, que in Egypto senex Saiensis 26b Soloni quondam obrute pelago insule prodidit signa, quod uidelicet in locis tante sub- 1 francigenum ISW • aluernis AB, alumnis CDR • eximie ISW * refert R 6 persiccaruraque B « Galliciarum BCR * dei gratiam C 8 presederunt B ' /. DR 25 10 ac]aut C » an]aut C 1J uis uentorum W l »f.bt u efficatio W 16 inter bis honores /. bt le maximi B » nouorum semper ABCDRbt 18 arenarum fluctibus C 19 cumulos harenarum R harenarum WD ,0 conuamina B 21 setisque W " f. bt ss uidere R " Nee bis hostium /. bt s6 /. B 26 Saniensis C a Lucan 1, 427 Arvernique ausi Latio se fingere frateres Sanguine ab Iliaco populi 30 und das entsprechende Sdiolion der Adnotationes ARVERNI, De his Cicero in Scau- riana ait (f. Voss, prim.): Inventi sunt, qui etiam fratres populi Romani nominarentur (vocarentur Voss, prim.) benutzt; s. Oudendorps Lucanausgabe S. 60 Sp. <>. b Bezieht sich auf die Erzählung von der Atlantissage in Piatos Timaios, den der Verfasser in der Übersetzung des Chalcidius kannte. Vgl. Chalcidius (hg. Joh. Wrobel) 35 19,15f. Neque ita multo post aeeidit, ut motu terrae et inluuione diei noctisque iugi praeclara illa uestra militaris iuuentus periret et Atlantis insula tota sine indicio prioris existentiae submergeretur, nisi quod pelagus illud pigrius quam cetera crasso dehiscentis insulae limo et superne fluctibus concreto habetur. Das Wort submersio wird von Chalcidius 127,13 gebraucht. 40 8 Gesta Sancti Servatü episcopi Tungrensis et confessoris. mersionis pinguiori ex fundo necdum puluerulenta ebullire cessauerit unda. Produnt a et historie, quod Italie Trinacrieque terras pridem continnas 1 Siculum fretum interruperit, nee latet, qualiter b mare rubrum dehiscens 2 hiatu 3 horribili instar murorum utrimque fluetus 5 extulerint, 4 ut in 5 imi ualle profundi 6 mirabile preberet iter 7 populo dei. 3. Octauiam igitur oceani et 8 continentis gentiosum ac prepotens emporium pace belloque omnium audacter eludentem uires hostium Maternus, 9 Petri apostoli apostolus, 10 uexillo crucis armatus ex 11 acie Christi primus adiit expugnatum. Preclara 12 religionis fides, sed animis io uulgaribus inusitata spes. Presumebat cessuros fidei uerbo rebelles tyrannorum ferro mansuetudine uinci, qui nequiuerant 13 terroribus molliri. 14 Pariebat porro ei confidentiam rerum experientia. Iam 15 namque cum Euchario et (3 b ) Ualerio magistris 16 triumphaliter 17 tuis, Treuir, 18 tripudiauerattropheis. Dum 19 omnis 20 ergo iurissequa c ciuitas 15 religionem ante salutem constituat, Maternus initio sese eunetorum idolorum hostem prodidit, ne non patesceret, quam cupidus 21 pro Christo mortis omnium se odiis et gladiis inbaptizatorum exposuerit. Luctabatur patientia contra proteruiam, lenitas 22 aduersus 23 superbiam, sanetitas contra 2 * prophanos, ratio aduersus 25d insensatos. lila 6 ex 20 parte furor, ex ista pudor, illinc 26 pontificum capitolii plebisque in- 1 contiguas AB ' deiscens W 3 hyata B * extulerit ACR i f.W e pro- fundutn R ' b populo "iter W * f. R * Maternus] BEatissimus itaque M. bt, zugleich Abs. von bt xo diseipulus Abt " primus ex acie Christi adiit ad expug- nandam verbi dei gladio et Coloniam et ciuitatem Octauiam bt l * Preclara bis molliri 25 nach tropheis bt ls uenerant R u emolliri R 16 Iam namque] Nam prius bt 16 collegis bt " trimmphaliter W 18 troe uir A, o treuir R > 9 Dum bis donec] Tandem bt so ergo omnis D " cupidius W 22 Humilitas B » contra W u aduersum prophanas W " aduersum W contra B J6 illic ACDR a Mela 2,115 Sicilia aliquando, ut ferunt, continens et agro Bruttio adnexa, post 30 freto maris Siculi abscissa est. Plinius n. h. III 14 Verum ante omnes claritate Sicilia, Sicania Thucydidi dieta, Trinacria pluribus, aut Triquetra a triangula specie: cireuitu patens, ut auetor est Agrippa DCXV1II M. pass. quodam Brutio agro cohaerens, mox interfuso mari avulsa XV M. in longitudinem freto, in latitudinem autem MD pass. iuxta columnam Rhegiam. b 2. Mos. 14,22 Et ingressi sunt filii Israel per medium 35 sicci maris; erat enim aqua quasi murus a dextera eorum et laeva. 14,29 Filii autem Israel perrexerunt per medium sicci maris, et aquae eis erant, quasi pro muro a dexteris et a sinistris. 14,25 ferebanturque in profundum. ° iurissequus unbelegt. d Vgl. Sap. 5.21 pugnabit ___ contra insensatos. e Knüpft an Herger 168,52f. f= ASS. Jan. II 919" Abs. 6) Qua propter pontifices capitolii zelo contra eos accensi, 40 maximam partem populi adversus eos concitaverunt an. Unter capitolium ist natürlich allgemein ein .Heidentempel" zu verstehen. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 9 iuriosa 1 tumultuatio, istinc 2 salutis predicatio, illinc ad extremum tormentorum omnisque generis mortium terror, istinc prodigiorum signorumque 3 celestium splendor, donec pondere ueritatis attrita a est ciuitas uanitatis, 4 ut non solum receperit signa militie Christiane, sed confregerit b quoque cuncta signa falacis idolatrie. Instituebatur 5 5 iugum ferre, que consueuerat inferre. Assueuit sua tribuere, que solebat raptu 6 gaudere. Facta 0 est decimis et oblationibus 7 Christo tributaria, que tributa prouinciarum exegerat temeraria. Namque a paucis fides tamquam d modico 8 de fönte 9 scintilla incipiens pau- latimque ab angusto 10 uelut ignis in arundineto latius latiusque dis- 10 currens conuoluit ad ultimum omnes. Dampnatur 11 cultus Jouis Junonisque ac Ueneris. Exstruitur templum 12 beate Marie perpetue 13 uirginis. Emundantur delubra demoniorum, (4 a ) dedicantur memorie u sanctorum adusque 16 numerum septuaginta duarum congregationum. Victor 16 igitur Maternus Octauie, ut Petrus Rome, decus oceani 15 Petrianis 17 primus 18 addidit disciplinis. Cui uero non constet, 19 quam per hunc plures 20 ad uite uias ualuerint 21 conuerti, qui per mortis ianuas 6 pridem ex defunctis ad superos potuerat 22 reuerti? Siquidem siue spacio elegiace 23f sepulture semper 2 * paradisum et celestia seu exitialium quoque calamitatum interdum 25 uiderit 26 trenara, 27 s pape, 28 20 1 iurgiosa AD, iniur///iosa C ' istic ACDR 3 signorum celestium D * falsi- tatis D 5 Instituebatur bis temeraria /. bt, Instituebat B 6 raptu gaudere] ac (f. CDR) alinea rapere ACDR 7 oblationis W 8 de modico W ■ fomite / ,0 au- gusto C u Dampnatur bis uirginis /. bt n templum nach Marie A u semper R u in Tungri memorie bt " usque ad R " Victor bis potuisse /. bt 17 /. ABCDR 25 18 primus bis disciplinis] disciplinis primus (f. R) addidit Petri CDR ls constit / ao plures vor per BD »' ualuerunt R » poterat ACD "f.B "f.B "f. AB " uiderit] horrenda horrendeque mortis uiderit ABCDR " trenera 5, pericula ABCDR " pape quam] ille profecto ABCDR, in C noch vor ille: mirum equidem quod itinere mortis exacto 30 a ls. 24,10 Attrita est civitas vanitatis. b confringere in der Vulg. gewöhnlich bei solchen Situationen gebraudit, vgl. 2. Mos. 23,24: 34.13; 3. Mos. 26,30; 4. Mos. 33,52; 5. Mos. 7,5; 3. Reg. 15,13; 2. Par. 23,17; Ose 10,2 u.ö. ° Vgl. Herger 168,44 Flectebatur leni Christi iugo ferocitas Gallorum, curvabatur imperio fidei cervicositas Germanorum. d Sap. 3, 7 et tamquam scintillae in arundineto discurrent. e Vgl. 35 portae mortis Job. 38,17; Sap. 16,13. Die Ersetzung von portae durch ianuae zeugt von feinem Gefühl für die Wortbedeutung, vgl. dazu noch Virg. Aen. 6,106; 127: Ov. Trist. 111 2,23. { elegiace: Vgl. Mart. Cap. 5,517 nee finem uitauit elegiaci (sc. uersus). ■ threnara sind nach MThnL. 592 carmina lamentatione plena, quae etiam threne dieuntur, unde et threnas, id est lamentationes Hieremie dieimus. « 10 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. quam ille nouis et insolitis 1 sermonibus post 2 dies quadraginta rediens ad uiuos perterrere quibat impios ac delinire 3a pios! Neque adeo* mirum 6 equidem, quod itinere mortis exacto postmodum non timebat intentantes mortem; illud 6 stupendum, hoc querendum, hoc scitu 5 dignissimum, an imperio Petri resuscitatus a morte mori ultra debu- erat, 7 qui semel moriendi legem exsoluerat. 8 Verum hec indagationi 9 philosophice; 10 nobis 1X ex sola uiuentibus 12 fide fas sit credere ad nostre correctionis predicationem non ad plenariam illum resurrexisse im- mortalitatis 13 transfigurationem b secundoque defungi, quia, quod 14 fac- 10 tum est, iusto tametsi occulto iudicio credimus oportuisse, preter dolorem tarnen per gratiam dei fieri potuisse. 4. Ecclesie 16 itaque Octauiensis, sicut eiusdem sedis pontificum inuenitur 16 in ordine, c uidetur 17 in gestis, idem beatus Maternus pontifex erat primus, tot 1 ' annis feliciter regnans in episcopali cathedra 15 quot diebus iacebat 18 reconditus in terra. Post 19 hunc ergo ecclesie Octauiensis nauim beatus Nauitus 30 presul 21 rexit secundus. Marcellus tercius 22 in lucem Christi resurrectionis predicator assurexit, Metro- polus 23 tetragona« uirtutum (4 b ) moderatione quartus successit. Quintus 1 inauditis R 2 post dies quadraginta /. ISW s declinare W *■ ade B 6 mi- 20 rum bis exacto /. C, vgl. oben Variante zu P 28 6 illud doppelt C ' debuerit R 8 exsoluerit R 9 inquisitionis B 10 maioris B, maiori A n nobis] assercre nobis CDR " fide uinentibus R " in- ABSW u f. ABCDR I6 kein Abs. ISW; hier beginnt H: Vita sancti seruacij episcopi quod est iij ydus maij. Octauiensis itaque ecclesie sicut in eiusdem usw. Ecclesie bis terra] /. ISW = Et quadraginta annis est 25 presul datus populo quem conuertit quod diebus in tumulo iacuerat mortuus beati petri baculo resuscitatus bt " inuenitur nach ordine HC " uidetur bis idem /. H 18 iacuit A 19 Post bis successit] Beatus nauitus nauim tungrensis ecclesie rexit secundus. Tertius marcellus Christi resurrectionis predicator assurrexit. Metropolus con- digna uirtutum moderatione quartus successit bt. Vir preciosus (preciosissimus A) et 30 omni laude (honore BH) dignissimus beatus nauitus surrexit secundus. Tertius marcellus metropolus (quartus metrop. H) condigna (f. H) uirtutum (f. H) moderatione (f. H) quartus (f. H) successit (successit quartus AB) ABCDHR ao nauteus ISW 21 presul] zwischen p und s eine ausradierte Stelle etwa fünf Buchstaben umfassend 22 terciam ISW 23 metropolis ISW 35 * = delenire. b transfiguratio, vgl. Chalcidius 103,10; 188,24; Plin. n. h. VII 56. <■ Der folgende Bischofskatalog geht auf Herger 171,13 f. zurück, dessen Geschichte der Lütticher Bischöfe mit den gesta gemeint ist. d Vgl. Herger 170,43 et sicut quadraginta dies iacuit in sepulchro, ita etiam totidem annos mansit in sacerdotali ministerio. » Vgl. Boeth. Inst. Arithm. 1,1 S. 8,23f. Das Wort hatte der Verfasser 40 aus dem mathematischen Unterricht, der zum scholastischen Quadruvium gehörte. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. ] \ quinque 1 " pollens talentis Seuerinus antistes extitit. 2 Perfectione 3 sui ordinis sextus floruit * Florentius. Loco 5 septimo septiformi 6b spiritu dei redimitus contra uim demonum Martern agebat Martinus. 7c Octauo 8 numero Maximinus magnaliter 9 octo beatitudinum soliditate d cubicus. 10 Ordine nouenario Valentinus noueni 110 ordinis 12 angelorum 5 ualenter amicus. Subtexitur in limitem decimum decalogi 13 seruator 1 * Seruatius, f a 15 beato quidem Materno, Petri discipulo, decimus, ab 16 ipso autem Christo, Petri magistro, magister Octauianorum 17 una cum Petri subputatione duodecimus. Nee uero refertur inmerito Petrus in hoc pontificum catalogo 18 missus in omnem terram a summo 10 pontifice Christo, Materni idem in 19 Gallias per Christum missor. Pulchrums est 20 quippe bonum bene perficere, 21 sed et pulcherrima pars operis boni 22 est: bonum bene preeipere. 23 Maternus ergo uice apostolatus Petri, sicut Eucharius et Valerius, immo plus longe 2 * quam Eucharius aut Valerius in Gallia funetus itemque post Seruatius in 15 penitentiam eiusdem gentis directus 26 diuinitus; tametsi populis et gentibus aliis 26 apostoli non sunt, signa tarnen apostolatus eorum Tungris et Colonia exstiterunt uniuersique Christiani per quasque 1 quinque bis talentis f.H 2 astitit 1SW s Perfectione bis ordinis f.H 4 Fl. floruit C 5 Septimo loco H 6 septiformi bis agebat f.H ' Martinus] beatissimus 20 martinus. Hie conuertit hasbanos ad fidem christi bt 8 Octauo numero] Octauus A 9 magnaliter bis cubicus /. H 10 perfectus ABCDRbt u noueni bis amicus /. H 12 ordinibus C, ordinum bt ls /. H; seruator decalogi A u in B nachgetragen; Senator D 15 a bis aeeepit/. bt > 6 ab bis aeeepit/. H " oetauiorum W ,s de- calogo W l9 in Gallias vor missor A 20 quippe est A " radiert B, darüber 25 klein ineipe " bonis B " ^cipere B, dann cipere radiert und dafür klein ficere " longe »Hl quam W " diuinitus direxit A S6 alii W » Ist eine Anspielung auf die Erzählung Matth. 25,14 f. b Isidor. Etym. VII 3,13 (= MSL 82,269A) Spiritus sanetus ideo septiformis nuneupatur propter dona, quae de unita eius plenitudine particulatim quique, ut digni sunt, consequi promerentur. 30 Ipse enim Spiritus sapientie et intellectus, spiritus consilii et fortitudinis, Spiritus scientie et pietatis, spiritus timoris Domini. Vgl. im Pontificale Romanum (Regensburg 1908) den Hymnus Veni Creator Spiritus bei der Ordination des Presbyters S. 40 Tu septiformis munere etc. c Vgl. Hieronymus c. Lucif. 22 (— MSL 23,185B) Beatitudines quoque, quas Dominus diseipulis in monte pronuntians ecclesiam delineavit, octo sunt. 35 d Vgl. Mart. Cap. 2,102 soliditate cubica, ferner Chatcidius 180,20 und oben Anm. 10 e . ''■ Spielt auf die neun Chöre der Engel an. f Vgl. Herger 173,11 Servatius ser- vando fidem servat pereuntem. Juvenc. 2, 243 servator Jesus, ferner 2, 327; 382. 8 Sal. C. 3,1 Pulcrum est bene facere rei publicae, etiam bene dicere haut absurdum est. 40 12 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. uicinias id a locorum. Ceterum b et quatuor probabilium » species 2 apostolatuum inhis 3 quatuor* discernuntur, scilicet in Christo, Petro, Materno et 6 Seruatio. (5 a ) Christus a patre missus est, 6 deo non homine, Petrus a Christo, deo et homine, Maternus a Petro, non s deo sed homine, Seruatius ab angelo, non deo neque homine. Pre- dicandi quippe officium, quod exercuit, non ab homine neque per hominem, sed ab angelo celitus accepit. Nempe c beatus antecessor 7 illius, Valentinus, siue 8 sancti spiritus adtactu 9 premonitus seu 10 quo- libet ecclesiastice tradicionis exemplo predoctus quouecumque 11 dei 10 nutu iussuue inductus, cum ad extrema uite uergeret, baculum 12 pas* toralem super altare beate Marie feliciter 13 fecunde 14 uirginis ponens sub indissolubilis 15 anathematis uetuit 16 animaduersione, ne quis 17 inde 18 temerarius tolleret, ne quis 19 orbato presulatui mercennarius inmergeret, donec per reuelationem Jesu Christi communis electio is idoneum doctorem et episcopum animarum suarum inueniret. Qua sententia cunctis conterritis 20 retroque 21 cedentibus uniuersis absque benedictione pontificali sedes Octauiana merebat 22 septem annis. Perpendere 23 quis 24 neglegat 25 magnanimitatem precipientis, obedienti- amque plebis? 26 Vere digno pastore dignus populus, quem tanta mora 20 uotis 27 expectabat et precibus! 5. Ea 28d tempestate beatus Seruatius Armenorum 29 nobilissimo 1 probalium B, später in probabilium geändert 2 res B, aber auf Rasur 8 hiis A * f.C « /. C * f.D ' Valentinus antecessor illius ff 8 /. ff siue bis inductus /. bt » actactu R, att///actu C 10 siue R, seu bis inductus /. ff 25 " quouecumque bis inductus /. R ia pastoralem baculum ff 18 semper HRbt 14 /. btff, uirginis fecunde D 10 indissolubili R n f. A uetur B, aber am Rand uetuit 17 ne quis illum (das Übrige bis tolleret unlesbar) am Rande nachgetragen C 18 inde] eum inde b ,9 nequis bis inmergeret /. bt 20 perterritis BH " retroque bis uniuersis /. bt " manebat H " Pendere ISW " quis neglegat] lector bt 30 " neglegat /= negligat die übrigen ,6 plebis] subiecte plebis C ,7 expectabat uotis ff, uotis fideliter expetebat R a8 Ea tempestate /. B, ist aber von späterer Hand nachgetragen, der Absatz begann in B mit Beatus " Armeniorum S a id locorum ist Sallustisch, vgl. J. 63, 6; 77,2. b Mit dieser Unterscheidung der verschiedenen Apostelwürden will der Verfasser erweisen, daß der heilige Ser- 35 vatius und seine Nachfolger einen höheren Rang einnehmen als der heilige Maternus; s. Einleitung. c Die Geschichte von der Niederlegung des baculus pasto- ralis durch Valentin tritt hier zum erstenmal in der Servatiuslegende auf. d Vgl. fferger 172,38 Ea tempestate sanctus Seruatius . .., ein formelhafter Eingang, der besonders bei Paulus Diakonus häufig ist, vgl. Widukind rer. gest. Sax. 1,5 Ea igitur 40 tempestate contigit. Über die armenische Abkunft des heiligen Servatius vgl. unten. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. J3 sanguine oriundus tanta infantie primos flosculos decorauerat absti- nentia, ut pene die nulla refectionem suscipere dignatus (5*) fuerit 1 uice secunda. Mirum uidetur, cum hoc 2 sanctus Nicolaus 3a infans quarta et sexta feria seruasse predicatur, at sanctum infantem* Ser- uatium omnes fere ferias eodem proposito continuasse non 5 iniuste 6 5 multo magis populus mirabatur. Adolescens 7 exinde 8 spectabilis uoluntaria peregrinatione se contulerat Jerosolimis tota illic deuotione cordis corpus et animam deo dependens in laudibus et precum hostiis. Contemptor quippe terrestrium affectabat imaginem celestium, scilicet 9 ipsam Syon, unde noua lex 10 euangelii, et eandem 11 Je- 10 rusalem, ex qua in omnem terram 12 per apostolos exierat uerbum domini, circuiens 13 scilicet 14 infatigabilis et considerans 15 quot 16 diebus oculis ac mente insaciabilis, ubi passus, ubi sepultus, unde 17 celos ascenderit dominus Jesus adorabatque et oscula dulcia figebat b in locis, 18 ubi steterunt sanctissimi pedes illius. 19 Cuius probitatem 15 iuuenis ecclesie 0 consules uerecundiamque 20 uultus ac 21 modestiam 22 animi perpendentes presbyteralis ordinis eum implicuere 23 officio, quamquam ille abusque 24 puerili euo presbyterum 25 se prestitisset consiliis et uite merito. Infantia 26 quippe illius uerum puericie de- coramentum 27 fuit, pueritia honestamentum 28 adolescentie accessit, 20 'siM *f.H s Nicholaus ACR * Seruatium infantem BH <> f. H *f.H ' Abs. C 8 inde H ' uidelicet R, scilicet bis domini /. H 10 f. A 1J eadem] in eadem auf Rasur B u f.W " circu////iens C u uidelicet A/. H 16 considerans bis insaciabilis /. R 16 quotquot C, quot diebus] quotidie H u ubi H 18 loco D " eius AW 20 que f.R 21 et AW " molestiam W " aus im- 25 pleuere gebessert B " ab H 26 se presbiterum A 2e Infantia bis effulsit /. H, Infantia bis terram /. bt " decus ABCDR S8 honestas (f. R) digna ABCDR a BHL 6113 (= Lipomanus II 239*) Enim uero cum matris adhuc lacte aleretur, (sc. sc. Nicolaus) coepit et bis in hebdomada, die quarta scilicet et sexta feria semel bibere mammas et hac uice contentus tota die sie permanebat, vgl. dazu Heilagra 30 manna sögur II 21,22 f., BHL 6127 (= Anal. Boll. 2,143) .. . ita educauit (sc. dominus) ipsius infantiae exordium . . ., ut per sacratiores religiosae observationis dies, quartam scilicet ac sextam feriam, semel tantum capiens lacteum nutrimentum, et perinde toto die abstinens, iam tunc sugeret ubera virtutum etc. Über die spirituale Bedeutung dieses jejuniums gibt Joh. Beleih (MSL 202,24D) Aufschluß: Inspirationis 35 jejunium est, quäle fuit in B. Nicoiao, qui etiamnum infans in eunabulis bis in hebdomada ab uberibus matris abstinuit, ac tantum semel papillas quarta et sexta feria suxit. Jeiunium circumspectionis est, quando prae imminente aliqua tempestate vel hostium periculo vel simili aliquo infortunio jejuniamus. b Virg. Aen. 1,687 oscula dulcia figet. c consules ecclesie, woher stammt dieser Ausdruck? 40 14 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. adolescentia lucidum iuuentutis ornamentum extitit, iuuentus inclitum x senectutis mirificamentum 2 effulsit. Quin 3 et gratia diuina 4 ultra humanam (6 a ) uim reuerendis eius oculis angelici decoris honorem 6 äff lauerat atque 6 iuxta 7 sacram scripturam lux a uultus eius non 5 cadebat in terram, sed 8 quomodo 9b solis iubar per uitrum rutilat, ita 10 interne bonitatis lux et claritas per illustratam 11 exterioris hominis habitudinem elucebat. 12 Quod 13 licet illi tunc exterius inesset singulare decus, proh 14 quanto amplior erat gloria illi, quod soli deo specialiori 16 sanctitate interius clarior cunctis 16 apparuit mortalibus! Nempe, cum 10 dominus 0 de celo super filios hominum prospiceret, 17 ut uideret, 18 quis intellegens 19 ita deum requireret, ut Octauiensis 20 ecclesie ponti- ficatui 21 dignus illucesceret, 22 aptissimus in 23 orbe 24 terrarum hie 26 inuentus est. Sic denique manifesta probauit res. Namque illi prouectioris etatis iam dissolui d et esse 26 cum Christo cupienti 27 15 longamque 28 post sacrorum laborum militiam fastidium 29 temporis et onus 30 uiuendi fessis quasi humeris amolienti 31 angelus domini con- spieuus 32 in oratione astitit, curam 33 oeeidui orbis 34 tamquam nouo tyroni tradidit Octauiamque in litore oceani 35 sitam adire 36 festinato imperauit. Atqui, 37 mediterranei pericula maris regnaque barbarorum 20 ' inclite ABCDR a magnificentia ABCDR 3 Quin et] Diuina namque H *f.H ultra diuina B, dann wurde in B diuina getilgt und vor gratia gestellt 5 hominem BH 6 et H ' iuxta bis sed f.H 8 Et bt ° quomodo bis rutilat in H nach elucebat 10 in B nachgetragen u lustratam H l * lucebat A »• Abs. C, Quo b 14 /. ACDRHbt, in B nachgetragen 16 specialiore Hbt 16 ceteris B 17 nach celo A 25 18 aus uideres geändert H 19 intelligens ABCSHbt 20 tungrensis bt 21 ponti- facatui / 2a illuscesceret ISWDR, illuscesceret A 23 ipse in bt »« orbem B 26 /. bt 26 nach Christo R 27 nach esse A 28 longamque bis amolienti /. bt 29 fastigium BH 80 honus D 31 amouenti D " in oratione conspieuus R 33 curamque BH, in B auf Rasur; curam bis tradidit/. bt 84 cordis W 36 occeä H 30 36 festinato adire/? "Abs. C, Atque//, Atqui Wsformidauerit] ne maris mediterranei pericula regnaque barbarorum longu tractu interiacentia f ormidauerit bt, aber nach consolatione a Job 29,24 et lux vultus mei non cadebat in terram. b Jud. 5, 31 sicut sol in ortu suo splendet, ita rutilent. c Ps. 13,2 Dominus de caelo prospexit super filios hominum, ut videat, si est intelligens, aut requirens Deum = Ps. 52,3. d Phil. 1,23 35 desiderium habens dissolvi et esse cum Christo. Die Situation hat große Ähnlichkeit mit dem in der Passio Narcissi (BHL 6031) Erzählten. Vgl. ASS. Mart. 2,622D Cum iam ad palmam victoriae se aestimaret peruenisse (sc. sc. Narcissus), apparuit ei Dominus in visu et dixit... Nondum ut putas apprehendisti coronam tuam: sustine adhuc modicum donec impleatur numerus animarum, quae per verbum praedicationis tuae cre- 40 diturae sunt in me. Oportet enim te adhuc et aliis gentibus et unguis verbum meum annuntiare usw. Auch das folgende zeigt in der Situation noch Übereinstimmungen. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 15 longo tractu amploque complexu interiacentia ne formidauerit, occulta l intrinsecus consolatione spiritalique 2 cordis allocutione sacros 8 Uli ignes noua in studia efferuescendi addidit spemque 4 desideriumque 5 in euangelio amplius 6 (6 b ) proficiendi 7 aspirauit. 8 Insuper 9 quoque, nedum 10 satis confortatus quicquam hesitauerit, quomodo « annuntiante s angelo Maria uirgo uerbum dei paritura ex spiritu sancto concepit, ita 12 alloquente angelo Seruatius uerba lingue barbare predicaturus ex spiritu sancto l 3 accepit, uiditque u in Seruatio pene par suum apostolica 15 dignitas, cui spiritus sanctus in igne prerogauit omnium 16 nosse gentium linguas. Quid moramur dictis, cum factis 17 ille moras omnes 18 10 abruperit? 19 Ilico ignotas adtemptauit uias instarque 20 solis cuiusdam ab Oriente in occidentem gratiam lucis deportans exultauit» ut gigas ad currendam uiam suam 21 permensoque b inmensi 22 spacio itineris angelo domini precedente semperque illum custodiente saluus Oc- tauiam peruenit. O felicem, o letabundum et 23 faustum 24 diem 15 illum! 25 Illo quippe die casu 26 conuenerant septuaginta due illic 27 congregationes in 28 basilicam 29 sancte dei genitricis 30 Marie; non casu fortasse, uerum 31 ad 32 ostensionem uoluntatissue nutu dei preordinante, ut 33 obuiam Seruatio conuenirent 34 sie illo die. 35 Constitutio enim generalis habebatur. Jus 86 omne 37 et negotium de sacerdotii causis 38 20 agebatur multaque 39 multi querebantur: Octauia, 40 quid iam 41 esset, labi omnia retro, non corripi criminosos, non consolari calamitosos, 42 peregrinos non reeipi, 43 humiles 44 despici, 45 non regi res ecclesiasticas traditionibus, quibus ceperant, consiliis, quibus creauerant, 46 qualibus 1 occulta insuper bt 2 spiritualique ABH s q3 sacros H * f. H, in C que 25 wegradiert 5 et desiderium bt 6 /. AH 7 proficiscendi C 8 inspiruait D 9 Insuper bis concepit /. bt 10 ne non dum ABCRH, ne nüdum D n quomodo bis ita /. H 12 et bt n f. H 14 uiditque bis linguas /. H lb apostolica dignitas vor pene R 16 nosse omnium C, nosse linguas omnium gentium R " /. A 18 /. D 19 abripuerit H 20 que /. bt al /. A, nachgetragen B " spacio im- 30 mensi/4 as o ABCDRHbt « festum H " /. H a « /. bt » 7 nachgetragen B, vor septuaginta H a8 in bis uerum /. bt ™ basilica H so genitricis] genitricis uirginis R sl sed H 3! ad bis sue nach preordinante bt S3 u (sie!) A " sie conuenirent bt, uenirent CDR 36 die illo H = f. bt » 6 uis iSW » 7 omnis ISW 38 causa W 8S multique multa ABHCDRbt *° Octauia bis timore /. bt 41 nam H 35 44 calumniatos A, desolatos BH 43 aus reeepi gebessert B, suseipi CDR ** f. D 45 /. D 46 creuerant CH, in C über er- de von anderer Hand a Ps. 18,6 exultavit ut gigas ad currendam viam. b Vgl. Apul. met. 8,18 uiae permenso spatio. 16 Qesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. oportebat personis, (7°) qualibus locis, qualibus 1 temporibus, quo honore, quo timore, quem ad finem 2 rectore 3 carerent. Non posse malorum pulsam 4a fore, nisi cum episcopi subrogatione. Dum 6 hac de parte talia dicuntur atque 6 aliunde 7 similia dum referuntur, tam- 5 quam b ubi nubilosa in caligine fulmen 8 expressum fulgore subito mirantium oculos perstrinxit, eo 9 modo insperatus 10 repente apparens angelus domini uniuersorum animos inopina formidine" cinxit, humilem Seruatium, ut nuper ingressus humi suppelex in orationem 11 procu- buerat, erexit, baculum pastoralem de 12 altari sumptum 13 porrexit 14 io maximoque cum stupore intuentium ad cathedram pontificalem 16 illum prouexit. Oritur 16 pauor et silentium et inenarrabilis 17 admiratio intuentium. Aspicit 18 attonitus ille ad illum, iste ad istum, susurrat alter iuxta 19 alterum, alter 20 contra alterum, quisque ad proximum, singulique consulunt et referunt 21 alterutrum: „Quis hie 22 est? Quis- 15 nam 23 est?" Disparente interim angelico numine humilique Seruatio cum uirga pastorali consistente 24 in medio ecclesie pariter palam 25 intellegentes 26 decretum dei applaudunt undique leti. Exaltatur« 1 clamor ad sidera, fit attonite ciuitatis in laudem dei consensus et uox una. Vocantur 270 ad consecrationem uicini presules, cogunt concilium, 28 20 1 quibus W ■ fidem ff » pastore R, carerent rectore ff * repulsam bt 5 Abs. C 6 atque bis caligine /. bt 7 alia R 8 salmen (?) ff 9 eo modo] scheint in C noch durch die radierte Stelle durch, darüber von anderer Hand c; et bt 10 inspiratus ff, repente insperatus CDR M in A das m wegradiert; oratione BHCDRTbt IJ ab DR 13 sumptum] sumptum ei bt u porrexit cum stupore 25 maximo intuentium R 16 /. bt 16 Oritur & panor /// & silentium W » uenera- bilis A 1S Aspicit bis Quisnam est /. bt I9 ad ff ,0 alter contra alterum/. Äff " referunt] referunt ad Äff ** est hie Äff CR a8 Quis vero ff " nach ecclesie R 26 intelligentes palam H J « intelligentes ABffCDRbtTSW ■» Abs. C " con- silium Cffbt 30 a pulsa nicht belegt. b Vgl. Apul. met. 11, 7 caelum autem nubilosa caligine disieeta. Lucan 1,151 Qualiter expressum ventis per nubila fulmen Aetheris inpulsi sonitu mundique fragore Emicuit rupitque diem populosque paventes Terruit obliqua praestingens lumina flamma. c Virg. Aen. 12, 750 saeptum formidine. Lucan 4, 437 Sic dum pavidos formidine cervos claudat. d Virg. Aen. 2,222 clamores... ad sidera 35 tollit; 2, 338 sublatus ad aethera clamor. ° Das folgende ist in Anlehnung an das Pontificale gearbeitet. Leider hat sich mit den liturgischen Schriften des Mittelalters noch niemand ernstlich beschäftigt. Ich bin daher gezwungen, das gegenwärtige Pontificale Romanum (Regensburg 1908), das mit den mir zugänglichen niederländischen Ausgaben (Antwerpen 1663,1758, Brüssel 1735) vollkommen über- 40 einstimmt, zum Vergleich heranzuziehen. Zum Ganzen vgl. besonders Pontificale S. 53: Episcopi vero assistentes dueunt Electum ad capellam suam, et ibi deposito Gesta Sancti Servalii episcopi Tungrensis et confessoris. \J hesitant, suisne manibus consecrare audeant illum, 1 quem manibus angelicis tarn manifeste et inusitate norant exhibitum. (7 b ) Ipsomet 2 autem definiente 8 illos perficere oportere, quod ab angelo per- ficiendum' sibi cernerent relictum fore, humiliter adquiescunt, tem- poreque congruo infulati 5 procedunt. Calciatur 6a et ipse sandaliis 5 in 7 preparationem euangelii pacis. Octo b indusiatur 8 uestimentis Aaron instar beatitudinum octo, doctrina" et ueritate rationalis 0 pectus ad castitatem stringitur, tintinnabulorum d sonitu ad predicationis munus excitatur. Vngitur 0 oleo spiritalis letitie, admonetur f per cidarim hemisperialem celo mentuale Caput inserere, idoneuss quoque sanc- 10 tum domini tetragrammaton 10 in dominice passionis intelligere signo. 1 eum D 2 Ipso A 3 deficuente W 4 perfiniendu W, das erste n, das d und der Nasalierungsstridi fast wegradiert 5 infulati bis Abyron] consecrant a deo consecratum bt 6 Calciatur bis thalamo suo] Procedit et ille. Ad iura ecclesie per- funditur unctione. Consecratus uero iuxta psalmistam in uestitu deaurato progreditur 15 in sancta sanctorum, formosus quidem in stola sua et gloriosus in seculorum secula BH 7 in preparationem] impreparatione W 8 induuiatur D, induitur BCR 9 rationali R, rationale CD ,0 tetragramaton CD pluviali, Acolythi induunt illum sandalia, ipso Psalmos, et Orationes consuetas lcgentc, si prius illa non acceperit. Tum accipit crucem pectoralem, et stola ei aptatur, ut ab 20 humeris dependeat. Dcinde tunicella, dalmatica, casula, et manipulo induitur; quibus indutus accedit ad suum altare etc. Die bisdiöflidie Kleidung ist der Gewandung Aarons nadigeahmt, welche 2. Mos. 28,1 f.; 3. Mos. 8, 6 f.; Eclus. 45, 7f. aufgezählt wird. Das Pontificale spielt mehrmals darauf an. Vgl. S. 55f. Deus, qui Möysen famulum tuum secreti familiaris affatu, inter cetera coelestis docuincnta culturae, de 25 habitu quoque indumenti sacerdotalis instituens, electum Aaron mystico amictu vestiri inter sacra jussisti etc. S. 61 Unguentum in capite, quod descendit in barbam, barbam Aaron, quod descendit in orani vestimenti eius: mandavit Dominus benedictionem in saeculum (vgl. Ps. 132,2f.). S. 65 et capiti Aaron Pontificis tui tiaram imponi iussisti. Ausführlich hat Isidor in seinen Quaestiones in vet. Test, in Exod. Kap. 59 30 (MSL 83,318D f.) die Kleidung des pontifex behandelt. Unser Verfasser hat aber diese Darstellung nicht gekannt. a Eph. 6,14 f. State . . . calceati pedes in prae- paratione Evangelii pacis. b Acht Städte sind 3. Mos. 8, 6f. aufgezählt: 1. subucula linea, 2. balteus, 3. tunica hyacinthina, 4. humerale, 5. cingulum, 6. rationale, 7. cidaris, 8. lamina aurea. Über die octo beatitudines vgl. oben Anm. ll c c 3. Mos. 8,8 rationali, 35 in quo erat Doctrina et Veritas, vgl. audi 2. Mos. 28,30. d Eclus 45,10 f. et cinxit illum tintinnabulis aureis . . . dare sonitum in incessu suo, vgl. audi 2. Mos. 28, 34 f. " Ps. 44,8 Dilexisti justitiam, et odisti iniquitatem: propterea unxit te Deus, Deus tuus oleo laetitiae; vgl. Ruotger Vita Brunonis 5: Otto (sc. I) . . . oleo laetitiae unctus. f Über die cidaris vgl. Hieronymus in Ezedi. 7,21 (MSL 25,216 Cf.), in Zadi. 1,3 40 (MSL 25,1505B), Isidor. Etym. XIX 30, 6 (MSL 82, 698B) Cydaris et ipsa sacerdotum erat, quae a plerisque mitra vocatur. b Über Tetragrammaton Isidor. Etym. VII 1,16 (MSL 82, 261B). Wilhelm, S. Servatius 2 18 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. Desideratus tandem cum baculo, a ducendorum sustentaculo, cumque anulo, b secretorum signaculo, ad sacrosancta officia tamquam c sponsus processit de thalamo suo. Vere 1 ille • beatus, uere a deo consecratus, qui 3 regia d uia per hostium 40 introiuit in ouile ouium, qui 5 figurati- 5 uorum f nitorem ornatuum" non ad aucupationem plebeiorum 7 ge- stabat oculorum, sed figuratarum expressit 8 in se ueritatem 9 uir- tutum. Commetiebanturg huic electo electionem quondam per Signum florentis uirge Aaron, memorabant 1011 exemplum thurificantis Eleazari contra Dathan et Abyron neminisque 11 confessi sunt 12 a seculo tarn 10 glorificam electionem emicuisse per angelum de 13 celo. 6. Accessit et u quoddam claritatis eius 15 insigne ac egregium (8 a ) quidem, 16 quodque 17 ob incredulitatem quorundam uerear dicere, sed quod rursus ob aliorum fidem et 18 deuotionem non ausim preterire, ne tamquam lassatus inercia conuincar ultro inuidisse 10 materie. 15 * Verum C 2 /. H 3 qui bis ouium f.A 4 ostium CDR 5 qui bis Abyron f.H e ornantium B 7 gestabat plebeiorum CDR 8 in se expressit CDR 9 In I ist der Nasalierungsstridi fast verblichen 10 memorabis W u s wegradiert in A; meminisque W 12 gestrichen in B u de celo vor emicuisse CDR li et] et ad B = ad H; f. bt 16 /. A ,6 Quidam H, cum bt 17 quodque bis materie /. bt, 20 quodque bis Armenium quendam /. H 18 ad A 19 inuidere A a Vgl. Pontificale 62 Sustcntator imbccillitatis humanae Deus, benedic baculum istum . . . Amen. Accipe baculum Pastoralis officii etc. b Vgl. Pontificale 63 Accipe annulum, fidei scilicet signaculum. c Ps. 18,6 tamquam sponsus procedens de thalamo suo. d 4. Mos. 21,22 via regia gradiemur. ° Joh. 10,1 f. Qui non intrat 25 per ostium in ovilc ovium, sed ascendit aliunde, ille für est et latro; qui autem intrat per ostium, pastor est ovium. f Dieselben Gedanken im Pontificale 56 f. cum et apud veteres reverentiam ipsa significationum species obtineret, et apud nos certiora essent experimenta rerum, quam aenigmata figurarum. Illius namque Sacerdotii an- terioris habitus, nostrae mentis ornatus est, et Pontificalem gloriam non jam nobis 30 honor commendat vestium, sed splendor animarum. Quia et illa, quae tunc carnalibus blandiebantur obtutibus, ea potius, quae in ipsis erant, intelligenda poscebant. Et idcirco huic famulo tuo, quem ad summi Sacerdotii ministerium elegisti, hanc, quac- sumus Domine, gratiam largiaris, ut quidquid illa velamina in fulgore auri, in nitore gemmarum, et in multimodi operis varietate signabant, hoc in eius moribus actibusque 35 clarescat. 8 4. Mos. 17,1 f. Et locutus est Dominus ad Moysen dicens . .. „quem ex his elegero, germinabit virga eius: et cohibebo a me querimonias filiorum Israel, quibus contra vos murmurant" . . . sequenti die regressus invenit germinasse virgam Aaron in domo Levi. h 4. Mos. 16,1 f., vgl. besonders 16,39f. Tulit ergo Eleazar sacerdos thuribula aenea, in quibus obtulerant hi (sc. Dathan et Abiron), quos in- 40 cendium devoravit, et produxit ea in laminas, affigens altari; ut haberent postea filii Israel, quibus commonerentur, ne quis accedat alienigena, et qui non est de semine Aaron ad offerendum incensum Domino. Qesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 19 Fama, a ueteris custos eui miratrixque semper 1 ipsa 2 sui, uirum b hunc descendisse signauit ex consanguinitate domini dominorum, 3 Christi saluatoris. Magna 4 profecto gloria atque 8 ob ipsam sui magnitudinem uix omnium credulitati 0 accomrnoda! c Ubi enim', ut quidam d ait c de magna uirtute atque gloria bonorum memores, que sibi quisque 6 s facilia facta 7 putat, equo animo accipit, super 8 ea ueluti 9 ficta pro falsis ducit.' Propugnatores porro tante genealogie in confirmationem sententie 10 inferunt de Jerosolimis aduenisse — nee dubia fides est — Armenium 11 quendam, nomine 12 Alagrecum, longe 13 post beati uiri obitum, qui 14 religiöse lustratis per Gallias quam pluribus sanetorum 10 locis 16 nutu tandem domini 10 tumulum quoque sancti huius adierit. 17 Comperiens uero, quod 18 sanetus idem ibidem 19 aduena oriundus autem 20 fuisset ex Armenia, aliquantisper 21 mente 22 herens demumque 23 nominis 24 interpretationem non sine admiratione secum 25 intelligens tempusque 26 aduentus 27 illius diligenter perpendens postremo conti- is denter 28 in medium assurexit 29 ipsumque 30 diu sibi quesitum 31 uixque iam inuentum 32 eundem esse astruxit, 33 cui angelus 6 domini olim 34 1 /. CD, ipsa semper bt 2 /. C a Christi dominorum R 4 Magna bis falsis ducit/. bt 6 /. A 6 facilia quisque A 7 facto AC, factu R 8 super] supra BR, supraque C 9 uelut A, uera R 10 scientie B n armenum Cbt 13 alagrecum 20 (alagrecus H) nomine AH ,3 longe] cum longe t u f.H 15 locorum// IG dea// 17 adiit H I8 quod idem dictus sanetus ibidem // *' aduena ibidem A 20 ante R al aliquantisper bis herens /. H " mentem B »* que /. H 2l nominis interpretationem nadi intelligens H S6 f. H " que /. H i7 aduntus W 28 /. bt; nach medium R 29 surrexit H, assurrexit bis inuentum /. nur t 30 ipsumque bis 25 aduexerit] virum descendisse signauit ex consanguinitate domini dominorum Christi Saluatoris H 31 scitum b 32 inuntum W 33 ast//////1 B " olim bis filio/. bt & Vgl. Lucan 4, 654 f. Hinc, aevi veteris custos, famosa vetustas Miratrixque sui signavit nomine terras. Seneca, Phaedra 742 fama miratrix senioris aevi. b Herger 172, 39 f. Cuius quidem ortum et prosapiam licet quidam ferant ex domini Salvatoris 30 cognatorum descendisse familia. c credulitas in dieser Bedeutung selten, vgl. Apul. met. 2, 27, Sedulius Scottus CSE 193, 2. d Sal. C 3,2 ubi de magna virtute atque gloria bonorum memores, quae sibi quisque facilia factu putat aequo animo accipit, supra ea veluti ficta pro falsis ducit. Ein beliebter Ausspruch, den sdion Gellius n. A. 4,15 zitiert. In der vita sc. Avdmari episcopi et confessoris, die in der für unseren 35 Servatiustext benutzten Hs. WBl. 129" bis 131" steht, heißt es Bl. 130b; E g0 vero hec scribens uercor, ne alicui legenti sit incredibile iuxta id, quod Salustius historiam scribens ait: ubi de uirtute atque gloria bonorum memor est Que sibi quisque facilia factu putat, equo animo accipit supra ea facta (!) ueluti pro falsis ducit. ° Luc. 1,13 Ne timeas Zacharia . . . uxor tua Elisabeth pariet tibi filium, et vocabis nomen eius 40 Joannem. 2* 20 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoria. uelut alteri Zacharie filio, non eisdem syllabis sed sensu eodem, in alia lingua 1 nomen (8 b ) illud de 2 celo 3 aduexerit. Mox quoque generationem eins* texere incipiens: "Erant' a inquit 'Anna et Hes- meria B due sorores. Ex quibus Anna, ut notum est, peperit uirginem 6 s Mariam. Elisabeth 7 et 8 frater eius 9 Ehud orti 10 sunt ex Hesmeria. 11 Quis 12 ignorat unam ex his 13 peperisse Christum saluatorem orbis terrarum? Quis item 14 ex altera surrexisse eum, quo maior non surrexit inter natos mulierum? Ehud autem suo 15 tempore 16 deinceps genuit Emiu, 17 cui postmodum beata Memelia 18 peperit uirum 19 hunc, 10 qui presagiente 20 angelico 21 numine 22 tali profecto est nomine ap- pellatus 2S eo, quod longum in senium ad 24 correctionem 25 plurimorum 26 foret 27 seruandus.' Audientes hec Traiectenses cuncti 28 nichil 29 cunc- tati s0 in testimonium ueritatis censuerunt eadem 31 litteris tradi. Ad- didit 32 quoque Alagrecus de loco natiuitatis eius, quod nomen oppidi w Phestia, 33b nomen terre Hebrea, 34 nomen regionis 35 esset 36 Persia, ut scilicet intelligatur Phestia 37 oppidum in 38 confinio Persidis et coniuncte 1 /. R *f.W *f.W 4 illius RC " esmeria WCHR • virginem Mariam] semper virginem genitricem domini Jehsu Christi bt ' helisabeth R 8 autem R 9 /. S 10 ex esmeria orti sunt A ll esmeria CDRH 12 Quis — eum] Elisabeth 20 peperit eum bt la hiis AD u iterum B 1B deinceps suo tempore CD 16 deinceps tempore A " enimi (?) H, Emili W 1B memella W ,0 uirum hunc] sanctum Seruatium H so presagante D 21 angelo bt 2J /. bt " appellatus vor est CDR 24 ad] ad multorum R " correptionem C »• /. R 27 esset H 2B /. bt ™ f. B "cunctantiß 31 f. A; hec bt 32 Addidit bis infalibilis sapientie /. bt " pnestia R; 25 /. BH 3i hebrea bis asseratur] ipsum quoque sanctum Seruacium H sh religionis auf Rasur D 36 /. D " pnestia R " 8 „persidis" in confinio D a Woher der Verfasser diese fabelhafte Genealogie hat, habe ich ebensowenig wie meine Vorgänger feststellen können. Daß sie nicht in griechischem Sprachgebiet entstanden ist, dafür bürgt der Name des Gewährsmanns: Alagrecus. Eliud wird 30 als Vorfahr Christi Matth. 1,14f. genannt. Dem Namen haftet nichts Gutes an, vgl. Isidor, allegoriae MSL 83,108B, Hraban De uniuerso MSL 111,50D. Jo. hat unsere Stelle ausgeschrieben, vgl. MG. SS. XII 90, 7f. Der Stammbaum der heiligen Sippe wäre danach folgender: N.N. 35 Anna Hesmeria Maria Elisabeth Eliud Christus Johannes Bapt. Emiu x Memelia b Diesen Ort vermag ich nicht nachzuweisen. Servatius. Gesta Sancti Servatii cpiscopi Tungrensis et confessoris. 21 Persidi ad austrum Armenie situm utriusque gentis confouere in se populos et legitima, ut ibidem castrum Susis et alia multa. Nee incongrue Persidis uel 1 Armenie pars illa 3 dicitur 3 terra* Hebrea, ubi decem tribus filiorum Israel inreduci 6a captiuitate inhabitabant, quos in Persidem b profecto transtulit rex Assyriorum Salmanassar. 6 5 Siquidem 7 ex eisdem plurimos ad nostre conprouincialitatis Judeos huc rursumque (9 a ) de istis sepe quosdam ire illuc ita nos compertum nouimus, ut 8 similiter beati Seruatii parentes 9 illuc commeare potuisse absque scrupulo crediderimus. At, 10 si mouet quospiam transmutatio nominis Seruatii, cur 11 non mouet pocius, que causa uerterit aposto- 10 lorum 12 uocabula 13 Petri et Pauli? Quis, rogo, sanetis martyribus Thebeis, 0 Secundo, Mauricio, Exuperio, Candido, Uictori, Innocentio, Latina nomina 14 reperit? Que sanciuit 15 lex, ut hominibus 16 Teutonicis nostra quoque etate, quam pluribus ad papatus Romani dignitatem electis, Latina simul imponerentur 17 nomina? Nonne, quia caucius est, 15 ut scire queas, quid proferas, et proferre, quod scias, quam barbaras conando uoces in risum audientes permoueas? 18 Verbi gratia: d Si 1 et R 2 illi B 3 dicitur vor pars A * f. A 5 irreduci A 6 salmanasar CD 7 Sisiquidem W, das zweite si wegradiert " f. R 9 vor beati A 10 Ac R 11 /. A 12 uocabula apostolorum CDR ls nomina A M uocabula A I6 san<=ci////t C 20 16 omibus R " nomina imponerentur 5 " promoueant B » Lucan 9, 408 Inreducemque viam, das Wort nur bei Lucan belegt. b 2. Madi. 1,19 Nam cum in Persidem ducerentur patres nostri. 4. Reg. 18, 9f. ascendit Salmanasar rex Assyriorum in Samariam ... et transtulit rex Assyriorum Israel in Assyrios collocavitque eos in Hala et in Habor, fluviis Gozan in civitatibus Medorum. c Aus 25 weither Fassung der Legende diese Namenreihe stammt, ist nidit feststellbar. Auffallend ist die Erwähnung des Secundus an erster Stelle. Das läßt auf Benutzung eines Martyrologiums sdiließen. Vgl. Ado zum 26. Aug.: Apud Vintimilium castrum Italiae, natalis beati Secundi martyris, viri speetabilis et ducis ex legione sanetorum Thebaeorum, qui ante beatum Mauritium et cacteros . . martyrium . . . complevit. Ado 30 zum 22. Sept.: In Galliis . . natale sanetorum martyrum Thebaeorum Mauritü, Exuberii, Candidi, Victoris, Innocentii, Vitalis cum soeiis. d Die folgenden Ausführungen gehen im wesentlichen auf Hieronymus comment. in epist. ad. Titum Kap. II V. 9 (= MSL 26, 630Bf.) zurüak: .. . proprie pulsat Judaeos, qui in eo se jaetant et pu- tant legis habere nolitiam, si nomina teneant singulorum: quae quia barbara sunt, et 35 etymologias eorum non novimus, plerumque corrupte proferuntur a nobis. Et si forte erraverimus in accentu, in extensione et brevitate syllabac, vel brevia producentes, vel producta breviantes, solent irridere nos imperitiae, maxime in aspirationibus in quibusdam cum rasura gulae litteris proferendis. Hoc autem evenit quod LXX Inter- pretes, per quos in Graecum sermonem lex divina translata est, specialiter HHETH 10 litteram et AIN et caeteras istiusmodi (quia cum duplici aspiratione in Graecam 22 Gesta Sancü Servalii episcopi Tungrensis et confessoris. Ysaac, Ysaiam, 1 Jesum 2 uel 3 Mariam seu Pascha siue 4 Phase Romano more Judeo presonueris, 5 Judeus cum iuramento negabit Hebrea esse 6 uerba, que dicis. Et uere forsitan, quia Heth 7 et Zammeth et 8 Ain 9 et Zadec, 10 Hebreorum litteras, nequaquam autentica resonat 5 Latinitas. Verba uero his 11 priuata 12 litteris, si qua 13 resonare possit, 14 horum quoque plurimam partem falsis accentibus falsisque casibus uarioque aliorsum errore ignorantia confundit, ut in eo, quod Hebreus finali accentu dicit 15 Meriäm, 16 Grecus eodem accentu Meriäs. 17 Latinus medio accentu pronuntians 18 Maria > 9 nonne palam 20 et tenorem uiolat 21 10 et litteras? (9 b ) Consultius igitur uidebatur interpretari quam 22 falsari nomen Seruatii. Summo autem preconiorum eius 23 obice 24 laborat fides, quonam exemplo credi queat, nepos fratris Elisabeth, 26 etiamsi is sero natustunc temporis infantilissimus 26 adhuc 27 fuerit eiusque 28 proles Emiu postmodum 29 senissimus sobolem Seruatium genuerit, quomodo, is inquam, ille asseratur adusque 30 Ualentis aut 81 ultra 32 pertigisse a tem- pora 33 intercurrentibusannis ferme quadringentis sexaginta? 34 Verum 36 quis 3G ignorat alias generationes per tempora sera extendi alias uelo- citer 37 perfici? Nonne b Goliath 38 et fratres eius, filii Moabitidis Orphe, 1 Ysaiam] si Ysaiam ACDR 2 Jesum] si Jesum A • si A * seu CDR, 20 uel A 6 personueris AB 6 uerba (doppelt C) esse CDR ' Heth bis Zadec /. AB 8 /. R 9 f.R '» Zadech WCDR » latinis A ™ expressa B 13 quam W 14 possint B = latinitas possit A lb f. R; vor finali A 10 meizam C, Maridn A, in B fehlen überall die Akzente 17 merias W, marias A, memerias R ls pro- nuntiat D 19 mariam A 20 pariter A 21 nach pariter A 22 quam falsari nach 25 Seruatii R ri f. D * 4 f. A 25 helisabeth R 2 « infantulus ABCDR " /. A !8 eiusq; C 20 postmodo W so usque ad R 31 ultra aut B 32 circa H 33 nach Ualentis R 34 septuaginta H 35 Verum bis oberit/. H 3(i quisque IW, in S das que wegradiert »' cito R 3B Goliad /, Goliaht SW linguam transferre non poterant) aliis litteris additis expresserunt. Verbi causa, ut 30 Rahel Rachel dicerent et Jeriho Jericho et Hebron Chebron et Seor Segor; in aliis vero eos conatus iste deficit. Nam nos et Graeci unam tantum litteram s habemus, Uli vero tres SAMECH, SADE et SIN, quae diversos sonos possident. Isaac et Sion per SADE scribitur, Israel per SIN et tarnen non sonat hoc quod scribitur. Seon, rex Amorrhaeorum, per SAMECH litteram et pronuntiatur et scribitur. Si igitur a nobis 35 haec nominum et linguae idiomata, ut videlicet barbara, non ita fuerint expressa, ut exprimuntur ab Hebraeis, solent cachinum attollere, et iurare se penitus nescire quod dicimus. Was der Verfasser über den Akzent sagt, stammt aus dem Grammatikunterricht; daher wohl auch die Beispiele. a tempora pertingere Commodian instr. II 12,5. b Dieser Beweis ist aus verschiedenen Stellen der Vulg. konstruiert. 40 A Par. 20, 5 percussit Adeodatus . . . fratrem Goliath Gethaei, es wurde aber I. Par. 20, 7 nicht herangezogen Hi sunt filii Rapha in Geth, qui ceciderunt in manu David, Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 23 peruixerunt ultra 1 spacium uite Obeth, 2 filii Ruth, 3 matertere sue, et ultra spacium uite nepotis Ruth, 4 Jesse, proneptisque Ruth, 5 Saruie, pugna- ueruntque post cum abnepotibus eiusdem Ruth, matertere sue, scilicet cum 6 Abysai aliisque seruis Dauid? Anne 7 uero alia causa quam dei uoluntas 8 rerum ordinem'-' uel iura dictat legesque nature mutat? 5 Quod, si uoluntas dei beati tempora Seruatii sie ordinäre uoluit, quid, ne credatur, oberit? 10 Ecce Traiectenses toto corde genealogiam 11 ipsam diuinitus, ut relatum est, ita ordinatam 12 credunt. Sic 13 autem credentes non kam, 14 sed 15 plurima per beati suffragia 16 Seruatii celitus" beneficia et Signa pereipiunt. 18 Nequaquam 19 uero tanta pereiperent, 10 si fidei corruptione deo sanetoque Seruatio displicerent. Non autem displicet 20 deo, quod abprobat. (10") Si 21 ergo fidem Traiectensium benefieiis deus adiuuat, nonne satis abprobat? Quid ultra? Volun- tati a dei, quis resistet? Si b Matusalam 22 nongentis sexaginta nouem annis uixit, si Enoch c longeuum adhuc et Heliam 23 arbitrium dei is 1 ultra bis zum zweiten matertere sue /. B 2 obeht SW 3 Ruht SW * Ruht SW 5 Ruht W 6 cum] cum ioab et A ' An A 8 uoluntasque, doch ist que später nachgetragen A 9 uolutionem CDR 10 aberit.ß n genealogiam ipsam vor toto A » ordinata H 13 Sic bis iram /. H 14 ura B 16 et 11 '« Seruatii suffragia H I? /. H 1S pereeperunt A 19 Nequaquam bis potuit /. H 20 dispicet C al Si 20 bis abprobat /. B a2 matussalan C a3 elyam S, eliam D sondern 2. Reg. 21, 22 Hi quatuor nati sunt de Arapha in Qeth, et eeeiderunt in manu David, wobei wieder 2. Reg. 21,19 percussit Adeodatus . . . Goliath Gethaeum nicht berücksichtigt wurde. Mit Arapha wurde Orpha die Schwägerin der Ruth (Ruth 1,14) für identisch genommen. Der Sohn der Ruth war Obed. Ruth 4,17 Hie (sc. Obed) 25 est pater Isai, patris David. Sarvia war eine Schwester Davids, und Abisai einer ihrer Söhne, vgl. Cursus scripturae sacrae 111, Textus V Concordantiae Latinae S. 14 D. Auch Abisai kämpft mit gegen die Philister, vgl. 2. Reg. 21,17. Die Frage nach dem Bruder des Riesen Goliath wird auch in der Glossa ordinaria aufgeworfen zu l.Par.20,5 Fratrem Goliath: Quod exponitur dupliciter. Uno modo, quod iste 30 sit idem cum Goliath, quem interfecit Dauid, sicut fuit expositum II. Reg. (X) XI ; et se- eundum hoc hec est littera ... et est sensus, quod Dauid percussit Goliath Getheum fratrem istorum aliorum gigantum duorum, qui hie nominantur. Alio modo quod iste, qui dicitur hie percussus, fuit alius a Goliath fratre eius et seeundum hoc hec est littera, Fratrem Goliath Gethei, Et est sensus, quod David percussit fratrem Goliath, 35 qui erat sibi similis in fortitudine et magnitudine Et seeundum istam expositionem oportet onter dicere, quod istud bellum ommittitur. a Rom. 9,19 voluntati enim eius quis resistit? /. Mos. 50,19 num Dei possumus resistere uoluntati? b /. Mos. 5,27 Et facti sunt omnes dies Mathusala nongenti sexaginta novem anni. c Bezieht sich auf die eschatologische Ansicht, daß Enoch und Elias nicht eigentlich gestorben sind, 40 sondern sich bei Gott im Himmel aufhalten und von da zum jüngsten Gericht kommen werden, um zu sterben. Vgl. Friedrich Zarncke zum Muspilli, SSB 18 (1866) 213f. 24 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. uiuere sinit, quid mirum aut incredibile, si seruauit Seruatium, quoad L uoluit, pro 2 correctione 3 gentis Gallice, qui a etiam septem dormientes martires a diebus Decii per annos centum nonaginta sex in Celio monte seruatos per idem tempus excitauit pro confirmanda Ephesiorum 5 fide? Deus b enim noster heri et hodie ipse et cottidie ipse nostris diebus eundem se ostendit, qui per priora magnalia patribus innotuit, qui quoque in Seruatio, quecumque uoluit, mirificare 4 potuit. Non 5 '' hoc fefellit infalibilis 6 sapientie 7 Heinricum, 8 Romani orbis imperatorem secundum, qui sanctum quoque» hunc prona deuotione diligens, sed 10 genealogice 10 predicte rationem aut 11 probabiliter 12 doceri aut prorsus 13 taceri cupiens 14 questionem inde proposuit tam pape Leoni glorio- sissimo quam totius regni episcoporum conuentui uniuerso in quadam synodo. 15 Cumque alii prompto animo argumenta plurima probatio- num 10 assumerent, ceteri tardo ad credendum corde, 17 sicut 18d libellum 15 de natiuitate sancte Marie, ita et huius scripturam genealogie inter apocrifa conputari mallent, aderant 1 " tunc 20 etiam ex uoluntate dei 1 quoad usquc 5 • ad A 3 correctionem A, correptione C * mirifice D 5 Abs. C 6 ineffabilis AB, infalubilis, u in i geändert S 7 Henricum sapientie R 8 Henricum ABCDR, Heinricum bis qui] Henricus secundus romani orbis imperator, 20 qui bt ° f. bt, quidem ABCDRH, hunc quidem A 10 genealoice W, nealogie H 11 autem // 1J probaliter B u penitus A xi vor aut H 15 synodo apud metropolim rhenicorum maguntiam celebrata bt u probationes H ,T vor ad H 18 sicut bis genealogie /. H 19 etiam aderant tunc R J0 etiam tunc H a Woher diese Bezeichnung der Dauer des Schlafes der Septem Dormientes 25 stammt, weiß ich nicht. Der Text BHL 2314 hat ante multos enim annos de- functus est, id est centum quinquaginta duos. Vgl. Anal. Boll. 12 (1893), 384 La. Nr. 35. Die Zahl 196 bietet Petrus de Natalibus 7, 51 Mortuo igitur Decio et tota illa generatione post annos 196 anno uidelicet 30 imperii Theodosii iunioris. Vin- centius Betlovacensis spec. hist. 21, 32 hat 192. Vlncentius und Petrus fußen dem- 30 nach wohl auf der gleichen Fassung der Siebenschläferlegende, wie unser Verfasser. Es handelt sich offenbar um eine unbedeutende Variation der schon bekannten lateinischen Texte, die sich möglicherweise noch irgendwo handschriftlich findet. '• Hebr. 13,8 Jesus Christus heri et hodie et in secula. c Über dieses Konzil berichten Hermann Contractus (MG. SS. V 129, 6f.) und Adam von Bremen 35 3,28f. (MG. SS. V/1346,22f.). Vgl. Mansi 19, 749 f., J. C. Hefele, Konziliengeschichte 4, 695f. Es fand im Oktober 1049 statt. Heinrich ist als imperator secundus, als rex tertlus. Näheres bei St. 2, 92f. (l Das Buch war schon in dem sogenannten Edikt des Gelaslus für apokryph erklärt worden. Vgl. K A. Credner, Zur Geschichte des Kanons S. 217 § 16, und O. Schade in Conditi Prussiarum regni memoriam 40 aniversariam die XVIII Januarii MDCCCLXIX in auditorio maximo celebrandam. Acad. Alb. Regimonti 1869 I S. 3. 10 Gesta Sancti Servatii cpiscopi Tungrensis et confessoris. 25 quidam Greci, laude sapientie famosissimi, de Constanti- (10 b ) nopoli ad Augustum missi. Adducuntur, inquiruntur, nichil dubitant: que Alagrecus olim narrauerat, narrant aliaque perplura 1 superaccumulant. 2 ,Vincimur 3 ueritate, immo 4 uincamur,' 6 Augustus inquit, 0 c cedat Romana maiestas, credat clericalis claritas. Non 7 homo reffellat, quod deus defensat' Omnibus ilico tarn 8 deuocioribus quam cerci- oribus effectis placuit, pape pariter et imperatori, preconia laudum huius 9 sancti Rome 10 inter agiografa sollempnizari. a Quod, quia inacte llb immatura morte Augustus obiit, nobilissimis filiis et nepotibus hereditaria deuotione peragendum reliquit. Acta 12 sunt 13 autem 14 hec apud metropolim 15 Renicorum Mogontiam, 10 quam prior etas appelauit Magnantiam. 17 Verum 18 nos extra seriem 19 paulisper 20 tulit 21 calor di- cendi necessitasque predicte genealogie probabilitatem astruendi. Nunc 22 superius 23 ad tempora regredimur 24 beati Seruatü ex ordine, que super- sunt, succincte comprehensuri. 15 7. Ulis 25 etenim 20 diebus enituit, 27 quam 28 inerrata serie celestis de- creti archanum Johannes theologus peruiderit. 29 Nam, ut refertur in apocalipsi, 30 sancto reserante agno primum sigillum libri prouidentie dei equus c albus, uector uictoris coroniferi arcumque 31 extenti signum 32 iudicii ferentis, exiuit. Secundo 33 aperto sigillo in equo d rufo apparuit »> pugnator cum gladio. Tercii signaculi reclusio librarium 0 in equo pretulit 34 nigro. Cuius protinus ma- (ll a ) nifestatio secuta est uisionis 1 perplexa A, plura H 2 accumulant bt • Vincamur H 4 nimo B, omnino H 6 iuuamur A 6 ait bt ' Nee C 8 tarn bis quam f. H ° huius sancti vor preconia H 10 nach apyographa R " idem ABHbt, nach morte A 12 Acta bis 25 astruendi /. bt 13 autem sunt HD u f. AR 15 metropoli 1SW 16 maguntiam CDR, moguntiam A " magmagtiam A, magna nomina B ls Verum bis astruendi /. H 19 seriam A »"» parilis B, tulit paulisper R " pertulit B " Abs. bt S3 /. bt " regrediamur DH, vor ad H " kein Abs. ISWbt; Ulis etenim] In illis D, Ulis bis inferno introducens] Hijs itaque temporibus post bella martirij cala- 30 mitates heresium multiplicabantur bt 26 -N- W " enituit bis fere discrimina/. H 88 quibus C 29 peruidet A '° apochalipsi D " archumque D 3% iudicii Signum R 33 Secundus A ** protulit A a Vgl. L. Diefenbach Gl. lat.-germ. 540c Solempnisare werdigen 5b. b jnacte, selten, vgl. L. Diefenbach Gl. lat.-germ. 290c Inactuosus vnzitlich. c Apoc. 6,2 Ei 35 vidi: et ecce, equus albus, et qui sedebat super illum, habebat arcum; et data est ei Corona, et exivit vincens, ut vinceret. d Apoc. 6, 3f. Et cum aperuisset sigillum seeundum .... Et exivit alius equus rufus; et qui sedebat super illum ... et datus est ei gladius magnus. • Apoc. 6, 5 Et cum aperuisset sigillum tertium ... Et ecce, equus niger; et qui sedebat super illum, habebat stateram in manu sua. 40 26 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. et ordinis. Prima enim 1 Christianismi 2 etate sub eodem agno 3 et apostolis ecclesiam candificans prouexit ad uictoriam innocentia. Erat quippe ecclesie 4 primitiue tarn communis substantia quam cor unum et anima una. Ipsa denique et 6 orbem terrarum cum 6 Christo 7 5 in ultimis expectatur 8 iudicatura. Etate porro christianitatis secunda longe lateque per orbem 9 uniuersum fortissima efferbuere bella 10 martirum, qui sublata pace scelerum 11 terrenitatem 12 suam 13 cunctis cruentantium 14 generibus cruciatuum obiecere purpurantisque militie sacro sanguine rosulentas" celo palmas intulere. Horum gloria per 10 ipsum saluatorem et apostolos uel abusque 16 prophetis initiata tum 16 tarnen et bellum 17 durius et palmarium 18 pulcherius 19 habebat, cum in contrarium mundus ferme 20 omnis coniurauerat, cum Rome Laurentius, Kartagini 21 occubuit Ciprianus, heremum Paulus 22 Thebeus petiit, 23 Seruatius quoque non longe posterius Octauiam 24 uenit. Ordine « temporum ecclesiasticorum tercio luctificus confessorum effloruit 25 ordo, quorum prestites essent 2 " quidem 27 edocti examinis iustitie, sed 28 sua tarnen plebiumque 29 nigra 30 facinora iugiter 31 deflentes ad ampli- orem 32 gloriam proueherentur 33 ex humilitate squalentis 34 penitentie. Horum consequenter multiplicabat calamitates heresium 3ft uulnifica 20 tabes, tanquam liuida mors in equo pallido, b quartam etatem pre- currens regnumque Antichristi co- (//*) mitante inferno 36 introducens, cum Arrius orbem polluit mediterraneum, Machametus 37 Sarracenos et Egyptum, Arcibucius 38c Armeniam, 39 Manichea lues Affricam alias- 1 etenim W, die Silbe et wegradiert 2 cliristianissima C 3 anno W 4 pri- 25 mitiue ecclesie A 6 per C 6 /. A 1 f. A 8 vor in CDR ' f. B I0 mar- tyrum bella R " ausgestrichen A 12 corpora ABCDR 13 sua ABCDR u etiam nouorum ABCDR 15 durch Rasur in aliisque geändert B = ab aliis C 16 cum A 17 bellis B 18 palmarum BCR ,9 pulchrius ABD "> f. CDR al Kartagine A, Karthagine B M Paulus] tenuit (nachgetragen) Paulus A 23 et A " davor 30 occubuit getilgt A n efferbuit A " erant B 27 -dem gestrichen A 2S getilgt, statt dessen wn (?) A 29 que getilgt A 3 ° /. ABCDR " f. R » 2 amplioram A 33 prouehant, darüber auf Rasur hantur, am Rand prouehebantur B l * sualentis IW, sualentis C, doch das u in q geändert und darüber von anderer Hand u a6 he- resum BR, uulnifica heresium C ,0 danach heresim hineinkorrigiert A 37 macho- 35 metus bt » 8 archibutius R, f. bt S9 /. bt a rosulentus „rosenfarbig" Mart. Cap.1,73. b Apoc. 6,8 Et ecce, equus pallidus; et qui sedebat super eum, nomen illi Mors, et internus sequebatur eum. c Über diesen armenischen Häretiker habe ich nirgends etwas finden können. Auch den Theologen scheint sein Name nicht bekannt zu sein. Gesta Sancli Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 27 que 1 mundum innumere 2 similes undiquessecus 3 pestes, ut 4 Pro- clianus," ut Donatus, b ut Coluthus, c ut Florinus. a Sed, ut 6 fit, cum atre 0 nubes sub obscura luna celum transmeantes una iuxta unam, altera post 6 alteram, singule suis eunt cuneis, si subito flatus ab Euro per partes eas dimouerit atque ad occidui maris oras 7 dispulerit, 5 inopino item per partes splendore hinc sidus Orionis illinc geminum decus aperitur septentrionis 8 totoque celo alia atque alia uibrantibus radiis emicant astra, sie inter infernales heresium 9 umbras umbrarumque multiplices scissuras diuine stelle per spiritus 10 saneti afflatum in 11 ecclesia 12 flammas extulere choruscas: l8 Jeronimus in Judea, Ambrosius 10 in Italia, Augustinus in Affrica, Seruatius in Tungria aliasque 14 similes 15 quaquauersum per orbem ueritatis festes, ut Martinus, Hylarius, Athanasius, ut Theophilus, ut Johannes Chrysostomus. 18 Nee fuit pax inter lucem et tenebras, inter 17 orthodoxos et hereticos, quorum alii malignitate, ypocrisi dolisque confligebant, at orthodoxi 18 zelo 19 kari- is tatis, 20 ostensione ueritatis manifestisque uirtutibus resplendebant et, 21 ut ait Salomon, 22f contra bonum malum, contra uitam mors, contra iustum constitit peccator. Nee 23 segne diseidium 24 dissimilli- (12 a ) mos animos comitabatur, uerum instar 25 bithalassicorum 26 s estuum flumi- numque impetu libero coneurrentium fluetusque fluetibus spumosis 20 propellentium 27 isti illos ecclesiis arcebant, Uli istos 28 exiliis cede- 1 alieque A 2 similes innumere B 3 undique ABCDRbt, von späterer Hand in undique fuisse geändert W * ut bis Florinus /. bt 5 ut bis scissuras /. bt 6 iuxta A ' horas D, ora C = oras eas A 8 septemtrionis A 9 heresum B 10 saneti spiritus A " /. bt 12 /. bt ls choruscas ut (letzteres nachgetragen) A 25 14 alieque A, f. bt 15 similesque bt 16 Crisostomus BD " inter bis resplendebant/. bt 18 orthodoxas B 19 celo W 20 danach et nachgetragen A 21 sed bt 22 salemon S 2S Nee bis ratio /. bt 24 diseiduimus A " in A, am Rande, als vor dieses in nachzutragen: utriusque conditionis zelum et 26 bythalassorum D »' propellentiumus A 28 illos 5 30 !l Augustin de haeres. 60 Proclianitac secuti sunt istos, et addiderunt Christum non in carne venisse, wahrscheinlich ist vor secuti: exorti a Procliano oder etwas ähnliches zu ergänzen. b Augustin de haeres. 69 Donatiani vel Donatisae . . . Huius haeresis prineipem aeeipimus fuisse Donatum. ° Augustin de haeres. 65 Coluthiani a quodam Colutho ... d Augustin de haeres. 66 Floriniani a Florino. 35 0 Vgl. Hör. carm. II 16,2 simul atra nubes condidit lunam .. Lucan 4, 62 Ille (sc. Eurus) suo nubes quascumque invenit in axe, Torsit in oeeiduum Nabataeis flatibus orbem ... f Eclus. 33,15 Contra malum bonum est, et contra mortem vita; sie et contra virum iustum peccator. s bithalassicus ist nicht belegt; abgeleitet ist es von hithalassus; vgl. darüber TLL II 2017,24 f. 4Q 28 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. que 1 conficiebant, Mos tarnen semper ubiqe furor istos peruehebat ratio. 8. Talibus 2 temporibus talibusque moribus inter prima 3 fere discri- mina quantus interluxerit 4 quantumque 5 se publicis 6 rebus prestiterit, 5 qualemque se 7 priuatum 8 sibi 9 Seruatius 10 seruauerit, cuius 11 lingua uerbis coram presentauerit?" Omnes enim erant uirtutes 12 in illo. Denique, 13 ut de priuatis prelibemus frugi dici, nichil habet laudis in Seruatio beneficum u uocari uel iustum uel liberalem aut innocentum siue modestum ac similia: sunt quidem he 16 preclare 10 admodum io uirtutes, sed plurimorum sanctorum comites perindeque Seruatiane 17 excellentie fulminea fulguratione communiores. Namque, si famosam Johannis 18 largitatem extollimus Eleymonis, 10 quod iuxta uerbum b Christi omni petenti se 20 hilariter 21 dederit, quibus 22 studiis Seruatii prestantem benignitatem prosequemur, 23 qua cura ineffabilem pene 15 misericordiam complectemur, que insuper iuxta exemplum solius 84 diuine 25 bonitatis ultro calamitosis 26 omnibus solebat occurrere nul- lisque precibus euocata, non querentibus egenis, semet 27 suapte 28 nature beniuolentia 29 offerre? Sit preclarus, ut excellenter est, 30 euangelista 31 Johannes, cui tantam gratie prerogatiuam spiritus sanctus 20 separauit, 32 ut homo Hebreus ac (12 b ) uirginalis simplicitatis 1 ' tarn 1 ac cede A 2 kein Abs. ADbt 3 nach discrimina bt * illuxerit H 5 quantumque bis prestiterit] f.C = beatus Seruatius H G buplicis B, publicis /, -licis in S auf Rasur 1 f. A " priuatim A 9 in se geändert A, f. H 10 /. H 11 cuius bis cottidie autem] quam etiam H la in illo uirtutes B 13 Denique bis 25 Seruatius ut /. bt M benificium IW, benific///um 5 " hee AD 16 admodum preclare A 17 seruatione W l * danach elemosinarü nachgetragen A 19 ele- mosinis CD, helemosinis R; in A gestrichen 20 sese S 21 hilarem W ** Danach eine radierte Stelle B 2a persequemur B 2i f. R 26 bonitatis diuine A 26 indi- gentibus ABCDR " in set geändert A 28 proprie ABCDR 29 beneuolentia 30 AB, beniuolentiam C, danach elemosina nachgetragen A '" f. C 31 Johannes euangelista CR 3a seperauit C, inspirauerit D a Vgl. Vita sei. Landberti (BML 4678) ASS. Sept. 5, 576D: sed qualem se demum quantumque se prestiterit, quis digne valeat explicare, vel quis tanta copia verborum instruere existimat, aut quae oratio tantae affluentiae ubertatem exundans, quae euneta 35 eius bona, ut decet, queat prosequi? b Vgl. Joh. 14,14 Si quid petieritis me in nomine meo, hoc faciam; ferner Matth. 7, 7; Marc. 11,24; Luc. 11,9. c Die Ansicht, daß der Apostel Johannes jungfräulich rein gestorben ist, gehört zu den ältesten Bestandteilen der Johannesakten. Der Verfasser kannte diese Geschichte aus der Abdiassammlung: vgl. Fabricius II 585f. Tu Domine, qui servulum tuum mundum 40 a coniunetione foeminea praestitisti, te Domine rogo, qui festinanti mihi ad nuptias Gcsta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confevsoris. 29 inaccesso 1 splendore thematis tamque 2 dulcedine uerborum incom- parabili euangelium et apocalipsin epistolasque suas Greco sermone conscripserit, habeatur a egregius sorte alia Paulus, primus heremita, qui, ne ocioso 8 saltim 4 uerbo uitam maculauerit, 5 omnium consortia hominum euitauit, 6 sed dissimili utriusque uirtuti sie unus ab- s propiabat 7 Seruatius, ut instar apostolorum, b quorum 8 olim in 9 Jerusalem loquentium uox 10 per sancti 11 spiritus gratiam eunetis populis intelligibilis erat, cum 12 euangelizaret Christum disparis lingue genti- bus, tarn 13 Romani quam barbari sermonis sonus simul 14 ita dulciter diuideretur 15 ex ore ipsius, 10 ut neutro populo alterius lingue resultaret 170 10 barbarismus, 18 sed ex uoce simpla loquentis unius inoffenso cursu singulis auscultantibus tamquam genitiue lingue proflueret'" intellectus. Cum uero econtra seculari 20 quouis negotio urgebatur, interpretis adiutori utebatur, uti, 21 ne uidelicet uel 28 munus diuinum causis mun- 1 inaccenso W s tam incomparabilis uerborum dulcedine A 3 occiso B 15 ' saltem ABCDR, die niederländische Handschriftengruppe hat fast ausschließlich die Form mit e ° Danach sie nachgetragen A 6 uitauit A 7 appropiabat SW, appropiabit BR, appropiauit ACD 8 quoque A 9 /. W 10 uox eius A u Spiritus sancti SWBCDRbt " cum] ut (nachgetragen) cum A = cum hie vir sanetus bt 18 tam bis barbarismus sed /. bt li f. A 16 vor ut A 10 illius A " resonaret A 20 18 babarismus B 19 profluebat bt 2 ° singulari bt 21 uti bis libamentum] et in- digebat bt; uti bis diuinum] uti ne//////////munus diuinum C ** uelut A in iuventute demonstrasti te atque dixisti: Mihi necessarius es Joannes operam tuam quaero. Sed cum iuventutis ardore visus essem non servare praeeeptum, et diffisus quod integritatem servare vix possem, animum ad nuptias appulissem: tu quasi bonus 25 Dominus aegritudinem mihi corporis inferens, castigans castigitati me Domine, et morti non tradidisti me. Tertio quoque studentem nuptiis impedimento leviore re- vocasti. Tu mihi Domine, in mari dignatus es dicere: Joannes, nisi meus esses, permitterem tibi, ut uxorem duceres. Tuum igitur hoc munus est, qui motum carnis edomare ac temperare dignatus es, fidem infundere, ut nihil mihi preciosius sit, 30 nisi tibi adhaerere. R Der Paulus primus heremita ist jener Hei/ige, über den Hieronymus eine Vita verfaßt hat (MSL 23,17f.); aber dieser erste Eremit sucht wegen der Christenverfolgung unter Decius und Valerian die Einsamkeit auf. Möglicherweise hat der Verfasser mit ihm den Eremiten Paulus Simplex verwechselt, von dem Rufin h. mon. Kap. 31 berichtet, er sei, als er seine Frau beim 35 Ehebruch ertappte, nulli quidquam dicens, in die Einsamkeit gezogen. Jedenfalls zeigt die Stelle, daß unser Publizist nicht für alles, was er behauptet, sich auf ihm vorliegende Bücher stützte; vgl. Matth. 12,36 Dico autem vobis: Quoniam omne verbum otiosum, quod locuti fuerint homines, reddent rationem de eo in die iudieii. Jac. 3, 6 Lingua,.. . quae maculat totum corpus . . b Geht auf Akt. 2,4 f. c Vgl. 40 Plin. ep. VIII 4, 3 Non nullus et in illo labor, ut barbara ... nomina . . . Graecis ver- sibus resultent. 30 Qesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. danis depreciaretur atque ipse loquellis mundialibus* ne 2 contaminaretur. Fulgeat 8 uero 4 in eterna gloria nullo minor nuptigenarum 6 Johannes Baptista, a qui uino et sicera omnique inmundo abstinens locustis et melle in deserto dietam 6 actitabat. 7 Seruetur tarnen aliquid loci in s hac quoque 8 gloria glorioso Seruatio, qui pariter 9 horum fere 10 omnium abstemius 11 preter sacre oblationis libamentum 12 — cottidie autem x 3 religione continua u (13 a ) celebrabat sacramenta 15 missarum» 6 — alterius epuli nulla ferme die curabat gustum. Quo 17 circa 18 et quasi Spiritus et anima quiddamque incorporeum ab uniuersis considera- 10 batur. Haud mirum, si hec Ulis incredibilia uidentur, quorum deus uenter est. b Porro, nisi et hec possent, profecto credentibus omnia possibilia 19 non essent. Nam reuera et nuper in Germanie siluis monachus 20 palam multis notus 21 mansitabat, qui ebdomadas integras in abstinentia pertransiens continuabat. Alterum inAusonie 22 uicinia 23 15 probatissimi testes asseuerant solo eucharistie 24 sustentaculo etatem 2B ultimam egisse 26 longiturnam. 27 Verum Seruatius in 28 hoc utrumuis maior aut minor enituerit, 29 quod siue 30 fratrum spiritalium 31 karitate aliquociens exoratus seu grauioris infirmitatis causa interpellatus, licet 32 raro, tarnen aliquando ieiunium soluerit, 33 forsan 34 ne uel in hoc 20 differret a primis apostolis per 35 intemperantiam, 36 qui ad infirmiorum formam receptione sua dignati sunt 37 mulierum quoque 38 hospicia. Talibus igitur 33 comparari he 40 sunt laudes Seruatii. At uero, si quis 1 mundalibus BC 2 non A a Abs. A * ergo R '•• nuptigenarij B, nupi- enarum W 6 degetam ISW, in S ist von derselben Hand dietam als Vermutung 25 an den Rand geschrieben, uitam ABCDR 7 agebat ABCDR * f. A 9 horum pariter R I0 omnium fere A " abstemius von B in abstinus (?) geändert, auch in A ist radiert I2 libamentumus A u ausgestrichen A, namque B, f. bt 14 continua] continua cotidie H ls sacramenta bis die] missarum sacramenta et preter sacre libacionis libamentum nullam ferme die alterius epuli H 10 et bt " Quo bis 30 pars glorie /. bt, Quo bis enituerit quod /. H 18 circa//// quasi C 10 credibilia A 20 /. A 21 notis B " ausione B " uincinia W " eukaristie C, eucaristie R 26 ultimam etatem C u longiturnam egisse A " diuturnam C 28 in bis aut] horum nequaquam ut (f. AB) uidetur (f. AB) minor ABCDR 29 enituit ABCDR 30 nisi H 31 spiritualium WCI1 " licet bis aliquando] numquam H S3 soluit H 35 34 forsan bis pars glorie] Qui quia Spiritus et anima quoddamque incorporeum ab vniversis considerabatur H 35 /. ABCDR 36 /. ABCDR 37 sunt et ACDR 38 /. AC »« ergo CDR 4 » hee D a Vgl. Luc. 1,15 et vinum et sinceram non bibit. Marc. 1, 6 et locustas et mel silvestre edebat, auch Matth. 3,4. b Phil. 3,19 quorum venter deus est. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 31 uirtutes 1 morum non dignitate sui 2 sed per signa 3 miraculorum malit pensitari, 4 hie 5 talis est, aesi nullam diligat habere potentiam, nisi ad uestium« nitidarum licentiam fauorisque popularis audientiam. Sed esto! Nonne ultro censebit eximia laude ornandos 7 Petrum et Paulum apostolos, 8 quorum umbra 9a unius, alterius semicinctia 10b s egrotis detulere remedia? Enim 11 enimuero nee in hac ratione (13 b ) nulla Seruatio 12 seruabitur pars 13 glorie, cuius 14 eiborum reliquie le- prosis et energuminis, 15 quales 10 — proh dolor! — cateruatim tunc 17 ibant in plebe, celerem emundationem transfudere. Pedes insuper et manus Seruatii 18 qui tetegisset 1 " eger protinus incolumitate 20 resumpta 10 exiliebat 21 alacer. Sic 22 sie super omne nomen ad dexteram patris exaltatus compariatione sua hunc" dignetur, si dici fas est, dominus noster, pius Jesus, ad cuius sacre 24 manus contactum 250 mors et lepra surditasque fugerunt 26 mulieresque, 27 una peccatrix Maria d altera emorroysa, 286 pedum seu 29 fimbrie amplexu 30 liberate sunt. Quid 15 illud, 31 quod fluuiales 32 guttae 33 lotis manibus Seruatii 34 decurrentes 1 /. W * durdistridicn A, darauf ein zweites dignitate sui durdistridien 3 aus singulorum verbessert W * presentari B, pensari D 5 hoc B 6 uestitum B 7 ordinandos B 8 /. A 9 unius umbra A l0 semicin///tia C, semicincia R 11 /. AR « seruabitur Seruatio CDR n glorie pars R u Eius bt 16 enur- 20 guminis IW, inerguminis CR 16 quales bis plebe /. H u f. D 1S sancti Ser- uaeij H 19 tetigisset WDH 20 incolomitate ISW, resumpta incolumitate bt 2l exi- ligebat W, das g wegradiert, prosiliebat H 22 Sic bis Jesus /. H: Sic bis illud quod /. bt " hinc B " manus sacre A 26 attactum CDR !6 fugierunt W 27 que /. ISW 2S emorroissa AH, emorrousa DR, ue ) m e ™° ( ° s '} C 29 siue ABCDR 25 30 amplexe B 31 istud R = igitur iltud H 3 - fluuales C ** insuper gutte bt, gutte bis decurrentes /. H 34 ipsius bt a Akt. 5,14 f. Magis autem augebatur credentium in Domino multitudo . . ., ita ut in plateas ejicerent infinnos, et ponerent in lectulis ac grabatis, ut veniente Petro saltem umbra illius obumbraret quemquam illorum, et liberarentur ab infirmitatibus 30 suis. b Akt. 19,11 Virtutesque non quaslibet faciebat Deus per manum Pauli, ita ut etiam super languidos deferrentur a corpore eius sudaria et semicinetia, et rece- debant ab eis languores, et spiritus nequam egrediebantur. c Marc. 5, 41 f. Et tenens manum puellae (sc. mortuae) ait. .. Et confestim surrexit puella; Luc. 8, 54 f.; Matth. 9, 25. Luc. 7,14 . . et tetigit loculum ... Et resedit, qui erat mortuus. Matth. 8, 3 35 Et extendeus Jesus manum, tetigit eum ... Et confestim mundata est lepra eius; Marc. 1,41 f.; Luc. 5,13. Marc. 7,33f. misit digitos suos in auriculas eius ... Et statim apertae sunt aures eius. d Bezieht sidi auf die Gesdudite von Maria Magdalena, Luc. 7, 36f.; 8,2. Joh. 11,2; 12, 3f. Marc. 14, 3f. Matth. 26, 7f. « Matth. 9,20f. Et ecce mulier, quae sanguinis fluxum patiebatur duodeeim annis, accessit 10 retro, et tetigit fimbriam vestimenti eius ... Et salva facta est mulier. ., vgl. Marc. 5,25f.; Luc. 8, 43f. 32 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. infirmis 1 prestabant sanitates? a Num 3 et in hoc quicquam habuit, quod dominicis operibus comparari merito 4 possit? Nonne 6 autem uere dicit scriptura, quia, si deo comparetur homo, deuorabitur? 6 » Christi nempe diuinum corpus attingens unda Jordanis toti mundo s salutem initiauit baptismi salutaris, uulnerato Christi latere decurrens aqua et sanguis restaurationem orbi aduexerunt 7 uite inuiolabilis. O felix Seruatius, o uere terque b quaterque, id 8 est spiritu et corpore, beatus, qui, quantumlibet particularius et 9 alonge, sanctitatis tarnen et operum Christi adeo ueraciter adeoque efficaciter potuit imitator w existere! Elucetne, 10 quam expressa imago dei anima huius exsplend- uerit, cuius et ex corporis attactu in similitudinem corporis Christi sanitatum gratia effluxit? 11 Iste sunt {14") Seruatiane laudes, iste, inquam, uni 12 quantum 13 specialiores tantum 14 cunctis spectabiliores, ut non inter uniuersos ecclesie confessores 16 predicari, sed capiti domino 15 primisque principibus ecclesie principalium uirtutum signis meruerit assimilari, 10 cui tametsi eque, ut cunctis sequentibus, 17 ne primus fierit, 1 fermis H 2 sanitatem bt ' Num bis darum est] Verum inter tot ac tanta uirtutum insignia singulari quadam prominebat gratia quia quis lingue etiam aliene tarnen quociens populo loquebatur coram domino eius uerbum quodlibet aduertit ut 20 proprium illa nimirum cooperante benignissima spiritus sancti gratia post apostolos Christi numquam audita nusquam comperta Egt v vero si quovis negotio seculari vrgebatur interpretis adiutorio vtebatur (vgl. oben S. 29,5) H: Interna igitur positus ipse super candelabrum presul in specula pastor in caula sibi commissorum pecudum saluti diligentius intendebat. Libenter manus extendebat ad pauperes. Consolabatur 25 tristes, defendebat calumpniam pacientes bt * f. B 5 Nonne bis deuorabitur /. AB 6 minor non inuenitur (inuenietur R) CDR ' aduexit A 8 id] beatus id C * f. R 10 Elucetne quam] ne radiert, dafür tarn und davor qiri einkorrigiert B n effulsit AR 12 in C " f. B u tm A — tarnen B "■ Danach solum nadigetragen A l0 assi- mulari B " Danadi populis nachgetragen B 30 a Die Schreiber haben an dieser Stelle Anstoß genommen. Nidit mit Unrecht. Sie haben, wie dies auch der unbefangene Leser tun wird, gemeint, es liege ein Bibelzitat vor. Das ist nidit der Fall. Der Verfasser hat sich nur im allgemeinen an Stellen ähnlichen Inhalts erinnert und danadi seine Worte geprägt. Auch allgemein kirchliche Anschauungen, wie die, daß Adam und Eva wegen des Sündenfalls in die 35 Hölle gekommen sind, mögen mit Anlaß zur Stelle gewesen sein. Vgl. 1. Mos. 3,5 et eritis sicut dii, scientes bonum et malum. 3,22 Ecce Adam quasi unus ex nobis factus est, sciens bonum et malum. Job 32,21 f. Non accipiam personam viri, et Deum homini non aequabo: nescio enitn, quamdiu subsistam, et si post modicum tollat me factor meus. 37, 20 Quis narrabit ei (sc. deo), quae loquor? etiam si locutus 40 fuerit homo, devorabitur. b Virg. Aen. 1, 94 o terque quaterque beati. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 33 summis meritis preripuere priores, inter primorum tarnen inueniri 1 uirtutes, ut beatum sie et 2 clarum 3 est. 9. Atqui 4 ne non plenarie partieeps fieri quiret 5 Christi glorificati- onis, nisi socius fieret et passionis, neue 6 nescierent homines, an scierit aduersa pati, nisi' contigisset probari, Sathan antiquus ille, 5 qui 8 sanetum Job» a planta pedis usque ad uerticem ulcere pessimo percussit, quique 9 apostolos b ad cribrandum uelut triticum expetiuit, 10 idem 11 ipse pristina diritate contra Seruatium Octauienses 12 concitauit. 13 Murmure quippe ex 14 detractoribus orto clamitabant, 16 quid sibi cum aduena 16 ignoto. Illum ignorare iuridicialia 17 terre, non frequentare 10 curias, non amare glorias aulicas, gaudere solitudine et silentio: res 18 et honores Tungrium 19 ex eius inerti ocio prorsus labi retro. Effrenata igitur 20 seditiose 21 tumultuositatis 22 eruptione 23 tamquam 24 ° ad latronem tota irruerunt 25 debachatione 26 uixque abstinentes uulneribus proeul urbe pulsum abiecerunt. O 27 letalium' 1 rea 28 obliuionum ceca mens 15 hominum! Hunccine illa sede 20 abicitis, cui 30 (14 b ) pridem illum 31 angelicis 32 imponi 33 manibus cum letitia uidistis? Tantane 34 angelis S5 celesti- bus pacientia uel animis terrestribus tanta furoris excandentia? 360 Sed o quante causa uictorie quantique 37 incitamentum gaudii fremitus ille tibi erat, 38 Seruati, qui sereno uultu psallens et tripudians f ibas a 20 1 inuenire /, uirtutes inueniri A 2 ut B 3 clarum] clarum clementer et pie R * Vtqui, das V ist gelbe Initiale R; Et bt 6 posset Bff 6 neue bis probari /. ff 7 nisi bis probari /. bt 8 qui bis diritate /. bt ' quique bis expetiuit/. ff I0 ex- petiit ACDR J1 ipse idem H " Octauienses] quosdam Octauienses ff " ex- citauit R u e\A,f.B 16 clamätabant / ie adueno B " iuridicaria S I8 /. ff 25 19 tungrorum A 20 ergo ff, in dieser Handschrift meist für igitur, idi gebe das nicht weiter an J1 seditiosi ABCDHRTbt 22 tumultus ABDHRTbt, erruptions tumultus C 3S vor seditiosi ff, uoeiferatione C i4 tamquam bis uulneribus /. bt 25 debachatione irruerunt ff 26 debaccatione R " Heu A 28 obliuionum rea ff 29 cede ff 30 qui ff 31 /. R 32 imponi angelicis bt, imponi manibus angelicis ff 30 33 manibus imponi CDR 3 * Tantane bis excandentia /. ffbt 35 angelicis B 36 ex- cädentia (sie!) B = insania A 37 quantique incitamentum] et bt 38 erat] erat, o ff * Job. 2, 7 Egressus igitur Satan a facie Domini, percussit Job ulcere pessimo, a planta pedis usque ad verticem eius. b Luc. 22, 3t Simon, Simon, ecce satanas ex- petivit vos, ut cribraret sicut triticum. c Matth. 26,55 Tamquam ad latronem existis 35 cum gladiis et fustibus comprehendere me. Marc. f4, 48. d Vgl. Lucan 2, f4 sit caeca futuri Mens hominum fati, auch Stat. Theb. 5, 7t8. Ov. met. 4,502 caecaeque obliuia mentis. c excandentia nicht belegt = excandescentia. Knüpft wohl an die Bedeutung von candeo .hell glühen" an. f Act. 5, 4t Et Uli quidem ibant gaudentes a conspectu concilii, quoniam digni habiti sunt, pro nomine Jesu contumeliam pati. 40 Wilhelm, S. Servatius 3 34 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. conspectu strepentis 1 concilii, 2 quoniam dignus habitus es 3 pro nomine Jesu contumeliam pati. Veruntamen nequaquam conplacuit misericordie dei fructum laborum sancti sui 4 penitus disperdi. Egressi enim cum 6 illo sunt fideles plurimi conpacientesque canonici, quos 5 profecto nullus potuit peruincere 8 terror, nisi 7 deuoti comites inno- centis patris 8 prosequerentur iter. Nee uero" segni uacabant mestitie 10 uel luctui 11 uano, sed a uicina 12 circueuntes 13 castella et uicos pre- dicabant 14 euangelium docebantque dignos, donec Traiectum eiusdem propositi causa 16 peruentum est. 10 10. Hic 16b in aggeris 17 publici 18 uia strata, que appelatur Uia lB Regia, uisebatur 20 medioeris 21 basilica, 22 quondam a beato Materno, dum 23 huic uicinie commeasset, in honorem 24 domini saluatoris 26 Petrique, apostolorum prineipis, ad 26 titulum 27 consecrata. Est 281 ' uero locus ab 29 ortu solari ioeundis 80 Mose 31 fluminis inundationibus oblectabilis, 32 ab 15 austro 33 montes et sata, ab 34 aquilone 36 uallesque 36 ac prata pulchre 37 habens uisionis, terram 38 undique fruetuariis refertam copiis. Via porro 1 furentis ABCDRHbt ' consilij Hbt 3 est B * f. H 6 sum cum illo (ipso H) AH 6 uincere ABCDHRbt » quin A 8 prosequerentur patris C 9 /. bt I0 inertie C n luctu B > 2 uicinia B ,:i circueunt bt « predicant bt 20 15 gratia A 16 Hinc C I7 ageris B > 8 publia H l9 /. bt 8 ° uidebatur W 21 /. bt " vor uisebatur H, ecclesia bt 2S dum bis commeasset /. Hbt " ho- nore H ™ f. H 26 /. H 27 /. H 2 « Est bis rectum /. H 29 ab ortu] aborti B 30 ioeundus R 31 moyse IW 32 delectabilis bt S3 austro] austro riuulus B 34 /. ISW 35 /. 1SW 30 uallesque ac] ualles et (ac CD) ABCDRbt " terram bt 25 38 /. bt ». Vgl. Matth. 9,35 Et cireuibat Jesus omnes civitates et castella docens ... et praedicans evangelium regni. Luc. 9, 6 Egressi autem cireuibant per castella evan- gelizantes et curantes ubique. '' Zum Folgenden vgl. das Exzerpt aus Jo. in den MG. SS. XII 91,53 f. (; Wie genau der Verfasser die Umgebung Maastridits 30 beschreibt, zeigt ein Vergleich mit den Worten des modernen Führers „Gids Zuid- Limburg, Druk en Uitgave van Leiter-Nypels Maastricht o. J. (vierde duizendtal) 5. 30f. In den driehoek, gevormd door deze drie steden, drie landen waartusschen zieh nog het vrije territoor van Moresnet als een vierde rijkje inschuift; drie talen: Neder- landsch, Fransch en Duitsch, benevens drie dialecten: Vlaamsch, Nederduitsch en 35 Waalsch, het laatste voor den Limburger, ja voor den Franschman geheel onverstaan- baar; in het Zuiden en Oosten eene opvolging van heuvels en dalen, het begin der Ardennen, hier hoog en laag bedekt met de zware Limburgsche klei, uitstekend akker- en weiland, ginds rotsachtig en meer boschrijk; in het Noorden op den rechter Maasoever weldra lichte zandgronden, waar boekweit en spurrie welig tieren; op 40 den linker Maasoever de Belgische zusterprovincie met uitgestrekte heidevlakten slechts beplant met dennenbosschen, de Limburgsche Kempen; in het Westen zacht- golvend akkerland. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 35 Regia per prouincias et gentes olim ab Augusto 1 sterni (15") iussa de Saxonum 2 populis in Francorum euntes regnum per hoc traicit Traiectum. Nam hac iter est rectum. Quo perueniente Seruatio 3 ediculamque 4 prefatam ingresso tum 5 uero 6 tarn passionis 7 Christi quam apostoli 8 Petri omniumque priorum 9 sanctorum pectus eius 5 memoriam 10 refuditcum n sancti predecessoris 12 suiMaterni 13 mores et quasi uultum considerans 14 ex dispositione habitaculi 15 lacrimis obortis: 16 'Quam congrue' inquit 'hec et illa, sie 17 et ita construxit, quam com- mode ad eum populus hie 18 confluxit. Hoc loco steterunt pedes eius, in isto cathedra illius, hac deambulauit, istic 19 uerbum a uite pronunti- 10 auit, hie reeubuit, hie dignas deo preces 20 effudit.' 21 Igitur proinde 22 eo loci desidens solique se 23 deo ac 24 sibi Seruatius sinens 25 omnemque terrestris 26 contagionis 27 materiam fugiens ita demum celo 28 defixit spiritum, ut facta sibi iuxta basilicam cellula pertesus oecursus ac 29 discursus hominum omnimodis uiueret 30 solitarius. 31 Tanquam b enim 15 granum frumenti, ut fruetum plurimum ferre 32 posset, in angusto cellule 33 uelud in sepulchro terre ultro mortuus mundo et absentatus est. Verum, cum ex longinquis finibus 34 populi cateruatim 35 illum adirent animasque suas illi certatim 36 committerent, pius ille solitudinem cupiens multitudinem 37 sustinens laudabileque bellum 38 benigno in 20 pectore, hinc 39 uotiue uoluntatis illinc contrapugnantis 40 pietatis, 41 ferens, 1 /. A * Saxanum / a Seruatio] saneto Seruatio H 4 ediculamque bis apo- calipsi] delegit hunc locum sine intermissione preeibus vacans pariter et doctrine. Dehinc haud multo post in loco oeculto iuxta basilicam parauit sibi cellulam in qua remotus a plebe multis diebus deo militans spiritum ardore seraphico sursum vexit 25 missas nichilominus ferme cotidie cum lacrimis in propinqua ecclesia celebrauit bt 5 /. H 8 /. H 7 passiones H 8 Petri apostoli W » /. R; sanctorum priorum C 10 memoria ABCDHR, in H vor pectus ll cumque A, cum autem B; cum bis preces effudit /. H " predecessor^s / 13 mores materni C u consideraret A (?) BCDR " darüber conieetaret A 16 abortis BW " sie et ita /. ABCDR 18 hucA 30 vor ad AR 19 isto B 20 preces deo A " effudit preces W M /. C; eo loci proinde D S3 /. AH " ac bis sinens] placere capiens H " committens B " ter- restriis B " contagiis B 28 deo A 29 atque H 30 Darüber fugiens A S1 soli- tarium ABCDISW 3a ferre posset] afferret AB S3 celle A 3< regionibus A 36 cateruatum H 36 /. H " multudinem W 38 davor uerbum gestridien A 35 39 illic A, hinc bis pietatis /. H 40 contrapugnantes / 41 Über pietatis ferens steht caritatem bellum A * Phil. 2, 16 verbum vite; ferner vgl. Joh. 6, 69; Act. 7, 38; 1. Joh. 1, 1. b Joh. 12,24 f. nisi granum frumenti, cadens in terram mortuum fuerit, ipsum solum manet: si autem mortuum fuerit, multutn fruetum affert. 15,8 . . ut fruetum plurimum 40 afferatis . . . 3* 36 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. tandem pietas ut uinceret, effecit uniuersosque aduenientes paterna indulgentia 1 suscepit (15 b ) spiritalibusque 2 ac corporalibus, utriusque 3 scilicet hominis 4 alimentis uniuersos refecit. Ilico a mirificauit dominus misericordiam suam cum illo, ut, cuius animum a proposito reuocaret 6 5 benignitas, eius 6 uoti fieret 10 quoque 11 facultas. Cum enim 12 totum 10 sese in se colligens uniceque 11 simplicitatis amore uni deo inherere totumque spiritum Uli unire cupiens pro desiderio secreti silentii Christum appellasset, repente de celo affuit, qui assumpta hominis effigie 12 quibusdam senioribus in Christi nomine congregatis ac de 10 communi salute consultantibus in conclaui apparuit, cur dilectum domini in 13 non custodiendo uexari tumultibus sinerent, arguit inquie- tantesque ut arcerent, imperans pertransiit nee ultra comparuit. 14 Stupore mox orto nemineque dubitante nuntium talem missum 16 de alto tarn notorum quam ignotorum nullus 16 deineeps dilectum domini 15 a sopore 17 diuine contemplationis excitauit aut euigilare 18 fecit, quoad 19 ipse uoluit. Vacabat 20 igitur 21 iam exoecupatus gustabatque b et 22 uidebat, 23 quam esset 24 dulcis dominus. Et, quia uidenti creatorem angusta est omnis creatura, in eodem sincerissime contemplationis speculo 25 euneta pene precognouit, 26 que superuentura erant penitus 20 penitusque 27 subteriacenti 28 seculo. 11. Ascensiones 29 uero altiores in corde suo 80 Seruatio 31 disponente superiusque adhuc superiusque de conualle lacrimarum ascendere anhelante nutus 32 domini, qui Heliam 33 (16") Israhelitis post triennium" reddidit, hunc quoque desperationis sue restituit secreto, utpote 25 « pietate R a spiritualibusque ABCDRH; spiritalibus bis refecit] vniversos utriusque hominis spiritualibus ac corporalibus alimentis refecit H 3 utrisque W * alimentis hominis A 6 Vor a A; reuocaret H 6 eiusque H 7 flerj /, fieri W (!), quoque fieret A 8 /. H 9 & W ,0 /. R " uniceque bis amore /. H 12 forma BH 1S /. C u apparuit B 16 de alto missum CDR 10 zwischen nullus 30 und deineeps eum hineinkorrigiert C " sapore B, sapore / 1B uigilare CDRH 19 quoadusque A " Vocabat R " ergo H n f.C a> f. C " dulcis esset AH " vor sincerrime H 26 recognouit H " f. H s8 subteriacenti] subiacenti D 29 Ascensiones bis galeate /. H 30 /. R n disponente seruatio A 3S in nutus das s getilgt A, nutu B " nach triennium D 35 a Ps.30,22 Benedictus Dominus: quoniam mirifieavit misericordiam suam mihi. 16, 7 Mirifica misericordias tuas, qui salvos facis sperantes in te. b 1. Pet. 2,3 si tarnen gustastis, quoniam dulcis est Dominus. ° Bezieht sich auf 3. Reg. 18,1 f.; vgl. besonders .. factum est verbum Domini ad Eliam in anno tertio .. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessorls. 37 spiritalem 1 sponsum de lectulo florido. 1 Gaudium redditur et lux rediuiua 2 discipulis occurriturque 3 illi, uelut b ex monte Synai post dies quadraginta dimisso Moysi 4 ac uelut c Johanni de Pathmo 5 insula regresso cum sua apocalypsi." 12. At 7,i Seruatius non modo priuatarum sed 8 publicarum 9 quoque 10 5 causarum curis ac 11 sollicitudine clarus apocalypseos 12 sue 13 unum 14 de mille 16 reuelare discipulis 16 dignatus, typicatos 170 pridem 18 Johanni scorpiones 19 locustasque galeatas predixit: 20 barbaricas Hunorum pha- langas 21 de 22 puteo abyssi sue 23 progressuras fore orbemque 24 florentis precipue 25 per Gallias ecclesie 26 nominatimque urbem 27 Oc- 10 tauiam 28 depastum ire. It 29 rumor et pauor per populos 30 et pro- uintias. Rogatur sanctus in Frantiam aduenire 31 urbem Tricassinam. 82 Assensit 33 sancti 34 benignitas contenditque 35 obuiam 36 illi 37 omnis sacer- dotalis dignitas totaque 38 regni sublimitas. Appellatur exponere, que nouerit; exoratus exponit. Occupat extimplo audientes horror et 39 15 1 spiritualem ABDR s rediua B 3 que /. D * nadi Sinay A 6 pathmos A 6 apokalipsin B » kein Abs. ISWC 8 sed & CD/? 9 buplicarutn B w f.bt "etW 12 apocalypseos sue] reuelationum sibi a deo factarum bt ,3 siue B u vnam bt n millae / I6 disciplis W 17 typicatos bis galeatas /. bt 18 quidem D 19 scor- pionem B 2 ° predixitque H; von hier an werden auch die Varianten der von 20 unserem Text abhängigen Bearbeitung BHL Nr. 7617 — 7621 nach der Handschrift T angegeben. Über den Anfang dieser Bearbeitung s. Anhang Nr. 1 21 phalangas in phalanges geändert CS 22 de bis fore /. bt 2S /. H ** que /. Hbt »« ecclesie H 20 /. H 2 ' f.A 28 Octaueam H 29 Fit H 30 prouintias et populos A 31 ue- nire R 3S trecassinam Abt, tric////ssinam R, tr///cassinam D 3S Ascendit C 34 sancta B 25 86 conscenditque H 3G illi obuiam R 37 ei H 38 totiusque bt " mentis et A :v Cant. 1,15 Lectulus noster floridus. b 2. Mos. 34,28f. Fuit ergo ibi (sc. Moyses in monte Sinai) cum Domino quadraginta dies et quadraginta noctes .... Cumque descenderet Moyses de monte Sinai......vcnerunt ad eum etiam omnes filii Israel ... c Virtutes Joanni, Fabricius II 535 Proconsul .... in exilium eum 30 (sc. Joannen) relegavit, in insulam, quae dicitur Patmos. In qua et apocalypsin, que ex nomine eius legitur et vidit et scripsit. Post mortem autem Domitiani, quia omnia illius decreta senatus infringi iusserat, inter caeteros, qui ab illo relegati fuerant et ad propria remeabant, etiam sanctus Joannes Ephesum rediit, ubi et hospitiolum et multos amicos habebat. d Das Folgende ist vom Kompilator der Vita Lupi (BHL 35 5089) benutzt worden. Denn daß diese Kompilation nidit vor der hier veröffent- liditen Servatiusvita gesdirieben wurde, geht allein daraus hervor, daß sie die Chronographia des Sigbert von Gembloux benutzte (vgl. ASS. Juli VII 77E = MG. SS. VI 309, 45 f.), Sigbert aber sdwn unsere Servatiusvita ausschrieb. ° Apoc. 9,3 et de fumo putei exierunt locustae in terram et data est illis potestas, sicut habent 40 potestatem scorpiones terre. 9, 7 Et similitudines locustarum, similes equis paratis in proelium; et super capita earum tamquam coronae similes auro. 38 Gesla Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. mentis hebetudo 1 timorque 2 et tribulatio. Initur consilium. Placuit supplicationes dirigi Romam ad principem apostolorum. Queritur legatus. Equipollentissimum probatur continuo, ut, qui nuntius ad populum electus 8 fuisset a domino, idem ad apostolorum principem s interpellator 4 eligeretur 5 a populo. Astipulant 6 probabilitati, 7 ad- poscunt 8 (16°) uoce 9 unanimi Seruatium legationi. Respondit 10 se, quod potuerat, egisse, 11 commodius et alium 12 satacturum 13 pro sua sorte. Superatus autem 14 uniuersorum instantia uix tandem acquieuit lenitate 16 solita, quamquam 16 nosset immutari 17 non posse diuina de- 10 creta. Hortabatur autem predicari 18 ieiunium, corrigi ausus indis- ciplinatorum. Actaque supplicatio 1B est a primoribus 20 et plebibus 21 pariter, 22 pueris quoque 23 ingenuis itemque libertinis, 24 sed 25 et uirginibus, paternis 26 maternisque deo uota uouentibus carmenque pronuntiantibus. Sed neque sie 27 satis 28 expeditum sibi 29 Seruatius iter a0 esse astruxit, i5 nisi Effratan, 31 Coloniorum pseudopresulem, 32 quem 33 post tergum suum ecclesie 34 nociturum timuit, ecclesiastica pridem 35 seueritas iuridicialiter discusserit. 36 Ilicet 37 precedunt 38 uniuersali prineipum decreto ueredarii ueloces Agrippinam. Cogitur 30 " cetus clericorum, it 40 senatus omnis 41 1 hebitudo R, hrJbitudo C, cbitudo übt 2 que f.H * fuisset electus AH 20 * interpellatur H, interpellato bt h dirigeretur Ta 6 /. bt, danach mlta eingeschoben A 7 /. bt 8 danach omnes eingeschoben A 9 aus uace verbessert B 10 Respondit bis sua sorte /. bt n egisse commodius] commodius elegisse A 12 nach alium et nachgetragen A u in satactum geändert A, acturum sat H 14 autem] ergo sanetus bt •» solita lenitate H 16 quamvis H 17 inmurare W, 25 non posse immutari A ls predicare W, indici B 19 est supplicatio CHTa 50 prineipibus BH 21 plebits B, plebibus bis pronuntiantibus] universo in commune populo T 22 pariter bis sed et /. bt 2S que CDR 2 < liberimis A 26 /. H 26 paternis bis pronuntiantibus] consecratis deo et (f. bt) aliis (f. bt) universoque in commune (communi A) populo ABCDRbt, deo consecratis et vniversis populis H 30 " hie R " expeditum satis T " iter Ta 30 sibi Ta, f. Hbt 31 Effratam ABb 82 speudopresulem B, episcopum H 33 quem] hereticum quem bt u nociturum ecclesie H 3S /. R 36 discusserit] primum discusserit R 37 Hilicet R. Ilico ABHTbt S8 precedunt bis Agrippinam /. bt 39 danach ibi nachgetragen A 40 it] vniversali prineipum decreto it bt " f. B 35 a Für das Folgende sind die Akten der sogenannten Kölner Synode vom Jahr 346 benutzt, vgl. Mansi 2,1371 f. Die Akten sind wahrscheinlich eine Fälschung (siehe A. Harnaat, LB. d. Dogmengeschichte 2 3 ,239 f. Anm. 4), sie galten aber jedenfalls damals, als der Verfasser sie schrieb, für echt. Kaum würde sonst Jo. die Sentenzen der einzelnen Bischöfe im Wortlaut veröffentlicht haben. Der heilige Servatius ist vom 40 Verfasser stark in den Vordergrund gedrängt und der Inhalt der Akten insofern geändert, als nach der Erzählung des Hagiographen lediglich die Sentenz des Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 39 ad synodum. 1 Pontifices postremo comitante 2 singulos 3 ingenti mole populorum, Maximinus Treuirorum, 4 Valentinus ab 5 Arelato, 6 Donatianus 7 Cabellonorum, 8 Seuerinus Senonum, Optatianus Tri- cassium, 9 Jessius Nemetum, 10 Victor Wangionum, Valerianus Auti- siodorensis, 11 Amandus Argentoracensis, Simplicius Augustuduni.i 2 5 Justinianus 13 Rauracorum, Eulogius Ammeanorum, 14 Discolius Re- morum, Diapetus Aurelianorum procedunt tempore 15 statuta 16 ad concilium. 17 Iudicantibus ibi 18 dum quibusdam penitentiam et meli- orationem 1 » (17 a ) Effrate indici, non tantum 20 oportere uirum 21 tarn 22 clara 23 sede subito 24 deponi, aliis 25 sane 26 prepauentibus 27 ex hac 28 10 uenia nonnichil oriturum infausti, ne uti causa prestaretur sceleris dilatandi, hos 2n illosque inter mediastini 30 sententia Seruacii sensabatur 31 huiusmodi: a "Videtur mihi defensio heretici et apostate huius 52 Effrate iniqua: Siquis 33 uelit superare, difficilis si rogare. Cum enim aspicio Agrippinense M hoc 35 oppidum, 3ß cuius ille 37 blasphemus suo 38 inuoluit 15 errore populum, 39 uideor 40 mihi uidere 41 quasi furorem Basilidis b resuscitatamque amentiam Carpocratis/ Redditur memorie mee pro- fanus Apelles,' 1 intueor mente Alogios 42 " dementes, uersatur mihi 1 synodum] synodum Agrippinam bt 2 ausgestrichen A 3 singulos] singuli singulos A 4 Treuerorum CDHSbt 5 ab Arelato] arelatensium ABHTbt G arelatu 20 CDR 7 Domicianus H 8 Cabillonorum ISW s trecassium Dbt, Tibicassium B 10 Vemetum H u Autisiodorensium Ta, antisiodorensis bt u Augustudini ISW, Augustudunensis AHM, augusti dunensis B, augustudonensis T u fstinianus A, Justinianus rancorum nadi Remorum bt u ambianorum T, ambianensis bt ^statuto tempore A ,c statiuo IW, statutum H ,7 consilium Hbt 18 /. R, ibi dum] ibi 25 tum BT, ibidem H, ibi tunc CDR, ergo ibi bt, tum ibi A 10 correctionem ABCDRHTbt 20 tarnen D, oportere tantum bt 21 /. C " tarn] subito tarn H " clare bt 24 /. H 2S aliis bis huius modi] nichil estimantes mali ex hac uenia oriturum Ser- vatius in hec verba prorupit H 20 f.R 27 precauentibus D, pauentibus bt 2S hac] hac sane C »• has illasque A 30 -stini ausradiert A, medij bt 31 scnsebatur B — 30 tungrensis censebatur bt •« vor et H 33 Siquis bis rogare /. H M Aggrippi- nensem bt M hanc bt 36 ciuitatem bt 37 blasphemus ille H 38 inuoluit suo A 39 nadi cuius H 40 uideor bis dementes /. Tbt 41 nadi Basilidis H 42 alogus B heiligen Servatius den Ausschlag, Effrata zu verurteilen, gegeben haben soll. Herger scheint die Kölner Synodalakten nicht gekannt zu haben: das hätte schon 35 gegen sie stutzig machen sollen. ,l Die Rede gegen Effrata ist fast ganz und gar Erfindung des Verfassers. b Augustin de. haeres. 4 Basilidiani a Basilide. Die Bezeichnung furor für die Häresie des Basilides läßt darauf schließen, daß dem Verfasser die Hauptquellen dafür nicht gegenwärtig waren. c Augustin de. haeres. 7 Carpocratiani sunt a Carpocrate. <] Augustin de. haeres. 23 Apellitae sunt, quorum 40 Apelles est princeps. ,: Augustin de. haeres. 30 Alogi, propterea sie vocantur, tan- quam sine verbo . .. quia Deum Verbum reeipere noluerunt. 40 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. meos 1 ante oculos 2 aspectus Macedonii 8a uesanumque 4 facinus 6 Nestorii. ßb Qualium 7 quia 8 uehementer grauia nee ullo modo ferenda nobis decernuntur 9 deliramenta, 0 ideirco seueros 10 uos non iniuria 11 prebebitis 12 in deteriorem illis 13 Effratan. 14 Plebs 16 ista 16 sim- 5 plex prelati 17 magistri conduetum sequens, nonne 18 putabitur innocens? Nos nos 19 presules 20 merito 21 reatus arguimur, qui hereticos regnare 22 in ecclesia patimur. Effratan 23 igitur, qui Christum saluatorem meum negauit esse deum, ego nego 24 esse 25 posse episcopum, quocum 26 sepe 27 Athanasio 28 quoque 29 Alexandrino 30 cognoscente 31 contendi 32 10 direque conscientie pectus induratum 1 ' deprehendi. 33 Cuius 34 et peni- tentia, si qua est expeetanda, pocius hanc censeo maiorum exemplo inter laicos 35 agendam. En 3G uestre 87 libertas patrie 38 urbesque, 39 (17 b ) templa et altaria uasaque sacrata — expergiseimini 40 tandem! — gentibus disperdenda 41 traduntur 42 nostram 43 ob 44 noxam, et 40 adhuc 15 secure inimici ueritatis inter 46 nos habitant? Habitant immo 47 in synodum, contentiosi properant, de soliis magistrant, uincere minis 48 non desperant. 49 Verum etiamsi mundus omnis Effratan defenderet, 1 /. TH; nach oeculos Cbt, meus R 2 /. R 3 nestorij bt * et uesanum bt. insanumque A 6 /. A ° macedonij bt 7 Qualium bis patimur /. bt 8 que R, 20 uehementer quia T 9 cemuntur AT, decernentur B 10 uos seruos R u inurga B 12 vor vos H, vor non CDR " vor in B u Effratam ABDRW " Plebs bis innocens /. T le itaque H ,7 prelibati D 18 nomine B = noces H 19 /. HT 20 pre- sides R sl meriti ACDR 22 in ecclesia regnare T ' i3 Effrata R 24 dahinter cum (?) ausradiert W 26 eum R, posse esse ADH 20 cum quo BT, qui cum eo, 25 cum eo dann wegradiert C, quo cum bis direque] Eius enim dire bt 27 /. A 28 danadi certe ausgestrichen A 29 /. HT 30 cognoscente Alexandrino H 31 cog- noscendg •? 32 nach sepe H 33 conprehendi 34 bt lassen zunächst den Passus Cuius bis Effrate weg und fahren mit Cuius seetam qui non auersatur fort, holen aber nadi amplexatur den Passus Cuius etiam penitentiam bis agendam nadi. Cuius 30 bis sacrata /. H 36 laicos] laicos esse C 3B En bis crederet /. T •' uestra ABCDR, später in uestre geändert C, libertas uestra H 3S patrieque H 39 que /. H 40 gestrichen A 41 dispergenda CDR, nadi traduntur R 42 vor gentibus H 43 ue- stram D 44 ad BH, vor nostram H 45 /. C 46 inter nos vor inimici A "TZC 48 Xs C. nimis BH «formidant H 35 a Augustin de. haeres. 52 Macedoniani sunt a Macedonio. b Augustin de. haeres. MSL 42,50 Note 2 Nestoriani a Nestorio episcopo, qui contra catholicam fidem dog- matizare ausus est Dominum nostrum Jesum Christum hominem tantum etc. Die Stelle beweist, daß der Verfasser einen Kodex dieser Schrift Augustins benutzte, in der jener bei Migne Note 2 abgedruckte Sdüuß enthalten war. c Luc. 24,11: 40 Et Visa sunt ante Mos, sicut deliramentum, verba ista; et non crediderunt illis. <• 2. Mos. 7,13; 8,19; 9,35 cor induratum. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 41 etiam mundus omnis saltim in hoc ueritati crederet. 1 Quisquis Effrate sectam non auersatur, 2 in deorum blasphemias 3 amplexatur!' Nulla mora singulis pontificibus singulas orationes ad eandam normam ordinatim 4 dictantibus Effrata exordinatur. Seuerinus 6 in 6 locum eius, uir plenarie catholicus et sanctus, exaltatur. Beato Seruatio Ro- s mam profecturo Gallia 7 post tergum 8 libera heresium 9 relinquitur. Traiectum a tarnen ante rediit, inde Mettis 10 diuertit. Vbi a sancto Auetore, ciuitatis 11 eiusdem antistite, 12 suseeptus 13 honorifice, rogatu ipsius et fratrum celebratis misse sacramentis in beati Stephani 14 prothomartyris 15 ede 1G lapidem altaris — erat 17 enim speetabilitatis 10 eximie, sed ruente desuper trabe dissiluerat — dueto 18 per fracture margines digito 19 in integritatem 20 prorsus reconsolidauit 21 pristinam. Miratus est beatus Auetor hospitem operis 22 tanti, sed meritum operis sanctus Seruatius econtra 23 beato ascripsit Auetori. Nunc 24 diuisa 1 cederet C s aduersatur CR > plasphemias W 4 /. H 5 Seuerinus] et 15 Seuerinus qui tunc ex uoluntate uocantis se gratie dei aderat T "in locum eius nadi sanctus T, nach in: hoc getilgt I 7 nadi heresium H 8 terga bt = terga eius H 9 heresum A 10 Metis ISW, dodi vgl. mhd. Metze n eiusdem ciuitatis A 11 antiste B n honorifice suseeptus AR '" prothomartyris Stephani H " /. bt 10 sede CDR ,7 erat enim] qui erat H IS digito A, dueto bis reconsolidauit] 20 dueto digito per marginem fracture prorsus in integritatem consolidauit H Vi dueto A " intergritatem W 21 pristinam reconsolidauit A " tanti operis AR 23 econtra] contra econtra B, econtra bis Auetori] econtra sper (durchstrichen) scripsit beato auc- tori W 24 Nunc bis pastori /. T ■ Daß der heilige Servatius auf dem Weg nach Rom den Bisdiof Auctor von 25 Metz aufsucht, berichtet auch Herger 173,54f. deliberavit beati... Auctoris Mettensis episcopi super hoc inire colloquia, daß er dort eine Messe las, tat der Verfasser hinzu. Das hierauf aber erzählte Wunder von der Wiederherstellung des geborstenen Altarsteins in St. Stephan durch den heiligen Servatius ist ein grobes und dreistes Plagiat aus den Gesta episcoporum Mettensium des Paulus Diakonus, wo die Ge- 30 schichte vom heiligen Auctor erzählt wird, vgl. MG. SS. II 263,41 f. Quodam deni- que tempore, cum in oratorio beati protomartyris Stephani . . . trabis ab ipso cul- minis fastigio dissoluta corruisset, marmor quod in altari eximii candoris erat, ita confregit, ut in duabus illud partibus omnino divideret. Adest beatus Auctor .... praeeepit easdem fracturas sibi invicem copulari pararique sibi ministeria; quo de- 35 super more solito divini sacrificii munus offerret. Stupentibus itaque Ulis, et quid esset facturus intendentibus, mox salutarem hostiam Deo obtulit. Illico omnis illa con- fractio ita solidata est, quasi antea divisa minime fuisset. Est tarnen in eodem mar- more, quod non medioeriter usque in presentem diem possit admirari. Nam ita apparet hactenus attentius cernentibus quasi divisum; sed studiose contreetatum 40 digitis, ita probatur solidum, ut nullius in eo divisionis sentiatur indicium. Die Worte Nunc diuisa pietate usw. zeugen von der Ungeniertheit, mit der unser Publizist log. 42 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. pietate Traiectenses et Mettenses illud 1 singuli 2 suo assignant pastori. Beato 3 autem Auetore sanetum domini 4 cum totius cleri ac 5 populi Ä uberrimis fletibus tandem 7 a muris longius prose- (18 a ) quente se- que 8 omnesque sibi 0 a 10 deo creditos preeibus illius committente 5 Ille tandem *» pretergressus Basileam » 2 transmissis Alpibus salutat Italiam. Visitat 13 oppida, illustrat castella, sanat egrotos, emundat energuminosos paulatimque 14 transiensreliquitpost 16 se diu 16 opera 17 insolita predicantes. Post 18 se inquam; immo nouitatis quoque nuntia 11 Fama precurrens euntem multiplici rumore Romuleam perculit 10 urbem. Denique non- 10 nullis Romanorum ea uia, qua sanetus domini uenturus fuerat, 20 quasi Stella diuini fulgoris oriri per uisum 21 noctis apparuerat. Quo signo Famaque 22 predocente, 23 quis quantusque 24 esset, qui ingrederetur 25 illustraturus 26 ciuitatem, 27 cognoscentes in psalmis illum 28 et ymnis suseepere 20 obuiam procedentes, 30 os 31 quoque 82 oculosque 33 ac sin- 15 gulos sancti 34 artus attonitis 35 lustrabant 30 luminibus mirabanturque 37 totum corpus attenuatum ieiuniis spiritalibus 38 stupebantque 30 Gallorum legationem mestam legatumque Armenigenam, tantique 40 demum no- minis ac meriti famam resonabat 41 quoque 42 diuersi sexus et etatis uox altisonaipsasque 43 coram 44 applaudere 45 uideres plateas: 'Vere hie 20 sanetus, sanetus hie uere inusitatique decoris et * a potentie!' 4 7 At ille tanti pauens honoris, appetens autem conscientie simplicis disciplinaliter 1 singuli illud H % singuli bis assignant vor illud A 3 Beato bis ille tandem] Inde sanetus domini Seruacius bt, Beato autem] Ipso autem beato H 4 seruatium H 5 et H ° populis H 7 /. H, tantum T s que /. H s a deo sibi T 10 creditos 25 a deo R n demum T 12 Basileam bis Italiam /. H 13 Visitat bis delegit ca- sulam] Perinde prosperis utens successibus deo duce urbem attigit romuleam T 14 paulatimque bis perculit urbem /. bt I5 davor ein post gestrichen B 16 diu nadi insolita H " insolita opera A 18 Post bis immo /. H ,0 pertulit H, per- cussit B 20 fuit A, erat R 21 uisus ABCDRbt, in A das s wegradiert und über 30 dem u ein nachgetragen 22 famaque] et fama H 23 precedente A -* 4 que/. D 25 ingreditur bt 26 ciuitatem illustrata R 27 vrbem bt ts f. H 23 nach obuiam, aber durdistridien A = suseepere illum W 3 ° precedentes BH sl Os bis spiritalibus /. bt 32 et H, que C = quoque et A 33 que /. AH ** sanetique W 35 attoniti H ™ lustrant A 37 miranturque ISWCDR 38 /. H, spiritualibus ABCDR 35 39 stupebanturque H — Stupebant bt, stupentque C *° tanti denique meriti ac nominis H 41 resonabat bis potentie /. bt 42 que H i% ipsas quoque B 4i f. H 46 applauderj B, uideres adplaudere H 40 ac CH i7 potentie] potentie mira- bantur A 11 Virg. Aen. 9, 474 Nuntia Fama; //, 139 Fama .. . prenuntia; auch 4,188. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrcnsis et confessoris. 43 Omnibus 1 satis retulit 2 gratias ac 3 sibi priuate 4 habitationis delegit casulam. 5 Ante 6 siquidem quam 7 palatium 8 ingredi presumeret prin- cipis apostolorum, omnium 9 circa lustrauit oratoria sanctorum continuis uigiliis intimisque 10 lacrimis supplex suffragia 11 (18 b ) implorans singu- lorum, ne non 12 dignus iudicaretur attactu liminum 13 sacrorum. Heu 14 5 quantum distat inter lucem 15 et tenebras, inter sapientem hunc et mentes stolidas! Nos inpudentes polluto corde atque iiüotis,» ut lc dicitur, pedibus in sancta sanctorum securo impetu, quocies 17 libet, currimus, ille innocens post tanta merita uirtutumque tot miracula longiturne uacans 18 penitentie 19 foris stabat uelut indignus. Unde et 20 10 longe aliter ille 21 meruit suscipi, quam nostra soleant uota respici. 22 Expectabat 23 autem 24 diem, qui 25 est VIII. Kai. Aprilis, b diem 20 in- quam, 27 quo mysterio tarn 28 dominice incarnationis quam crucifixionis 29 eterna mundo profluxerunt pignora diuine miserationis, sperans eo tempore 30 pium Jesum clementiori uultu se exauditurum fore, quo w ipsemet pro 31 totius mundi piaculis humanatus olim et 32 passus 33 paternas aures pontifex et hostia 34 dignatus est 35 interpellare. Nocte igitur 36 optata Seruatius 37 antistes legationis Gallice preces 38 pietati 39 superne saltem öftere 40 presumens primo conticinii 41 silentio 42 sacra fluentibus lacrimis apostolorum cepit rigare limina. Deinde crebris 43 genuflexionibus procedens 44 manibusque 450 secreto pectus tundens 80 1 satis omnibus ABHCDR 2 egit A 3 et A, at bt * priuatum H = priua (!) B 1 hospicium BH c Siquidem ante H = Ante tarnen T ' /. H 8 nadi presumeret H, basilicam bt 9 omnia D 10 intimisque] et intimis H M implorans suffragia H 12 non dignus] indignus DH I3 Iuminum B, auch in A stand ur- 25 sprilnglidi so; sacrorum liminum R u Heu bis respici /. btT ,5 lumen AH ,0 ut dicitur /. ABCDRH " quociens ABCH, currimus quocienslibet H 18 penitenti uacans H I9 penitie B 20 /. H 21 meruit ille C, vor quam R 2a reeipi BH " Exspectaba///t B 2i igitur H 25 que C 26 diem inquam] in qua die CDR 27 /. ISW 28 dominice tarn A 29 passionis HT 30 die R sl pro totius] pro- 30 tinus T 32 ac A 3S crueifixus BH si hostia am Ende der Zeile, die neue beginnt /////////est dignatus W 36 /. B 3<5 ergo H 37 Seruatius] beatus Seruatius bt 38 preces bis Deinde /. bt 30 superne pietati H 40 /. C 41 conticij T 42 silentio bis rigare] in silentio fluentibus lacrimis sacra cepit rigare apostolorum H 48 crebis B, crebris bis imprimens nadi sanetuarium bt i4 proeidens bt 4 & mani- 35 busque ///////// pectus T • l 2. Reg. 19,24 Miphiboseth quoque . . . descendit in oecursum regis illotis pedibus. b = 25. März, Maria Verkündigung. Dieses Datum wird in den älteren Legenden nicht erwähnt. c Vgl. Virg. Aen. 1, 481 tunsae pectora palmis. 11, 37 ingentem gemitum tunsis ad sidera tollunt pectoribus. 40 44 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. osculaque la puluereo pauimento dulcia 2 imprimens introiuit 3 luctuosus celebre 4 sanctuarium uere 5 et ipse pontifex 6 factus in eternum. Cum ergo fletibus prolixis pugnans 7 populique 8 peccata, quoad 9 ualuit, purgans indefesso 10 spiritu diutius 11 diutiusque 12 orationem 13 pro- 5 tenderet, nimia extenuatum inedia 14 corpusculum 16 ibidem, sicut humi procubuerat, suauissimo 10 sopore correptum est. Neque 17 uero 18 sopor (19") ille humanus fuit, uerum res accidit tarn 19 profanis men- tibus inusitata quam 20 sanctis 21 ab inicio seculi speciali semper dig- nitate prerogata. 22 Nam 23 quem Abraham 1 'ad Aulonem 24 Mambre, 25 ic quem Jacob c ad uadum Jaboc 26 facie 27 conspexit ad faciem, qui Moysi d in innocua 28 conflagratione rubi uel senioribus Israhel in monte apparuit 29 Synai, quem 0 Ysaias et Micheas in solio 30 uiderunt excelso, is non impari priuilegio presentari suo 31 dignatus est 32 Ser- uatio. Vidit 33f namque 34 — et 35 ecce: ante altare 36 similitudo throni 15 1 osculaque] et oscula H 2 nach oscula H 3 introijt BHTCDR * celebre] beati petri apostoli celebre bt 6 uere bis eternum /. bt G factus pontifex T 7 f. H 8 peccata populi quoad H 9 quod A 10 indefessu B u diutissime bt M /. HTbt 13 oratione B w inedia aus media verbessert B, media H 15 corpusculum ibidem] corpus eius nadi nimia H I0 sopore suauissimo R 17 Neque bis est Seruatio /. T 20 18 enim BHbt 19 tarn bis mentibus /. H 2 ° ac H 21 nach seculi H 22 pre- rogatiua B 23 Nam bis est Seruatio /. Hbt 24 radicem ABCDR »» manbre B 20 Jacob W 27 facie] a facie B 28 innoxia A 29 apparuit nadi Israhel A 30 soleo / 31 nach est A 32 /. W 33 Abs. B 34 /. T 35 et] Seruatius et bt »« altare] altare apostoli bt 25 ■ Vgl. oben 13,39f. h 1. Mos. 18,1 Apparuit autem ei (sc. Abraham) Dominus in convalle Mambre. Hör. carm. II 6,18f. et amicus Aulon fertili Baccho minimum Fahrnis invidet uvis und dazu Prophyrius: Aulon locus est contra tarentinam regionem ferax boni uini. Vgl. auch Servius zu Virg. Aen. 3,553. c Geht auf 1. Mos. 32,22f., besonders 32,30 Vidi Deum facie ad faciem. '' 2. Mos. 3,2 Apparuitque ei (sc. Moyse) 30 Dominus in flamma ignis de medio rubi; et videbat, quod rubus arderet, et non com- bureretur. 2. Mos. 24,9 Ascenderuntque Moyses (sc. in montem Sinai) et... . septua- ginta de senioribus Israel. ° Jes. 6,1 vidi Dominum sedentem super solium excelsum et elevatum. 3. Reg. 22,19 Vidi Dominum sedentem super solium suum (Worte Micheas). 2. Par. 18,18 Vidi Dominum sedentem in solio suo (Worte Midieas). f Herger 35 174,17f. Videbat, et ecce quasi ante altare beati Petri thronus positus, et super thro- num sedens Altissimus, et circumcirca sanctorum animarum et angelorum chorus, duos autem conspicui vultus viros ante ipsum thronum genu incurvantes .... quos constat praecipuos apostolorum Petrum et Paulum fuisse, et ob conservationem Gal- lorum obnixius subplicasse. Et quia idem sanctus vir, cui haec demonstrabantur, cum 40 sua subplicatione beati quoque Auctoris Metensium episcopi obtulerat precem, vidit in parte septentrionali altrinsecus stantem fidelem quendam virum, albis vestibus bene stolatum, quem . . constat. . fuisse Stephanum et ad eum sanctos apostolos Gesta Sancli Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 45 aurei et super thronum sedens dominus Jesus; illius a dextris aspectus gloriose 1 matris eius, Marie 2 virginis, per circuitum mille milia sanc- torum. Petrum autem et Paulum, apostolos cognouit ex medio cunc- torum. Quos, ut conspexit, 3 quasi orare pro excidio Galliarum in- tellexit flebilisque una 4 ipse 5 legationis credite uota presentans orare 5 cepit — eheu! 6 — sed fere 7 frustra domino auersante 8 omnia. Solus in adiutorium eius prothomartyr Stephanus efficaciter prouenit ita, ut solum 9 tarnen 10 Oratorium Mettense martyris eiusdem sanguine 11 in- signe, 12 in 13 quo beatus Auetor 14 seque 15 suaque omnia pridem beati Seruatii commendauerat memorie, liberandum impetrauit. 16 Hoc Ser- 10 uatius 17 cernens et exhorrescens 18 nichilque ultra pium iudicem leniri conspiciens in Petrum unum 10 oculos defixit humentes, ut sue Tungris misereretur, expetens. Et 20 apostolus: 21 'Noli' inquit 'frater, 22 pul- sare ianuam iusta 23 censura 24 iam clausam. Clamor enim Tungrensium peruenit usque ad celum. His 25 autem 26 preter innumeras mundialis 15 (19 b ) glorie copias 27 speciali prerogatiua 28 misit deus ante paueos 29 annos 30 Jerosolimitanum quendam, quem pontificali cathedre 31 pro- uectum opere numinis angelici suseeperunt, ut par erat, sicut angelum dei. Post adimplentes peccata sua dilectum domini abiecerunt eius- que 32 doctrinam. Que 33 ultra spes 34 correctionis eorum? Vnde ira 35 20 dei super eos usque 36 in 37 finem peruenit.'» Animaduertens 38 ser- 1 glorie bt 2 Marie] beatissime Marie R; uirginis Marie D 3 aspexit H * f. H 6 nach uota H ° /. H; eheu bis omnia /. bt 7 heu H 8 aduersante ABCRT • solum] non solum T 10 /. H " insigne sanguine ISW 12 dica- tum bt 13 in bis memorie /. T u Auetor] auetor episcopus bt n que /. Cbt, 25 se et omnia sua H 16 impetrauerit ATbt 17 cernens Seruacius bt 18 exorres- cens AT = horrescens bt 19 /. HT 50 /. C 21 /. C 22 pulsare frater H 23 iustam in iusta durch Rasur geändert W 2i censuram BW, in W das m wegradiert 26 Hiis Dbt; His bis correctionis eorum /. T 20 enim bt, quippe H 27 copias vor mundialis H 28 prerogatiam H 29 paueos annos bt 30 annos] 30 annos in B 31 prouectum cathedre C; cathedra H 32 et doctrinam eius H 33 Que bis eorum /. bt 3i spes] spes est W 3i ira] et ira C 36 usque in finem /. bt S7 in bis peruenit] in saecula saäculorum T ,8 Animaduertans H responsa quaedam perferentes, et ab eo ad maiestatem Omnipotentis subplicationes quasdam referentes. Sanctum itaque Servatium hac contemplatione attonitum aegreditur 35 sanetus Petrus, quasi in gradibus aecclesiae positum .. . inquiens . . ■ Diese Rede des heiligen Petrus und die darauffolgende Antwort des heiligen Servatius sind eine Erfindung des Hagiographen. Sie knüpfen an die Vertreibung des Heiligen vom Bischofsstuhl an und lassen die Zerstörung Tongerns durch die Hunnen als Gottes Strafe dafür erscheinen. Sie dienen zugleich Servatius Christus ähnlicher zu machen. 40 46 Qesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. monem Seruatius seque 1 causam perdicionis consequens 2 aduexisse Tungrensibus, licet unanimiter demulceret eum benigna 3 compassio sanctorum astantium,* noluit 5 tarnen pro his 6 consolari, 7 qui 8 non sunt. a At pius Petrus alleuans illum D apprehensa 10 dextera: 11 'Quid 5 me' b ait 'sanctissime Seruati inquietas? Mori pro fratribus et anathema fieri optas? Affectum approbo, sed 12 non hec 13 tarnen u apud 15 deum 16 est uicissitudo, 17 ut imputetur 18 iusto, quod perit 19 peccator. Immobile igitur decretum dei narrare 20 memento episcopis Gallie omnibus 21 et Auctori. Tu 22c autem, dilecta anima, nee 23 longe post in sortem 24 sanc- 10 torum colligenda, ne desolare. Denique Hunos uidebis, sed magnifice glorificabere 25 in eis.' Hinc 26 uultu 27 et uerbis 28 impensius indulgens hilaritati: 'Quenam 29 te indigna calamitas, amantissime, conficiat' dixit 30 'cum tui amore miserator et iustus dominus hoc loco ipse 31 tibi cum multitudine 32 tanta 33 angelorum 34 oecurrere dignatus sit? Tibi pro- 15 fecto, ut optat anima tua, celestis porta erit aperta. At 35 tunc, 30 quic- quid pecieris, 37 reuera 38 impetrabis. Vrbs autem Tungris tibi 39 sepulchrum 10 (20") nequaquam erit, cuius doctrinam 41 abiecit infelix, sed 1 et se H, seque bis Tungrensibus f.T 2 conquerens ABCDHbt = R, aber vor licet 3 /. bt 4 constantium H B tarnen noluit A ° impiis ABCDHRT; 20 pro his] plenius bt 7 vor pro A 8 quia ABCDHRT; qui non sunt /. bt 9 eum ACDbt 10 /. bt ll dextra B = ad dextra H, f. bt " f. H > 3 /. B; tarnen hec H u /. Ta 15 apud deum /. bt ,G eum H » incissitudo B 18 impetur H 19 periit B, peccator perit C 20 memento narrare bt 21 Hbt 23 Tua T 23 non CDR 24 sanctorum sortem A 2B gloriaberis AHWbt, gloriabere CT, in eis glor. A 25 26 Hunc H, Hinc bis hilaritati /. bt; Hinc bis impetrabis /. T 27 uerbis A 28 uultu A 20 vor -nam iam getilgt I so /. bt 31 /. H; ipse tibi vor miserator bt 32 tanta multitudine H ' 3 /. R 34 sanctorum " Et H, ac C s « nunc AW, in W von derselben Hand in tunc verbessert S7 /. B 38 nach At R 39 sepulchrum tibi H 40 nequaquam sepulchrum B 41 doctrina A 30 a Vgl. Prov. 12,7: Verte impios, et non erunt. Domus autem justorum per- manebit. h Diese Antwort des Petrus knüpft an die bei Herger 174, 27f. an. Die Zurückweisung des Opfers Servatii für Tongern ist eine Erfindung des Verfassers. Sie ist die notwendige Folge des vorhergehenden Wechselgesprächs. c Herger 174,34: Tu autem, sanetissima anima in sorte sanctorum iam preelecta, quia in diebus 35 tui sacerdotii placens Deo facta es dilecta, vivens inter peccatores iam iamque es transferenda, quia in te est inventa iustitia. Iam, inquam, ad patres tuos es colligenda, ne oculi tui videant mala, quae facturi sunt Huni in tota Gallia, et potissimum in civitate tua. Tungris enim sicuti nomine, ita et opere tunsa et cesa permanebit usque in finem. Quamobrem reversionem festinato accelera, domumque tuam ordina, 40 nitida linteamina quere, sepulturamque compone; nee habebis in urbe scelerata et ideo peritura sepulchrum, quia placuit Altissimo oppidum reservare Traiectum, propter corpusculum tuum in eo recondendum. 1(1 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 47 est Traiectum locus, 1 quem diligis, ciuitas 2 regia. 3 Ecce, 4 exauditum te noueris pro ea sitque 5 tibi monumentum et gloria. Vale 6 itaque ac 7 redi, dilectissime, multoque premio laborum glorificande ac 8 circa finem 9 mundi maxime!' His 10a dictis, ne tarnen 11 pius pontifex, qui 12 iure legis 13 intrauerat, indonatus a conspectu Christi 14 discesserit, sa- lutem animarum 16 omnium 1C Tungrigenarum conuerti 17 tum 18 adhuc per inducias et 1! > penitere uolentium accepit insuperque cunctis unde- libet 20 clamantibus 21 ad se ius dandi solatia 22 tarn obeuntis 23 quam suborientis uite. 24 Signum 1 ' quoque mirabile claudendi celum et ape- riendi potestatis 25 accepte 26 discedens a clauigero 27 celi dauern diuine fabricationis in manu gestauit 28 argenteam, 2 » ne s0 inferior foret 31 illo, 32 cui tabulas 0 lapideas in monte 33 deus 34 olim dederat. 35 Igitur 85 illo celestibus intento celestisque 37 intentionis 38 occupatione diu retento 3! » minaciter equidem apparescebant, 40 que predixerat, sed non contra preces tarnen 41 ipsius illo 42 aduiuente 43 inferri 44 prorsus mundo clades 15 tanta poterat. 13. Anno 45 ' 1 urbis condite millesimo centesimo 46 duodeuicesimo 1 Davor infelix getilgt I 2 /. bt 8 /. bt; regalis R 4 Ecce bis ea] Scias te exauditum pro eo bt ° eritque T « Vale] Vale valde H 7 et H 8 ac bis maxime /. bt 9 mundi finem R 10 Hiis Dbt " /. bt ,2 qui bis intrauerat /. bt 20 18 leges A u domini H " omnium animarum Rbt 16 /. A 17 conuerti bis adhuc] conuertentium adhuc A, conuerti tunc D 18 tunc CR, tarnen bt, f. H 19 et penitere nadi adhuc A 20 uidelicet R 21 ad se conclamantibus H 2a solatiam H 23 abeuntis t 2i suseepit H 2S potestatem H 26 accepit H 27 clauiero W 28 gestans H 29 nach dauern H 30 nee B sl illo foret H »« davor ab ge- 25 tilgt W 33 montem B 34 olim deus BH, aber nadi cui H 35 tradidit H S6 Igitur bis murum ita inquam /. Tbl, Illo ergo H 37 celestisque bis diu] et occupatione celestis intencionis H a8 occupatione intentionis A 39 remoto B *" apparebant R 41 vor non H 42 ipso CDR, illo bis tanta] adhuc illo viuente tanta clades mundo prorsus inferri H 43 adiuuante CDRW 44 nadi mundo R " Anno bis expedit 30 prosequi/. H 46 centesimo duodeuicesimo] O'XVIlj 0 ABDISW '= centesimo oetauo- deeimo C, centesimo duodeeimo oetauo R • Über das Folgende ist in der Einleitung ausfilhrlidi gehandelt. b Vgl. das Zitat aus dem Brief Julius I. bei Gregor VII Ep. 8,21 (= MSL 148,595D) Habet enim potestatem singulari privilegio concessam aperire et claudere januas regni coe- 35 lestis quibus voluerit. Cui ergo aperiendi claudendique coeli data potestas est, de terra judicare non licet? Derselbe Aussprudi wird in den Sätzen von Avrandies § V zitiert: Romana ecclesia singulari privilegio claudit celum et aperit, cuicumque voluerit, teste Julio, vgl. N.A. 16 (1891), 199: s. Tafel II und die Einleitung. » 2. Mos. 24,12 daboque tibi (sc. Moysi) tabulas lapideas, 31,18 Deditque Dominus Moysi... 40 duas tabulas testimonii lapideas scriptas digito Dei. d Die folgenden historischen Exzerpte stammen aus der historia Romana des Paulus Diaconus. Sie berühren 48 Gesta Sancti Scrvatii episcopi Tungrensis et confessoris. Juliano Augusto iam ira 1 celesti 2 consumpto Jouinianioque repentina morte pessumdato 3 Valentinianus apud Niceam insigne 4 Augustum, purpuram, induit fratremque Valentem Constantinopoli 6 consortem regni assumpsit. Is porro Valentinianus militum pridem fuerat tribunus, sed s a Juliano artatus ad deliberationem (20 b ) aut ritus Christianos deserere 6 aut militia excedere, militia excesserat 7 sponte pro conseruanda Christi- anitate. Christi autem gratia, qui 8 pro eius religione 9 reliquit tribu- natum, mortui mox persecutoris successit in principatum. Portenta de celo penes Atrebates 10 lana de nubibus pluuie 11 mixta descendit, apud 12 io agros grando mire magnitudinis nonnullos hominum extinxit, terre motu per totum orbem facto mare litus excessit multarumque insularum 13 Sicileque 14 urbes concussit habitatoresque ruinis oppressit. Valens 1 Arrianam 15 heresim incidit. Batharicus rex Gotthorum 10 persecutionem 1 celesti (dei C) ira AC 2 dei CDR 3 possumdato B 4 insignem augustam R 15 s constantinopolim W G relinquere A ' sponte excesserat A 8 qui pro eius] pro cuius AB 9 amore AR ,0 Atrabates ADR, atrebatas ISW, atrabas C, tatrabatas B 11 pluuie mixta vor de A 12 davor et von andrer Hand B, danadi ag getilgt I 13 insuluarum B, das u aber wegradiert u et sicilie A ,6 heresim arrianam ABCDR 16 Gottorum DR 20 sich selbstverständlich oft im Wortlaut mit den Quellen des Paulus, vor allem Jor- danes, Orosius, der Epitome und den Chroniken des Hieronymus und Prosper. Die Anordnung der einzelnen Fakten und Daten, sowie ihre Gesamtmasse ergeben aber, daß der Verfasser der Servatiuslegende sich das für ihn brauchbare Material nicht aus den Quellen des Paulus heraussuchte, sondern aus dessen Werke selbst. Paulus 25 185,3f.: Anno ab urbe condita millesimo centesimo octavo decimo Valentinianus ... e Pannonia Civalensi editus, cum esset tribunus scutariorum, apud Nicaeam Augustus appellatus fratrem Valentem Constantinopolim in communionem regni adsumpsit... Qui (sc. Valentinianus) cum sub Juliano Augusto Christianitatis integram fidem ge- reret, cum ut dictum est scutariorum tribunus esset, iussus ab imperatore sacrilego 30 aut immolare idolis aut militia excedere sponte discessit; nee mora Juliano interfecto Jovianoque mortuo qui pro nomine Christi amiserat tribunatum in locum persecutoris sui aeeepit imperium. . .. Eodem anno apud Atrebatas vera lana de nubibus pluviae mixta defluxit. Constantinopolim grando mirae magnitudinis deeidens nonnullos hominum extinxit.... Circa haec tempora terrae motu per totum orbem facto mare 35 litus egressum est, ut Siciliae multarumque insularum urbes coneussae et subrutae innumerabiles populos ruinis oppresserint. B Paulus 186,1 f.: Valens interea ab Eudoxio Arriane haereseos episcopo baptizatus in saevissimam haeresim dilapsus est... Ea tempestate Athanaricus rex Gothorum Christianos in gente sua crudelissime persecutus ad coronam martyrii sublimavit. Paulus 187,1 f. Valens igitur inpietatem 40 quam dudum meditatus fuerat operibus explens lege data, ut monachi militarent, nolentes per tribunos et milites fustibus iussit interfici; quorum innumera multitudo per vastas tunc Aegypti solitudines effusa, praeeipueque apud Nitriam martyrii con- secuta est palmam. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 49 in Christianos crudelissimam excitauit. Valens, ut monachi militarent edictum dedit, recusantes fustibus interire 1 fecit, 2 quorum plurima pars per Egipti deserta et Nitriam errabunda multifariam martyriorum s uictrices palmas inuenit. Gens a Hunorum 4 diu 5 inaccessis clausa montibus rabie inopina exarsit, animum uimque omnem in opes Ro- 5 manas sparsit, pectus tumidi pridem Valentis formidine 6 torsit. Deni- que territus ualidum econtra exercitum Ualens acciuit. Quo uicto rursus instaurato militum numero ducibusque alium misit. Hoc etiam exempto robore toto tocius imperii uiribusque auxiliariis 7 ipse septus obuiam iuit. 8 Tum 9 Huni ceu 10 rapaces b lupi mortium et sanguinis cupidi spe 10 predarum (21 a ) animos armaque accuunt in impetum 11 prelii. 12 Videns Valens extimuit, constitit, sententiam flexit, fedus poposcit, terram Gotthorum absque tributo Hunis premio proposuit 13 talique consilio Romanorum hostes, Hunos, contra hostes 14 Romanorum, Gothos, astute deuertit, 15 quos et protinus Hunicus furor antiquis sedibus exterruit 15 ultraque Danubium expulit. Sed c eosdem Valens absque ullo federis pacto profugos insipienter excepit. Gothi deinde ob auaritiam Ualentis afflicti fame, uicto Valentis 16 exercitu sese perTracias 17 diffudere. 18 Deba- chantibus ergo et obpressantibus inde Hunis inde 19 Gotthis Romani 20 terminos orbis expectatio spectaculumque ingens erat Christianis. Illene 20 essent due gentes inmanissime, quarum tarn diram eruptionem pre- scripsissent olim prophete? Temptaruntque 211 ' nonnulli per Gog et Magog enigmatice Gotthos et maiores Gothis Hunos interpretari. 1 interre B, rc wegradiert 2 festcit S, st wegradiert 8 uictrices martiriorum R 4 hinorum B 6 dlv 6 formidi W f auxiliaribus undique septus ipse A 8 iuit B 25 6 Tunc CDR 10 uelut B ll impetu R l » belli CDR ls promisit B »« ro- manorum hostes D 1E diuertit ACR I6 eiusdem A " tetrarchias A, thracias B ,8 effudere R 19 inde] et inde W 20 Romanorum D ll temptaueruntque A a Paulus 187,13f.: Ea tempestate gens Hunnorum diu inaccessis seclusa (seclausa NZ, clusa V'V 2 ) montibus repentina rabie percita exarsit in Gothos eosque pertur- 30 batos ab antiquis sedibus expulit. b Matth. 7,15 lupi rapaces. c Paulus 187,14 f. Gothi transito Danubio fugientes a Valente sine ulla foederis pactione suscepti sunt. Deinde propter intolerabilem avaritiam Maximi ducis fame conpulsi in arma surgentes victo Valentis exercitu sese per Trachias infundere omnia caedibus incendiisque vastantes. '' Bezieht sich auf Ezedi. Cap. 38 und 39 und Apoc. 20,7 Et cum con- 35 summati fuerint mille anni, solvetur satanas de carcere suo et exibit et seducet gentes, quae sunt super quatuor angulos terrae, Gog et Magog, et congregabit eos in proe- lium, quorum numerus est sicut arena maris. Darüber vgl. Th. Mommsen zu Jor- danes Qet. 29 und E. Voigt zu Isengrimus 7,140. Wilhelm, S. Servatius 4 50 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. Plurima» quoque horribilia tarn de his quam de Massagetis aliarumque borealium 1 immanitatum monstris fama retulit, ut carnibus humanis uesci, ut 2 eorundem, interdum quibus ueherentur, equorum crudo 3 cruore potari aliaque similia, que quid 4 expedit prosequi? Seruus 5 igitur domini Seruatius, licet mentem eius nequaquam 5 magnitudo reuelationum extolleret, ne non 6 tarnen 7 post dominice 8 uisionis honorem 9 Petrianeque 10 collocutionis dulcedinem quiddam amaricamenti« sentiret, (21 b ) uti 12 plenius boni malique dinoscentiam b sciret, quomodo Paulus 0 post tercii celi paradysique dei conspectum Damascenorum 10 metu dimissus 13 est in sporta per murum, ita inquam seruus domini 14 Seruatius, ut 15 fama est, uix dum 16 Romulidarum 17 municipia 18 exierat, 11 ' cum 20 late uagantes Hunorum incidit phalanges. 21 Capitur, 22 dis- 1 boreali non B 2 ut bis interdum] et eorum C 3 interdum C, f. ABDR 4 quidem C, qd ni A, das qd durdtstridien 6 vor extolleret A 6 /. H 7 /. H 15 8 diuine A ° /. H I0 Petrique H " amaritudinis ABCDRH 12 uti bis fama est /. H " demissus ACDR 14 igitur T= igitur domini bt ,5 ut fama est/. B] ne non post dominice uisionis honorem quiddam amaritudinis sentiret T, ut bis phalanges] cuius mentem nequaquam magnitudo reuelationum extulerat Romam cxit per alpes reuersurus transit cum late vagentes Hunorum incidit phalangas. Que gens 20 tunc tempore Valentis imperatoris, qui heresim arrianam inciderat inopina rabie vagans exarsit bt u /. T " romanorum A 18 mancipia B 19 exigerat H 50 cum late /. H, cum bis phalanges/. B 21 phalangrfs /, phalangas CHRTW »• Capitur] Capitur itaque beatus pontifex seruacius bt 8 Geht wohl auf Hieronymus adv. Jovianum 2,7 zurück; vgl. MSL 23,309A 25 Massagetae et Derbices miserrimos putant, qui aegrotatione moriantur et parentes, cognatos, propinquos, cum ad senectam venerint, jugulatos devorant, rectius esse ducentes, ut a se potius, quam a vermibus comedantur; daselbst 308 C Hunnorum nova feritas, semicrudis vescuntur carnibus. Daß die Massageten Pferdeblut trinken, wird mehrfach überliefert, vgl. Claudian in Ruf. 1,311 f. Et qui cornipedes in po- 30 cula vulnerat audax Massagetes. Stat. Adiil. 1,307 Lactea Massagetae veluti cum pocula fucant sanguine, ebenso Seneca Oedip. 470. Silii. Pun. 3,360f. Nee qui, Massageten monstrans feritate parentem, Cornipedis fusa satiaris, Concane, uena (vgl. Hör. carm. III 4,34 et laetum equino sanguine Concanum). Martial. de. spec. 3, 4 Venit et epoto Sarmata pastus equo. Plinius n. h. XVIII 10 (ed. Jan-Mayhoff III 169,20f.) 35 Sarmatarum quoque gentes hac maxime pulte aluntur et cruda etiam farina, equino lade vel sanguine e cruris venis admixto. Virg. Georg. 3,461 f. acerque Gelonus, Cum fugit in Rhodopen atque in deserta Getarum, et lac concretum cum sanguine potat equino. Commenta Lucani ed. H. Usener S. 107 zu Lucan 3, 283 hi (sc. Massagetes) polentam secum portare dieuntur, qua mixta cum equino sanguine utuntur, ut 40 pugnam non deserant his alimoniis sustentati. b dignoscentia Aug. de. civ. 14,17. c Vgl. Act. 9,22f. 2. Cor. 11,32f. Damasci praepositus . . . custodiebat civitatem Damascenorum, ut me comprehenderet; et per fenestram in sporta dimissus sum per murum, et sie effugi manibus eius. Vgl. auch die Abdiassammlung, Fabricius II 444. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 51 cutitur, trahitur, uinculis 1 mancipatur. Sed enim 2 is, qui lumine celico pastores Bethlehemiticos 3 olim circumfulsit" quique 4 numine angelico apostolos 6b clauso de carcere produxit, idem in una noctium in medio hostium in tenebris seruato Seruatio insigne 0 iubaris 7 de celo indulsit. 8 Rem custodes castrorum conspexere, 9 quedam 10 his 11 s etiam 12 diuine dignitatis persone in consolationem 13 uinculati apparuere. Aurora oritur, a uigilibus res cognita proditur, captiuus poscitur, 1 * producitur, pro 16 illo contraque 16 illum multi multa profantur. 17 Sed, ut dissoluerit 18 dominus concilium 19c uanitatis, quemadmodum 20 in contione d Judeorum in similitudinem angeli uultus Stephani protho- 10 martyris emicuit, haud secus in tumultu Hunorum facies Seruatiana 21 solis instar resplenduit. Dissidentibus 22 perinde sententiis partium uni seruandum 28 denuo tradidere Seruatium, 24 ceteri 26 alius 26 alio pro iantaculorum 27 disperguntur desiderio. Postquam 280 exempta fames epulis menseque remote 29 rursus ex 30 spectaculo captiuum 15 poposcere. Abiit nuntius et rediit signumque mirabile dictu retulit, illum scilicet 31 campo sopore 32 (22") sopitum iacere aquilamque gran- dem pone 33 assidentem ale unius tegmine 34 umbram dormienti parere, 36 altera 36 ueluti flabello 87 auram eiere. Ruunt barbari certatim aecurrentes extimueruntque pariter uidentes. Peracto ministerio aquila repetiit 38 20 etheris alta. Seruatius aecurrentium strepitu somno 39 excitur, 40 in 1 uinculis] uinculis ab eis bt * enim is] dominus bt, enim bis idem /. H 3 bethleemiticos ABCDTbt 4 quique bis produxit /. Tbt 6 clausos apostolos A 6 uim bt ' /. W 8 refulsit H 9 aspexere T ,0 quedamque BRbt, quedam quoque A » hiis ADTbt, f. H 12 /. bt, H I3 in consolationem uinculati] beato 25 Seruatio in conclaui uineulato H 14 /. bt = poscitur statimque H n pro illo/. H 16 -que /. H " loquuntur H 18 dissolueret ABCDHRTbt IS > consilium übt 20 quemadmodum bis Hunnorum f.H 21 Seruatii AT = beati seruatü ad H = beati viri seruatij bt 22 Diffidentibus ISW, in S ist ff wegradiert und von derselben Hand durch ss ersetzt '" f. H 24 Seruatium] pontificem Seruatium C 26 ceteri 30 bis desiderio /. H 26 alius alio /. bt " darüber prandiorum S, ientaculorum W. gentaculorum ABCRTbt, genticulorum D ss Postquam bis spectaculo] Post modicum tempus rursus H 20 remot§ W M f. R, expeetaculo IS " in H " /. A 33 prope C, in W über pone von derselben Hand pene = Tbt, f. H ' 4 tegimine A, vor ale H 36 facere bt 38 alteram C S7 flagello C, flabellum H 38 repetiuit bt 35 30 sumno R = a sompno H 40 excitatur BHbt ■ Luc. 2,9 et claritas Dei circumfulsit illos (sc. pastores). b Act. 5,19 Angelus . . . per noctem aperiens ianuas carceris et educens eos (sc. apostolos). « Ps.25,4 concilium vanitatis. d Act. 6,15 viderunt (sc. in concilio) faciem eius (Stephani) tamquam faciem Angeli. " Virg. Aen. 1,216 Postquam exempta fames epulis mensae- 40 que remotae. 4* 52 Gesta Sancli Servalii episcopi Tungrensis et confessoris. medio 1 sistitur; quigenus, 2 unde 3 domo, quam 4 exerceat artem, quam colat 5 religionem exquiritur. Deum celi tantum 6 se adorare profitetur. 3 Barbari dei celi metu uersi 7 in admirationem omnes petiere bene- dictionem uereque 8 conclamauerunt 9 illum deum esse deorum, qui 5 ut sol diei 10 et ut 11 luna nocti 12 sie 13 die noctuque decori 14 esset obsequentibus sibi. Princeps ipse hostium cum saneto secretum 16 optasse colloquium fideique ab eo pereepisse 16 fertur sacramentum. Libertati quoque honorifice 17 illum reddidit, ut apostoli 18 Petri 19 uerbum compleretur dicentis: 'Magnifice glorificaberis 20 in eis.' b Igitur c Italia 21 10 iam Alpibusque retro relictis Elisacie tandem fines attigit 22 uiciniam- que 23 Wangionum usque 24 pertransiens 25 sie forte lassus 26 in itinere senex 27 siciens consedit. Neque uero puteus neque aliquis erat 28 prope fluuius. Ad illum ergo mentem reduxit, cuius 29 de latere olim aqua redemptionis 30 humane profluxit; 31 dextram 32 leuauit, crucis in 15 modum terram signauit statimque 33 uictoris 34 ante pedes 35 gurgite 36 1 medium A s Quid genus Hbt, Qui bis artem /. T 3 unde durchstridwn, darüber de qua A * quamue A b colit bt 6 /. T ' uersi vor omnes R 8 uereque] que uereque H 9 conclamarunt Bbt 10 die bt " /. H u noctu bt 18 sie] sie ille C 14 esset decori C 16 secretum bis sacramentum] dei colloquium 20 habuisse fideique sacramentum fertur ab eo pereepisse H 16 fertur pereepisse bt 17 illum honorifice ABCDRHTbl ' 8 Petri apostoli H 10 uerbum Petri R 20 glori- abere T 2I Italia bis attigit /. H, iam italia C " adiit bt 23 uicinamque B, que /. H u f. H 25 perueniens A " lassatus C 27 senex siciens an Steile von forte H 28 nadi uero H, prope erat ADTbt 20 de cuius H 30 redemptionis 25 humane] in redemptionem hominum A sl effluxit A 32 dexteram BH 83 que /. CDRTbt 34 /. Hbt, illius T 86 pedes] pedes eius Hbt 38 fons pleno gurgite H a Diese Geschichte wird hier zum erstenmal in der Überlieferung der Servatius- legende erzählt. Sie ist wohl eine Erfindung des Verfassers. Zum Motiv vgl. 30 G. Rosenhagen Anm. zu V. 550 von Strickers Daniel v. d. blühenden Tal, S. 183 f. S. Singer ZfdA. 35,184, F. Panzer, Hilde-Gudrun S. 191 f., besonders aber Procop de hello Vandalico I, 4 (— J. Haury 1324, 23f.) iore fievroi FiCeQtxos iv rfj ßaadecos aiüfj jiagsTvai rovg ai^fiaXwrovg exefevev . . . xal mudrj ^vvsXiyr]oav afflgiot, äficpl tjfisQav /Aeorjv w(>a Deqovs a%D6[A£voi rm t]).lg> ex6.dr)vro. iv avTOig de xal MaQxiavog ojiov ötj 35 öuirj/xcXrj/iivws ixäflsvde. xal tig avxov äerog vncQijizaTO, ra Jirsga, (hg Myovoi, Sianetäoag, dei ze /levwv ev zfj avzfj zov äeQog %Qa fiovov zov Magxiavov ejieaxlat,ev. . . . zavza Filie(>t%cp axovaavzi xal ^vfißaklofxevto fi'ev zo zov oovl&og egyov, zrjv de "Aonaoog (bei dem Markian domesticus War) Siva/uv b> vm e'xovzi San ^ v BvCavzlw exQfjro, xaza- ipaveg eyivezo a>g (elg ßaaiXelav o> ävfjQ ayoizo. xzeTvai jxev ovv avzov rjxioza eSixalov 40 xzX. S. auch Curtius Rufus IV 15,26. b Vgl. oben 46,10 f. c Was im folgenden über den von Servatius eingeschlagenen Rückweg und den dabei stattgefundenen Bischofsbegegnungen berichtet wird, beruht meist auf Erfindung. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 53 pleno fons 1 emanauit, a qui salutari gustu egris 2 quoque 3 remedia 4 deinde 5 non ß paucis apportauit. 7 Quorum 8 de grege uidua ui febrium acerbissime 9 afflicta bibit, (22 b ) febres reliquit, agros suos Seruatio addixit. Sola primum ad 10 exemplum 11 pretulit, sed finitimus 12 quidam ipsius ilico id 13 secutus predia quoque sua sancto dei dedidit. 14 Deinde 5 alia 16 sunt 16 a plurimis plurima similiter oblata munera. 17 Fons autem, ut 18 aiunt, hodieque 19 potationi 20 salubris 21 tarn pecudum quam dominum, pro feno suaue olens germinat 22 cuminum. 23 Appropinquans Wormatie 24 suscipitur magnifice a beato Amando urbis 25 eiusdem 26 presule. Ibidem 27b quoque 28 a beato Auetore Mettensium 29 episcopo 10 Wormaziam 30 usque obuiam pro amoris nimii pignore 31 illi oecurrente interpellatur, ut Mettis denuo 32 desideratus uisitatum 33 uenire dignetur. Spopondit, sed ire Coloniam Agrippinam prius disposuit. Quo per- ueniens sed populi deuote se 34 circumdantis recusans multitudinem hospicium sibi extra muros 36 delegit ibidem. Cui° sanetus Seuerinus 36 « sedulus 37 seram usque in noctem obsequens, dum postea more suo monasteria singula psallendo 38 lustraturus discessisset, 39 inter psallendum rursus ad hospicium hospitis, 40 quo 41 cum illi 42 cor unum et anima 43 una 44 fuit, pedes oculosque reflexit signumque mirabile de cella orantis Seruatü columnam ignis ad celi fastigia extolli perspexit. 45 Pro cuius 20 1 foris B 2 egis W 3 /. Hbt * vor apportauit ff 5 /. Abt 6 non paucis /. ISW 7 asportauit R 8 Quorum bis aiunt] Febricitantibus medelam pluribus attulit et ut aiunt fons iste bt 9 /. ff ,0 id ABCDHRT » emplum B 12 fini- tirais A 1S id secutus] assecutus R > 4 de/////dit W, donauit ABCDHRT u f. H 16 nach plurimis ff " uineta A 18 /. ff ,0 hodierna die ff 20 potui A " sa- 25 luber T 22 cuminum germinat D 28 eiminum ARTbt 24 warmatie W 26 eiusdem urbis bt 26 ipsius A 27 ibique H 28 /. übt 29 metense B 30 Wor- matiam ADR, Wormaciam BHCbt 31 magnitudine bt sa diu bt 3S uisitandi gratia H 84 circumdandis se H 85 muros] muros vrbis H 86 seruacius B 37 nach noctem AT 38 ps§llendo / 39 discessit bt 40 hospitis] uiri dei B 41 cum 30 quo ABT 4a sibi T 43 una anima ff 4i f. bt 46 prospexit BC a Das Wunder ist wohl 2. Mos. 17,3f. aber verdiristlidit. b ff erger 174,41 f. Hoc oraculo . . . Servatius suseepto . . . transitumque per urbem Mettensium habens, beato Auetori indicat, quae in responsis aeeeperat. c Vgl. Gregor von Tours in den virtutes S. Martini cap. 4 (MG. scr. rer. merov. 1 590, 6 f.) . . Severinus . . . dum 35 die dominico loca saneta ex consuetudine cum suis clericis cireuierit, illa hora qua vir beatus obiit (sc. Martinas) audivit chorum canentium in sublimi etc. Dieselbe Geschichte wird in der Vita Severini (BML 7648) ASS. Oct. X, 58 C erzählt. Da 58A die gesta Servatii erwähnt werden und 57A f. die ganze Effrata (Euphrata!) -affäre berichtet wird, so wird man kaum darum herumkommen, die Severinusvita erst 40 nacfi unserer Servatiusvita entstanden sein zu lassen. 54 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. miraculi uisione proque 1 melodie celestis, quam ibidem postea 2 in beati transitu 3 Martini exaudiuit, 4 commemoratione deinceps id 6 loci ecclesiolam 6 edificauit consecransque Portam Celi 7 appellauit. a At s Seruatius sancti quoque Maximini, Treuirorum 9 urbis episcopi, (23 a ) 5 colloquio non se subducens, confestim cunctis 10 penitentiam euvangeli- zando 11 iter ingressus 12 est Mettis deducens, ubi Francorum illum prestolabantur consules nobilitatisque omnes 13 duces. Verum ille primo ingressu ordine recto 14 preferens humanis 15 diuina missarum iniciatus est misteria, sed inter agendum eius 16 facies uelut ignis species radiasse 17 10 uisa est. Mactato 18 tanta 19 gloria 20 sacrificio tandem ediciori locatus 21 consistorio cum ingenti luctu, quod 22 cognouerat, 23 expectanti retulit 24 populo. Actutum 26 stupore graui 26 sternuntur 27 omnes 28 singulorum- que 29 audientium tinniebant 1 ' ambe 30 aures. Quibus ille sanctorum pacientiam predicans quosque 31 data benedictione coegit ad propria is assiduis 32 tarnen exhortans deum 33 precibus pulsari, ut calamitas 34 superuentura cunctis micior 35 superueniret supplicibus 38 singulis, 37 aut 38 imminens periculum ut 39 humilibus 40 piis 41 uotis diferretur ali- quantulum. Verum 42 et Octauianorum maiores natu maioresque gradu ibidem 43 ad 44 offensi patris conspectum terrore coacti 46 occurrerant, si 46 quomodo flecterent ad misericordiam, quem nunquam uacuum 47 misericordia offenderant. 48 Prostratas 49 denique 50 pedibus 51 preces 20 1 et pro H 2 /. R 3 transilum Rbt, martini transitu H * audiuit TH = turonensis audiuit bt 6 id loci] ibidem H • ecclesiam H » /. B 8 At] Ac vbi H 9 Treuerorum CDHSbt 10 penitentiam cunctis H ll euwangelizando W 25 12 aggressus H ,a omnis R, omnes duces] omnes /////// dicens B xi f.C 16 f.T, diuina humanis H ,6 facies eius H 17 est uisa radiasse H 18 Macta B, Macto ISW, Peracto H, Pacto bt 10 /. bt 20 f. bt " locatus] locatus est B " que R ss nouerat bt 24 reculit A " Actutum] Actu tum A, Ac////tum T, Ac statim B, statimque H, At bt 26 magno BH " consternuntur HRC, consternantur ABDT, 30 consternati bt 28 omnes bis aures /. T, singulorumque omnes H 29 que /. bt "> f. ABCDHRbt, aures ambe S 31 illosque = quousque bt S2 assiduis bis deum] exhortans (adhortans bt) tarnen assiduis deum (deum assiduis A) ABCDHRTbt ss precibus deum H 34 super uentura calamitas H 35 minor A 36 /. H 8V /. H 38 et H 89 /. btH; getilgt A? 4 « uotis humilium H, vgl. nächste La. il f. ABCDHRTbt 35 42 Abs. bt " /. H ** ad bis conspectum nadi occurrerant H 46 /. B 4e set B " misericordia uacuum bt 4S offenderent T 49 in Prostratis geändert C, Prostrati T 60 pedibus denique CDR M preces pedibus H a Über diese Kirdie ist in den ASS. Mai III 227 C f. Näheres mitgeteilt. b 4. Reg. 21, /2tinniant ambae aures eius; Jer. 19,3. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 55 cum 1 lacrimis depromentes: r Heu 2 tua' 3 inquiunt 4 'fides sancta tociens- que dulciter osculata nobis dextera, quomodo, 5 pastor bone, 6 oues deseruisti, quarum celitus ab angelo regimen 7 suscepisti? Quidam 8 ante hac 9 — fatemur 10 enim 11 — erroris 12 tempestate abrepti 13 desciuerunt, nunc omnes ex animo tecum sunt teque, 14 ut redeas ad cathedram, 5 expetunt. Neque 15 uero credere quiuimus inprouiso 16 {23 b ) errore tantum 17 nos tibi ferre dolorem. Nunc uero 18 quo 19 faciem auertis? Quicquamne 20 dulce nostrorum sine te pater erit? Requirit te uirginum sanctimonialium 21 pudicicia, inuitat 22 monachorum mestitia, deflent tua 23 cura 24 pupilli et uidue nunc 26 alimonie 20 egentes, quibus tu 27 10 tunicas faciebas et uestes. Vlterius 28 ne tende iram!' a Talibus ille flexus Tungrim 29 cum 80 eis profectus est mestus. 81 Fama 32 continuo ciet 33 plebem undique confluentem stetitque 34 obuius uenienti ordine 35 longo infelix 36 grex, 37 quem talibus 88 pastor 89 pius affatus est: 'Semel 40 deus loquitur, dilectissimi, et secundo id ipsum non repetit, quia 41 non !5 est 42 ut homo, ut 43 mutari possit. Ipse enim in euangelio ait: b celum et terra transibunt, 44 uerba autem mea non transibunt. Pilus 0 autem disciplinatis omnis aduersitas ferendo 46 superanda 46 est. Turres Tun- gricas singuli 47 rebus 48 priuatis iure patrie preposuistis, res priuatas nequaquam preceptis 49 dei post habuistis^ Nunc turrium 50 Tungricarum 20 rerumque 61 priuatarum 52 destructio nil preponendum 63 probabit 54 deo. 1 cum] eiscum H 2 Heu bis dextera /. T • inquiunt tua AHR, tuam W 4 f. B 6 quomodo] Quomodo inquiunt T c /. ISW 7 vor ab A 8 Quida B 0 hec T, hoc b, f. H 10 enim fatemur T u vor Quidam H 12 erroris bis desciuerunt] erraucrunt // ls acti A 14 et te H 15 Neque bis pater erit/. T 1G im- 25 prouise in improuiso geändert A " nos tibi tantum H 1S /. bt 19 quid C 20 Quicquidne R, Quicquamne bis erit /. bt 21 sanctimonalium B 28 mutat B 23 /. HT 2 * /. HT; über cura pupilli: desolati nadigctragen A 25 nunc bis iram] tuo se orbatos solamine T 26 alimonia bt, f. H '" tunicas tu Abt 2S Vlterius bis'mm f. bt 29 Tungri H so cum eis/.// S1 /. R " Fama bis confluentem] 30 Confluit vndique populus bt a3 mouet BH, sciuit R zi -que /. T 36 longo ordine H = pastori ordine bt 36 /. bt 37 grex] grex mestus bt 38 sie A = talibus uerbis // 39 pius pastor // 40 für den Abschnitt Semel bis beatitudine bietet T anderes, vgl. darüber Anhang I 41 quia bis transibunt /. ISW 42 /. // 43 /. H 44 transibit C 46 ferenda bt 4 « est (= est et bt) superanda ABCDHRbt 35 47 singulis B 48 priuatis rebus // 49 reeepistis C 60 tungricarum turrium H 61 /. H »» /. H 6S ponendum H M probabit deo A ,l Virg. Aen. 12,938 Ulterius ne tende odiis. h Marc. 13,31 Coelum et terra transibunt, verba autem mea non transibunt = Luc. 21,33; vgl. Matth. 24,35. c Vgl. Eclus. 10,28 vir prudens et diseiplinatus non murmurabit correptus. 40 56 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. Tarnen, si dolere 1 uos equum est pro tantorum 2 excindenda murorum altitudine, multo magis fas esto 3 gaudere uos pro 4 omnium uestrum, qui diligitis dominum, concessa mihi animarum eterna beatitudine.' Hoc dicens dextram 6 extendebat, 6 nam 7 dauern celestis artificii argen- s team, 8 Petri 9 apostoli quondam mirabile donum, dextera 10 gerebat. 11 'Hoc' ait 12 'indicio Tungris 13 per clauigerum 14 celi mihi 16 exhibito noueris 16 me his 17 ianuam orbis 18 stelliferi posse claudere, quos pastorali uirga per angelum olim lu mihi tradita nequiuerim emendare, item his 20 posse reserare, qui uel adhuc 31 precepta nostra statuerint 22 10 affectare.' 23 Interim uniuersos conspiciens in 24 Christo corde- (24") tenus sibi conniuentes 26 'Et nunc' ait 26 'ante 27 cetera operam 28 do, 29 ne sancta nostra simul 30 nobis eripiantur cum urbis excidio. Quod consilium meum 31 uestre 32 filiolitati 33 si placet agnoscere, 34 ne, 85 queso, fessi patris faciem uelitis 30 obpugnando confundere.' Quam 37 i« ad uocem ab 38 uniuersis 39 est ilico 40 conclamatum: 41 'Nil ultra tibi pater 42 restat laborandum nisi, quod uelis, ut iubeas tantum.' Atque 43 intulit ille actutum: 44 'Corpora' 45 inquiens 4li 'sanctorum et uasa sancta hinc 47 ut 48 transferantur Traiectum, quod 49 profugis Octauie post- modum 00 reputabitur 51 in solatii 52 profectum.' His 53 peroratis non 20 sermone responsum est, sed lacrimis equaliterque 54 perturbatis Omnibus, 55 cuiuslibet sexus 58 uel etatis, 57 sublatus 5811 est ad astra clamor 1 dolore ABl, aber in AI in dolere verbessert 2 exscindenda tantorum H, tan- tarum ISWCbt, in D das o auf Rasur 3 est Hbt, das o wegradiert AR 4 que H 5 dexteram BHCDRbt 6 leuauit H 7 /. H 8 nadi dauern H 9 Petri] beati 25 Petri H 10 dextra CDRbt » ostendit H 1J indicio ait BH 13 Tungris] o tun- gris H 14 glauigerum / 16 mihi] posse mihi T 16 noueritis A " hiis DTbt, nach posse H 18 orbis stelliferi] celi BHTbt n nadi quos H 20 is A, hiis Dbt = hijs etiam H 21 nadi statuerunt H 22 statuerunt ABH, in A das u zu j radiert 23 seruare H 24 in bis eXf.H 25 conuenientes R, laborantes B 20 nachgetragen A 30 " ante bis do/. bt = consilium H 28 opera B 29 in demus geändert A ao nobis simul H S1 meum] meum est bt sa uestri B ' 3 pietati ABHCDRbt 34 agnos- cite bt, f. H 36 Queso ne bt 36 oppugnando velitis H 37 Ad quam A 38 /. bt 39 /. bt 40 /. H 4I acclamatum A 42 pastor C 43 Atque bis actutum /. bt 44 actuum BW, acturum T, f. H 45 corpora] uolo corpora B 40 inquiens sanc- 35 torum] itaque H " hie W 48 /. H 49 quod] uolo quod T, f. H 60 vor profugis H 61 reputetur H " solatii profectum] solatium H 63 Hiis DHbt " om- nes equaliter H, equaliterque bis etatis /. bt 56 /. H SR etatis A •" sexus A 68 sublatus] et sublatus bt 14 Virg. Aen. 2,338 sublatus ad aethera clamor. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 57 flebilis, index 1 extreme 2 desperationis. Ille, 3a dum 4 in cardine 5 res uacillat, festinanter sanctorum Valentini, Nauiti, 0 Marcelli, Metropoli, Seuerini, Florentii, 7 Martini, Maximini ciuitatis 8 eiüsdem 9 episcoporum reliquias 10 tolli u imperat 12 unaque 13 cum aliorum innumero 14 numero 15 sanctorum diuinique ministerii uasis 1 * 5 et crucibus 17 simulque 18 sepul- 5 ture sue necessaria 19 tollens usibus exacerbate 20 urbis eiulantisque 21 post euntem 23 multitudinis lamentabiles 23 egrediebatur 24 tumultus. Quis questus illius 25 diei, quis lacrimas 2ß fando explicet aut possit equare 27 dictis dolores? Pontificem suum unice 28 spei 29 residuum 30 se uidit Octauia deserentem ultimaque 31 desperatione sacra simul 10 omnia secum 32 efferentem malletque pars populi eum non uenisse, quem sie conspexit abire. Sequebatur (24 b ) autem ac 33 precurrebat 34 circumdabatque undiquesecus 35 pium coneursus erumnosorum 36 ciuium frustra manus ad b sydera 37 supplices 38 extendentium 39 humique Corpora prosternentium pedesque 40 abeuntis irretire 41 osculis 42 gesti- 15 entium. Hac 43 de parte impetus patrum scissa 44 pretexta 45 pectora pereucientium, illa 46 planctus matrum capillorum niuem puluere fedan- tium, illincque 47 inquietantium strepitus pauperum istineque 48 infir- mantium obiectio 49 et 50 leprosorum. Sanctus autem curam 51 suam languidos intuens 52 ultroque 53 se ipsum in lacrimas et singultus 20 commouens singulis manus 54 imposuit 55 uniuersosque preter paueos 1 index bis uacillat] Tunc sanctus pontifex Seruatius bt 2 /. H 3 danadi vero cinkorrigiert A, Ille bis sanctorum] Festinant itaque tolli impetrat H 4 dum///////// in W 5 carne T 6 Nauti B ' Florentini D 8 ciuitatis eiusdem episcoporum /. H, eiusdem (ipsius bt) ciuitatis Hbt 9 /. D I0 corpora T " /. H »' /. H 25 13 que /. BHT ,4 /. H » cetu A, reliquiis bt.f. R, sanctorum numero T 16 uasa H 17 cruces H 18 -que] quoque A, ac H, et bt 10 vsibus necessaria sumens H 20 exacerbate bis permiscentur] vrbem tungrensem egreditur, perrecturus traiectum. Et ecce bt; exacerbate bis abire /. T 21 exulantisque A, eiulantique B 22 euntis R 23 lamentabilis DR a4 egreditur H 25 illi B 26 lacrimis B 27 dictis equare A 30 28 spei unice A 29 fidei R 30 remedium A 31 que /. A 32 /. A 33 et H 34 preibat A 35 pastorem ABCDHRT 3C uniuersorum ABCDHRT 37 celum A, sydem B 38 vor ad ABCDHRT, simplices T 39 leuantium T 40 et pedes H 41 irretire bis gestientium] longo intuitu sequencium H 42 oculis B 43 Hac bis comitantium /. T 44 scissf /, /. H 45 /. H 46 illac matrum planctus H 4 ' -que 35 /. H 48 -que /. A 49 abiectio H 50 /. DU 6I curam suam /. H; in cura sua geändert AC D2 intuens] scilicet intuens B " et H hi manum A 55 im- ponens S a Die Translatio der Tongerer Bisdiofsreliquien durdi Servatius nadi Maastridit wird hier zum erstenmal erzählt. b Virg. Aen. 10,667 manus ad sidera tendit. 40 58 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. diuina 1 predestinatione postea Traiecto ad exequias ipsius 2 curandos sanitati 3 restituit. Illo talibus occupato atque 4 aliis circumundique 5 strepitu uario, dum 6 hie 'Euax' 7a gratias agentium illic 'Pape' 8 ad- mirantium istic 'Eheuhe 9 pater' ululantium discrepanti 10 uarietate 5 sonorum permiscentur, subito uoces 11 exaudiri 12 desuper celo 13 ym- nizantium sacrique 14 presulis iter 15 sanetarumque 16 itiner 17 reliquiarum a porta Tungrensi * 8 adusque 19 portam Traiecti 20 dulcis armonie con- centibus 21 comitantium. 22 Inter eundum quoque, 23 cum 24 locus ap- paruisset amenus ibi 25 fessis 2c requietum 27 residentibus, uisa est pul- 10 uinaris instar tellus intumuisse 28 sanetoque supersessuro sese in 29 suggestum 30 gaudenter extulisse prisceque 31 ueritatis tumulus testis adhueusque 32 capiti reclinando ydoneus ibidem 33 uiri- (25") descit. Tum 34 sanetus oues 35 circumfusas 30 consolanter allocutus: c En' ait r quomodo florida post 37 hiemem 38 oritur uerna temperies, sie post 15 seuitiam mortis orietur beatis 39 eterna 40 requies.' 41 Susceptus exin 42 laudisone in urbem 43 regiam 44 basilicamque 45 ingressus egregiam 40 imperat 47 in medio fieri criptam. Illuc 48 uniuersum ecclesie 49 Octauiane transtulit thesaurum suumque 50 interlocat 51 sareofagum quodque 52 1 Davor stand in B nochmals diuina, das dann aber in qui geändert wurde 20 2 illius CDR = eius A, aber nach ad s restituit sanitati H * f. H 6 undique H 6 dum hie /. H ' digne ABCDHR, gratias digne H 8 uoces ABCDHR. 9 Eheuhe pater] fletus et dolor ABCDHR 10 dum discrepanti H n uoces bis reliquiarum] de celo uoces ymnizantium sacri presulis sanetarumque iter H 12 exaudiri] auditc sunt bt; in C sehr spät in exaudit geändert 13 nach celo am Rand affirmmatus 25 nachgetragen A u -que /. bt lb f. A 16 sacrarumque D = et sanetarum A 17 iter A, in iter geändert B, ganz wegradiert C, f. bt 18 tungrensium H 19 usque ad DR 20 traiectensium H 21 concentus H " comitatur H »»/, T 24 dum W 26 ubi B ,6 fessus H 27 requietum bis uisa] requieuit uisaque H 28 intimuisse B 20 /. H 30 /. H 31 -que/. bt 82 adhueusque] adhueusque hodie T = adhuc vor 30 idoneus H 33 f.H 34 Tunc ABCDbt, Dum W 36 oues] pastor oues bt " suas bt 37 oritur post hiemem nach temperies H S8 liemem B 39 sanetis ABT 40 /. R 41 requies] requies et iam H 42 dehinc A, exinde T 43 ciuitatem bt * 4 traiec- tum bt, egregiam T 46 -que /. bt 46 /. bt 47 iussit bt 48 Illic = et llluc bt 49 octauiane ecclesie A ™ suumque bis sarcophagum/. T " intercollocat ABCDRbt, 35 intercellat H 32 quodque] Quotque diebus bt a Vgl. Victorinus, Ars gram. (Grammatici latini rec. Keil. VI 204,20 f.): Interiectio quid est? Pars orationis animi adfectum significans . nam aut laetantis est ut va, aut timentis ut ei, aut laudantis ut eu, aut exultantis ut euax, aut admirantis ut papae etc. Ähnliche Stellen auch bei anderen lateinischen Grammatikern, nur folgen euax und 40 pape nicht aufeinander. Der Verfasser scheint Victorinus gekannt zu haben, siehe Anm. zu 61,40. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 59 superuixit 1 instruere 2 dogmatibus populum aduenasque 3 Tungrensium 4 non desiit adusque 5 felicem diem illum, 0 quo 7 migrauit exhis 8 cala- mitatibus ad beatorum 9 sedes animarum conciliumque 10 immortalium. 11 14. Die 12 illo per spiritum sanctum diuinitus 13 precognito lentam quoque febrem presensit triduo perindeque 14 cetu 15 plebis et senatu 1 « 5 uniuerso 17 in edem sacram 18 congregato missarum 19 mysteria 20 co- ram 21 celebrauit, sed a angelus diuini aspectus a dextris altaris 22 astitit utque 2S finem 24 certum uite labilis ita 2B gaudium ei confirmauit uite 26 insolubilis. 27 At 28 heros uite incomparabilis participatione dominica collocutioneque 20 confortatus angelica commonens 30 plebem precep- 10 torum celestium erumpnarumque 31 terrestrium sermones 32 et orationes nonam usque diei protraxit in 33 horam 34 nec 351) deficiebat populus Heliseio 3 " affectu prestolans eius 37 exitum sicuti 38 quondam Helye 39 ille 40 sequebatur, ut uideret ascensum. Nona c igitur 41 hora 42 diei, circa 43 quam et cruci appensus spiritum in manus 44 patris olim com- is mendauerat filius dei — o 45 fortunatum senem et in hac quoque gloria seruum domino suo similem! 40 — nona inquam 47 hora' 1 caput 48 inclinauit atque r in manus tuas pater commendo 49 (25 b ) spiritum meum' ait. Sic iuxta morem conuersa facie uersus 60 orientem 51 luminibus 1 superuexit B 2 instituere bt 3 et aduenas H, f. bt 4 non desiit Tun- 20 grensium bt 6 usque ad H e /. übt 7 qua T 8 hiis DHbt 9 beatarum CDRH 10 consiliumque Hbt « danach eine rote XIII B ,2 kein Abs. 1W 13 /. C 14 -que /. H ,6 centu B, das n dann wegradiert :c senato W " f. bt 18 sacro B 19 missarumque W 20 sollempnia W 31 coram] coram Ulis (Omnibus H) BH " astitit altaris B "/.//= et ut W »« finemque H " in H 25 26 glorie A 27 indisolubilis T 2S At bis incomparabilis] Sanctus ergo bt 29 collocutioneque bis angelica /. R, -que] eque 7" 30 commonuit bt 81 -que] quoque A " sermones] sicque sermones bt 3S nach usque H, /. T 34 moram T 3i nee bis suo similem /. bt; nee bis ascensum /. T 30 heliseo BCH, f. R 87 exitum eius B 88 sicut HW » vor ut BCR, nadi ut D, nadi uidere H *° sequebatur 30 ille BH " ergo H 4J diei hora C 4S circa bis inquam hora /. H 4i manu B 46 o bis similem /. T 46 similem] non dissimilem B 47 /. bt 48 Caput] caput reverenter bt 4 » vor ait B 60 ad A M /. ISW a Vgl. Luc. 1,11 Apparuit autem illi (sc. Zadiariae) Angelus Domini, stans a dex- teris altaris incensi. b Bezieht sidi auf die Himmelfahrt des Elias 4. Reg. 2.1 f. 35 Vgl. besonders 2,3 egressi sunt filii prophetarum, qui erant in Bethel ad Eliseum, 2,5 accesserunt filii prophetarum, qui erant in Jericho, ad Eliseum, 2, 7 et quinqua- ginta viri de filiis prophetarum secuti sunt eos. ° Vgl. Matth. 27,45f., Marc. 15,33f., Luc. 23, 44. d Joh. 19, 30 Et inclinato capite tradidit spiritum; Luc. 23, 46 Pater in manus tuas commendo spiritum meum. 40 60 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. corporis 1 reuerenter 2 opertis 3 oculos a mentis ad deum tunc reuera illustrius aperuit commendans 4 obnixius ultima in hora domino eccle- siasticas, quibus timebat, oues ac 5 pedem 1 » superbie, ne anime sue occurreret, auerti poscens. Ecce 6 ergo splendor de 7 celo nimius super- s illuxit uitaque innocens simul 8 cum ipso splendore ad 9 patrem lu- minis perrexit. Tertio Idus Maii 10 exuit 11 hominem interque discipu- lorum 12 manus reliquit 13 corpus exanime. Recognoscitur 140 autem 15 hie dies quinquagesimus a die dominice passionis, 10 qui est VIII. Kai. Aprilis, notaturque numerus hie dierum ferax indulgentie ac 17 remis- 10 sionis feraxque 18 decalogi legalis gratieque 19 spiritalis. 20 Quo enim die d primus 21 Adam conditus 22 per peccatum paradysi 23 gaudiis excidit, uel 24 in quo gens Israhelitica per agni 0 sanguinem tenebras Canopicas 26 exiuit, 28 uel 27 in quo postmodum peremptis 28 per angelum f Assiriis liberatus est Ezechias de manu Sennacherib. Secundus 20 Adam eodem 15 die Christus mundum 30 annuntiatus introiit 31 passusque paradysum eodem 32 die reclusit. 33 Seruatius uero exin quinquagenarii sacramenti ea die secularia egrediens paradysum introiit, 34 qua 35 Moysese cum omni 36 1 /. ISW 2 /. bt 3 copertis B, coopertis H 4 commendans bis poscens /. T 6 ac bis poscens /. bt; ad H 6 Ecce ergo] Et ecce HT 7 nimius de celo Abt 20 8 /. T 9 ad] circa horam qua Christus tradidit spiritum ad bt 10 Mai / u exiuit B 12 manus diseipulorum bt ls corpus reliquit H 14 Recognoscitur bis rosulentius] Felix igitur illa anima desuper per trium horarum spacium claritatc perlucida micante migrauit ad dominum . nee defuit balsamiticus odor omni thimiamatis (thimiamtis b) confectione suauior bt; Recognoscitur bis ultimum ostendit /. T 15 /. H m pas- 25 sionis] incarnationis et passionis B 17 et AH I8 feraxque bis apparuit /. H, -que f.A 19 et gratie AW 20 spiritualis ABCDR 21 von anderer Hand nachgetragen S 22 comditus in conditus geändert A " gaudiis paradisi A 24 /. ABCDR " ca- picas B 26 exunt(!) B 27 /. ABCDR 28 per angelum perhemplis A S9 Secundus Adam nach die B 30 annuntiatus mundum B, mundo W 31 introiit bis 30 eodem] introiuit paradisumque passus eodem D, auf Rasur S2 eo A " aperuit C 34 introiuit AW 36 quo A 36 /. C a Vgl. Vita sei. Landberti (BHL 4678) ASS. Sept. 5,576E: oculum mentis suae ad Dominum semper defixum habebat. h Ps. 35,12 Non veniat mihi pes superbiae. c Das Folgende stützt sich auf komputistische Quellen. Die unmittelbare Vorlage 35 Ut vielleicht noch handschriftlich vorhanden. (1 Ähnliches bei Beda, De temporum ratione Kap. 66 (MSL 90,522A). ° Geht auf die Stiftung des Osterlamms 2. Mos. 12,1 f. Canopicus hier allgemein ägyptisch. Das Wort kommt bei Plinius, Solinus, Mela und Martianus Capeila vor. ' 4. Reg. 19,35f. Factum est igitur, in nocte illa venit Angelus Domini et percussit in castris Assyriorum centum octoginta quinque 40 milia ... et reversus est Sennacherib (= ls. 37,36f.). e 2. Mos. 24,17f. Erat autem species gloriae Domini, quasi ignis ardens super verticem montis in conspectu filiorum Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. ßl multitudine filiorum Israhel de uertice ardentis ad celum usque* Synay uocem domini loquentis ex nube 2 audiuit, quaue post in cenaculo Spiritus sanctus in igneis Unguis super discipulos apparuit. Ignis» etenim 8 diuinus, qui 4 predicaturis 5 apostolis 6 de celo superuenit, dum obeuntem Seruatium de celis obuius suscepit, profecto 7 uniuersa, 5 que ut seruarent apostolorum pectora (26") accendit, 8 seruasse ardenter Seruatium — adplaudite! 9 ■— ultimum ostendit. Spacio namque horarum trium sicut 10 fulgur idem 11 ibidem permansit ignis diuini splendor ac, sicuti chaos mundum perterruit in Christi passione, ita et 12 nimia clari- tatis choruscatio in Seruatii superhabundauit obdormitione insuetum- 10 que 13 totam 14 illustrans basilicam ueluti fulminis 15 ictu stupentia 16 mi- rantium concussit 17 corda. b Ex aduerso quoque doctoris extincti corpus lacte ac 18 niue candidius 19c cunctisque floribus emicuit rosulentius. Angelicis insuper populo spectante multumque admirante sericum quoddam allatum 20 manibus super uererabile positum est 21 corpus, is Nec 22d defuit balsamiticus odor omni thimiamatis 28 confectione suauior. Quis 24 non gauderet? Quis non fleret? Quis non multo magis ad singula stuperet, cum insuper ex ethere sursum palam audite sunt 25 uoces in celo canentium? 0 Quibus 26 in alto 27 festiuum 88 asma 29f exul- 1 Über usque synay ist montis geschrieben A * rube B ' f. H * qui bis 20 superuenit f.H 6 predicaturus R 6 /. B 7 profecto bis ultimum] applaudens ardenter seruacius vltimum Signum H 8 incendit D 9 adplaudite ultimum] digne- que adimplesse ABCDR ,0 sicut bis totam] splendor ignis diuini ibidem permansit totamque T " /. H 12 ut B la f. H " totamque H 15 sublimis B 16 stu- pentium T " corda concussit T 18 et A »•/ ACDHRTISW, vgl. Anm. 20 illa- 25 tum C 21 vor allatum H 22 Nee bis suauior vor Angelicis bt. vgl. oben " thi- miamitis / 2 * Quis bis succentus /. T 26 sint A 20 Quibus bis ex corpore /. bt 27 altüm H 28 /. ABCDR 2 » afta H, asina W: f. ABCDR Israel. Ingressusque Moyses medium nebulae, ascendit in montem . . . Locutus est Dominus ad Moysen . . 19,18 et ascenderet fumus ex eo (sc. monte) quasi de fornace. 30 a Act. 2,3f. Et apparuerunt illis dispertitae linguae tamquam ignis, seditque supra singulos eorum; et repleti sunt omnes spiritu saneto. Das coenaculum wird Act. 1,13 in anderem Zusammenhang erwähnt. b Die coruscatio des Heiligenleichnams begegnet oft in Legenden, siehe Lucius-Anrieh, Die Anfänge des Heiligenkultes (Tübingen 1904) 101; H. Günter, Legendenstudien (Köln 1906) 4; 21; 71; 73; 97; 155. 35 c candidius ist Konjektur von B, trifft aber wohl das Richtige. d Über das typische Motiv, daß der Leichnam eines Heiligen Wohlgerüche ausströmt, vgl. H. Günter 11; 16; 18; 31 f.; 53f.; 63; 75; 88; 95; 99; 106; 134 f.; 155; auch Lucius-Anrieh 101; 151. v Die uoces in coelo canentium sind ebenfalls eines der gewöhnlichsten Requisiten des Hagiographen, s. H. Günter 19; 97. f Das Wort asma ist nur bei Marias 40 Victorinus belegt, s. TLL U 796,39 f. 62 Qesta Sancti Servatii episcopi Tungrcnsis et confessoris. tanter iubilantibus, ne non responderet ex terrenis grauitatibus resul- tantium succentus, 1 tanquam 2 ex paradisi fönte demanantibus sani- tatibus exanimi 3 ex 4 corpore cecis uisus, surdis fundebatur 5 auditus, leprosi nitescebant, 6 egroti conualescebant, claudi exilierunt, muti 5 locuti sunt, quique 7 Tungrensem 8 ad portam debiles 9 resedere ad funus Traiectense occurrentes sospitatem meruere omnesque ad sydera pariter deo laudes dedere. Amplius quoque 10 ampliusque 11 populorum milibus confluentibus luctum 12 et laudes exequiarum septem celebra- uere 13 diebus, octaua demum in basilica in aggere publico a beato 10 quondam 14 (26 b ) Materno 15 constructa uenerande 16 inpendia sepulture sollempniter exacta sunt cooperante signis et uirtutibus illo, 17 cuius regnum et imperium sine 18 fine permanet in secula seculorum Amen. 19 15. Translati 20 ad superos Seruatii 21 opera postuma 22 enarrari po- stulat ordo, sed 23 inductionis 24 quasi 25 quodam in 26 preludio naturali 15 aliquo utemur exemplo. 16. a Fenint 27 septentrionalis sub uerticis plaga perpetuis niuibus et glacie predurata in ultimo cliuo 28 positos 29 deuexi mundi populos 1 concentus R J Tamquam] Ad hec etiam tamquam T 3 exanimi in exanimo geändert A 4 ex corpore] corporis T 6 auditus fundebatur T • mitescebant ISW 20 7 Quicumque H 8 ad tungrensem H, nach portam A * f. R: in A prius nachgetragen 10 /. bt u et amplius A 12 luctus T 13 celebrare A, in basilica vor quondam H, iuxta basilicam T u f. bt n Martino B 16 ueneranda bt, impendia venerande H 17 vor cooperante H 18 sine fine/. DW ls> danach: Explicit uita sancti seruatij episcopi ACbt (rot), hierauf in C: Incipjt prologus super miracula 25 eiusdem (rot), in bt: Sequitur (f. b) de excidio Gallie quod predixit (predixerat t) bt (rot). || TRANS? EPDEM (rot) W. De miraculis post obitum sancti seruacij factis H 20 Translati bis mirificauit /. Tbt 21 opera Seruatij H " /. H •» sed bis ossa /. H M indictionis C 26 quasi bis naturali /. B 26 in preludio] impreludio C " Abs. R I8 clino W 29 positas B 30 a Die beste Zusammenstellung von dem, was hier in Betracht kommt, in MSD II 3 193. Der Verfasser hat (in dem Prolog zum zweiten Buch?) seine ganze Gelehrsamkeit nochmals leuchten lassen wollen und hat die verschiedensten Schriftsteller, die über die Mitternachtssonne berichten, zusammen gelesen. So hat er gewiß die astronomischen Stücke im Kommentar des Chalcidius zu Piatons Timaios, im Mar- 35 tianus Capeila und im über de temporum ratione des Beda venerabilis gelesen, vielleicht auch die entsprechenden Stellen bei Plinius und Solinus, aber direkte Übereinstimmungen habe ich nicht nachweisen können. Die descriptio insularum aquilonis des Adam von Bremen (vgl. besonders Kap. 35f. — MG. SS. VII 384,17f.) hat der Verfasser vielleicht auch in den Händen gehabt, aber es gilt von ihr das 40 Gleiche wie von den übrigen Schriften. Die Unterweisung über die verschiedenen solstitia und aequinoctia gehörte zum astronomischen Unterricht. Dieser mag in Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 63 quindecim dies sine noctibus ante solsticium estiuum, quindecim rur- sus post 1 sine noctibus continuos habere totidemque 2 noctes brumali 3 sostitio 4 continuas 5 item sine diebus peragere, nunc sole inabsenta- biliter 0 illis propinquante nunc australis zone ad penita 7 prorsus ex oculis euagante. Hos ergo populos recedentem a nobis diem mense 5 Julio 8 totius noctis spacio nulla difficultas 9 prohibet cernere, cumque penes nos sagittarii capricornique sydera nocte media medio fere celo considerantur cumque penes nos: 'Aurora quiescens currusque 10 soluti et sopita lux' a poetice canitur. Uli 11 mithiologos 12b ab errore ad uera uocant, quibus obliqua zodiaci deflexio 13 subterraneum iter solis media 10 ex nocte spectabile prestat, donec nostro sub climate metamorphosin 14 alterius diei renascens Aurora nobis quoque pulsis tenebris referat." Ita 15 igitur qui sanctorum monumentis assidunt recedentes a communis conuersatione sacras animas sub ipsa mortis 17 nocte lucidos archanioris 18 uite uersus 19d peragere con- (27°) spiciunt, dum ibi ad is defunctorum cineres uiui inclamitant et exaudiuntur, demones quasi tenebre pelluntur, presidia salutis plurima uiuis a 20 defunctis con- 1 post] post solstitium BCDR s que von anderer Hand S 3 trinali B * sol- stitio BCDRS B continuos ISW ° inabsentiabiliter C, inabsentaliter D, inabsen- tialiter R » adpenita] j« R, [f^l ?Ä C = ad clinata B = clymata D 20 8 iunio B ° diffultas S, ic von späterer Hand nachgetragen 10 cursusque W, que in S von späterer Hand nachgetragen « Illis B 12 '^uofo» R - m Y M °- logos bis quibus /. B, in W von späterer Hand mit fabulistas glossiert I3 deflexa W 11 metamarphosin W, transformationem B, transformatio D = transformationem quod est metamorphosin R = transformatio metamorphosini C 15 Ita igitur] Itaque B 25 18 cummuni W 17 in morte geändert B 18 beate B 19 cursus BCD == per cursus R 20 ac W der Latticher Diöces durch selbsterlebte Eindräoke auf Reisen in Skandinavien und Island vermehrt und belebt worden sein. Wissen wir doch durch den Merigarto 1, 49f. und Adam von Bremen, daß man von Deutschland aus dort hinreiste. Also 30 die Annahme einer schriftlichen Quelle ist nicht gerade notwendig; vgl. K. v. Maurer, Die Bekehrung des norw. Stammes II 565; 584 f. Es sei übrigens bemerkt, daß die Angaben unseres Verfassers über die Mitternachtssonne sich im wesentlichen mit denen des Abtes Arngrimr von Thingeyrar decken, siehe K. v. Maurer, Island S. 19. •' Dieses Zitat scheint ein Hymnenanfang zu sein, der dem Brevier angehörte. Ich 35 kann es nicht nachweisen. Im heutigen Breviarium Romanum steht es nicht. Das Repertitorium hymnologicum von Ul. Chevalier (Bruxelles 1892—1904) kennt einen solchen Hymnenanfang nicht. h Das sieht fast wie ein kleiner Hieb gegen Ter- tullian De anima Kap. 28 (MSL 2, 740A f.) und Horaz Ep. II 1,51 f. somnia Pytha- gorea aus. c Vgl. Ov. Met. 7, 703 pulsis Aurora tenebris. (1 Vgl. Plinius n. h, XVIII 49 in arando versum peragi nee strigare in actu spiritus. (0 64 Gesta Sancti Servalii episcopi Tungrensis et conlessoris. feruntur. Cumque penes > uiuos 2 nulla similis 3 cura funeris retinetur, cumque 4 adnichilata uita et 6 Spiritus euanefactus plangitur, illic tam- quam sub terra non deserens ossa cernitur 6 spirituum presentia, donec in uniuersali metapsicosi 7 " resurgant cum spiritibus ossa. Vnde Ser- 5 uatii 8 presulis, qui uite meritum insigne diximus, insigniusque 9 uita letum nesciri non siuimus, 10 de sepulchro quoque suo 11 uel pocius de celo, quanta operatus sit, succincte enumerabimus, 12 ne quis mortuum illum 18 credat, quem semper uiuus" tarn presentem miraculis chorus- cantibus aspectat, 15 cuius quoque prophetie nichil in terram cecidit, 10 sed dicta ut facta 16 ipsius equipollenter ubique dominus mirificauit. 17 17. Post 18 renouati denique dominica passione seculi lustra ferme septuaginta Valens b imperator egressus de 19 Antiochia, 20 cum 21 contra Gothos aciem instruxisset, primo impetu hostium perturbate Romanorum türme nudatos in procinctu pedites funesta fuga deseruere, 15 septi legionibus hostilibus 22 pedites funditus interiere. Ipsum 23 im- peratorem 2i sagitta 25 saucium fugaci equo ablatum iactantemque utrim- 1 pene R * uiuos] propter uos BR — proterus CD 3 suppremi BCDR 4 que /. ISW 6 et spiritus euanefactus] euanefacta ISW ° scernitur W 7 resur- rectione BCDR 8 Seruatii presulis] presulis tanti H 9 insignisque W, insignius- 20 que bis siuimus] declarandum H 10 sciuimus B n /. H 12 enarrabimus B 13 eurn H w uiuum H, unus C 16 aspectat /, exspectat BH u factis H 17 darauf in C rot: Explicit prologus Incipiunt miracula 18 Post bis oportuno promeruit /. Hbt, Post bis Qomorram] Post obitum huius Huni subuersis multis Gallie urbibus ciuitatem quoque Tungrium diruere habitatoribus eius captis et in ore gladii occisis 7" 25 19 /. BCDR 20 Antiochiam R 21 wegradiert B " hostibus BC »" nachgetragen S (von der gleichen Hand?) !4 imperatorem] imperatorem impium BCDR 23 nachgetragen von gleicher Hand S a metapsycosi in dieser Form nicht belegt, vielleicht ist mctempsychosi — so Porphyrios zu Horaz Ep. II 1, 52 und Tertullian de anima Kap. 31 (MSL 2, 745A) 30 und 35 (I.e. 754C) — zu lesen. b Paulus 187,17f. Quibus cognitis Valens Antiochia egressus cum adversus Gothos exercitum aptaret sera peccati paenitentia stimulatus episcopos ceterosque sanetos revocare de exiliis imperavit. denique lacri- mabili cum Gothis bello commisso ad primum Gothorum impetum perturbatae Romanorum equitum turmae nudatos pedes (pedites VWZNPL) deseruere . qui mox 35 equitatu hostium saepti ac sagittarum nubibus obruti cum amentes metu huc illucque fugitarent, funditus interiere . ipse imperator cum sagitta saucius versusque in fugam ob dolorem nimium saepe equo laberetur atque in vilissimam casulam deportatus esset, supervenientibus Gothis ignique supposito concrematus est. denique petentibus Gothis ut eis episcopos mitteret a quibus fidei rudimenta suseiperent, Valens doctores 40 ad eos Arriani dogmatis misit, sieque universa illa gens Arriana effeeta est. iusto itaque dei iudicio ab illis igne crematus est, quos ipse perfidiae succenderat igni. Vgl. oben 49,1 f. Gesla Sancfi Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 55 que caput pallescensque nigro fedantem cruore corpus in uilissimam tandem casam ministri eius occultandum deportauere. Sed Gothis superirruentibus flammis ignominiose crematus 1 est. Igne uero Go- thorum recte periit deo (27 b ) uindice, quos ipse 2 quondam Christianam petentes 3 religionem hereseos 4 Arriane perusserat igne, militibusque 5 item secularibus iuste se deserentibus interiit, qui milites Christi, mo- nachos, olim, ne secularibus armis renuntiarent, prohibuit. At a contra Gratianus, Valentiniani fratris Valentis filius, a beato Ambrosio cor- rectus, 5 ope ilico diuina subnixus gentes illas Sciticas, b cunctis retro maioribus formidatas 0 Magnoque etiam Alexandro deuitatas, uidelicet 10 Gothos Taifilosque 7 omnique 8 pernicie atrociores Hunos predurosque eterni Martis Alanos, subiugauit Traciamque 9 Daciamque 10 liberauit, felix, si eius in omnibus consilia quesisset, cuius initio 11 doctrina imbutus est. At c vbi 12 cum Battarico 18d Gothorum rege fedus 14 in- 1 erciutus B 2 quondam ipse C 3 patentes B 4 heresios B 6 correptus C 15 c formitasque B 7 taifiliosque B, thiifiloque R, f. D 8 omni B 9 dratiamque /, draciamque S, que wegradiert C 10 et daciam W u initio] in initio C 1J cum ubi B 18 pathrarico W, das erste r wegradiert, attarico C, hattarico D, athtarico R, hatrarico B u infaustum fedus W ■ Vgl. Paulus 187, 31 . . . Gratianus . ., quam vis iamdudum ante cum patruo 20 Valente et cum Valentiniano fratre regnaret und 188, 4 Ambrosius . . . cumque pro fide catholica libros Gratiano imperatori porrcxisset ac veneratione qua debuerat sus- ceptus esset, universa statim ad rectam fidem Italia repedavit. Ij Im Folgenden sind zwei Stellen bei Paulus miteinander ziemlich konfus vermischt: 1. 188,17 f. omnem fiduciam sui ad opem Christi conferens maximas illas Scythicas gentes formidatasque 25 cunctis maioribus, Alexandro quoque Uli Magno evitatas, at tunc extincto Romano exer- citu Romanis equis armisque structissimas, hoc est Alanos, Hunos et Gothos incunctanter adgressus magnis multisque proeliis vicit und 2.188,10 Porro Gratianus cum animad- vertisset Traciam Daciamque tamquam genitales terras possidentibus Gothis Taifalisque atque omni pernicie atrocioribus Hunis et Alanis extremum Romano nomini peri- 30 culum instare . . . accitum et ipse nichilominus aeque ab Hispania Theodosium . . . purpuram induit. . et Thracie simul imperio praefecit. ° Paulus 188,22 foedus cum Athanarico rege Gothorum percussit. . . 189,11 f. at vero Gratianus dum exercitum neglegeret et paucos ex Alanis, quos ingenti auro ad se transtulerat, veteri ac Romano militi anteferret adeoquc barbarorum comitatu et prope amicitia capi, ut nonnunquam 35 eodem habitu iter faceret, odia contra se militum excitavit. Maximus ergo ab infensis Gratiano legionibus exceptus eundem subita incursione perterritum atque in Italiam transire meditantem dolis circumventum interfecit aetatis novem et viginti annos habentem fratrcmque eius Valcntinianum Augustum Italia expulit. Der Zusatz Lug- duno stammt aus Prospers Chronicon Lugduni captus et occissus est oder Rufin. h. e. 2,14 (= MSL 21,523B) Lugduni, suorum magis proditione, quam vi hostium, peremptus est. Wahrscheinlich liegt eine Reminiszenz vor, möglicherweise auch eine Glosse. (1 Der Verfasser schrieb wohl Hatharico, siehe 48,14. Wilhelm, S. Scrvatius 5 40 66 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. faustum iniit Hunosque 1 Alanosque 2 ingenti redemptos auro nimie familiaritati 3 acciuit, 4 contra diuina et humana iura Christianis amicicias barbarorum, Romanis familiaritates extraneorum pretulit. Quod et merito mox supplicio luit. Siquidem dux Romani exercitus, nomine 5 Maximus, ab infensis Graciano legionibus susceptus 6 Gratianum im- peratorem Lugduno interfecit fratremque eius, Valentinianum iuniorem, Italia expulit. 6 Verum ipse quoque insipienter 7 nonnulla statuta maiorum inuertit, 8 de possessa Gothorum terra dare tributa Hunos 9 censuit. Quam ob iniuriam permotis contra se Hunis ille relictis Galliis Romam 1 » 10 accedere properauit, sed occurrentibus ei Orientis 10 imperatore Theo- dosio Valentinianoque, 11 Graciani germano, apud Aquileiam exemptus est. Deinde post (28 a ) aliqua, ne umquam 12 sopitus quiesceret Hunorum furor, defuncto Honorio b Johannes tyrannidem exercens Hunos auxilio acciuit, 13 sed eosdem" Ecius Valentiniano fauens inhibuit. Verum Boni- 15 facio u in emulationem Ecii magistro militum facto uictus ac pulsus Ecius Pannoniam Hunosque diuertit Hunorumque presidio pristinam 15 dignitatem mortuo Bonifacio recepit, deinde patriciatum 1C tempore oportuno promeruit. 1 que wegradiert C 2 et alanos W 3 familiaritatis B *■ acuit B 6 sus- 20 ceptis B ° expulis B r nonulla insipienter CDR 8 euertit R 9 hunis R 10 theodosio orientis imperatore B n ualentinioque W 12 tanquam BCDR 13 acuit B w Bonefacio, so immer BCDR 16 pristfinam / le patrociatum B 30 * Paulus 189, 29f. itaque iustis necessariisque causis ad bellum civile permotus cum e duobus Augustis fratribus unius interfecti ultionem, alterius restitutionem pro- 2S curaret, sese adversum Maximum tyrannum sola fide maior . . . proripuit. Aquileiae tunc Maximus insederat... ita Theodosius... Aquileiam inprovisus adveniens magnum hostem Maximum ac trucem et ab inmanissimis quoque Germanorum gentibus tributa ac stipendia solo terrore nominis exigentem sine controversia clausit cepit occidit. h Paulus 198,4 exempto rebus humanis Honorio fultus praesidio Castini magistri militum Johannes invadit imperium.....Valentinianus Caesar mira eum felicitate continuo opprimunt regnique gubernacula victores arripiunt..... Castinum vero magistrum militum damnant exilio, cuius arripuisse factione Johannes tyrannidem credebatur, data Aetio venia eo, quod Hunni, quos per ipsum Johannes acceperat, eius studio remeassent ad propria. c Paulus 199,1 f. Eodem tempore pace totius 35 orbis et consensione mirabili Bonifatius ab Africa ad Italiam per urbem rediit aeeepta magistri militum dignitate . qui cum resistente sibi Aetio proelio superavisset, paucis interiectis diebus morbo extinetus est. Aetius vero cum deposita dignitate in agro suo degeret ibique eum quidam eius aemulus repentino ineursu opprimere temptasset, profugus ad . . . Pannonias ad Hunos pervenit, quorum amicitiis auxilioque usus 40 pacem prineipum et ius interpolatae potestatis obtinuit nee multo post patriciatus etiam dignitatem adeptus est. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 67 18. Prolapsis 1 interim 2 a transitu beati Seruatii annis 3 plus minus 4 septuaginta, quos 6 confugientibus ad sepulchrum illius« dominus con- cessisse creditur inducias 7 pro 8 penitentia, 0 cum 10 corda filiorum hominum magis magisque replerentur omni flagitio, quia non cito fiebat contradictio, 11 dudum a beato 12 Seruatio predicta 13 Hunorum 5 libere postremo erupit seuitia. Valentiniano 14a quippe iuniore Occidentis Marcianoque 15 imperatore Orientis Attila 161 ' Pannoniam Daciamque reg- nans Macedoniamque 17 ac 18 Misiam et Achaiam 19 atque 20 utrasque Tra- cias immaniter uastans uirus dirum, diu confotum animo, eructuabat, 21 tempore nacto 22 arma 23c amens domi milicieque fremebat: arma sola 10 mortesque sciebat, solus atro eius in pectore seuiebat 24 amor 25 ferri et scelerata insania belli. 26 Fratrem 27 Bledam 28 absque respectu nature interemit eiusque sibi milites adegit. Hardaricum 20d Gepidarum regem famosissimum subiecit Walamarumque 30 Gothorum regnatorem nobi- lissimum perdomuit itemque Marcomannos, (28 b ) Sueuos, Qualos, 31 15 preterea Erulos, Turgilinges et Rugios aliasque barbarosi boree na- tiones innumeras 32 cum regibus et urbibus dicioni sue 33 inuoluit. 1 Kein Abs. BHISW; Prolapsis] Prolapsis igitur B ■ Interim bis septuaginta] annis multis bt 3 nadi LXX H 4 minusue D '° quos confugientibus] fugientibus aquensibus H G sancti seruacii bt 7 f.bt 8 /. bt 9 /. bt 10 cum bis flagitio] 20 sed H n persecutio H »» beato] beato pontifice bt ls nach postremo H 14 Valentiniano bis fremebat] Attila hunorum qui et Vngari dicuntur rex bt, Valen- tiniano bis orientis /. ti, Valentiano B 1B Martinianoque S 16 attilam W, das m wegradiert " f. N 18 et tf 19 Achiamque B 20 atque utrasque] usque ad H 21 eructuabant W 22 statuto H »»/.// ■* siuiebat IS 25 zweimal B S6 belli] 25 belli Pannoniam daciam macedoniam ac misiam et achaiam thraciam immaniter uastauit bt *' fratrem] fratrem suum bt, fratrem bis inuoluit /. H is Bledam] bledam nomine bt 29 bardaricum R, Hardaricum bis barbarosi] Gothos perdomuit bt 30 et walamarum /?, Vualamarumque C sl squalos W ä2 innumerat B 3S sua B * Vgl. Paulus 200, 32f. Anno ab urbe condita millesimo ducentesimo quarto----- 30 Marcianus Orientali aulae praeficitur imperator. b Paulus 201, 7 Interea rex Hun- norum Attila, dum cum fratre Bleba (Bleda B) regnum intra Pannonias Daciamque gereret, Macedoniam Misiamque et Achaiam utrasque etiam Tracias inmanissima rabie devastaret, Blebam suum germanum regnique consortem peremit eiusque sibi parere populos conpulit. " Virg. Aen. 7, 460f. Arma amens fremit, arma toro tectis- 35 que requirit; Saevit amor ferri et scelerata insania belli. d Paulus 201,11 f. Erant si quidem eius (Attilae) subiecti dominio rex ille Gepidarum famosissimus Arda- ricus, Walamir etiam Gothorum regnator, ipso cui tunc serviebat rege nobilior, fortisslmae nihilo minus gentes Marcomannl, Suevi, Quadi, praeterea Eruli Turcilingi sive Rugi cum propriis regulis aliaeque praeter hos barbarae nationes aquilonis in 40 finibus comtnanentes. 5* 68 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. Acta la Romanorum res esset, nisi Ecium ante 2 pulsum iam dudum 3 rece- pisset. Namque b Attila Romane arcis machinans excidia Theoderico regi Gotthorum, qui Gallias occupauerant, 4 fedus denuntiat, bellum sibi cum Ecio non dissimulat. Rursus autem amiciciam 6 Etio mandat secum- que contra Wisigothos in prelia sollicitat, scilicet, ut utrosque ab 6 in- ulcem dolo diuideret diuisosque commode 7 peruinceret. Verum Etius exilii sui tempore fraudibus Hunicis imbutus percallide 8 Attilam pre- uenit indissolubilique sibi Wisigothos pacto redemit equicallenterque 1 Acta bis prelium diremit /. BH, Acta bis queque subruens] dehinc primo in- 10 gressu suo in gallias gundicarium regem burgundorum protiuit bt 2 antea CDR 8 dum D * occupauerat CDR, occupänt (sie!) 5 6 Etio amicitiam DRW, Etio mandat amicitiam C c ad R 7 commoda W 8 pergallidc W a Vgl. O. Holder-Egger zu Lampert von Hersfeld S. 401. b Paulus 201,18f. Praevidens itaque sagacitate, qua callebat non sibi fore tutum, si Gothi, qui intra 15 Gallias morabantur, Romanis auxilio iungerentur, amicum se Gothis simulans ad- versum Romanos se asserit proeliaturum Romanorumque e diverso quasi amicitias appetens in Gothos, eorum videlicet hostes, se pollicetur arma moturum. agebat itaque hoc versuta barbaries, quatenus si hos posset a societate dividere, facilius utrosque singulari certamine proculcaret. quas eius astutias Aetius non minori 20 acumine praevidens legatos ad Theodoritum (Theodericum N 2 Z), qui eo tempore Gothis apud Tolosam regnabat, dirigit, qui cum eo pacis foedera sociarent. annuil iuxta Aetii votum Romanorum legatis Thcodoritus iungitque cum eis non minus sibi prospiciens firmissimum foedus promittitque se pariter pugnaturum . fuere interea Romanis auxilio Burgundiones, Alani cum Sangibano suo rege, Franci, Saxones, Ri- 25 parioli (ripuriarii B), Briones, Sarmatae, Armoriciani, Liticiani ac paene totius populi Occidentis, quos omnes Aetius, ne inpar Attilae oecurreret, ad belli adseiverat so- cietatem ......Attila itaque primo impetu mox ut Gallias introgressus est, Gundicarium, Burgundionum regem sibi oecurrentem protrivit. Deinde cum ad locum certaminis ventum esset, inquirit aruspicem, si quid sibi de belli sorte venturum 30 praediceret. qui arte daemoniaca exta peeudum perscrutans Attilae infausta denuntiat, hoc tarnen quantulumcumque solacium fore, quod summus de parte hostili in certamine duetor oecumberet. Attila vero dum haec Aetii interitum, cuius mortem sitiebat, denuntiare putaret, non dubitavit vel cum suorum perditione bellum committcre, dummodo Aetium suis motibus fortiter obsistentem possit extinguere. commitüt 35 itaque pugnam iam in vesperum die vergente, ut, si superaretur ab hostibus, in- minentis se noctis tenebris oeculeret.....eo si quidem proelio centum octoginta milia hominum caesa referuntur..... Attilam sane de morte Aetii sua suspicio feifelit; nam incolumi Actio rex ibi Gothorum Thcodoritus oeeubuit in quo proelio quamvis neuter cessisset exercitus, constat tarnen Attilam fuisse superatum. qui cum 40 die altera intra plaustrorum munimenta se continens erumpere non auderet nee tarnen cessaret tubis et clamore perstrepere, Torismund Theodoriti regis filius dolens de paterno funere statuit Attilam obsidione coartare, ut cum eiusque exercitum ad inter nicionem usque deleret. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 69 Allogobres 1 et Alanos Saxonesque ac 2 Francos, insuper 3 Ripuarios, Librones, Sarmatas nee minus Amoricianos ac Liticianos omnemque Occidentem, ne impar congrederetur, in turmas coegit. Attila primo ingressu in Gallias Gundicarium regem Burgundiorum 4 protriuit. Con- serere ferrum Etio anhelans aruspicem 5 consuluit. Extis aruspex 6 s inspectis instar Balaam inuitus uictoriam Christianis Attile 7 infausta nuntiauit. Verum tarnen, ne prorsus Attila dolore desolaretur, prin- cipem hostium ipsius occasurum prodidit. Attila, cum nil de clade 8 suorum pensi haberet, dummodo Ecius uel solus oppeteret, bellum callido consilio iniit uespere; nimirum: ut Etio perempto fugientibus 10 Hunis propinqua nox presidium ferret. Vna (29 a ) illius uespere hora centum octoginta milia hominum cesa nee Ecius, ut Attila uoluit, sed Theodericus, Gothorum 9 rex, in acie oeeubuit. Attila palantes Hunos 10 plaustrorum obiectione magnanimiter muniuit ac ueluti platocerus" pastorum 11 canumque numero uallatus, cum uulnera 12 machinans 13 tuto is constiterit loco infixas lateri cute decutiens sagittas simulque eunetis attrociter 14 comminans; sed 16 quem primum irruat eunetans, ita nee inuadere numerum hostium ualuit neque cedere hostibus uoluit ferocis animi Attila subsistens hastasque clipeis decutiens partesque 1R minaciter eunetabatur in omnes. Translapsa eo modo illa nocte sed instantibus 20 acriter mane 17 Gothis interempti prineipis ultionem capere Ecius b fraetas uires Attile ratus 18 pro Gothis porro male anxius, ne, si auxilio suo Hunos funditus uincerent, contra rem quoque publicam seua protinus ineiperent, consilio nimis imprudenti prelium diremit. Attila tum 19 uero, ueluti 20 ruptis loris equus 21 effrenis, libero iam in campo 25 ludens flammarumque ac torrentis instar obuia queque subruens, quis 1 Allogubres CDR 2 et CW ' insuper] insuper et D 4 Burgundorum DR 6 aruspicem bis inspectis f. R ° aruspes W 7 attale IS, atale W, in attile verbessert 8 cladae / " rex Gothorum C 10 hunos in honos geändert I u pastor W la /. CDR 13 indignans CDR l * attrociter] attrociter uulnera CDR 1B sed] sed 30 in D 16 -que wegradiert C 17 magne /, magne W 18 raptus R 19 /. H: tunc uero CDR 20 velut H 21 equis B a platocerus: vrrint (104), eilend (91), gemfz (88), siehe L. Diefenbadi, Glos, lat.- germ. 441a. b Paulus 203, 7 Aetius vero incaute perpendens Romanos a Gothis perempto Attila deprimi nee deineeps adversum Gothos, si necessitas ineumberet, 35 solacium habere, Thcodorico, quasi eius rebus consulens persuadet, ut domum re- verteretur regnum paternum arriperet, ne, si ab eius invaderetur germanis, acerbius ei esset cum suis quam cum hostibus dimicare. 70 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. memoret, 1 quantas nunc hie 2 nunc illic 3 irruens 4 per Gallias dederit strages uineeque a domini Sabaoth ferus aper 6 subuerterit menia 6 et 7 urbes? Dant preterite cladis 8 indicium 9 ciuitates Lingonis et Treuiris, 10 sed 11 maxime tu — proh dolor! — Tungris, tu 12 quondam illa gloriosa 5 in regnis, inclita 13 in superbia, quam b subuertit deus sicut Sodomam et Gomorram. 14 Diuisit autem 15 dominus 16 inter Traiectum et Tungrim sicut inter (29 b ) Hebreos et Egiptios olim, 17 ut 18 longo 19 licet tempore obsessa 20 Tungri, 21 ne unus quidem hostium 22 proximam, 23 sed 24 longo tarnen proximam interuallo, Traiectum deuenerit 25 aut Traiectum 20 10 saltim 27 peruiderit. 28 Eiulabant 29 dura sub obsidione 30 miseri ciues metuque fameque miserabiliter 31 tabescentes, parsque 32 representationem obtabant Seruatii presulis, pars nomen ineusabant dampnose urbis, quam 33 sinistro primum omine 34 dieta foretTungris, 0 quasi c tu ungris' 35 eo, quod idem dicerentur Ungri uel Ungarii, qui et Huni. Captis d is demum et occisis in ore gladii 30 hominibus subsedit Tungrim 37 instar deserte 38 Babylonis coruus 39 et eritius 40 oriebanturque in domibus 1 memorät /, memores B s hinc R 3 illinc R, istic W 4 obruens C 5 aper] aper et impius bt 6 /. bt ' /. bt 8 clades W ° indicia nach dant H 10 treueris CDHRWbt, triueris B "sed bis Tungris /. H 12 f. bt 13 inclita bis olim /. bt 20 m gomurram B " /. T 1G nach Traiectum CDR, deus W = dominus deus H 17 nach sicut H l8 et BHbt 19 licet longo bt " /. H " Tungri bis quidem] tungris fuerit nullus tarnen bt, tungris fuerit obsessa nullus quidem H 22 davor hodi getilgt I, hostium] hostium traiectum quod H 2S proximum H, proximam bis interuallo /. Tbt u sed bis aut Traiectum /. B, sed bis Traiectum] erat H 25 de- 25 uenit Hbt a6 /. HT " saltem BCDRbt, f. H « peruidit bt, vidit H 29 Eiu- labant bis qui et Huni /. bt, Eiulabant bis secula seculorum /. T so obsodione B 11 miserabiliterque W S2 -que /. H S3 quam bis et Huni /. H 34 homiue B, nomine R 35 ungeris BS 36 gladii] gladii crudeliter R 37 tungrin B, tungris Hbt 38 /. bt S9 corius ISW, coruus bis seculorum /. bt <0 ericus ISW 30 ■ Ps. 79,14 Exterminavit eam (sc. vineam) aper de silva, et singularis ferus depastatus est eam. b Is. 13,19f. Et erit Babylon illa gloriosa in regnis, inelyta superbia Chaldaeorum, sicut subvertit Dominus Sodomam et Gomorrham. 2. Mos. 11,7 ut sciatis quanto miraculo dividat Dominus Aegyptios et Israel. c Vgl. oben 6,11. Isidor. Etym. 1X2,66 (MSL 82,334B) Ugnos antea Hunnos vocatos. d Is. 34,11 Et posside- 35 bunt illam onoerotalus et ericius; ibis et corvus habitabunt in ea, et extendetur super eam mensura. 34,13f. Et orientur in domibus eius spinae et urticae, et paliurus in munitionibus eius; et erit cubile draconum .... et pilosus clamabit alter ad alterum; ibi cubavit lamia, et invenit sibi requiem. 13, 20 f. nee ponet ibi tentoria Arabs . . Sed requiescent ibi bestiae et replebuntuf domus eorum draconibus ... et pilosi 40 saltabunt ibi et respondebunt ibi ululae in aedibus eius, et sirenes in delubris voluptatis. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. J\ eius spine et urtice 1 et paliurus in municionibus eius. Non ibi posuit 2 iam mercator tentoria, sed cubauit ibi lamia et bestie requiescebant in ea. Et replete sunt domus eorum draconibus et pilosi saltabant ibi et respondebant ulule in edibus 3 eius et Syrene in delubris uolup- tatis et extensa est super eam 4 mensura, ut redigeretur 5 in nichilum s et desolaretur in secula seculorum. Huni uero 6a non dispari rabie in sacra 7 uigilia pasche urbem Mettis 8 circumdedere. 9 Sed dum contra firmitatem 10 murorum nil 11 proficerent fatigatique 12 demum 13 inanes recederent, nefarie 14 scelera 16 plebis 16 promulgata sunt: muri soli- dissimi ultro corruerunt, hostes reuersa spe introierunt, 17 ciues in ore 10 glädii perierunt. 18 Solum prothomartyris Stephani Oratorium 19 peri- culis 20 superstitit illesum, cui 21 celestibus 22 quidam desuper in armis splendidissimus astans (30") tela procul 23 hostium reppulit et flammas. In portis 24 Remensium b ipse Sathan sese ostendit ductorem barbarorum prostrato 25 etiam illic sanctissimo 2G Nicasio presule cum 27 15 Eutropia uirgine uniuersaque plebe. Ventum est Trecas, pugnabatur ad 28 portas. Desuper 29 beatus pontifex 30 Lupus hostem ultro com- pellans: c Heus, 31 quisnam tu 32 es' inquit r qui terras demoliris 33 nostras gentemque perturbas?' 34 Cui 36 rex scelerum agitatus 36 1 urtice et vor spine S 2 iam posuit H 3 domibus BH * tungrim H 20 5 regrederetur B 6 uero bis in] deinde in ipsa T ' /. H 8 mettensium T 0 circumdederunt R 10 murorum firmitatem H :l nichil BH 1! für den in T dem Absdinitt fatigatique bis prophete Seruatii entsprechenden Passus, vgl. Anhang Nr. I la demum inanes] mane bt u nepharia H 16 plebis Scelera bt 10 plebs B 17 redierunt H 18 peremerunt CDR 19 vor prothomartyris H *° f. C 2I cui] 25 cui ex H 22 celestis bt 5S hostium procul H 24 portis] portis nam H S6 prostrato] Prostratus est BH 2e sanctissimus nicasius presul BH 27 cum] cum sorore sua sancta bt 28 ante 5 !9 Desuper] desuper portas H 30 lupus pontifex bt 31 heu H, f. BCDRbt 32 /. H » demolliris B si conturbas C " Cui bis furiis /. bt 3G exagitatus BH (vgl. T) 30 a Der Verfasser benutzte hier nidit die ausfi'lhrlidie Darstellung von der Eroberung von Metz in den Gesta epp. Mettensium des Paulus (MG. SS. II 262,38f.), sondern das darauf beruhende Exzerpt Hergers 175,46 f. Huni . . . pervenientesque ad urbem Mettensem in vigilia pascae, eam obsidionibus circumdedere, fatigatique longa obsidione, cum de reditu iam cepissent traetare, muri civitatis ultro corruere, 35 aditumque revertentibus patefecere. Tunc civitatem sine eunetatione ingressi, omnes sicut et apud Tungros interfecere in ore gladii, reliquam urbem tradentes igni, ex- cepto oratorio beati Stephani, quod videbatur ipsis a quodam splendidissimo super illud stante viro defendi. h Herger 173,35f. Unde contigit sanetum Nicasium Re- mensis urbis episcopum . . . cum Eutropia sancta virgine et sorore, hac Hunorum 40 ineursione marmora aecclesiae imbre preciosi sanguinis cruentasse. 72 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. furiis: la 'Ego sum' ait 2 'Attila, flagellum dei!' b Quo contra humilis antistes grauiter 3 ingemiscens: 4 c Et ego sum Lupus' inquit 5 'heu, (; uastator gregis 7 dei, dignusque nimium 8 flagello dei.' Moxque ad hanc uocem, ut ingrederetur, iussit portas patefieri. Miro 9 miraculo 10 5 inimici diuinitus cecitate percussi 11 transierunt a 12 porta ad portam per mediam 13 ciuitatem cum 14 neminem uidentes tum 15 neminem ledentes. Quid 10 Bisontii, 17 '' quid urbis Leucorum 0 ac similium im- morer 18 pressuris locorum? Truculentior d quam uenerat ab 11 ' Ecio Attila rediens ualidioremque rursus 20 ex patria exercitum deligens 21 10 Aquileiam 22 triennali bello 23 cepit, Patauium 24 deiecit, 250 Uenetiarum 1 in furiis ISW 2 inquit RCH, in D auf Rasur = inquit rex bt 3 /. H * f. H '- nadi ego BH, nach sum CDRbt, ait bt 6 /. CDR 7 dei gregis B 8 nimirum bt 9 Mira B 10 miraculf W n perculsi B 12 de bt IS ciuitatem mediam BCDHRbt li tum BCbt, tunc DR, f. H lä tunc DR, f. H >« Quid bis 15 deligens /. bt. Quid bis locorum /. H 17 bisontium R = ab sonitu B 18 pressuris inmemor B " ab bis Attila] ad patriam H 20 rursus bis exercitum] exercitum rursum H 21 dirigens C 22 aquilegiam bt 23 bello] bello attila bt 24 pata- vivmque S, f. bt 25 /. bt B Virg. Aen. 3, 331 et scelerum furiis agitatus Orestes, man beadite, daß dieser 20 Anklang sich auch in der Vita Lupi ASS. Jul. VII 79B findet. Vgl. noch Aen. 12, 668 Et furiis agitatus amor. b Der Ausdruck flagellum dei kommt hier zum erstenmal vor, die Lupusvita (BHL 5089) hat unsere Stelle ausgeschrieben. Der Ausdruck ist biblisch, vgl. Is. 10,26 Et suscitabit super cum Dominus exercituum flagellum . . . Job 19, 6 quia Deus . . . flagellis suis me cinxerit. Ps. 90,10 Non accedet ad te 25 malum, et flagellum non appropinquabit tabernaculo tuo. Isidors Sentent. 3,1 (MSL 83, 653A) trägt die Überschrift: De flagellis Dei. " Diese beiden Städtenamen sind Zutat des Verfassers. Der Genitiv Bisontii (von dem unbelegten Bisontium = Besancon) erregte mit Redit beim Schreiber von R Anstoß; unter der urbs Leucorium ist Toul gemeint. d Paulus 203,15f. At vero Attila .... Pannonias repedavit 30 multumque potiorem exercitum coacervans Italiam furibundus introiit. ac primum Aquileiam civitatem in ipso Italiae sitam principio expugnare adgressus est; quam continuo triennio obsidens.....statimque adhibitis machinis tormentisque hortatur suos, acriter expugnat urbem ac sine mora capit. c Paulus 204,11 f. plura praeterea eiusdem regionis castella ... diruit, Concordiam, Altinum sive Patavium .. . exinde 35 per universas Venetiarum urbes, hoc est Vicetiam Veronam Brixiam Pergamum seu reliquas nullo resistente Hunni bacchantur, Mediolanium Tricinumque pari sorte diripiunt. . . Deinde Aemiliae civitatibus similiter expoliatis novissime eo loco quo Mincius fluvius in Padum influit castrum metati sunt, ubi Attila consistens dum, utrum adiret Romam an desisteret, animo fluctuaret, non urbi cui infestus erat con- 40 sulens, sed Alarici exemplum pavens . . . repente illi legatio placidissima a Roma advenit. nam per se vir sanctissimus Leo papa ad eum accessit. qui . . . non solum Romae sed et totius Italic salutem reportavit .... fertur itaque post discessum ponti- ficis interrogatum esse Attilam a suis, cur ultra solitum morem tantam reverentiam Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoria. 73 oppressit urbes, 1 Vincentiam 2 et 3 Veronam ac 4 Pergamum atque Mediolanum Ticinumque 5 ac ciuitates pariter obtinuit Emilie. 6 Post- remo, ubi 7 Mincius 8 Padum influit, concilium 9 habiturus 10 Mantue resedit, Romam quidem 11 adire cupidus, 12 uerum, 13 ne indignatione Petri 14 apostoli cito post moreretur, exemplo Alarici regis 15 Gothorum 5 territus. Dum 16 ergo ceu 17 leo uoce 18 horrendum irrugiens direque 19 caude tergum uerbere (30 b ) cedens animos recidiuam in audatiam attolleret pigraque 20 in 21 iras membra ferocibus consiliis concitaret, papa Leo supplex occurrit, 22 pacem peciit 28 pacemque 24 gratia 25 dei victor optinuit. Ammirantibus proinde ac percontantibus 2G amicis 10 Attile, qua 27 de causa tantus rex inermem senem tarn humiliter ob- audisset: 'Vidi' inquit 28 'uirum longe augustioris forme comminus euaginato ense 29 astitisse presensque 80 minitantem 31 exicium, nisi ad omnia consensissem. 5 Marciano 32 interea 33 imperatori Orientis 34 per l \irbcmbt i f.bt l f.bt i f.bt 5 thicinumque bis pariter/. bt 6 Erneue ß, 15 vor pariter H, f. bt 7 ubi bis habiturus /. bt 8 nuntius CDR, R hat dann in min- gebessert 9 consilium CH 10 mantue habiturus S n quippe B, f. C " cu- piens H ls uerum bis territus] territus exemplo alarici regis gothorum, ne indignatione petri apostoli cito post moreretur H 14 Petri] beati Petri R; apostoli Petri W 15 gotthorum regis B 16 Dum bis concitaret] est cum ecce bt 17 quasi H ,8 uoce 20 bis irrugiens] rugiens H 19 direque bis recidiuam] animos suorum H -° pigraque] eorumque pigra H al in iras nadi consiliis H 22 occurrit] ei occurrit bt 2S petit R 24 -que/. H 25 victor dei gratia H 20 pereunetantibus CDRbt 2 ' quia B 28 uirum inquit 5 a9 gladio CHbt 30 -que /. H 31 minitante B, minare H " Interim marciano H »» interim BH »' /. bt 25 Romano papae exhibuerit, quando quidem paene ad omnia, quae ille imperasset, obtemperarit, tum regem respondisse non se eius qui advenerat personam reveritum esse, sed alium se virum iuxta eum in habitu sacerdotali adstantem vidisse forma augustiore canitie venerabilem illumque evaginato gladio sibi terribiliter mortem minitantem, nisi euneta quae ille expetebat explesset. igitur Attila tali modo a sua 30 saevitia repressus relicta Italia Pannonias repetit. ad quem Honoria Valentiniani prineipis germana .... suum eunuchum dirigit, quatenus eam sibi a fratre in matri- monium extorqueret. aeeepto itaque hoc Attila nuntio .... mandat Valentiniano imperatori minitans peiora se proxime inlaturum Italiae, nisi mox ei suam germanam cum parte regni debita transmisisset. qui reversus ad proprias sedes supra plures 35 quas habebat uxores puellam valde decoram Ildico nomine sibi in matrimonium iunxit; ob cuius nuptias profusa convivia exercens, dum tantum vini quantum num- quam antea insemel bibisset, cum supinus quiesceret, eruptione sanguinis, qui ei de naribus solitus erai effluere, suffocatus extinetus est. eadem denique apud Con- stantinopolim nocte Marciano imperatori in sornnis Dominus apparens arcum Attilae 40 fractum ostendit, quo scilicet armorum genere gens illa fidere in bello maxime solet. 74 Gesla Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. somnium* arcus 2 Attile fractus apparuit continuoque 3 populus omnis interitum Attile prophetizauit. Quod et 4 mox rerum euentus 5 pro- bauit. Attila enim Pannonias 6 repetens Valentiniano, Occidentis 7 im- peratori, imperauit, 8 Honoriam sororem cum 9 debita regni parte sibi 5 ut mitteret; nee presumpsit imperator 10 contradicere, ne barbaros in iras rursus 11 concitaret. 12 Talibus vero Attila dum 13 uanitatibus et uoluptatibus tempus 14 insumeret, gratia dei sanguinis eruptione dor- miens 18 suffocatus 10 est respirauitque mundus tanta 17 liberatus peste. 18 19. Tandem 19 Illyrici Galliarumque profugi e speluncis 20 et mon- io tibus, quibus delituerant, produeti 21 agros late uastatos, uillas cernentes pessumdatas, nulla iam monasteria, urbium munimina nulla faetaque cubilia bestiarum nidosque uolucrum habitacula prius hominum, tum 22 saltim 23 eiulatu digno perpendentes 24 prophete Seruatii uaticinium ammirabantur 25 ex tanta clade illesam meritis eius superstitisse 26 15 Traiectum cateruatimque illius frequentantes sepulchrum petierunt per- dite Europe (31 a ) restaurationem, cuius mereri nequiuerant conser- uationem. 27 lila 28 temporum uarietate in beati uiri festiuitate aperto 2I> desuper celo 30 adusque 31 tumulum sancti per tectum in basilica 32 ful- gurantis 33 ignis columnam a uespera usque in 34 auroram uidere 35 20 » somnum BCDR 2 archus D 3 -que /. CDRH, et continuo bt * f. bt 0 probauit euentus H 6 pannoniam DHbt 7 imperatori occidentis BH 8 man- dauit bt ° cum] suam cum bt, cum bis mitteret] eius ut mitteret sibi cum debita parte regni sui H 10 contradicere inperator W n vor in BD, vor barbaros H 12 incitaret R ls /. H 14 tempus] autem tempus H 16 vor gratia H, f. bt 25 1S suffocatus est] suffocatur CDR 17 tanta deo iubente peste liberatus R 18 peste] est peste B 18 Tandem bis uarietate] Tandem audientes illirici galliarumque profugi necem regis attile egressi sunt de speluncis et montibus, in quibus latuerant, cernentes agros vastatos, villas pessumdatas, nulla iam monasteria, vrbium munimina, nulla habitacula hominum facta cubilia animalium nidosque volucrum saltem eiulatu 30 magno vaticinium beati seruatij prophete perpendentes ammirabantur ex tanta clade meritis eius traiectum illesum superstitisse cateruatimque ceperunt frequentare sepulchrum eius petentes perdite europe restaurationem cuius conuersionem mereri nequiuerant. Illo itaque tempore H 20 speluncis et montibus] locis bt 21 producta B 22 tunc CDR 23 /. bt 24 nach Seruatii bt " ammirantibus DR, mirabantur bt 35 26 superstetisse Bbt 27 conuersationem B 28 lila bis applaudebat fauoribus] Quo- dam tempore tectum basilice sancti seruatij ligneum flante dyabolo per missione dei coneutitur et graui ruina subruitur. Nix cadit vndique adusque soliditatem pedum duorum aut trium nee vna gutta potuit sancti tangere sepulchrum, adeo ut cooperire iam illud ciues non attemptarent, quo tanti presentiam miraculi protelarent bt 20 celo H 40 30 aperto H •> usque ad H S2 basilicam BCDR S3 columpna ignis fulgurantis H 34 ad H 35 uisa est demissa H Qesta Sancli Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 75 demissam et 1 qui de longinquis 2 aduenerant et 3 indigene 4 quiqui 5 aderant. Noctem illam insomnem 6 totam in ymnis et confessionibus laudisonisque 7 uoeiferationibus exigebant 8 flagitantes 9 per 10 eum terrestribus propiciari deum, cuius meritis patefactum conspexissent celum. 11 Sed et sanitatum gratia per 12 plebem 13 spargebatur di- 5 uersa. 14 Aduersus 16 " hec spiritus is, 16 qui rem 17 saneti 18 Job per- didit ly omnem, a regione deserti die 20 quadam irruit 21 eiusdemque 22 tectum basilice 23 graui ruina subruit. 24 Coadunabantur porro 25 econtra 26 quique fideles cooperire 27 sacras edes. Sed ad effectum nullus per- duxit affectum, ut 28 nobilitaret 29 philosophia Christiana, quod dixerat 10 humana: Celo tegitur, qui non habet urnam. b Denique imbribus 30 et grandinibus 31 quocieslibet 32 ingruentibus, niue quoque 33 in una noctium adusque 34 soliditatem pedum deeidente 35 duorum c aut 8c trium 37 nee una 38 gutta nee 39 fauille quidem instar omnium, que 40 ceciderant, 41 potuit 42 saneti 43 pertingere sepulchrum adeo, ut cooperire 15 iam illud ciues non adtemptarent, quo tanti presentiam miraculi prote- 1 et] indigenis et H * longinquis] longinquis ibidem (regionibus R) HR 3 et bis aderant f.H 4 indigne T 6 das zweite qui durdistridien C, qui W 6 nadi uoeiferacionibus ff 7 laudum ff 8 ducebant ff, exibebant T 9 flagitantesque B 10 per bis deum] deum beati Seruatii preeibus propiciari terrestribus ff lt nadi 20 meritis ff > 2 /. R » f. R »« aduersa fSW, vor per C 15 Aduersum SW, in f ein einem - ähnliches g ,c is] bis RW, malignus ff 17 f. ff 18 beati R 19 perdidit omnem] omnem sbäm perdidit ff 20 quadam die R = /. ff " irruens ff 22 /. ff, eiusque T 23 basilice] basilice beati seruacii ff " sudruit W 25 /. ff 26 contra R 27 sacras cooperire ff 28 ut bis urnam] quia placuit altissimo glorioso 25 sanetum suum illustrari miraculo T 29 nobilitare B 30 imbribus] et ymbribus vor niue ff 31 grandibus ff 32 /. ff 3S in una quoque B 84 usque ad ff 86 ruente nadi trium ff 3C /. ISW 37 /. ISW 88 die Worte una gutta nee in 1 am Rande nachgetragen, das c von nee wurde aber weggesdinitten; ulla R 39 ne S, nee bis instar /. ff 40 /. ISW il f. ISW 4i potuit bis presentiam] sepulchrum 30 saneti pertingere potuit ioque (?) iam illud cooperire noluerunt ciues ut presenciam tanti H *' f.W » Die folgende Geschichte wird (vgl. die Einleitung) schon von Gregor von Tours gloria confessorum cap. 71 (MG. scr. rer. merov. I 790, ff.) erzählt. Der Verfasser kannte sie wohl in dieser Fassung, wenigstens gibt er nicht an, unter wessen 35 Pontifikat die Katastrophe eintrat, ff erger 176,22 f. erzählt das Wunder beim Episkopat des Domitian. Job. 1,19 repente ventus vehemens irruit a regione deserti et coneussit quatuor angulos domos, quae corruens oppressit liberos tuos .. b Lucan 7, 819 caelo tegitur, qui non habet urnam. e Das stimmt mehr zu ff erger als zu Gregor. Vgl. Herger 176,25 ita ut interdum duorum aut etiam trium pedum crassi- 40 tudine circumiacens etc. 76 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. larent. Rursus : in una noctium, dum laudes canonici matutinas cele- braturi 2 consurgerent, insimul 3 sacri 4 presulis monumentum 5 nouo miri artificii pallio inuenere 6 coopertum. Consulitur quidnam 7 sit, quis illud hostiis clausis attulerit. Fatentur ignorantiam 8 custodes, 5 reuisuntur {31 b ) munite 9 diligenter fenestre et fores. Curiose palpatur, orto mane ad solis 10 lucem portatur, toto intuitu conuersatur 11 ne- que 12 aliud quam pallium consideratur. Exemplo itaque marmorei 13 templi Clementis a martyris rubrique 1 * pallioli b diuinitus exhibiti in altari Garganici montis creditum est manibus 15 angelicis allatum, quod io nullum attulisse 1 « mortalium est comprobatum. 17 Talibus consequenter rebus et rumoribus 18 uniuersus Occidens Seruatianis 19 deuocius 20 applaudebat fauoribus. 20. Habito 21 interea Aurelie 220 concilio 23 magnatum de restitu- tione 24 regni et ecclesiarum maxima 25 incidit querimonia 26 de Tungri, 15 1 Abs. B, Rursus bis fauoribus f.T 2 celebrare H 3 insuper H * sancti H 6 vor sancti H 6 inuenerunt B 7 quodnam B, von späterer Hand in quidnam geändert 8 se ignorare H 9 diligentes (!) munite H 10 lucem solis BHCDR 11 con- wegradiert C, contemplatur H 12 nee H = ne quid B ls templi marmorei BHCDR u rubrique D 15 angelicis manibus H 16 mortalium attulisse H 20 17 approbatum B, probatum H 18 ruboribus R 19 Seruatianis] beati seruacij H 20 applaudebat deuocius H, deuocius] deuocius et benignius R 2I kein Abs. ISWbt, in IS aber rote Initiale, in B Abs., aber der Raum für die Initiale nicht ausgefüllt; Habito bis maxima] Consilio itaque magnatum aurelie habito de regni et ecclesiarum restitutione magna H 22 aurelianis bt " consilio bt 24 restauratione T 25 ma- 25 ximam W 20 querimoniam W ■ Vgl. B. Krusdi zu Gregors von Tours in glor. mart. 35 (MG. scr. rer. merov. 1510, 43f.); Surius XI 657 (ed. nov.) Orante ergo populo, retrocessit mare in suum sinum ad tria fere milia. Per siecum autem ingressi populi, invenerunt in figura templi marmorei paratum a Deo habitaculum et illic situm corpus sancti Clementis etc. so Ebenso Flodoard De Christi triumphis apud Italiam 2,14 (— MSL 135, 632B). b Apparatio sei. Michaelis in monte Gargano (BHL 5948) MG. scr. Langob. et. Ital. 543, 7f. Haec cum ipso porticu suo quingentos fere homines capere videbatur, altare venerandum rubroque contectum palliolo prope medium parietis meridiani ostendens. c Die erste Synode von Orleans, von der wir wissen, wurde 511 abgehalten, vgl. 35 Hefele, Konziliengesdiidite 2,642 und MG. Leg. sect. III concil. 1 2,9f. Sie käme allein hier in Betracht. Der Maastriechter Bischofsstuhl wäre demnach, wenn man den Tod des Servatius-Aravatius um 450 ansetzt, ungefähr 60 Jahre unbesetzt geblieben. Daß auf dieser Synode etwas über die Besetzung des Maastriechter Stuhles verhandelt worden ist, wird vor unserer Legende nirgends überliefert. Herger nennt 40 diese Synode nicht, er erwähnt 176,22 die vom Jahr 549, an der der Bischof Domitian teilgenommen hat, vgl. MG. Leg. sect. III concil. 1 109,18. Die Mitteilung des Verfassers darf man also ruhig in das Bereich der Fabel verweisen. Jo. schrieb übrigens die Geschichte kritiklos nach, vgl. Bl. 33". Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 77 quomodo tanquam una hora funditus interierit, dicebantque 1 uero cordis ex 2 dolore: < "Ve, a ue ciuitas illa magna, que amicta 3 erat bysso 4 et purpura et cocco et deaurata auro et lapide precioso et margaritis, quomodo destitute sunt tante diuitie!' Et 6 omnis guber- nator et naute mittentes puluerem super capita sua clamabant flentes 6 5 et 7 lugentes 8 et 9 dicentes: 10 'Ve, ue 11 ciuitas illa magna, in qua divites facti sunt omnes, qui habebant 12 naues in mari de precio eius, quomodo 18 una hora uenit iuditium eius et desolata est ita, ut mare quo- que 14 tanquam fugiens retrorsum 15 abierit nee 16 ad eam ultra reuersum sit!' Omnes quoque 17 canonici et 18 monachi et religiosi 19 uno 20 10 dudum consilio territi retrorsum ierant 21 nee nomen episcopale inibi 22 quisquam subire presumpserat, ex quo Seruatius 23 pulsus ac 24 des- perans inde recesserat. Conuenit igitur 25 prineipibus et 26 uir 27 uite uenerabilis Agricolaus, 281 » agrum 29 dominicum exculturus, eligitur con- secratusque presul iuxta 30 magnanimem 31 Ser- (32 a ) uatium sedem 15 Traiecto 32 habere dirigitur, quoniam 33 quidem Tungris dignitate 34 pontificali semetipsam 36 indignam fecerat, ex quo demens 36 illum abiecit, quem singulari quondam miraculo uisibiliter per angelum 1 dicebantque bis reuersum sit /. T, dicebantque bis recesserat /. bt 2 vor uero ff 3 induta ff * bissino CHDR, byssmo B s Et omnis] Omnis itaque ff 20 6 flantes IR ' /. BD * f. BD ° f. ff 10 /. ff » Veue] Ve B I2 naues habebant ff 13 quomodo bis eius /. D ll f. ff n retrorsum abierit] ab ea recesserit C 16 nee bis canonici/, ff " quippe T ls f. T 19 religiosi] religiosi uiri T a0 dudum uno ff 21 abierant D »» ibi fSW 2S Seruatius] beatus presul ff 24 ac desperans /. BHCDRT s5 ergo tfbt 26 /. ff 27 uir uite] uirtute B, VII vite ff 25 28 Agrigolaus R = agricolaus nomine ff 2S agrum bis exculturus /. T 80 iuxta bis Seruatium f.bt 31 magnum ff, seruacium magnanimem R sl habere traiecto ff, traiecto] traiecto regia auetoritate T " quoniam bis constituitur /. bt " pontificali dignitate ff 35 semepsam / 3e demens] infelix populus ff, illum demens R * Apoc. 18,15f. flentes ac lugentes et dicentes Vae, Vae ciuitas illa magna, quae 30 amicta erat bysso et purpura et cocco et deaurata erat auro, et lapide pretioso et margaritis; quoniam una hora destitutae sunt tantae diuitiae: et omnis gubernator et omnis, qui in lacum navigat, et nautae et qui in mari operantur, longe steterunt et clamaverunt... Et miserunt pulverem super capita sua et clamaverunt flentes et lugentes dicentes: Vae vae civitas illa magna, in qua divites facti sunt omnes, qui 35 habebant naves in mari de pretiis eius, quoniam una hora desolata est. Ps. 113,3f. Mare vidit et fugit: Jordanis conversus est retrorsum . . . Quid est tibi mare, quod fugisti, et tu Jordanis, quia conversus es retrorsum? l ' fierger 176,19 hat die Form Agricolus, ebenso Jo. Bl. 33a. Wahrscheinlich ist Agricolaus ein Fehler des Archetypus. Vgl. noch die mnl. Bearbeitung von Reckheim PSL. 19, 40: Agricolus een man 40 van eerwerdighen leven. 78 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. accepit. 1 Annuntiatum est uerbum hoc Traiecto, placuit plebi 2 sena- tuique uniuerso, gaudenter electus 8 domini suscipitur inque 4 basilica Seruatiane s memorie digno successori 6 cathedra digna constituitur. 7 Huic 8 alias inter gratias concessum est 9 restaurare templi tectum 5 uentorum pridem 10 uiolentia deiectum, quod 11 nemo restaurare 12 poterat 13 ante eum. 14 Successerunt" exinde suo 15 quique ordine Vrsicinus instar Dauid 1 ' cum urso inmani diabolo pugnaturus, desig- natorumque 16 ad celestem palmam consors Designatus atque 17 in confirmationem predestinationis item Resignatus. Supplex 18 etiam deo 10 Supplicius, 10 inquirens 20 faciem domini 21 Quirillus, 22 Eolico dehinc 23 nomine bonam manum preferens Euchirius 24 falceque 1- acuta demessuro messem humanam angelo segetem electionis preparans 25 Falco, 26 bone 27 porro gratie baiolator 28 nomine emulatorque operatione 1 susceperat T 2 senatui plebique R 3 domini electus B 4 -que /. D, et in H + con 15 ° Seruatiane memorie] beati seruacij H 6 successor W 7 restituitur R, substituitur C 8 Huic beato viro inter alias H 9 /. W 10 primo W u quod bis pauca per- stringemus] Post beatum itaque seruatium in sede traiectensium viginti fuerunt episcopi tungrensis ecclesie inter quos fuerunt precipui sanctissimi presules Domicianus monulphus gundulphus perpetuus amandus remaclus theodardus lambertus et hubertus. 20 Qui beatus pontifex hubertus corpus sancti lamberti martiris in legiam quam posteri dixere leodium postquam ibi nobilem per triumphum sacro sanguine tingi eundem martyrem contigit vere leonem diuum sedit itaque beatus hubertus in sede traiectensium annis duodecim et tertio decimo sui presulatus anno sedem pontificii transtulit leodium. Sicque completum est vaticinium beati pontificis monulphi quo predixerat 25 villam legiam electam a deo ad salutem multorum ac per merita cuiusdam serui dei postmodum magnifice illustrandam summisque ciuitatibus equandam bt u poterat (potuit R) restaurare BR 13 potuit CDR 14 eum] eum. Vixit autem annos plurimos digne regens se et populum dei. Hie completo numero dierum feliciter transiuit ad dominum T 1S quique suo BH 16 -que /. T, designatorumque bis consors] et 30 ceteri quorum nomina hec sunt H " atque bis item/. H 18 Supplex bis deo/. H 19 Sulpitius T ao inquirens] inquirens quoque B, inquirens bis domini f.H 21 dei B 22 Ouirillus B 23 dehinc bis preparans /. H 24 Eucharius BCDR, Eucherius T ™f.B 26 falcho T " bono T, bone bis operatione/. H 2S baiulator BCDRT 11 Der folgende Bischofskatalog beruht auf Herger 176,19 f. b Geht auf 1. Reg. 35 17,34 f. Dixitque David ad Saul: Pascebat servus tuus patris sui gregem, et veniebat leo vel ursus, et tollebat arietem de medio gregis et persequebar eos . . . interficie- bamque eos. ° Geht auf Apoc. 14,14 f. Et vidi . . . super nubem sedentem . . . habentem ... in manu sua -falcem acutam. Et alius angelus exivit de templo clamans .. . Mitte falcem tuam, et mete, quia venit hora, ut metatur, quoniam aruit messis 40 terrae. Et misit, qui sedebat super nubem, falcem suam in terram, et demessa est terra. Vgl. nodi daselbst 14,18 und 19 falcem acutam. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 79 Eucharius, 1 domitor 2 vero uiciorum Domitianus," loco autem duo- decimo a beato Seruatio Monulfus per 4 solam euvangelice caritatis monadem 5 omnium gratiarum possessione pleniter suffultus. 6 Hie tam geniture 7 quam morum preclüus 8a nobilitate, ut amplificaret dei° sanetitatem, templum'• aliud atque amplius construxit eoque 10 singu- larem 11 ad memoriam beati membra 12 Seruatii 13 transtulit. 14 Tun- grensium 16 quoque edium iam dudum campis 16 absorptarum 17 pro ueteri basilica templum' 8 tue statuit (32") uenerationi 19 saneta theotochos Maria. Deonantum 20c dein 21 uisitaturus, castrum hereditarie suum, in 1 eucarius H 2 domitor vero viciorum /. H 3 Domitianus bis Monulphus] 10 Domitianus; qui iam ubique florente christiana religionc sub Hildeberto rege glorio- sissimo aurelianensi legitur synodo interfuisse et episcoporum qui conuenerant et prineipum uniuersorum. ipsius etiam regis indicio predia castella et que tungrenses ecelesie et ciuitatis erant beneficia et post destruetionem ipsius a pluribus direpta traiectum ad sedem suam concessum est transferre. Regressus vero ad patriam multis 15 bonis suam ditauit ecclesiam. Uli autem humanis rebus exempto et apud hoium in ecclesia beate matris domini sepulto beatus Monulfus T 4 per solam f.H 5 et H 0 suffultus] suffultus successit T 7 nacione H 8 preclarus BCRWT, clarus D, preditus H ° sanetitatem dei H 10 eoque bis Maria] et beati membra Seruatij in codem loco altiori digna reuerentia transtulit miroque modo decorauit ac quarto idus 20 iunij dedicauit. Aliis alia meritis eorum condigna ex quibus adhuc in foro remanet unum saneta Maria tuum T n singulare BW 12 /. H 1S Seruatii] Seruatii digna reuerentia corpus (f. H) eius (f. H) BH 14 transtulit] transtulit miroque modo decorauit ac septimo idus (f. H) Julii (Junii BH) dedicauit. Aliis alia meritis eorum condigna ex quibus adhuc remanet unum saneta theotochos Maria tuum BHCDR 25 (Aliis bis tuum /. H) l5 Tungrensium bis Maria f.B 16 f.H " absortarum CDRW 18 nach statuit R 19 uenerationi bis Maria] veneratione beate marie perpetue vir- ginis H ao Deinde Deonantus suum hereditarie castrum in via H sl quoque R, denique C a Vgl. Mart. Cap.1,3 precluis. b Vgl. Herger 176,32 . . saneto Domiciano 30 humanis exempto et apud Hoium in aecclesia maiorc sanetae theoticos Mariae sepulto, beatus Munulfus vicesimus primus procedente tempore in regimen aecclesiae Tungrensis successit, et in sancti viri honore templum honorificatum erexit, composuit, ornavit, corpusque illius in eo cum digna reverentia transtulit, sedemque in Traiecto pontificalem amodo esse constituit, ubi et corpus suum sepeliri mandavit in medio 33 aecclesiae. Es ist zu beachten, daß Herger, ebensowenig wie Gregor von Tours gl. conf. 71 a (MG. scr. rer. merov. 1 790,14) von Deonantum als castrum hereditarie des Monulfus etwas weiß. Ob unser Verfasser ältere Monulfus- und Gondulfus- akten benutzte, wird sidi sdiwer feststellen lassen; was wir bis jetzt von Akten über diese beiden Bischöfe kennen, ist jünger als unsere Legende und beruht auf 40 dieser. Wenn sich Jo. Bl. 34" auf ein liber miraculorum eius (sc. Monulfi) beruft, so ist das entweder ein ungenaues Zitat für Gregor, Herger oder unsere Legende, oder aber eine aretalogisdie Quellenangabe (siehe PBB 33,286f.). c Dinant a. d. Maas, der Ort wird sdion beim Anonymus von Ravenna 4,26 erwähnt (hg. Plac. 80 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. proficiscendo communis 1 conspicans 2 uillam, situ montium aquarumque cursibus iocundam, uocabulum 3 quesiuit, Legia 4 audiuit. r Quam bene' inquit 'Legia, ut 5 elegerit 6 eam 7 dominus ad seruitutis 8 diuine con- gruam priuilegia.' Mox a trapedario 10 " descendit, locum orationis de- 5 signauit, 11 constructam domum 12 in honore 13 Cosme 14 et Damiani martyrum domino consecrauit, quam 15 postmodum sanctus martyr Lampertus 16 suo sacro sanguine nobilitauit. Pontifex uero Monulfus Deonanto 17 rediens 18 omnium prediorum suorum beatum ia Seruatium scripsit heredem, cuius deuocionis plenariam 20 a domino recepit mer- 10 cedem. Quodsicetiam sensibiliter 21 probatum est. Cum, 22 defunctum 23 exinde 24 quendam principem ut sepeliret, rogatu amicorum proficis- ceretur, grandem offendit siluam, ritu paganorum 25 quondam ydolatrie consecratam. Cum 261 ' subito exaudiri ceperunt 27 fremitus equorum, rugitus leonum inpacientesque 28 irarum 29 ursi suesque setigeri 30 et 15 • /. H 2 conspiciens H 3 uocabulum] uocabulum ville H *■ Lcgia] legia nomen eiusdem H D ut] vocatur quam H ° elegcrct CDR, elegit H ' /. H, dominus eam CD 8 diuine seruitutis H 9 trapedario mox D 10 trepedario B 11 adsignauit R ,2 /. T ,3 honorem BC u Cosme] sanctorum Cosme CHR 16 postquam modum B 16 Lambertus CDH I7 deonante W, a deonanto H 18 re- 20 diens] predia sua rediens H 19 sanctum CDR 20 vor recepit BH " sensa- biliter H 22 für das dem Passus cum bis perstringcmus in T entsprediende vgl. Anhang Nr. I 23 defunctam H 24 /. H 2S quondam paganorum BH a6 Cum subito exaudiri] Audiuntur subito H 27 /. BHCDR 28 /. H ™ f. H 80 sege- tirj B, seueri H 25 Pordieron, Paris 1688, S. 188). Vgl. dazu Vivien de Saint-Martin, Nouveau Dictio- naire de Geographie Universelle 2, 53" f.: Les environs sont admirables; la Meusc parcourt ici une des belles parties de sa riche et pittoresque valee. ■ trapedario = trepedario, wie B konjiziert. Da das Wort nur selten belegt ist, habe ich die Konjektur von B nicht in den Text zu setzen gewagt. Vgl. das Zitat Veget. 2 Veterin. 5b 30 ad. fin. bei Forcellini 6,163 Ipsos equos, quos vulgo trepidarios, militari verbo totto- narios vocant, ita edomant ad levitatem et quaedam blandimcnta vecturae, ut astur- conibus similes videantur. b Ein bestimmtes Vorbild für das Folgende kann ich nicht nachweisen. Eine ähnliche Zusammenstellung wilder Tiere begegnet bei Ov. Met. 10,539f. a fortibus abstinct apris, Raptoresque lupos armatosque unguibus ursos 35 Vitat et armenti saturatos caede leones. 547f. non movet aetas Nee facies nee quae Venerem movere, leones Saetigerosque sues oculosque animosque ferarum. Fulmen habent acres in aduncis dentibus apri, Impetus est fulvis et vasta leonibus ira, eine ähnliche Situation in der vita Hilarionis eremite des Hieronymus Kap. 6 (BHL 3879; MSL 23, 32Bf.) Quadam nocte, infantum coepit audire vagitus, balatus pecorum, 40 mugitus boum, planctum quasi muliercularum, leonum rugitus, murmur excercitus, et rursus variarum portenta vocum, ut ante sonitu quam aspectu territus cederet. Der Ausdruck rugitus leonum ist biblisch (vgl. Job. 4,10; Prov. 20,2; Iß. 5,29; Zach. 11,3), suesque setigeri antik (vgl. Virg. Aen. 12,170; Ov. Met. 8,376; Lucret. 5,968; 6,975). Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 81 ululantes lupi, uocum 1 quoque uariarum uelut 2 ex 3 compugnantia* reptilium acuolantium 6 omnigenorumque 0 animantium 7 discrepantie, 8 clamor uero pueri ex medio eiulantis: Xurrite, currite; iuuate, iuuate!' 9 Obstupuit a antistes uniuersique 10 ipsius comites steteruntque come et uox faucibus hesit. Hie 11 splendidi uultus apparens episcopo 12 5 iuuenis: r Confortare' inquit r et noli formidare! Anima defuneti (33 a ) prineipis a spiritibus tenetur 13 malignis, 14 que, nisi ocius 16 liberetur, ad claustra infernalia mox ab eisdem rapietur. Vrbem ergo 16 repete, obsecrationes hoc 17 triduo 18 et ieiunia cum omni populo constanter 19 impende; post rediens, si nichil horum audieris, exauditas preces tuas 20 10 noueris.' Pauidus paruit peraetaque 21 supplicatione rediit, sed nemus introiturus 22 Signum crucis manu pretulit, silentum 23 indicio siluarum liberatam animam intellexit iamque securus ad sepulturam 2 * corporis perrexit. Ipse quoque multum 25 per hec 20 melioratus breui post ad ethera est assumptus. 27b Assumptus est etiam post eum in 28 cathedra 20 w eius 30 Gundolfus. 31 Hie missus diuinitus multis per euangelium pro- fuit 32 in uia maris gentilibus. 0 Ruinas quoque Tungridis 33 miseratus 1 uocum quoque] uocumque CHSW 2 /. H 3 /. H 4 /. H 5 uolatilium CDR = uolucrum cum pugnantia H ° omnigenarumque H 7 animalium CDR 8 dis- crepantium W, discrepanti v S, dieses v auf Rasur rot, also erst eine Konjektur des 20 Rubrikators, discrepancia H 9 /. H 10 universisque B » Hie bis iuuenis] Hinc episcopo apparens iuuenis splendidi uultus H la iuuenis episcopo B 13 inmundis tenetur W u immundis CW 15 cicius H ' 6 uero BC " /. HR 18 /. HR 19 /. C 2 » doppelt W " -que /. W ™ intraiturus R »« silencium H « se- pulchrum H « nach hec CDR, f. BH 26 hec W 27 assumptus] assumptus et 25 in medio ecclesie, cui non minus XL duos presederat annos honorifice (? auch das Folgende verblaßt) ......est terre B 2B ad H " cathedram H 30 eius] eius nomine H 31 Qundulfus BD, Gondulfus CR, gungulfus H " nach gentilibus H 38 tungrium H ■ Virg. Aen. 3, 48 Obstipui steteruntque comae et vox faucibus haesit; vgl. audi 30 Herger 177,54 f.: Ad haec sanetus vir primo obstipuit, arreetaeque comae vox faucibus inhesit.... Jo. hat ebenfalls dieses Virgilzitat, aber nicht so wörtlich. Bl. 35 b : Audiuit. Sistit ille gradum, signare se leuat manum. Riget dextera, silet lingua. Frons pallct, oculi languent, vox faucibus hesit, coma in uertice stetit usw. Ebenso die Handsdirift T: Sistit gradum, signare se volens levat manum, riget dextera, silet 35 lingua, frons pallet, oculi languent, vox faucibus haesit, coma in vertice stetit usw., vgl. ASS. Juli IV 158B und Anhang Nr. I. b Vgl. Marc. 16,19 assumtus est in caelum. Act. 1,2; 1,11. c Geht auf 1s. 9,1 f. Primo tempore alleviata est terra Zabulon et terra Nephthali; et novissimo aggravata est via maris trans Jordanem Galileae gentium. Populus, qui ambulabat in tenebris, vidit lucem magnam usw. 40 Vgl. Matth. 4,14 f. Wilhelm, S. Servatius 6 82 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. palaciumque 1 Octauianum 2 murique uastitatem ac turrium stispirando speculatus, precipue uero templi et sanctuarii loca ediculeque beati Seruatii spacia sentibus 3 et filicibus 4 repleta conspicatus 5 equidem ad lacrimas usque 6 indoluit. 7 Ac defixis 8a obtutibus in campos ubi 5 Tungris 9 olim fuit: 'O patria' inquit c o 10 sanctorum domus! O cuncti- mode pulcritudinis Octauia speculum et inclita bello 11 menia Tungri- corum! Vbi nunc Romanorum 12 pares, ubi gloria 13 ingens Octa- uianorum? Heu, que te digna reuiset consolatio deiectam 1 * culmine tanto, urbs, lumen Troianum, 15 decus Romanum, columen Gallicum, 10 cacumen Germanicum, specimen Babylonicum, totius orbis insigne fabricarum? Quomodo patrum 16 interiit amplitudo nostrorum, potentia 17 ingens et nomen nobilissimum!? Deus omnia — heu! 18 — scelera- tissimorum (33 b ) in 19 diuicias transtulit Hunorum.' 20 Huiusmodi uoce ac dolore spem 21 subito nouam sibi 22 statuit, 23 res 24 immenso statura 26 15 labore placuit, Studium omne composuit, adductis colonis temptare 26 uires in restaurando uoluit, 27 sed prodigio 28 luporum b uespertinorum terreque motu ac minaci fulmine deus audacem perterruit opusque 21 ' Tungricum repente ceptum repente 30 defecit. Uli tarnen tristi ac pauenti postmodum consolatorie 31 dictum est per somnium: r Pax c tibi! Noli 20 timere: dominus 32 tecum!' Atque 33 breui 34 post ita 35 ipse quoque in bona spe assumptus est ad dominum. Ac de his 36 hactenus. d Nunc de beati translatione Seruatii pauca perstringemus. 37 1 -que /. H " octouianum B 3 spinis H 4 felicibus B, repribus H <• con- spiciens H 6 vor ad H ' condoluit C 8 defixis obtutibus] oculos defigens aber 25 vor ubi H 9 olim tungris H t0 sanctorum o H u /. H 12 pares Romanorum H 13 ingens gloria H 14 deiectam bis Troianum] vrbs inclita deiecta culmine tanto lumen tyberianum H " traianorum B 16 vor nostrorum H 1V ingens potentia H 13 vor Deus H 19 transtulit in diuitias (-ducias B, dicias H) BHCDR, in H nadi omnia 20 hier bricht B ab. 21 an Stelle von sibi H 22 /. H 23 instituit H 30 " res bis placuit /. H " statuta CDR, wieder in statura geändert C sc /. H 27 temptauit H i& f. H 29 et opus H 3( > /. HISW 31 nach est W 3: deus H 83 Atque bis perstringemus] Ipse quoque in breui postea in spe bona assumptus est ad dominum H 34 breui post] post breue tempus R 35 ista C 36 hiis D 3 ' per- stringamus 5 35 a Virg. Aen. 1,495 obtutuque haeret defixus in uno; 7,249 f. defixa Latinus Ob- tutu tenet ora soloque immobilis haeret. b Vgl. Hab. 1,8 velociores lupis vespertinis. c Vgl. Dan. 10,19 Noli timere, vir desideriorum, pax tibi . . . 3. Joan. 1,14 pax tibi. Jos. 1,9 Noli metuere et noli timere, quoniam tecum est Dominus u. ähnl. d Vgl. O. Holder-Egger zu Lampert von Hersfeld S. 437. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 83 21. a Karolo 1 magno monarchiam regni gubernante Sarracenorum phalanges 2 innumere Francorum 3 terminos peruasere. 4 Karolus 5 agnoscens iramque attolens pre nimio zelo celeriter 6 hostem finibus detrudendi — heu! 7 — non sustinuit tempus legiones suorum 8 con- gregandi. Paucis uero, quos ductabat, 9 uerbis 10 et exemplo indidit 11 s audaciam passimque castra hostilia lustrans irrumpendique 12 aditum attemptans. 13 Nunc cruentabatur, nunc cruentabat, sed non preualuit, quia nimis inpar congressio fuit. Paulatim uero 14 militum suorum milibus instar niuium de Alpibus grandinumque de nubibus labentium per turmas et cuneos suos confluentibus inuocato Christi auxilio re- 10 sonantibusque 16 tubis cum 16 terrentibus 1 ' bombis rursus 17 commisit hostiumque cuneos ad noctem usque 18 palantes 10 pugnantesque 20 cecidit 21 nee tarnen preualuit: numerus 22 enim 23 aduersariorum amplior»* fuit. Prebebatur (34") illo uespere illaque nocte casuum humanorum speetaculum miserabile. Spectabant c singuli tristes occisorum sociorum ib aceruos coram oculis in tabem sidentes 25 bestiasque 26 commilitonum 27 cadauera crudeliter 28 depascentes sanguineisque a9 stillantes 30 roribus 31 arbores, 32 quibus uiscera heroum seuis unguibus superuexerant alites; 1 Vorher folgende Übersdiriften: Incipiunt miracula H, De translatione sancti Seruatij episcopi (f. b, rot) bt, De uictoria Karoli magni et translatione sancti Seruatij 20 (rot) T 2 phalange H, phalangas bt 3 terminos francorum H * inuasere DW s Karolus bis attollens] Quod agnoscens Karolus bt 6 celeriter bis detrudendi] hostem celeriter detrudendi a finibus suis H 7 f.bt 8 sanetorum H 9 dietabat H, ducebat CDRbtT 10 verbo H " indidit audaciam] audaciam tradidit 11 u et rumpendi H ' 3 temptans CDRbt u uero bis suos] vero eius militibus bt 15 -que 25 /. btT 16 cum bis bombis /. CDRTbt 17 rursus] prelium rursus CDRbtT, rursum bellum H w vor ad übt 19 /. bt 20 /. bt 21 /. H *« numerus bis anxius orabat /. bt 23 adhuc R = enim adhuc CD 21 amplior] adhuc amplior H 26 se- dentes CH 2C hostiasque C •» cadauera commilitonum H 2S /. H 29 sangui- neoque CDRT 30 roribus stillantes H 3I rore CDRT 32 vor sanguineisque H 30 35 a Abs. 21 = Jo. lf. (93,14 f.). In den ASS. Mai III 217D ist für magno Martello zu lesen. Es steht außer Zweifel, daß hier eine Konjektur Hensdiens vorliegt, die viel Bestediendes hat. Dennoch wird sie nidit richtig sein. Es ist dodi wohl Karl der Große gemeint, aber jener der Sage, der mit den Sarrazenen gekämpft hat. h Mart. Cap. 1,67 (20,13) bombis terrentibus. c Lucan 7, 791 sidentis in tabem spectat acervos; 7,836f. Omne nemus misit volucres, omnisque cruenta Alite sanguineis stillavit roribus arbor. Saepe super voltus victoris et inpia signa Aut cruor aut alto defluxit ab aethere tabes, Membraque deiecit iam lassis unguibus ales. Sic quoque non omnis populus pervenit ad ossa Inque feras discerptus abit; non intima curant Viscera nee totas avide sorbere medullas: Degustant artus. 40 6* 84 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. spectabant, inquam, 1 tristes tristabanturque 2 talia oculis 88 humentibus aspectantes. Nocte inclinata nobilium mentes iuuenum cum sidera celi* prope diem labi conspicerent flexoque Arcturi 6 temone pro- pinqui 6 rursus belli dubias 7 uices pauerent, 8 idem 9 tarnen, dum ducis s uirtutem Christique nomen attenderent, ultro 10 iterum optauere 11 cer- tamen instruxeruntque barbari ex 12 aduerso nichilominus aciem. Ferrum dermo ymbre letali conseritur, plurima mortis ymago uertitur, imperator a lattere lacessentes 13 prouidit, lectas quoque retro 14 legiones immisit, cessantes increpabat, alacres proprio ex merito laudabat 16 ac, ne 10 suprema 16 uirtus nutaret, 17 anxius orabat. Ciues, 18 ut creditur, angelici desuper ex aula dei animeque felices sanctorum cum Christo iam 19 regnantium hec 20 dementes 21 ab arce celi iras miserabantur inanes 22 uanosque 23 tumultus totquetantosquemiseris 24 mortalibus esse labores. Talibus 25 dum uicissitudine funesta b inter acies cadentium capita 15 raptim utrimque 26 carperet 27 dira 28 mortis alea partem 29 alterutram penitus absumptura, tandem deo 30 Christianos 31 protegente fortitudo gentium instar 320 fumi dispersa est. Tum 33 etiam fortissimi barbarorum, qui 34 resederant eo usque in castris, ut suos (34 b ) terga dantes cernunt, occurrunt, decernunt, sed nichilominus 35 corruunt equorumque 36 pe- 20 ' /. H * et tristabant H 3 humanis oculis (!) H 4 /. H " arturi R, a/J/turi C 6 rursusque propinqui H » dubitas H 8 pararent T 9 Idem bis ducis] Hij inde ducis virtute H 10 ultro] ultro vero H " certamen optauere H 12 ex aduerso nach aciem H 13 lassessentes W u f. H 16 laudebat / 16 summa T 17 nup- taret R IS Ciues] Scquenti die rursum pugna committitur letalis Ciues bt 19 /. T 25 ao /. H " detuentium bt M humanas T " variosque bt "* f. H " Talibus bis absumptura /. bt, Taliter DHRT ™f.H 27 dira carperet C S8 dire T a » partim R so Christo C 31 protegente christianos H 82 instar bis etiam] dissipata est et bt 3S Tum bis fortissimi] fortissimi itaque H, Tunc CDR Si qui bis nichilominus /. bt 35 nichilominius W 30 -que /. CDHRbtT 30 a Lucan 4, 520 f. Sic cunctas sustulit ardor Nobilium mentes iuvenum: cum sidera caeli Ante ducis voces oculis umentibus omnes Aspicerent flexoque Ursae temone paverent, Idem, cum fortes animos praecepta subissent, Optavere diem. b Lucan 6,6f. Funestam mundo votis petit omnibus horam, In casus quae cuncta ferat; placet alea fati Alterutrum mersura caput; vgl. auch 6, 603. Der Verfasser will das fatum nicht 35 gelten lassen (siehe unten Abs. 66), deshalb setzt er mortis ein, denn Anth. lat. 198, 53 ubi quaeritur alea mortis wird kaum, heranzuziehen sein. '' Ein häufiger Vergleich in der Bibel: Ps. 36, 20 Inimici vero Domini mox ut honorificati fuerint et exaltati, deficientes, quemadmodum fumus deficient; 67,3 Sicut deficit fumus, deficiant (sc. inimici dei); Sap. 5,15 quoniam spes impii .... tamquam fumus, qui a vento 40 diffusus est. Ose. 13,3 Idcirco erunt.. . sicut fumus de fumario. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 85 dibus 1 protriti intereunt. Actum 2 est hoc in die festiuitatis beati 3 Seruatii" indubitatumque 4 tarn 5 uictori Karolo quam cunctis, qui opem eius mane specialiter inuocauerant, meritis ipsius 6 indultam 7 sibi eadem 8 die uictoriam. Itur 9 Parisios, placuit triumphatori 10 cunctis- que 11 principibus 12 sanctum nunc sollempnius exaltari 13 in terris, 5 cuius 14 tot ac 15 tanta iugiter 16 opera clarescerent de celis. Mittitur Traiectum 17 presul Wiligisus, b ut, si qua essent dilapsa in templo memorie 18 illius 19 ac 20 uenerationis, 21 restauraret, si qua minus perfecta, consummaret. Quod et 22 diligenter per eundem presulem ad- impletum est. Erexit enim 23 etiam 24 super uiri sancti sepulchrum 25 10 cyborium 26 auro et 27 gemmis instar speculi lucidissimum. 28 Eidem 29 autem 30 Willigiso, 31 uenerabili uiro, 32 nocte quadam suaui sopore sopito uir uenerandus 33 astitit, sanctum domini leuari de telluere 34 iussit, incongruum dicens latere 35c sub modio, qui celum terramque 36 sanctitatis illustraret radio. Visionem Huberto 37 sedis 38 eiusdem tunc 15 episcopo indicat, ille adhuc 39 ulterius uoluntatem 40 domini 41 queren- dam iudicat. 42 Quid referam, semel acta 43 triduana 44 secundoque ieiunia, consulta responsa, timores, spes, tot lacrimas, tot 45 preces? Inuento subterraneo 46 demum secretario apparuit locus omni iocunditate plenus et ecce — sedilia in circuitu, in quibus omne decus et the- 20 saurus 47 ecclesie Tungrensium. 48 In altiori gradu reliquie sanctorum in medio preciosi marmoris 49 conspexere 50 sarcophagum, (35") in quo sanctum domini credebant conditum. Tolluntur interim, que inueniuntur, 1 protriti pedibus CDHRbtT 2 hier beginnt das Bruchstück d; Factum d s f.d 4 -que f.H 6 /. d 6 eius COR 7 nach die H 8 ea DRbtTd 9 Igitur Hd 25 10 uictori T »» /. C 12 /. C 13 celebra'n9 H 14 cuius bis tanta /. d 16 et H 16 /. T, opera iugiter HIV « nadi Willigisus R 18 marmoree d lä nach uenerationis CDRTd, eius bt 2 » /. bt 2t /. bt M /. d " f. Hbt »« /. C = in ecclesia d " aram vor uiri H 26 siborium bt 27 que d 28 dulcissimum d 19 eadem d 3 ° viro H sl Wigilio d "f.H " venerabilis bt u tellure W 30 35 /. d S6 terramque] et terramque H 37 Hugberto d, Humberto ISW = uiro sanctissimo Huberto CD 3S eiusdem sedis CDH 39 adhec d 40 uoluntatem domini] sicut spiritu sancto plenus dei uoluntatem CD 41 dei H 42 indicat d 45 /. CDHRTbtd ,l Triduano H « /. H 46 demum subterraneo H 47 thesu- aurus / 4S tungerensum d — tungrensium continetur R 49 marmoreis d 6 ° re- spexere d 35 a Also am 13. Mai. b Bei Jo. heißt dieser sonst unbekannte presul Vulvegis. c Vgl. Matth. 5,15 neque accendunt lucernam et ponunt eam sub modio, sed super candelabrum, ut luceat omnibus, qui in domo sunt; Marc. 4,21; Luc. 8 16. 86 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. luctuque mixto cum inenarrabili» gaudio ante altare ponuntur. 2 Nee dum enim presumi fas erat, ut quiequam super altare poneretur preter sacrificium, quia mensa est 3 domini exercituum. 4a Ammirabantur autem 5 ultra omnia, quod sacre uestes nil lesionis aut nidoris 6 ex 5 tanti temporis situ habuerant. Sarcofago autem aperto nee sancti 7 corpore reperto ululatus et desperatio, timor et hebitudo 8 eunetos oecupat, quia furtim sublatum formidabant. Peragitur nox illa uigiliis diesque ieiuniis. Nocte sequenti circa gallicantum, cum cetera per omnes 9 terras animalia 10 somno curas laxauerant, Traiectigene con- 10 silium 11 summis 12 de rebus uersabant superiorisque 13 oratorii monu- mentum uisitant, in quod 14 tarnen 15 illum 16 a saneto Monulfo trans- latum 17 eatenus 18 ignorabant. Aperto sedenim 19 maxima cum reuerentia monumento tante subito fragrantie 20b suauitas effusa est, ut omnium pigmentorum redolentias incomparabiliter superaret. Expanduntur 15 manus in 21 celum, multiplicantur uota ad deum. 22 Apparet corpus sacrum 23 lineis et sericis inuolutum. 24 Quibus dimotis crucem auream ipsius de pectore leuant, desub 25 capite auri purissimi monile, in quo de ligno erat 26 dominice 27 crucis, a 28 dextris 29 uirgam 30 pastoralem, alio de latere traditam c Uli quondam 31 Rome a beato 32 Petro 33 argen- 20 team mirifici operis dauern, capsas quoque electro 34 lucidissimas ex utroque 35 latere perplurimas. Quid 36 (35 b ) pontificale memorem 37 uestimentum, nulla quiequam 38 correptione 39 lesum? Tollunt 40 et quoddam sericum d in die depositionis eius 41 manibus angelorum astan- tibus mille 42 fidelibus Christi allatum superque 43 illum diligentissime 44 25 locatum. 45 A facie eius, cum abdueunt sudarium, tamquam irradiatum a sole meridiano totum resplenduit sanetuarium. Pauor 46 ilico 47 ingens ac Stupor singulorumque per artus gelidus cueurrit cruor. Genibus 1 venerabili d 2 ponuntur bis altare f. H » /. W * hier schließt d 6 /. bt • darüber von derselben Hand odoris 5 7 saneto T 8 hebetudo DH, ebitudo bt 30 » eunetas H 10 vor per H " /. H »« de summis T 13 que /. HT ,4 quo H 16 cum H 16 cum b, eum t 17 vor a bt ,8 actenus W "f.bt 20 flagrantie IS, flagrantia T, fraglantie CDHR 21 ad HT 2 °- eum W !S sem W u indutum H S6 desub] ut sub H u vor de bt, nadt crucis T 27 crucis dominice CDHRTbt 28 a bis pastoralem /. T, ad bt 20 dextram bt 30 uirgam] uirgam reperiunt C 35 »» Rome quondam CDR 32 beabo / 3S Petro] petro apostolo R u electrio H u utraque H ™ f.bt 37 /. bt 38 /. bt 30 corruptione CDHRSTbt *" Tollitur H * l f.T « plurimis bt 4S que f. H * l locatum diligentissime T " collocatum H u Pauor bis locum /. bt " f. H a dominus exercituum biblisch. h Vgl. 61,36f. « Vgl. 47,4f.; 56,4f. A Vgl. 61,14. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 87 corruunt, pectora tundunt, lacrimas fundunt implentque clamoribus locum: 'Viuisne pater nee 1 defunetus eras? Aut, si te sacer 2 finis 8 abstulerat, ueramne 4 resurrectionis gloriam adportas?' Post hec dili- gentius 5 exanimem intuentes manusque applicare cupientes instar candentis a ferri prunarumque b ardentium transfigurata membra con- 5 templati sunt. Rursus 0 hebitudo, rursus 7 desperatio. Sed arrepto quispiam 8 psalterio exclamauit uersu primitus prelato: 9 'Exurge, c quare obdormis, 10 domine? Exurge, et ne repellas in finem.' Quamuocem 11 prosequentibus ceteris cepit iubar ad tolerabilitatem 12 minui statimque 13 leuatur 14 et in loculo, interius argenteo, foris deaurato, locatur. Interim 10 sicut cynamomum 15 et ie balsamum 17 aromatizans 18 dedit ille odoris suauitatumque 10 diuersarum fragrantias. 20 Clausis 21 dum foribus hec aguntur interius, pauendi miraculi splendor templum circumfudit ex- terius terroremque 22 gaudiumque 23 ingens 24 infudit intuentibus. Ex- colitur 25 annue 26 memoria horum 27 sollempnis VII d Idus Junii mensis. 15 Fama rerum Karolum 28 attigit. Karolus impendio hilaratus (36 a ) secu- turi 20 ueris paschalem festiuitatem 30 agere 31 Traiecto decreuit. Actum- que est et in sacratissime noctis uigiliis, 0 que 32 tarn 33 semper floret 34 gaudio preterite Christi resurrectionis quam expeetatione uenturi, 35 ut creditur, eadem 30 nocte 37 iudicis: inter legendum lectiones due 38 in 20 prospectu 3 ' J omnium sanate sunt ante 40 altare 41 mulieres, gibbosa 42 1 nee] aiunt nee bt s sacrum H * funus H * uerumne W 5 exanimem diligentius DH 6 Rursum H ' rursum H 8 quisquam W 9 prolato D 10 ob//// dormis S n prosequentibus uocem R Vi tolerantiam bt ls saltemque CDR, tan- demque Tbt 14 eleuatur C 16 cynamonum W u f. H " f. H 18 aromarizans W 25 10 sanitatumque T 20 flagrantias IS, fraglantias CDHR 2l Dum hec clausis foribus interius aguntur splendor pauendi miraculi H " -que wegradiert C, f. bt " et gaudium HWbt -* infudit ingens CDR •» Excolitur bis sollempnis] Recolitur hec translatio solempnis annue cum reportatione earundem reliquiarum stupenda de Sa- xonia bt 26 anime H " corum T 28 Karulum / = Karolum regem R 2!1 se- 30 cuti bt 30 solempnitatem H 31 Traiecto agere bt " que bis iudicis /. bt 33 vor gaudio H, tanto R 34 florent T 86 vor iudicis H 8C f.H " f. H 38 due bis domo] ante altare in conspectu omnium due mulieres sanate sunt gibbosa vna altera in domo hospitali paralitica H 39 conspectu Hbt io f.bt 41 f. bt 42 gypposa W » Vgl. Lucrettus 6,148 candens ferrum, Ov. Fast. 4,287; Sulp. Sever. Vita. S. 35 Martini 17, 7. b Vgl. Servius zu Virg. Aen. 11, 788 'pruna' autem quamdiu ardet... cum autem extineta fuerit, carbo nominatur. ° = Ps. 43,23. rt 7. Juni. e Gemeint ist die Vigil am heiligen Sabbat und die darauf folgende Matutin in Dominica Ressurrectionis. Über die Vorstellung, daß das jüngste Gericht zu dieser Zeit stattfinden wird, MSD. 3 11216. 40 88 Qesta Sancti Servatii eplscopi Tungrensis et confessoris. altera altera contracta, et paralytica quoque 1 in hospitali domo 2 una insuperque 3 energuminus 4 catenis 6 duabus horrendum 6 antea 7 uinctus. Eo 8 pre stupore quam 9 plures nobilium soluto cingulo sese diuino 10 ibidem mancipauere 11 ministerio. 12 Dum uero sepe multum temporis 5 insumeret 13 imperator de tanti uiri gaudenter loquens uel audiens laudibus, über" quoque miraculorum eius coram 14 est 16 allatus cunctis- que 10 miraculo habitus. Eatenus 17 tempora decorauerunt pontifices Traiectensium, b quorum inter Gundulfum 18 et Hubertum 11 ' dulci de- chacordo uirtutum post septena etherii 20 splendoris sydera, scilicet 10 Perpetuum, Euergisum, Johannem, Amandum, Remaclum, 21 Theo- dardum, Faremundum, octonaria perfectione sanctus prepollet 22 Lam- bertus, 23 a 24 sancto patre 25 Seruatio per septenarium ter ductum ui- cesimus primus, utpote septiformis spiritus claritate in summe trinitatis confessione 26 redimitus. Qui solus, dum merito insigniori, 27 ex om- 15 nibus martyrio meruit coronari. Sanctus quoque pater Seruatius tan- quam filio dilecto thesaurizans episcopalem sedem ad eum c concessit in Legiam 28 transmutari, quam Legiam posteri dixere Leodium, post- quam ibi nobilem per triumphum sacro sanguine tingui contigit eundem martyrem, uere leonem diuum. 29d 20 l /. bt a domo una] demonia T a et bt, -que /. H 4 energuminis W, auch in I kann so sehr leicht verlesen werden 5 duabus cathenis T "f. btH ' /. H 8 f.H, Eo bis leonem diuum /. bt 9 quam] itaque illo quam H l0 /. H n man- + ministerio cipauerunt D 1S seruitio C ls insumeret bis miraculorum] imperator sepe insumeret de sancti Seruacii laudibus gaudenter loquens et audiens über miraculorum H 25 14 coram] coram eo T 15 allutus est T 16 omnique H IT Eatenus bis diuum/. T, Eatenus bis perfectione/. H 18 Gondulphum CD, Gundolfum W 19 Humbertum ISW '<> etherei CDR " Remmaclum D »• pollebat C = itaque H 23 Lampertus ISW 14 a bis diuum] post beatum seruacium octauus pontifex existens insigniori martirio pre omnibus antecessoribus suis meruit coronari cui etiam pr tamquam dilecto filio 30 episcopalem sedem concessit transmutari in Legiam quam posteri dixere Leodium. Ibique idem martyr per triumphum sacro sanguine suo uere diuum Leodium con- secrans pro Christi nomine martyr occubuit H 35 pat W 26 confessionem ISW a7 ex insigniori C ss legia C 29 dirum D a Hier ersdieint der liber miraculorum in unserer Legende zum erstenmal. Das 35 Buch müßte noch sehr wenig umfangreidi gewesen sein. Wahrscheinlidi ist die Angabe fabulistisch; siehe oben 79,41 f. >> Die Namen sind wohl einfach einem Bischofskatalog entnommen. Vgl. Ps. 32, 2 Confitemini Domino in cithara, in psalterio decem chordarum psallite Uli. 91, 2f. Bonum est confiteri Domino .... in decachordo, psalterio, cum cantico, in cithara. 143,9 Deus ... in psalterio decachordo psallam tibi. 40 c ad eum d. h. nach dem Ort von Landberts Martyrium. a Über Landberts Ermordung zu Lüttich siehe ASS. Sept. 5,577Cf., 587Df. (= MSL. 132,657Af.). Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 89 22. a (36 b ) Post uero gloriosi 1 decessionem 2 Karoli 3 gens Danorum, 4 armis potens et 6 animis, 6 Lothariam 7 peruasit templumque Traiectense famosum 8 opibus inuasit. Sed tanquam turbine ab 9 introitu 10 inhibiti utroque 11 ex Iatere scalis 12 fastigia conscendunt, lino, stipula, fomentis b ignem 13 coniciunt, 14 sed plures eorum retorquente 16 se flamma con- 5 busti sunt, plures 16 herentibus 17 indissolubiliter 18 ad 19 tegulas 20 ma- nibus ridiculum monstrum pependerunt. Quis 21 non intelligat, quam gratificum miseris incolis prebuerint dependendo 22 spectaculum? 23 Postremo 24 in se redeuntes uotaque 25 uouentes deique 26 dementia sanctique 27 presulis indulgentia Seruatii 28 laxati sunt. io 23.° Lothario, 29 Francorum regi, festiuitatem natalis dominici Colonie agenti Heinricus, 30 Saxonum 31 dux, non inpari militum 32 gloria occurrit suspicantibusque 33 dolum utroque exercitu ultro se humiliauit dux — nepos 34 quippe regis fuit — gladiumque illi 3B trabeato 3Gd sollempniter a tergo portauit. Celebrata 37 celebritate 38 datisque 39 inuicem 40 mu- is neribus usque 41 fluuium Osnam 0 abeuntem regem comitatus dux 42 1 /. H 2 disscessionem uero H 3 Karoli] imperatoris Karoli bt * Donorum IW, in S in Danorum geändert 5 /. H 6 /. H 7 Lothoriam W s fomosum W 9 f.T >° f.T " ex utroque H 12 fastigia scalis H 18 /. C l * concuciunt H 15 retorquente] igne retorquente R 16 pluribus R " indissolubiliter herentibus H 20 18 f.T "f.H »•/. H 21 Quis bis spectaculum f.bt " /. H " vor miseris H 24 Postmodo H a5 uotumque bt » 6 -que /. HR 27 et sancti H 2S vor presulis bt, f. H 29 Lothario bis honorifice sepultus /. bt 80 Henricus CDRT, f. H ,l dux Saxonum H 32 gloria militum H Z3 -que /. R, dolum suspicante nadi exercitu// 84 nepos quippe] quia nepos H zi ipsius H u f. H 37 Adimpleta T 25 88 sollempnitate T 89 -que/. ISWC i0 f. H * l usque] usque ad C i2 vor usque H 8 Abs. 22 = Jo. 18f. (97,53f.). Vgl. Ruotger. Vita Brunonis 3 saeva Danorum gens terra marique potens. h Vgl. Clodius Scriba bei Servius zu Virg. Aen. 1,176: fomenta taleae excisae ex arboribus. Ammianus Marcellinus XX 7,12: fomentisque ignium uariis, dann audi auf geistige Dinge abertragen, z. B. fomenta doctrinae, 30 Ruotger Vita Brunonis 17. c Abs. 23 =» Jo. 20 (98,28f.). R. Köpke meint 98,52, daß statt Lothar vielmehr Karl der Einfaltige gemeint sei und sich die Erzählung auf den Anfang November 921 zu Bonn zwisdien Karl und Heinrich I. geschlossenen Vertrag beziehe. Ich glaube kaum mit Recht. Das Ganze scheint mir schon viel zu sagenhaft zu sein, als daß sidi der sidier zugrunde liegende gesdiiditlidie Kern noch 35 herausschälen ließe. Außer Zweifel ist, daß unter dem Heinricus dux der spätere erste deutsche König dieses Namens gemeint ist. Es dürften audi Erinnerungen an die Kämpfe um Lothringen unter den späteren Ottonen in die Erzählung verwoben sein. d Vgl. Ov. Met. 14, 828 trabeati forma Quirini; ebenso Fas. 1, 37. Hier soll * es wohl heißen, daß Lothar den Königsornat angelegt hatte. ° Bei Jo. heißt 40 dieser Fluß Asna, worin R. Köpke die bei Caesar B. C 115,4 und 9,3 erwähnte Axona, die heutige Aisne vermutet. Asna = Aisne findet sidi in den Annales Alta- 90 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. regium 1 duxit 2 gladium filiusque illius 3 Otto 4 clipeum. 6 Quorum rex delinitus 6 obsequio dedit eis, quicquid Osne Renoque 7 interiacet in 8 beneficio; gaudebantque Francigene, quod subdidisset 9 se ex Romanorum 10 parte nobilissimus 11 Heinricus 12 dux sacramento sibi milites 5 Traiecto confederans, namque 13 locus is tunc dandi iuris Omnibus erat. Ipsamque, 14 quam acceperat 15 a rege, prouintiam 16 regis 17 ex nomine denominauit 18 Lothariam. 10 Perempto 20 autem a Francigenis Lothario audiuit 21 Heinricus 22 uehemensque factus 23 eis inimicus uiolenter Lothariam transtulit in sortem 24 Romanam. 25 Perpendens 10 porro 20 ad uota cedere 27 sibi res {37") ex beati Seruatii patrocinio, cui se commendabat sedulo, stolam eius et baculum in Saxoniam transtulit 28 atque ibi super fluuium Bodam 20 monasterium feminarum- que sanctimonialium 30 regulam 31 apparatu magno in ipsius memoriam statuit. 32a Procedentibus anterius anteriusque 33 prosperis rex factus 15 * gladium regis duxit H - uexit T 3 eius DR, f. CH * Ottho D r - cle- peum /, cl&peum W 6 delitus T ' et reno H 8 /. H 9 subdidisset bis Traiecto] nobilissimus dux ex romanorum parte subdidisset se Heyricus dux sacramento milites sibi H 10 vor ex T n nach se CDRT li Henricus CDR, Hainricus 5 13 namque bis erat /. H u -que /. CDRT 1B vor ex H 16 vor quam H " nach 20 nomine H 18 Lothariam denominauit H I9 Lotharingiam T 20 Perempto bis eis] Audiens dux Heyricus (!) regem Lotharium a francigenis interemptum vehemens eis factus H 2I Henricus audiuit-/? " Henricus CDRT " eis factus C 24 partem H « Romanorum H 26 uero HT " sibi cedere H, sibi res cedere C 28 vor in ff 29 bosam 5 30 sanctimonalium /, sanctique monialium ff, regulam sanctimonialium 25 CDRT 31 regularium ff 32 construxit ff 33 posteriusque T, f. ff henses maiores (hg. Ed. v. Oefele) S. f4. Osna kann nun nie die heutige Aisne bedeuten. Der Name ist ein guter deutscher Flußname, wie er z. B. im ersten Bestandteil von Osnabrück vorliegt. Die Hase hat wahrscheinlich früher einmal Osna geheißen, zum mindesten zu einem Teil. Es wird aber noch mehr Wässer dieses 30 Namens gegeben haben {vgl. Osning) und ich möchte nicht deshalb einfach dekreditieren, hier sei die Hase gemeint. Zum Ganzen verweise ich auf E. Schröder, Über Ortsnamenforschung, Vortrag gehalten in der Festsitzung zu Wernigerode am 6. Juli 1908 bei der Vierzigjahrfeier des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde, Wernigerode 1908, S. 17. a Vgl. Annales Quedlinburgenses a. 937 (MG. SS. 35 III 54,38f.): Mechtild inclita regina, obeunte conjuge suo, praefato scilicet rege Hein- rico, coenobium in monte Quedelingensi, ut ipse prius decreverat, sancta devotione construere coepit.. . . Ibi, quia bene nata raro ac difficillime degenerare noverat, non vilis personae, sed summae ingenuitatis, tirunculas canonicae religioni rite deservi- turas collegit, easque usque ad extrema vitae istius caducae, materno more, spiri- 40 tualium nee non carnalium copiis commodorum enutrire non destitit. Unter der Boda ist die heutige Bode gemeint, an der Quedlinburg liegt. Daß in dieses Kloster sehr frühzeitig Servatiusreliquien gekommen sind, scheint richtig zu sein. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 91 est temporeque 1 suo postea feliciter defunctus in prefata est 2 basilica honorifice sepultus. 24. a* Ottone 3 uero filio ipsius* rege electo surrexit uirtute 5 patria quasi b leo de cubili suo; Romam uenit, repugnantem subegit, ordinari 6 se imperatorem exegit decusque 7 nominis 8 tanti a Francigenis in Theu- 5 tonicos primus 9 magnanimiter transuexit. 10 Verum Romulidis ciuibus duces Theutonicos ultro 11 honori adiudicantibus 12 ipsumque 13 pre- cipue Heinriciadem u — namque alium decus attraxit egregium 15 forme flosque iuuente, hunc felicitas preliorum amplitudoque opum, illum 1 suo tempore T " basilica e$J H s der Abs. Ottone bis sacram direxisti ist 10 so gekürzt in bt, daß ich ihn ganz zwischen dem Apparat und den Anmerkungen angebe 4 eius DH ' /. H 6 ordinari bis exegit /. C ' -que /. RT 8 tanti nominis H 9 vor in H I0 transtulit S u ultro honori vor duces H " adiu- dicauit H 13 ipsumque bis iuuente /. H, -que /. T u Henriciadem CDR, hein- ricuM T 15 egregie C 15 * Otto, qui monarchiam imperii primus ex theutonicis tenuit, ad preces matris sue, quam tenere beatum dilexit Seruatium, ossa illius et reliquias in monasterio sanctimonialium, quod in Saxonia super fluuium Bodam statuit nomini suo dedicatum, ob amorem videlicet sancti et deuocionem populi transportari mandauit. Adductas autem tante venerationis reliquias Christus multis signorum honorificauit virtutibus 20 personabatque laus altisona iugiter in nubibus audientibus cunctis. At vbi Saxones sanctum accipiunt, reddere nolunt, fidei promissum infringunt. Turbati proinde Traiec- tensis ecclesie ciues per triennium cogitant sollicite, deum precantur obnixe, sui gratia patronum suum recipant, quem a se nullatenus abdicauerant. Mittuntur ob id ex Traiecto viri fortitudinis delecti, qui se committentes periculo sancti corpus recepere 25 clanculo (clauiculo t), funes campanarum abscidunt, ualuas claudunt, abscedunt, ab- eunt, euadunt. Orto diluculo Saxones euigilant dampnoque suo comperto frustra, qui fugientes occupent, ordinant. Sicque sacre ille reliquie Traiectum cum gaudio reportantur, conclamantibus obuiam omnibus 'Benedictus qui venit in nomine domini'. At vbi ecclesie inferebantur, preter cetera miracula, que plurima facta sunt, sanitatum 30 templi luminaria diuinitus mira leuitate accendebantur. Septimo Idus Junij relate sunt reliquie in Traiectense templum honorifice bt 947 sdiickte nach den Quedlinburger Annalen (l. c. 56,43f.) Papst Agapitus II. Quedlinburgensi congregationique sancti Servatii ein Privileg. Als Servatiuskirdie wird das Kloster von diesen Annalen noch 74,9; 75, 43 und von Thietmar von 35 Merseburg 2,12 (MO. SS. III 749,19) erwähnt Die frühzeitige Benennung St. Servatii spridit für die Angaben unseres Hagiographen. Die Gründungsurkunde ist von Otto I. am 13. September 936 ausgestellt (siehe G. Richter, Annalen III 1, 26 f.); die Bezeichnung S. Servatii kommt darin nicht vor. Zum Ganzen siehe J. F. Böhmer, Reg. imp. II (neu bearbeitet von E. von Ottenthai) Nr. 55g. n Abs. 24 = Jo. 28f. 40 (= 100, 27f.). b Jer. 4, 7: Ascendit leo de cubili suo ... . Es wird hier auf die italienischen Kämpfe Ottos I. in den Jahren 961 f. angespielt. Darüber G. Richter, Annalen III 1,87f. 92 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. iocunditas sermonis alacritasque' in armis et 2 claris 3 dextera factis — demum pariter eius 4 in omnibus consensere deliberationi. Cesserunt igitur omnia paci et prosperitati. Mater proinde ipsius 5 Augusti, con- siderans ex beati Seruatii ueneratione seque 6 sobolemque 7 suam a 5 arcem iuris equalium 8 et columen humanuni, quo cuncta premuntur, excessisse, Augustum indefessa sollicitauit prece, ut causa cultus no- minis dei ampliandi ad uisitandam 9 in Saxonia constructam sibi 10 basilicam 11 deferrentur uenerabiles 12 eiusdem 13 sancti 14 reliquie. Orauit, impetrauit; neque enim fas erat ei 15 ab Augusto quicquam 10 negari. 16 Adductas autem tante 17 uenerationis 18 reliquias pius regum 19 rex Jesus 20 mille signorum 21 honorificäuit 22 uirtutibus personabatque laus altisona 23 iugiter in (37 b ) nubibus: 'Gloria 21 tibi deus!' dicentibus obinde 25 pre nimia 26 letitia Saxonibus: 'Dominum in 27 deuotionis 28 perfidia timendum nescimus 29 et 30 Seruatium a nobis non dimittimus.' 15 Infinita desperatio 31 et calamitas 32 accreuit Traiectensibus augebatur- que 33 in dies per 34 triennii tempus. Tum 36 accolis 36 terre tempore statuta ad festiuitatem commeantibus sed nimis 37 licentiam 38 securitati 39 epulisque 40 laxantibus, 41 cum per diem sollempnem 42 lusibus et po- culis fatigati nocte 43 sequenti 44 Cutilinginburgenses 45 decubarent 46 gra- 20 uissimo sopore sepulti, 47 b clam 48 exploratores Traiectigenarum delecti 49 ecclesiam oblata 50 oportunitate 61 ingressi archam sacri cineris de altari corripiunt, 52 funes campanarum 53 abscidunt, ualuas 64 claudunt, ab- scedunt, 56 abeunt, 56 euadunt. Orto diluculo Saxones euigilant damp- 1 et alacritas D * f. H * f. H 4 nach omnibus H 5 f.T c -que /. CTH 25 7 -que /. W, et suam sobolem H 8 coequalium CDRT, f. H 9 uisitandum T 10 f.H 11 vor in H " eius uenerabiles T "f.H " /. T = sancti Seruacij H u nach Augusto H I6 denegari CM «' tanti H I8 viri H I9 rex regum HTW 2 » Jesus] dominus iehsus H 21 /. H " honorauit C - 3 altisono R ' u Gloria tibi deus] cunctis audientibus CDRT 25 obinde zweimal W 26 pre nimia] premia W "f.H 30 28 perfidia deuocionis H 29 /. T 30 et] et beatum H 81 calamitas H 3J desperatio H 33 augebaturque bis dies /. H, crescebatque T S4 Post H 36 Tunc CDR 36 tempore statuta (statuta tempore H) accolis terre CDHRT 37 licentiam nimis T 38 /. H ™ f.H i0 -que /. H 41 dediti H 42 solempniter H "f.H ** f. H 46 Cutilinburgenses DR, Kutilimburgenses C. cura limburgenses H, cum linginbur- 35 gensis ISW 46 nach sopore H "f.H 48 /. H 4 » clam H w f. H "f.H 62 arripiunt H " signorum W 54 ianuas H '- h f.C 56 euadunt abeunt R • Lucan 7,593: nondum attigit arcem Juris et humanuni columen, quo cuncta premuntur ... *> Vgl. Virg. Aen. 2, 265 Invadunt urbem somno vinoque sepultam. Vgl. Jo. 101,25: quasi sepulti iacerent a vino fatigati. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 93 noque 1 suo comperto frustra demum, 2 qui 3 fugientes occupent, 4 ordinant. Vitra igitur fidem et uota Saxonum pignore sacratissimo ad sedem 5 pristinam cooperatione 6 diuina relato 7 conclamantibus 8 obuiam omnibus: 'Benedictus," qui uenit in nomine domini' tanta sanitatum 9 largitas prouenit, ut mutus loqueretur, ydropicus in 10 5 salutem 11 siccaretur, 12 demoniacus mundaretur, 13 surdus audiret, cecus uisum reciperet reuerberaretque uox 14 astra dicentium: 'Venit deus in castra!' VII. Idus Junii ingrediente illo Traiectense 15 templum lumi- naria parietum et coronarum, in manibus quoque 16 astantium candele 17 diuinitus 18 mira 19 lenitate 20 succenduntur. 21 Ascenso 22 pulpito qui 10 simul uenerant, quanta fecisset 23 illis deus in uia protegens eos in- sequentibus 24 ab hostibus per 26 nubis 26b cameram 27 fauorabiliter 28 enarrabant et 29 expansis in celum manibus aiebant: 'Nonne 0 dux 30 fuisti, domine, in misericordia populo, quem elegisti, et 31 portasti sanctum tuum (38 a ) in 32 fortitudine tua ad habitaculum sanctum tuum?' w Ascenderunt Saxones et irati sunt, dolores obtinuerunt habitatores 33 Bode. Tunc conturbati 34 sunt principes aulici, consiliarios Auguste obtinuit tremor, obriguerunt omnes sanctimonialium 35 illarum affines 36 et amici. 37 Facti sunt inbelles, 38 quasi lapis, donec pertransirent nuntii 39 tui, Domine, 40 donec pertransirent 41 legati tui, quos ad re- 20 uectionem 42 sacram 43 direxisti. 44 1 -que f.R 2 /. H 3 f. H * occupent bis Saxonum] persequuntur H 5 pristinam sedem H c cooperatione diuina] diuina gratia R, diuina cooperatione H ' f.T 8 nach omnibus H » sanitatis H ">/.// ll /. H 12 sanaretur H 13 sanaretur H li uox astra] castra H ,5 templum Traiectense CH 16 /. H 25 17 candcleque, aber vor in H 18 nach lenitate H 19 /. C " /. C 21 acce- duntur H •• Accensoque H 2a illis fecisset CDR il nach hostibus H, ab insequentibus D « /. H 26 /. H " /. H, columpnam T 28 /. T 29 et bis aiebant /. ISWH ao fuisti dux H 81 et] nonne et T sl in] domine in CDRT 83 /. C " turbati H 35 illarum sanctimonialium H 36 amici CDRT 37 affines 30 CDRT 38 inbecilles R, invelles H, inmobiles T 39 nuntii bis pertransirent /. TU, inimici R '« f. C " f. D " refectionem T "f.T " reduxisti H a Matth. 21, 9 Benedictus, qui venit m nomine Domini; Marc. 11,10; Luc. 19,38. h 2. Mos. 13,21 Dominus autem praecedebat eos ad ostendendam viam per diem in columna nubis u. 0. ° 2. Mos. 15,13 f.: Dux fuisti in misericordia tua populo, quem 35 redcmisti: et portasti eum in fortitudine tua ad habitaculum sanctum tuum. Ascenderunt populi, et irati sunt: dolores obtinuerunt habitatores Philisthiim. Tunc conturbati sunt principes Edom, robustos Moab obtinuit tremor: obriguerunt omnes habitatores Chanaan. Irruat super eos formido et pavor in magnitudine brachii tui: fiant immobiles quasi lapis, donec pertranseat populus tuus, Domine: donec pertranseat 40 populus tuus iste, quem possedisti. 94 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 25. a Post obitum deinceps Ottonis iunioris, filii illius 1 Ottonis, qui pugnauit in Calabria cum Grecis, ante successuri 2 electionem 3 principis confusum est regnum nimis. b Hac erroris licentia quidam potentium 4 haut 5 procul a Castro Confluentie situm sue 6 proprietati 5 uendicauit beati Seruatü predium.'- Traiectenses allato patroni sui feretro, tamquam bellatore fortissimo, rerum potiri ceperunt. Protinus 7 ab inuasore, qui eicerent eos, directi 8 sunt. Ope uero domini 9 Seruatü, quicquid aduersarius illis precluserat, reclusum patuit 10 ipsumque 11 omnesque 12 scelerum 13 complices talio 14 terribilis occupauit. Inter io epularum namque delicias comminantes 16 et insultantes suffocauit eos Satanas. Alii (1 uidentes ammirati sunt, commoti lfl sunt, 17 conturbati 18 sunt, 19 tremor apprehendit eos. Petentibus obinde 20 Confluentianis, ut illo 21 sacer deportaretur 22 loculus gratia benedictionis multa 23 inter milia plebis econtra 24 castellum in campo depositis 25 crucibus 15 occurrentium 26 et sanctorum capsulis feretrum sacri pignoris a capite in 27 aerem 28 se ultro leuauit atque ad montem meridianum, 29 in quo incertum cuius 30 beati memoria colitur, tercio, quasi salutans 31 in- clinauit; salutans 32 (38 b ) inquam, inclinauit, siue etiam recessurus iam 33 exinde, ualefacere se consorti suo, sanctus domini sie demonstrauit. 20 26.° Gulisanorum 34f in prefato allodio pueri 35 tempore autumpnali uineam 36 beati 37 Seruatü noctu introierunt botros furaturi. 38 Extrahebat 1 eius DT 2 successionem H 3 electionis H 4 petentium W, potentum H 11 non H, aut T 6 sue bis predium] predium beati seruacij sue uendicauit proprietati H 7 Protinusque C 8 erecti T 9 sancti H 10 patuuit W n -que weg- 25 radierte 12 -que/. H u complices scelerum H u terribilis talio H, ultio CDRT " conuiuantes H 16 amoti H, f. CDR, conturbati T 17 /. CDR; sunt] sunt et T 18 commoti T, f. H " f. H 20 proinde D 21 illuc vor gratia H, ullo W, sacer illo ^? 22 loculus (unterpunktiert C) deportaretur H 23 inter multa 24 est contra ISW ™ vorm CDRT 26 et oecurentium T 27 in aerem nach ultro CDR 2B aereC 30 29 meridianum HR so cuius] est cuius H 31 salutaris H 32 salutans bis inclinauit f. ff "f. CDR 3i nach allodio ff 35 vor vineam ff 36 vineas R 37 sancti ff 38 furati sunt W a Abs. 25 — Jo. 33f. (t03, t5f.). b Bezieht sich auf die Ereignisse der Jahre 980 — 82 und auf die Anfänge der Regierung Ottos ff f.; siehe G. Richter, Annalen 35 /// /, 133f. c Dieses lag zu Güls, wie sich aus 94, 20 ergibt. d Ps. 47,6f. Ipsi videntes sie admirati sunt, conturbati sunt, commoti sunt: tremor apprehendit eos. 0 Abs. 26 = Jo. 37f. (104,12f.). f Güls südöstlich von Coblenz, in älterer Zeit Gulsa (vgl.HessischesUrkundenbuch 13S. t60,21 und 163,7) aus*Gulisa. H.Oesterley, hist.-geogr. Wb. belegt S. 237b für das Jahr 1165 die Form Guels, Veldecke Servat. 40 // 1651 hat Gols. Qesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 95 alter cultrum, alter attrahebat 1 botrum, ille uuas carpebat, pars canistris imponebat, cum subito 2 senior 3 apparens sole splendidior: 'Ut quid' ait 'pueri uastare 4 uineam meam incursastis? 5 Quos ego, a si non etas 6 infirmior flecteret, 7 uerumtamen uestros 8 hie expeetabitis 9 parentes!' His dictis transcessit, 10 illorum uero corpora gelidus torpor b oppressit. 5 Vtque 11 singulorum uariis 12 gestibus conspexerat membra, sie diriguere pariter instar uxoris Lotlv uelut in 13 saxea simulacra. 14 Orto lucifero a suis parentibus quaquauersum lB requiruntur, uix tandem lü aliquando 17 tante afflictionis monstro intricati repperiuntur. Singulorum gestus causam, cur uenissent, prodebant; ipsi porro, quid uidissent uel quid 18 10 dictum eis fuisset, referebant. Quis uulgi mox 19 clamores, 20 quis matrum angores expediat? 21 Protrahuntur consilia doloresque usque ad 22 uesperum seroque 23 saltim supplieibus uotis 24 impetrata beati Seruatii indulgentia pueri resoluuntur, exultantium uoeiferationes 25 rusticanorum 26 in excelso audiuntur. Apprehensa 27 quilibet 28 comparis 15 sui dextra 29 Traiectum deo grates relaturi uotiuum itiner 30 inibant. Tali 31 custodia, 32 bone custos de nocte, bone, inquam, custos de nocte, supplices tuos, Seruati, 33 omnibus 34 horis et momentis confoue! 27. (1 (39 a ) Gisilbertus, 35 dux Lotharie, 0 Ottonis maioris gener, Traiectum a socero imperatore petüt et aeeepit locique inhabitationem 36 20 1 batrum attrahebat H 2 senior subito C 3 senior bis splendidior] splendor sole senior apparens H *■ nach meam H '- venistis H 6 infirmior etas C ' flecteret] flecteret corriperem C, flecteret pumC H 8 hie uestros W 9 expeeta- betis 5 10 disparuit H, abscessit T n /. H 12 uariis bis pariter] membra ad H 13 saxea in T 14 simulacra] simulacra diriguerunt H 15 undique H 16 tandem 25 bis intricati /. H "f.T ,8 quid bis fuisset] audissent H lü /. H 20 clamoris W 21 explicet H 2S in C, /. H ,i3 f. H 24 uotis] uotis seb H 26 uoces vor in H 56 rusticorum T 27 Apprehensa bis dextra] Deinde apprehensa quique dextera comparis sui H 28 quilibet] deinde quilibet CDRT 29 dextera CD 30 iter DRH 31 Talia in Tali geändert S 32 custodi H 3S Seruati] sanetissime Seruati H si vor 30 confoue H 35 Giselbertus DR, Gislebertus C, Ghyselbertus H 36 habitationem CDRT • l Virg. Aen. 1,135 Quos ego! l) Vgl. Ov. Met. 1,548: torpor gravis oecupat artus; Virg. Aen. 12, 867: Uli membra novus solvit formidine torpor. e 1. Mos. 19, 26 Respiciensque uxor eius post se, versa est in statuam salis. rt Abs. 27 = Jo. 40f. (105, 3f.). ° Giselbert von Lothringen, der Sohn Herzog Reginars; siehe über 35 ihn E. Dümmler in der ADB. 9,196 f. Nach dem vor Sept. 928 in Gegenwart Heinrichs I. zu Maastriecht zwischen Giselbert und der Trierer Kirche geschlossenen Precarievertrag war die Abtei Maastriecht Giselbert auf Lebenszeit von Trier überlassen. Schon Giselberts Vater besaß die Abtei als Laienabt, vgl. J. F. Böhmer, Reg. imp. (neu bearbeitet von E. von Ottenthai) II Nr. 23. 40 96 Gesta Sancti Servaiii episcopi Tungrensis et confessoris. diligens Seruaciane 1 spacium memorie regiumque 2 palatium cingere 3 muro instituit. At beatus in una noctium Seruatius 4 apparens 5 illi, cur 6 fundamentum aliud posuerit, preterquam quod a 7 se 8 positum fuisset, 9 inquisiuit. Quem agnoscens dux ex imagine ipsius per aurum 5 expressa in 10 sanctuario respondit: 'Aliud esse positum, domine, neque noui neque uidi.' Cui sanctus: r Quod n dextra' 12 inquit 'altissimi 13 fundauit nisi peccatis 14 eradicantibus 16 dirui non poterit, sed stabile ac 16 solidum 17 permanebit in eternum.' His 18 blande dictis iussit desistere ceptis, nimirum ut comprobaret dominus, se ipsum esse 10 mumm loci illius ad 19 similitudinem urbis, cuius lux dominus et cuius lucerna est agnus. — Vxor a autem eiusdem 20 ducis sericum quoddam permirande 21 curiositatis 22 de sancti erario, cum curiosa thesaurum templi contemplaretur, clam 23 tulit muliebrique 24 leuitate russolembum 25b ad sui corporis modum inde sibi 26 fieri iussit. Quo 15 insolenter induta eiusdem 27 patris Seruatii in festiuitate oculos 28 uulgi occupatura mane processit ad basilicam proprie 29 conspicuitatis 30 lasciuum 31 enitens iubar, dum 32 aurea 33c redimicula 84 gemmasque 35 perlucidas 36 rutilans uerberaret 37 aurora. Inter missarum porro 38 agenda in 39 suggestu suo dissolute sopor irrepsit et subito insolitum 20 exclamans: 'Parce, domine, 40 parce, Seruati, parce ancille tuel Pater, o pater 41 incliteP dixit. Tertio in 42 talia 43 erupit uerba 44 (39 b ) coram multitudine uniuersa. Ingenti excitato 46 strepitu accurrens de throno suo dux rogitat 40 super hoc euentu. At illa: c Vt ueni, domine' 47 1 Servaciane bis memorie] beati seruati H 2 -que /. H, regnumque T 3 muro 25 cingere H 4 vor in H 5 illi apparuit H 6 cur] et cur H ' ex C 8 se] se ipso H ' fuerat H 10 in sanctuario vor per H " Quod nadi inquit H 12 dex- tera CDHW 13 dei W u peccantibus W 15 exigentibus H 16 et H 17 so- didum 5 ls Hijs HT n ad bis agnus /. H 20 ducis eiusdem H 21 perad- mirande ISW, mirande H •• preciositatis CDRTH 23 /. T 24 -que /. H 26 rus- 30 solendum CD, vestimentum H 26 /. 5 " eiusdem bis Seruatii] beati Seruatii aber nach festiuitate H 28 occulos] ante occulos H ™f.H 30 /. H 31 lasciuium C, f. H 33 /. H 33 area T 34 rimicula R ** et gemmas H ' 6 prelucidas H 37 reuerberauit H 38 vor Inter H s9 in bis sopor] sopor dissolute H 40 /. T, parce domine CDRH 41 pater] parce domine Seruati T, f. H " f. H 43 /. H 35 4 » uerba] in hec verba H 4b excitata T * 6 rogitlt /, unterpunktiert C und inter- rogat übergeschrieben 47 /. ff, inquit domine CDR a Gerberga die Schwester Ottos f. h russolembus bloß hier belegt, ein rot- farbener lembus. lembus ist offenbar eine Art Haube, die ihren Namen von ihrer einem Schiff ähnlichen Form hat. Dazu paßt auch, daß Gerberga redimicula trägt. 40 c Vgl. Ov. Fast. 4,135: Aurea marmoreo redimicula solvite collo. Gesta Sancii Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 97 inquit infelix 1 'ut sedi, ut me 2 seuus 3 soporauit 4 sopor, 6 uidi dominum Seruatium aureo 6 in 7 throno residentem ante altare 8 hoc sanctum circa- que 9 conuentum uirorum 10 uenerabilium. Cuius cum pedibus cuperem prosterni, quidam horrendus capillis me conprehensam crudeliter auertit latusque meum humerosque 11 fuste percuciens; nisi ocius 12 pater 13 5 ipse sanctus dextram 14 pacis 15 extendisset, animam de hoc corpusculo meam 16 eiecisset. 17 Abstrahendo 18 quoque uestimenta mea nudam 19 exponere 20 me uoluit, quia — proh pudor! — sericum hoc iniuste de thesauris ecclesie 21 huius abstuli demens, que non extimui 22 ex- tendere 23 manum in Christum domini.' Obstupuere 24 omnes occul- 10 torum 26 cognitorem deum 26 benedicentes. Dux 27 porro erubescens admodum pro 28 contectalis 29 culpa beato Seruatio in reconciliationem magnifica coram Omnibus obtulit munera. Sic 30 censura sancti regie prolis petulantiam 31 repressit; mox referam, quid etiam um de famili- ariis posterius fecit. 15 28. a Tempore 32 Conradi 33 imperatoris in familia Hoiensi, b quam olim sancto domini rex obtulerat Cendebaldus, iuuenis erat spurius, a quo pauculorum pro capite suo ad altare nummulorum exigebatur census. Atqui liberioris illum propagine stirpis elatum, 34 quatenus inferiorum propinquorum exemplo debita redderet, 35 nulla concione 20 ciuium {40 a ), non aliqua racione iuridicialium, non confessione parentum nee dulcibus edomare 36 quisquam ualuit sermonibus persuasionum. Demum in contendendo pertesis 37 omnibus iurauit amens, quamdiu 1 infelix] ego infelix R 2 nach sopor H * citus H 4 vor uidi H ö danach oppressit nachgetragen C B nach throno H 7 f. 1SW 8 hoc altare H 9 circa- 25 que] et circa eum H I0 uenerabilium uirorum R n et humeros H I2 /. H n f.H » dexteram CRH 1B pacis] pacis cicius H 16 vor de H, f. D "f.H 18 Abstrahens H 19 mundam H so me exponere CDHR 21 huius ecclesie H 22 timui CDR 23 manum extendere CR 2< Obstipuerunt C 25 oecultorum] oc- cultorum omnium H 26 /. H " Porro dux H 28 ad T 29 detestabili C, tali H 30 30 Sic bis fecit /. H 31 petulentiam C 32 Tempore bis Auditui /. H 33 chon- radi IS, Chvnradi W, chunradi C 34 danadi nouerant nachgetragen C ,6 redderet] redderet ammonebat sed C 36 edomare quisquam] edomari ISW 37 percesis T » Abs. 28 = Jo. 43 (106, 29f.). b Hoium ist Huy an der Maas, vgl. Vivien de Saint-Martin, Nouveati Dictionnaire de Geographie universelle 2, 763a; der Ort 35 wird schon beim Anonymus von Ravenna 4,26 (hg. von Plac. Porcheron, Paris 1688 S. 188) erwähnt; vgl. oben 79, 43f. Die Nachricht, daß Zwentibold an St. Servaes eine familia Hoiensis überwiesen hatte, wird wahr sein. Zwentibold hat sidi 898 mit den Angelegenheiten der Abtei zu beschäftigen gehabt, vgl. Böhmer-Mühlbadier, Reg. imp. I Nr. 1974a f. m Wilhelm, S. Servatius 7 98 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. suis consisteret 1 pedibus, hac se 2 repugnantia haut unquam desistere penitus. Res differtur in crastinum, infelix nocte illa paralisi depascitur pedum. Sole diem reuehente uindicta celestis in placito nunciatur, filius» confusionis in medium 3 apportatur; integra superficie tali adus- 5 que 4 plantas ad inflexibilitatem induruisse probantur 5 gratesque ab uniuersis deo et ab ipso tum 6 saltim se recognoscente misello 7 uota frequentantur beato 8 Seruatio nee ulla prorsus tarnen 9 subsecuta est incolomitatis 10 recuperatio. Justificata igitur auetoritas 11 est 12 sermonis prophetici, quia 'tantummodo 1 * sola uexatio intellectum dabit auditui'. 10 29. Heinricus 13c seeundus, Romanorum imperator Augustus, 14 tarn animo 16 uirtutumque pondere magnus quam corporalis decore pro- ceritatis arduus, beati Seruatü — ut ipsemet erat referre solitus — opem sepenumero pace ac bello expertus, primum aut 16 inter primos erga deum hunc sibi 17 patronum deligens, 18 monasterium Goslarianum 15 suo iussu construetum cum in honore apostolorum Symonis et Jude tum 19 beati Seruatü dedicatum iri uoluit, quem 20 tametsi duodenaria apostolatus dignitate non tarnen inferiorem operum insignitate nouit. Cuius deuocionis amplificandam ad gloriam post legationem unam et 21 alteram ipsemet (40 b ) pro patris eiusdem reliquiis Traiectum uenit 20 tandemque impetrato, quod desiderauerat, Goslariam tripudians reme- auit. In honorem igitur ipsius caput d aureum fabrefieri decreuit, quod 1 /. T *f.W 3 medio R * usque ad CTW * proba////tur C 6 tunc CDR ' misero CDRT 8 a beato ISW 9 f.T 10 incolumitas CDRT « est auetoritas W 12 vor igitur D ls Henricus CDR u f. H 16 animo bis impresserit] virtute 25 quam animo et corporis prosperitate conspieuus sanetum domini pre ceteris sanetis diligens et honorans in honore ipsius et sanetorum apostolorum Symonis et Jude cenobium Goslarianum construxit. Qui missa legacione prima et etiam pro reliquiis sancti Traiectum cum non impetrasset tandem ipse ueniens impetrauit, quod peeiit Goslariam tripudians remeauit. Precepit ergo in honore eius caput aureum fabricari H 30 16 autem CR 17 patronum sibi CDRT ,8 das d wegradiert T, diligens R 19 tum] tum cum (T) et CDRT 2 ° quam T 2l uel C a Prov. 10,5 filius confusionis. b ls. 28,19 . . et tantummodo sola vexatio intellectum dabit auditui. ° Abs. 29 = Jo. 44 (107,22f.). Zum Ganzen vgl. St. 2,99f., 2,116f. Die Geschichte fällt vor den 2. Juli 1050, an welchem. Tage Erzbischof 35 Hermann von Köln den Dom St. Simon und Judas weihte. d Weder unser Verfasser, noch Jo. 107,35 sagen, daß Heinrich III. das Haupt des heiligen Servatius mit nach Goslar genommen habe. In der Überlieferung des Klosters St. Simon und Judas galt es aber als ausgemacht, daß man das Haupt des Heiligen besitze. Vgl. die Chronik dieses Stiftes MG. deutsche Chr. II 593,1: Dusse sulve keiser in 40 enem scrine, dat he halde van Hersvelde, gaff der kerken 2 sculderen der hilgen Gesta Sancti Servatü episcopi Tungrensis et confessoris. 99 uisu delectabile cunctis memoriam sancti plebis« mentibus impresserit. Iacitur aurum 2 in ignem, egressum 3 expolitur 4 ad 6 unguem, 6a pre- sentatum imperatori displicuit, quoniam 7 quidem gemmulas, 8 que oculorum ferebant 9 effigiem, haud prorsus indifferens parilitas con- similauit. 10 Magnanimitate regia regalis ira carceri artifices, ut in- 5 postores, 11 mancipauit pro uindicta, quippe qui haud quemquam ui- uentium inerrabilius 12 per artem malleatoriam quam se quicquam 18 effigiare 14 posse aut 15 nosse iactauerant. Porro, ne tanti 1B regis 17 tanta 18 deuocio sanguine 19 contaminaretur innoxio, pius eadem nocte Ser- uatius in uisu illi comminus astitit claustrisque uinctos educi postulauit. 10 Denique omnium, que illius 20 in honore uel amore imperator ubicum- que fecerat, benigne conscium et memorem se 21 demonstrans insuper: Xonsiderasne' 22b inquit'fili« mi 24 faciem, quam 25 diligis? Nonne, que tuo nunc sese offert animo eadem facies eodem modo est expressa in auro? Ita non secus, quam deus uoluit, manus artificum opus dis- 15 posuit.' Expergefactus exhilaratusque 28 Augustus opus opificesque 27 iussit 88 presentari malentibus aurificibus 29 omnia tunc pericula quam 1 plebis] artius plebeijs CDR, artius prebens T 2 nach ignem H 3 expressum T * expolitur] diligerc eius expolit H 6 /. H e /. H ' quoniam quidem] nam H 8 gemme CDHRT 9 ferebant bis quicquam] effigiem dispariles ferebant opus omne 20 turpauerant. Iratus ergo imperator in vinculis proiecit artifices nam se pre cunctis uiuentibus elongancius (!) opus H ,0 consimiliauit IWC ll in posteros T ls in- enarrabilius R " quisquam R 14 effigiari ISWCDRHT 15 ac H 16 tanta H 17 rei H, f. T 18 /. H ,9 sanguine bis insuper] seda'e" (?) sanguine illi in ipsa nocte sanctus per uisum apparuit et ut vinctos de carcere conduceret imperauit H 25 20 in illius T "» nach benigne CDR « Considerasne] cernis H " f. HR a< /. HR a5 quam bis manus] meam quam nondum visam hactenus dilexisti non humanum sibi ingenium sed dei manus H 26 exhilaratusque Augustus] ergo Imperator H " artificesque D, -que /. H " iussit bis emporio] presentari iubet cunctisque stupentibus que viderat enarrauit ad monasterium quoque cum multa 30 clericorum et militum congregacione descedens effigiem ipsam cum mille millenis donis et votis super altare locauit H 28 auri artificibus R apostelen Simonis unde Jude gepulverisert, dat hovet sancti Servacii. Gleiches berichtet das lateinische Chronikon des Stiftes MG. deutsche Chr. II 605,13f. Vielleicht lassen sich die Angaben so verbinden, daß Heinrich den Servatiuskopf leihweise 35 zur Nachbildung nach Goslar erhielt. Das goldene Servatiushaupt in Maastriecht wurde oben 96,4 f. erwähnt. a Hör. 1. Serm. 5,32: ad unguem factus homo, dazu das Scholion bei Porphyrius (hg. F. Pauly II 151,17f.) Translatio a marmorariis qui iuncturas marmorum tum demum perfectas dicunt si unguis superductus non offendat; unde iam quaecumque perfectissima esse uolumus significare c ad unguem facta' di- 40 cimus. Vgl. O. Holder-Egger zu Lampert von Hersfeld S. 485. b Judit. 10,14: considerabant faciem eius. 7* 100 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. opus ipsum iratamque imperatoris faciem conspicari. Verum ab eo ultronea sunt indulgentia dignati. Siquidem indisparem {41 a ) simili- tudinem probans imperator et aurei capitis et persone per uisum se alloquentis 1 ex ordine amicis oroma 2 exposuit omniumque pariter ex 5 ore gloria deo personuit. Celebre mox in aula regia foroque per- crebruit 3 imperatorem Heinricum 4 beati uisitatione 5 Seruatii dignatum. Ipso denique regaliter per atrium descendente uniuersaque diuersi sexus 6 et etatis plebe ad basilicam festinanter occurrente aurea effigies maximo 7 cleri 8 militumque 9 cum tripudio per manus Cesareas deo io super altare cum donis et uotis mille millenis oblata est. Exiit ergo edictum a a 10 Heinrico 11 Augusto, ut Seruatiane uenerationis religio summa deuocione per secula seculorum haberetur in Goslariensi emporio. 30. b Non 12 longo post temporum rota c festiuitatis" eiusdem sancti 15 annuam aduoluente 14 noctem 15 quadraginta item rei 16 tenebantur in carcere, quibus nulla primatum intercessio, nulla gazalis redemptio impunitatem preualuerat optinere. Custos ergastuli confluentibus cater- uatim cateruatimque ad diem festum populis custodiam non incallide multiplicauit uinculatis. Sed — non d est sapientia, non est consilium 20 contra dominum: Dum namque medium iter peregisset iam 17 nox, quidam in tenebris sole astitit ruülantior et ait noxiis: Tax uobis!' 0 Imperitatque omnes oppido exire domosque 18 proprias reuisere. Uli exacerbati memoria exilii infortuniique sui: r Non est' aiunt 'domus 19 nobis, domine, 20 in toto orbe, sed sumus infelices 21 aduene uariaque — 25 infandum! f — a ciuibus oppressi criminatione. (41 b ) Hac denique nocte, que pro cuiusdam Seruatii, uiri ut dicitur sanctissimi, honore sollemp- nizatur, nobis singulariter neci destinatis custodia solito multiplicius ingrauatur, 22 plausus cantusque pernox semipaganis quoque sclauis 1 eloquentis T 2 omnia D, visionem T, aber vor amicis s percrepuit T 30 4 Henricum CDR 6 Seruatij uisitatione C 6 sexus] generis sexus T 7 maximo- que R 8 clero T 9 et militum R I0 ab Augusto Heinrico T n Henrico CDR 11 Abs. nur R " festiuitas R u adducente D 16 nocte R l0 /. RW 17 nox iam C l8 domusque D 19 nobis domus C 20 nach aiunt R al aduene infelices S " Ingrauatus ISW 35 a Über dieses Edikt ist sonst nichts bekannt; es liegt wohl auch nur ein ungenauer Ausdruck vor. b Abs. 30 = Jo. 47 (108, 40 f.). c Vgl. L. A. Seneca, Herc. für. 179b volucrique die rota praecipitis vertitur anni. d Prov. 21,30 Non est sapientia, non est prudentia, non est consilium contra Dominum. ° Luc. 24, 36 Pax vobis; Jon. 20, 21 u. ö. » Virgilisch, vgl. Georg. 1,479; Äen. 1,251. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 101 prolongatur, 1 nobis abiudicatis 2 lux uite breuiatur.' Et ipse: 'Me' inquit 'ille pro sue sollempnitatis honore misit ad uos, ut soluti a uin- culis recedatis cum gaudio, nam et amicissimus est 8 IUI imperator!* Dum trepidant, dum sperant, dum morantur, dum 4 mirantur 6 uultum- que loquentis notant, si post in palatio forsan illum agnoscere queant, 5 ex oculis ille stupescentium 6 recessit simulque paulo post tenebris terre discussis auricomis" Aurora ignibus 7 processit sparsisque illu- strata 8 per ethera flammis rebus formas ingessit. Enim 9 enimuero in augmentum miraculi Augustus interim post uigilias matutinas pro foribus consederat 10 palacii idemque ipse non dissimili sanctus scemate 10 duodecim iuuenibus diuina uultuum uenustate floridis pone comi- tantibus apparens, tanquam ex longinquis nuncius 11 noui quid afferens, post salutationem: 'Oportet te' ls inquit 'imperator, dilecti tui Seruatii hodie in pueris, quos carceri addixisti, meminisse, quomodo et paucos ante dies ex eadem dampnatione quibusdam interuentu illius 13 indulsisti 15 gratiam.' Haud ingrate Augustus nomen Seruatianum exaudiens, sed, quisnam se talibus compellaret, oculos attollens comitumque illius rosulenti decus decoris contemplari adgaudens una, ut sensum ad- mouit, certi (42") nichil intuitus agnouit: Repente quippe uisio illorum ex oculis omnium disparuit. Queritur a singulis frustra per singulos. 20 quigenus, unde domo, quibuscum accesserint, quibuscum 14 steterint, quoue in momento deuenerint, 16 cum repente magister carceris anhelus imperatoriis 16 prosternitur pedibus palmisque pratensis: 'Parcat' exclami- tabat'seruo tuo, imperator inuicte, oculus tuus farique presumat audientie tue famulus tuus.' Excitatis in attentionem cunctis iussus fari: 'Gras- 25 sante' 17 ait 'tanta multitudine ad emporium heri sollicite suspectus, ne quis erga incarceratos fraudem moliretur aut uim, claustra equidem 18 1 prolungatur D * abdicatis CDR ' illi est C " /. D 5 /. D • stupen- tium CDR ' processit ignibus R e f.C a f.R 10 considerat ISW n nuntius] quis nuncius C la inquit te C ls ipsius R u quibus /////// steterint C, von 30 späterer Hand aber quibus: cum 15 deuenerunt C 10 imperatoris R 17 cras- sante W ,8 etiam R * auricomus ein sehr seltenes Wort, vgl. ThLL. II 1494,17. Der Verfasser hat es wohl aus der Lektüre von Mart. Cap. 1,12f. nee mirum quod Apollinis silua ita rata modificatione congrueret, cum caeli quoque orbes idem Delius moduletur in sole 35 hineque esse quod illic Phoebus et hie uocitetur Auricomus. nam Solis augustum caput radiis perfusum circumactumque flammantibus uelut auratam caesariem rutili uerticis imitatur. Vgl. ferner Virg. Aen. 4,584: Et iam prima novo spargebat lumine terras ... Aurora. 12,113 summos spargebat lumine montis Orta dies. 102 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. custodesque multiplicaui: Hodie a uero, dum redii, uigiles uniuersos — nescio, quo aduerso numine — insensibili decubantia grauiter soporatos offendi foribusque apertis, quos uespere compeditos reliqueram, 1 ibant soluti. Vt uidi, ut 2 sensu perii, ense 3 arrepto melius nichil, quam 5 manu meapte mortem mihi festinam parere credidi, sed equiproperanter unus reorum* prosiliens: „Ne te" ait „perdideris amens; assumus enim absque 5 tegnis 6b omnes." Rogitabam quidnam' monstri fuerit, quis tales ausus in domini mei regis regno presumpserit. Referebant illius uisitatione similitudinis se solutos letari, cuius tu, Auguste, ad simili- 10 tudinem caput aureum posueris in altari.' Auditis clementer his gauiso- que Augusto gaudium exhibebatur omnibus augustalibusque insignibus ipso procedente ad basilicam ante introitum templi presentati rei referebant, queque uiderant, queque sibi acciderant, (42 b ) introductique sanc- tuario manu Cesarea donantur sancto Seruacio. Populus ilico pre letitia is uoces iactat ad sydera: ipsos crederes montes, ipsas carmina dicere siluas, ipsa resonare menium tecta: c 'Sanctus uere, 8 sanctus uere Seruatius ille!' Imperatrix quoque 9 gloriosissima Agnes d palmas reuerenter expandens: 'Sis' ait 'prosper, o 10 Seruati, 11 felixque nobis, congregatorum 12 tuas ad laudes populorum pius faueas uotis!' Insuper ex pontificum sen- 20 tentia clericorum processione cum crucibus et uexillis sollempniter ordinata Seruatiane reliquie per uicum tricies tricenis in 18 inicio do- matibus Heinrico 1 * iubente insignitum gratia benedictionis deporta- bantur totiusque prouincie corda in uenerationis pactum confortabantur. 1 reliquerant R 2 /. CDR s enseque C 4 eorutn R 5 /. C 6 /. C 25 ' nam quid /SU? 8 /. R » quo IS, g W "> f. D » /. CDR1SW " con- gregatorumque CDR 13 un C u Henrico CDR a Vgl. Act. 16,26f.: Et statim aperta sunt omnia ostia et universorum vincula soluta sunt. Expergefactus autem custos carceris, et videns ianuas apertas carceris, evaginato gladio volebat se interficere, aestimans fugisse vinctos. Clamavit autem 30 Paulus voce magna dicens: Nihil tibi mali feceris: universi enim hie sumus. b MThnL 574: Item a tego, haec tegna, ae -i- fraus, et deeeptio; unde Terentius in Eunucho (IV 4,50) Parmenonis tarn scio esse hanc tegnam, quam me vivere; et inde tegnosus, a, um ■ i ■ fraudulentus, et tegnose adv. Im Commentarius antiquior zu Terenz (hg. F. Schlee) 107,25 und 113,16 wird das Wort richtig mit ch geschrieben. c Vgl. Virg. 35 Aen. 12,607: resonant late plangoribus aedes; auch Porphyrius zu Hör. carm. 1 20,5 (hg. F. Pauly 1 96,12) Vaticanum autem montem non longe a theatro Pompei esse seimus, quem resonuisse simul cum ripis Tiberis plausu populi dicit. d Über den Ausdruck imperatrix beatae memoriae Agnes bei Jo. 110,8 vgl. unten 106,24f. Das Übrige, was Jo. von dem jungen König Heinrich erzählt, ist eine dreiste Lüge. Vgl. 40 darüber die Einleitung. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. J03 31. Cur 1 porro sileam, quenam Heinrico 2 Augusto 3 Seruatiane dilectionis causa exstiterit prima? Primo 4a imperii sui anno cum regni sui forte consulibus residens Traiecto basilicam a B duodecim episcopis instar apostolorum duodecim dedicari statuit duodecim aris. Missarum 6 porro mysteria 7 singulis ad aram officio 8 suo consecratam celebrantibus 9 5 episcopis cantum omnem ab omnibus uniuersaliter iussit 10 cantari. 11 Quod oblectamentum ingenii 12 iuuenilis adhuc 13 regis ingenti extulit fauore curialis 14 turba, potissimum uero, qui de Italia uenerant et Burgundia. b Poscente quoque rege coram allatus est miraculorum 0 beati Seruatii liber; 15 quem 16 antequam aperiret, ultro 17 compellauit 18 10 Primates: 'Mernini me puerum pro imperialis fastigii {43") sorte solli- citum anxiis 19 ultra morem aliquando curis intricasse animum. Tum 20 noctu sanctus 21 hie Seruatius mesto mihi paterna indulgentia consolans astitit imperiique certitudinem dignasque 22 imperatore uirtutes ex 23 dei 24 decreto spopondit. 25 Quinam 28 uero tantarum Sponsor esset 27 « gratiarum 28 percontanti 2!) et nomen et locum sue mihi 30 habitationis ostendit.' 81 Talibus libri 32 sigilla dictis aperuit magnumque Seruatiani 33 1 Abs. nur R, rotes C ISW 2 Hainrico S, Henrico CDR s f.C * Abs. ISW; Kap. 31 in H vor Kap. 64; Primo bis aris] Idem tempore imperator Heynricus primo im- perij sui anno duodecim congregatis episcopis instar apostolorum duodecim basilicam 20 traiectensem dedicari statuit duodecim aris H h f. R 6 Porro missarum H 7 so- lempnia H 8 suo officio CDHR 9 episcopis celebrantibus R 10 cantari iussit H 11 decantari S li iuuenilis ingenii H ,s adhuc bis coram] regis eunetis magnifice placuit. Post hc H u turba curialis CDR I6 nach est H 16 et H » ultro] rex vitro H 18 primates compellauit H 19 anxiis bis consolans] Et cum nocte 25 quadam super hoc curam agerem in sompnis mihi hie noster seruatius H 80 tunc CDRW 21 hie sanctus D " et dignas H ** f. H 24 /. H 2B spospondit IS, spo//spondit W] spopondi, cuius promissa nunc equidem prout voluit deus veris rebus exsoluit H 26 Quisnam H 2 ' existet H " nach tantarum H S9 per- eunetanti CDHR 30 /. H sl danach in CDR: in quo utpote sanetissimo imitatori 30 et heredi sanetorum hodie coram nostrum oculis adimpleuit deus (f. R) quod olim Abrahe promiserat (prom. Abr. R): Benedicens benedicam tibi et multiplicabo te qui et ipse sacerdos est in eternum seeundum ordinem Melchisedech " libri sigilla] librum nach dictis H 33 Seruatiani bis uerbisque] se amatorem et patronem nominis sancti seruacij asseruit et verbis H 35 a Abs. 31 = Jo. 51 f. (111, 56f.), vgl. dazu St. 1,47. b Was darauf bei Jo. 112, 22 erzählt wird, ist Läge; vgl. die Einleitung. c Was es mit diesem liber miraculorum sei. Servatii für eine Bewandtnis hat, läßt sidi schwer ausmachen. Besonders umfangreich kann der liber nicht gewesen sein, da er ja die zur Zeit Heinrichs II. geschehenen Wunder noch nicht enthalten haben kann. Wahrsdieinlich 40 liegt eine fabulistische Quellenangabe vor; vgl. oben 88,6. 104 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. nominis eternaliter 1 se amatorem et preconem asseruit uerbisque facta compensans feliciter ab illo redamari 2 promeruit. Num 3 enim 4 et 8 hoc referam, quod in sanctum hunc idem Augustus etiam peccans non sustinuit penas? 5 32. Agros a quippe quosdam Seruatiane possessionis Castro Juliaco 1 ' adiacentes cuidam Coloniensium petenti concessit, ignarus tarnen prorsus, quod fratrum Traiectensium prebende intercensiti fuerint. Sed non Seruatium impostor procax fefellit. Dum nempe predium predictum cum coniuge atque amicis adisset epulisque lectissimis 6 io conuiuium instruxisset, inter bibendum et ludendum saltationesque hystrionum et crepitus timpanorum tinnitusque crotalorum 7 unica ipsius filia, necdum uiro cognita, deliciis mollis 8 producitur — non uerior Herodiadis c filia putaretur — predium regia 0 de manu sus- ceptum Uli omnium assensu assidentium futuram in dotem tribuitur. 15 Reoneratur denuo mensa sine mensura; post preualens uinum itur 10 dormitum. Medio (43 b ) autem decursu horroris nocturni instar primo- genitorum d Egypti — ach! 11 — uirgo infelix et indebita, Seruatii heres, suffocante Sathana exanimata est. Accessit ancilla, accendit lucernam: audierat enim quasi per somnium morientis querelam. Vt iam ex- 20 tinctam conspexit, terribiliter infrendens domum clamoribus impleuit. Accurrit Lacerus pater, irrugiit tota familia pariter, cum conplexa sue corpus miserabile nate Celestes omnes atque astra uocat crudelia mater. Sed extrema gaudiorum conuiuü uelociter etiam in eiusdem funere matris luctus occupauit. Exterritus tantis prodigiis tanti pater auctor 25 facinoris causaque sui sibi ipse doloris Traiectum ad sancti dei se- pulcrum confugere uoluit, uerum intrare basilicam sancti haudqua- quam potuit. Confusus desperauit, desperans rediit, sed predictum cacothiches 120 ad predium minime peruenit. Spiritu enim nequam exagitante de curru suo cecidit et inter subleuantium manus clientium 13 30 emoriens defecit. Timoremne 1 * ac uenerationem Seruatiani nominis 1 eternaliter] atque reuerentie C 2 redamari aus reclamari verbessert C 8 Num bis penas /. H 4 etenim C * f. C ° letissimis C 7 erotalorum CDR, in crotalorum gebessert C 8 producitur mollis R 9 nach susceptum CDR 10 itur] »um est CDR » proh CDR 1J /. CDR 13 clientum CD u ? ne /. C 35 » Abs. m, Jo. 49 (110,31 f.). b Jülich. c Vgl. Matth. 14,6f. A 2. Mos. 12,29 . . percussit Dominus omne primogenitum in terra Aegypti; vgl. auch 11,5f. " caco- tyche nicht belegt. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 105 finibus in Ulis excreuisse, quisquam hesitabit? Nullus amicorum, quos uocauerat prefatos, 1 ultra 2 contingere agros audebat. Augustus ipse suum errorem, ut cognouit, exhorruit celeresque legatos, ut, quod consilia impiorum abstulerant, dignis cum muneribus redderetur, misit, ueniam quoque pro ignorantia orauit 3 orantibusque pro se unanimiter 5 Traiectensibus periculum euitauit. Plus tanti de operibus uiri 4 loquar, an satis est? An dicere strictius ars est? 33. a (44") Eiusdem adhuc Augusti tempore in campestribus sub- iacentis uicinie Francorum 6 antiquitus ecclesiola ° beati Seruatii constructa fuerat memorie, rari accessus tarnen, 7 quandoquidem, et utrumne conse- 10 crata fuisset nee ne, postumi noxa obliuionis dubium habuere. Verum quoniam semel in anno, scilicet in die Seruatiane festiuitatis, ut fre- quentaretur, ruricule 8 moris habuerant, due aliquando mulieres eodem modo illuc post ceteros inter missarum agenda uestes totas 9 et capita manusque consperse cruore superueniebant. Causam tanti monstri w requisite responderunt aliis ecclesiam 10 aecurrentibus: Heu! — im- portunam 11 se Mineruam 12b opere textrino 13 exereuisse singulaque sue subito fila tele tale portentum stillasse. Festinato mittitur, tela adgeritur, sanguinis feracissima cernitur. Dato precio a mulieribus emitur, ante hostium 1 ' 4 ecclesie suspenditur, dies illa feriarum impensis 2° tum 15 denique honoranda quotannis censetur. Altera die sanguis effluere desiit, tela 16 tarnen ibidem diu post pependit nee de con- secratione basilice illius ulla deineeps dubietas 17 exstitit, quin ita fuerit, ut eam populus ante annue, licet aneeps, exeoluerit. Triste nomen 18 est iuditium 19 sontibus, fulmen montibus, tempestas ratibus, contemp- 25 toribus suis Seruatius. Sed 20 sis ex opposito quoque, Seruati, tuo letus lectori, tuo presul preconi, singulorum scilicet hominum, more 21 dei, 22 respondens votis et cogitacioni. 1 prefaüs / 2 contingere ultra CDR 3 exorauit R 4 nach tanti C 6 Francorum /. ISW 6 ecclesia CDR 7 tarnen accessus CDR 8 ruricolae 7" 9 quoque T 30 10 ad ecclesiam currentibus R, am und cur auf Rasur ll importunum CDR 12 mini- sterium CDRT " dextrino W ll ostium CDR » tunc CDR " tarnen tela D 17 dubitatio T 18 est nomen S 19 iuditium CW 20 Sed sis] sedis T 2i f.C 22 /.C ■ Abs. 33 = Jo. 53 (113,13f.). b Der Doppelsinn, der in dem importuna Minerva liegt, hängt wahrscheinlich mit dem Scholion des Servius zu Virg. Aen. 35 8,409f. zusammen; vgl. dort: TENVIQVE MINERVA non filo tenui, id est subtili artificio; sed parvo pretio lanificii, id est tenuiter et exiliter victum praebente .... alii sie legunt 'tenuique Minerva inpositum' quasi fato datum, id est cui haec est necessitas fataliter data. 106 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 34. Sublato a immortales ad sedes Heinrico 1 secundo, Romani orbis Augusto, ipsiusque filio Heinrico, 2 tum 3 rege (44 b ) quarto post autem tertio imperatore pilam b omnis terre manu eulogita 4 gestante, Anno, c sanctus Agrippinensium presul idemque inclitissimus regni con- 5 sul, pariterque pontifex d Treuirorum 5 Eberhardus cum duce 60 Lothari- orum Godefrido 7 cumque 8 Heinrico 9f comite palatino conuenere Castro in Reni littore Andronicoe gratia roborandi imperii eiusdem Heinrici 10 iuuenilis adhuc 11 dum 12 ingenii. Excursabat obuiami 3 illo u beati Seruatii familia partes illas inhabitans, quam palatini 16 miles quidam, io quem aduocatum acceperat, uiolenter oppresserat, pro rerum suarum ereptione interpellans. At superbum militem his 16 super irascentem amplioraque ac noua delatoribus suis post discessionem principum supplicia 17 procaciter 18 minitantem concilio aduehebat instratus 11 ostro pictoque tapeti sonipes monilibus frontem 10 pectusque 20 pretinnientibus 15 lasciuiens fuluumque duris sub dentibus aurum mandens, ipse pariter ceruice et 21 ungulis, ne 22 consisteret, pugnans insidentisque domini 1 Henrico CDRT 2 Henrico CDRT 8 tunc CDR * evlogica CD 6 Tre- uerorum CD 6 dulce /, das 1 wegradiert 7 Qothefrido ISW 8 /. ISW 9 am- rico C, ambrico R, anirico D, ainrico T 10 Henrici CDRT, ll dum adhuc T 20 12 dum] dum esset C 13 obuia R u illi T u in palatinus geändert R u super hijs T " f. C 18 /. C 19 fronti T 20 pectorique T 31 et ungulis] ungulisque CDRT " ric R a Abs. 34 = Jo. 54 (113,38 f.). Über diese Versammlung zu Andernach im Jahr 1056 s. MvK. 1,17; Richter, Annalen III 2, 2. Man beachte, daß Jo. die beatae me- 25 moriae Agnes imperatrix als Mitregentin erwähnt. Dafür hat natürlich Jo. keine Quelle gebraucht, denn als er schrieb, wußte wohl noch jeder Gebildete in Deutschland und Frankreich, daß Heinrich IV., bis er majorenn wurde (1065), mit seiner Mutter gemeinschaftlich regiert hat. Daß Jo. ihre Regentschaft hervorhebt, geschah wohl weniger aus Sinn für geschichtliche Wahrheit, als wegen der kirchenfreund- 30 liehen Gesinnung von Agnes in ihren letzten Lebensjahren. b pila ist der Reichsapfel, vgl. Du Cange-Faure 6,320c. Ad sinistram (imperatoris) prineeps quidam, Maticus nomine, auream Pilam signo crucis insignatam, orbem terrae denotantem elevabat. eulogitus = gr. eiO.öyrjzog in den Wörterbüchern nicht belegt. c cons. 3. III. 1056; f 4. XII. 1075. d erw. 28. VI. 1047; f 15. IV. 1066. e Gotfrid der 35 Bärtige, Herzog von Lothringen, f 24. XII. 1069. f Heinrich, Pfalzgraf von Lothringen, s Andernach. Die Form Andronicum ist bis jetzt nicht belegt. Es liegt wohl eine gelehrte Spielerei vor: Andrenacum wurde dem Namen Andronicus angeglichen. Jo. schreibt 113,47 opidum, quod vulgo dicitur Andernacho. h Virg. Aen. 7,274 f. Haec effatus equos numero pater eligit omni.....Omnibus extemplo 40 Teucris iubet ordine duci Instratos ostro alipedes pictisque tapetis — Aurea pectoribus demissa monilia pendent, Tecti auro fulvom mandunt sub dentibus aurum —... Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. \QJ omnimodam insolentiam assimilans. Inter autem bestias, que comitari 1 primatum 2 solent potentias, ursus forte tenebatur secus uiam. Qui ruptis repente loris dirum frendens proteruum irruit in equitem ac uisceribus uacuatum impetu rapido 3 humi deiecit morientem purpureum- que a uite uigorem ore uomentem, parque leonis, b qui propheten 4 olim 6 cecidit 6 nee de cadauere comedit, ac si nichil ursus, nisi noxium necare insontesque ulcisci uoluerit, mira cum lenitate confestim suum ad magistrum rediit. Agnouere magnates et ex- (45°) pauere agnoscentes. Seruatiana uero familia salutatis potentatibus tripudians repedauit ad sua. Meritamne requiem deineeps non obtineret? Tantene seueritas 10 uindicte non omnes deinde aduocatos perterreret? ° Ne 7 proximum quidem, extineti successorem? Atqui, si non piguit improbos Seruatium lacessire, 8 ne 9 Seruatium quidem improbos punire? 35. Eadem 10c siquidem familia defensorem a palatino peeiit iuuenem- que nobilem admodum aeeepit. Hie primo 11 strenuum, 12 postremo « item tyrannum agebat et, ut ait d nescio quis: Trima 13 leo, 14 postrema draco, media ipsa 15 chimera.' Rursus 16 dolores, rursus 17 clamores. Exacto triennio prineipibus denuo 0 colloquium ineuntibus Castro An- dronico familia erumpnosa nichilominus oecursans proclamitabat de oppressatore 1 8 suo. Neglecta 10 sed enim ab aulicis eo, quod gentilibus 20 20 ac prouincialibus consilium ageretur de negoeiis, in littorea 21 Reni deambulabat tristis harena. Interim iuuenis idem nauigio portui 28 allabens' conspectisque tutelariis suis non 23 falsam querele suspitionem capiens subsannansque ac uerba submordens:e 'Quinam' ait 24 'sunt isti? Quenam tanta illis curiam causa uisendi? An nostro siiper 25 1 primatum comitari CDRT s primitum / 3 rabido CDR * prophetam DT 5 eieidit R 6 deterreret R 7 nee C 8 lacessere D " nee CT 10 kein Abs. ISW 11 primum R 12 strennuum /, strenn v ü S "f.D u f.D 15 apsa W "Rur- sum CD »» rursum CDR ls oppressore CDRT 19 Nee legia R 20 arduis T, auf Rasur " litora R s2 partui / as post R *' f. R 30 * Virg. Aen. 9, 349 Purpuream vomit ille animam et cum sanguine mixta Vina refert moriens. b Geht auf 3. Reg. 13,24 f. invenit eum (propheten) leo in via, et oeeidit, et erat cadaver eius proiectum in itinere, asinus autem stabat iuxta illum et leo stabat iuxta cadaver. Ebenso 13,25; 13,28; 13,28 non comedit leo de cadavere nee laesit asinum. Bei Jo. 114,13 ist die zuletzt zitierte Bibelstelle verdreht. c Abs. 35 35 = Jo. 55 (114,23f.). A Lucret. 5,905 Prima leo, postrema draco, media ipsa chimera (aus IL Z. 181 oiqooÜe Xewv, om&ev de ÖQäxav, fikaoi] Ss xI/icuqu). u Ober diese Zusammenkunft MvK-1,161 f. Wenn sie stattgefunden hat, so war das sicher 1059. f Virg. Aen. 3,131; 569 adlabimur oris. s submordeo nicht belegt. 108 Qesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. nomine, ut principes querelis fatigent? Que tarn insolens stolidos de Seruatio suo superbia effert? Nunquid non Seruatius homo, nunquid non homines et nos? Vacant, vacant; nonne recte libertatem sibi arrogant? Faxo 1 aliud, si uixero!' Talia iactans impetu in (45 b ) eos 5 facto eo, quem ascenderat, sonipede 2 quospiam ipsorum proterere 3 belualiter calcibus uoluit, sed 4 preoccupatus interitu proprio infelix ipsemet retrorsum corruit celestesque curam habere terrestrium casu necifero 5 docuit. 36. Heinricus 6a quoque palatinus et marchio Italie, idemque 7 dux 8 io Lotharie, Godefridus, 9 qui pauperes iniquis afflictabant iudicibus, iudiciis cessere ultricibus. Alter namque preter alia facinora contra 10 sanctum pontificem Coloniensium Annonem 11 bella ciens inque monte Sigi- bergeo 12 castrum hostile constituens ultione diuina in sensum 13 re- probum traditus Mathildam 14 contectalem nobilissimam in lecto con- 15 iugalitatis securi excerebrauit b desertusque a militibus coactusque 15 ab amicis accepta tonsura monasterium intrauit. Godefridus 160 uero nee priscis Laomedontiadum d nee Micenarum laudibus in arte bellica post habendus, dum exereftum duetaret in Italia, infaustum 17 sibi nocte quadam perspexit oroma. 18 Hoc enim ille postea monachis 19 quibus- 20 dam, illi deineeps Godefrido 20 ipsius 21 nuntiarunt filio, Godefridus 22 iunior nostratum nonullis, illi nobis, nos, o posteri, uobis. Videbatur etenim 23 sibi beatum Seruatium uidere pedesque comitantem illius 1 Faciam T 2 sonipe ISW 3 preterere W 4 sed] sl W = sed (et 7") iusto dei iudicio CDRT 6 nefario T = necifero flcbiliter R e Ainrico, rotes A C, 25 Hinricus D. Henricus R 7 /. CDRT 8 duxque CDR 9 Gothefridus ISW 10 contra] sua contra CDRT " annon C 12 Sigiberto ISW 13 reprobum sensum T 14 mahthildam S 16 et coactus T 16 Gothefridus IW, Gotefridus 5 17 infaustam T ^visionemr 10 quibusdam monachis R 2 ° Gothefrido IW, Gotefrido S "ipsiU/ 21 _. 16 !3 f f 30 a Abs. 36 = Jo. 56 (115,16f.). Jo. erzählt die Gesdudite von der ErsMagung der Pfalzgräfin Mathilde nidit. VgLMvK. 1,199f.; über Gotfrid siehe 106,34f. b Die Vita sei. Annonis (BHL 507) verlegt I, 22 (= MG. SS. XI 480,23f.) die Tötung Adelheids (so wird dort fälsdilich Mathilde genannt) nadi Kochern. Audi die sonstigen Umstände weichen ab: ipse (sc. Heinricus) residens in cubiculo juxta suae 35 cupidinis sociam ... in amentiam versus est, ac mox dependentem arripiens bipennem, dileetae conjugis Adelheidis caput feriens amputavit. ° Gemeint ist Gotfrid der Bärtige, unter Gotfrid junior sein Sohn, der am 27. II. 1076 in scheußlicher Weise ermordet wurde. Näheres über die hier erzählte Geschichte bei MvK-1,635f. A Dieser und der folgende Name stammen aus dem Studium Virgils: vgl. Aen. 3, 248; 8,158; 40 162. 1. 284; 650; 2,25; 180; 331; 577; 5, 52; 7, 222; 372; 9,139; 3. Georg. 121. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 109 iuuenem gladium utraque parte acutum dextra 1 uibrantem. Cui cum Seruatius digito ducem 2 designans diceret: c Irrue in hunc feralem, qui perplurimam partibus nostris intulit cladem* iuuenis irruit uiscera- que illius capulo tenus ense immerso 3 transuerberauit. a Dux per soporem debachans interemptum se clamitabat expergefactusque per- 5 inde tortura mox dissinteriarum * (46 a ) cruorem 5 fluens 6 decubabat. Fleuit audita uisione coniunx illius Beatrix 7b ditissima, propinque mortis coniugis 8 interpres non uana. Consilium queritur a medicis, diffidentes 9 Uli artibus 10 suis suadent in Lothariam remeare, si forte naturali cibo et 11 aere periculum 12 queat euadere. Rediit artatusque 10 angustiis monachi 13 quoque habitum peciit eaque saltim penitens obiit in terra, qua maxime facinoribus ante 14 deum offenderat. Tantus 15 uin- dex Seruatius scelerum, percipite auribus, an fuerit consolator merentium! 37." Cutilinburgensis, 10 ut 17 fama fert, sanctimonialis femina finibus Mettensium adducta indeque seducta tempore hiemali, die sabbati, uix- 16 dum aliqua superstite particula crepusculi 18 uespertini, Traiecto ante hostium 19 basilice beati est relicta Seruatii. 20 Clauso enim templi hostio 21 his, qui aduexerant eam, uiris 22 agenda res erat in foro nee sine dolo. Mulier diu stans iterumque 23 ' 1 iterumque pro foribus pulsans multumque uoeiferans post uberes quoque lacrimas ianuam, quae ob- 20 serata pridem 2i fuit, patefieri uidit. lila, cui nullum 25 adesse uisibilium uel aduenisse constabat, gressum ulterius maturabat. Itaque criptam occidentalem intrans eodem modo clausam sed diuinitus reseratam secretarii beati Seruatii transiuit ianuam. Ibi prostrata in preces somno 26 felici soporata est. Nam sanetus Uli palam astitit omnesque illi seduc- 25 1 dextera CDR 2 dulccm / 3 immenso ISWC 4 dissentcriarum D, diss///n- teriaru R, dissenteria T 5 cruore 7" 6 fluente T 7 ditissima Beatrix R "f.C 0 diffidentibus T 10 suis artibus CDR " /. T 12 queat periculum T ls monachi quoque] monachicum D 1A hinter ante ist fuerit getilgt I " Talis T 16 Kuti- linburgensis T, Rulilinburgensis CD " fama ut R 1B corpusculi R "> ostium 30 CDRT 20 vor est D 21 ostio CDRT " iuris C 2S que /. CDRT * 4 quidem D 26 nulla D 20 sumno R a Virg. Aen. 2,553 ac lateri capulo tenus abdidit ensem; 10,536 capulo tenus ap- plicat ensem. Ov. Met. 12,491 capuloque tenus demisit in armos Ensem. Waltharius683 capulo tenus ingerit ensem. h Gotfrid hatte sie 1053 oder 1054 als Witwe des 35 Markgrafen Bonifatius von Tuscien geheiratet. Deshalb führt Gotfrid auch den Titel marchio Italiae. Es war eine politische Geldheirat, daher das der Beatrix gegebene Prädikat ditissima. Näheres bei St. 2,272f. c Abs. 37 = Jo. 57f. (116,3f.). d Virg. Aen. 2, 770. 3, 436: iterumque iterumque. HO Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. torum tegnas a reserauit. Inter hec ecclesie custos portam apertam offendens 1 feminamque in secretario reperiens stupore metu 2 mixto conprehensus est. Mulier, ut sensit: c Ne tur- (46 b ) beris domine pater!' s infit seriatimque 4 cuncta 5 ei, 6 queque pertulerat, queque parari sibi 7 5 predidicerat, intimauit mala. Cum talia memorans Christo, qui se ita preclusis 8 firmiter locis induxerat, ut 9 Petrum a uinculis olim ferream per portam eduxerat opido, 1 ' flens referret grates, superuenere de foro iuuenes, ut iret ocius, urgentes. Rennuit illa. Rogitabant causam. Retulit tradicionis 10 sue fraudisque illorum hystoriam. Requirebant 10 sagacissime, quomodo nosset. Respondit ibidem apparuisse sibi, ut res erat, senem, cuius decori et gratie nil unquam conspexisset simile, causam sui itineris quesisse. Xumque non haberem' inquit r quid re- sponderem, cor uestrum mihi exposuit ac, ne ultra sequerer, inter- minauit.' Confusi nimium pestilentes 0 Uli equis 11 conscensis 12 et 13 15 queque attulerant, illa tollentes recesserunt festini. At fratres ecclesie omnimoda consolatione trepidam refouebant, usque quo 14 noti eius 15 legatione suscepta reduxerunt eam ad loca 16 propria laudibus condignis illius 17 extollentes magnalia, qui tanta per famulum suum Seruatium 18 exercet miracula. Adeo autem propicius alienigenis; conducitne 19 20 interseri, 20 qualisnam fuerit pater 21 pater Seruatius Traiectigenis? 5 22d 1 ostendens T 2 metuque CDR > f. R * f. C <• f. C s f. C ' /. R 8 preculsis T 9 ut bis eduxerat /. T 10 sue tradicionis CDR " /. T "f.T 13 /. T u usque quo] usq; T « f.T 16 probria loca T " eius CDR « f.T 19 condicit aus conducit verbessert T 20 -ne interseri] miserere T il f. CDRT 25 " nach Traiectigenis schieben CDR folgenden Passus ein: 38. In huius patris loco, uidelicet Traiecto, in quo sacratissimus cinis illius gene- ralem expectat ressurrectionem, contigit quiddam mirabile, non utique pro magnitudine sui adeo mirandum quantum pro ipsius patris dilectione cunctis uenerandum fidelibus. Erat enim ex canonicis eius (f. R) quidam, ut aiunt, satis religiosus: Lectioni et 30 orationi assidue uacabat. Sanis bonorum colloquiis frui adamabat, chorum pro modulo suo frequentabat, frequentare et gaudebat. Honorem dei patrisque sui beati Seruatii totis uisceribus diligebat et in id, quod est benedictionis, quod salutis eterne, semper :l Vgl, oben 102,30 f. b Geht auf Act, 12,1 f., besonders 12,10 .. venerunt (sc. angelus et. Petrus) ad portam ferream, quae ducit ad civitatem, quae ultro aperta 35 est eis. ■ Zum Wort vgl. Prov. 29,8; 1. Mac. 10,61; 15, 3; 15,21. d Die in CDR folgenden Wunder entpuppen sich, sobald man sie inhaltlidi näher betrachtet, als eine ganz gewöhnliche Interpolation. Das Wunder Abs. 38 stößt einem Kanoniker von St. Servaes zu. Dieser Kanoniker ist der frater Stabulaus, dem audi das Wunder Abs. 39 begegnet, das in St. Stablo, wo der heilige Remaclus begraben liegt, sich 40 ereignet haben soll. Diesem Kanonikus werden aber auch die wunderbaren Erlebnisse Abs. 40 f. in CDR zugeschrieben, die ISW einem Alumnus von St. Servaes Gesta Sancti Servatü episcopi Tungrensis et confessoris. \\\ 40. Alumnus 1 " quidam ex ipsius ibidem congregatione deuota her intendebat. Passionis dominice frequentare mysteria cotidie non cessabat, in quibus se quam maxime, quam deuote, quam mature sollicitum et supplicem rationabiliter acceptabiliterque (atque acceptabiliter R) exhibebat. Et quia omni in (in omni C) loco et tempore dominum benedicere et faciem eius semper inquirere (querere D) 5 satagebat, dominus Jesus piusque (et pius D) pater eius gratam uicem rependentes omni in loco et tempore se reuera diligentem diligebant et fidelem fideliter con- seruabant. At salutis humane aduersarius (f. C) inuidit ei, diabolus, et puerum quen- dam adeo usque seduxit, ut omni fere die per fenestram intraret domum eius et, quecumque inuenisset maximeque (-que doppelt C) comedenda ei (erant ei C) meridie, 10 diriperet. Quadam uero die, dum more solito intrasset et, quod inuenit, collegisset atque exire uellet, in fenestra adherebat et quasi laqueo suspensus usque ad mortem laborabat. Finita missa, que in commune fiebat, exiit frater ille et domum uenit et uidens illum ingemuit, miratus uehementer, quia de tantillo dominus curam agebat. Conuersus continuo ad illum donauit, que peccauerat, et egressus est, quasi nil 15 passus fuisset. Per omnia benedictus deus, qui in omni loco et in omni tempore semper tradidit impios. 39. Ierat idem frater quodam tempore (Quodam tempore idem frater ierat R) Stabulaus, ubi sanctus Remaclus confessor gloriosus requiescit in (f. C) corpore, in eius festiuitate, ut intercessione illius et conuenientium, quod per se non poterat 20 consequi, mereretur: uite scilicet presentis et eterne eterna remedia. Deuotio quidem bona et sancta, unde bonum, quod non estimabat, abundantius et citius accipere meruit ex eiusdem patris gratia. Nam uotis pro deuotione oblatis, dum rediit, in una uillarum intcriacentium ex itinere fatigatus per noctem requieuit. Conuenerunt interim uicini spoliare (expoliare R) eum. Precesserunt autem in silua, que erat non modica in 25 uia, per quam illi transeundum erat, ponere insidias. Sed pius custos Israel dominus et pius aduocatus Seruatius malum (f. C) illud a seruo suo misericorditer auerterunt (aduerterunt C) hoc modo: Orto mane surrexit Traiectensis ille et nichil suspectus malorum, que nee erant deo omnia (vor cepto D) aduersa (f. D) auertente, cepto itinere abiit, recto tramite per siluam mediam transiit, nichil mali oecursus habuit. 30 Stabant speculatores et predones a tergo et a latere transeuntis et eum non uidebant obumbrante nimium (nimirum C) nube, que Hebreos Egiptiis oecultauit in die. Ita illi frustra fugati recesserunt et cogente iusto iudice, deo, qui dixit, nichil (nil R) oecultum, quod non reueletur, confusionem suam idem ipsi, qui pertulerunt, statim ubique predicantes tacere nequiuerunt. 35 1 Alumnus bis deuota] Idem alio item tempore CD, Alio item tempore idem uir R beilegen. Abs. 41 f. wird aber der Kanoniker in CDR übereinstimmend mit ISW puer genannt. Eine solche Bezeidinung konnte nidit für einen Kanonikus angewandt werden, sondern nur für einen Alumnus. Der spätere Einsdiub liegt offen zutage. Bestätigend tritt hinzu, daß audi Jo. nur die Alumnuswunder von ISW 40 kennt, nidit aber die Kanonikuswunder von CDR. Infolgedessen hat auch der nur in CDR sidi findende Passus Hac igitur spe bis solito grauari somno von Abs. 40 kein Anrecht, für edit angesehen zu werden. Er ist weiter nidits als eine platte Nadiahmung des Sdüusses von Abs. 43. Audi bei Jo. findet sich nichts, was diesem Passus entspräche. Daß der Stil der in CDR eingeschobenen Wunder unbeholfen 45 ist, wird dem Leser ohne weiteres auffallen. a Abs. 40 = Jo. 59f. (116, 47f.). 112 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. sibi meditabatur ad urbem Eliam. la Hie nocte aliqua religioso duetus more, non s minus autem et sollicitus pro laboris suseipiendi metu uel amore, 2 cum in cripta sancti ad 3 hostium 4 constitisset sanetuarii, subito ianuam uidit aperiri 6 potentia inuisibili. Haud mirum extimuit, 5 {47") extra limen humi proeidit, ora lacrimis supplex tinxit exaudiuitque uocem alloquentis se: Tili ingredere!' At, cum nequaquam presump- sisset leuari, eisdem se denuo audiuit eisdemque uerbis rursus desig- nari. 6 Tandem surrexit, limen transcendit, non tarnen pedibus, uerum 7 genibus. Incredibile, quam breui euneta 8 pene superuentura sibi cog- io nouerit. Nulla 9 quippe discendi mora est, ubi spiritus sanetus doctor adest. Erexit se atque exiit statimque ianuam post se claudi sensit. Optima 10 ergo spe cepto deineeps itinere, dum ferretur in mari, nocte quadam semidormiens recognouit eandem uocem patroni sui tanquam percinentem sibi: r Cras b egrediemini et dominus erit uobiscum! Con- 15 stantes estote, uidebitis auxilium domini super uos!' Mane facto na- uitis 11 ire detreetantibus, quo cum peregrinis pepigerant, 12 peregrinis mesticia grauis est orta. Insuper quodam peregrinorum defuneto pro 1 Helyam CD, heliam R 2 amore] amore maturius solito relicto stratu CDR * vor ad von derselben Hand Seruatii am Rand als einzuschieben bezeichnet S 20 * ostium CDR n apertam D c adsignari R 7 genibus uerum R 8 pene euneta R 9 Nulla quippe descendi quippe mora W 10 Optima bis quadam] Hac igitur spe confortatus in domino ad tantam necessaria uiam citius parauit. Omnibus uero paratis et per misericordiam dei cepto iam itinere uenit Rauennam nauigio per mare, deindc Anchonam, post hec primam ciuitatem Grecorum Durach. Porro aderat (Aderat porro R) 25 nee longius hinc fluuius quidam magnus et fortis et hie transitus. Transire sane cum minime ualerent, quia nauis nulla nee uadum qui ostenderet, exuti uestibus dederunt se in fluuium. Traiectensis uero in littore solus remansit (f. R.): usum enitn natandi numquam habuit. Quid tarnen ageret? Rogabat, nichil proficiebat. Promittebat aurum, argentum quantum uellent. Nichil proficiebat. Vt saltem traheretur per funem, nee hoc 30 equidem. Tandem respiciens in celum ingemuit et effuso non modico lacrimarum imbre in auxilium inuocat celestia et potissimum suum fidelem Seruatium. Nee mora. Exutus tradidit se periculo et nesciens, quasi uidisset somnium, transiuit fluuium. Per omnia benedictus deus, qui in minimis operatur gloriosus. Et procedens ad mare uenit, dato precio nauim intrauit. Cum autem prospere flante uento iter agerent in omni gaudio, 35 contigit eum quadam nocte (nocte quadam R) plus solito grauari somno et CDR 11 nauetis IW, in W das c zur Hälfte wegradiert " pepigerant] ire pepigerant C ■ Vgl. Isidor. Et. XV 1,5 (MSL 82,527 C): sieque duobus nominibus copulatis, Jebus et Salem vocatus est Hierusalem, quae postea a Salomone Hierosolyma, quasi Hierosolomonia dieta est. Haec et corrupte a poetis Solyma nuneupata est, et post- 40 modum ab Aelio Adriano Aelia, vocitata est. Ähnliches bei Hieronymus A. 2152; Prosper. 625; Kassiodor. Chr. 797; Isidor. Chr. 269; Beda Chr. 317. h 2. Par. 20,17 cras egrediemini contra eos et Dominus erit vobiscum. Act. 23,11 constans esto! Gesta Sancti Servaüi episcopi Tungrensis et confessoris. 113 substantia illius aucta 1 est dissensio. Ex nautis 2 ergo fere quadrin- gentis 3 processere maiores ipsorum sedecim rebus uiolenter abusuri. Sed ecce malus media — nam tres in naui erant* — tonitruo icta in partes dissiluit innumeras. Auetor sceleris eodem iaculo fulminis in- teriit, socius eius in mare 5 cecidit, 6 ceteri pars crura et brachia, pars 5 pectora et capita, reliqui uentrem et tibias igne sulphureo adusti uix semiuiui 7 spirabant triste 8a iacentes uitandumque bidental. Attamen illese uestes eorum apparebant miro modo miraculi, quemadmodum scriptum est de exercitu b Sennacherib, quoniam (47 b ) subtus gloria eius succensa 0 arserit, quasi combustio ignis. Ita prestantiores sedecim dies 10 illa compeseuit. Post noctis intercurriculum residui 10 atrocius inferre uim peregrinis conspirarunt. Verum eadem hora, qua pridie talis oborta tempestas 11 est, ut, nisi pius arbiter celorum fletibus peregrinorum pepercisset, residuum nauis nefariis 12 cum nautis penitus contritum ictibus fulmineis interisset. Concessa demum pace quieuerunt naute, 15 Christi autem fideles litus optatum contingentes iter suum ibant gau- dentes, Traiectigena pre ceteris ammirante, quanto prineipatus honore patronus suus deo accessisset, 0 qui tempestatum quoque ac fulminum potens existeret. 41. d Idem 13 aliquando puer Flandrico clerico comite Romam ibat. 20 Quibus elegantissime iuuenis 1 * forme coniunetus 16 in uia Traiectigenam ex nomine salutat. Resalutatus, ut equum fuit: c Qui uocabulum tuum' 16 inquit 'mihi 17 prodidit, ut ex hinc usque Romam me pascas, tibi in- dicit. Nee tuam neseimus inopiam, attamen assentire placito, non deerit de celis consolatio.' Neglexit propriam 18 ille paupertatem, 25 1 est aucta CDR 2 nauetis 1W, c wegradiert W 3 quadrigentis W * aderant R 6 mari CDR 8 decedit CDR ' semiuiuum R 8 triste] quasi triste C 9 accensa 5 10 rediuj, aber di: sid geschrieben C " est tempestas D w eunetis auf Rasur R, cum nefariis D 13 kein Abs. 1SW u forme iuuenis C " iunetus R I6 /. R, inquit tuum CD ,J /. R ls ille propriam D 30 * Pers. sat. 2, 27: Triste iaces Iucis evitandumque bidental. Dazu das Scholion (E, Kurz, Beilage zum Jahresb. über das Gymnasium in Burgdorf, 1887\88, S. 32) Bidental dicitur locus seeundo fulmine percussus, quem calcari nefas est. Persius benutzt in anderem Sinn Worte Horazens A. P. 471 triste bidental. •> ls. 10,16 Propter hoc mittet dominator Dominus exercituum in pinguibus eius tenuitatem, et 35 subtus gloriam eius succensa ardebit quasi combustio ignis. c Diese Worte zeigen, daß der heilige Servatius durch dieses Wunder mit Christus in Konkurrenz treten soll, denn wie dieser gebietet er dem Meer und den Winden; vgl. Matth.8,23f.; Marc. 4,36 f.; Luc. 8,22f. d Abs. 41 = Jo. 62 (117,25f.). Wilhelm, S. Servatius 8 114 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. suscepit alacer supplicem, sed tante prosperitatis affluentia egerunt iter, ut licet quidam eorum 1 discalciati incederent, ne ad lapidem a quidem offenderent pedem. Nonne redibitum uidetur in hoc uetus exemplum'' filii Tobie, quem angelus domini traduxit in Rages, Me- s dorum ciuitatem? Romuleis porro 2 adproximans terminis ad mortem usque infirmatus est Traiectensis atque sie uixdum 3 spirans iumento ad 4 Montem« delatus estGaudii. Dum doloris autem nullum subueniret intersticium, (48 a ) nullum esset nisi sepulture consilium, comite salutis angelo demum reeepit sensum unicaque intentione dominum suum 10 inuocans Seruatium eodem momenti puncto integra se letabatur sos- pitate potitum ambulans et exiliens et laudans 6 altissimum. 42. d Num 8 et illud referetur, quod, dum aliquando prebenda ca- nonicis 7 Traiectinis non preberetur, diuinis detreetabant pro ritu in- studere ceremoniis, puer in eandem murmuracionem abducebatur ab 15 Ulis? Sed ad cor suum rediit, chorum peeiit 8 cumque aliquibus timore superno tactis missam 9 maiorem expleuit, domum uenit, super libello 10 suo numum, quasi diurni laboris precium, quem nullus hominum posuerat, inuenit; quo etiam confestim in forum misso piscis per- modicus ueniit, 11 qui ipsimet 12 tarnen 13 puero septemque aliis triduo 20 exinde comedentibus suffecit. Forsitan, si eiusmodi deuocionis quinque milia hominum fuissent, 14 Omnibus eodem modo uolente Seruatio piscis edulium suffecisset. 0 43. f Quo 15 autem et hoc, quod idem rursus aliquando puer Romam iens, dum quodam in castello coemisset uinum et cetera necessaria, 25 prandio aliis alias atque alias res et sententias uertentibus uertebatur enofori fundus effusoque perinde, quantum fuerat intus, intuentes cum dolore complodebant manus? Puer uero domini non immemor Seruatii, 1 Worum D 2 autem R s dum uix R = uix D * delatus est ad montem D 6 laudans] laudans pio cordis affectu R 6 kein Abs. ISW 7 canonicis] a canonicis R 30 8 petito R 9 maiorem missam D 10 libellum suum DR u ueneit# 'Mpsemet/? 13 /. D " affuissent CDR » kein Abs. ISW a Ps. 90,12 In manibus portabunt te (sc. angeli), ne forte offendas ad lapidem pedem tuum, dazu Matth. 4, 6; Luc. 4,11. b Geht auf die Erzählung Tob. 5, 5 f. c So wird auch bei Otto von Freising Gesta Friderici 1 2,22 (MG. SS. XX 406,45) 35 der heutige Monte Mario in Rom genannt; siehe dazu Du Cange-Favre 5, 510c f. d Abs. 42 = Jo. 63 (117,54 f.). e Diese Worte zeigen, daß das Wunder der Speisung der Fünftausend durch Christus nachgeahmt ist, vgl. Matth. 14,13f.; Marc. 6,31 f.; Luc. 9,10f.; Joh. 6,1 f. * Abs. 43 = Jo. 64 (118,11 f.). Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. H5 si que forte remansissent guttule, propinari fecit: et propinantibus gratia dei non defecit et bibentibus ex eodem uasculo usque ad medium ferme 1 noctis uiginti hominibus uinum suffecit. Credis-(4S*) ne a minus fuisse miraculum dedisse uinum ex nichilo, quam ex fluuiali fecisse riuo? Sed, que per semet maiestas 2 mutauit ex riuo, per Seruatium 5 auxit ex nichilo. — Veneratis uero apostolorum 3 liminibus Argentinam repatriantes attigere urbem, inde Herbipolim 4b iter ducens. Erat porro tempus pluuiale ibaturque per siluam in aqua per duo fere miliaria. Cum- que celum undique et undique gurgites et silue nusquam uero apparerent uille, Traiectinus ingemuit, Seruatii nomen ingeminauit. Sursum res- 10 pexit — mirabile dictu! — pueros comminus in arbore duos, quasi trimos 5 considere« nudos conspexit. Expauit 7 horrore tollebanturque corne.« Verebatur siquidem, ne illusio Nereidum d esset aut Amadriadum. Sed salutatus ab eis amantissime rerum suarum oblitus humani curiositate ingenii quesiuit, quinam 8 fuerint 9 uel illo unde aduenerint. Uli nichil is ad hec, sed concordi ore: 'Torrens' ahmt'ante uos decurrit uehemens, cuius de abysso exundat et hoc cooperiens campos, in quo fatigamini, equor.' Expauit canonicus nimis uoluitque reuerti retro suffusus lacri- mis. At illi: 10 c Ne desolare' inquiunt'tili, uenimus quippe te consolari!' Presagiebantque 11 simul nonnulla, que superuentura forent illi. Post- 20 quam ab eis relinquitur, torrentis ipsius ad sinum protendendo per- tingitur. Illic 0 uero, ubi precipitati 12 torrentis sonitus horrens auditur instarque rapidissimi fulminis impetus ruentis decursus aque conspicitur, (49") fiducia omnis exempta decidisset, nisi Seruatiani nominis memoria succurrisset. Hie Traiectensis clientem suum confortans crucisque signo 25 seque iumentumque armans duo descendebant in pelagus, sed alter 1 fere D 2 maiestas] diuina maiestas R s liminibus apostolorum R * iter Herbipolim CDR 6 trinos C, trimos] trimos id est pueros trium annorum R 6 con- eidere ISW 7 Exhiauit D, exiauit R, Exclamauit C 8 unde D 9 sint D 10 ille /SC 11 presagebant DR 12 preeipitantis D io ■ Die Worte zeigen, daß das Wunder auf der Hochzeit von Kana Joh. 2,1 f. nachgeahmt ist. b Jo. 118, 23 hat Wiceburch, was wohl ein Schreibfehler für Wirceburch der Trierer Handschrift ist. Die gewöhnliche Form für Weißenburg, mit dem R. Köpke den Namen zusammengebracht hat, wäre Wizenburch. c Vgl. oben 81,4. (l Die beiden Namen stammen aus der Lektüre Virgils und Ovids. 35 0 Vgl. Virg. Aen. 2,305f. aut rapidus montano flumine torrens Sternit agros, sternit sata lata bovomque labores Praecipitesque trahit Silvas; stupet inscius alto Accipiens sonitum saxi de vertice pastor. 7,565f. densis hunc frondibus atrum Urget utrimque latus nemoris medioque fragosus Dat sonitum saxis et torto vertice torrens. 8* 116 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. natans et oppido clamitans uix euasit ad litus, canonici autem nee pedem nee ulla in parte uestem contaminauit fluminis impetus. Haud equidem dubium, si pedes introisset, quin ritu Petri a supra dorsum aque sicco uestigio peratnbulasset, quandoquidem nee iumentum eius 5 liquido elemento quiuit dissidere. 1 44. b Illud 2 quoque, illud quam unicum, quam humanum, quam dulce, quam ioeundum fuit, quod eidem puero finibus Italicis reuertenti senex diuine uenustatis nee ullo modo intra metas censendus mundane * mortalitatis in allodio beati Seruatii apparuit, quantamque contentionem 10 Wernherus 4 comes et Thebaldus 5 atque alii Aquenses 6 pro terminis eiusdem allodii cum 7 Traiectinis habuerint et quomodo in aque 8 iu- dicio ueritatem rei probauerint et sortes beato Seruatio semel iterum- que in preclaris ceciderint et quomodo insuper illi scelus suum periurio confirmassent quantasque iam proinde penas, alius mortis alius capti- 15 onis alius rei familiaris dispendio, luissent, indicauit. Ex quibus etiam Tybaldus 9 post funus inter mortales apparuit et, 10 quia in beatum Seruatium peccauerit, miserabili penitentia querimonias fudit. Sic c eat, arbiter 11 omnium deus, quocies 12 pietasque 13 fidesque destituunt; finem 1 desidere CR, in desedere geändert D s kein Abs. ISW ' humane CD 20 * Warnerus CDR 6 Theobaldus C 6 aluaquenses ISW, ahjaquenses D 7 cum Traiectinis] contraiectinis R 8 aqua ISW 8 thebaldus DRS, Theobaldus C ,0 /. ISW 11 arbitur IS, omnium arbiter CDR 12 quociens C u -que wegradiert C ■ Matth. 14,29 Et descendens Petrus de navicula ambulabat super aquam, ut veniret ad Jesum. Das sicco vestigio stimmt nicht ganz, vgl, 14,30 et cum coepisset 25 mergi, clamavit. Dem Wunder von Christi und Petri Gang auf dem Meer ist natürlich auch das vorliegende Wunder nachgeahmt. b Abs. 44 = Jo. 65 (118,57/.). Was hier erzählt wird, paßt am besten auf den 1065 bei Kirchheim erschlagenen Grafen Werner von Hessen, vgl. MvK. 2,808f. Über Thebaldus berichtet Jo., daß er advocatus der Aachener Kirche gewesen sei. Näheres über diese Angelegenheit 30 ist nicht bekannt. Auch das Verhältnis zwischen unserem Bericht und dem des Jo. ist kaum zu entwirren. Haben dem Jo. noch andre Berichte vorgelegen? Nach der Anordnung unseres Berichtes muß man annehmen, daß Werner gestorben, Tybald gefangen und später ■ — aber nicht wegen des geschilderten Vergehens — gestorben ist, und daß schließlich ein dritter Ungenannter seines Besitzes verlustig 35 gegangen ist. Es ist durchaus nicht unmöglich, daß die Erzählung bei Jo. lediglich auf unserem Bericht beruht, und daß der Graf Werner nur deshalb für den gehalten wurde, der seiner Habe verlustig ging, weil weiter unten erzählt wird, Tybald sei nach seinem Tode umgegangen. Verläßlich sind die Angaben des Jo. überhaupt nicht, wie 120,30f. gezeigt ist. c Lucan 5,297f. Sic eat, o superi, 40 quando pietasque fidesque Destituunt moresque malos sperare relictum est; Finem civili faciat discordia bello. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. WJ ciuilibus bellis tua iustis inferat dextera tormentis. Verum: quid» non mortalia (49 b ) pectora cogis 1 auri sacra fames? 45. b Brabando 2 cuidarn Heinrico 3 comiti nichilominus res canoni- corum* Traiectensium peruadenti sanctus domini peruisum, ut cessaret, semel iterumque indixit, postremo, quia stultus non corrigebatur uerbis, 5 uerberibus uecordem afflixit. Quod, cum erubesceret ille 5 confiteri, acerbissimo languore meruit urgeri. Demum amicis 6 aperuit uisiones correptionis. 7 Conterriti hortabantur, quicquid usurpatum 8 male 9 fuisset, reddi. Mo illud protelante de crastino in crastinum fideles eius abierunt in predium et ad discretionem terminorum fixerunt palum. 10 Altera 11 10 die reppererunt eiectum; fixerunt rursus die secunda itemque nichilominus tercia nee palus consistere potuit in terra. Nimis quippe in hereditatem domini progressi fuerant. Continuo autem iussu 12 prin- cipis acerrimas interim uite angustias subeuntis omnes uicini conuenere limitibus litem finire. Cum repente homo ueluti casu ignotus super- 15 ueniens ex longinquo, conscium 13 se esse ueritatis dixit, palum suo 14 pro arbitratu 16 fixit, nemo conuocatorum contradixit, controuersia cessauit, comes conualuit. Sed° non auarice aueeps mammona solli- citare rursus 16 alios cessauit. Denique ceu lupis ad illecebram an- helantibus bifalcis, d cum decutiens uulneratur ac subterfugit alter, 20 aecurrere sauciandus non metuit alter, ita post tot ac tanta presentie beati Seruatii suorum iniurias ulciscentis indicia Otto" comes posses- siones ipsiusmet sancti interritus uastauit, trium iuuenum patrisque ipsorum pedes atrox (50°) amputauit. Familia Seruatiana pulsis pec- toribus complosisque manibus suspirauit, si qua in celo esset 17 potestas, 25 super his iudicium postulauit. Ilicet 18 excitauit dominus hostes Ottonis 1 coget D 2 Prabando W * Henrico CDR * canicorum W D illi R 6 aperuit amicis D 7 correctionis CDR 8 male usurpatum CD "f.R 10 palus; altera die C, s; altera auf Rasur n Attera S 12 prineipis iussu D " consilium C 14 pro suo C 15 arbitrio S, arbittq /, arbiftu W le f.C I7 vor in CDR 18 Rico D 30 a Virg. Aen. 3,56f. quid non mortalia pectora cogis, Auri sacra fames? Ein beliebtes Zitat. Hieronymus verwendet es in seiner vita Pauli primae heremitae; MSL. 23,20B; Jordanes Get. 134. b Abs. 45 = Jo. 66 (119,23 f.). In dem Grafen Heinrich sieht Henschen Heinrich I. von Löwen, Köpke mit mehr Recht Heinrich III. dieses Hauses. " Von hier an — Jo. 67 (119, 44 f.). d bifalx, nicht belegt: eigent- 35 lieh Doppelsichel, zangenartige Falle. ° Dieser Graf Otto soll nach Henschen (ASS, Mai III 224 F) ein Sohn des Grafen Heinrich I. von Löwen gewesen sein; zu dieser Annahme gibt der Text keinen Anlaß. 118 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. super eum factaque in eius dicione cedes est usque ad mille animas hominum, nee fuit numerus argenti et auri et uestium et animalium et menium, que preda 1 consumpsit et uis flammarum. Preterea ignis inuisibilis manus 2 pedesque Ottonis instar silicis in conflatorio rubentis 5 exurens torrebat. Otto ululatum diri 3 cruciatus 4 die noctuque pre- mebat, 5 donec saltim Traiectum deduetus pro iniuria satisfecit, munera obtulit, intercessionem pro se canonicorum impetrauit, sanitate reeepta gaüdens atque 6 pauens ad propria remeauit. 46. a Plura similia similibus adderem, nisi quod 7 horreo memorare, 8 io quomodo episcopus Renici Traiecti Willeheimus 9 res beati Seruatii tamquam locum melioraturus sibi committi a rege coneupierit fraudulen- terque obtinuerit moxque Humbertum, 10 loci prepositum, calumniaturus illo ire contenderit, sed crudeli preuentus morte non peruenerit. 11 47. b Nouimus quantas dederint ruinas ferro, torre ac rapina decer- 15 nentes palatinus comes Herimannus 0 et Namucensis Albertus 12d ceteri- que prineipes Lotharie pro Castro Thalaheim, 130 sed prolixitatem operis formidantes explanare supersedemus, quantas quoque 14 mortium penas dederint, quotquot in tumultu motus tanti familiam Seruatianam quas- sauerint. 15 Quorum primi interierunt Herimannus, cuius hereditarium 20 idem 16 erat Thalaheim, 17 et Hemmo, 18 duetor milicie, deindeque 19 Winandus, 20 (50 b ) deineeps alii, quorum hystorias ultro pretermittimus. 1 predo D 2 pedes (f. C) manusque CDR 3 f.C *f.C 6 promebat RS 6 et D 7 /■ CDR 8 memorari R 9 WiZflmus C, Gvillelmus D, Willermus R 10 Hubertum W ll preuenerit ISW »« adelbertus CDR ls thaleheim D, 25 thalehun C, thaleheun R u que R 15 quassauerunt R u erat idem CDR " thalehem C, thaleheim D, thaleheun R 18 haimo D ,9 -que /. R so Wi- mannus D » Abs. 46 = Jo. 74 (121, 38f.). Wilhelm von Utrecht cons. 1054, f 27. IV. 1076. Vgl. vor allem MvK. 2,670 n. 83. Über Wilhelms Abstammung ist nichts Sicheres 30 bekannt (siehe St. 2, 288), Jo. nennt ihn Flandrensis genere; vertrauenswürdig ist diese Angabe nicht, schon deshalb nicht, weil Jo. von Wilhelm als von einem qui- dam Traiectensium antistes spricht und dann offenbar Maastriecht und Utredit durcheinander wirft. Von dem sonst nicht bekannten Probst Humbert von St. Servaes berichtet Jo. noch 121, 47f. qui sanetuarium beati Servatii muro renovavit, pictura 35 decoravit et ceteris quibus potuit ditavit bonis. Was er sonst erzählt, ist gewöhnliche Läge und stützt sich wohl nur auf das calumniaturus unseres Berichtes. Der geschichtliche Kern, der unserem Bericht möglicherweise zugrunde liegt, wird sich mit dem bis jetzt bekannten Material kaum herausschälen lassen. b Abs. 47 = Jo. 75 (122, lf.). c Hermann IL, Pfalzgraf von Lothringen, f 1088. ä Adalbert III., 40 Graf von Namur. ° Daelhem, nordöstlich von Lüttich. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. \\Q Quis a te porro pretereat, cuius presumptionis causa etiam alia emicuere miracula, comes Gerharde, 1 Flamingorum illustrissime superbiensque proceritatis 2 gigantee? 3 Tu quoque, tu Seruatiane dicionis ecclesiam in uico Eitha b iniquo tibi oculo usurpans, nisi equidem resipuisses, supplicia duriora subisses. Nam proinde Godescalco, 4c loci preposito, 5 Aquisgrani d regias interpellante aures eo, quod cuncte possessionis beati Seruatii res, ex quo nomen episcopale Leodio translatum est, semper in manibus regum liberi iuris constitissent, postquam ex ore imperatoris et primorum permissa 5 causa est sententiis censorum, quidam senex iuridiciali scientia deique 6 timore pollens ab exordio 10 coram primatibus historiam edisserens retexuit, qualiter Gisilbertus, 76 dux olim Lotharie, instinctu coniugis sue Gerberie, sororis uidelicet 8 Ottonis iunioris, ab eodem imperatore Ottone desciuerit armaque pro uendicando sibi regno 9 commouens a militibus regiis 10 peremptus interierit qualiterque prefata Gerberia corpus Traiecto regali magni- 15 ficentia sepelierit animeque illius pro reconciliatione beato Seruatio 1 Qerarde CDR 2 /. R " gignantee W 4 Gotescalco IS, Gottescalco W 6 causa permissa CDR »f.R » Gislebertus C 8 f. R 9 reg?o / 10 regis W » Von liier ab es Jo. 78 (122,49f.), MvK. 4,159. Die hier erzählte Geschichte wird gestützt durch ein vom Mai 1087 datiertes, zu Aachen gefälltes Urteil der 20 Fürsten gegen den Grafen Gerhard von Wassenberg, welcher der Kirche S. Servaes zu Maastriecht die Kirche zu Echt genommen und trotz früherer Verurteilung zu Aachen nicht zurückgegeben hatte (K- F. Stumpf, Die Reichskanzler, Nr. 2886a). Zur selben Zeit soll auch für St. Servaes der in den ASS. Mai VII S. XXXIII f. abgedruckte Freibrief Heinrichs IV. ausgestellt worden sein (= Stumpf 2886), der, 25 trotzdem er verfälsdit ist (siehe H. Bresslau, Handbuch der Urkundenlehre 1 332, 2), „auf zuverlässige Tradition" zurückgeht. Im Dezember 1232 bestätigte Friedrich II. von Precine aus diesen Freibrief, siehe ASS. Mai VII S. XXXIV. Bei Jo. 125,33 ist das Datum abweichend 1088 indict. 11; siehe unten 120,37 f. h Eitha = das heutige Echt, th Ist häufige Schreibung für ht. c Dieser Gotschalk wird auch in Stumpf 30 a. a. 0. 2886 als Probst von St. Servaes erwähnt. d Aquisgranum, Aadien. Über die Etymologie dieses Namens verbreitet sich Jo. 99,30 Aquisgrani a quodam principe, qui Granus dicebatur. Zum etymologischen Typus vgl. oben 112,37f. und F. Wilhelm, Deutsche Legenden und Legendare (Leipzig 1907) S. 151. Auch die oben 106, 36f. besprochene etymologische Spielerei castrum Andronicum gehört hierher. ü Über 35 Giselbert und Gerbirg vgl. oben 95,35f.; 96,37f. Kontrollieren läßt sich die Angabe, daß Giselbert in Maastriecht begraben worden sei, nicht. Widukind 2,26 sagt: ipseque dux cum caeteris mersus numquam est inventus; Flodoard a. A. 939 (MSL 135,453B) Quidam tarnen ferunt, quod a piscatoribus sit repertus et humatus, atque propter spoliorum ipsius ornamenta celatus. Daß Giselbert durch den Ehrgeiz seiner Ge~ 40 mahlin zum Abfall von Otto verführt worden sein soll, ist eine Fabel, die Jo. aber prompt nachschrieb. 120 Gesta Sancti Servatii cpiscopi Tungrensis et confessoris. predictam ecclesiam tradiderit. Assensere censores, ecclesiam iuri Seruatiano prorsus adiudicantes, sie tarnen, ut predictam tradicionem sacramento confirmarent ex 1 more 2 Septem nobiles. a Data his 3 die Aquisgrani — ubi enim ceperat negotium uentilari, illic oportebat et s terminari —, Traiectenses b domini sui Seruatii secum feretrum des- cendere deposcentes in multis (51") apparuerunt plebium milibus mili- tumque armis fulgentibus canonicis pariter uelut ante archam federis domini laudes precinentibus. Inter iter agendum mulier debilis appor- tabatur in sella: que mulier 4 fuit insuper et 6 ceca. Vbi turbam sensit, io illuc 6 se conuertit, supplex humi corruit, corpus proprium mirata por- rexit, incolumis 7 resurrexit. Eadem hora cecus natus 8 aeeepit uisum infantulus, loquebatur mutus, dirigebatur 9 contractus alieque sanitates innumere prestabantur, usque 10 dum 11 Grani palacium perueniretur. Atqui, Aquensium ubi percrebruit intra 12 tabernacula, quoniam sanetus w domini uenturus esset in castra — proch! cuius memoret lingua, in 13 quanta processerint obuiam gloria: in tympano c et choro, in cordis et organo, in cymbalis bene sonantibus sanetarum congregationum et plebium undiqueseecus confluentium? d Peracto ad uota negotio, dum 20 1 /. C 2 f.C »hiisD *f.CDR 5 /. CDR 6 ibi D ' incolomis ISW f.R » erigebatur D la f. CDR " donec CDR ls inter R ls /. CDR a Es war also kein Volleid, siehe R. Schröder, Rechtsgeschidite i 361. b MvK- 4,159 macht darauf aufmerksam, daß das Folgende sehr an die Erzählung im Triumphus Remacli 1,13f. (MG. SS. XI 443,41 f.) erinnere. Direkte Beziehungen zwischen beiden Erzählungen bestehen kaum, Originell waren darin übrigens die 25 Mönche von St. Stablo nicht; denn nach dem Fortsetzer Reginos (MG. SS. 1 619,18f.) hatten die Maastriechter sdion 944 zu Duisburg vor Otto I. dasselbe Manöver ausgeführt, um sich über Graf Immo zu beschweren. c Ps. 150, 4 f. Laudate eum in tympano et choro: laudate eum in chordis et organo. Laudate eum in cymbalis benesonantibus; vgl. auch Ruotger, Vita Brunonis 13 in organis nihilominus et 30 cymbalis et quoqumque signo laeticiae personuerunt, und oben 88,37f. d Hier schiebt Jo. 124,45f. einen merkwürdigen Passus ein: Adest et cum suis intimae caritatis filiis martir gloriosus pontifex Adelbertus, et de monte Pharan venit ana- chorita Johannes letus, et intrantem digno suseepit honore (vgl. Habac. 3, 3 Deus ab austro veniet, et sanetus de monte Pharan!!; auch 5. Mos. 33,2). Nun gibt es 35 aber bloß zwei Bischöfe des Namens Adelbert (Albert), die das Martyrium erlitten haben: 1. Adelbert von Prag (f 23. April 997) und Albert von Löwen, Bischof von Lüttich (f 21. Nov. 1192). Ein Zweifel, daß hier im Text des Jo. eine ganz plumpe Fälschung vorliegt, ist ausgeschlossen. Dieses Wunder darf also nicht mehr für die Datierungen des Jo. herangezogen werden: es ist vollkommen wertlos dafür. Was 40 Jo. 125,22f. von dem Theodericus, cuius proavus Fresonum in terra regni seeptra gerebat erzählt, ist unkontrollierbar und kaum verläßlich. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 121 non impari cum gloria referretur in domum propriam, puer claudus prosiliit saluus, mulier contracta stetit super pedes suos et ambulabat 1 erecta. At contumax Gerhardus 2 estu febrium tactus seque 3 omnesque nobiles pro superbia iusto supplicio 4 dignos confessus est. Legatos Traiectum direxit, guttam aque peciit, que sancti patris ab osse super- 5 fusa defluxerit; peciit, accepit, 5 gustauit, periculum 6 euasit. 48. Ac de huiusce modi quidem" hactenus, uti pateat, quanta se- ueritate uerax Seruatius aduersetur sibi aduersantibus. Neu 7 lateat con- uerso modo, quam presto presentia placabilis Seruatii semper 8 sit sibi supplicantibus, adhuc pauca de sola Seruatii dementia superaccumula- io bimus. Dulcis enim speciositas oculis, (51 b ) auribus melodia delecta- bilis, miseris misericordia. Seruatius sua sectantibus patrocinia, quam- uis insuper ille non solis opituletur supplicantibus, sed crebro suc- currat non etiam inuocatus. 49. b Aduena quidam Traiecti, nomine Dauid, uesanum 9 uexabatur 15 frenesi, et hoc in diebus recolende passionis domini. Cur memorem fremitus ac 10 discursus, clamores, uulnera uel cedes quantumque in ciues debachatus sit, cum illius, quem c legio demonum intrauerat non impar furüs in ipsos etiam excubie sacri templi canonicos frequenter efferatus irruerit? Atque in tantum equidem, ut in sacratissima nocte 11 20 paschalis uigilie fores basilice post completorium irruperit ac sacri baptismatis latice sese amens perfuderit. Eiectus tandem 18 ante ualuas ecclesie inuicto tumultuabatur furore. In conueniendo autem 13 populos cum canonicis in 1 * unum, ut in matutinis 16 laudarent dominum, 16 grandis erat timor, ne repente clamosus intercursaret 17 diuineque 25 religioni aggregatorum oculos atque intentiones interstrependo conta- minaret. Verum gratia celestis preordinauerat aliter. Nuntiabatur enim 18 pre 19 foribus quieto iacere sopore sopitus. Ipsemet 80 quoque paulo post sani capitis expergiscens, ubinam tanto tempore fuerit, mirabatur uehementer. Requisitus porro de habitudinis sue qualitate: c Hac' in- 30 1 ambulauit D a Gerardus CDR 3 -que wegradiert C 4 iudicio R '■> accepit et R 6 periculumque R 7 neue D 8 semper bis Seruatii /. C 9 uesano CT 10 et R »» noctis T " tarnen T 13 /. CDR « in unum vor cum C l5 ma- tuitinis W 10 dominum] dominum de celis C " intercursitaret CDRT ls /. R 19 pro T 20 Insemet R 35 » Fehlt wohl re oder rebus. b Abs. 49 = Jo. 68 (120,10f.). 0 i uc _ g,30 Legio; quia intraverant daemonia rnulta in eum. 122 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. quit 'nocte media senex splendidior astris hac egrediens ecclesia con- prehensum me deorsum in terra posuit sancteque crucis signaculo singula 1 membra 2 mea signauit dixitque: 3 „Age Seruatio 4 beato gra- tias, fili mi, quoniam per illum te deus 5 uite 6 restituit."' Putasne (52") 5 gaudium erat 7 recordantibus, qualem uidissent illum 8 heri a et nudius- tercius? Aliud eloquar 9 simile huic. 50. b Ex Longobardia Traiectum uenit, qui sepe 10 se in fluuium Mosam cerebrosius 11 uel in alia precipicia periturum detulit, instar pueri, quem pater in euangelio sepe 12 in ignem sepe in aquam a de- io mone angariatum 13 asseruit, sed per gratiam domini quispiam semper ex populo succurrens exceptum a periculo repulit. Neminem tarnen ciuium 14 Traiectinorum lesit, licet 16 Leodio paulo ante puerum 16 occiderit. Quadam ergo die, dum extrema ueluti morte deperiret, beati domum Seruatii — nescitur, quo sensu raptus — repente irrupit, coram 15 altari corruit, obdormiuit, euigilans sanus exiuit. 17 Denique 18 deinde 19 duos ibidem per annos cum edituis 20 seruiuit, postea patriam infeliciter reuisit, ibi pristinam protinus pene periturus infirmitatem incidit tam- quam, qui« ardentis Sodome flammis ereptus importuna curiositate respexerit. Ergo neque salus ieiunantem neque commitabantur remcdia 20 gustantem neque uota uouentem neque loca sanctorum circueuntem. Demum cognati et affines, ubi prius 21 conualuerit, recensentes cum Lothariis redeuntibus apostolorum de liminibus furentem direxerunt Traiectum. Beati Seruatii ad monumentum peruenit, sanitatem ilico 22 recepit, deo gratias egit, patriam ultra non repeciit. 25 51. d Pauper paralyticus ad beati uiri memoriam esseda 23 delatus extra ecclesiam iacebat perpetua fere anni hieme penitusque forsan asperitate algoris 24 interisset 25 extinctus, nisi bone recordationis (52 b ) 1 signacula W - f.T 3 et dixit RT * beato Seruatio CDRT « dominus CDRT 6 uita T 7 /. D 8 illi C » eloquor D, loquor R >° se sepe D 30 ii cerebrosus CDR 12 nach sepe(!) C u anguriatum D u Traiectinorum ciuium C 15 lic /, Sic SW I6 occiderit puerum D 17 surrexit D ls /. C :s /. R 20 edicuis R 21 primus D •» /, C " esdessa C, essedam 5 " /. R 26 extinctus interisset CDR ■ sicut heri et nudiustertius 4. Reg. 13,5; Dan. 13,15; 1. Mach. 9,44. b Abs. 50 35 = Jo. 69 (120,33f.). Das Wunder ist der Heilung des Mondsüchtigen durch Jesus nachgeahmt; vgl. besonders Matth. 17,14 Domine, miserere filio meo, quia Iunaticus est, et male patitur, nam saepe cadit in ignem, et crebro in aquam. c Siehe oben 95, 33 f. i Abs. 51 = Jo. 71 (121,10f.). Gesta Sancii Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 123 canonicus Adelbertus' hospicio suo 2 eundem, quasi a Lazarum patrissans Abramides, in sinu suo sepe inuexisset. Labentibus ita horis ac diebus pacientia unius compassio exercebatur 3 alteriusj donec estiuo tempore beati reuoluebatur Seruatii festiuitas. In qua paralytico perfecta sos- pitas, perfecta canonico probata est compassionis Caritas utriusque s pondus et laborem Seruatiana sustulit sanctitas. 52. b Venerat et clodus 4 nonnullis ibidem ex cognatione notus. Hie, ut orationes suas offeret 6 deo protensius, post horas canonicas in ecclesia 6 remansit frequentius. Quem mansionarii uelut oecupatum ypocrisi uana multociens eiecerunt cum 7 contumelia. Propulsus extra 10 limina nonnumquam ibidem pernoetabat omnia pacienter ferens 8 in- commoda; urebat enim eum acerbior uis doloris in anima. Cuius humilitatem, quoniam respexit dominus, dum die quadam Seruatianum inuocasset nomen in medio ecclesie ante crucem sacram prostratus, ruptis uenis ex eo cruor copiosus effluxit, ille gemitum horrendi cla- w moris ex imo pectore produxit. Obstupuere presentes, cueurrere, quid- nam aeeiderit perquirentes. 9 Innotuit salus saluati clero et omnis plebs, 10 ut uidit, dedit laudem deo. 11 53.'- Porro: Isdem 12 in diebus Angliam cum pluribus adibat qui- dam Flandrus. Naues uiginti octo simul 13 influxere occeano. IV. Idus 20 Decembris crediderunt d carbasa uentis. Que uero fides 14 uentis? Primo introitu 15 equali confulgebant 160 carchesia 17 processu instarque parilis anserum 18 cignorumque uolan- (53") tium ordinis nitescentibus leta serie resplenduerunt equora uelis. Circa horam diei terciam tem- pestas occeanum conquassabat asperrima diuersoque flabrorum 10 im- 25 1 Adebertus R * f. C 3 arcebatur R 4 claudus C 5 offert ISW 6 ecclesiam C 7 eum IW, in cum verbessert S 8 ferrens W 9 inquirentes C 10 /. C " deo] omnipotenti deo R " hisdem DR ,s /. C u uentis fides C 15 intuitu R u confligebant D " carceraria ISW, carceria CDR 18 aucarum CDRISW 19 flobrorum D 30 a Spielt auf Luc. 16,22f. an; patrisso stammt aus dem Studium des Plautus (Pseud. 442) und Terenz (adelph. 564). b Abs. 52 = Jo. 72 (121,16f.). » Abs. 53 = Jo. 73 (121,28f.). d Seneca Herc.fur. 152 Carbasa ventis credit dubius navita vitae. ° Isidor Etym. XIX 2,9 (MSL. 82,666 C) Carchesia sunt in acumine arboris. Cinna: Lucida confulgent alti carchesia mali. Lucan 5,418 carchesia mali. Dazu 35 weiter Isidor Etym. XII 7,19 (MSL. 82, 461B) Olores autem Latinum nomen est, nam graece cygni dieuntur. Nautae vero sibi hunc bonam prognosin facere dieunt sicut ait Acmilius: Cygnus in auspieiis semper laetissimus ales. Hunc Optant nautae, quia se non mergit in undas. 124 Qesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. petu per diuersa turbato iactabantur prolapsu. Nubium" inhorruit nox 1 atra, intonuere 2 tonitrua, fulminauere micantibus ignibus ethera. Eurus Eois, 3 Aquilo Arctois inferebantur a plagis creberque* procellis Affricus imos a profundo euoluebat fluctus intumescebantque B usque 5 ad celos et reuoluebantur subterraneas usque ad specus. Extimplo frigore soluebantur membra nautarum insequebaturque clamor paui- tantium stridorque rudentum 0 uoueruntque uiri uota sanctis Omnibus in celum oculis manibusque supinatis ad deum, quique patronos gentis sue inuocantes ob imminens exicium. Solus autem Flandrus solum 10 unice inclamitabat 7 pro sui conseruatione Seruatium. Iam b rates 8 alias raptis uelis ruptisque remis aduersas in proras procelle feriebant turbinesque latere obuerso exceptas circumagebant, alias preruptiaquarum montes rapido uertice superruentes uorabant. Cerneres istinc tumidis eleuatam fluctibus inter sydera carinam pendere, istinc comminus unda is inter fluctus dehiscente nauticis calamitatibus terram apparere. Neque uero iam itineris aut patrie supererat miseris 9 memoria neque uite 10 spes ulla, sola mortis expectatio precipitumque ruinarum intuicio 0 ferali tedio exules in spumantis elementi conficiebat abysso. Traditum d est in periculo (53 b ) tali paruulos in sinu matrum, dum mortem intuentur, 20 ' uox ISW 2 insonuere CDR 3 eous R * crebrisque R 6 intumescebatur- que D 6 rudentium CD 7 inclamabat C R raptes R 9 memoria miseris D 10 spes uite CDR a Virg. Aen. 1,84 f. Incubuere mari, totumque a sedibus imis Una Eurusque Notusque ruunt creberque procellis Africus, et vastos volvont ad litora fluctus. In- 25 sequitur clamorque virum stridorque rudentum (rudentium besonders bei Vitruv X 12,2; 13,6). Eripiunt subito nubes caelumque diemque Teucrorum ex oculis; ponto nox incubat atra. Intonuere poli et crebris micat ignibus aether, Praesentem- que viris intentant omnia mortem. Extemplo Aeneae solvontur frigore membra; Ingemit, et duplicis tendens ad sidera palmas Talia voce refert. b Virg. Aen. 1,102f. 30 Talia iactanti stridens aquilone procella Velum adversa ferit fluctusque ad sidera tollit. Franguntur remi; tum prora avertit et undis Dat latus; insequitur cumulo praeruptus aquae mons. Hi summo in fluctu pendent, his unda dehiscens Terram inter fluctus aperit, furit aestus harenis. c intuitio sehr selten = fytpaws, so auch bei Irenaeus. contra hceres. 116,1 (MSG. 7, 724 C), mehrmals bei Chalcidius (hg. Job. Wrobel) 35 273,23f. Idem aiunt uidere nos uel tuitione .. . uel intuitione .. . uel detuitone.... Intuitione uero, ut quae fragmento radii recurrente ad oculorum aciem uidentur, qualia sunt quae in speculis et aqua considerantur, ceteris item, quorum tersa est quidem superficies, sed ob nimiam densitatem idoneus uigor ad repellendum quod offenderit. d Vgl. Thren. 2,11 f. cum deficeret parvulus et lactens in plateis oppidi. 40 Matribus suis dixerunt: Ubi est triticum et vinum, cum deficerent quasi vulneratl in plateis civitatis, cum exhalarent animas suas in sinu matrum suarum. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 125 esse extinctos matresque ipsas exanimatos paruulos amplexas ante ruinam metu obrigescendo 1 emortuas 8 animasque 3 pauitantium ueluti mortis tempus prefugiendo* egressas, ne se, quasi cum corporibus abhiante Caribdi» conspicerent absorberi. Tante sunt elationes maris, tanti horrores marine procellositatis, tanti gurgitosorum 1 ' uoluminum s sonitus tamque mirabilis in altis dominus! Sed repente tantorum ex medio motuum tanquam manu hominis litori attracta est, que Flandrum continebat, ratis omnibus 0 reliquis flaminum pelagique 5 furori relictis, quas inimica uicit hiemps: rimisque fatiscentes laxisque laterum con- pagibus 6 omnes letiferum imbiberunt ymbrem absorbebanturque in 10 uasti liquoris profunditatem. Quid referam arma et tabulas, uarias quoque gazas 7 et uestes rarosque uirorum frustra spumoso in gurgite nantes? Quid, quod 8 sepe fertur, 9 semihominesque pisces semipiscesque hominesSyrenas d tempestatem nautis precinuisse, quantumque humane habuerant forme, undis ultro enudasse mortuosque passim fluitantes 15 uiros ulnis subleuatos ad conspectum nauigantium sustentasse celum- que pontumque dulcis querele altisonis uocibus personuisse? Quin immo illud nequaquam subprimendum, quod hü, qui rate una nau- fragium euadere potuerunt, personam domini Seruatii apparuisse sibi lugubres narrarunt 10 atque indicasse cuncta, que decreta diuinitus 1 obrigenscendo 5 2 mortuas R 3 -que f.R 4 confugiendo R 6 -que /. D 6 conpaginibus CDRISW ' gazasque /. IS 8 quid R * ferunt CDR 10 narra- uerunt D 20 * Gewöhnlich wird die Tätigkeit der Charybdis mit sorbere ausgedrückt, vgl. Virg. Aen. 3,420f.; Ovid. Met. 7,63f.; Dictys 6,5 (hg. F. Meister 106,15); Seneca 25 Med. 409, nur bei Isidor Etym. XIII 18,5 (MSL 82, 487B) wird absorbere gebraudit. Hygin (hg. Moritz Schmidt) gebraucht 108,24 obsorbere. b Vgl. Lucan 5,565f.: longo per multa volumina tractu Aestuat unda minax. c Virg. Aen. 1,118f. Apparent rari nantes in gurgite vasto, Arma virum tabulaeque et Trol'a gaza per undas. lam validam Ilionei navem, iam fortis Achati, Et qua vectus Abas, et qua grandaevos 30 Aktes Vicit hiems; laxis laterum compagibus omnes Accipiunt inimicum imbrem rimisque fatiscunt. d Das älteste literarische Beispiel ftlr diese Vorstellung von den Sirenen findet sidi im liber monstrorum (Berliner Lektionskatalog, Sommersemester 1863) 1, 7 Sirenae sunt marinae puellae, quae navigantes pulchcrrima forma et cantus decipiunt dulcitudine; et a capite usquc ad umbilicum sunt corpore virginali 35 et humano generi simillimae, squamosas tarnen piscium caudas habent, quibus in gurgite semper latent. Konrad von Megenberg und somit auch Thomas von Cham- bray berichten Ähnliches von der Scylla, vgl. Megenberg (hg. F. Pfeiffer) 240,31 f.; von den Sirenen wird 240,6 f. aber dasselbe erzählt, was die antiken Autoren und ihre Kommentatoren berichten, d. h. der untere Teil ihres Körpers ist der eines Vogels. 40 Woher der Ausdruck .Sirenen" für Fischweibchen stammt, weiß ich nicht zu sagen. 126 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. ceteris deinde nauibus acciderunt, 1 postquam scilicet ipsi tanta de uoragine se mira- (54 a ) biliter ereptos admirati et congratulati sunt? Ob quam rem et festini sepulchrum eius adeuntes erumpne saluationis- que sue historiam publice retulerunt uota 2 sua soluentes et laudem 5 domino annuntiantes, stupente maxime Flandro cum inexcogitabili 3 gaudio, quod tarn cito fere Seruatium in articulo periculi precibus celo deuocasset, quam si Christus" dominus in naui dormiens excitatus a discipulis ad maris uentorumque increpationem euigilasset. 54,b* Miles quidam gentilitate 4 Brabandus, genere 6 ingenuus, in- ic genii 6 mali ac 7 praui, 8 corporis uasti ac ualidi, fasque c nefasque omne paris» pendebat, sacrumque 10 profanumque nichil inter habebat, mo- destis tarnen ac 11 mitibus 12 atrocior imminebat. 13 Quo in una u dierum ferociente 15 in medio populi aggrauata a super eum est 18 manus domini multisque intuentibus repentina ruina occidit 17 mortuus. Stu- 15 porne 18 timorque 19 non 20 merito apprehenderint presentes? Perinde 21 delatus ab amicis domum die 22 altera efferebatur ad sepeliendum. 286 Inter agendum autem, 2 * dum longilatero f extensus et obtectus asporta- retur feretro, inopinatum spectaculum mortuus prebuit: membra com- mouit, manibus 25 operimenta diuoluit, gestatorii 20 medio consedit 20 J contigerunt D, darüber acciderunt gesdirieben 2 uotaque C l ex incogi- tabili R * genere H 6 /. H 6 mali ingenii H 7 et H 8 parui CT 9 par inpendebat H, perdebat 7? 10 sacrumque] inter sacrum H n et H 12 multis H 13 erat H u uno C 16 ferociente bis populi] ferociorum exns H I6 vor super DHRT I7 in cecidit geändert C, cecidit H 18 -ne] autem H 19 -que /. H 25 20 /. H sl Delatus perinde CDHRT " altera die H »» sepulcrum T 24 autem bis obtectus /. H a5 operimenta manibus H 20 gestorii T. in medio gestantium H * Fuit in Brabantia miles quidam plurimum deuotus huic sancto, criminosus tarnen in facto. Qui, cum diem clauderet extremum, raptus est a demonibus et flammis datus vltricibus. Et ecce, dum sepeliendus defertur, non sine ammiratione 30 cunctorum resuscitatur. Verum quibusdam fugientibus, reliquis autem astantibus aperit, que meritis beati presulis Seruatij septennium ad peragendam penitenciam in hac vita receperit, sicque prioris vite penituit. Crebrius quoque visitatis beati pontificis Seruatij sanctorumque aliorum liminibus post indultum terminum in pace quieuit bt 35 » Vgl. oben 111,41 f. Vgl. Luc. 8,24 At ille surgens increpauit ventum et tempe- statem aquae. b Abs. 54 = Jo. 70 (120,45). c Lucan 5,313 fasque nefasque, dazu Th. Lindner, Anno IL der Heilige (Leipzig 1869) S. 4. d /. Reg. 5,6 Aggravata est autem manus Domini super Azotios, ähnlich Jud. 1,35. e Die Situation hat Ähnlichkeit mit der visio sexta im über visionum Otlohs von St. Emmeran, MSL. 146, 40 359 C. f longilaterus bis jetzt nur bei Boethius Inst, arithm. 56.8 belegt. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 127 ambiuertibilique 1 uultu oculos circumflexit, turbam 2 comitantem stupens ipse aspexit. Quid continuo non pauoris, quid non admirationis! Pars cursim 3 in diuersa festinabat fugere, pars frontem signo 4 crucis munire, alii horroris frigore genua lapsare, 6 pauci fide solida cominus astare. Enimuero hü, 6 qui onus quadrangulum' humeris (54 b ) sustulerant 8 5 ceu 9 igne inprudenter 10 attacto 11 uel dracone inter herbas repente calcato, ut moueri supra 12 uerticem 13 cadauer mortuum cernebant, capti 14 pauore a perexangues 15 . expalluere, 16 exclamauere, desupter dissiluere, procul fuga pulsi uix demum pedes 17 fixere tantique 18 ad nouitatem portenti exanimes eminus 19 admusitauere. 20 Is porro, 21b qui 10 reuixit, ut singula prospexit, 22 ut, 23 queque 24 agebantur, intellexit com- plicatis 25c in condilos digitis pectus tutudit grauique suspirio ingemuit. Deinde in pedes suos attolitur, progreditur, loquitur. Quos pauor pepulerat, 26 calor curiositatis reuocat; medium gyro circumdant, con- stipant: an uere obisset, ubinam 27 fuisset, quicquamne 28 uidisset, ro- 15 gitant. 29 Ille demum 30 consistente spiritu: e Vt primum' ait r heri oculis ac pectore noctem acerbam subiui, uti corpusculum hoc uelut erga- stulum 31 exiui ac 32 membra uelut uestimenta exui meque 33 spiritum 34 nudum atque 35 unum repente uidi, tum 36 demum infelix demonica 37 fraude me deceptum intelligebam: tum 38 cuncta facinora sero recog- 20 noui, que 39 gesseram, neque 40 me dextera lance momentum meritorum ad sedes et concilia insontium animarum per uiam d iustorum trans- tulit, 41 sed ad loca tormentorum demonibus 42 inpellentibus uia pec- catorum me rapuit. Quis genera, quis orrores, 43 quis immanitates 1 ambiuertilique ff 2 turba ff s currens nach diuersa ff * f. fi, crucis 25 signo DR 5 in lassare geändert T ° hi R ' /. ff 8 portabant ff 9 ceu bis calcato /. ff 10 impudenter T « attacta W ls f. ff ,3 /. ff " capta in capti geändert C, capita H 15 exangues H, ex//angues CR ls palluere H 17 pedem H, fixere pedes D 18 tantique = tanti vor portenti H la f. H i0 musi- tauere// "f.H 22 perspexit CDR, perexit H 23 et H 24 que CH 26 com- 30 plicatis bis digitis /. ff 2G pepulerat bis constipant] territi prius surgerant mox redeuntes H 27 ubi iam ff 28 quicquidne R 29 interrogant ff so demum bis hoc] uero ras ait Cum hoc corpusculo ff 31 argastulo ff " ut ff 33 et me ff ** nudum spiritum ff a5 atque bis uidi /. ff ae tunc CDff 37 demoniaca T 38 tunc CDR, f. ff 39 que gesseram vor sero ff 40 neque bis sed f. ff 41 transtulit 35 bis uia /. W 42 demonibus inpellentibus vor ad ff 43 errores ISW, horrores CDRT * Vgl. Ov. met. 9,224 Exanguesque metu. b admusito nicht belegt. c Mart. Cap. f, 88 complicatisque in condylos digitis. d Ps. f. 6 novit Dominus viam iustorum ; Prov. 15,19 via iustorum. 128 Gesta Sancli Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. referataut credat suppliciorum> illius 2 sortis 3 inmitesque 4 uicissitudines flammarum sulphuriuomarum 6 et diri algoris? Post cruciatus 6 in- numeros doloresque 7 infandos rursus attolebar 8 in agra offendique 9 illic (55") etiam incendia ipsis potestatibus aenis perhorrenda. Ignium 5 illorum^rogo 11 maximo imponebar; adurebar, consumebar, in cinerem usque ac puluerem, ut equidem 12 reuera 13 mihi uidebatur, comminuebar. Hoc 14 preludio penarum infernalium ueluti gratis exagitatus sum, tum postremo pro alterius mali principio pauendum Christi ad tribunal examinandus trahebar. Heu infelicium sortem miseram, qui dulcis dei io demerentur gratiam! Sed quid autem 15 hec ego uobis nequicquam 16 uel multis forsitan nocitura reuoluo? Quidue moror? Cur non aliquid pocius, quorum tempus indiget, molior? Lumen Celeste uitamque ani- marum consciosque 17 rerum illarum angelos iuro, uereri 18 me in- credibilibus dictis ueritati fidem derogare uobisque in non conuertendo 15 infidelitatis noxam accumulare: neminem uero inexpertum 19 illius seculi uel 20 piorum gaudia uel miserorum piacula posse ad 21 purum 22 pen- sare.' Tum 23 uero astantes ardentius inflammantur 24 et singula obnixe sciscitantur, spondent 26 credentie deuocionem conuersionisque parti- cipationem. Prosequitur secum ipse 2B pauitans ac 27 tremulo deum 28 20 corde 29 inclamitans: Troducebar, accusabar, discutiebar, nichilominus conuincebar, 30 condempnabar, eiciebar. Prestolabantur parati ante 31 portam in uulturum specie demones, 32 reum 33 rapturi 34 ad inferos inferiores. Vidi, defeci, ultima desperatione anxius hesi: illius necessitas articuli mediturienda 35 incessanter omni homini. Exigebar pro minu- 25 tissimis cogitationum et uerborum minutiis rationem, 36 (55 b ) qui grandia expurgare 37 facinora nequaquam possem. 38 In fumum 39 Tarthareum spes 40 omnis euanuisset, nisi pro me tum 41 singularis pietatis 42 et 1 Vor referat H, f.C i f.H > sortes ISWCDRT, f. H 4 -que /. H » sul- phurearum H 6 innumeros cruciatus H 7 et dolores H 8 nach aera H B offen- 30 dique bis perhorrenda H 10 /. H n maxime rogo H " f. H 13 mihi reuera H 14 Hoc bis trahebar/. H 16 autem hec ego/. H 16 nequicquam bis molior] referam H nequaquam C, nec///cui///quam T 17 angelos conscios illarum rerum H 18 uereri bis in] me vereri vobis fidem dictis et veritati non adhibere H 19 vor priorum H ™f.H il f.H "f.H " Tunc CDHR 2i inflammatur H " spondent bis 35 participationem] spondentque se firmissime velle credere ac deinceps conati H ae ip- sam// "et// 28 corde deum H 29 inclamitans corde R 30 conuiciebar H 31 ad// 32 vor parati H 33 me vor ad H 34 capturi ISW 36 metuenda CH, me///tu///enda T, darauf est H ae rationem] reddere rationem D, rationem reddere H " nach possem H S8 poteram H »• ignem H 40 omnis spes C 41 tunc CDR, f. H **f.R Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. J29 meriti sanctus x Seruatius iudicantis domini pedes appetisset obtinuitque uitam 2 mihi non spiritalem 3 illam, sed corporalem istam, neque pro delectamento dierum longitudinem, sed pro penitentia tantum annos 4 septem. Ad me quoque conuersus: „Consolare iam fili" inquit, illius- que 6 angustie semper, ut 6 memor essem, indixit, 7 quod 8 meo 9 ex 5 corde preceptum 10 neque lancearum a depellat 11 ferrea 12 umquam seges neque pilorum uulnifici 13 imbres, non limati legionum congredientium enses obuia queque in mortem metentes, non terror fulminis, non omnia subruens ignis, nulli amores, nulli dolores, nulle mortes neque 14 omni morte terribiliores tempestuosi maris 15 horrores. 16 Denique in- 10 genti fama bonitatis sanctus ipse, sacris ingentior actis manum saluti- feram extendit meque 17 tenuem fere fauillam contigit. Mox diras estuantis 18 adhuc dum 19 in 80 me incendii 81 reliquias sacer 22 attactus 23 extinxit et cicatrices b obduxit incolumemque 24 me spiritum rigentibus gelida c morte menbris 85 restituit. Quem ego quanto magis tante 15 benignitatis ac potestatis intellexi, tanto minus equum est illius nostro 26 ex 27 pectore 28 uultum aboleri, 29 sed 30 illum colere, 31 sed illum uenerari, sed illius semper uoluntatem sectari. 32 Discite rumores alios ex aliis: ego calamitatis tartaree 33 presto sum testes, 34 quem tametsi natura finxit infelicem, 36 haudquaquam 36 tarnen 37 ultra ueritas arguet men- 20 dacem. Höre quidem labuntur 38 et dies et menses et anni, mihi 39 (56") inducie breuiantur terribile 40 ad tribunal repedandi. 41 Percussit tarnen iam 48 cor meum saluationis 43 magna spes simulque 44 beati 45 1 /. D, Seruatius sanctus H * mihi uitam T 3 spiritualem CDHR * VII annos H 6 -que /. H 6 vor illius H ' consuluit C 8 et H "ex meo C, 25 ex corde meo H '» preceptum bis amores /. H u f. CDR " numquam (un- quam C) ferrea CDRT 1S uulnerifici T u neque bis actis] memoriam preceptorum dei abolerent. Denique sanctissimus ille H 16 maris] maris auertent CDR u auf Rasur D 17 -que /. H 18 adhuc estuantis H •» /. H J0 /. H " incendi H 22 auf Rasur I ss tactus H " incolomemque ISW, -que /. H " membris] 30 membris meis T a6 /. H "f.H ™f.H " aboleri] a memoria mea aboleri H 80 sed bis colere /. ISW " adorare H " sectare H •• terranee C " testis CDRH " 6 fragilem auf Rasur C Je haudquaquam] numquam H »» f.H » 8 la- bentur H »• inducie mihi H *" ad terribile H 41 repedandi] Christi proparatur H 42 /. H *' nadi spes H 44 et H 46 /. T, sancti aber nadi mei H 35 » Virg. Aen. 3,45: hie confixum ferrea texit Telorum seges .. 12,663 strictisque seges mucronibus horret Ferrea. 12,283f. it toto turbida caelo Tempestas telorum ac ferreus ingruit imber. Lampert von Hersfeld 97,20 creberrimus telorum imber in- cumbebat; vgl. audi oben 84, 7. b cicatricem obducere 2. Par. 24,13; 2. Esd. 4, 7; Jer.8,22; 30,17; 33,6. c Hör. carm. 118,11 gelidaque ... morte. 40 Wilhelm, S. Servatius 9 t 130 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. patroni mei Seruatii conspectus 1 incussit ardorem illius me, 2 ut 3 nomen diligere 4 sie 6 et monumentum inuisere.' 6 Talia effatus 7 iter direxit Traiectum plurimique audientium haut 8 dissimili deuocione comitati sunt. Ibi multifariam 9 deo auxiliisque celestibus gratias referens atque 5 alia quaquauersum oratoria sanetorum penitentie fruetus parturiendo 10 cireuiens post hiemes 11 quatuor et tres hilaris deeubuit 12 utque 13 puras mentes semper amant sancti, bone iam illi conscientie sanetus fide- iussor Seruatius apparuit, 1 * illeque relabente in quatuor, unde con- creuerat, elementa corpore saneta iam 18 anima atque ad summe 16 10 trinitatis ymaginem reformata cum Seruatio, qui pro eo terras patro- cinanter adierat, ad congregationes iustorum tripudianter abibat. 17 55. a * In 18 litore Reni in monte haud 19 longius Coloniensium ab urbe manebat quidam presbyter magne uite et sanetissime. Hie solitus erat singulis fere noctibus uigilare 20 in psalmis ceterisque diuinis 15 laudibus, dilueulo passionis dominice mysteria celebrare, celebrando seipsum offerre 21 hostiam uiuam et ueram 22 altissimo. Hinc 23 sane populo longe lateque in regione illa 24 posito placuit: placuit uere et maioribus eunetis non minus clericis atque laicis. In 25 monte dum 1 aspectus H 2 /. H 8 nomen ut H * diligerem H h f. H 6 inuiserem H 20 7 affatus HRT 8 non H 9 multifarias C, multifariam bis quaquauersum] plurimas deo sanetoque Seruatio gratias referens H 10 faciendo H " hiemes bis tres] Septem annos circulum H 12 aceubuit C 13 utque bis conscientie /. H 14 ap- paruit bis iustorum] illi apparuit saneta illa anima corpore soluta cum beato Seruacio, qui pro eo terras patrocinater adierat atque ad summe eternitatis ymaginem refor- 25 matam congregationes sanetorum H 15 f.C 10 summe] summe iam D 17 adijt H; hier enden ISW 18 /. die Initiale D 19 non longe ab urbe Coloniensium H 20 vigilia R 21 nach altissimo H 22 sanetam H 2 » Hie H il f.H " In bis dum] Dum autem in monte H * Circa renum prope Coloniam agrippinam sacerdos quidam fuerat, qui deuocione 30 intime operibusque misericordie sedulo vacabat. Hie sanetum seruatium intimis zelans precordiis in suum preiri eum peculiariter aeeepit et basilicam eius traiecti illius amore crebrius visitauit. Qui sanetissime vite presbyter, cum propinquaret morti, subito beati presulis seruatij adesse letabatur presencia et in hec verba prorumpens ait astantibus: „Congaudete michi fratres dilectissimi, quia quod semper optaui iam video.* Et 35 conuersus ad sanetum pontificem omnibus audientibus dixit: „Accipe Pater usw. bis eum" bt a Von hier an wird die Textgestaltung wesentlich unsidierer. da ISW und Jo. schließen und die besten Handschriften CDR sicher Interpolationen aufweisen. Wahrscheinlich rühren die Kap. 55 bis 65 nicht von unserem Verfasser her. Siehe 40 134, 30 f. und 142, 22 f. Abs. 55 ist das Vorbild für die Vita sei Gerlaci erem. 1,18 (ASS. Jan 1,313a) gewesen. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. J3J erat, diuinis omnino uacabat. At 1 cum descenderet omnibus con- descendebat 2 infirmis et debilibus memor dominice consuetudinis, qui, 3 ne laborarent inualidi et imbecilles, semper infima petebat. Hie pauperes reficiebat, hie* infirmos uisitabat: hec faciendo omnia factus est 6 omnibus. Preterea ecclesias sanetorum memoriasque eorum semper s frequentabat et maxime beati Seruatii in Traiecto. Quadam uero die, dum more solito ascenderet 6 in montem, grauiter infirmari 7 cepit. Conuocatis 8 protinus amicis et cognatis omnia, que habebat propria, manu tribuebat. Celestia amare, terrestria conculcare hortabatur, cum 9 subito personam domini 10 Seruatii adesse letabatur, 11 et in hec pro- 10 rumpens 12 uerba ait: 'Congaudete michi, fratres dilectissimi, quia, quod semper optaui, iam uideo.' Et conuersus ad eu:n omnibus audientibus 13 'Accipe' inquit, 14 'pater Seruati, spiritum meum.' Et eadem hora obdormiuit in domino. Tunc omnes, 15 qui aderant, glori- ficauerunt deum et beatum Seruatium, uere scientes, quia saluatus est 15 per eum. 1G 56. Esse 17 dieunt in Lotharia oppidum a quoddam, oppidum qui- dem 18 nobile et regale, quia 10 regia proles, beata 20 Gertrudis, et presentia sui sanetissimi corporis 21 ornat et nobilitat meritisque 22 et preeibus gloriosissimis conseruat deique 23 per 24 misericordiam conseruabit 25 in 20 eternum. Hinc 26 uero 27 in eodem oppido feminarum congregatio 28 nobilitate generis, probitate morum et omni 29 genere uirtutum magna- rum atque probabilium; inter quas una, a 30 parentibus dieta Oda, 31 humana diuinaque pollens sapientia. Non erat illi 32 similis, in ieiuniis, in orationibus et uigiliis. Amabant illam, 83 honorabant 34 illam 36 ut 25 matrem, ut 36 sororem et filiam. Hec sane habebat fratrem, iuuenem qui- dem, 37 sed—heu! 38 —nullius probitatis, nullius 39 pietatis 40 et honestatis: 41 1 Cum at H 2 nadi debilibus H 3 qui bis imbecilles f.H 4 /. H h danach in wegradiert D 6 nadi montem H 7 cepit infirmari H 8 conuocatisque D 0 Subito cum H I0 beati T n testabatur R 12 uerba prorumpens H 18 audi- 30 entibus] audientibus dixit H u sanete H 16 /. R l6 ipsum D 17 Dieunt esse R 18 quippe H 19 quod H 20 beate H SI operis T "que f.H « quodque C 24 per] per suam C S6 in eternum conseruabit H 26 /. H S7 nadi eodem H 28 congregatio] congregatio erat H " /. CDR ao a parentibus] erat H 3I Oda bis diuinaque] vroda 01 humanarum Qua H S2 ei H » illam] omnes illam C 35 84 nadi matrem H " /. C 86 et CH S7 quendam HT 88 eheu C » B /. H 40 /. H <« honestitatis T ■ Gemeint ist Nivelles, flämisch Nyoel. Vgl. Vivien de Saint-Martin, Nouveau Dictionnaire de Geographie universelle 4,168c. W. Wattenbach, DGQ. 7 /, 145. 9* 132 Geste Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. de qualibus per prophetam dominus:» 'Non dimidiabunt' inquit 'dies suos.' Vnde contigit eum intra 1 flores adolescentie uiam b abisse 2 uniuerse terre. Licet enim omni cognationi meror,» luctus atque dolor,* sorori tarnen maior utpote non ignoranti, quia iuxta psal- 5 mistam c pluit super 5 peccatores laqueos: ignis, 6 sulphur, 7 et spiritus procellarum pars calicis eorum. Ideo pro peccatis eius nunquam flere cessauit, orare nunquam desiit. Qua d propter factum est, quod eidem sorori sue domino 8 non 9 ignorante 10 semiuigilanti apparuit 11 quadam nocte. Quem illa 12 diligentius intuens ait: 'Frater meus, an 13 alienus?' 14 10 'Frater' inquit 'tuus, 15 soror dilectissima.' At 16 illa: 'Quid est, frater?' 'Bene' inquit ille; atque illa: 'Quomodo' inquit 'bene? Si rite recordor, frater, nunquam 17 bene.' 'Beatus' inquit 'Seruatius ob- tinuit.' Illa respondit: 'Quare ille?' Frater ait: 'Quia iam tertio discalciatus et cilicio indutus ad sepulchrum eius ueni et pro modulo 15 meo eum honoraui. Non solum me, sed quotquot 18 ueniunt, eterna 19 consolatur 20 letitia. Consolatur, uere consolatur, sicut ei promisit Rome in concilio sanctorum dominus n oster 21 Jesus Christus. Hoc profecto donum misericordie sue 22 Tungrenses primitus, magis autem in animabus, perceperunt, hoc totus etiam mundus et ego licet dissimilis 2S Omnibus. 20 Audi queso soror, quod 24 dicam, audi, ut spes tua firma sit in eo, mirabile quiddam et uix credibile. Postquam hominem exiui 26 — proh 26 dolor! — deputatus 27 sum demonibus. In medio eorum quasi ouicula in medio luporum trahebar. Lacerabar, # sulphure et pice apostatarum 28 uice angelorum urebar. Vrebar 29 ferme in cinerem 30 et 25 «inter H, ante T * ire T ' dolor C * meror C 6 super] semper super CDR 6 ignis] ignis et T ' sulphul C 8 diuino T 9 /. H 10 /. H " quadam nocte apparuit T 1S /. HT 18 an] esan R M a ii us y? u tuus ] tuus j nqu { t (i) /■ 16 Ait T " nonquam D ,8 quotquot] quotquot ad sepulchrum eius H " consolatur eterna CDR ,0 consolantur T " /. DH " tungresses sue C 28 om- 30 nibus dissimilis H " quid R 26 exui T " pro R " demonibus deputatus sum H, deputatus demonibus sum T, traditus C JB apostarum T, apostatarum bis angelorum /. H " /. H 30 cineres T a Ps. 54,24 Viri sanguinem, et dolosi non dimidiabunt dies suos. b Jos. 23,14 ego hodie ingredior viam universae terrae; ebenso 3. Reg. 2,2. c Ps.10,7 Pluet 35 super peccatores laqueos: ignis et sulphur, et spiritus procellarum pars calicis eorum. d Vgl. Gregor. Dial. 4,55 (MSL. 77,421 B) idem frater, qui defunctus fuerat, nocte quadam fratri suo germano Copioso per visionem apparuit. Quem ille cum vidisset, inquisivit, dicens: Quid est, frater, quomodo es? Cui respondit: Nunc usque male fui, sed iam modo bene sum, quia hodie communionem recepi. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 133 puluerem; et ecce cum impetu inter multa milia ante cuiusdam menia 1 ciuitatis ferebar. Ab intus petebant auxilia, quia 2 nulla poterant foris habere presidia. Imminebant et ibi Spiritus maligni. Vnde 3 luctus, planctus et clamor uehementissimus. Post multum temporis aperi- untur porte ciuitatis. Egressus continuo quidam statura procerus, 5 nimium decorus, cuius facies, ut radius* solis 5 resplenduit nobis, 6 et 7 uocans 8 nominatim omnes, qui ad sepulchrum 9 eius uenerant, 10 Traiec- tum cum omni mansuetudine introduxit. Aliis uero, cum uellent irrumpere, clausa est porta. 11 Nos autem ad nutum iudicis in respectu glorie sue, ubi angeli, ubi 12 archangeli omnisque chorus 13 celestium gaudet et 10 exultat sine intermissione, pio 14 Seruatio, 15 beato Seruatio adiuuante sumus 16 positi nullius felicitatis expertes nullius gratie. Que ergo felicitas 17 soror in circumscriptum dei 18 uultum contemplari, eius inquam, 19 in a quem desiderant angeli prospicere et in quo letantur omnes sancto- rum anime! Ille 20 forsan et uere agnouerat, qui dicebat, quod b oculus 15 non uidit et auris non audiuit et in cor hominis non ascendit, quod preparauit 21 deus his, 22 qui diligunt eum. Hoc ad querendum non in- congrue apostolus hortatur: „existimo, 6 quod non sunt 23 condigne passiones huius temporis ad futuram gloriam, que reuelabitur in nobis." Hoc igitur bonum, cum plus ceteris 2 * inquirere et habere laboraret 26 20 beatus Seruatius meruit dona pociora domino 26 donante, ut uidetur hodie, accipere.' Respondit soror eius: 'Si ita est, ut dicis, quid necesse fuit iterum 27 uenire ad miserias et calamitates huius seculi et cenulentam 28rt uisitare patriam?' c Vt dicam tibi' 29 ait 'quia citius transibis a corpore et nisi per eum difficile aut nunquam, 30 quod 25 queris, inuenies.' Porro euigilans soror surrexit, gratias egit 31 et sicut certior de uisione, ita certius operabatur de omnibus. Et 82 iam tertio 1 ciuitatis menia HT 2 et C 3 Vndique H * solis radius H 5 /. H «/. H ' uocansque omnes nominatim H 8 monumentum C 9 traiectum uenerant H 10 ianua// "et// »» celestium chorus C ™f.CH u f. CH 16 positi sumus H 30 10 felicitas soror] soror felicitas maior quam H 17 uultum dei H = deum T l8 /. C 19 Ille bis in nobis /. H 20 forsitan T » parauit T 2S hijs T " sint DT »« ce- teris] ceteris hominibus T 25 vor meruit H, laboret C " dna H 27 f. H 2 ' se- mulentam H "" tibi dicam T "> nonquam D 31 egit] deo egit R " Quod CDR a l.Petr.1,12 ... in quem desiderant angeli prospicere. b 1. Cor. 2,9 Quod 35 oculus non vidit, nee auris audivit, nee in cor hominis ascendit, quae praeparavit Deus iis, qui diligunt illum. c Rom. 8,18 Existimo enim, quod non sunt condignae passiones huius temporis ad futuram gloriam, quae revelabitur in nobis. d caenu- lentus vgl. TLL. III 97,47f. 134 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. benignissimi patris de 1 sepulchro rediens, gaudens et exultans statuto tempore transiuit 2 e 3 corpore, relinquens omnibus certam spem et fiduciam magnam in 4 eo. O mira et ineffabilis 5 gratia saluatoris, 6 quia, 7 licet chaos magnum inter uiuos et mortuos firmatum sit, anime 5 tarnen bonorum, uisitant 8 suos, 9 consolantur suos in benedictionem 10 perpetuam, 11 uti 12a et ipse dominus 13 Jesus Christus beato Martino adhuc cathecumino apparuit in conuentu 14 angelorum representans ei uestem, quam priori die pauperi dederat. Alia 16 alii per Jesum unicum saluatorem nostrum. b 10 57. Opere 16 pretium est, o philochristi, nomen sancti huius multi- pliciter propalare, qui reuera ab eo, de quo psalmista canit: c 'Deus meus, misericordia mea' mundo labenti est destinatus ianua miseri- cordie. In eodem 17 oppido, de quo superius sermo, inter 18 puellarum gregem mulier mulieri superiori equiuoca erat, que nobilis nobilem 15 in seculo nepotem 19 habebat: Viuebat idem secularium more, qui profecto nihil periculi putant stipendiis suis uiuere, sua 20 omnibus modis retinere, iras, 21 inimicitias pro suis habere, qui nesciunt illud apostoli perpendere: 22d 'Mundus transit et omnis eius concupiscentie." 1 in ff • migrauit ff » a ff * ex C 6 effabilis T 6 /. ff ' qui T 20 8 /. T 9 f.T 10 benedictione ff " perpetua ff, eius perpetuam T 1J uti bis saluatorem nostrum /. ff 13 dominus] dominus noster R u conspectu T 16 Alia bis nostrum /. T 10 Opere bis misericordie /. ff " f. ff ls inter bis mulier] mulier quedam inter gregem puellarum ff 19 habebat nepotem in seculo ff 20 sua] et sua ff 21 iras bis nesciunt] nescientes ff 3S perpendere apostoli D 25 B Sulpicius Severus vita sei. Martini Kap. 3 (MSL 20,162B = CSE I tl3, i5) nocte igitur insecuta, cum se sopori dedisset, uidit Christum (sc. Martinus) chlamydis suae, qua pauperem texerat, parte uestitum . intueri diligentissime Dominum uestem- que, quam dederat, iubetur agnoscere. mox ad angelorum circumstantium multitudinem audit Jesum clara uoce dicentem: Martinus adhuc catechumenus hac me ueste con- 30 texit etc. b Dieser Zusatz, der in der Handschrift T fehlt, besagt, daß andere Anderes um Jesu willen berichten. Abs. 57 ist in der Tat weiter nichts als die nur wenig variierte Wiederholung von Abs. 56, er darf als Interpolation gelten. Gegen unseren Verfasser spridit allein die Anrede o philochristi. Er braucht eine soldie nur einmal oben S. 108, 21 o posteri, aber diese ist nicht geistlich. Außerdem läßt 35 sich aber unser Verfasser so grobe Wiederholungen nirgends zuschulden kommen. Schwieriger ist die Frage zu entscheiden, ob der Passus Alia alii etc. sich auch auf die nach Abs. 57 folgenden Wunder bezieht. Vieles spricht dafür, besonders der Schluß Abs. 66 unserer Version; er schließt sich schlecht an Abs. 65 an; Abs. 65 ist sicher Interpolation. Weiteres siehe in der Anm. 142, 22f. c Ps. 58,18 40 Deus meus, misericordia mea. d 1. Joh. 2,17 Et mundus transit, et coneupiscentia eius. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 135 Hic quadam tempestate annuatim redeunte natali presulis 1 gloriosi Seruatii discalciatus et in laneis 2 pedes Traiectum adiit, fidele patro- cinium sancti huius fideliter implorauit, imploratum sibi promeruit, ut in sequentibus parebit. Inde regressus octauo die ab inimicis comprehenditur 3 et occiditur. Ea 4 uero, cuius suprameminimus, neptis 5 eius assiduabat supplicia pro salute anime, elemosinis attentius insiste- bat, uigilias plus solito ducebat et, cum eatenus pie conuersationis uitam insueuisset commendabilem, in conspectu diuinitatis eterne am- pliabat. 6 Infra triginta 0 dies 7 obitus illius hec 8 agebantur, cum una noctium semiuigilanti in precibus iuuenis apparuit 9 et 10 requisitus, 11 10 qualiter esset 12 ei, utrum 13 cum electis an 14 reprobis sortem accepisset: c Bene' inquit 'dulcis 15 amica, ne formides. Dexteram, quo 16 aufugit 17 dolor et tristitia atque suspirium fidelium quoque anime 18 fidelium iocunditate letantur, accepi sinistramque, 19 que malorum 20 exercet penas et ad impia tartara mittit, 21 euasi. Ante octauam diem, qua morte 22 15 multatus sum, pii Seruatii limina adieram, 23 cuius fidele 24 patrocinium, quod 26 fideliter imploraueram, 26 feliciter expertus sum 27 potenter posse: indistricti 28 examinis iram dum debitum supplicium auertit 29 impetrans 30 mihi indebitam misericordiam.' Satisfecit 31 audienti cum uerbis letitie loquentis 32 leta effigies et certior facta: 33 c Quanam' inquit'dignitate 20 pollet Seruatius ille 34 inter Celestes?' At ille: 'Seruatius' inquit 'de quo fideliter requiris, seruator 36 est curie celestis.' In hec ultima uerba loquentis uisio finita est hec 36 audientis. 58. Henricus» Leodiensium 37 episcopus impetrauit ab imperatore Henrico, quoddam Seruatiane possessionis predium, quia fere tertia 25 1 gloriosi presulis (principis H) CH ! lineis R, lautis H s comprehenditur et] comprehensus H 4 Ea bis ampliabat] Supradicta neptis eius pro salute anime eius orationibus et elemosinis attentius insistebat plus solito dicens vigilias et commendabilem pie conuersacionis uitam ducebat H 6 ampliauit R 6 dies XXX CD ' nach illius R 8 hec bis cum] in H 9 astitit C ,0 /. H » requisitus] re- 30 quisitus ab ea H la esset ei] haberet H " utrum bis accepisset /. H ,4 aut R 16 /. H le qua D, quam H 17 aufugit bis quoque /. H 18 fidelium anime H 19 sinistramque bis ad /. H "> f. C " /. H 22 morte multatus] occisus H 28 adierat H '* fide H •» mihi H a6 imploranti H »' sum] sum quo D 18 in districti bis iram] apud districtum indicem H 89 avertens H 80 impetrauit H 35 31 Satisfecit bis effigies] leta H " leta loquentis C " effecta H " vor Seruatius C, iste H, f. R " seruator] secundum nomen suum seruator H 3 « et H 3 ' leodicensium D 8 Heinrich von Toul seit 1076 Bischof von Lattich, f 2. XL 1091, vgl. MvK. 4,366. 136 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. pars possessionum eiusdem beati Seruatii regibus deputatur, ita tarnen, ut nonas et decimas ex Omnibus ipse sanctus accipiat. Hoc igitur episcopus 1 impetratum cuidam episcopii sui uassallo Lamberto" de Foron in feodum 2 concessit. Ille exheredato legitimo possessore, 5 uidelicet pio Seruatio, tenuit illud, quamdiu uixit. Eo mortuo a comite Louaniensi b peruasum et cuidam militi Eustachio predictum con- cessum est predium. Interim Traiectenses canonici possessionem sui 3 domini multis proclamationibus repetebant, sed non erat, qui audiret aut iudicaret. Placuit tandem beato Seruatio, ut sibimet ipse 10 aduocatus 4 existeret. Cuidam ergo heremite per uisum apparens predicti Eustachii auunculo denuntiari iubet, quod eodem anno uite esset terminum habiturus. Quod et factum est. Illo itaque mortuo per eundem heremitam ipsi Eustachio comminatur, quod propter supradictam possessionem ipso anno mortis subiturus esset sententiam. 15 Credidit ille in morte 5 auunculi ueritatem nuntiantis expertus tan- demque penitens sibique bene 6 consulens pii confessoris sepulchrum nudis adiit 7 pedibus, culpam fatetur nee solum, quod exigebatur, 8 reddidit, sed et sua saneto deuotus et humilis optulit. Deinde 9 peni- tentie uiam ingressus peregrinationem suseepit in Gallitiam ad suffragia 20 sancti Jacobi apostoli 10 beato Seruatio se suamque uitam committens. Cum igitur isset iamque in reditu esset, graui infirmitate correptus prenuntiate sibi mortis tempus adesse credidit. Tunc pie et 11 humi- liter compunetus fidelem Seruatium, cui se commiserat, lacrimabiliter interpellauit, ut 12 sibi aut celerem mortem aut celerem indulgeret sani- 25 tatem, quia propter eum socii itineris tardabantur. Mox autem, ut hec orauit, misericordia dei et beati Seruatii dormire eum fecit. Statimque, ut a somno surrexit, ita sanum se sensit, ut tarn subitam uirtutem ipse mira- retur, rediensque ad seruatorem suum fidelem Seruatium immensas gratias retulit omnibus contestans in se manifestam uirtutem illius et pietatem. 30 • epc////// impetratü C 8 fiodum R 3 domini sui D * nach, ut R 5 mortem R ' f.R ' adit D 8 exigebant C 9 Denique C 10 f. CD " et hu- militer] humiliterque C ,2 ut bis sanitatem] ut sibi aut celerem sanitatem aut celerem mortem indulgeret, aber wegzuradieren versucht C a Diesen Lambert de Foron kann ich nidit nachweisen. b Gemeint ist Graf 35 Heinrich IV. von Löwen, der in Rudolfs Gesta abbatum Trudonensium 4,10 (MG. SS. X 250,13 f.) als ein Hauptstörenfried nach dem Ableben Heinrichs I. von Lattich erwähnt wird und der 1095 nach Kap. 77 des Chronicon sei Huberti Andaginensis (MG. SS. VIII 609,50f.) mit Otbert von Lüttich in Fehde lag. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 137 59. Quia iuxta uerbura angeli ad Tobiam honorificum 1 est opera dei reuelare et confiteri, quidam episcopus de Saxonia, ut audiuit beati Seruatii uitam nobilius l conscriptam, nobilius dictatam, toto affectu cordis eandem 2 querebat 3 ab amicis querere non disistebat. Erat autem* in Helisatia 5 quedam abbatissa magno genere orta. 6 Hec nota 5 eius et propinquitate prosapie et dilectionis magne in domino. Ipsa habebat libellum eius, pro quo nuntii 7 et littere plures uolabant in medio. Frequenter sane in hoc ipso agebant. Attamen desideria bonorum dilata non pereunt, sed amplius crescunt. Qua propter descendit ad eam cum militibus non minus uicenis. Erat autem 10 gaudium utrisque. Pueri 8 uero, ut in Maio mense est, 9 in pascuis cum equis. 10 Erat castellum nee 11 longius ab eis. Inito consilio, b qui in ipso erant, 12 tollere equos omnino laborabant. Dominus uero episcopus prenimio desiderio incenatus 13 lectioni uacabat usque mane nolens desistere, donec libellum perlegisset. Interea fatigatus somno 15 caput in manibus deposuit et obdormiuit et ecce: aderat, cuius uitam legebat, et omne consilium iniquorum retexuit. Expergefactus gratias egit et misso puero omnes equi et homines saluati sunt ipso antistite dicente, quia non 14c est similis tui in diis, domine, et non est seeun- dum opera tua, beatissime 15 pater Seruati. Post triduum uero pontifex 20 ad sua rediit, maioribus et minoribus opera 16 patris amantissimi ubi- que 17 reuelans et opera magni dei. 60. Abbatissa de Belisia 18d religiosa deuotione uitam eandam huius sancti legere consueuerat et pre nimio affectu, quo innixa 19 super eum erat, quocumque isset, libellum nunc 20 secum frequenter 21 ferebat. 25 Accidit autem quodam tempore, cum in 22 partes Helisatie perrexisset, ut in domo episcopi, apud quem hospitata erat, 23 quidam eius fami- liaris clericus esset, qui in Ulis locis graues inimicitias 24 et uite sue insidiatores haberet. 25 Moris est enim apud duros regionis illius 26 I nobiliter T • /. CDR » /. T 4 autem] enim T 6 elisatia C • /. T 30 7 nutu R 8 Pueris R 9 f.T, in C erat, aber dann wegradiert ,0 nadi equis et erat wegradiert C « non CD "f. DR " incentatus T u non est nadi tui CD 15 /. D "f.T 17 ubique] Seruacii ubique R 18 Bellisia T " mixta C 20 nunc] nunc semper7" "f.T "ad T "fueratF " inimicias T " habebat D ™f.C II Tob. 12,7 opera autem Dei revelare et confiteri, honorificum est, mit diesem 35 Zitat beginnt bei Jo. 62 (117,25). b Der Text sdieint lückenhaft zu sein. c Ps. 85,8 Non est similis tui in diis, Domine, et non est seeundutn opera tua. d Den Ort kann ich nicht nachweisen. 138 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. incolas ad inferendam ultionem inimicitiarum etiam sacro clero non deferre reuerentiam. Hie ergo clericus, 1 cum uigilie nocturne 2 agerentur, regressus a monasterio libellum supradicte uite sedili 3 superiacentem repperit sedensque cum lumine diu cupitam sibi uitam legere cepit. s Itaque, cum legeret, somno repente corripitur paululumque dormitans uidit senem assistere ueneranda canitie talia sibi dicentem: 'Quid' inquit 'dormitas? Surge et mortem instantem quantocius effuge saluatus beneficio Seruatii, cuius uitam legis.' Exiliens ille subito clamat sibi subueniri, talia sibi sanetum Seruatium dixisse. Iam sibi 10 equus pararetur, 4 ne dissimulans ab inimicis comprehenderetur. 6 Cum- que ei diceretur somnium esse, somnium e non esse credendum: 'Nunquam' inquit ille 'uanum hoc 7 reputabo somnium: iam inimici in uicino sunt.' Ascenso igitur equo quantocius erupit fugam suam salutemque 8 fideli Seruatio magna fide committens. Vix autem milia- 15 rium unum quamuis uelociter currens euaserat, cum ecce multitudo armatorum domum irrumpens incredibili furore euneta perturbat, euneta diuersoria queque cubiculorum 9 abdita debacchando perrumpit, 10 leeta 11 quoque cecis gladiorum ictibus appetit, si forte iacentem clericum in quolibet contigisset detruncari. At ille fugiens atque 12 saluatus, mag- 20 num omnibus fuit exemplum 13 non perdere illos gratiam, qui huius sancti pie ac fideliter legerint 14 uel 16 audierint uitam. 61. Eadem abbatissa aliquando infirmata sie iacebat per tres dies, ut in sola mortis expeetatione pendere uideretur. Visum est ei appa- rere 16 sibi beatum Seruatium in habitu sacerdotali, baculum in sinistra, 25 thuribulum tenentem in dextera: cuius pallium, quo indutus esse uidebatur, cappam uidelicet, sicut moris est episcopi fieri, 17 sequens iuuenis utraque manu a brachiis exerebat. Cumque thuribulum 18 sibi quasi pro incensi odore obtulisset, tanquam ab ipsis faueibus mortis reuocata in seipsa experta est, pium esse et 19 salubre memoriam 20 so tanti pontificis habere. 62. Item clericus quidam Aquensis infirmatus et iam in confinio mortis positus hoc modo per eundem beatum Seruatium ad uitam 1 /. CDR 2 nocturnis T 8 sedile C * paretur R 6 caperetur D a somnj/// non C 7 esse T, reputabo hoc R 8 que /. T 9 cubitorum C 10 irrumpit C, 35 prorumpit R « leeta bis appetit /. T " et T ls exemplum fuit omnibus CDR u legerunt T " aut T 16 sibi apparere T " f. R 18 sibi thuribulum T ] » ac CT 20 vor habere D Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 139 est reuocatus. Vidit beatam dei genitricem Mariam in throno seden- tem et hinc inde assistere Uli x beatum Seruatium sanctumque Nicho- laum, uidelicet, quibus ipse deuotus fuerat, pro se orantes. Ipsum autem beatum Seruatium propius astare et attentius orare atque ipsi beatam 2 Mariam salutem eius, pro quo rogabatur, annuere. Cui rei 5 fidem 3 fecit statim subsecuta sospitas. Nam deinceps conualuit, qui iam magna 4 ex parte premortuus fuerat. 63. Quidam Coloniensium clerici simul 6 et laici ierant ad ora- tionem in Jerosolymam. Cumque in mari tempestate laborarent, uo- tum fecerunt de 6 rebus suis quindecim libras, incerti cuiuslibet sanc- 10 torum seruitio eas deuouentes, uidelicet cuius patrocinio et presens periculum euaderent et de reliquo securi 7 iter peragerent. At 8 cum incerti essent de patrono et singuli pro suo quisque arbitrio uel affectu 9 illum atque illum sanctum preferrent in patrocinio, hi, 10 qui erant sanioris consilii, incertitudinem hanc dubiam abhorrentes in 15 crastinum rem detulerunt, dei potius ordinationi committentes, non quem ipsi eligerent, sed quem ipse eis dignaretur tutorem annuere. Itaque mane orto uel occulta edocti cordis inspiratione uel aperta noctis commoniti uisione manifeste uero grauissima compulsi immi- nentis periculi necessitate omnes unanimes uno uelut ore pium incla- 20 mitant 11 Seruatium: eum pre ceteris tunc 12 sibi clementiorem fore iu- dicantes, cum lacrimis inuocant et eligunt adiutorem supradictas quindecim libras eius specialiter seruitio deuouentes. Postquam uero hoc uotum, ut dictum est, ipsi specialiter assignauerunt, extunc et deinceps nullum passi periculum omnes incolumes ad sua reuersi 25 sunt. Pecuniam illam, quam sancto 13 huic 14 deuouerant, persoluunt in quadam ecclesiola 15 nomini eius dicata," que olim a beato Se- uerino in eo 16 loco, quo super eumdem beatum Seruatium a Roma redeuntem hospitio susceptum et orantem noctu celitus luminis 17 columnam dimissam uiderat, quo etiam in transitu sancti Martini 30 celestem melodiam audierat, constructa 18 et Porta Celi nuncupata, nunc autem per incuriam neglecta erat atque deserta. Hanc itaque 1 ei C, f. R ' beatissimam R 8 fidelem D * ex magna R 6 simul et laici f. R 6 de] deo de R 7 securi iter] securiter T 8 Ac T 9 effectu R 10 hü CD " inclamant CDR " tum T ls huic sancto T u f.C » ecclesia D 35 16 eodem T " columnam nubis T 18 constructam D 11 Vgl. oben 53,20 f. 140 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. restruunt totum altaris ibidem restituentes seruitium et luminare in perpetuum. 64. Habetur in 1 monasterio 2 eius clauis illa, 3 quam ab apostolo 4 Petro accepit, 5 dum 8 oraret apud 7 eum pro imminenti excidio Gal- 5 liarum. Que 8 huius uirtutis esse 9 dinoscitur, ut, si quando soricum» pestis aut tale aliquid agros inuaserit, ipsa per agros deportata omnem huiusmodi 10 putredinem funditus extinguat. Testati sunt clerici, qui eam aliquando per agros Hasbanie, Tessandrie 11 atque Saxonie circum- tulerunt, cum eadem, qua ierant 12 uia 13 repedarent, 14 se aceruos 16 in- io uenisse soricum extinctarum. Hec aliquando cum thesauro ecclesie a 16 furibus noctu sublata est. Clerici autem pro ea potius quam pro thesauro non modice contristati statuunt 17 pro hoc communiter inuo- care dominum triduanumque ieiunium atque solempnes letanias sibimet indicunt. Cum igitur letanias agendo longius procederent, 18 uident is eminus cuidam spineto b maximam 19 auium 20 multitudinem insedisse deo utique 21 per 22 hoc eius 28 rei, pro qua rogabatur, indicium dante. Siquidem fures, cum partem thesauri 24 destraxissent, diuinitus perterriti reliquam partem et 26 ipsam clauim sub illo 26 spineto fossa humo absconderant. 27 Foderunt 28 igitur et ita inuenerunt. Sed quod ad 20 cumulum doloris accessit, ipsam clauim in duas partes fractam reppe- runt. Cum igitur fidelibus ac probatis artificibus redintegranda com- mitteretur nee quemquam eorum sequeretur effectus, dolentibus et anxiis 1 in] apud traiectum in ff 2 basilica bt 3 illa] illa argentea ff 4 apostolo] apostolo eius ff 5 aeeeperat T 6 cum ff ' apud bis imminenti] rome ad tum- 25 bam illius pro ff 8 Que] que clauis ff 9 esse] adhuc esse ff 10 funditus pu- tretudinem huiusmodi ff " Taxandrie DR 12 uenerant ff 13 vor qua R 14 re- dirent ff " extinctarum soricum aceruos inuenisse H I6 a furibus noctu] noctu fürte H 17 statuunt bis sibimet] ad inuocandum dominum (?) triduanum pro eo ieiunium statuere et letanias solempnes H 18 processissent H t9 auium maximam R 30 20 multitudinem auium C " f. ff 22 pro R " huius D, f. bt, eius bis dante] dante indicium pro quod rogabatur ff 24 detraxissent auri ff, thesauri bis reliquam partem /. C " et bis clauim] cum ipsa claui ff 26 ipso ff " abseunderant C, absconderunt D 28 Foderunt bis effectus] Fodientes ergo locum ea, que diximus inuenerunt, sed heu ipsam sanetam clauim in duas partes fractam a furibus inuenerunt. 35 Fidelibus ergo ac probatis artificibus rediente granda nequaquam effectum (?) affectus consequitur ff * Das Wort ist nicht gerade häufig; es kommt besonders bei Plinius vor. Servius macht zu Georg. 2,30 eine grammatische Bemerkung darüber, die dann Isidor in seine Etym. XII 3, 2 (MSL. 82, 440B) herübernahm. b Das Wort ist 40 ebenfalls selten: es findet sich bei Virg. Buc. 2,9 und bei Plinius. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. J4J omnibus apparens 1 uni ex clericis fidelis patronus 2 Seruatius, non posse ait arte humana refici, 3 quod ab homine factum* non esse 6 constaret; querendum esse 6 diuinum auxilium, 7 ubi humanuni 8 succumberet ingenium. Sic 9 itaque commoniti post solis occasum altari illam imponunt, et ad matutinorum solempnia surgentes integram ac solidam 5 recipiunt deo ac prouisori suo, beato Seruatio, gratias in omnibus agentes. 10 65. a Mulier quedam uenit ad monasterium huius beatissimi 11 Ser- uatii, que miserabili peste ueneni intumuerat adeo, ut tamquam follis uento inflante distentus, ita totius corporis eius pellis turgida ac dis- 10 tenta uideretur. Aderat tunc quidam clericus, nomine Rado, ipsius monasterii atque sacrarii custos, cui miseranda mulier magnopere sup- plicabat, ut sibi de pignoribus beati Seruatii aliquam benedictionem impenderet eo, quod haberet fidem, quod uirtute eius ab illa morte / posset liberari. Visum est predicto clerico particulam dominice crucis, 15 que ibi habetur, aqua lauare et ipsam aquam petenti mulieri fideliter propinare. Quod cum fecisset et illa magna fide bibisset, egressa statim tantum noxii humoris euomuit, ut mirum esset, unius hominis corpus 12 tantam mortem qualiter unquam ferre potuisset. Mox reuersa cum magna uoce magnisque lacrimis gratias agebat ostendens in 20 membris suis laxas pelles, quas illa pestis uomitu egesta uacuauerat, ut, qui illam ante non uiderat, 13 in hoc aduertere posset, 14 quid 16 passa uel a quo tarn benigne liberata misset. 16 1 apparens bis Patronus] cuidam preclaro ex canonicis apparet Sanctus H a patronus] patronus beatus bt 3 reparari H * non factum H b f. H 6 fore C, 25 vero H ' consilium bt 8 succumberet humanum H 9 Sic bis agentes] Nee mora post ammonicionem, cum completorium persoluissent clauim sanetam super altare ponitur (!) et ad matutimorum solempnia consurgentes integram, ut prius fuerat, solidamque recipiunt H 10 agentes. Hie finem negotio dantes sanetum amemus seruatium et inuocemus, vt sequestrum inter nos et deum ipsum iugiter habeamus bt; 30 dann in b rot: Explicit vita sancti seruatij tungrensis episcopi et confessoris; in t rot: Explicit legenda de saneto seruatio episcopo || agentes. Occurrunt hoc loco enar- randa quam plurima beati Servatii miracula, que per eum incessabiliter usque hodie diuina operari non cessat dementia. Sed quia nimis longum est, si uniuersa parti- culariter enarrare, uelimus dei hec operantis magnificentiam uniuersaliter laudemus, 35 cui laus sit et gloria in omnia secula AMEN; dann rot: Explicit Uita sanetissimi Seruacij Tungrensis ecclesie antistitis T " beati D 1! tantam corpus R ls ui- derant CD " possent CD " qui/// passa R le f. R a Vgl. oben 134,30f. 142 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 66. a Patescisne tandem per hec diuina in Seruatio pietas inque deo Seruatiana potestas ingensque Seruatii meritum ingentiusque in celis premium? Quantus est hie, qui tanquam b splendor firmamenti ab ortu usque ad occasum luminosus mundo processit, quem uitaliter 5 adhuc in terris positum archani 0 sui deus esse conscium uoluit, ut tanquam iudicium celestium unus prenosceret, quo mundus supplicio lustrandus foret! At quia ineuitabile fuit Seruatium pro miseris orare, imminens exitium in annorum septuaginta inducias potuit protelare. d Quantus, inquam, est, quem 1 Romulidis uenturum reuelatio superna io predocet, 0 cui dominum dominorum uenienti obuiam uenire non dedecet, f quem Petrus claue claudendi et aperiendi uice sua prefert,« cui fons uolenti ante pedes scaturit,' 1 cui supersessuro tellus obuiam instar puluinaris inturgescit, 1 qui marmor fractum redintegrat, k cuius funeri operiendo sericum deferentes angeli ministrant! 1 Hiccine ad is similitudinem Moysi dubitabatur 2 deus etiam posse dici, qui precluit inter eos, quibus data est potestas filios dei fieri, et omnium elemen- torum obsequio potitur uice dei? Parumne armipotenter fortissimos etiam gentium deos deuicit, quorum, que putabantur, sibi officia induit? Quis armiger m aderat interim Ioui, dum alis 3 aquila Seruatio 20 pariebat umbram dormienti? Vt quid iam Jupiter laneibus imposita 1 quam R s dubitabitur R 3 aquila alis R a Daß dieser Schluß, der allein in den Handsdiriften CDR steht, nur der Fassung ISWABCDRH angehört, nicht aber der Fassung T, deren Schluß in der Variantenangabe 141,32 f. mitgeteilt ist, geht daraus hervor, daß darin zum 25 Beispiel auf die Wunder in Kap. 40, 51 und 53 angespielt wird, die der durch T vertretenen Fassung fehlen. Äußerst merkwürdig ist nun aber, daß dieser Schluß keines von den Wundern erwähnt, die CDRT mehr bieten als ISW, denn die Bemerkung 143,17f. braucht sich bloß auf Kap. 54 zu beziehen. Sie würde im höchsten Falle die Echtheit des Plus von CDR bis Kap. 56 eingeschlossen beweisen. Dazu 30 kommt, daß von Kap. 55 an sich eine ziemliche geistlich-pathetische Geschwätzigkeit breit macht, die sonst bei unserem Verfasser nicht nachweisbar ist, und daß ferner gar keine an antike Autoren erinnernde Stellen sich finden. Auffallend ist auch, daß die Orts- und Personenangaben in diesem Teil besonders unbestimmt sind. Kurz und gut, die Kap. 55 — 65 sind dringend verdächtig, eine Interpolation zu 35 sein. Man wird den Vorgang so auffassen müssen, daß der Schreibe: der gemeinsamen Vorlage von CDR an Kap. 54 die Plusstücke der Fassung T anfügte und dieser dabei die ihr fehlenden Kap. 57, 58 und 65 einschob. Letztere können sogar noch eine spätere Interpolation sein. h Dan. 12,3 quasi splendor firmamenti. c Vgl. oben 37,5. d Vgl. oben 64,11. * Vgl. oben 42,9. ' Vgl. oben 44,14. e Vgl. 40 oben 47,9. >' Vgl. oben 52,12. 'Vgl. oben 58,8. k Vgl. oben 41,7. ' Vgl. oben 61,13. m armiger Jovis vgl. Virg. Aen. 5,255; 9,564; vgl. oben 51,17f.; vgl. ferner TLL II 614,27f. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 143 fata 1 trutinat," dum Seruatius plectens proteruos protegensque sub- iectos b querulosam de fato sectam disturbat? Namque, si fato, non arbitrio ad fas nefasque c rapimur, neque laus, optimis neque crimen sceleratissimis iuste 2 destinatur. At Seruatius iusticie ardore super astra transuectus bonos adiuuat, scelestos cruciat. Haud igitur fato s quemquam propelli, sed iudicio ferri comprobat. Idem quandoquidem potenti prece fulminum iacula calumpniosos torquet' 1 in nautas, quid 3 uulcania in tellure poliunt Ciclopes Ethnei, nisi ut uocentur offici- perdi? 0 Quonam et Juno in aere uel quonam Eolus f uentorum in carcere regnat, si neque niuis fauillam neque pluuie guttam hostilem 10 super tumulum deferre quibant, tametsi uentis tolli tectum illius diui- nitas uera decreuerat? Dari militie uictoriam Christiane Seruatius cum iudicat, 4 neque Martis templa neque Palladis Egida curat.s Pudi- citiam sanctimonialium Seruatius stupris 5 eximens, Veneris extrudit turpidines. 11 Qui, dum et naufragos periculis eripit, num et Nep- 15 tuno sceptrum occeani seuumque tridentem de manu laute non extorsit?» Sed enim et Stigiis destinatas G umbris qui animas liberat, quam pulchre fabulas regni Plutonis adnichilat! k Non unum ergo deposuit hereticum Effratan, 7 sed in omni loco et tempore partes 1 facta R 2 f.R 3 qui R 4 indicat D 5 eximens stupris C e destinatis D 20 ' effratam D, effrata R, effratam in effratan geändert C a Virg. Aen. 12, 725 Juppiter ipse duas aequato examine lances Sustinet et fata imponit diversa duorutn. b Doch wohl Virg. Aen. 6,853 Parcere subiectis et de- bellare superbos nachgebildet. c Lucan 5,312 ipse per omne Fasque nefasque rues? und Cicero de fato 17 Si omnia fato fiunt, omnia fiunt causa antecedente: et si 25 appetitus, illa etiam, quae appetitum sequuntur. Ergo etiam assensiones. At, si causa appctitus non est Sita in nobis, ne ipse quidem appetitus est in nostra potestate. Quod si ita est, ne illa quidem, quae appetitu efficiuntur, sunt sita in nobis. Non sunt igitur neque assensiones, neque actiones in nostra potestate. Ex quo efficitur, ut nee laudationes iustae sint, nee vituperationes, nee honores nee supplicia. '' Vgl. Virg. Aen. 30 4,208 genitor, cum fulmina torques, oben 112,15. c ' Virg. Aen. 8,422 Volcani domus et Volcania nomine tellus . . (424) Ferrum exercebant vasto Cyclopes in antro . . (426) His informatum manibus iam parte polita Fulmen erat . . (440) Aetnaei Cyclopes, und Disticha Catonis 4, 43 Qratior offieiis, quo sis mage charior, esto, Ne nomen subeas, quod dicitur offieiperda. f Virg. Aen. 1,140 illa se iactet in aula Aeolus et clauso 35 ventorum carcere regnet; vgl. noch 1,52f. und oben 75,11. « Virg. Aen. 8,435 Aegida- que horriferam, turbatae Palladis arma,... polibant (sc. Cyclopes). b Vgl. oben 109,15. 1 Virg. Aen. 1,125f. sensit Neptunus . . . (131) dehinc talia fatur. . . (138) non illi (sc. Aeolo) imperium pelagi saevomque tridentem, Sed mihi sorte datum; vgl. oben 113,20. k Ovid. Met. 1,139 Stygiisque admoverat umbris; Lucan 5, 667 Et dietator eam Stygias 40 et consul ad umbras; 6,569 Stygias mandavit ad umbras; vgl. noch 6,653. 144 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. insequitur ac destruit Sathan. la Age denique, qui leprosos, b qui ener- guminos 2 mundat, qui cecos illuminat, qui febricitantes, qui frene- ticos, c qui paralyticos d curat, qui surdos, qui mutos de priuationibus in habitum recommutat, an non satis facete 3 sapientiam seculi con- 5 futat? Nonne 6 syllogisationibus infatigabilibus negant Aristotelici 4 ceco facto uisum, caluo comam, edentulo rursus posse dentes oriri? Ac 5 sunt reuera, sunt naturaliter hec inreuertibilia, neque aliter primo Christianismi tempore pro tanto stuperetur miraculo, quocieslibet talis apparuit 6 restauratio; nunc uero per Christi gratiam huiusmodi Signa 10 tarn penes Seruatium quam et alias per ecclesiam ita sunt assidua, ut dicantur, ut 7 equidem sunt, beneficia, non iam uideantur mirabilia. Ineptas autem coram deo dialecticorum regulas Seruatius ostentans nequaquam ab illo, si dici fas est, consanguineo suo degenerat, qui sole f super terras presente, dum inter horas sextam et nonam in cruce :5 tripudians diem abstulit, syllogismorum ypotheticorum argumenta falsi- tatis arguit. Siquidem et sol super terram et nox fuit, aut si tenebris tempore diurno inductis mundo dies fuit, contra eosdem syllogismos et dies fuit et non luxit. Quid ipsa mater castitatis beati Seruatii, beata Maria 8 uirgo, affinis? Pulchriusne an utilius Tullium, 9 « facundi- 20 tatis rethorice ducem, confudit, que ratiocinationibus 10 contraria illius et peperit et post partum uirgo fuit? Haudquaquam' 1 ergo tantorum Seruatius indignus affinium anne, dum tempora et regnum et loca he 1 sathane R 2 inerguminos CR 3 facere R * Aristhotelici D 5 Ac C b a 6 apparuerit R ' ut equidem C 8 uirgo maria D 9 Tullius D, illum (auf Rasur) 25 Tullium R 10 rationacionibus D a Vgl. oben 39,13f. b Vgl. oben 121,15f. c Vgl. oben 57,19. * Vgl. oben 122,25. e Der Verfasser spielt wohl auf Marl. Cap. 4, 368 (119, 6f.) Habitus et Orbatio ita sibi opponuntur ut in ea re, cui euenire possunt, alterum eorum necessario insit ex illo dumtaxat tempore, quo ea natura esse permittit, ut dentatum eum dicimus, qui dentes 30 habet, edentulum uero non illum dicimus, qui dentes non habet, sed cui natura inest ut habeat ex illo tempore, quo natura permittit ut habeat.... hoc ergo tertium genus oppositorum differt a primo relatiuorum eo, quod cernentia ita opponitur caecitati, ut eiusdem caecitatis non sit aut ad eam quodam modo referatur . a secundo genere, id est contrariorum, illud differt ab his dumtaxat contrariis quae habent medium, 35 quod cernentia et caecitas intelleguntur erga oculos, ut alterum eorum necessario insit etc. an. f Matth. 27, 45 A sexta autem hora tenebrae factae sunt super uni- versam terram usque ad horam nonam = Marc. 15,33; Luc. 23,44; vgl. oben 59,14. « Liegt hier eine Anspielung auf De divinatione 2, 22 vor? b Hierüber ist in der Einleitung gehandelt. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. 145 Henrici imperatoris quarti tot signis clarificat, non hostium etiam illius philosophos debilitat asserentes in potestate Henrici non posse deo seruiri, 1 eo, quod ei non communicant ipsi eius inimici? Henricus quippe illos ense, torre uastationeque persequitur et ipsi, quoad possunt, eum. Similium operum idem est Judicium. Seruatius uero, s dum utrimque superbos dissimulat, supplicibus autem suis utrimque appropians apparitionibus, alloquutionibus et beneficiis 2 communicat, num quid non excommunicationis uim apud inferentes non magis quam apud commerentes locatam esse affirmat? 67. Deus 8 eterni rector regni deique Christe coequalis splendor 10 et tili 4 comparque maiestas spiritus sancti, deus estimatione melior, intellectu potentior, spe clementior, quem cuncta expetunt fontem plene 5 perfectionis, unum nulliusque societatis indigum, 6 non tarnen adhuc equidem omnes omnino abdicare paras, quibus tantis presentie tue miraculis per sanctos tuos appropinquas. Te ergo sempiterni is pater filii, te ineffabilis Adonay per Christum petimus, quem a te clementie pignus accepimus, quem aduocatum dicimus, cuius hu- manatione nichil unquam melius ex diuina munificentia commeauit ad hominum genus, per Christum, inquam, petimus, quoniam quidem equitatis proprie fiducia caremus, ut famulos tuos per te tibi deuotos 20 attendas et a tuis templis et aris et aditis, a uita celesti et societate bonorum, a communione sanctorum ceterisque muneribus tuis ob nullius iram aut maledictionem arceas, sed in finem usque nobiscum, qui 7 policitus es in filio tuo, permaneas. Aduersarios uero ueritatis, b siue homines siue demones, concordie hostes, pacis 8 osores, sedicio- 25 num ac scelerum concitatores, aut preceptis tuis inclinabis aut merita talione uiuos mortuosque multabis perniciosorumque ex unguibus hu- miles tuos liberabis. 9 Quos autem sanctorum tuorum clarificationibus 1 seruire R 2 benificiis C 3 kein Abs. C * filii R 6 perfectionis plene R od 0 indignum C ' quj C 8 paci CDR 9 liberabis vor humiles D 30 • Vgl. Isidor Etym. VII 1,14 (MSL82.261B) Adonai, quod generaliter Dominus interpretatur, quod dominetur creaturae cunctae, vel quod creatura omnis dominatui eius deserviat. Dominus ergo et Deus, vel quod dominetur omnibus, vel quod timeatur a cunctis. Übet das ineffabilis vgl. VII 1,16 unter Jahweh: dicitur autem ineffabilis, non quia dici non potest, sed quia finiri sensu et intellectu humano 35 nullatenus potest, et ideo quia de eo nihil digne dici potest, ineffabilis est. b Der folgende Passus ist sehr zweideutig. Wilhelm, S. Servatius 10 146 Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. iocundas, conformantem mores spiritum sanctum non subtrahas. Nam- que a tu remissius futurum Sodome et Gomorre quam Corozaim et Capharnaum non conuersis propter factas in eis uirtutes dixisti. Tu porro iam Seruati similesque ceteri signipotentis gratie sancti quid, 5 nisi gaudeatis hoc tarn excellenti bono uestro et fruamini tarn donis quam aspectu presentis dei? Nam cum uestri recordabimini tametsi semper diuine uirtuti plerumque tarnen et felicitati concesse gratula- bimini. De nobis uero quotquot uestra per merita et preces mors uitauerit, uita recuperauerit, quos ex 1 fedissima 2 morum ignominia, 10 quos ex demonum uexatione acerbissima, quos ex hostibus ferrum flammasque minitantibus seu uariis ex languoribus et anxietatibus summa 3 pietas liberauerit omnigeneque misericordie ad uerticem sorti uestre quantulumcumque ultimo gradu adunauerit, de nobis, inquam, quocies 4 cogitabitis tocies 5 de maxima laude uestra, to- 15 cies 6 de liberalitate serenissima, tocies 5 de singulari luce sapientie dei deque profundi incredibilitate 6 consilii exultabitis. Precamur igitur, ut regium ecclesie sacerdocium regnumque sacerdotale Christi- anorum, quod maximum, quod pulcherrimum, quod florentissimum potentissimumque hactenus 7 esse uoluistis, hoc omnium hostium 20 copiis terra marique triumphatis, perniciosorum quoque ciuium te- meritate cohercita ope continua precibusque sacratis usque in eternum extollere non desinatis. Nichil b habet namque aut felicitas uestra pulchrius, quam ut possitis, aut natura uestra melius, quam ut uelitis, opem ferre quam plurimis, quod ipse prestare dignetur cuius regnum 2s et imperium sine fine permanet 8 in secula seculorum. Amen. 9 1 et R 2 fedissima bis ex /. C 3 pietas summa D * quociens C 5 tociens C 6 incredibilitatis R 7 actenus R 8 manet R ' Am. Explicit uita beatissimi seruatij episcopi et confessoris (rot) C, Amen. EXPLICIT VITA SCI AC BEATISSIMI SERVATII TREIECTENSIS EPI (rot und grün) D, amen R 30 a Matth. 11,20f. Tunc coepit exprobrare civitatibus, in quibus factae sunt plu- rimae virtutes eius, quia non egissent poenitcntiam. Vae tibi Corozain, vae tibi Bethsaida, quia, si in Tyro et Sidone factae essent virtutes, quae factae sunt in vobis, olim in cilicio et cinere poenitentiam egissent. . . Tyro et Sidoni remissius erit in die judicii, quam vobis. Et tu Capharnaum: numquid usque in caelum exaltaberis? 35 Usque in infernum descendes, quia, si in Sodomis factae fuissent virtutes, quae factae sunt in te, forte mansissent usque in hanc diem. . . . Quia terrae Sodomorum remissius erit in die judicii, quam tibi; ebenso Luc. 10,12f. b Cicero pro Q. Ligario §38: Nichil habet nee fortuna tua maius, quam ut possis, nee natura melius, quam ut velis servare quam plurimos. Gesta Sancti Servatii episcopi Tungrensis et confessoris. J47 68. a Apologia scriptoris. * Rogatu cuiusdam ex uobis karissimi curam huius opusculi suscepi. Cor apposui, manum non apposui. Scribere uolui, sed scribere timui. Quid tarnen scriberem, quid tarnen agerem, nee uidi nee repperi. Tarnen cogitaui, cogitare nee cessaui, si forte ad effectum illius perducerem affectum, arnici quidem mei intirai et unici. In 5 hoc desiderio, huius desiderii in' uoto totus corde, totus eram et ore. Vnde nocte quadam in ueste clara astitit michi senior, omni carne nobilior. Manum extendit, ego attendi. Os meum aperuit, in eo posuit unum ex digitis, quasi carbonem ignis. b Scribere mandauit, quod puer ille rogauit. Adhibui sensum, aderat immensus* ille celorum auetor, angelorum rector. Itaque quod nolui, posui. Scriptum pro modulo 10 uobis, Traiectenses, offero. Ecce coram deo, quia non est ab alio. Si ergo quod 4 placet, si quod* delectat, ei gratias et condignas, apud quem omnes sunt thesauri sapientie et scientie, referatis, obsecro, quia, ut dixi, nichil ex me, seruo utique uestro deuotissimo preter paucissima 5 et illa a uiris bonis et optimis michi cognita. Sin autem, illi, qui iussit. Valete igitur non immemores mei per Jesum Christum* 15 filium dei, eundemque per beatum pontificem, confessorem et magnificum uenerabilem Seruatium. Amen. 7 1 Überschrift f. R 2 f. R • ille immensis R * quid C 6 pauca R «f.C 7 Amen C, Amen Explicit uita beati Seruacii tungrensis epi. (rot) R; in H folgt auf das Schlüsselwunder noch folgender vor allem aus der Apologia scriptoris zu- 20 sammengeschriebener Schluß: Postremo illorum miraculorum, que in cecis, surdis, claudis, tnutis, energuminis, contractis, paraliticis, in leprosis per virtutem sancti corporis gesta sunt, nequaquam scribendi pondus suseepimus. Inenarrabilia et innumera- bilia sunt, ut si quis ista temptauerunt prorsus deficiet. Et est quidem, cum rogatus multiplius hoc scribere formidassem, quia opus super vires agnoui, nocte quadam 25 senior mihi in veste clarus apparuit manumque extendens os meum aperuit vnumque ex digitis ori, quasi carbonem ignis imponens, mihi scribere ille mandauit, quod rogatus iam fueram. Suscipia (!) ergo lector noster opus istud, et si non sicut decet, quantum ad materiam pertinet multum in eximium. In quo si quid verbis dignum inuenerit, imputet virtuti sancti Seruacii, omne vero, quod indecens et impolitum 30 inuenerit, scribebitis inertie. Sit tarnen ut non (?) ille (?) laudet sanetum Seruacium et in hijs mihi pius indulgeat amen. • l Diese Apologia scriptoris stammt nicht von unserem Verfasser, sondern von Jo. Sie bildet in seiner Translatio Kap. 77 (122, 27f.). In der Handschrift D ist sie mit richtiger Einsicht wieder gestrichen worden. b Ezech. 1,13 quasi carbonum 35 ignis. Was hier gesagt wird, steht in direktem Gegensatz zu Prolog 5,2 und könnte schon deshalb nicht von unserem Verfasser stammen. 10* Sante Servatien Leben U8Sp.<> O Adonaei, herre, mache mein herce vrei von aller übermüete unde von unchiufcher glüete unde gib mir die chunft dar zuo, 5 5 daz ich diu wunder ouftuo von fante Servatio, der in feiner iugende vro dir begunde gehorfamen. G.3,5f. die hie vor in grozen namen 10 10 diu reiche heten befezzen, der ift nu gar vergezzen: mit dem leibe wart ir gehügede begraben. lützel oder niht wir haben U8Sp.t> von den grozen haeiligen, 15 15 die manige marter überftigen, wan fo vil fo fein diu fchrift behielt: der tot ez allez hine vielt. G. 3,12f. Die hseiden wasife waren: die chunden niht gewaren 20 20 des ce gotes eren züge. fi vlizzen fich, daz ir gehüge immer waare nach in. Überschrift: Daz buch heizzet fände Seruacen leben (rot) lj2 Herre Adonai mache min herze vri H, metrisch falsdi, • Adonay 2 vri 3 allem vbermvte 4 vn- 25 chivfer gtfte 11 Die 13 gehvgde 15 dem 17 behiel 15 Der Reim haeiligen : verzigen beweist, daß auf -igen in haeiligen ein Nebenton lag (vgl. noch die Bindungen 256, 1080, 1494, 1500, 1714, 3124, 3406). Es sind die Vorläufer der Formen auf -ing, wie sie das heutige Oberbayerische aufweist. 19 waeife schreibt die Handsdirift, d. h. orphanus, pupillus. Haupts Konjektur wife 30 gibt keinen Sinn; waeife waren die Heiden in bezug auf das in Vers20f. Gesagte. Audi da ist Haupts Konjektur gebären sinnlos, die handschriftliche La. das einzig richtige. 152 Sante Servatien Leben. fumeliche cherten ir fin, daz fi wseren fturmgeite. 25 ftete unt bürge weite genuoge durch lop oufrihten. 5 eteliche begunden tihten von miffelicher gefchihte ouf dehaeine der zuoverfihte, 30 diu den ewigen leip braehte, wan daz man ir gedaehte io mit dem zergaenchlichen lobe. G. 4,6f. von diu unbilde niemen, obe wir von den gereden chunden, 35 diu die werlt habent überwunden 24 Svmlich 25 waren 26 ftaete 27 vf 28 Etlich 29 miflicher gefchicht 15 30 die zv verficht 33 zergaänchlichem 34 niem 36 Diu] Die 29 gefchichte: der zuoverfichte. Die Änderung ist metrisdi notwendig. Der Verfasser verwendet im Gen. und Dat. Sing, der i-Deklination des Feminins die kurzen und die langen Formen. Die Versmelodie wird so erst auch richtig. 33 Der starke Dativ nach dem (difem) findet sich noch 375, 702, 826, 890, 1108, 1137,1274,1336, 20 1393, 1616, 1653, 1698, 2053, 2115, 2263, 2282, 2930, 3228, vgl. auch noch 677, 2808, aber er entpuppt sich als eine Marotte des Schreibers der Wiener Handschrift, denn auch in den übrigen darin enthaltenen Gedichten, die zum Teil in einem ganz anderen Sprachgebiet als der Servatius geschrieben sind, findet er sich, und ist daher zu Unrecht von den Herausgebern im Texte beibehalten worden. Kindheit Jesu (hg. 25 Hahn) 67, 9; 71,33; 71, 45; 73, 35; 74,11; 79,14; 83, 68; 89, 40; (91, 20). Urstende (hg. Hahn) 103,61; 109,4; 112,52; 124,58. Im Jüdel kein Beleg. Katherinen Marter (hg. Lambel, Germ. 8,129f.) 135, 388, 764, 1095, 1290, 1309, 1317, 1383, 1504, 2201, 2754, 3067, 3222. Erinnerung (hg. Heinzel) 15, 185, 450, 769, 797, 799, 940, 944, 998. Anegenge (hg. Hahn) 4,69; 10,67; 13,65; 14,79; 17, 81; 18,13; 19,63; 20,10; 27,42; 30 30,20; 30,62; 31,33; 32,44; 36,64; 38,24; 38,55; 38,60; 38,83; 39,40; 39,50. Tnug- dalus (hg. Hahn) 45,37 (vgl. 42,86; 66,1). Warnung (hg. Haupt, ZfdA. 1,438f.) 350, 1343. Priesterleben (hg. Heinzel) 323, 356, 480, 620, 719. 35 Ob die Konjunktive auf -unde -unge -unne in der Ma. des Dichters umgelautet waren oder nicht, läßt sich nicht recht feststellen. Nach 36, 610, 3286 (nd.); 756, 1048, 2772 (ng.); 2232 (nn.) 35 scheint der Umlaut zu fehlen. 238 reimt aber Urkunde (sonst mit fünde 1540, 2176, 3536 gebunden, vgl. audi ünde : fünde 706) auf fünde. Der Umlaut des u nach nd ist für die Gegend, in der das Gedicht entstand, durdi die Namen Indersdorf < Undiestorf, Inning < Undeoingas (vgl. auch Inningen < Uningen bei Augsburg) erwiesen. Man ist also vor die Alternative gestellt, in Vers 238 eine Assonanz zu 40 erblicken oder die übrigen zitierten Bindungen als unrein zu betrachten. Da man hier zu einer objektiven Wahrheit nicht durchdringen kann, mache ich es wie die mittelalterlichen Schreiber und bezeichne den Umlaut nicht, wo der Konjunktiv auf eine umlautslose Form reimt und setze ihn, wo er mit einer sicher umgelauteten gebunden wird. Sante Servatien Leben. 153 unde mit gote ewichliche fint, G. 4,8 f. als Seruatius fein erweltez chint. des leben woltich twingen, möhtichz immer bringen 40 zuo der tiufchen zungen. 5 darzuo hat mich betwungen fein haeilichaeit unzalhaft. nu ift ez über mein fündasres chraft, mir enwelle mein hertze erglüegen, 45 G. 5,5f. der der efelinne ir lüegen 10 in rehte fprache cherte unde die weiffagen lerte, waz nach in chünftic waere, unde arme vifchaere 50 daz ewige haeil hiez chünden. 15 niemen fol fich an mir fünden, 119Sp.<> der meine unchunft bedachte, wan ich daz niht gereden maehte ouz meinem dürren finne. 55 nu vernemet ez in der minne, 20 als mir fein got verhenge. ditz ift daz anegenge: G. 5.9f. Rex Chrifte, factor omnium, ze trofte du mir chüm 60 37 got ewichlich 43 vnzalhalft 45 mein] denne mein; erglvn 46 eflinne ir lven 53 mein 55 meinen 56 vernemt 60 chum 36 50 Vgl. Matth. 4,18; Marc. 1,16. 54 Von mac kommen im Reim folgende Formen vor: mügen (3. PI. Ind.) 1976; müge (1. Sing. Konj.) 220; mähte (Ind.) 118. 680, 864; mohte (Ind.) 2820, 3386; mohten (Ind.) 500; maehte (Konj.) 54, 210, 898, 1140. 60 Ich setze diese Form wegen dem modernen i khim mit ü an, halte also 30 omnium : chüm für eine (leichte) Assonanz, chüme reimt 3316 auf frume. Mit frum haben sich die Grammatiken gar nidit beschäftigt; aber ahd. fruma ist eine Form, die den Gesetzen der germanischen Grammatik widerspricht. Das u im Wort läßt sidi bloß erklären, wenn es neben fr-Stämmen auch i- und u-Stämme von der Wurzel frem-/from- gab {vgl. übrigens Hei. 1018 Cott. te frumi). MOglidierweise ist also 3316 35 früme zu lesen. Der Reim gefrümet: kümet (3. Pers. Sing. Präs.) findet sich 1126, 1524, 2586. Das Gesetz, wie es audi im heutigen Oberbayerischen bewahrt ist, liegt offen vor: gemeinmhd. kwi- > kü-, gemeinmhd. kwe- > ko-, vgl. chomen : genomen 100, 368, 754, 1294, 1472, 2200, 2244, 3042, : vernomen 1014, 1980 (vor m früh zu u gesenkt); cholten : wolten 1768; chorder: vorder 630; siehe zu Vers 161, 1362, 1920- 40 154 Sante Servatien Leben. mit deines gaeiftes ftiure. la mich von deinem fiure werden inhitze unde bezzer meine witze, 5 daz ich gefage diu maere 65 von fante Seruatio dem beihtigaere, von deinem troutiungeren. G. 5.14f. ein ftat diu hiez Tungeren: über die gie der gotes zorn. io fi hat nu vafte abe geborn: 70 doch was fi etewenne in den reichen gar genenne. daz enwas auch do niht wunder. niemen dern chunder 15 gefprechen dehaain lafter: 75 G.6,3f. ez enwart nie burch vafter behüetet mit fo guoten graben. fi was von ir orthaben gezieret mit vollen ftaten, 20 daz wolchentunchelen fchaten 80 diu weichiufer verbaren, fo vil ir da waren berihtet wol mit turnen, die den lüften folden zürnen, 25 fam die geiganden worhten. 85 G. 6,6 f. fi ftuont ze grozen vorhten allen ir umbefaezen. 65 gefag 67 trovt ivngere 68 dvngere 70 valt 71 etwenne 73 en /. da 76 en / 77 behvtet 80 wolchentunchelen] wil ich tunchelen 81 Die wichufer 30 ver daren 84 den lüften] lvfte = lüfte H 85 geiganden] ieiganden 87 vnbefaezen 67 iungeren ist zu schreiben, vgl. Tungeren : iungeren 462, 750, 920,1568,1744, : Ungeren 1248, 1726, 1812; beide Reime sind Veldedte entlehnt; Tongeren : iongeren / 1718,1786, 2554, 2824; II 252, 428; : Ongeren / 686, 974. 2456. 80 Haupts Konjektur vil für wil ich Vers 80 ist metrisch und dem Sinn nach falsch, die Streichung 35 von ver- Vers 81 willkürlich. Die hier gegebene Besserung entspricht dem Sinn der G. 6,5: die Festungswerke mieden wolkendüsteren Schatten heißt, sie ragten über die Wolken hinaus, wolchentunchel ist belegt bei Notker, St. Gallener Psalmen, Ps. 67,35, und Diefenbadi, Gl. germ.-lat. 384 a wolchentunchli nubilium, also i-Abstraktem, die Vers 85 = die, die. geiganden schwacher Nom. Plur. Sante Servatien Leben. 155 manigen helt vil raezen hete diu wol gezierete ftat: fwelh reiche da engegene getrat 90 119Sp.b mit urliuge, daz muofe underligen. ir waren mit grozen underdigen 5 ander bürge cinfhaft. diu hochvertige haäidenfchaft, diu lebete nach ir willen: 95 ir übermuot chunde niemen geftillen. Diu burch, da wir hie von fagen, 10 diu was in ir alten tagen ir fchöne ein fpiegel ouzgenomen. G.6,6f. auch waren da inne zefamene chomen 100 Hute von manigen zungen. mit grozen ftaten fi rungen, 15 die da waren die oberoften. bei den mag man wol choften, daz diu werlt ift nu guotes erfigen. 105 in was des niht verzigen, des diu werlt ie gebar. 20 G. 6,12 f. daz mer truoc alle tage dar daz guot ouz frömeden landen; an ir habe fi dar fanden 110 fwaz man ie gezierde vant. auch chom dar über lant 25 manic herlicher laft. armüete was in galt; fie heten, fwaz fi wolden haben: 115 geftseine, golt unde faben, phelle aller flahte, 30 die iemen vinden mähte in der werlde weite. die lieben margareite 120 mohte man da fchauwen, 88 vil vraezen 89 geziret 91 urlouc H; mvs 95 lebte 100 zefamne 35 103 obriften 105 guotes erfigen H] gotes befigen 109 frömden 110 an bis fi H] ander thalben 114 armuot; in H] ir 118 die Hj vnt 119 werlt 120 margarite 156 Sante Servatien Leben. fwenne fich die frauwen der werlde wolden äugen mit gebende unde mit baugen unde mit harbanden. 125 5 die waren mit iochanden fpaehe gefmelcet; auch waren darein gevelcet l20Sp. a ander ftasine manicvalt. man fach da manigen helt balt 130 io fchönen unde bleiden. von golde unde von feiden was aller ir harnafch. ir vreude feiten erlafch. ez enwart volch nie fpaeher. 135 15 die da douhten fmsher, die truogen bunt unde gra. iedoch was lsider unchunt da unfer aller fchepfsre unt fein e. fwer des gewüege, der folde niht me 140 20 leben; daz was fo geboten: fi opheroten ir abgoten. G.8,6f. Diu burch, aller bürge bluome, was in dem irretuome bewollen lseider manige zeit, 145 25 untz got, der riuwe und antlaz geit, da wolde offenen feinen namen. do wart den haeidenen gramen ein warer gotes böte gefant. Maternus was er genant. 150 30 gütlichen weiftuom heter. in lerte fante Peter, der zwelfpoten fürfte. 123 siehe 119 128 darin; drtn H 134 vrivde 140 gewüege H] gewüc, H stellt um meNiht und zieht nicht zu Vers 141 74.2 opherten 146 riwe 147 offen 35 148 hffiiden 149 bot 152 Von han sind folgende Formen durch den Reim gesichert: Präs. Inf. hän 1864, hat 730, 1120. 1526, 2534, Prät. (Ind.) hete 152, 634, 3050, (Konj.) haste 1892. Sante Servatien Leben. 157 mit grozer getürfte begunder got da chünden. 155 die haäiden, die in den fünden maniger maeine waren gewon, die fchieden ungerne da von. 5 in wart vil ungemach fein chunft, doch gab im got die figenunft, 160 daz fich der glaube da erchüchte. vil manich feie er züchte dem tivel ouz feinem rächen. 10 genuoger hertze mohte chrachen von grozer widerbrühte. 165 wider götlicher zühte i20Sp.>> begunden fi fnurren. ir phnehen unde ir phnurren 15 wart vil unvertragelich. G.9,3f. iedoch wuohs aller tajgelich 170 des ewigen chüniges diet. der Adam unde Even verriet, der eilte mit manigen liften fchürn, 20 daz fi ir fchephaere verchürn, die da waren chomen ze dem gelauben. 175 er fach fich ungerne rauben maniger feie, die er wolde peinen. do lie got aber fcheinen fein güete über fein hantgetat: der tivel unde aller fein rat, 180 die wurden vafte widerflagen; diu haaidenfchaft wart getwagen mit dem taufbrunnen. 30 die abgöter gewunnen aehtefal von den getauften. 185 den ewigen leip fi chauften 155 Begunde er 158 vngern 160 fignunft 161 geloube 162 fei 163 tivel so durchgängig 164 mocht 167 fnurren H] fnurnen 168 phnurren H] zvrnen 35 169 vnvertraeglich 170 tauglich 173 ille 184 abgoter 185 aechtfal 161 Vgl. zu Vers 60 und 1846, 3114, 3538. 163 tivel = teivel, tievel odertiuvtlf 158 Sante Servatien Leben. mit vaften unde mit riuwen. G. 9,12f. manigen gotes fal niuwen ftifte Maternus in der ftat unde weifte flu alle an daz phat 190 5 gegen der himelporte mit dem gotes worte. Do die mit manigem maeile waren beftoben got aeinmuotich begunden loben und feine güete befunden, 195 io eines biftuomes fi begunden. G. 10,12f. den ftuol redelich befaz Maternus, ein erweltez vaz, und rihtin untz an feinen tot. feiner lere er guotiu bilde bot: 200 is fein gedanc ftuont aller hin ze gote. die chriftenhasit er veftenote mit feiner füezen lere. \ ze riuwe und ze bechere 121 Sp." zocher die haeidenifchen diet. 205 20 do der gotes böte gefchiet ouz difem eilende k zuo der ewigen mende, nach im chomen bifchove sehte, von den ich wol fagen mashte 210 25 vil haeilichaeite befunder. nu irrent mich diu wunder, diu mit fante Seruatio got tete, G. iL 6 der der zehende wart ze der ftete. der woltich ein teil chünden, 215 30 möhtich ez wol ergründen. nu fürhtich fere, ich erlige, wan ich vil unhohe wige, daz ich von dem gereden müge, des geleichen ich nimmer gehüge 220 35 feit der werlde anegenge. Weinmvtich /P7redlich /PPfein 20/hinzgot 2Ö2veftnot 205haMdnifchen 206 bot fehlet 209 bifchof 211 -haeit 213 tet 214 ftet 2/7fvrchteich 221 werlt Vd.I199f. Sante Servatien Leben. 159 G. 12,7 f. do mit dem tode ftrenge fein vorvar die werlt begap, do hiez er den bifchofftap legen ouf fante Marien alter, 225 diu nach vinfter manicvalter 5 ewigiu maget getruoc den, der uns mit feinem pluote getwuoc unde uns die himelporte entfloz. des bifchofes haeilichaait was groz, 230 Valentinus was fein name. 10 mit banne unde mit vermaeinfame macheter die rede vefte, daz den ftap an fronerefte dehaein bifchof naetne, 235 wan der dem ftuole zaeme, 1 5 untz man den fünde, der mit gotes urchünde unde mit feiner wal da wasre. alfo ituont daz biftuom laere 240 Oben iar unde weifelos, 2° daz ez feines maeifters gebot nie verchos. 121 Sp.>> Der ftuol ftuont beraubet, diu lider ane haubet. groz was ir chlage unde ir charn. 245 in was daz hseilige barn 25 Seruatius von gote erchorn. G. 12,21 f. von Armenia wafer geborn, von chünichlichem bluote. in vil haeiliger huote 250 heter behüetet fein leben. 30 von des hseiligen gaeiftes fiben geben warter nie gefunderet. G. 13,3 f. genuoge von rehte wunderet, 227 Ewige 231 nam 232 vermaeinfam 241 weiflos 245 karn 247 got 251 behut 252 geben 11] leben 253/254 gefundert: wundert 35 248 Der Verfasser geht über die kirchlich nidit beglaubigte Genealogie des Heiligen mit Stillschweigen hinweg. Das allein spricht gegen die Behauptungen in G. 24, 7f.; siehe aber Vers 2217. 160 Sante Servatien Leben. Vd.l279f. wie Nycolaus der haeilige 255 feiner amme fpünne verzige in der wochen zwene tage. von fante Seruatio ich iu fage 5 daz er fein willechlichen enbar die wochen etefwenne gar. 260 fo zierete got feine iugent. dar nach wart fein fchöne unde fein tugent gote unt der werlde lobefam. io G. 13,6 f. den weifen iüngelinch gezam daz er vriunt unde erbe vloch. 265 gegen Jerufalem er zoch. G. 13,13 von hertzen minneter die ftat, da uns got offenote daz phat, 15 daz uns Adam vervalte, da er umbe die fchulde alte 270 an dem chriuce hangete. G. 13,14 f. ze beten in da gelangete, da ftuonden feine füeze; 20 manic gebet raeine unde füeze teter, da er wart begraben. 275 dehaein girde wolter haben, wan in den himelifchen fal. do fein michel haäilichaäit erfchal, 25 der er phlac ie gedeihte, G. 13,15f. ze briefter man in weihte: 280 l22Sp.a daz dulter ungerne. do muofe diu lucerne die chriftenhaeit erliuhten. 30 phlancen unde fiuhten vil manic herce er folte, 285 mit den got gelten wolte die engel abtrünnen. ez enwart bei weibes fpünnen 35 260 etfwenne 261 zieret got fein 263 Got; werlt 272 beten H] beiten 273 da] da da = da do H 274 reine 275 da • er 279 gediente 281 dulte er 282 Du mus 283 erliuhten H] livehten 286 gelteten 287 engeb Vd.I377f. Sante Serratien Leben. 161 gezogen nie fo fchöner man. G. 14,2f. fein antlütze als ein rofe bran. 290 ez douhte niht maenleich, einem engel was er geleich, doch er iezuo waere greife. s elliu fein weife vil wol unwandelbare was. 295 als diu härtere durch daz glas gleitet von der funnen, fo mohte man erchunnen io feine tugende, der er phlac: chiufche unde rajine under feinen bruften lac. 300 G. 14,9f. Do diu gotes güete von grozer widermüete Tungern wolte enbinden, is do erftateter den gefinden ir arbseiten mit vollen. 305 ezn lebete fo unbewollen nie dehasin irdifcher leichname unde der gotes willen fame 20 vleizic ie gewürde, fo Seruatius, der die bürde 310 nach gotes willen folde tragen. G. H, 13f. do der herre in feinen tagen vil arbaeite hete erliten 25 unde wände, er hete fo wol geftriten, daz er nemen folde feinen Ion 315 in der himelifchen Syon, diu da duldet dehajin masin, G. 14,16f. der gotes engel im erfchaein, 30 122 Sp.b da er mit nazzen äugen 291 douchte; maenl> ein wunnechleichez lieht er bar. ein Saphirus wolchenvar der was fein gefedele. io in dem felben goltphedele 550 ein Jafpis fchone lachete, der daz werch genaeme machete. daz was an aäinem ekke. anderthalp louhte ein lekke, 15 fam fi waere geftirnet. 555 daz werch was fo erchirnet, daz man ez wol muofe loben. ein Ligurius was gefchoben in daz golt mit lifte. 20 da bei lag ein Amatifte, 560 ein Achates zwifchen den zwaein. niderthalp lag ein goltzaein. vil fchöne augenwaeide der bot. 5-//einerstraeimenU7 5£2biwundenW 543 carfunkelW 545 anderen W 546Gc- 25 leich Wm, pran Wm, ze anderen W 549 gifedele m 550 felbem m 551 lachte Wm 552 gensem machte W, mähte m 553 einem W, einen m 554 -thalp bis was (558) in m nicht erhalten, loucht W 562 golt ein m, wohl aus goltzein radiert 563 bo^t W n 544 — 553 deme duhtin tünchel. unde trübe die andere | gelich branner einem zandern . ein wnnechlichez fiur er bar. ein faphirus wolchin | uar. der was (in ge- 30 fedele . in deme felben golt | phedele ain Jafpis fchone lachite . der daz | werch ge- name machite . daz was an einem | (die folgende Zeile ist fast ganz weggeschnitten, nur die oberen Spitzen der kk von ekke 553 und lekke 554 lassen sich noch erkennen). 548 Vgl. himml. Jer. Diemer 365, 4; Waag 164: nach teme himele ift er vare, 35 Marbod§V(MSL. 171,1743A) /Egregiumfulgens,puroquesimillimacoelo. 549Haupt schreibt gefelle : goltphelle. gefedele ist nicht zu beanstanden, goltphedele sonst nicht belegt; das Wort muß Ähnliches bedeuten wie 554 legge : goldene Fassungsleiste ; Deminutiv zu phad? Vgl.171.27f. 554 Himml.Jer. Diemer 362,17; Waag53: vieregge : ze unterifte XII legge. Sante Servatien Leben. 173 da was in daz golt rot ein Chrifolitus geftalt. 565 ein Onichel im feinen fchein galt. ein Berillus lac dem nahe. daz Racional was fpaehe 5 gezieret unde gefuoge. dennoch fach man ftaeine genuoge 570 allenthalben luogen, die gegen einander truogen den liehten glaft ce ftreite. 10 niden an der weite 564 da] daz W 565 crifolitus W 566 onichil in feinem fchajine W 568 rocional m 571 lSgen W 572 trtigen W 573 mit Den bricht m ab 574 f. Mit der weite kann nur der untere Rand der bis an die Knöchel reichenden alba gemeint sein, und zwar haben wir es mit einer alba parata zu tun. Zu der 15 Beschreibung dieser vorderen parura stimmt genau, was Meichelbeck a.a. 0.1257 von Ellenhards Alba berichtet: Alba sacrificantis Ellenhardi vestis, ex lana tenuissima contexta, proceram Viri illius staturam prodit. In ea vero Albae parte, quae a collo ad pectus pertingit, Phrygio seu acupictor filis aureis ac bombycinis varij coloris exhibet effigiem Christi, quem Nicodemus e cruce solvit, pone astantibus Maria Matre 20 Jesu, ac Joanne dilecto discipulo. Versus ac prope fimbriam (d. i. die Weite) partis anterioris eodem artificio filisque similibus effigiatos spectamus Christum sedentem cum duodecim discipulis astantibus. Christus medium inter eos locum habet: ad cujus dexteram Petrus cum clavi in dextera, libro in sinistra, ac tonsura in capite: ad sinistram Paulus cum libro visitur. His junguntur Andreas cum libro, Jacobus 25 cum libro, & sie alij Apostoli, pretioso, quamvis non artificioso nostris annis labore efficti. Pars Albae posterior eodem situ exhibet Synagogam cum Prophetis duodecim. Sedens in medio conspicitur figura mulieris, eultrum manu dextera: Volumen seu rotulum aut membranam oblongam (nisi fallimur) sinistra tenentis. In- scriptio super caput: Sinagoga. Ad dexteram adstat David Rex coronatus cum ejus- 30 dem formae voluminc seu rolulo: ad sinistram stans itidem Isaias propheta, Hieremias propheta, Helisaeus propheta, et prophetae reliqui conspiciuntur, jueundo sane anti- quariae rei amatoribus speetaculo (vgl. dazu Bock 2,38). Ich habe diesen Passus bei Meichelbeck erst kennen gelernt, als ich unser Gedicht längst schon in der Diözese Freising lokalisiert hatte. Die Übereinstimmung in der Schilderung der vorderen 35 Parura zwischen Meichelbeck und dem Servatiusdichter kann also kaum auf Zufall beruhen. Unser Dichter arbeitete nach einem Modell, und das war Ellenhards Alba. Wertvolle, reich bestickte Paruren von Alben sind im Mittelalter nicht gerade hdufig, meist sind sie schlichter Sammet oder sonst kostbarer Stoff. Eine der hier geschilderten Parura ähnliche besitzt St. Bertrand zu Comminges; sie ist abgebildet 40 bei Braun S. 88. An ihr sind auch die fwibogelein über den einzelnen Aposteln zu sehen. Sie zeigen einen Mischmasch von gotisch-maurischem Stil und beweisen, daß diese italienische Stickerei erst dem 13. Jahrhundert angehört. Älter ist die 174 Sante Servatien Leben. fach man daz golt roten. 575 dar ane waren die zwelfpoten mit wunderlichem werche erhaben, fein name ob iegelichem ergraben 5 in chlseinen fwibogeleinen. G. 17,9 ouf feinem haubete fach man fcheinen 580 ein imfel mit zwaein fchiezen. waere daz wirz eine chrone hiezen, die phaffen ez widerflüegen, io die lasigen ez wol vertrüegen: 126Sp." den ftreit den laze wir nu hie. 585 ein leifte dar umbe niden gie gezieret vleizechlichen wol. fi lac der beften feine vol, 15 die ieman chunde vinden. vor unde hinden 590 waren leifte oufgeleeinet, ergraben unde geftaeinet, daz man ir muofe warten. 20 in den walcharten 576 an 577 wundermlich werch 578 nam ob ieglichem 580 haubet 582 ein 583 widerflügen 584 lseien; vertrügen 586 lift 587 vlaeizchlichen 588 befte 590 vor.vnde 591 lifte Parura eines Halberstädter Humerales, welche in der bei Meichelbeck geschilderten 25 Anordnung die zwölf Apostel unter Schwibogen aufweist, siehe Braun S. 38 Nr. 9. Wenn der Dichter die übrigen Stickereien auf Ellenhards Alba nicht schildert, so ist der Grund darin zu suchen, daß sie durch die Casula verdeckt sind. 580 Über die Bischofsmitra 2,157f. und Tafel XXIII f. und Braun S.424f, besonders 462f. Unter den fchiezen sind die cornua zu verstehen, von denen nach Vers 590 f. das 30 eine über der Stirne, das andere über dem Hinterkopf aufsteigend gedacht ist. 581 f. Diese Worte können nur auf das Streben Friedrichs I., den König bei der Neubesetzung von Bistümern das entscheidende Wort reden zu lassen, also de facto den Bischofsstuhl zu vergeben, bezogen werden, siehe A. Haudt, Kirchengeschichte Deutschlands 4 (1903), 297 f. Die Stelle ist charakteristisch für die Stimmung in 35 der Salzburger Kirchenprovinz während des 8. Jahrzehnts des 12. Jahrhunderts; vgl. Einleitung. 586 Gemeint ist der circulus, der ringförmige Randbesatz, während 590 f. der Vertikalbesatz in titulo gemeint ist. Die Mitra ist also aurifrisia in circuitu et titulo. Diese tragen auf ihren Siegeln Otto I. und Gerold von Freising, siehe oben zu Vers 521. 594 f. Unter walcharten sind die fasciae (siehe Braun 40 5. 459 f.) zu verstehen, die bei L. Diefenbach, Gl. lat.-germ. 226b windelsnuor, windelbant, wagesnuor, wagenbant, wickelsnuor und wickelbant bezeichnet werden, Vd. 1 810f. Sante Servatien Leben. \ 75 lac feltfaener lifte vil. 595 diu bilde waren ein augenfpil, diu da waren geworht ein. G. 18,2 hantfchuohe unde vingerlein gar erweit waren. 5 G. 18,1 einen ftap truoger claren 600 gedraet von helfenbaeine. dar inne lac gefteine in roten golttrophen, unde obe den chnophen 10 bran geftaeine als ein gluot. 605 der bifchof milte unde guot wart do für gefüeret. G. 18,7f. diu fchrift niender rüeret, feit dehaein bifchof wefen begunde, 15 daz ie iemen feinen geleichen erfunde. 610 Do Seruatius befaz den ftuol, G. 26,19 f. do ftiften ungehiuren wuol die grozen irraere. fi waren vil gewaere, 20 wie fi gemifchten ir vergift 615 in die haeiligen fchrift, diu fo wol was anebraht. ez was ot ir andaht, wie fi den glauben zarten 2s 595 feltfaemer 596 bilde H] bediv 601 helfembaeine 603 goltrophen 605 ge- flasin 610 geleich 611 ft§l 612 vngehivre dol, Besserung von H. 619 ge- lovben oder die vittae, für die bei Diefenbach im Nov. Gl. 384 a walken und in den Pariser V' r gHglossen, E. Steinmeyer, And. Gl. 11698, 47, Uasuualco erscheint, walcharte wird 30 nicht von walgen .wälzen, rollen" zu trennen sein. Das ch kann für gh, gk und für ck stehen. Eine Zusammensetzung mit -hart ist mir nicht wahrscheinlich. Zu vergleichen ist noch wakhart im Ekkenlied 166, 7. Auf den Siegeln Alberts von Freising sind die fasciae deutlich zu sehen. Die Mitren Ottos I. und Gerolds weisen keine <*"/■ Albert trägt übrigens die cornua auf den Schläfen. 604 Wahrscheinlich ist 35 dem chnopfe mit Assonanz zu lesen. Denn das bischöfliche pedum zerfällt in drei Teile: 1. die canna, 2. den nodus und 3. die curvatura. obe den chnopfen bedeutet -in der curvatura"; vgl. Book 2,223. 608 diu fchrift, nicht etwa die Gesta, sondern •keine schriftliche Aufzeichnung berichtet". 176 Sante Servatien Leben. Vd.I810f. unde daz himelreiche verfparten 620 den, die in gehullen. wider die warhaeit fi bullen 126Sp.>> mit aeiterigen zungen. 5 mit valfche fi rangen. ir rede was füeze unde gefmach: 625 fwer fi aber rehte anefach, fo was der warhaeite mangel; fi bürgen darein den angel io als der vifchaere in daz chorder. G. 26,22f. an der fechte was der vorder 630 Arrius, der widerwarte. Manicheus, der half im harte, Collums mit Machmete. is der tivel vil boten hete, die den glauben wolden temphen. 635 wider die hete got vil chemphen, die niht an im verzageten. den leip fi diche wägeten. 20 fi wolden e tot geligen, e fi die warhaeit verfwigen. 640 über fi wart ofte gebroget: fo was ie got felbe ir voget, gewiffe helfe er in bot. 25 der ftaeten chemphen was do not: G. 27,2f. über den gelauben gie ein tuft, 645 fam fo den haeiteren luft der trüebe nebel irret, unde als den fternen wirret 30 diu wolchen, diu vor fwebent, G. 27,4 daz fi uns des liehtes niht engebent, 650 620 himelreich 623 ettrigen 625 fvz 626 fiv 627 warhaeit 628 darin 629 vifcher; chSrder 630 vorder 633 Colvitus 635 gelouben; tenphen 636hct; chenphen 637 verzagten 638 wagten 641 fiv; gebrogt 642 vogit 644 chenphen; 35 do^HJ da 646 haeitern 649 Die; die 628 Vgl. Eccles, 9,12 sicut pisces capiuntur hämo ... sie capiuntur homines in tempore malo und Hab. 1,15. 636 Vgl. 644; der Ausdruck kempfe findet sich in diesem Sinn bei Vd. 1 744. Vd.I823f. Sante Servatien Leben. \-j-j unde alfo diu verrinnent, die fterne aber brinnent, die daz gehilwe e underfnaeit, O. 27,8 f. alfo fchaein in der chriftenhaeit manic liehte lucerne. 655 s Gregorius was ein fterne, der den vinftern irretuom vertraeip. G. 27,11 Auguftinus bredigete unde fchraäip daz den gelauben immer fterchet. G. 27,10 fwer Ambrofii rede merchet, 660 io 127sp.<> da ift niht valfches ein gemifchet. G. 27,13 Athanafius niht erlifchet. G. 27, ll Servacius niht nutzer möhte fein. er was ein vil liehter fchein: an der warhaeit wafer vefte; 665 is der tagefterne waen iht fo gleite, fo fich fchaeidet tag unde naht. ane die irrasre er vaht, die fich dar zuo phlihten, wie fi den glauben entrihten, 670 20 daz in niemen wol erchande. groz miffehellunge wart in dem lande. G.28,3f. Wer möhte fürbringen, mit wie manigen dingen der herre zierete fein leben? 675 25 G. 28,6 alle fügende hete got gegeben feinem lieben chinde. fein rede was füeze unt linde. feiner diemuot was niht ahte. 651 als 653 -fneit 657 vinfter 658 bredigc 662 Anaftafius 663 mochte 30 666 tacftern; waene 668 an 670 gelouben 675 zierte 677 liebem 678 fvz 656 Vgl. zum Reim Vers 282 und himml. Jer. Diemer 364, 5; Waag 120. Der Name Gregor wird weder in den G. noch bei Vd. genannt. Wollte der Verfasser damit etwa der streng-kirchlichen Partei ein Kompliment machen ? 662 Vgl. G. 27,13. Audi bei Vd. I 833 liegt Verderbnis vor. Lies statt Hilaris : Amafis Hilarius : Athanafius, was zugleich Veldedtes Versmelodie entspricht. 666 Vd. 1808f. he was her morgenfterre ende her allre leider onder die verleider, himml. Jer. Diemer 364,5; Waag 120 tagefterne, siehe zu 656. Wilhelm, S. Servatius ]2 SS 178 Sante Servatien Leben. Vd. 1745f.; 769f. milte fwes er mähte. 680 diu minne gotes hetln befezzen. lützel was fein vergezzen. fein trinchen was vil chlasine. i dife tugende fint gemaeine m anigen haeiligen gewefen: 685 von dehaeinem habe wir gelefen, der ir aller famt fo phlaege und an ir dehaeiner waere trage. io dirre herre enphie ir aller Ion. G. 28,11 f. Johannes Elymon 690 fein guot nie manne verzech: fwaz fante Seruatio got verlech, daz was der notigen diet. i5 G. 28,18f. Johannes von der werlde fchiet, der da entflief ouf gotes bruften 695 vrei vor böfen geluften. Seruacius hete fich fo wol behuot, daz er weder hertze noch muot 20 127 Sp. b nie von dehaeinem valfche bechorte. er phlac niht verlazener worte. 700 G. 30,2f. man fchreibet von fante Johanne, dem chreftigen manne, den der engel feinem vater gehiez, 25 unde der den himelcheeifer ftiez in des Jordanes ünde, 705 wie er für feine fünde bouwete die wüefte unde wie er da leben müefte 30 ungewiffer fpeife. nu vernemet Seruatien weife. 710 680 milt 684 tugent 686 hab 691 niemen 694 werlt 696 vrie 697 het 700 verlazner 702 chreftigem 703 den H] dem 707 boute; w°fte: mvfte 710 verneint Seruacin (nach dem n ein Balken wegradiert) w 35 694 Vgl. himml. Jer. Diemer 362,2f.; Waag35f. Daz was Johannes euuangelifta, Der über die gotes brufte Uile fuze linete unze er inflief; siehe C. von Kraus, Gedichte des 12. Jahrhunderts, S. IX Anm. Vd. 1750f.; 774f. Sante Servatien Leben. 179 G. 30,4f. der bifchof diche lange was daz er gotes leichnamen genas; niewan fein bluot er dar zuD tranc. G. 30,10f. hie zweivelt nöte der gedanc die den bouch üebent 715 5 unde die feie trüebent. G. 30,16f. doch azer etewenne: daz was aber niewan denne, so gaeiftliche Hute chomen dar. G. 31,4f. der fchate, den fante Peter bar, 720 10 der der himelporte phleget, der hat vil fiechen geweget: G.31,6f. von fante Seruatio ift gefchriben, wie die brofem, die vor im beliben, den fiechen waren lachen, 725 15 ouz den die tivel fprachen: die huoben (ich ze flühte. vergihtes unt mifelfühte wart da von genuogen rat. G. 31, Uf. daz buoch vil fchöner zaäichen hat: 730 20 fwelch fieche dem herren füeze geruorte hende oder füeze, vil wol fi des genuzzen. G. 31,15f. die trophen, die nider fluzzen, da im entwuoch der ewarte, 735 2.5 die hülfen die fiechen harte, 128 Sp." wurden die da mite gefprenget. im hete got verhenget, den er minnete unde vorhte, daz er manic wunder worhte. 740 30 G. 33,3f. Do der herre unwandelbaere von haeilichasit wart weiten msere, 7/^zwsivelt 716M 7/7etwenne 720den//peterndar 726vf 737mit 739minnte 721 Man beachte diesen Hinweis auf Petri Schlüsselamt.' 725 Vd. 1792f. vele hem derre toe quam in den felven flonden, die dar waren gebonden met ten ovelen 35 geilte -----he fe ganzliken trofte. 740 Vd. 1799f. der edel nothulpare he was da vele mare, als he noch es vele wide. 12* 180 Sante Servatien Leben. Vd.I870f. die er begie aller taegelich, ein widerfatz huop fich chlaegelich. G. 33,5 f. Sathanas die maeintat anetruoc, 745 die Joben hie bevor fluoc 5 von dem haubete nider untz an die foln. einen niuwen champf muofer doln. G. 33,8 der bifchof von Tungern. feinen maeintaetigen jungern 750 douhte miffewende, io G. 33,9f. daz ouz frömedem eilende ein fo fwacher man waere chomen unt den gewalt hete über fi genomen, daz er fi von ir rehte twunge. 755 fi fprachen ir aeinunge, 15 daz fin von dem ftuole würfen, unde iahen: „wir bedürfen eines mannes, der uns ze herren zeme, unde des daz reiche war neme 760 unde in ze feinem rate lade. 20 uns waahfet chreftiger fchade von diffes mannes credifchaeit: fwaz ze eren ziuhet, daz ift im laeit. er chan niewan venigen und beten. 765 fwa er uns fol vertreten 25 da bir wir verfoumet. der ftuol enwerde von im geroumet, unfer ere fint alle verlorn." G. 33,12f. alfo verre wuohs ir zorn, 770 untz daz die maeintaeten 30 von des tiveles raeten 743\se.g\\c\\ 744 chlaeglich 745 an truec 747 houbet 748 ein; mvfe er 750 am Ende jeden Wortes ist das n wegradiert 752 frömdem 754 het; gnomen 755 fiv 757 fi in 759 zem 760 nem 763 ditzes 765 venien 768 en / 772 tivels 750 Vgl. 1513; über den Dat. bei dünken siehe Gr. Gram. 4 (Neudruck), 279; 35 Lachmann zu lw. 5749. 763 credifchaeit hapax legomenon. 770 f. Vd.I926f. fo lange fprak hen der viant toe, dat fi'n . . . verdreven. . . dat hen der viant dat geriet, dat enwas dorch her goet niet: he gift gerne boten rat. Von dem viant war schon vorher bei Vd. 1870 breiter als in G. die Rede. Vd. 1870f.; 983f. Sante Servatien Leben. 181 des herren varen begunden. G. 33,14f. vil choume fi erwunden, l28Sp.i> daz fi niht ftiften ein mort. 775 manic fmaehez fcheltwort Seruacio fi mazen. s G. 33,15f. vil gar fi vergazen, daz fi in den ftuol fahen von dem gotes engel enphahen. 780 fi enmohten niht gewaeichen diu taegelichen zaeichen: io er half den tivelwinnigen unde den unfinnigen. die chrumben er rihte. 785 fieber unde vergihte, daz floch allez feinen fegen. is der werche mohte der gotes degen wider fi niht geniezen. den herren fi verftiezen 790 ane alle feine fchulde. mit willen verluren fi gotes hulde. 20 Do der tivel hete gehetzet, daz der bifchof was entfetzet des ftuoles ane feine fchult, 795 G. 33,20f. daz enrach er niht mit ungedult: Ern erhuob fich in dehaeiner franfpuot. 25 dehaein widerfatz betruobte feinen muot: er bedahte fich ie ebene. G. 34,2f. got enwolde niht vergebene 800 feinen muot gelten lazen. G. 34,3f. in der burch genuoge fazen 30 ze gote wol becherte, die der bifchof diche lerte da vor chriftenlichez leben. 805 die enmohten ir vriunde niht bewegen, 781 Siv enmochte; geweichen 782 täglichen 788 mocht 789 fiv 791 an 35 ? 93 het 795 an 797 in deiner franfhüt; fleh keiner H 798 betrvbet 799 bedahte H] gedacht; eben 800 en /; vergeben 803 got 806 en / 182 Sante Servatien Leben. Vd.I990f. fine wolden im volgen. dar umbe waren in erbolgen iene, die der tivel hete betrogen, doch verluren fi alle ir brogen: 810 s G. 34,8 f. ir dro was in ce niehte. hinze Maftriehte 129 Sp." fuor der erweite. G. 34,10f. zeiner chappelle er twelte: diu ftuont bei dem wege enbor. 815 io die ftifte fante Maternus vor, do er erfte chom dar ce lande, unferem haeilande unde fante Petern ce lobe. G. 34,13f. ein berch lag aeinhalp darobe. 820 is ein wazzer vloz dar an often. ze fumere diu äugen troften fchöne wife weiten. er gewan des muot veften, daz er da feines endes enbite. 825 20 0. 35,3f. an dem eriften trite, do er in die chappellen gie, an daz phlafter er fleh lie. G.35,5 an feine bruft begunder chlophen; G.35,7 ez vielen haeize trophen 830 2s ze tal über fein wange. G. 35,4 feinen fchephaere bater lange. G. 35,5 fante Petern er im auch helfen bat. G. 35,8f. wol geviel im diu ftat ze gaeiftlicher wifte. 835 30 g. 35,12f. alle feine lifte cherter niwan hinze gote. eine cellen er erziugote zuo der er ere ftifte. von mennefchlicher trifte 840 35 808 in aus im radiert 811 niehte 812 maftrihte 814 ze einer 815 enb8r 816 martinus hie vor 818 vnferm 820 einhab 821 vl8z 823 fchone . weife w. 825 erbite H 826 erftem 837 got 838 erzivgot 839 eren 840 menfehlicher Vd. 11023f. Sante Servatien Leben. 183 fchieder fich gzerleiche unde lebete vil saelichleiche. Daz himelchint radne ledic aller mseine wonete in der cellen enge. 845 5 mit micheler flrenge mangel er dolte. G. 35,15 im gefchach als in der molte dem chorne, daz ertötet wirt durch den chünftigen wuocher, den ez birt. 850 io G.35,l8f.; 129 Sp.<> unlange wafer da verfwigen: die lantliute zuo figen mit micheler preffe. der gotes böte enweffe,- obe er fich den liuten folde entfagen 855 15 oder allen den gemuotvagen, die in fuohten weite. G. 35,20 mit fo getanem ftreite der gotes ewarte ranc. fein erbarmich hertze in do twanc, 860 20 daz er allen, die da chomen dar mit gotes worte unde mit der leipnar volzoch, fo er befte mähte. daz wandeln in dem brahte den gotes holden müete. 865 25 G. 36,3f. got durch feine güete den herren von dem fchalle fchiet. G.36,8f. do fo maniger flahte diet eines tages fich da gefamenote, do chom von himel ein böte: 870 30 in menfchen bilde er erfchaein. mit den gelten warter des enaain, daz fi des haeiligen gaäiftes vaz niht enmüeten fürbaz mit mennefchlicher zuovart. 875 35 klebte diu zaeichen, diu hie vor gefchahen 1275 machte 1276 erwachte 1281 botfchefte 1283 hvnen mortgite 1284 Die 1286 waren fl 1289 Wolt; ilen 1295 maerterlich 1296 gut 1297 Rome H] im 35 1276f. Der Verfasser erinnert sich, daß er 1156 f. entsprediend G. 44,6f. erzählt hatte, wie St. Servatius eingeschlafen war. Die G. bringen einen solchen Hinweis nicht. 198 Sante Servatien Leben. Vd. 11828f. ze feiner gebürte, als do veriahen die Betlehaemifchen hirten. got woldin da mit wirten: 1310 G. 51,4 f. im wart von himel ein lieht gegeben. 5 do daz die wahtaere fahen obe im fweben, ir gemüete begunde verzagen. G. 51, 7f. eine eilte hin ze hove lagen, wie da ein lieht waere enbrunnen. 1315 fo warter hin für gewunnen. 10 ir rede diu wart manicflaht. sumelich taeil in anevaht unde fich fere wider in funden. do fi umbe in alfo ftuonden, 1320 do begunder als ein flamme glohen. 15 fo gelac der haeidene rohen: daz maeifte taeil begundin loben. do wart diu rede ouf gefchoben: ze den tifchen fi fazen. 1325 G. 51,14 f. do die fürften geazen, 20 do wart der bifchof befant. der böte in flafunde vant. von im waren die in folden bewarn. obe im vanter einen am, 1330 des fchöne was feltfaene: 25 er was in dem wane entfant von gote: ze gemache mit seinem vetache traeiber im den luft dar, 1335 1309 betlamifchen 1310 wolde in 1312 ob 1314 ilte 1317 rnanic volt 30 1318 fvmlich 1322 hsiden 1323 begunde in 1329 die H] die. die; in] fin H; bewarn] warn H 1330 ob 1331 feltfaeme 1333 Im fant got 1334 einem 1329 Vgl. G. 51,13 servandum; das Folgende hat wegen der unklaren Angaben der G. über das Lokal sowohl Veldecke wie dem Verfasser unseres Gedidites Schwierigkeiten bereitet. Beide verfahren selbständig. 1332 f. Haupt schreibt für 35 in dem wane, im in warne und verweist auf das Otfridische in wani; mhd. ist aber in wsne nicht zu belegen; 1333 ist von wohl eine riditige Ergänzung Haupts, dagegen lese ich für Im fant lieber entfant, als mit Haupt gefant. Sonst braucht von der Handschrift nicht abgegangen zu werden. Auf dem Vers 1332 liegt ein ethischer Akzent, nach gote Vers 1333 eine Pause; Vers 1331132 assonieren. Vd. 1 1866f. • Sante Servatlen Leben. ] 99 mit dem andern er im fchate bar. der böte daz widerbrahte. G. 51,19f. diu haeidenfchaft do gedahte fchauwen diu wunder. do wart der bifchof munder 1340 5 von der menige, diu dar zuo dranc. der are do gegen den lüften fwanc. Do daz zaeichen ergie, diu haeidenfchaft den herren lie l36Sp.a ouz dem gebende fwaere. 1345 10 G. 52,1 f. waz er chunde unde wer er waere unde an welchen got er baste, daz er in daz chunt taete, daz wart ein ellicher ruof. er fprach: „ an den, der himel und erde gefchuof." 1350 15 do fprachen fi algemaäine, daz der got alterfeeine folchiu zasichen getuon maehte, G. 52,4 der den feinen in der naehte louhte, als bei der sunnen. 1355 20 angeft fi gewunnen, daz ez got an in raeche. G. 52,6f. in nam an fein gefpraeche, der da fürste was über die haeiden, als im vor was befchaeiden, 1360 25 e daz er zuo den haeidenen quam. 30 1336 anderm; fchat 1341 menigiv 1342 do auch vor fwanc 1348 im 1353 folchiu] feine; getuon /, machte 1354 nahte 1359 fvrft 1361 haeiden 1353 Die Ergänzung von getuon verlangt die Versmelodie und der Sinn. Die G. geben für die Stelle keine Richtung an. Der Dativ von naht kommt nur nodi einmal im Reim, 3036, vor und lautet naehte. Das Perf. von machen lautet immer machete: 416, 552, 1036, 1276. 1484, 1898, 2150, 2388, 2588, 2838, 3304, 3418; auch das spricht gegen mähte (= fecit). 1361 Die Form quam, die durch den Reim auf nam gesichert ist, gehört nicht der Ma. unseres Dichters an. Seine maliche Form 'st chom. Sie ist nie im Reim belegt, steht aber im Versinnern. Der Reim quam: 35 nam stammt aus Veldecke. In Veldedtes Servatius reimt quam 72mal. 15mal auf nam, 26mal auf vernam, lmal auf genam und 2mal auf benam. Daß für den bayerischen Dichter der Wandel kwa > cho bestand, beweist der Reim 1072 chorter (quarter): worter. Der Verfasser hat also vermieden, chom / quam in den Reim zu 200 Sante Servatien Leben. Vd. I 1950 f. G. 52,8f. fante Peters rede do ende nam, der im feite, daz im die Hiune folden chomen ce gefiune, unde dar nach von im fchaäiden. 1365 5 auch gelerter den haeiden, daz er aeinen got bechande. Seruacius fuor ce lande: nach eren warter lazen. G. 52,10 f. do er chom ze Alfazen 1370 10 — von grozer müede was er laz — unde als er do nider gefaz, vil fere in dürften began. der vil haeilige man niht umbe fich gefach 1375 15 weder brunnen noch bach noch dehaeiner flahte fluot. hin ze dem cherter feinen muot, von des feiten in feiner marter groz wazzer unde bluot floz: 1380 20 in feinem namen er ein chriuce tete. do fpranch ein brunne fa ce ftete l36Sp.b ouz der dürren molten, wan feiniu zaeichen folten in dem lande auch werden chunt. 1385 25 G. 53,1 f. da wart ein frauwe alreft gefunt, die der fiechtuom lange twelte. 1363 hvne 1364 gefvne 1367 einen 1369 wart erlazen 1370 zeolfazzen 1375 fach 1376 brunne 1379 site H 1381 tet 1382 ftet setzen. Ebenso verhält es sich mit dem Plural quatnen, der lautgesetzlich bei 30 unserem Dichter chömen lautet und im Versinnern ungeniert gebraucht wird, dagegen im Reim nie vorkommt. Gleiches gilt von chöme/quajme und chömen/ quaemen. In Veldeckes Servatius kommt der Reimtypus -amen 30mal vor und nur einmal, II 2158, steht quämen nicht im Reim. Der Reimtypus -äme (hd. -aeme) findet sich viermal und enthält immer quame. Vgl. E. Schröder, Einl. zur Kaiser- 35 chronik S. 52f.; Zwierzina, Festgabe f. Heinzel (Halle 1900) S. 500 f.; ZfdA. 44,87f.; C. von Kraus zu Reinbot von Dürne 2202, ferner Anm. zu Vers 60 oben und 1920 unten. 1370 Vd. 12040 van moedheit gienc he fitten. 1379 Vd. 12058f. ut dinre heiiger fiden vloet ons water ende bloet. 1387 Haupt schreibt quelte, was nach der Anm. zu Vers 60 einen malich unreinen Reim geben würde. Das Perfektum feite ist bloß Vd. 12096f. Sante Servatien Leben. 201 ir aeigen fi feit ouffelte fante Seruacio ze eren. diu mit dehaeinen feren 1390 waren gebunden, genade diu funden s ze dem felben urfpringe: vil manigen freute da guot gedinge. Nach dem zaeichen wunderlich 1395 Seruatius der huob fleh ze tal ze feinem lande. io G. 53,8 f. ze Wormze von Amande warter eingelaeitet. fein hete Auetor gebaeitet, 1400 der fein ze Metze hete gephlegen; daz er enphienge feinen fegen, 15 ze houfe batin Auetor. daz lobeter; iedoch wolder vor ze Chölne bei dem Reine ce tal. 1405 G. 53,13f. do er da hin chom unde erfchal, diu herfchaft ouz gegen im dranc. 20 laeit was im der antvanc. er bat, daz daz gefchaehe, eine herberge fmaehe 1410 im chiefen vor den cinnen. nach bruoderlichen minnen 25 volgetim fante Severein, der ze Chölne was bifchof, dar ein. von gote fi vil zalten. 1415 dar nach fchieden fich die alten. 1390l92Die. 1393 felbetn 1394trcvt 1397 ze tal ze///zeytalie 1398WormztHJ 30 wurnze 1399 in gelsitet 1400 het 1401 het 1402f. fegen erg. H 1404 lobt er; woldeer 7405choln 1410 da 1413 Severin 1414 choln; dar in 1415 got °n dieser Stelle im Gedicht belegt, dagegen das Part. Perf. zweimal 1030, 1942, beide Male mit e, verfalte 2610; ein Reim quälte : falte würde nach Anm. zu Vers 1361 malich unrein sein, twelte gibt einen hinreichenden Sinn. 1409 G. 53,15f. 35 berichten bloß die Tatsache, wissen aber nichts von der Bitte des Servatius. Dagegen Vd. 12188f. ein man, den he's doe bat, he wifden in fine fchure buten der b °rger mure. 202 Sante Servatien Leben. Vd. 12197f. Seuerinus cherte an feinen gemach. G. 53,15f. von gefchihte er in der naht gefach in daz hous, da Seruatius was unde fein gebet ze gote las, 1420 5 137 Sp." unde chos ein michel zseichen: ein flamme diu mohte raeichen zuo der erde von den lüften, als man da faehe tüften ein guideine maffe, 1425 10 dannoch glanzer waffe. G. 54,1 f. durch daz frümete Seuerinous fider dar ein gotes hous. daz hiez ze der Himelporte, wand er auch da horte, 1430 15 do fände Mertein verfchiet, wie in diu himelifchiu diet haeimlaeite mit gefange. datz Chölne wafer unlange. G.54,4f. fante Maximeinen 1435 20 den lieben vriunt feinen, den gefprach er ze Triere. da namer urlaup fchiere, G. 54,6 f. gegen Metze cherter iefa. die fürften waren im da 1440 25 alle chomen engegene unde daz herfte gedigene, daz man ze Tungeren vant. deheeiner fprache er iich underwant, /4/7Servatiuschert 1418 gefchicht 1419 'hous da fehlen 1420 got 1421 chos 30 1422 mocht 1425 guidein 1427 frumte Seruatius 1430 wan 1434 choln 1435 ma- ximen 1436 finen 1437 trire 1442 gedigene H] gemene 1443 tungern 1417 Seruatius gibt an dieser Stelle keinen Sinn; siehe 1427, wo derselbe Fehler vorliegt. 1419 Für In daz schreibt Haupt hin da, wodurch der Vers nicht besser wird. Meine Konjektur entspricht der Quelle G. 53,18 und bessert den Vers. 35 1425 f. malt nach Vd. 12206f. aus: einen ful van golde herlich ende dure gloende van vure, die liet got dar gewerden, die neder van der erden op toe den himel gienc. 1437f. Vd. 12337f.: fint over he vele fkiere van Colen toe Triere toe fente Maximine, toe den lieven vrunde fine, die doe bufcop was dar. Vd. 12363f. Sante Servatien Leben. 203 wan daz er fanc raeffe. 1445 G. 54,9 under diu, e fein iemen iht weffe, do glatter fam die zandern. ieglich fach ze dem andern: des wunders teten fi alle war s unde lobeten den diu maget gebar. 1450 G. 54,10f. unt do diu meffe wart gefungen, die fürften fürdrungen, daz fi diu maere erfüeren. die warhaeit begunder rüeren, io alfo er von gote hete erchant, 1455 wie der haeidenifche fwant diu reiche folde wüeften, unde wie die bürge müeften 137 Sp.b dulten fiures flamme, is unde mit wie grozer chlamme 1460 diu Hute folden vallen. G. 54,13 ieweder ore ergallen: fi heten iaemerlichen wuof. mit feiner füezen rede er gefchuof, 20 daz minner wart ir trüebe. 1465 welch ungehabe do hüebe diu diet von Tungern unde welch chlagen, daz chunde niemen vol gefagen. G. 54,18f. Die herften unde die mausten, 2s die Tungern mohte geleeiften, 1470 die waren hinze Metze chomen. die im fein ere heten genomen unde die untriuwe brauwen, 1447 glafte er 1450 Vnt lobten den ■ den div 1454 begunde er 1455 got het 30 1456 haaidnifche 1457 folden 1462 ergallen nach H = ergal in 1468 wol 1473 browen 1451 Vd. 12382f.: doe he die meffe volfanc. ... die heren van Vrancrike end v an anderen landen ... die vrachden omb nuwe mare .. . doe fegde he hen die Warheit.... 1467 Vielleicht ist statt Tungern Metze zu schreiben. 1473 f. Vd. 35 12462f. doe berouwede hem die fcolde, dat fi fent Servas verftieten . . 2517 die't rieden ende brouwen . het es hen ouch berouwen. Der Reim kommt bei Veldecke nur an dieser Stelle vor, er stammt von ihm. 204 Sante Servatien Leben. Vd. 12462f. die hete daz gerauwen, daz fi in verftiezen. 1475 G. 54,21 ze feinen füezen fi fich liezen, daz er ir fchulde vergaeze 5 unde wider an den ftuol faeze, den er hete von der gotes chür. G. 55,3f. auch laeiten fi ime für, 1480 daz ime den ftuol unde den ftap der engel zaeigete unde gap. io fi fprachen: „die dich fwacheten unde difen chumber macheten, die habent zuo dir nu girde. 1485 deheainer flahte unwirde mag dir da begegenen. 15 niemen waeiz von den degenen, waz phaffen unde müniche tuont. G. 55,8f. daz Tungern e an dich geftuont, 1490 daz chlagent die becherten maegede. chlseider unde getraegede 20 geit nu niemen den dürftigen. gotes dieneft ift gefwigen unde vil gar vergaumfalt. 1495 nu chere, vater, an deinen gewalt: l38Sp." la deiniu chint niht underwegen." 25 G. 55, ll f. ce Tungern fuor der gotes degen. unlange was daz verfwigen. die burgaare unfähigen, 1500 die in do e verfmahten, manic antlütze die brahten, 30 begozzen mit traehenen. niemen horte do gewaahenen 1474 htt 1480 im 1481 im 1482 zeigte vnt 1483 fwachten 1484 machten 1485 gierde 1486 flacht 1487 begegene 1488 waerz (?) v. d . degene 1489 vnt mvnich 1491 magede 1492 getragede 1496 eher 1501 do H] da == 1504; hört 35 1481 f. Vd. 12505f. doe he dich den flaf met finre heiiger hant gaf. 1490 liest Haupt für e der Handschrift ie, vgl. aber G. 55,3 ante. 1496 Vd. 12552f. fo var met ons hinne toe dinre flat van Tongeren, toe dinen armen iongeren. 1503 Vd. 1 2562 met herteliken tränen; 2616 al weinende doe fi fongen. Vd. 1 2695f. Sante Servatien Leben. 205 dehaeiner fIahte widerbruht. 1505 der bifchof fprach mit grozer zuht: G. 55,14f. „got ift niht wanchel gemuot: fwelch rede er ze a;inem male tuot diu ift immer vefte. s G. 55,17 meiniu chint, iu ift daz befte, 1510 daz ir iu gedulte warnet. ir habet die müege wol erarnet. gotes gebot douhte iu fwach: iuwer wille fürbrach. 10 den wil got nu stören. 1515 da bei fo mügetir hören: fwer gotes geböte widerfaeit, daz erz die lenge nicht vertraeit." Do er ir irretuom unde ir iamer fach, 15 der haeilige herre fprach: 1520 „freude ift iu gebroften. ir habet mit michelen chosten groze zierde gefrümet. fwenne gotes gerihte nu chümet 20 und daz vil grimme ende hat, 1525 G. 56, l-f. fo enift des dehaein rat, irn müezet waeinen unde chlagen. doch fultir ez defte ringer tragen: got hat mir den gewalt gegeben, 25 fwelche wellent bezzern ir leben, 1530 daz den in der gagenwürtigen not niht enchümet der ewige tot." G. 56,4 einen flüzzel er herfür zeigote, 1505 flacht 1508 einem mal 1512 habt; mv 1513 doucht; iv] iuch H 30 15 17 gebot 1522 habt; micheln 1524 gericht 1526 en f 1529 geben 1532 en- chu mt 1533 zeigote] bot 1507 wanchel gemuot in der Handschrift deutlich getrennt, ist also keine Wortzusammensetzung, wie das mhd. Wb. Ha 267, 41 a und Lexer 3, 680 annehmen. 1533 f. Vgl. oben zu 1260 f. Vers 1533 ist im Reim verderbt; öt: ote reimt sonst 35 nirgends im Gedicht und ebensowenig ist hier eine e-Apokope nach t nachweisbar. Dagegen reimt gote mehrmals auf -ote des Perf. der schwachen Verba der zweiten Klasse, siehe Vers 202, 838, 2054 (ebenso böte 870, 1598, 1788), so daß der Verdacht begründet ist, daß an dieser Stelle eine solche Verbalform durch den Abschreiber 206 Sante Servatien Leben. Vd. 12746f. der im was gefant von gote, 138 Sp.b daz waeher werch nie wart, 1535 denne er an feiner Romvart von fante Peter enphie. 5 G.56,6 er fprach: „nu fehet, meiniu chint, hie ein warez urchünde; unt ob iuch riuwent iuwer fünde 1540 unt ob ir iuch ir wellet mazen, daz ich iu mac antlazen, 10 fwa iu got ift erbolgen, G. 56,13f. meinem rate fultir volgen unde gehorfamen iurem alten vater." 1545 mit grozer underdige bater; G. 56,17f. daz fi den Tungerifchen trefen 15 eilten zefamene lefen, den man ze gotes dienft folde haben, unde die heiligen bifchof e, die da waren begraben, 1550 balde erhüeben und die ze Maftriehte begrüeben. 20 er fprach: „fwaz man mac dar gefüeren, daz chan nimmer gerüeren dehasin hseidenifchiu hant. 1555 fo fi nu wüeftent daz lant, fo geltet Maftrieht vrei." 25 G. 56.15f. fi fprachen: „nu lieber vater, nu fei, fwie fo dir gevalle. wir volgen dir alle, 1560 doch ez nu fei ce fpate." 1534 got 1536 denne] den 1538 fecht 1540 iv 1545 vnt gehorfam 1546 vn- 30 gedige gebessert von H 1547 tungrifchen 1548 zefamne 1550 bifchof; H. setzt da waren hinter begraben als Anfang von Vers 1551, was metrisch und melodisch falsch ist 1551 erhvbe 1552 machflriet (= 1557) begrvbe 1555 haeidnifchiv getilgt ist. zeigön scheint mir das einzig passende Wort zu sein; dazu stimmt Vd. 1 2745 f. den flotel he ontdekte, die hant he ut rekte, fo he hoste mochte ge- 35 reiken. Auch an dieser Stelle unseres Gedichtes ist es auffällig, wie der Verfasser stillschweigend über die kanonische und politische Bedeutung dieses Schlüsselamtes hinweggleitet; hier gab doch sogar die lateinische Quelle Anlaß, wenn der Dichter nur gewollt hätte. 1554 f. Vd. 1 2858 f. of die Hünen here komen, dat fis niet envenden end got darane niet enfcenden. Vd. 12847f. Sante Servatien Leben. 207 do hiezer famenen drate, fwaz ce gotes dienfte gehorte. G. 57,1 f. der bifchofe greber man Horte, der haeilichaeit bewaeret was. 1565 do man daz haeiltuom zefamene gelas, 5 do huober fich von Tungern. grozze chlage wart do von feinen iungern G. 57,18f. Swer befuochte den herren guoten, — die diu mifelfuht muote 1570 unde den chrump waren diu lider, 10 unde die diu vallunde fuht warf nider, 139 Sp." unde die muote daz vergihte, die chomen ze des herren gefihte unde chlageten im ir manigiu fer — 1575 die gehseilte der gotes böte her, 15 daz fie lebeten fo ie befte. G. 57,21 hin ze feiner leichrefte wurden fumeliche gefpart, den ir gefunt danne niht widerwart. 1580 niht langer er fleh foumte: 20 Tungern er roumte. G. 58,7f. do fi chomen hin ze dem bürgetor, do horten fi ein ftimme oben enbor von engelifchem gefange; 1585 diu werte alfo lange, 25 daz fi vil fuoze waren lout, untz ze Maftriehte chom der gotes trout; dar was dannoch dreie meile. G. 58,8f. do fi giengen eine weile, 1590 1562 tarn 1564 bifchof /5(5tfzefamne 1568 Ao H] da 1569 befüht die herren 30 gut 1570 mvt 7573 vergicht 1574 geficht 1575 chlagten; fere 1576 gehaMlet; bot; here 1577 fi lebten 1579 fumlich 1580 danne niht fehlen 1581 lenger 1583 bvrgtor 1584 ob in 1585 englifchem 1586 wert 1588 ze erg. von H 1565 Wohl durch Vd. 12873f. veranlaßt: dat werdige gebeine, van den bufcopen reine, die dar bevoren waren rechte lerare, die heiige ende die werde, die da lagen in der 35 erden, die nam die godes holde. 1569 Vgl. 603. 1589 ist wohl aus Reimnot (weile) eingeschoben. Die Entfernung zwischen Tongern und Maastriecht beträgt in der Luftlinie zirka 20 Kilometer, etwa 13Meilen im römischen Sinn genommen (1472 l ji m). 208 Sante Servatien Leben. Vd. 12971 f. der greife ruowen wolde. diu erde niht endolde, daz er büge fein gebaeine: ■ fi bot fich her engaeine, 5 daz er als ouf einem ftuole faz. 1595 noch erzaeiget ein maezlich pühel daz, wie got mit im da zaeichenote. G. 58,15f. do ze Maftriehte chom der gotes böte, mit geliute unde mit gefange, io mit grözlichem antvange 1600 enphie in vrölich diu ftat. eine gruft er im würchen bat. daz haeiltuom er dar ein barch. G.58,18 dar zuo hiezer fetzen feinen farch: i5 von gote weffe wol der herre, 1605 daz fein ende was unverre, unt daz er chöme ze der ewigen freude, ze gotes befcheude, dar nach er ie ftrebete. 20 g. 59,1 f. die weile, daz er lebete, 1610 l39Sp.b vil füezer lere er phlach rehte unz an den felben tac, daz er fein Ion folde enphahen; G. 59,4f. unt do fein ende begunde nahen, 25 ein maezlich fiechtuom im gewar 1615 drei tage, an dem driten hiezer gar die ftat zefamene bringen: eine meffe wolder fingen ze trofte im unt den feinen. 30 fein antlütze fach man als diu funne fcheinen. 1620 G. 59,7f. Under diu er fanch die meffe, 1597 zaichnot 1598 Maftrieht; bot 1599 gelovte 1602 ein 1605 got 1607 chom; frivde 1608 befchaeude 1609 ftrebte 1610 weil; lebte 1612 Recht 1616 drie; dritem 1617 zefamne 1619 troft 1620 antlvz; die 35 1602 Vd. 1 3075f. Doe . . . Servas te Triechte alfus komen was . . . eine cracht dede he werken in der gewieder kerken .. . dat heildoem lechde he darin. 1605 Vd. 13087f. van godes wegen he vernam, dat dat ende fines levens quam. Vd. 13114f. Sanie Servalien Leben. 209 e fein daz volch iht weffe, der gotes engel im erfchaein, unt faeitim aber, er folde haeim ze der ewigen haeimüete, 1625 dar fein gedanch ie glüete, s fider er fich ihtes verfan. bezzer chraft er do gewan von diu, daz der engel zuo zim fprach. auch freutin, daz er fich verfach, 1630 er füere ze dem paradeife. io er enphie die fronen fpeife, gotes leichnamen unde fein bluot. fein gedinge was ze gote guot, daz er folde ze der phalze frone. 1635 G. 59,12f. er bredigete untz ze none, 15 als er lebete mit gefunde, G. 59,14f. rehte untz an die flunde, daz got an dem chriuce entflief. G. 59,17f. die felben ftimme, die er rief, 1640 do er des todes gefmachte 20 — der bifchof ouf die hende rächte —, diu felben wort er auch fprach. gegen himel er gefach unde bevalch fich gote vil verre. 1645 er fprach: „ich bevilhe, herre, 25 meinen gaeist in deine hende." da mite namer den ende. l40Sp.<> ein niuwer glaft do louhte. G. 61,3f.; 7f. die Hute des douhte, 1650 daz er als himelbliche fchine 30 untz dreie weile chomen hine. G. 61,14f.; 17 f. in dem felben glafte chom dar der gotes engel ein michel fchar. 1626 dar HJ da 1630 frevte in 1631 für 1634 got 1636 bredigte 1637 lebte 1645 got 1647 dein 1648 mit 1651 fchein 1652 drie; hin 1653 felbem 1628 Vd. 13122 die vroude vermerde fine macht (cracht zu lesen?) Wilhelm, S. Servalius ]4 35 210 Sante Servatien Leben. Vd. 13144 f. die feie namen fi ce fich. 1655 G. 61,18f. ir vreude diu was grözlich. fi freuten fich groze, do fi mit ir housgenoze, 5 fuoren gegen der himelporte: von den lüften man daz horte. 1660 G. 61,12f. do louhte der haeilige leichnam, fwie der gaeist da von wsre, alfam rofen unde liligen glantz, 10 fo fi niuwe fint unde ir varwe ift gantz. ü. 61,16f. bezzer fmach was do auch, 1665 denne mirre oder weirauch oder balfem müge bringen: got ertin mit folchen dingen. 15 groz waren diu gotes wunder, dennoch tete got aeinez darunder, 1670 des diu werlt ift ungewon: G. 61,14 f. die engel brahten im ein überdon, der wart im von gote gefant, 20 da man den leichnamen einwant. wer in worhte, ninder ich daz las, 1675 wan daz asine, daz er was von edelen feiden geweben. daz was ein zaäichen, daz im waäre gegeben 25 ze den himelifchen chören genozfchaft. G. 62,5f. daz lantvolc zoch dar herhaft: 1680 ir fiechtuomes wart in allen da rat. got was felbe ir arzat durch feines troutes willen. 30 die tivel muofen füllen 1663 lilien 1665 do H] da 1666 waeirouch 1667 halfen 1670 tet 1673 got gefant 1674 ein-] in- 1677 faeiden 1678 geben 1680 zoch 1682 arzt 7655 Vd. 13144 doe he voer te himelrike, die feie, die des werdich was. 1663 Dies traditionelle Bild ist wohl durdi die Lücke nadimazG.61,13 veranlaßt. 1677 G. 61,14 35 sericum, siehe L. Diefenbadi, Gl. lat.-germ. 529c sericum s. laken (110, 132) van s. gemacht (68). 1680 Vielleicht ist haeithaft, d. h. in geistlicher Weise, in Prozession, zu lesen, vgl. Vers 460. 1684 Vd. 13196 rafende ende douve ... got hen her ge- fonde gaf. Vd. 13196f.,111 f. Sante Servatien Leben. 211 unt roumen ir vaz chlasgelichen. 1685 fwaz ze Tungeren was fiechen HOSp.b untz ze feiner fchidunge, die enphunden bezzerunge dar nach alle gemseine. 5 G.62,3f. mifelfühtige wurden raeine. 1690 do begunden die ftumben chofen unde gefehen die liehtlofen. der fiechtuom von den liuten floch. manic fiechiu fchar zuozoch. 10 G. 62,7f. da was maniger zunge braht. 1695 fus gehielt man in fiben naht, bediu mit vreuden unt mit chlage. G. 62,9f. an dem ahtoden tage wart diu bivilde wol begangen. 15 nu hat er enphangen 1700 feiner arbeeite Ion in der himelifchen Syon: da müezer fein unfer böte ftaetichlichen hin ze gote 20 unde unfer vorfpreche, 1705 daz got mit zorne iht reche fwa wir haben gefündet. daz buoch uns urchündet, wie man fein hochceit beget: 25 G.60,6 an dem dreitzehenden tage fi ftet 1710 immer in dem Maeigen. pfaffen unde laaigen loben in mit underdige: er hat geholfen emzige, 30 die fich an in liezen. 1715 feiner haeilichaeit müezewir geniezen. Vd. II 1 f. Do der herre bei feinen zeiten 1685 chlaegeleichen 1686 tüngern 1687 vnt ze 1691 Da; ftummen 1694 -z8ch /7 chlagen 1698 achtodem 1701 lSn 1703 müezer] mvzze; bot 35 M^ltetichleichen; got 1711 maien 1712 laien 1714 gehelfen 1716 mvz wir 1717 Ähnlich leitet Vd. sein 2. Buch ein: II, 1 Hebbet ir nu wale vernomen, wie 1 I 4- 14* 212 Sante Servatien Leben. Vd.IJlf. 0.67,1—70,6 der chriftenhaeit gefrümete weiten, unde der himelchaeifer wolte, daz ze der rnolten wurde diu molte 1720 unde der gaeist dem, der in hete gegeben, 5 do verwandeloter fein leben als ir nu habet gehöret. nu folde auch werden geftöret 141 Sp." diu verworhte Tungern. 1725 ein chünic was von Ungern io — Etzel was er genant — er wuofte der chriften lant, wan er dar umbe was gefant. fwa er dehaeinen widerfatz vant, 1730 die muofen fich gegen im naeigen: is feinen gewalt wolter erzaeigen. in grozem zorne chomer dar. im volgete manic ungetauftiu fchar. ftarch unde michel was fein her. 1735 die burgaere macheten fich ze wer 20 als helde vermezzen. iedoch wurden fi besezzen. ir lant daz wart gar verhert. daz heten fi vil wol erwert, 1740 wan fi waren unervorht, 25 enheten fi fich niht verworht an Seruatio, gotes iungeren, den fi vertriben von Tungeren ane alle feine fchulde. 1745 nu hetens verlorn gotes hulde 30 unde gie über fie fein flac. G. 70,7 daz gefez werte manigen tac, 1718 gefrumet 1721 het 1722 verwandelt er 1723 habt 1730 dehaein 1731 neigen 1733 zorn 1734 vngeüvfte 1736 machten 1742 en/ /743iungere 1744 tungere 1745 an 1746 heten fi 1748 wert 35 der here es te Triechte komen, die heiige fente Servas, ende wie gedan fin leven was ende wie dat he ein ende nam : nu vernemet, wie't darna quam. 1726 Vgl. Vd. 12455: der heiden conink van Ongeren : Tongeren. 1728 Vd. II 167 fi verwoeften allet lant. Vd.IIlf. Sante Servatien Leben. 213 daz die haeiden raezen cholten die umbefaezen 1750 mit raube unde mit brande. G. 70,6 anderthalp in dem lande, gegen der ftat Maftrieht, s dar chom ir dehaeiner nieht: der haeiden ez nie dehaeiner gefach. 1755 von gotes ordenunge daz gefchach; als wir lafen unde diu fchrift iach, fante Seruatius felbe fprach, io daz vor aller difer fwaere Maftrieht vrei waere, 1760 ane müege unt ane chlage. fwaz der felbe gotes weiffage 141 Sp. b ie gefagete, daz wart bewaeret: 15 des ift fein lop vermaeret. Die wüetunden Unger 1765 G. 70,11 mit weige unde mit hunger die burgaere cholten. fi wolten oder enwolten, 20 fi muofen ze fturme fein gereht. owe wie manic guot chneht 1770 mit dem grimmen tode ranc! diu haeidenfchaft fi fere twanc mit gefchozzen unde mit fpern fcharf. 25 manic mange darein warf unde ander weichgerüfte. 1775 dehaein ahte was der flüfte, die die burgaere heten taegelich. der frauwen leben was chlaegelich, 30 die die tiefen wunden ir lieben vriunden bunden 1780 1750 quelten 1753 Machllriehte 1754 nichte 1761 mv 1763 gefaget 1765 vngere 1766 hungere 1767 chSlten 1772 fiv 1775 wichg. 1776 acht l J77 taegleich 1778 chlsgleich 35 1751 Vd.I1156C\ branden ende fiherden; 168 fi enlieten niet ongebrant 1757 Vel oben Vers 1556f. 214 Sanle Servatien Leben. Vd.IIlf.;218f. unt fi mit dem tode fahen teuwen unt unzaellichen nider ftreuwen ir chint unde ir magen. do die beften gelagen, 5 do chlageten dennoch die da waren beliben, 1785 daz fi ir maeifter weilen vertriben, den in got felbe ordenote, unde fein engel dar was böte, da er daz bistuom befaz. 10 mit grozem zorne räch got daz. 1790 guot unde ere fi verlurn. den grimmen tot fi auch churn. ir dehaeiner mohte entweichen dan. die veiande giengen fi vafte an. 15 die vorburc fi blozten. 1795 die mangen vafte bozten. die hohen turne nider riren. die dannoch lebeten, die fchriren ze gote unt ze feinen haeiligen. 20 doch folten die haeiden gefigen: 1800 142Sp. a umbe daz waren fi chomen dar. diu ftat wart cefüeret gar, fwie fi waere bürge befte, daz belaeip choume gruntvefte. 25 daz guot wart allez ouz getragen, 1805 die Hute gevangen unde erflagen ein lebender leip da niht was beliben, umbe daz, daz fi ir madfter vertriben. Vd. II 218f. Do die haeiden alfo wuoten, 30 fumeliche fich behuoten 1810 der umbefaezen von Tungern, ob fi den tobenden Ungern 1781 tevn 1782 flrevn 1783 iriu chint 1785 chlagten 1787 ordenot 1788bot 1793 mocht 1794 viande; fiv 1797 rieren 1798 lebten; schrieren 1799 got 35 1803 befte aus vefte verbessert von gleicher Hand 1807 was / 1810 fumlich 1798 Vgl. 3236. Im Reim sind noch belegt fchrir (3. Sing. Konj. Perf.) 1960 und fchraei (3. Sing. Ind. Perf.) 3252. 1809 f. steht unter Einfluß von Vd. II 238f. Vd. II 236 f. Sante Servatien Leben. 215 chunden entrinnen. G. 74,9f. do fi roum mohten gewinnen, daz die veiande entwichen, 1815 ouz der aeinöde fi fliehen, dar fi weiten waren ceftaubet. 5 ir lant was beraubet, gar verwüeftet unde verhert, aller genaden verfchert; 1820 fine funden mer noch minner. fi begunden fiuften inner: 10 der iamer in vil we tete, do fi chomen ze der haubetltete: diu was gar wüefte gelaeit. 1825 dar nach wart weiten gefaeit, daz Maftrieht waere unfehadehaft, 15 unde daz daz fchüefe des wirtes chraft. G. 74,15f. nu giengen fi dar mit chriuees traht; G. 74. n f. do ez rehte chom an feine naht, 1830 daz er von dirre werlde fchiet, do was chomen dar ein michel diet. 20 do gefchach ein zaeichen, daz was groz: der himel fich obe im entfloz, da er do lac beferchet. 1835 vil rehte was daz gemerchet, daz ein grozer glanft da bran 25 von der zeite, daz des tages zeran l42Sp.t> untz der ander morgenrot der werlde daz lieht bot; 1840 do lie ditz lieht fein gleiten. den burgaeren unde den gelten 30 was wol ce loben daz gotes chint. G. 75,6f. ein vil chreftiger wint 1814tovme 1815 viande 1817 dar H] daz 1823 let 1824 zuo H; houbt ftet -tö27Machuriechtew;erunfchadhait /&?5fchuffe 1830 fein 1831 werlt 1833 Do H] Da 1834 ob 1835 do H] da; befchercht 1838 zeit 35 1816 Vd. II 240 ... (1 fich bergen moeften in dat einode ende in die holen. 1832 Vd. II 280f. doe was te dien fionden grot volk te Triechte komen. 216 Sante Servatien Leben. Vd. II 351 f. fleh dar nach erchüchte, 1845 der abe dem münfter druchte G. 75,8f. bediu die traeme unde daz dach. do daz lantvolch daz gefach, s fi laeiten dar an ir ftunde; niemen ez gedechen chunde. 1850 alfo ftuont ez lange feit, fwie daz münfter waere weit unde diu moure waere bloz, io fwie vafte der regen nider goz, daz nie dehaein zäher dar ein geraeis. 1855 daz haeilige maere weiten chraeis, der Hute chom dar defte me. G. 75,12 f. eines nahtes, do chom ein fne, 15 der was wol zwaeier füeze tief. der gotes gewalt ez aber befwief, 1860 daz fein nie niht geviel dar ein. die burgaere liezen ir dechen fein. got hete vil wol zuo in getan, 20 als ich da vor gefprochen han, daz er des hete verhenget, 1865 daz feines troutes lop wart erfprenget. Fehlt Vd. und T Dar nach in den felben tagen G. 76,1 f. gefchach ein zaeichen, als wir iu fagen, 25 do diu famenunge, bediu alte unde iunge, 1870 eines nahtes dar hinze metein gie; do fi der gufter ein gehe, ____________ fi giengen da fein bette ftuont, 30 1846 ab 1850 gedenchen 1854 vefle 1858 do] dv 1861 dar in 1863 het; in H] im 1869 famnunge 1870 alt vnt 1871 dar H] do er 1872 ein] in 1873 da fi (fi durdistridien, s unterpungiert) fein bete 1847 Wohl anter Einfluß von Vd. II 363 f. dat dak . .. van der holtenre kerken geschrieben. 1856 Vd. II 384 f. des gienc die numare achter lande verre ende wide. 35 Daß der Verfasser sich hier an Vd. anschließt, zeigt der Umstand, daß er vor diesem durch Vd. veranlaßten Einsdiub die Geschichte vom Regen, danach vom Schnee wie Vd. bringt. 1859 zvraier deutet darauf hin. daß der Verfasser 1(SW) benutzte, sonst würde er wohl dreier gesdirieben haben. 1863 Vd. II 406: des moet got fin gebenediet. Vd. II 407f. Santc Servatien Leben. 217 als fumeliche noch da tuont. da funden fi einen füezen fmach. 1875 ein phelle obe dem bette lach; l43Sp." fi iahen, daz fi nie gefajhen ouz feiden einen fo weehen. 5 G. 76,3 die des münileres phlagen, die begunden die phaffen vragen, 1880 wer in hete braht dar fo unmazen fchöne gar. G. 76,4 fi fprachen: „wir wurden fein niht gewar. 10 daz bette liezewir naehten bar, daz münfter wir befparten. 1885 mit vleize wir ez bewarfen." niht anders fi gefagen chunden. G. 76,5 die phaffen niender funden, 15 do fi gefuochten hin unde her, von wannen er waere oder wer 1890 in dar geworfen haste. do lobeten fi got mit ftaste unde mit vil grozer andaht. 20 G. 76,7 fi iahen, in hete dar braht daz engelifche her, 1895 daz fante dementen in dem mer ein münfter von maermel machete. ir muot ze gote wachete, 25 daz fo manic Zeichen da erfchaein. Vd. 11407f. G. 76,13f. nu wurden die lantherren enaain, 1900 wa daz münfter felde ligen. G. 77,2f. fifprachen„lungern,dermuoznufeingefwigen. daz mer ift ir entrunnen, 30 da diu fchef inne runnen. daz fluoc etewenne daran 1905 ____ ___________unde ift manic meile nu hindan: 1874 fvmHch 1875 ein 1876 ob; bete 1879 munfters 1882 ummazzen 1883 gwar 1884 bete 1886 vlaeizze 1890 wanne; er waere fehlen 1891 in /, ergänzt 35 v onH.; hete 1892 lobten 1895 engelifch /Gelernten 1897 machte 1898 got Wachte^jWpp erfchein 1900 enein 1902 der HJ des 1905 etwenne 1906 meil 1891 Vgl. oben 156,36; oder ist Assonanz hete : ftsate anzunehmen? 218 Sante Servatien Leben. Vd. U 433 f., 493. fi ift gar undernaeiget. G. 77,10 f. got hat wol erzaeiget, daz niemen des gedenchen darf, feit fi ir rehten maeifter verwarf, 1910 5 daz dehaein bifchof da fitze. ez waeren auch unwitze, der ez fürbaz verfuochte." fi baten got, daz er geruochte, l43Sp.b in einen maeifter geben, 1915 io der ze chriftenlichem leben feiniu fchaf chunde gewaeiden. G. 77,13f. dar zuo wart ein herre befchaeiden, der hiez Agricolaus. daz chüdet buochifchen fus: 1920 is der den acher bouwet. dem wart dar zuo getrouwet, daz er gotes bouman waere. G.78,if. den enphiengen Maftriehtaere mit frölichem antvange. 1925 20 ez was geraten lange, daz man daz bistuom dar laeite. daz gotes wort er in faeite, ze gote er ir hertze wacte. G. 78,4 f. fante Seruatium er fein münfter dacte. 1930 25 G. 79, l f. Do nach dem der aeinlöfte bifchof verfchiet, diu phafhaeit unde daz gedigene riet ouf einen herren wol geborn, der hiez Munolf. do der wart erchorn, vil wol phlegeter feiner phlege: 1935 30 1917 Seine 1920 chiut 1924 Machftriehtaere 1929 got 1931 einlSfte 1932 daz gedigen 1934 Mulof 1935 pflegt er; phelege 1919 Wenn Vd. II 461 und 479 die Form Agricolus aufweist, so braudit daraus nidit auf eine bessere Handschrift der Gesta oder der Bearbeitung T geschlossen zu werden, sondern Vd. hielt sidi an die Maastriediter Tradition; nach dieser hieß 35 der Bischof Agricolus, siehe oben 77,38f. 1920 chüdet ist die malidi richtige Form von choden (siehe Anm. zu Vers 60). Das Metrum und die Melodie verlangen eine zweisilbige Form. Die entsprechenden einsilbigen sind chüt (chut geschrieben) und chiut (durch Ersatzdehnung [chüdt] oder Kontraktion [chüit] gelängtes ü?). Vd. II 504 f. Sanle Servatien Leben. 219 er weifte die fündaere ze wege unde vernam der dürftigen ruof. G. 79,3f. ein grozez münfter er da gefchuof fante Seruatio, als ez noch da ftet. daz muoz loben, fwer dar einget. 1940 5 ez ift in aller weis erweit. G.80,7f. feiniu brasiten aeigen wurden verfeit ouf die fronerefte. in douhte aller befte, daz fein erbe waere 1945 10 der gotes beihtasre. vil grozen Ion er des enphienc. Fehlt Vd. G. 80, Wf. nu vernemet, wie ez im fider ergienc. er folte bei feinen ceiten ze einem toten fürften reiten, 1950 is daz er wasre ze der bivilde. G. 80,12f. do er chom in eine wilde, 144 Sp." do horter ftimme grözlich. aller flahte chunterlich feine weife uobte. 1955 20 G. 81,4 den herren daz betruobte unde alle die mit im riten. G. 81,3 eine ftimme gehorter biten als ein chindelein da fchrir: „eilet unde löfet unde helfet mir!" 1960 25 G.81,4f. vil fere muoten in difiu dinc. nu erfchaein im ein fchöner iüngelinc enleibe unde in gewande. den bifchof er nande. /P3P Seruatin 1940 in 1941 weife H 1942 braeite eigen; H. aus nidit mehr 30 geltenden metrischen Gründen Sin breitez eigen wart 1946 bihtsre 1948 vernemt 1954 flacht 1955 fein 1958 ein; horter 1959 fchrire 1960 mire 1938f. Bei Veldedce findet sich nichts Entsprechendes, auch die Quelle ist nicht so persönlich (vgl. G. 79,5f.). Die Auslassung wird sich kaum anders erklären lassen, als daß der Verfasser die Servatiuskirche in Maastriecht selbst gesehen hat. 35 1943 f. Haben wir es hier mit einer historischen Tatsache zu tun, von der der Verfasser Kenntnis hatte, oder verdankt der Vers dem Reimzwang seine Entstehung? 1952 Ist hier vielleicht mit Assonanz ein gewelde zu lesen? Vgl. Vers 1983. 220 Sante Servatien Leben. G. 81,6f. er fprach: „habe dehaein trüebsal! 1965 des fürften feie nu da gal, der fo niulich ift verfchaeiden. fi vert in grozen laeiden: 5 fi füerent die tivel mit gelfe; man enchome ir fchiere ze helfe, 1970 fi muoz hin ze helle, niht langer du entwelle: var heeim in die ftat unde fage io unde bit, daz fi dife drei tage der feie mit bete gehügen, 1975 fo fi aller vleizechlichfte mtigen. her wider du danne chere. vernimeft du danne iht mere 15 des du e haft vernomen, fo ift fi niht ouz der tivel gewalt chomen." 1980 G. 8i,u f. er gehorfamet im mit forgen unde, als chom der vierde morgen, ze walde er widercherte. 20 diu ftille in do lerte, daz geminneret weere ir arbsait. 1985 hin ze der bivilde er do reeit unde bevalch die leich der molte, die feie gote, als er folte, 25 mit falmen unde mit gelange. G. 81,14 f. dar nach lebeter unlange 1990 i44Sp.t> unde fuor ce gotes gefihte. G. 81,15f. den ftuol nach im rihte ein Gundolf, der fein wol phlac. 30 dem erbarmete daz Tungern öde lac. G. 82,14 f. bouwen er ez bedahte. 1995 die werchliute got fchrahte mit manigem tiere grimme, nach maniger wilden ftimme 35 1965 hab 1969 Sei 1970 man chom 1975 bet 1976 vlaeizechlihfle 1981 gehorfamt 1985 geminert war ir 1988 got 1990 lebt er 1994 erbarmet 1996 fracte 1997 tyer Vd. II 560f. Sanie Servaiien Leben. 221 begunde diu erde erbiben. fus muofe daz bou fein beliben 2000 Vd. il 560f. Do chünich Charel redeleiche G. 83,1 f. rihte römifchiu reiche, do begunden Chaerlingen 5 die Sarraceine twingen: daz was einer flahte haeidenfchaft; 2005 die chomen dar mit heriges chraft. der chünic was in dem lande, als er ir chumft bechande. 10 umbe die chriften im vil laeit was. G. 83,2f. zefamene er ein her las, 2010 als er mohte in churzen weilen. gegen den haeidenen begunder eilen. felbe heter eines lewen muot. 15 G.83,5f. ze den feinen fpracher: „helde guot, wefet hiute notvefte! 2015 wider die haeidenifchen gefte lat iuwer eilen choften! iu ift mein ungebroften: 20 der hiute hie niht verzaget, dem ift immer unverfaget 2020 aeigen unde lehen. got fulwir alle vlehen, daz er uns helfe hiute 25 wider die ungetauften liute unde an in fein taeil bewar." 2025 under diu naheten die fchar. zwifchen den herigen baeiden, der chriften unde der haeiden, 30 i45Sp.<* was manic liehtiu brünne. 1999 erbiben] bitwen 2000 mus; fein beliben] beleiben 2001 Do] Do der; redeliche 2004 farracine 2005 flacht 2006 heres 2010 zefamne 2072hceiden begunde er 2013 Selben 2016 haeidnifchen 2018 mein H] meiner 2021 Eigen 2026 nachten 2027 herren 35 1999 Weder biben noch btben (siehe MSD //» 160) werden der Versmelodie gerecht, nur erbiben (oder gar ertbiben?), und eben deshalb ist 2000 fein beliben z " lesen. 222 Sante Servatien Leben. Vd. II 560f. ich waene, iemen gefagen chünne, 2030 wie die helme louhten. die berge rot douhten von den goltvarwen fchilten. s diu zaeichen obe in fpilten, diu in dem lüfte fluzzen. 2035 diu herhörner duzzen, do die fchar zefamene runnen. des fturmes wart begunnen. io der römifche fürfte der ftraeit mit getürfte 2040 mit allen den feinen. fi liezen wol fcheinen, daz fi dehaäiner flühte gedahten: 15 mit eilen fi vahten an die gotes widerwarte. 2045 fi macheten helme fcharte unde fluogen wunden weite. G. 83, 7f. iedoch wart in dem ftreite 20 der chriften etelicher val: wider die haeiden was ir zal 2050 ein michel taeil ce chlaeine. G. 83,10f. fi riefen algemaeine zuo dem almehtigen gote. 25 ir dinc fich do bezzerote: die haeiden fi betwungen, 2055 daz fi hinder fich drungen, unde taten in chreftigen fchaden. fi muofen in dem bluote baden. 30 die chriften enwolten fich niht erbarmen unde enliezen in vor den armen 2060 nihtes niht beleiben ganz. dehaein brünne enwas fo glänz fine waere fchiere verfchroten. 35 2031 heim 2034 ob 2036 herhorn 2037 Da; zefamne 2043 flucht 2046 machten heim 2049 ertlich 2053 allmechtigem got 2054 bezzerot 2059/60 en / 2062 Dehaein fo (fo durchstrichen und unterpungiert) b. en / Vd. II 560f. Sante Servatien Leben. 223 fi macheten manigen toten. Do der chünic Charl gevaht 2065 von mittem morgen untz in die naht, l45Sp. b dannoch mohter niht gefigen. G. 83,14f. er fach gegen im ligen 5 eine unzalhafte diet: diu vinfter naht den fturm fchiet. 2070 do fchuof der chünic wahte. darnach was ir aller ahte, daz fi bunden die wunden. io fwa fi die toten funden, abe der walftat fi fi truogen. 2075 fi fahen iamer genuogen an chunden unde an magen. 0.84,2f. fi fprachen: „wir fuln auch wagen 15 bediu leip unde guot unde rechen der chriften bluot, 2080 daz fich hie taeilet in manigen bach." do der ander tac ouf brach, der römifche herre 20 bevalch fich gote verre unt fante Seruatio, feinem troute. 2085 do fchal ein hörn loute, daz die chriften waeren gereht. fich wafenete manic guot chneht. 25 der chünic ir muot watzte, an die haeiden er fi hatzte. 2090 er fprach: „ez ift ein redelicher ftreit. fwer hiute hie tot geleit, der wirt wol erfunden. 30 fwen aber got gefunden hiute fendet hinnen, 2095 der fol fein frume gewinnen, ich gibin herlichen folt: 2064 machten 2069 Ein 2075 ab 2080 blut 2081 tailt 2084 got 35 2088 waffnet 2090 fi hatzte H] fich fatzte 2091 redlicher 2092 gelaeit 2096 frum 2087 gereht bedeutet hier parati. 224 Sante Servatien Leben. Vd. II 560 f. pfelle, filber unde golt. umbe die ez aber ift fo gewant: den gibich bürge unde lant. 2100 daz wilich iu gehaeizen." 5 er mohte fi leihte gerseizen: ez waren erweite degene G. 84,6f. die haeiden her engegene 146 Sp." irhalp alfam taten. 2105 diu her zefamene traten: io daz was ein michel tagalt. die chriflen gewunnen den gewalt, daz fi die haeiden fchrieten: fine mohten niht für gebieten 2110 ez enwaere allez verfniten: 15 da von fi den tot liten. die chriften begunden weiten phaden: fi wuoten untz an die waden in dem bluotigen fe. 2115 die haeiden riefen niwan: „we". 20 genote fi beflrouhten. die da haeime fürften douhten, die lagen da betochen. die chriften wurden errochen, 2120 die des vordem tages wurden erflagen. 2s die haeiden muofen verzagen unde vielen als daz gerigene. daz himelifche gedigene dem chünic Charle hilfe bot. 2125 die haeiden lagen alle tot, 30 daz nie dehaeiner entran. G. 84,16/. diu chriftenhaeit den sie gewan. dar nach funden fi allen rat. ros unde farwat 2130 brahten fi haeim ce lande. 35 fi wurden reiche von fchatze unt von gewande 2106 zefamne 2108 gewnnen 2111 en f. waer 2115 blutigem 2125 charl 2132 reich von fchatz vn vo gwande Vd. II 607f. Sante Servatien Leben. 225 G.85,1 Vil rehte gefchach dirre ftreit an fante Seruacien hochceit, do er an dem tode entflief. 2135 der chünic in des morgens anerief nach gote vor allen heiligen. s er trouwete mit feiner helfe gefigen, als er auch waerlichen tete. G.85,4f. die fürften rieten im fa ze ftete, 2140 daz er in immer erte. der chünic gegen Pareise cherte. io l46Sp.b ze Maftriehte fanter von Pareis G. 85,6f. einen bifchof, der hiez Willigeis, ob an feinem münfter iht cefliffe, 2145 daz er dar zuogriffe unde ez buozte von des chüniges golde. is G. 85,9 daz tete der gotes holde. niender er ez fwachete. über fronalter er machete 2150 ein ciborium, daz ift war. daz was fo fchöne unde fo dar: 20 ouz rotem golde manic ftaein dar ouz herlichen fchadn. G. 85,11 f. dem felben Willigeife 2155 erfchajin fider ein herre greife, 2134 Servacin 2136 an rief 2137 got 2138 troute 2139 let 2140 ftet 25 2142 paris 2143 machftriehte; paris 2144 willigis 2148 tet 2149 fwachie 2150 machte 2152 fchon 2155 Willigise 2156 grffe 2143 f Vd. II 644 f. doe die mare volquam in Vrankrike toe Paris vor einen bufcop, hiet Willegis, willich to allen goede. presul wird öfters durdt Bischof wiedergegeben (vgl. L. Diefenbadi, Gl. lat.-germ. 457c), aber die Obereinstimmung zwischen 30 Vd. und dem bayerischen Dichter ist hier doch zu auffällig, als daß sie zufällig genannt werden könnte, besonders auch wegen der in der folgenden Anmerkung behandelten Übereinstimmung. Einen Bischof Willegis von Paris hat es nie gegeben. Das presul der Quelle soll eben auch das nicht bedeuten, es braucht nicht einmal eine Person geistlidien Standes darunter verstanden zu werden. 2151 f. Vd. II 661 f.: 35 dat fierde de godes holde met filver ende met golde. darane was menich edelftein. dat werk luchde ende fkein alfo Hechte end alfo clare, als oft ein fpiegel wäre. Daß das Wort clar an dieser Stelle aus Vd. stammt, kann nach dem, was E. Steinmeyer, Über einige Epitheta der mhd. Poesie, Erlanger Prorektoratsrede 1889 S. 7f., nachweist, nicht zweifelhaft sein; vgl. oben zu Vers 909f. 40 Wilhelm, S. Servatius 15 226 Sante Servatien Leben. Vd. II 674 f. da er flief unde fprach im zuo, als ich iu wil chünden nuo: daz fein michel ceit weere, daz Seruatius der maere 2160 5 ouz der erde wurde erhaben, da er weilen wart begraben: des müefe geniezen daz lant. der altherre fa verfwant. den träum marchter rehte. 2165 io G. 85,15f. dem bifchofe Humbrehte, der Maftriehte phlag in den tagen, dem eilter den träum fagen. unde als er im chunt wart getan, haeize wseinen er began 2170 15 unde fchaub ez ouf iedoch. er fprach: „mir gevellet wol, daz man noch mit der rede entwale, untz uns got ze dem driten male feine genade urchünde. 2175 20 die weile fulwir unfer fünde mit waren triuwen dechen, obe wir got fo erwechen, daz er unfer bete behalte." dar nach erfchaein in der alte. 2180 25 147 Sp." dehajinen zweivel heten fi do daran. die erde gruoben fi herdan. fchiere chom in ein füezer luft. G. 85,19f. dar nach funden fi eine gruft, diu niht fchöner möhte wefen. 2185 30 G. 85,21 f. da lac der Tungerifche trefen. 2163 mvs 2166 bifchof hovmbrechte 2167 Mahftriechte 2173 entwalen, das n wegradiert 2174 dritem 2175 Sein 2176 waeil 2178 ob 2182 erede < rede 2183 fchier 2186 tungerifch 2166 Humbertus ISW, alle übrigen Handsdiriften von G. Hubertus. 2169 Die Ver- 35 mutung von Kraus wart enchunde : weinen er begunde widerstreitet der Versmelodie. 2170 Knüpft an Vd. II 687f. an: des was fente Hubrecht vro, want et hern ouch alfo t'einen tiden vore quam, doe he't ouch van hcm vernam, doe beviel't hem des te bat. den luden gebot he dat, datfifichreinichdendartegegen^. 2182 Vd.II 710: fin graf fi ontgroeven. Vd. II 727f. Sante Servatien Leben. 227 enmitten ftuont von maermel ein farch. ir aller gedinge was ftarch: da lesge inne ouf den fi waren vercholn. G. 86,11 f. fante Munolf heten in da verftoln 2190 unde hetin verborgen anderswa. s G. 86,5f. da fi ouftaten unde niht funden da, do wart ir wuof unmügelich: manic ftimme wart do chlaegelich. ir herce wurden geferet. 2195 manic zäher wart do gereret io von phaffen unde von laeigen, daz niemen chunde bezaeigen, war aller ir troft waare chomen. G. 86, 7 fi vorhten, er waerin holne genomen. 2200 Ir herce mohtin chrachen. is vaften unde wachen gebot der bifchof Humbreht. er fprach: „meine vil lieben, ez ift reht, daz diu menige mit underdige 2205 ir fchephaere mit uns anelige, 20 obe wir in mügen gewaeichen, daz er uns tuo fein zaeichen unde uns erzeeige feinen hört." wol geviel in allen fein wort 2210 unde taten als er hete geboten: 25 zwene tage fi fich cheftigoten. G. 86,8 f. an der driten naht ze hanechrat, do was der bifchofe rat, daz fi in fuochen begunden. 2215 die rehten ftat fi funden, 30 da ir fchephaeres chünnelinc lac begraben. G. 86,12f. do der ftaein wart abe gehaben, 2190 mulof 2193 vmmvglich; unmegelich H 2194 chlsglich 2194/96 do H] da 2197 _ laeien 2 200 holn 220?Hovmbrecht 2204 mein 2207 ob; geweichen 2211 het 2190 Vd. II 712 da hen fente Monulf hadde erhaven, des enweften fi niet doch. 35 Die Bemerkung steht bei Vd. an der entspredienden Stelle, während in den G. an anderer. 2203f. Zutat des Verfassers. Es wird die Vd. II 687f. geschilderte Situation förmlidi wiederholt. 2217 Vgl. oben zu 248. 15* 228 Sante Servatien Leben. Vd. II 795 f 147 sp.i> fo vil fuozer er fmacte, daz da wider unhohe chlacte 2220 aller edelen würce fmac. G. 86,16f. ein chriuce ouf feinen bruften lac. 5 G. 86,19 aeinhalp der flüzzel, den im gap G. 86,18 fante Peter, anderthalb fein ftap. G. 86,22f. den phelle man fchone da vant, 2225 der im von himel wart gefant, da man in ze der bivilde einwant. io G. 86,21 f. fo fchöne was allez fein gewant, als er niulich waere gelaeit dar. G. 86,25f. daz antlütze macheten fi im do bar. 2230 duo douhte fi, wie oufrunne ein lieht, daz diu funne 15 gelouhte nie fo vafte. daz münfter wart vol von glafte. vil lange der obe in fwebete. 2235 fi wanden, daz er lebete. G. 87,5 er bran als ein eifen, daz da glüeget. 20 von forgen waren fi gemüeget. G. 86,27f. an ir bariu chnie fi vielen. zaehere von ir hercen wielen, 2240 die ze den äugen ouzbrachen. ze dem haeiltuome fi fprachen: 25 G. 87,2f. „hat dich der tot hin genomen oder biftu her wider chomen mit der waren urftende?" 2245 G.87,3f. fi fchauweten feine hende: die louhten als under den äugen. 30 fi douhte: des enwaare dehaein laugen, ern laege da gefunder. G. 87,7f. fi fprachen: „herre, wirt munderl 2250 2221 wurcen 2227 in want 2229 waer 2230 machten 2235 ob; fwebtc 2236 lebte 2237 ifen glüt 2238 gemüt 2242 haeiltuom 2246 fchovten 2250 wir 35 2223f. Vd. II 832f.: te finre rechter fiden lach der bufcopftaf end ane d'ander fide, dat hem gaf fente Peter, doe he te Romen was, den flotel, dien he gaf fente Servas van himelfken gewerke, die noch es in finre kerken; vgl. oben zu 1260f. Vd. II 911 f. Sante Servatien Leben. 229 ouz dem grabe du felbe ftant!" G. 87.9f. des glaftes under diu verfwant, daz man in famfter dolte. G. 87,10f. do huoben fi ouz der molte den heren leichnamen glänz 2255 s alfo gefunt unde alfo ganz, l48Sp." als der gaeift fpilte in den liden. fi eilten einen farch fmiden von filber unde von golde. da wart ein gelseit der gotes holde. 2260 io G. 87,15 Diu felbe hochceit geleit von feiner rehten hochceit an dem fehsuntzwaeinzegiften tage. daz lantvolch wart allez enwage: fi fuochten in mit andaht. 2265 is G. 87,16 f. dem chünic Charel wurden braht diu lieben niuwemaere. do er vernam, daz ez alfo waere, des lobeter got vil tiure. er fprach: „ich wil hiure 2270 20 ze Maftriehte fein die öfter." die felben gehasize lofter. G. 87,18f. do man an dem ofterabende fanc, der chünic in den tuom dranc mit diete manicvalter. 2275 « G. 87,21 do wart vor fronealter ein chrumbez weip gereht G. 88,1 unde ein hoverohtiu fleht ze des chüniges angefihte. dennoch lac von vergihte 2280 30 diu drite in dem fpitale. diu wart gefunt ze dem felben male, daz fi fich bereite ruorte. 2251 felben 2260 in gelaeit 2261 gelsit 2263 faehs unt zwjeinzegiftem 2269 lobt er 2271 mahftriecht; öftere 2272 gehaeiz 2276 do H] da 2278 ho- 35 frochtiv 2282 felbem 2283 bereit 2262 d. h. den 13. Mai mitgeredinet. 2269 Vd. II 953: gode gaf he den lof. 230 Sante Servatien Leben. Vd. II 972f. G. 88,2 einen behaften under diu man fuorte in daz münfter gebunden. 2285 die Hute fich enchunden vor im niht wol behüeten. 5 der chünic fachin wüeten: den andern was ez auch chunt. der wart finnic unde gefunt; 2290 man gefachin nimmer mere getoben. der chünic begunde got loben io unde mit im elliu fein diet. Vd.HJ007f. G. 89,1 f. der chünic von dannen fchiet. — l48Sp.b do begunden Lutringen 2295 die Unger aber twingen. daz lant wart wüefte gelseit. is von Maftriehte wart in gefaeit, ez waere ze grozer chüfte von fchatze unt von chirchgerüfte. 2300 dar fuoren die übelen liute. G. 89,3 f. mit einer windespriute 20 wurden fi getwungen vor der tür. fwie daz verworhte volch chür, daz ez got niht wolde befchirmen, 2305 fine wolden in nie gehirmen, ir lafter enwurde braeiter. 25 G.89,4f. fi bunden cefamene laeiter, ouf daz münfter fi ftigen. die vil unfaeligen 2310 fiur dar anetruogen. die flamme in engegen fluogen. 30 eteliche choume entrunnen. fumeliche ze tode brunnen. 2284 ein; behaften] vorh da getilgt 2291 mer 2298 mahflriechte 2300 fchatz- vnt 230/vbel 2302 winde fpriute 2307 en/ 2308 begunden cefamne, eg getilgt 2311 a n truogen 2313 Etlich 2314 Sumlich 35 2294 Vd. II 1007: Als Karle doe verfkiet: diet. 2296 Wenn der Verfasser für die Dänen die Ungarn einsetzt, so geschah das wohl mit Rücksidit auf die bayerischen Leser, die wohl von den Ungarn etwas wußten (heiliger Ulrich, Indersdorfer Altarheiliger), aber nichts von den Dänen. Vd. 111038f. Sante Servatien Leben. 231 G. 89,6f. fumeliche man da hangen fach, 2315 fam fi geleimet waeren an daz dach: die enmohten niht entrinnen. daz münfter wolde niht verbrinnen. do fi daz gefahen, 5 G.89,9f. ir fchulde fi veriahen 2320 unde baten in got antlazen. mit aeiden fi fich vermazen, fine chömen nimmer mere dar: do wurden fi erlöfet gar. io Vd. II 1053f. Ein fürfte der hiez Heinrich. 2325 G. 90,9f. fante Seruatio bevalcher fich unde ertin alle ftunde, fo er aller belle chunde. herzöge wafer ce Sahfen. 15 fein ere begunde wahfen. 2330 vil wol warter innen, feit er in begunde minnen, l49Sp." daz im got figenunft gap. G. 90,11 f. er gewan fein Hole unt feinen ftap 20 unde ilifte ein famenunge, 2335 da maniger frauwen zunge ir fchephaare lobeten fchone. G. 90,14 fider truoger römifche chrone ane alle miffewende. 25 G. 91,1 f. do er chom an fein ende, 2340 ze dem felben chlofter warter begraben. Vd. II 1168f. do man fein niht mere folde haben, G. 91,3 f. fein lim der wart ce chünige erweit. der was leibes unde guotes ein helt: 30 dehaein tugent er für fich liez. 2345 2315 fumlich 2316 gelaMmet 2322 eiden 2323 mer 2324 erlSft 2326 fant fervatin 2329 herzog 2334 Hol; feinen H] fein 2335 famnunge 2337 lobten 2339 an 2341 felbem 2342 mer; folde H] wolde 2333f. Vd. II 1134 f.: dat he gewan fent Servafes Hol end finen ftaf. he verwarf, 35 dat man't heme gaf. 2338 Der Ausdruck römifchiu chrone für die deutsche Königskrone ist falsch, er zeigt aber, wie sehr für den Verfasser deutsche Königskrone und römische Kaiserkrone eins waren. 2344 Vgl. Vers 3388. 232 Sante Servatien Leben. Vd. II 1178f. Otto der felbe chünic hiez. G. 91.4 ze chaeifer bater fich weihen. Romaere wolden ins verzeihen. Romaere er do betwanc, 5 daz er geweihet wart under ir danc. 2350 darnach warter rihtaere guoter. G. 92,3f. in bat mit vleize fein muoter, daz er braehte den haeilant, fante Seruacium, ce Sahfen in daz lant. 10 vil wol fi taageliche fach, 2355 daz im ere von feiner hilfe gefchach. G. 92,9 ir bete wolter niht hinlegen. G. 92,10 f. do muofen Maftriehtaere fich fein bewegen, ze Sahfen fuorte man den farch. 15 Seruacius fich da niene barch; 2360 er tete fich dem lande chunt. niemen enchom dar ungefunt, ern fchiede danne gefunder. got tete durch in vil groziu wunder. 20 G. 92,13f. die Sahfen waren des gaftes vro. 2365 G. 92,15f. Maftriehtaere chlageten aber do. mit unfreuden fi waren wol gegen drin iaren, wan fi heten ir herren mangel. 25 fi begunden trahten angel, 2370 l49Sp. b wie fi in brachten wider hajim. fi wurden liftichlich enaein: fi namen eine Kitzel fchar 2348 verzeihen 2350 geweicht 2351 richtaer 2352 vlaeizze 2353 bracht 30 2354 feruacin 2355 taeglich 235<5gefchaf 2357 bet 2?5<9machftriehta:re; fein/ 2359 fürt 2361 tet 2362 en / 2364 tet 2366 machftriehtaere chlagten 2369/70 mangele : angele 2372 enein 2373 ein 2351 Vd. II 1178f.: onder hem fo ftont met eren geiftelikegefliehte; end werrentlike gerichte, dat hielt he erlike end makde in den rike den armen genade ende vrede. 35 2353 Vd. II 1251: dar brachten fi den heilant: lant. 2370 angel nur für bayerisches Sprachgebiet belegt; Schmeller-Fromman 1,105. 2372 Vd. II 1296 f.: fi waren des inein komen, verholen, niet openbare (ich enweit, wie menich dare die faken over- dachten ende dat wolden achten, of si't mochten gedoen) dat fi fente Servacium weder mochten bringen. Vd. II 1309f. Sante Servatien Leben. 233 guoter chnehte unde fanden die dar, da der nothelfaere lac. 2375 G. 92.16f. die boten marchten einen tac, an dem die Sahfen hochceit phlagen. do der vergie unde daz fi lagen 5 unde fliefen nach dem fchalle, die boten chomen alle 2380 in daz münfter mit liften. e die Sahfen iht wiften, G. 92,21 f. den farch fi ouztruogen. 10 diu faeil fi abefluogen, da man die glokken mite zoch. 2385 daz gedigene gegen Maftriehte floch. G. 92,23f. do die Sahfen erwacheten, ir halfchar fi macheten: 15 daz was do ce fpate. die boten eilten drate; 2390 G. 93.2f. fi fuoren mit franfpüete. ouf dem wege fi niht enmüete. diu msere vor in haeim flugen. 20 Maftriehtare alle ouzzugen: vil groz wart der antvanc. 2395 G. 93,5 gefunt wurden die der fiechtuom twanc. G. 93,6 die tivel huoben fich ce fluht. G. 93,5 vertriben wart diu wazzerfuht. 25 G. 93,6 der e was blint, der gefach nu genuoc. G. 93,8f. do man in in daz münfter truoc, 2400 die chercen felbe enbrunnen. Maftriehtasre vreude gewunnen. den farch fatzte man do nider: 30 in nam dehasin chünic mit gewalte fider. Vd. 111535f. G. 94,1 f. Do der chaeifer Otte verfchiet, 2405 daz reiche fich undare beriet, wer ce Rome waere voget. 2385 mit 2387 erwachten 2388 machten 2393 maer 2394 machttriechtajre 35 gggga ntwanc 2402Mahftriechta5re 240,3fatzt MWgewalt 2406 reich 2407 warvogt 2389 Vd. II 1389: dat was doe al te fpade. 234 Santo Servatien Leben. Vd. II 1556f. under diu wurden genotzoget i50Sp. a witwen unde waeifen. G.94,3f. in den felben vraeifen, 2410 want Maftrieht niht vogetes vant, 5 ein Choblenzaere fich underwant fante Seruacin guotes. die phaffen wurden unmuotes unde baten ez got erzeeigen. 2415 iener fprach, ez waere fein aeigen. io G.94,5f. ez wart gelobet ze einem tage. diu famenunge chom dar mit chlage mit fante Seruacin farche. G. 94,7f. do offenete fich diu marche, 2420 als Maitriehtaere ftriten. i5 ungenade fi dannoch von im Uten: durch niemen wolter lazen daz. G. 94,10f. unde als er ob feinem tifche faz, got feinen gewalt rächte: 2425 der tivel in erdachte 20 unde die im fein waren geftanden. do die lantherren daz bechanden, fi liezen im fein erbe ligen. — Vd.lli650f. G.94,20f. in feine Weingarten dar nach ftigen 2430 zwaei chint unde wolden die trouben 25 des nahtes abechlouben: fi wanden, ez waere niht ein msein. G. 95,2 ein altherre in do erfchaein, des antlütze was herlich. 2435 G. 95,3f. vil tiure vermazzer fich, 30 unt genüzzen fi niht ir chinthaeit, 2408undc 2411 machftriechte; vogtes 2412 choblenzar 2416wstt 2417gt\obt 2418 famnunge 2420 offente 2421 machitrichtaere 2425 racte 2430 Weingarten 2433 waer; mein 2434 erfchein 2436 vermazze er 2417 Vd. II 1576f.: doe worden fi's te moede, dat man fine kafle dar droech... 35 2418 famenunge = conventus. 2437f. Vd. II 1680f.: enwaret ir alfo kint niet, et folde u quallike vergan. doch fo wie't es gedan, alfo kint als ir fit, uch enfal te defer tit niemen henne geleiden, ir folt des dages verbeiden, toe dat uch ure vrunde hi vinden. Vd. II 1681 f. Santc Scrvatien Leben. 235 in wurde fwaere unde laeit, daz fi wseren chomen in feine reben: „ich wiliz iu doch niht gar vergeben; 2440 iuwer Wunde müezetir baeiten hie." G. 95,5f. war er chöme, niemen fie s daz gefagen chunden. fi douhte, wie fi wseren gebunden, unde mohten niht gefchaffen 2445 wan eitern unde zanchlaffen. l50Sp.b diu naht fi lanc douhte. 10 G. 95, 7 als der ander tac do louhte, ir muoter unde ir magen begunden nach in vragen. 2450 G. 95,9 in den nöten fis gefahen. G. 95,10 diu chint auch veriahen 15 ir fchulde: fi dar nach zalten,' waz fi vernamen von dem alten, dannoch enmohten fi niht von dan. 2455 G. 95,13f. fante Seruacium rief do an vil manic weib unde man: 20 do wurden diu chint ledic Verlan. Vd.ni758f.G.95,l9f. Ein herzöge hiez Gifelbreht; dem lech der chseifer fein reht, 2460 daz er ze Maftriehte haben folte. G. 96,1 f. der herzöge gerne wolte 25 die ftat geveftenet haben, bediu mit moure unde mit graben: er mourete funderthalp ein vach. 2465 fante Seruacius eines nahtes zuo im fprach, do er flief aller befte, 30 wes er dehaein gruntvefte 2438 Im 2439 fein 2446 zantlachen 2447 Die n. fiv 2454 fwaz 2455 en / 2456 feruacin 2459 gefclbrecht 2461 niahftriechte 2462 herzog gern 2463 ge- veflent 2465 movrct 2466 Seruaci eins 2442f. Vd. II 1690 f.: fi cnweften, wäre der here quam fan te defen ftonden: fo ftonden fi alle gebonden. 2447 Vd. II 1702: alfo ftonden fi alle di nacht. 2457 Kraus will funder wan lesen, seine Bedenken sind wohl durch G. 95,11 f. behoben. 2459 Vd. II 1757: reht: Het was ein hertoge, hiet Gifebrecht. 35 236 Sante Servatien Leben. Vd. II 1809f. umbe die (tat laeite? minnechlichen er im faeite: 2470 G. 96,6f. „in leiner huote fi got hat. ezn mache der Hute maeintat, 5 fi enmac niemen zeftören." G. 96,8 f. der herzöge hiez do hören, ern getorfte niht mere darzuo raeichen. — 2475 nu verneinet ein ander zaeichen, daz wir iu fagen hie. 10 G. 96,11 f. fein weip, diu herzoginne, gie eines tages mit andern frauwen in den fageraere fchauwen. 2480 do fi da gefchauweten genuoc, einen phelle fi her ouztruoc, 15 dem niemen einen gleichen vant. dar ouz hiez fi ir machen ein gewant. l5lSp.a daz ftuont vil unlange feit: 2485 G. 96,14 f. ez chom fante Seruacen hochceit. da zoch der werlde vil hine, 20 ze diu, daz ir herfchaft fchine unde daz man ir war taste. mit vil feltfamer waete 2490 zierte diu herzoginne ir leip. auch laeite ane daz getelofe weip 25 den phelle, den fi verfchriet, als ir der tivel geriet, fante Seruacio hie. 2495 hin ze dem münfter fi gie unde douhte fich ahtbaere. 30 vor ir giengen ir chameraere, die daz povel hiezen weichen. 2472 meintat 2473 fei 2474 herzog 2475 reichen 2476 verneint 2490 fagrare 2481 gefchovten mjgeleich 24?6feruatin 2487 zoch; werlt;hin 2488ichin(z) H]in 2490 feltfaemer 2491 herzoginne H] chvniginne 2492 leget an; getlos 2495 fervacin 35 2498 chammeraere 2482 Vd. II 1859f.: van groten fonden dat quam, dat fi den pellen doe nam. heimelike fi'ne danne droech : genoech; vgl. auch 1870 pellen. 2493 Vd. II 1865: als her der viant geriet, ein cleit fi daraf maken liet. Vd. II 1886f. Sante Serratien Leben. 237 nach ir fach man fleichen 2500 frauwen mit fpaehem gange; den volgete mit gedrange reiter ein michel preffe. nu huop man an die meffe. 5 G. 96,18f. under diu unde man fanc 2505 — daz ambet douhte fi vil lanc — der flaf fi nider druchte. als diu herzoginne entnuchte, do wart fi griuliche lout. io G. 96,20f. fi rief dreiftunt: „gotes trout, 2510 fante Seruaci, hilf mir!" G. 96,22f. der herzöge lief hin zuo ir; er vragete fi, waz ir wasre. von ir grozer ungebfere is diu chirchmenige dar zuodranc. 2515 diu herzoginne fprach über lanc: G. 97,1 f. „als ich armez weip hie gefaz, an gotes dienfte was ich laz. ein gasher flaf mich begraeif. 20 als ich da von nider flasif, 2520 fante Seruacium fach ich fchone fitzen vor difem alter frone 151 Sp.<> ouf einem ftuole von golde rot. G. 97,3f. ze feinen füezen ich mich bot; 25 e ich envollen geviel dar an, 2525 mich züchte ein aeiflicher man her dan bei den lochen. er begunde mich harte zochen: mit ftechen wart ich gebert. 30 G.97,5f. hete mich fante Seruacius niht ernert, 2530 2503 Reiter 2506 ampt doucht fei 2507 fei 2509 grivlich 2511 hilfe 2513 vragt fei 2519 begreif 2521 fervatin 2526 eiflicher 2528 began H; zochen H] druchen 2529 fliehen H, Druckfehler? 2530 het; feruacl 2510 Vd. II 1895f.: riep die vrouwe overlüt: »helpt mich, here, foete drut." 35 2523 Vd. II 1934: op einen ftoele van golde. 2526 Vd. II 1942f.: doe quam dare ein fwart man grimmende ende vreifelike, ongehur ende eiflike. 238 Sante Servatien Leben. Vd. II 1948f. den tot müeflch han erliten. G. 97, 7f. doch enhalf dehaein mein biten, er enwolde mir ziehen abe die wat. fante Seruacius vafte gerochen hat, 5 daz ich armiu ie wart fo balt 2535 unde difen phelle mit gewalt ouz feinem fageraere truoc." G. 97,10f. diu chirchmenige an ir bruft fluoc unde lobeten got gemadnleich, 10 unde wart der herzöge reich 2540 getrüebet von der fchame. vil groze gäbe luffame gaber für die fchulde: fus gewan diu frauwe feine hulde. ig Vd.H2047f.G.98,l0f. Der ander cheeifer Haeinrich 2545 verftuont an manigen dingen fich, daz fante Seruacius waere ein gewiffer rtothelfaere. er frümete ce Goflaere 20 ein münfter lobebaare 2550 mit harte grozer wirde. G. 98,18f. ze Maftriehte er mit girde nach feinem haeiltuom fände. diu famenunge ez wände. 25 do fein botefchaft zwir verdarp, 2555 der chaeifer ez felbe da erwarp unde iedoch niht leihte. daz münfter er im weihte mit grozer antraeite. 30 2532ß3 en/ 2534 feruaci 2539 lobten; gemffiinlich 2541 fcham 2542 luffam 2544 fein 2547 feruaci 2549 frumte 2550 lob baere 2552 mahftriecht; gierdc 2554 famnunge 2555 botfchaft zwier 2557 laeichte 2554 diu famenunge, d. h. die Brüder von St. Servais in Maastriecht. Vd. II 2092f. führt näher aus und gab wohl Anlaß zu diesem Ausdrudt: fine boden fände he te •35 Triechte, te fente Servafes houvetflat. (inen broederen he des bat, den profte van den clofter, den deken ende den kofter ende den broederen al te famen . . . dat fi heme fenden wolden van fente Servafes gebeine . . . fi endorftens heme doch niet geven. Vd. II 2118f. Sante Servatien Leben. 239 G. 98,21 f. fein wille in dar nach laeite, 2560 l52Sp.a daz er gewünne goltfmide, die mit guoter underfchide ein haubet gemachen chunden nach fant Seruacio. die wurden funden, s G. 99,6f. die fich maeifterfchefte vermazen. 2565 G. 99,2f. do fi lange dar obe gefazen, ir werch truogen fi do für, daz der chasifer felbe chür, ob ez nach feinem willen wsere. io G. 99,5f. fein zorn der wart fwaere: 2570 ez douhtin gar unnütze. im miffeviel daz antlütze. feine hulde fi verlurn. er hiez fi werfen in einen turn, 15 als fi heten gefrümet masin. 2575 G. 99,9f. fante Seruatius im ze naht erfchaein: die goltfmide er entlazen bat. zuo dem chaeifer er getrat; er hiez fich vleizichlichen anefehen. 20 G. 99,13f. er fprach: „wil du der warhaeit iehen 2580 fo ift dein guidein manleich meinem antlütze geleich: den fmiden got die lere vortruoc." G. 99,11 f. aller der eren er do gewuoc, 20 die im der chaeifer hete gefrümet; 2585 er fprach: „ fein wirt gedaht, fo ez dir ze helfe chümet." G. 99,16 f. Do der chaeifer erwachete, der träum in vro machete. er befände die liftwürhten. 30 G. 99,17f. nu begunden fi des leibes fürhten. 2590 25<53houpt 25« feruacin 2566 ob 2569 feinen 2573 Sein 2574 fiv; ein 2575 gcfrumt ein (maein H) 2576 feruatie; erfchein 2577 entlazen] im (in H) lazzen 2579 vl£eizchlichen an fehen 2581 guldin männlich 2585 het gefrumt 2586 chumt 2587 erwachte 2588 machte 35 2561 f. Vd. II 2122f.: der konink dede hem goltfmede harde goet gewinnen, he ... . fegde lien, dat he wolde doe werken ein golden houvet... . 240 Sante Servatien Leben. Vd. II 2201 f. der forgen in do got buozte. G. 100,1 f. der chaeifer fi wol gruozte. freihaeit wart in erlaubet. G. 100,2f. er hiezim bringen daz haubet, 5 dar umbe er fi wolde verliefen. 2595 er eilte daz haubet chiefen. fein fehe ze fleize umbe flauch. daz antlütze in niender entrauch, i52Sp.t> ezn wasre rehte in der weife, io als der altherre greife, 2600 der (ich im des nahtes erzaeigete. G. 100,5f. herce unde haubet er naeigete ze gote mit grozer vreude, daz im was chomen ce fcheude 15 der haeilige bifchof. 2605 er fagete den fürften in den hof. die wurden innerchlichen vro. daz haubet opheroter do ouf fante Seruatien alter. 20 dar zuo verfalter 2610 dar ouf aeigen unde liute. — Fehlt Vd. und T ein zaeichen ich iu noch diute, daz ir gerne vernemen fult. G. 100,14f. do aber dar nach chom fein dult, 25 den chaeifer, den wir nu nanden, 2615 der hete in fwaeren banden vierzich man behalten. G. 100,20f. die fahen des nahtes einen alten über ander liute luffamen. 30 ir dehaeiner weite feinen namen. 2620 G. 100,21 vil liehtes in dem charchaere wart. 2597 fein gefehene (fehe H)\ flaeize 2601 erzaigte 2602 najigte 2603 got 2606 faget 2607 inrrchlichen 2608 ophert er 2612 zaeich iv noch (!), gebessert von H 2613 gern 2616 het 2621 Hecht 35 2614 dult ist noch Vers 2872 belegt; W. Scherer sah darin QF. 12,100 ein Indizium für die bayerische Herkunft des Servatius, aber dult kommt auch im Schwäbischen vor, siehe H. Fischer, Schwab. Wb. 2, 448. 10 Sante Servatien Leben. 241 im was fein har unde fein bart als ein toube fo gra. G. 100,23 f. michelen iamer vanter da. ir leben im erbarmete. 2625 ir leip genote armete von hunger unde von ftanche. auch quelten fi die gedanche, wie des chaeifers zorn naeme ende. G. 101,1 f. der alte lofte ir gebende. 2630 G. 100,22 er hiez fi roumen die chloufe unde varen haeim ce houfe. Do begunden die gnadelofen mit dem altherren chofen. ir trsehene einander iageten. 2635 manic hercefer fi chlageten. 15 153Sp. a ir eilende fi fürzugen; G. 100,23f. fi fprachen: „wir fein mit grozen lugen her chomen in dife not. uns ift niht fo gewis fo der tot. 2640 wir fulen leben niht lenger. 20 dar zuo ift heinaht ftrenger diu huote umbe den charchaere, denne fi untz her wasre. daz machet uns diu hochceit, 2645 diu an dem tage morgen leit, 25 diu fante Seruatio ift geweihet. daz lantliut in ceihet, er fei gewaltic vor gote." G. 101,1 f. do fprach der alte: „ich bin fein böte: 2650 er hat mich her gefendet. 30 iuwer not fol werden verendet an feiner hochceite. iuwer dehaeiner langer beite. ouz der vancnüffe ir vart." 2655 2625 erbarmte 2626 armte 2629 nem 2630 lofl 2633 gnadlofen 35 2635/36 iagten : chlagten 2641 langer 2642 hmac\\i 2647 Seruatien 2649150 got: bot 2652 gendet H 2654 keiner H; bite Wilhelm, S. Servatius 16 242 Sante Servatien Leben. gefreuwet diu notige diet wart. niht langer fi fich foumten, daz laeide hous fi roumten. G. 101,6f. den altherren do niemen fach. 5 do der tac oufbrach . 2660 G. 101,8 f. unde diu mettein was gefungen, mit zwelf chnapen iungen chom der felbe alte, daz der chasifer in feinem gewalte io fo fchöner niht mohte geteilten. 2665 geleich was den ganaeiften ir leip unde wunnechlich ir gewant. den chseifer er vor der phalenze vant. der wände, daz im gefant 15 wseren die boten in fein lant 2670 von andern chünigen verre. do fprach der altherre: G. 101,13f. „wir fein durch not chomen her. vernim, wes dein lieber vriunt ger: 20 153Sp. b Seruacius wil, daz du hiute laft 2675 die gevangenen, die du haft, als du taste die goltfmide, die du lieze durch in mit fride frölichen varen ungefteuwet." 25 G. 101,16f. der chaeifer Haeinrich wart gefreuwet, 2680 do er in horte nennen; die boten wolter erchennen. ir gevertes in groz wunder nam. ir antlütze waren luffam. fi truogen engelifche wat: 2685 fwaz diu werlt liute hat, die chünnen fo wol niht gebaren. G. 101.19 in einer weile verfwunden fi waren. 30 2656 gefrevt 2664 Daz] Da (oder Da = daz siehe Analecta Germanica S. 139f.), 35 Arne// 2666 gereiften 2668 phlanze 2676 gevangen 2679/80 vngeftevt: gefrevt 2687 wil 2666 Vgl. oben 171,33 f. Sante Servatien Leben. 243 Do die boten iunge mit fo gaher fchidunge 2690 des chaeifers gedanc gemüeten, G. 101,22 f. der des charchaeres folde hüeten, der viel für in en chriuceftal 5 G. 101,24f. unde bat mit grozer riuwefal, daz im ce reden waere urlaublich. 2695. der chaeifer fprach: „nu fprich!" G. 101,25f. „do diu menige geiler zuofloz ce der hochceite, ce fleize groz io was elliu mein ahte, wie ich guote wahte 2700 gefchüefe um den charchaere. ich fuochte mir wahtaere, die ich werte fo munder, 15 daz der geile dehaeiner darunder lifte oder untriuwe ftieze, 2705 der die gevangenen lieze. G. 102,1 f. höre, herre, Wunders gemach. do ich hiute ze dem charchaere fach, 20 der wahtaere iegelicher flief. ez enhalf niht, fwaz ich gerief; 2710 ir dehaeiner antwurte mir. ich forhte, ich hete gedienet dir, 154 Sp. a daz ich den leip von rehte verlür. 25 G. 102,3f. ich fach ce des charchaeres tür, diu ftuont offen unz an den angen. 2715 die du, herre, heteft gevangen unde die naht gebunden fazen, die giengen hiute lazen; 30 ir dehaeiner fich bare noch enfloch. G. 102,4f. mein felbes fwert ich ouzzoch; 2720 gegen meinem hercen ich ez twanc. G. 102, 6f. der felben einer zuofpranc unde fprach, war umbe ich wuote. 35 2693 en Hj den 2695 waer 2698 hoheeit div ce fleiz (gebessert von H) 2699 was H] vnt 2701 Gefchvff 2706 gevangen 2709 wahter ieglicher 2712 het 16* 244 Sante Servatien Leben. 'wir gen alle hiute ane huote, die in dem charchaere lagen.' 2725 G. 102,7f. ich begundin der rede vragen: wes gewalt oder wes herfchaft 5 erlöfet hete fo manigen haft der, die waren in des chaeifers aehte. G. 102,8f. er fprach, daz ich gedachte, 2730 nach wem geworht wurde daz haubet: 'der hat uns erlaubet.' io G. 102,10f. Der reiche chaeifer Heeinrich, der freute innechlichen (ich . G. 102,17f. unde diu chseiferinne mute, 2735 Agnes; der herce fpilte, do fi vernamen gotes taugen. 15 do wurden nazziu äugen, G. 102,11 f. do ez in dem hove erfchal. die fürften freuten fleh überal: 2740 folhiu zaeichen gefahen fi e nie. der chaeifer do gechrönet gie 20 unde truoc die chüniegerte. diu chaeiferin was fein geverte. do fi chomen an die chirchtür, 2745 der chaeifer hiez do chomen für, die da ledic waren worden. 25 G. 102,12f. die faeiten do nach Orden von dem altgreifen, wie die boien unde die armeifen 2750 154 Sp. i> er alles abe in lofte unde wie er fi trofte, 30 daz fi wol füeren, fwar fi wolden, unde daz fi des danchen folden fante Seruatio, dem vil hseiligen, 2755 des gebet wsere hin ze himel geftigen umbe ir ledigunge. 35 2726 begunde in 2728 hete H] hivte 2731 na 2734 minnechlichen 2738 do H] da 2739 hof 2746, 2748 do H] da 2751 allez ab 2752 flv 2753 fwa 2755 San 2756 w»r 2757 ledunge Sante Servatien Leben. 245 do lobete manic zunge den, der die eilenden enbant. der chaeifer weiftes mit fein felbes hant 2760 ouf den chor für fronerefle. da gaber die frömeden gefte 5 fante Seruatio ze feiner hochceit. G. 102,19f. ezn gefchach e noch feit von fürften folchiu chriuzetraht. 2765 fi taten niht untz an die naht wan liuten unde fingen. — io FefiltVd.u.T.G.l03,lf.n\i höret, von weihen dingen fein der chaeifer gewünne chunde. G. 103. ll f. e er reichefen begunde 2770 unde e im der bart fprunge, diche lac der fürfte iunge 15 unde hete fo groze ahte ouf daz reiche, daz er enmahte chomen ze dehaäinen rawen. 2775 G. 103,13f. eines nahtes er einen grawen altherren vor im ften fach. 20 vil vseterliche er zuo im fprach: „fun, la allez trouren underwegen. du folt des reiches hernach phlegen 2780 nach chaeiferlichen eren. got wil deinen gewalt meren. 25 daz reiche ift dir behalten." G. 103,15f. vil tiure bater den alten, feit er im fo wol gehieze, 2785 daz er fich erchennen lieze, daz er in iemer erte. 30 do nander fich, e er von im cherte. Fehlt Vd. u. T. 155Sp. a Do der chaeifer die chrone begunde tragen, G. 104,1 f. do erter feinen weiffagen 2790 mit triuwen untz an feinen tot. 2758 lobt 2760 weifte Qu; fein ergänzt von H. 2762 frömden 2763 feruacin 35 2768 weihen] solhen 2770 reichfen 2773 het 2774 reich 2775 r&wen 2776 er /. graowen 2778 väterlich 2783 reich 2784 tiver 2788 nande er 2791 fein 246 Sante Servalien Leben. auch chomer nie in dehaain not, daz im fante Seruacius gefwiche. — nu verneinet gemasinliche ein zaeichen, daz er auch begie. 2795 5 G. 104,5f. ein Chölenare enphie von dem chaeifer fant Seruatien urbor. nu was gefaget da vor, daz ez des reiches wsere; do muofen Maftriehtasre 2800 io gebreften an ir phrüende doln. den chasifer was daz gar verholn, daz ez gehorte zuo ir phrüende: 0. 104,8f. daz ez aber in unde die feine beftüende, fante Seruatio was wol bechant. 2805 15 der Chölnaere fich underwant, daz er mit weibe unde mit chinde unde mit allem feinem gefinde füere ouf daz felbe lehen. feiniu friunt begunder vlehen, 2810 20 daz fi mit im wahren über naht. groz was ir fchal unde ir braht, do fi daz guot befazen. G. 104,10f. als fi getrunchen unde geazen, die faeiten fuoze chlungen: 2815 25 fi traten unde fprungen. mit vreuden wart do vil gefaget. G. 104,11 f. dar nach weifte man ein maget, diu was des wirtes tohter. dehaein iuncfrauwe enmohter 2820 30 mit fchöne gebeften. G. 104,13f. der gaber vor den geften daz felbe guot ze ftiure. daz gerau fi fchiere tiure, 2794 vernemt 2795 begienc 2796 chSlner enphienc 2797 feruatin 2798 nu] 35 im H 2800 mahftriechtsre 2801 phvrnde 2802 den H] dem 2805 feruaci; was] daz 2806 ch8lner 2807 weib; chinden 2808 fime H; gefinden 2809 fvr 2810 begunde er 2814 gazzen 2817 da 2820 en / Sante Servatien Leben. 247 daz fi ie des guotes wart erbe. 2825 G. 104,15f. nach manigem füezem gewerbe l55Sp. b gierigen fi flafen alle. G. 104,16f. do fi entfliefen nach dem fchalle, diu maget fchrai vil loute „ach!". s der tivel ir daz herce abebrach. 2830 G. 104,18f. ein chamerweip hin ze ir bette fach, wände fi difen ungemach in dem flafe enphant: die iuncfrauwen fi tote vant. io G. 104,21 f. do begunden fi waeinen unde hantflagen. 2835 ir muoter chom unde wolde fi chlagen. der tivel die auch erdachte. der fchal die gelte erwachte. do wart ein iaemerlicher wuof. 15 G. 104,23f. do der vater die bivilde fchuof, 2840 feiner fchulde veriacher fpate. G. 104,25f. ze fante Seruatien fuorer drate, daz im genaedic wurde der gotes trout. do er dar chom, in nam ein windefprout; 20 vor der chirchtür fi in dan fluoc: 2845 fante Seruatius im des niht vertruoc, daz er in fein münfter träte. do fi in diche hindan gewagte, die fchame mohter niht vertragen. 25 G. 104,28f. er faz ouf feinen raeitwagen 2850 unt wolte wider, als er was chomen dar. fchiere fuor der wagen ungewar. der wüeterich viel aeinhalp abe. griulich was fein ungehabe. 30 fchiere hetin der tivel erftechet. 2855 G. 105,1 f. feine mage waren erfchrechet: ir dehaeiner nach dem lehen ftrseit. G. 105,2f. dem chaeifer wart innerchlichen ladt, 2828 entf liefern 2831 chammer weip hinz ir bete 2 unde gote fein opher brahte. io vil fere er des vlseifches ahte, daz der gseift genade funde. 3285 in der iugent er begunde, daz er im asine gewonhaeit fazte, der in dehasin not feit ergazte: 15 umbe daz, daz er fein ende weffe. G. 131,5f. ze fante Seruacien meffe 3290 gieer ze Maftriehte iaeriglich. in feine gewalt bevalher fich mit gebete ce feiner dult. 20 fein Ion ir darumbe merchen fult: G. 131,6f.; 131.10f. do er dar tete die iüngiften vart, 3295 von fante Seruacio im gechündet wart von munde ze munde der tac unde diu ftunde, 25 wenne er fchiede von difem eilende unde mit welhem ende. 3300 fein gewonhaeit was, fwenne er chom dar, daz er die naht vil nach gar in feinem münfter wachete. 30 3274 itruchte 3278 feine 3282 zer H] ze der 3283 got 3287 ein 3289 feinen 5290 feruacin 3291 mahftrieht 3292fein 3293 gebet; dulte 3294 fulte 3295 tet 3296 Seruacin 3303/04 wachte : machte 3276 ehern .fegen" hat kurzen Sonanten, nidit langen, wie Kraus meint. 3293 Haupt sdireibt dulte : ffn Ion er drumbe merken fulte, aber das Präterium 35 von fuln (? nidit belegt) lautet immer folte 286, 444, 925, 1006, 1988, 2462, 2962, 3012, 3526, folten 1384, 2754. Im Reim ist von diesem Wort nur noch die 2. Pers. PI. Präs. Ind. (bezw. Imp.) belegt; fult 2614. 2872. 262 Sante Servatien Leben. Vd. II 2585f. fein antlütze er naz machete mit dem brunnen, der von riuwen floz. 3305 fchiere chom der engel genoz, do er ce iungift in haeimfuochte. 5 zuo im er fprechen geruochte: „Munt, deiner bete ich dich gewer: dune chümeft niht mere her 3310 hinne für ce meiner hochceit. für war an meinem tage leit io dein leichname ouf der bare. daz du ez iht trageft fware, ze deiner haeimverte ich chüme 3315 daz wirt deiner feie frume." fante Seruacius do verfwaein. 15 vrölich fuor der briefter haaim. unde wizzet, daz ez rehte gefchach, als im fante Seruacius veriach. 3320 Q. 131,17f. 162Sp* Got gebe ' daz ez wuocher bringe: von einem iüngelinge 20 fult ir vernemen ein maere. G. 131,21 f.; 134,14f. fein chünne was erbaere, auch wafer felbe grozes namen. 3325 den leip mohter niht gezamen, G. 131,27f.; 134,15f. ern W32re gar der werlde chint, 25 als diche fein ebenalter fint. fein ahte was ce gote fwach: an der tumphadt er fürbrach, 3330 fwa er die mohte getreiben. mit turnaeien unde mit weiben 30 tcter fich chunt dem lande. an raube unde an brande 3306 fchier 3307 in / 3309 bet 3310 chumft; mer 3315 chüm 3316 htm 3317 feruaci 3319 reht 3320 = 3317 3321 geb 3327 werlt 3329 acht; got 3332 turnaBin 3334 roub 35 3323 Vd. 112753: Noch fprak die fondige iongelinc. 3331 f. knüpft an Vd. 11 2622 f. an: fi haddc einen broedcr, einen riddcr. In keiner der lateinisdien Fassungen des Wunders wird gesagt, daß der Bruder Ritter gewesen sei. Vd. II 2634 f. Sante Servatien Leben. 263 enchundin niemen gefchuldic fagen. 3335 G. 132,2f.; 135,4f. dar nach warter fchiere erflagen, choume wartim frone weizot. in chlseiner riuwe lager tot. G. 132,3f. groze chlage feine friunt huoben. s do fi in begruoben, 3340 fein erbe fi befazen. der feie fi gar vergazen: er was in ce einem fpelle. G. 132,4f.; 135,5f. nu heter in einer celle io ein fwefter wol becherte, 3345 diu vil zaeher umbe in rerte. fi weeinete unde waeinte, daz ir got befchaeinte fein leben in ienem leibe. 15 G. 132,7f.; 135,9 dem hasiligen weibe 3350 erfchasin dar nach ir bruoder. ir herce daz entluoder von der fwasren bürde. G. 132,10f.; 135,10f. fi vragetin, waz fein würde, 20 do man in der erde bevalch. 3355 G. 132,21 f. „manic weitze verfwalch mich" fprach der iüngelinc. G. 132,9f. fi fprach: „wie ftet aber nu dein dinc?" 162Sp.b er fprach: „ein michel taeil baz." 25 G. 132,13f. fi fprach: „von wem haftu daz?" 3360 er fprach: „daz tuon ich dir chunt. ze Maftriehte chomich dreiftunt ze fante Seruacio dem füezen ouf meinen baren füezen. 30 ze helfasre hetich mir in erchorn: 3365 3335 enchunde in 3336ichitv 3337 Choum; wizot 3345 bicherte 3346 vmb in 3347 wxintc 3350 haeiligem 3354 xragtc 3358 d^n 3362 mahftrieht 336,3 feruacin 3344 Vd. II 2649 f.: Sin fufter die getrouwe fi hadde's groten rouwe, dal fi wale beteinde. fi chlachde ende fi weinde, dat heilge devote wif. 3362 Vgl. Vd. II 2758f.: 35 ich verfoechten te drien malen, wollen ende barvoet; die Stelle zeigt, daß Kap. 57 nicht zugrunde liegt. 264 Sante Servatien Leben. Vd. II 2764f.; 2323f. anders waarich verlorn. do man meine fünde wac, got er umbe mich anelac vil inre unde vil tiure, 5 daz ich chöme ze dem vegefiure, 3370 daz (ich etewenne endet unde die feie niht immer fwendet. vil wol freuwet mich diu zuoverfiht, daz ich fol chomen in die phliht io der guoten unde der rehten. 3375 fwefter, bite umbe mich meinen trehten." Vd. II 2323f. Noch verneinet ein zaeichen, daz fol der herce waschen, die in der werlde wüetent 15 unde gotes gebot niht hüetent, 3380 wan daz fi ödent diu lant. G. 126,9f. ein reiter was von Brabant geborn von grozer flahte. nu vernemet von feiner ahte: 20 er tete, fwaz er mohte, 3385 daz ze böfen dingen tohte. an fchöne wafer ouzerwelt unde was des leibes ein helt. vil gewaltes mohter bringen: 25 den cherter ce übelen dingen, 3390 durch daz im wol dar an gelanc. witwen unde waeifen er twanc. feinen umbefaezen teter laeit. auch heter asine gewonhasit, 30 daz er niemen fo harte müete, 3395 fo die guoten durch ir güete. 3368 an Iac 3369 inr 3370 chom 3371 etwenne 3372 fei 3373 freut 3376 trehte'n 3377 vernemt 3379 werde 3381 ordent gebessert von H 3382 ba- rabant 3384 vernemt 3385 tet 3394 ein 3395 nieffi 35 3381 Vd. II 2325: .. menich lant. ein ridder was in Brabant. 3392, 3397 Vd. II 2335f.: weduwen ende weifen, die bracht he decke in vreifen ende arme clofterlude ende reine godes brude di erde he decke fonder not. Vd. 112337f. Sante Servatien Leben. 265 163 Sp." gotes hiufern teter we. der wüetrich cholte niemen me denne die fenften unde die raeinen. G. 126,13f. do er mit manigen mahnen 3400 dem tivel gedienete manigen tac, 5 do gie über in der gotes flac. got fein leben churzte: gahes endes er hinfturzte. vil fere erchomen die gagenwürtigen, 3405 do fi den leichnamen fahen ligen io unde dehaein ader dar anefluoc. G. 126,15f. in fein hous man in truoc. grozen wuof daz Hut gewan. do der ander morgen oufran, 3410 feine magen wolden in begraben. 15 G. 126,17f. do diu bare wart ouferhaben, dar under giengen viere, den begunde griuwefen fchiere, fi douhte, als er fich regete. 3415 diu bare ie baz fich wegete; 20 ze iungift fi erchrachete. G. 127.2f. zagehaft fi daz machete. fi liezzen fi nider unde liefen darvon. G. 126,19 abe im zarter den Überdon 3420 unde warf den barhobel dan. 2» G. 127,3f. daz liut fliehen began: ez was vil gar verzagende. ez douhte, als ez fei iagende, unde fuor baz denne rehte raeife. 3425 G. 127,9f. der tivel in der vraeife 30 fi alle doch nicht betraue: 3398 chSlte 3399 reinen 3400 meinen 3401 gedienet 3407 an f lue 3411 bi- graben 3414 grivfen; grüfen H 3417 fi] er erchrachte 3418 zaghaft; machte 3420 ab 3422bigan 3423 verzagte 3424 ez douht als er fiv iagte 3425 für daz 3427 bitrove 3423 f. Weder der handschriftliche Text noch Haupts Änderung: ez vil gar 35 verzagete, ez dühte als er fi iagete werden der Versmelodie gereiht. 3425 ist von F. Zarncke im mhd. Wb. II" 664,50a unier Hinweis auf Wigal. 4572: (in ors er dannen fuorte baz danne rehte reife gebessert worden. 266 Sante Servatien Leben. Vd. II 2366f. ir rehter gelaube niht enlauc unde engaben niht alle fluht: fi gefegenten fich unde ftuonden mit zuht. 3430 G. 127,13f. Do fi herce gewunnen, 5 die e waren entrannen, die giengen undare her wider zuo der bare l63Sp.<> waeinunde unt fwitzende. 3435 G. 127,11 f. do funden fi in fitzende io ouf der bare; griulich faher. ze gote mit guotem gelauben iaher. mit riuwen er an die bruft fluoch. fein herce den äugen zaeher truoch. 3440 antlaz feiner fünden bater. 15 G. 127,13 dar nach über lanc trater an die erde von dem barprete. G. 127,14f. do wart der chirchmenige bete unde ir aller underdige, 3445 daz er fi die warhaeit iht verfwige: 20 obe er waerlich waere tot, ode obe er in der bittern not erliten hete dehaain weize. fi vrageten in mit vleize, 3450 als die fürwitzen tuont. 25 der totvarwe oufftuont; ze redenne begunder. G. 127,16f. er fprach: „ich volzoch gefunder des tivels rat gefter. 3455 mein wille enwart auch nie vefter 30 ze begeben alle tobehaeit. dehaeiner riuwe mir got enbaeit, biz ein bra die andern geruorte: daz leben er mir enphuorte. 3460 meine fünde er mir für diu äugen fluoc, 35 da mich der tivel zuotruoc: 3429 vnt gaben; alle die fl. 3438 got; guten 3448 od ob 3449 het 3450 vragten; vlaeize 3453 redene 3456 en / 3457 tobhaeit Vd. II 2385f. Sante Servatien Leben. 267 die waren vrifch unde roch. G. 127,18 diu feie fich ouz den liden zoch, als der fliufet ouz dem gewande. 3465 . ze fpate ich mich erchande. G. 727, 19 meinen gaeift armen unde barn s fach ich von des tivels fcharn allenthalben umbetüllet; der willen ich hete erfüllet, 3470 die chomen mir engegen. G. 127,21 f. mir enchunde niht gewegen; io G. 127,23f. 164 Sp." hin fuorte mich der tivel fchar: aller genaden wafich bar. G. 128,2 da was niewan fwebel unde bech. 3475 ir grozen fchal unde ir gebrech enchunde gefagen dehasin zunge. i 5 G. 127,24f. mifelich was ir wehfelunge, wand ich mifelichen hete gefündet. G. 128,4f. etewenne wartich entzündet 3480 ouf einem glüegenden harfte. darnach chomich ze fölhem garlte, 20 daz diu hitze da wider was ein tau. mein übel mich ze fpate rau. fi cholten mich enmanigen weis. 3485 G. 128,2 ich dulte fne unde eis. fo we tete mir ditze, 25 daz enweder ftanc noch hitze dar zuo niht mohte gebieten. fi vreuten fich, die mich dar zuo verrieten. 3490 Die tivel mich umbezounden. die weize fi zefamene rounden 30 3463 rSch 3464 fei 3471 engegene 3472 en /, gewegene 3475 nieman 3476 gibrech 3478 miflich; wehflunge 3479 mifliehen 3480 etwenne 3481 glvende.n 3485 chSltcn 3487 tet 3491 vmbezovmden 3492 weitze; zefamne 3465 Vd. II 2396f.: doe berouwede ichs mir te fpade. ich fach die duvel met 35 groter fearen, der vele ende onlellich waren, di ombe mich doe quamen. mine feie fi doe natnen ende voerden fe ter hellen. 3488 Vd. II 2415: die rouk ende die flank et wäre te feggen al te lanc; audi II 2407f. 268 Sante Servatien Leben. Vd. II 2410f. i mit tünchendem nebele. von beche unde von fwebele groze güffe ouf mich vielen: 3495 als glüegende maeffe die wielen. s mein armer gaeift dar inne fot. ich wsere gerne, möhtich, gewefen tot. der tot von mir do laeider vloch. G. 128,4f. diu griuliche fchar mich zoch 3500 in den luft, da mein ein weize enbaeit. io daz was ein vil ftarcher aeit, daz im niemen dehaein andern von lauge noch von zandern mohte geebenmazen: 3505 G. 128,4 die tivel in widerfazen: i5 er douhte fi durch not aengeftlich. dar ein würfen fi mich. do gloftich als daz eifen, fo man da von fiht reifen 3510 164 Sp. b in der effe daz (Inder. 20 mein weize was niht linder: G. 128,5 etefwenne fo was mir, als ich ze pulver gar zerir. fus lebetich in den nöten: 3515 mich enwolde dehaein weize töten. 25 mir enwolde niht zerinnen, ich enmüefe lebender brinnen in dem weize, daz mir garten die fwartzen hellewarten. 3520 mein Ion wart mir gemezzen. 30 ich hete mit vollen befezzen des tiveles erbe. 3496 glvende 3498 gern; gewefen / 3499 do HJ da 3500 grivlich 3501 mein] man;weitze 3507 Vw 3508 in 3509 ihn 3510 flecht 3512 weitze 3513 et- fwenne 3514 zerier 3515 lebt 3516 = 3512; 3519 3516\17\18 en/ 3522 bi- 35 fezzen 3523 tivels 3498f. Vd. II 2430f.: war't dat ich fterven mochte, ich wäre dufontwerven dot, fo anxtelike was mine not. Vd. II 2441 f. Sante Servatien Leben. 269 G. 128, 7 doch was ez allez ein vorgewerbe, niwan diu forge, diu mich cholte, 3525 waz mein werden folte, fo ich chöme ze gotes gefihte. wie der über mich rihte, s dar zuo wafich ungewarnet. fwer feinen zorn gearnet, 3530 der ift gar verfchozzen. die fchulde mügen niht gerozzen, fo wir fi hie niht büezen: 10 ze rede wir geften müezen aller unfer fünde. 3535 G. 128,12f. fehet an mir ein warez urchünde." Der da hin was gezuchet unde niuliche wider erchüchet, 15 G. 128,20; 128,8f. der fprach: „nu vernemet mere von meinem hercefere. 3540 do ich mit manigen wewen in den fwebelfewen maerterlichen hete gebadet, 20 do wartich für got geladet, noch harter mich daz müete, 3545 denne do ich in dem aeide glüete, da mich der lauch verflichte. G. 128,20f. als er mich an geblichte ... 25 3525 niwan /, von H ergänzt; cholte 3527 chome 3532 girozzen 3533 fei 3536 fecht 3538 nivlich 3539 vernemt 3546 eide 3531 verftözen : gerözen Haupt, aber siehe oben zu Vers 1204. 3548 Mit diesen Worten bricht das Gedicht ab. Die beiden folgenden Blätter der Handschrift sind ausgeschnitten worden. Wir haben den Verlust von höchstens 296 Versen zu 30 beklagen. Vgl. Edw. Schröder, ZfdA. 45 (1901), 217 f. Anhänge I. Der Anfang und die größeren Abweichungen der Handschrift T, die im Variantenapparat nicht untergebracht werden konnten. Ad illuminandum genus humanuni multas in hoc mundo spirituales lucernas dominus dignatus est accendere, ex quibus bone memorie sanctissimum Seruatium 5 urbi Traiectensium pietas diuina concessit. Cuius equidem prosapiam referente quodam humili peregrino, Alagreco nomine, talem, tantam, tarn egregiam et tarn in- clitam, tarn nobilem genere auorum duxisse cognouimus, ut credamus eum ex mater- tera matris domini nepotem descendisse tertium. Quia uero tanti uiri memoriam agere cepimus et beneuolentia priorum semper et desideranter requirit uitam sanc- 10 torum, licet minus idonei, licet minus edocti sumus tantum exequi opus, eius tarnen in bencdictionem omniumque fidelium consolationem, que uidimus, que audiuimus, prout possumus et ualemus, annotare desideramus. Erant in diebus illis Judeorum in partibus iuxta legem sanctam mulieres sanc- tissime, Anna scilicet atque Esmeria, sorores. Anna, ut notum est, peperit uirginem 15 Mariam, Maria Jehsum Christum, Esmeria uero Elisabeth, matrem Johannis Baptiste et Eliut, fratrem eius. Eliut uero genuit Emyu. Emyu itaque relictis parentibus et patria transiuit in affinem regionem, que dicitur Armenia, et commoratus est in uico, cui nomen est Phestia, cum felici coniuge sua Memelia, de qua sanctissimum ibidem genuit Seruatium. Igitur cum hie amantissimus domini Seruatius in puerili etate sub 20 matris ubere, quasi pullus columbe, cepisset nutriri et foueri, apparuit in eo quoddam nouum et inauditum magne et ammirabilis Signum sanetitatis. Fuit enim tante, sicut relatione quorundam fidelium cognouimus, abstinentie, ut in die uix altera una uice mammillas matris sugeret. Ubi uero in robustiori etate adultus processit, sacras ecclesiarum frequentabat edes querens summo opere fieri hostia uiua et uera in 25 sacrificium laudis perpetue. Et licet puer esset etate, nil tarnen puerile gessit in operatione. Ab ipsa enim infantia sacris studebat litteris et celesti munere preuentus et etate florebat et sapientia proficiebat. Vultus eius solis ut radius, inter coeuos suos ipse quasi angelus. Non i 11 i pietas, non defuit humilitas. Nee erat huic similis in uniuersis Armenie prouineiis ideoque et suis parentibus et eunetis Christi 80 placuit fidelibus. Adolescens exinde speetabilis uoluntaria peregrinatione se contulit Iherosolimis tota illic deuotione cordis corpus et animam deo dependens in laudibus et precum hostiis. Cuius probitatem ecclesie consules uereeundiamque uultus et modestiam animi perpendentes presbiteralis eum ordinis inplicuere officio, dignum eum arbitrantes connumerari inter conuiuas mensc regis sempiterni, ministros crucis 35 Christi. Ministrans ergo sacris altaribus forma sanetitatis factus erat omnibus. Manens itaque bcatus Seruatius Iherosolimis in bono proposito aliquantum exegit temporis. Iam uero Uli prouectioris etatis dissolui et esse cum Christo cupienti, angelus domini conspieuus in oratione astitit curamque oeeidui orbis tamquam nouo tyroni tradidit Octauiamque in litore occeani sitam adire festinanter imperauit. Ac 40 Wilhelm, S. Servatius 18 274 Anhänge. ne formidaret insidias et minas impiorum, pericula quoque populorum, de dei auxilio securum esse iussit ponens in ore eius etiam ignote uerba lingue, quibus doceret subditos et mulceret impios. Nee mora exurgens ignotas adtemptauit uias instarque solis cuiusdam ab Oriente in oeeidentem gratiam lucis deportans exultauit, ut gigas, 5 ad currendam uiam suam permensoque immensi spacio itineris angelo domini pre- cedente semperque illum custodiente saluus Octauiam peruenit. Mo itaque die saneti spiritus gratia preordinante conuenerant episcopi conprouinciales cum clero et populo ciuitatis ipsius in maiori ecclesia beate Marie traetaturi de episcopi sub- rogatione. Feruntur enim tunc temporis ibi fuisse septuaginta et due congregationes. 10 Nempe antecessor Valentinus saneti spiritus attactu premonitus, cum ad extrema uite uergeret, baculum super altare beate Marie semper uirginis ponens sub indissolubilis anathematis uetuit animaduersione, ne quis inde temerarius tolleret, ne quis se orbato presulatui mercennarius inmergeret, donec per reuelationem Jehsu Christi communis electio idoneum doctorem et episcopum animarum suarum inueniret. Qua sententia 15 eunetis conterritis absque benedictione pontificali sedes Octauiana merebat septem annis. Constitutione ergo generali congregatis, ut dictum est, episcopis ius omne et negotium agebatur de sacerdotii causis. Tum repente insperatus apparens an- gelus domini uniuersorum animos inopina formidine cinxit, humilctn Seruatium, ut nuper ingressus humi supplex in oratione proeubuerat, erexit, baculum pastoralem de 20 altari sumptum porrexit, maximo cum stupore intuentium ad cathedram pontificalem illum prouexit. Oritur pauor et silentium et inenarrabllis ammiratio intuentium. Disparente interim angelico numine humilique Serualio cum uirga pastorali consistente in medio ecclesie pariter palam intelligentes decretum dei applaudunt undique leti. Exaltatur clamor ad sidera, fit attonite ciuitatis in laudem dei consensus et uox una. 25 Vocantur ad consecrationem, qui aderant, presules, ipsoque definiente illos perficere oportere, quod ab angelo perficiendum sibi cernerent relictum fore, humilitcr ad- quieseunt ac cum more ecclesiastico pontificalibus infulis ad ornatum deuote con- secrant. Ita pontificali sublimatus fastigio aeeepit benedictionem a domino diuque desi- deratus exspeetante clero et populo ad sacrosaneta officia processit tamquam sponsus :io de talamo suo. Iam uero qualis quantusque illuxerit, qualem quantumque se publicis et priuatis rebus prestiterit, non iacile quis explicare poterit. Erat autem in illo quoddam speciale bonum, quoddam singulare donurn, omnibus Christi sacerdotibus uenerandum uenerabiliterque amplectendum. Singulis namque diebus, nisi forte grauissima infirmitate lesus, passionis dominice mysteria frequentabat, in quibus se 35 quam maxime deuotum acceptabilemque exhibebat. Post hoc autem sacre oblationis libamentum nulluni fere eibi alterius requirebat gustum, nisi fratrum spiritualium exoratus caritate uel infirmitatis causa interpellante. Proinde quasi spiritus uidebatur ab omnibus, ut angelus de celo uenerabatur ab uniuerso clero, ab ipsis ciuibus, a uicinis omnibus quasi pater amabatur, quia non defuit seni, non defuit pius consolator 40 pupillo et inopi. In elcmosinis largus, in oratione sedulus, omni uirtute plenus et totius ecclesie decus. Qui pedes eius, qui manus eger tangebat omni mox fugato dolore sanus fiebat. Ipsius de manibus, quod stillebat, salutem debilibus prestabat. Eius eiborum reliquias, dum sumerent demoniaci — erant enim tunc temporis proh dolor innumerabiles — eadem hora liberati sunt. Hec uero et alia operando bona omnia 45 omnibus factus erat Christi fidelibus. Verum inter tot ac tanta uirtutum insignia singulari quadam preminebat gratia, quia quamuis lingue esset aliene, tarnen, quotiens populo loquebatur coram domino, eius uerbum quilibet aduertit, ut proprium. Econtra uero, si quouis negotio seculari urgebatur, interpretis adiutorio utebatur. Sane in Anhänge. 275 Ulis diebus inter heresium umbras umbrarumque multiplices scissuras diuine stelle per spiritus sancti afflatum in ecclesia flammas extulere choruscas: Iheronimum in Judea, Ambrosium in Italia, Augustinum in Affrica aliosque similes quaquauersum per orbem ueritatis testes, ut Martinum, Hilarium, Athanasium, ut Theophilum, ut Johannera Crisostomum. Horurn in medio, quasi Stella matutina, quasi sol refulgens 5 in uirtute sua claruit sacerdos permagnificus, pontifex egregius, magnus et gloriosus Seruatius. Tempore illo emersit heresium uulnerifica tabes, tanquam liuida mors, regnum Antichristi introducens, cum Arrius orbem polluit mediterraneum, Machametus Sarracenos et Egyptum, Archibutius Armeniam, Manichea lues Africam alieque mun- dum innumere similes undique pestes, ut Proclianus, ut Donatus, ut Coluthus, ut 10 Florinus. Nee fuit pax inter lucem et tenebras, inter orthodoxos et hereticos, quorum alii malignitate ypocrisi dolisque confligebant; at orthodoxi zelo karitatis, ostensione ueritatis manifestisque uirtutibus resplendebant et, ut ait Salomon: 'Contra bonum malum, contra uitam mors, contra iustum peccator.' Inter omnes preeipuus catholice ueritatis assertor eminebat Seruatius hereticorum semper et ubique inpugnator acer- 15 rimus. Verum Satan antiquus ille, qui sanetum Job a planta pedis usque ad uerticem ulcere pessimo percussit, quique apostolos ad cribrandum uelut triticum expetiuit, idem ipse pristina diritate contra Seruatium Octauienses concitauit. Murmure quippe ex detractoribus orto clamitabant, quid sibi cum aduena ignoto? Illum ignorare iuridicalia terre, non frequentare curias, non amare glorias aulicas, gaudere solitudine 20 et silentio, res et honores Tungrensium ex eius inerti ocio prorsus labi retro. Effrenata igitur seditiosi tumultus erruptione, tanquam ad latronem tota irruerunt debachatione uixque abstinentes uulneribus proeul urbe pulsum abiecerunt. Ipse uero, ut erat vultti Serenissimus, mente letissimus in omnibus Ins gratias agens deo, quia hec meruit pati pro eo, cum paucis clericis et monachis deum timentibus urbem egressus est 25 protinus eunetisque castellis et opidis, que erant in cireuitu, illustratis atque in fide digne confortatis domino agente Traiectum se contulit ibique deineeps in summa pace quieuit, id semper orans, id semper exposcens, ut nauiculam Tungrensis ecclesie ab imminentis periculo naufragii saluare dignaretur et tueri Jehsus Christus. Erat autem in eodem opido ecclesia non admodum magna, sed parua et nimis decora, 30 habens pulcre uisionis, hinc sata et montana, hinc ualles atque prata, undique terram incolis et omnibus bonis refertam. Et hec sita erat in uia, que appelatur regia. Hanc nimirum uiam per uniuersum mundum de regno in regnum iubente Augusto Cesare nascente Christo saluatore faetam esse audiuimus, hoc quoque scriptum nouimus. Ab ortu uero solis habebat hec basilica de magnis et nobilioribus 35 fluuiis terre nostre fluuium Mosam, a latere uersus austrum alterum sed paruulum. lila autem euntibus uia de regno Francorum in Saxones aliasque nationes. Hie erat transitus. Vnde et hec ciuitas non incongrue dicitur Traiectum. Populum illic manentem olim conuertit ad Christum sanetus Maternus, dum transieret de ciuitate in ciuitatem, in quibus fuerat episcopus, et hec reuera urbes: Colonia, Treueris, 40 Octauia. In opido quoque supra memorato et in loco ab incolis postea dicto aggere publico idem pontifex Oratorium construxisse et in honore prineipis apostolorum dicitur consecrasse. In quo tunc residens beatus Seruatius, athleta dei fortissimus, diuinum officium frequentabat populumque deuotissimum doeuit semper et monuit. Recolens autem, quia ualde quiete mentis erit, qui deo seruiet, fugit populorum 45 frequentiam et in loco oeculto iuxta basilicam parauit sibi cellulam, in qua remotus a plebe multis diebus militauit deo. Quia uero uidenti creatorem angusta est omnis creatura, in eodem sincerissime contemplationis speculo reuelante sibi spiritu saneto 18* 276 Anhänge. precognouit, que superuentura erant subteriacenti seculo. Conuocatisque fratribus predixit, Fortsetzung S. 37,8f. S. 55,14 ... affatus est: 'Iam collegio uestre fraternitatis nequeo celare, quod actenus dissimulans tandem compellor dicere. Ab hoc die faciem meam non uidebitis nee 5 ultra me in hac urbe uobiscum morantem conspicietis, quia uiam uniuerse carnis sum iturus et huc ultra non reuersurus. Supra uestra salute pridem beati Petri sepulchrum adii, huius urbis reseruationem supplicatione premissa petiui et, quia ex hoc uestra non merebantur peccata, in responsum aeeepi. Hoc autem quantum in me est, uobis promitto, quod, si pro corporum uestrorum saluatione suplicans exaudiri io pro peccatis uestris preponderantibus nequeo, pro animarum saltem salute uestrarum a deo mihi commissarum defunetus et cum Christo regens felicius interueniens im- petrabo, si ex toto corde morum uestrorum precedat conuersio.' Deinde multa ex- ortatione eos consolatus oculis ad celum surrectis cum manibus: 'Has* inquit 'oues Jehsu bone, quas pretioso sanguine redemisti et mihi in manus credidisti et me cum 15 Ulis hodie in manus tuas commendo; deprecor te, ut, si corpora dilanianda tradis hostibus, animas liberes ab inferni crutiatibus, ut de gregis commissi salute in eterna tua gloria merear feliciter gaudere.' Hoc dicens . . . Fortsetzung S. 56,4 f. S.71,7 . . . fatigatique longa obsidione iam de reditu traetare cepissent, muri ciuitatis ultro corruere aditumque hostibus patefecere. Tunc ingressi sicut et apud 20 Tungros omnes interfecerunt in ore gladii, reliquam partem urbis tradentes igni excepto oratorio beati prothomartyris Stephani, quod uidebatur ipsis, ut aiunt, a quo- dam splendidissimo super illud stante viro defendi. Hiis ita peractis itur ad urbem Remensium, in cuius portis ipse Satan sese ostendit duetorem barbarorum. Prostratus est etiam illic sanetissimus Nichasius, presul, cum Eutropia, uirgine, uniuersaque plebe. 25 Hinc uentum est Trecas; pugnabatur ad portas. Desuper beatus Lupus pontifex hostem ultro compellans: 'Quisnam tu es' inquit 'qui terras demoliris nostras gentesque per- turbas?' Cui rex sceleratus furiis exagitatus: 'Ego sum' inquit 'Attila, flagellum dei.' Quo contra humilis antistes grauiter ingemiscens: 'Et ego' inquit 'sum Lupus, seruus dei.' Et post pusillum adiunxit: 'Seruum ergo dei oportet cedere flagello dei' et 30 confestim aperiri portam iussit ei. Ille autem cum omni exercitu suo a porta in portam transiuit habens ex utraque parte, quasi murum, tenebras a deo densas, ut neminem uideret nee cuiquam noceret. Tantum enim beati pontificis ualuit oratio et fidei devotio. Plures nimirum sacerdotes ac pontyfices, quorum sanguine, quasi riuulus aquarum, sacre redundabant ecclesie, ab eis percussi interiere. Nulla vero 35 ciuitas, nulla ecclesia excepto prothomartyris oratorio, quod est in Metensi, ut dictum est superius, oppido, nee non Traiecto, quod seruat beati Seruatij corpus, ac quoque saneti Lupi ciuitate intaeta legitur remansisse. Ulis* autem ad fines terre uolentibus usque procedere cum innumera multitudine populorum oecurrunt prineipes Francorum eosque uehementer cesos in Meothytlas (!) paludes eiciunt, ubi a Karolo magno et filio •io eius Pipino penitus etiam nomine perierunt. Post eam igitur uindietam, que facta est ab eis, cede Galliarum, Wandalorum prosequente crudelitate incertum est, sicut et de multis aliarum legitur ciuitatum episcopis paucis, qui supererant Christianis in abditis montium et cauernis petrarum habentibus latibula, quanta intercapedine ecclesia Tungrensis fuit sine pontifice. Uerum ubi placuit altissimo, ut suo misereretur populo, 45 Galliarum profugi e speluncis et montibus, quibus delituerant produeti, perpendentes prophete Seruatij . .. Fortsetzung S. 7 '4,13 f. * Das Folgende bis zum Schluß dieses Abschnittes beruht auf Herger 175,51 f. Anhänge. 277 5. 80,10 f.: Für den Passus Cum bis perstringemus hat T die in den ASS. Jul. IV 158 A Abs. 3—5 mitgeteilten Akten, die eben aus der Fassung T genommen sind und leider nur nicht den richtigen Anfang erhalten haben. Schluß und Anfang ist richtig angegeben, BHL. 6012. Sonst sind die Abweichungen von dem Text der ASS. nur gering, wie sie bei verschiedenen Abschriften zu sein pflegen. Ein 5 nochmaliger Abdruck ist daher unnötig. Auf diese Monulfusvita folgen die ASS. Jul. IV 163Cf. aus der Fassung T abgedruckten Gundulfusakten, ebenfalls mit nur handschriftlichen Abweichungen, vgl. BHL. 3705. Ein erneuter Abdruck ist unnötig. Hieran reiht sich folgender Passus:* io Quid ergo nos tanlilli, nos pusilli horum et tantorum dicemus in gloriam sacer- dotum? Hü sunt revera, ut confidenter dicamus, quos miraculis choruscare, uerbis pluere, ut nubes uolare sancta dei ecclesia miratur. Hü sunt autem profecto, quos uirgo, electus a domino, beatus ewangelista et apostolus Johannes esse oliuas, esse lucernas non indigne, non iniuste testatur, quia diligentibus deum, ne lampades 16 eorum extinguantur, superne gratie administrant oleum, per quam itur secure ad uitam. Ostendunt uitam doctrinis sanis et exempüs splendidissimis. Defendunt patriam, custodiunt ecclesiam excellentia meritorum et instantia orationum, ut sol et luna illuminant terram universam. Ministratur per eos salus, per eos deletur anime interitus. Vite presentis subsidium donatur per hos et eternum retnedium. Hij sunt 20 nimirum, quos in caritate non ficta elegit gratia Christi. Iure etiam uocantur columpne, quia sicut columne sustentant onera super imposita, ita et ipsi humeris sanctitatis sue portant benignam domini Jehsu familiarn. In quibus fratres nobiscum, ut sit et nobis aliqua spes salutis, adiuuet oratio uestra obsecramus per eundem Christum dominum nostrum. Ad excolendam autem dominicam uineam in urbe Trajectensium apud 25 * Vgl. dazu Jocundus. Bl. 38°: Qvid ergo, fratres, nos pusilli, nos tantilli istorum dignum referemus in gloriam sacerdotum? Hi sunt reuera, ut confidenter dicamus, quos miraculis coruscare, uerbis pluere, ut nubes uolare sancta dei ecclesia miratur hodie. Hi sunt profecto, quos uirgo, electus a domino, esse duas oliuas, esse duo candelabra ante deum semper lucentia et uidebat et predicabat. Vt sol et luna isti 30 illuminant terram. Hi sunt nimirum, quos in caritate non ficta elegit gratia Christi; ideo et eo disponente et Spiritus saneti gratia agente separati non sunt et in morte, quia eadem uita, idem spiritus erat in utroque ad gloriam regnantis in celo. De episcopis Traiectensibus (rot) Ad excolendam autem in urbe Traiectensium uineam dominicam apud beati et gloriosi confessoris Christi uenerabüis Seruatij monumentum 35 isti dehinc pontificale conscendunt solium, quorum nomina uidentur subscribta: Primus eorum quidam Perpetuus, uir strenuus et deo dignus. Post nunc beatus Evergisus; sub quo patrono nunc quoque, ut dieunt, gaudet sancta Agrippina Colonia. Deinde quidam Johannes Hoiensis gencre, magnarum et ipse in domino uirtutum. Illo humanis exempto sanetus Amandus ceteris non impar meritis. Hinc quidam 40 Equitanus, nomine Remaclus, uir magnificus in domino et gloriosus. Surrexit post eum beatus Theodardus martir uenerandus. Hoc egregio presule ad superos translato ex ipsis ciuibus beati Seruatij choro eligitur, episcopus constituitur sanetus Lambertus. Quod autem de hoc excellentissimo atque serenissimo confessore Christi et antistite beato Servatio aliisque duobus confessoribus, beato uidelicet Monulpho atque Gun- 15 dulfo, que uidistis, que audistis (Bl. 38 b ), notauimus; de ceteris pauca aut ferc nulla. Ideo factum esse recognoscat Caritas uestra, quia de quibusdam alias plura sunt scripta, de quibusdam, preter quod magni meriti apud deum esse credimus et nouimus, nichil inuenire potuimus. De sinodo (rot). 278 Anhänge. gloriosi confessoris Christi uenerabilis Seruatij monumentum Uli adhuc conscendunt solium, quorum nomina subscripta uidentur. Primus eorum quidam Perpetuus, uir strenuus et deo dignus. Post hunc beatus Evergisus. Deinde quidam Johannes Hoiensis genere et ipse in domino uirlutum. Quo humanis exempto sanctus Amandus s non impar meritis priorum. Hinc unus quidam Equitanus, nomine Remaclus; cuius ex discipulis, sed indigenis, martyr uenerandus Theodardus. Illo occiso ex ipsis ciuibus et fratribus eligitur ad episcopatum martyr gloriosus sanctus Lambertus. Nouissimus omnibeatus Hubertus. Quod autem de hoc excellentissimo atque serenissimo confessore Christi et antistite beato Seruatio alijsque duobus confessoribus, 10 beato uidelicet Monulfo et Gundulfo, que uidistis, que audistis, notauimus; de ceteris pauca aut fere nulla. Ideo factum recognoscat Caritas uestra, quia de quibusdam alias plura sunt scripta, de quibusdam, preter quod magni meriti apud deum credimus esse, nil scriptum inuenire potuimus. De hijs actenus. Nunc de beati translatione Seruatij pauca perstringemus. Hieran sdüießt sidi Kap. 21 f.; siehe oben S.83,lf. 15 Die Reihenfolge der Wunder ist in T eine andere, und zwar nadi den Kapitelzahlen der Handschrift R folgende: 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 33, 37, 54, 55, 56, 49, 34, 35, 36, 59, 60, 61, 62, 63 und 64; alles übrige fehlt. II. Unveröffentlichtes aus der Vita S. Servatii des Jocundus. 20 1. Die Erzählung, welche die Übergabe des Schlüsselamtes Petri an Servatius tilgt, zum Vergleich mit S. 45 f. (Bl. 12 a ) Sed pontifex, ille magnus pontifex, gloriosus uenerabilis Seruatius, quia digne intrauit, iure dei gratia accepit etiam, quod non quesiuit, quod non preuidit: potestatem scilicet donandi ad se clamantibus non solum uite presentis, sed etiam 25 future solatia, Tungrensibus uero, quorum nimirum pro salute uenerat, (Bl. 12 b ) quibus nimirum misereri poscebat in presenti ut pauca aut fere nulla! Nee iniuste! Eo namque tempore non erant, qui deum magis offenderant, in nullo autem grauius, quam in hoc electo eius, cui nunc tanta panduntur misteria. Videns etiam pastor ille bonus nee sua prece nee episcoporum Gallie, quorum legatione fungebatur, suis 30 se proficere ouibus, ad apostolos se uertit memoratos et accedens propius deuotissime postulauit, ne in uaeuum cueurisse uideatur aut curere. Instat preeibus, instat et fletibus. Nee tristior eo Dauid post mortem Urie, nee Petrus post negationem Messie. Hie est uere pastor bonus, pastor ille, karissimi, qui suis pro ouibus nee mori timuit nee fugit; huius uiscera uere uiscera materna, quia, quos peperat spiritu, spiritus 35 saneti gratia docente in odorem suauitatis domino offerre desiderabat in excelso. Hunc ergo cum uidisset Petrus mirabiliter fatigari, insuper et nolle cessare, condolens lacrimis eius habundantius effusis: „Consolare" inquit „frater mi, consolare, inclite Seruati. Noli pulsare ianuam ab ipso altissimo iam dudum clausam. Noli rogare prophetis, pro quibus exaudiri non possis. Sententia enim hec in celo decreta, 40 consilium domini manet in eternum. Iniquitate quippe tuorum ipsa turbata sunt sidera polorum. Non est apud homines, qui possit exponere, quanta illis beneficia concesserit diuina beniuolentia. In tota namque terra Galliarum urbs tua erat, quasi ortus deliciarum: hec sedes dei ipsius, hec gloria regni. Quicquid desiderauit Anhänge. 279 Christus non denegauit. Vt autem ostenderet huic nil esse consimile, quendam Iherosolimitanum sacerdotem, uirum magnum et gloriosum ad consolationem per- petuam, ad benedictionem eternam sicut pater, sicut dominus Ulis ante paucos misit annos. Quem ubi uiderunt, tamquam angelunt dei exceperunt eum. Nee immerito, karissime (Bl. 13"). Quis enim a seculo prophetarum tanta in gloria hanc uel aliquam 5 intrauit ecclesiam in uniuerso orbe terrarum? De celo nimirum uenit, qui illum elegit: qui Signum dedit pontificale, supra homines erat. Ad hec, quid ciues egerint, audiamus. Pastor namque ille eximius, ille egregius, cum cepisset eos docere et monere, ut fidelem Christi oportet dispensatorem — hac enim gratia electus est et missus — sicut Judei in Christum omnes surrexerunt in eum — pro nefas! — et abiecerunt. io Vnde ira dei super eos non iniusta, vnde et ciuitas tua sicut nomine, ita et re tunsa et cesa permanebit in eternum." Intellegens autem beatus Seruatius his uerbis suam specialiter designari personam addidit dolorem super dolorem, miseriam super miseriam ceciditque ante pedes apostoli, qui hec sibi demonstrabat, clamans uoce magna: huius desolationis, huius perditionis per omnia se reum esse omnino et auetorem. Et 15 hec dicens fleuit amarissime. Quid reliquit patriam, quid intrauit Galliam queritur, singula et inter uerba, quasi mortuus, milies labitur. Consolantur eum angeli, con- solantur eum archangeli, omnis quoque chorus ciuium supernorum, ipse etiam maior seculorum dominus uniuersorum. Annuit et pie pia celorum regina. Ille autem animo manet eodem nee reeepit consolationem, quia ciuitas Tungrorum ponitur in sorte 20 dampnatorum. lila enim eo tempore tum maris ex accessu tum populi terre ex concessu nobilium Galliarum urbium nobilior et maior. Modo autem peccatis populi exigentibus — pro dolor! — ad instar oppidi paruissimi tarn plena miseriis quam olim diuitiis. Sicut celum stellis, ita prestabat illa turribus ecclesiarum celsis et omni gloria atque omnium rerum copia. Iure igitur pro ea pastor pius affligitur, pastor 25 bonus (Bl. 13 b ) atteritur, cum pro sua ciuitate pius Jehsus nostcr etiam fleuisse legatur. Sed in his omnibus edifieiis, ut confidimus, requirit dominus magis pias mentes fidelium, quam edificiorum gloriam. Vt autem he domus dei esse dicantur, immo et existant, habitatio eius firma, digna et perpetua, ait Dauid, prophetarum preeipuus, etiam de exterioribus edifieiis eius: 'custodit dominus omnia ossa eorum, 30 unum ex his non conteretur' et apostolus: 'propter inhabitantem spiritum eius in eis. 1 Hoc itaque habitaculum dei, beatus uidelicet Seruatius, ne tantis dolorum affligi tempestatibus uideatur diutius, prineeps magnus, prineeps apostolorum Petrus, quem ipse pre omnibus querebat, pre omnibus petebat, a quo nee desistere uolebat, accessit propius eiusque dextra apprehensa leuauit eum et: „Quid me" ait „inquietas, sanc- 35 tissime Servati, quid me inquietas? Pro fratribus anathema, quod uis, pro fratribus mori, quod queris? Donum est dignum, est nee iniustum, dilectissime, quia doeuit hoc apostolus, fecit hoc dominus noster Jehsus Christus. Non est tarnen apud eum hec uicissitudo rerum, ut iustus pereat, iniustus maneat. Anima enim, que peccauerit, ipsa morietur. Qua re ergo tristaris, qua re conturbaris? Nequaquam enim imputatur 40 Loth, uiro iusto et saneto, quod Sodoma periit, nee Moisi nee Aaron, quod terra deglutiuit Dathan et operuit congregationem Abiron, nee etiam Jehsu nostro, soli totius iustitie domino, quod Solima, omnium terrarum domina, destrui meruit atque deleri. Quapropter depone merorem, depone dolorem. Apud eumdem iudicem sanetorum, dilectissime frater, sancitum est, ut euneta Gallia destruatur et tua po- 45 tissimum ciuitas. Tu autem, anima 0 sanetissima, nee longius post hec in sorte sanetorum colligenda, confortare in domino et secura de premio noli conturbari, noli desolari, quia ipse dominus tecum, custodiens te in gloriam, sicut promisit, 280 Anhänge. suam sine macula, sine periculo nunc et in euum. Denique Hunos uidebis, in eis magnifice gloriaberis. Videbis sane, sed neque in Gallia neque in ciuitate tua, quoniam te uiuente nequaquara eos permittet deus terram intrare illam. De epis- coporum uero causis publicis et priuatis ne sis sollicitus nee queras amplius, quia 5 sicut uidisti et audisti, ita inpleri necesse est. Quod eisdem et beato Auetori tum rediens, nuntiare non differas; iubet enim hoc altissimi benignitas. De ciuibus autem tuis, ne turbetur, dilectissime, cor tuum, quia omne, quod desiderat anima tua, illis inplebitur, sed amplius in futuro et habundantius." Hinc ille pius ianitor celorum ex toto corde in hunc amantissimum domini Seruatium conuersus loquebatur ei, quasi a latere 10 prius et hilari atque serenissimo uultu intuens in illum: „Quid ergo" inquit „super te, frater dilectissime, quid super te, desiderantissime, tibi dicemus, tibi aiemus, cum gratia tui hunc in locum dominus celorum descenderit et cum tanta multitudine angelorum tibi oecurrerit? Quid dicemus, o benedicte, o dilecte, quid dicemus? Tibi reuera, sicut optat anima sanetissima tua, celestis uia, celestis porta cicius erit 15 aperta, quia in te benedicitur deus, in te glorificatur deus, sicut decet regem angelorum, sicut oportet prineipem seculorum. Tu uero decus patrie, tu honor ecclesie, tu uita, tu salus tuis ciuibus, tu idetn bonum et Galliarum prineipibus, tu omnia omnibus! Ideoque gloriosissime magnificaberis in omnibus, maxime autem mundi circa finem. Sed quia tua non patitur etas, ut grauiora sustineas, imminent enim 20 tibi iam nouissima tua. Ipse, qui assidet, quem uides, dominus Jehsus Christus erit tibi fortitudo, erit consolatio et in secula seculorum benedictio. Tibi et locus et sedes ab eo paratur in celo. Tua premia eius gloria; tui ciues, quos uides, tui affectus ei aeeeptus. Quodcumque petieris, reuera impetrabis. Vrbs autem tua scelerata et ideirco peritura non erit tibi in sepulchrum, non erit tibi in monumentum. 25 Nee enim gaudebunt super sepultura tua, qui nolebant reeipere doctrinam tuam, infelicibus infelieiores, incredulis deteriores. Et tarn, ne sit incertum, karissime, quo hinc abeas, quo hinc diuertas, ipso preeipiente altissimo eius ineffabili misericordia agente erit Traiectum, urbs regia, ab eo iam dudum electa, tibi certa sedes, tibi monumentum sempiternum. Surge ergo uelocius, testina redire quantocius. Manent so te ibi, qui celum aperiant tibi et cum gloria ducant ad gaudia eterna. Vale itaque, dilectissime, et in Christo Jehsu nostro pax tecum." O ueneranda sanetorum collo- quia, o memoranda, o eternis gaudiis inserenda, que fidelium semper confortant mentes, que probos in improbis generant mores, que ostendunt uiam, qua secure itur ad uitam! 35 Vir autem domini uenerabilis Seruatius diuina tunc reuelatione, apostolica tum uisitatione magnifice consolatus surrexit citius et gratias agens deo saciatusque sacro desiderio letus recessit a Petro. Igitur, cum rediret in Italiam, universam hanc terram uastantem repperit gentilium turbam. Que interim uenerat illuc cum multis milibus et rege suo Attila, peiore omnibus peioribus. Vniversus mox exercitus irruit in eum. 40 Comprehenditur, in uineulis tenetur. At pius redemptor, deus, manifesta miserationis sue gratia (Bl. 15 a ) suo fidelissimo non defuit captiuo. 2. Der Hunneneinfall in Gallien nach Jocundus, zum Vergleich mit S. 64,11 f. und S. 49 f. (Bl. 29a) Pretereundum nee illud uidetur, dilectissimi, quod huic sententie sub- 45 infertur. Aiunt itaque, a Coloniensi synodo, in quo uestro patrono presente et Athanasio, Alexandrino episcopo, quem Constantius imperator ad urbem Treuerorum miserat exilio, Effrata, eiusdem Agripine ciuitatis pontifex, dampnatus est adque Anhänge. 281 depositus centesimo et sexto anno (Bl. 29 b) temporibus Marciani et Valentiniani imperatorum contra tTche(?)* patricium Attila rex Hunorum gessit bellum. Mira res, fratres, et stupenda nimis, sed utinam in deo et absque inuidie dolo! Nam Valentis imperatoris supermemorati diebus partes Romanorum inpugnabant Qothi uehementer- que uastabant. Contra illos ab eodem Valente, quibus imperabat prefatus Attila, 5 missi sunt Huni. Porro Gothis ultra Danubium expulsis terram eorum sine uegtigalibus habere perpetuo concessum est a Romanis principibus, sicut iam dudum audiuimus.** Horum, scilicet Hunorum, aduentum, qui conuenerant Traiectum in beati pontificis transitu, etiam formidabant. Si qua post eius abscessum continuo non est impletum, quod predixerat uerbum, abierunt multi in domum suam, et quia non habebant 10 rectorem, ad ritus paganorum conuersi in omne malum extendebant manum. Et facta sunt nouissima eorum — pro dolor! — peiora priorum. Sed diuina pacientia ulterius non ferens hec mala, quia multiplicata sunt nimis, sicut in diebus Noe terram uniuersam delere disposuit. Et ecce dux quidam uenit ex Romanis, nomine Maximus, qui Gracianum imperatorem dolis circumuentum occidit apud ciuitatem 15 Lugdunum eiusque fratrem Ualentinianum de Italia expulit et solus factus est princeps magnus in uniuerso regno. Galliam ille pre ceteris terrarum prouinciis diligebat et in ea sedem suam ponebat, quia munita erat valde urbibus multis, repleta opibus forcium et nobilium fecundissima militum. Ulis confisus eorum, qui uirtute poten- tissime se agebat in omnibus, dux, ille Maximus cunctaque legitima terre ab antiquis 20 Romanis instituta, ne minor aut equalis uideretur antecessoribus suis, omnino tol- (Bl. 30 a ) li iussit et de terra Gothorum, quam tenebant, reddere tributa Hunos coegit. Vnde illi nimis irati et fame, que eo tempore in uniuersa terra erat grauissima, conpulsi in mille milibus exierunt uno animo in Galliam, in solium glorie sue, quodiWc erexerat, diuertentes et omnes in morte eius agentes. Audiuit ille. Romam festinauit redire. 25 Occurrebant ei nee longius ab urbe Aquileia Ualentinianus, quem expulerat ab Italia, cuius tratrem Gracianum oeeiderat, et Theodosius, rex orientis, et oeeiderunt eum. Huni uero in proposito manentes et iuxta uerbum uiri dei agentes ciuitatem Tun- grorum obsederunt, et licet multum temporis ibidem adimplessent nee longius urbs Traiectensium deesset, domino cooperante, beato Servatio defendente nullus accessit, so nullus uidit, etiam cum ibidem Mosam fluuium transissent. Octauia uero tandem destrueta et ad radicem usque deleta: omne masculum in ore gladii percusserunt, mulieres captiuas abduxerunt. Paruulorum alios comedebant, alios in opus simile sibi reseruabant, quia animalia non habebant, quibus uesci solebant. Hoc modo Galliam longe lateque uastabant peruenientesque ad urbem Mettensium in uigilia 35 Pasche circumdederunt eam. Cum ergo fatigati longa obsidione fuissent et recedere uellent, muri ciuitatis ultro corruerunt, aditum eis patefecerunt. Tunc ingressi, quem- admodum apud Tungros, omnes interfecerunt in ore gladii ipsam urbem tradentes igni, beati Stephani prothomartyris oratorio, sicut promissum est, manente illeso, quod uidebatur omnibus a quodam splendidissimo uiro super illud stante in armis 40 bellicis defendi et liberari. Hinc ad urbem Remensium, cuius in portis ipse diabolus ostendit se, quia dux est eorum et signifer. lila destrueta eiusque episcopo (Bl. 30b), sanetissimo viro Nicasio, una cum sorore Eutropia, uirgine sacratissima, omnibus interemptis ciuibus iter agebant Trecas, ciuitatem quoque Galliarum magnam et gloriosam. Quos cum uideret eius pontifex beatus Lupus stans super portam, miratus 45 * Ethium zu lesen? Sdion von 281,1 an ist der Text sdilecht. ** Bl. 16a. 282 Anhänge. eos aiebat: „Quisnam iste tarn uiolenter, qui nostram ingreditur terram, urbes destruit nostras nosque disperdit, filios nostros abducit captiuos? Quis ergo iste est?" Aderat tunc forte ad portam princeps Hunorum et continuo in hec uerba prorumpens: „Ego sum" inquit „Attila, flagellum dei." Cui antistes: „Et ego sum" ait „Lupus, seruus 5 dei." Et reuersus in se post pusillum adiunxit: „Seruum autem dei oportet cedere flagello dei. Ergo cedamus et nos." Et eadem hora iussit aperiri portam. Ille cum omni exercitu suo transiuit a porta in portam ex utraque parte habens, quasi murum, tenebras adeo densas, ut neminem uideret nee cuiquam noceret. Tantum enim beati pontificis ualuit oracio et fidei deuotio. Plures sacerdotes adque pontifices, quorurn 10 sanguine tanquam riuulis aquarum sacre redundabant ecclesie, ab ipsis percussi interierunt. Bisuntium quidam sanetissimus episcopus cum omnibus, qui erant in Burgundia, in ore gladii transiuit Christi in gloriam. Hunis autem ad fines terre volentibus usque procedere cum innumera multitudine populorum oecurrerunt prin- cipes Francorum eosque uehementer cesos in Meotidas paludes eiciunt, vbi post- 15 modum a Karolo magno eiusque filio Pipino in Uenetiam nomine perierunt. Per omnia benedictus deus, qui liberauit terram ab his quoque demonibus (vgl. oben S.276,18f.). 3. Die Akten der sogenannten ersten Kölner Synode von 346 nach der Publikation des Jocundus; siehe oben S. 38,18 f. (Bl. 38 b ) Tempus est nunc expedire, quod supra promisimus de sinodo Coloniensi, 20 de episcopis, qui conuenerant aduersus Effratam hereticum et de sententiis singulorum. Maximus Treuerorum episcopus dixit: „Quia ex uoluntate domini nostri Jehsu Christi, quem Effrata negat esse filium dei, conuenimus in hoc Agripinense opidum, in quo ipse perfidus nunc sacrum prodidit populum, dignum uere est et iustum, ut non solum episcoporum, sed omnium priuetur communione christianorum et sit 25 anathema in secula seculorum." Valentinus ab Arelatu episcopus dixit: „Quoniarn Effrata Jehsum Christum negat esse deum, consentio eum non esse episcopum nee laicam habere professionem." Donatianus Cabcllonorum episcopus dixit: „In pace negauit Christum filium dei et ideirco constat Effratam nee esse catholicum." •so Seuerinus Senonum episcopus dixit: „Cum constat Effratam subscriptione fratrum plurimorum in spiritum sanetum blasphemasse negando Christum Jehsum redemptorem nostrum, et ego consentio eundem iuxta euangelica preeepta iure ab episcopatu esse deiciendum." Optatianus Tricassium episcopus dixit: „Et ego censco Effratam in episcopatu 35 permanere non posse, quia in spiritum sanetum blasphemauit negando dominum nostrum Jehsum Christum." Iessis Nemetum episcopus dixit: „Non solum epistolis omnium ecclesiarum, que audierant Effratam negare dominum Jehsum Christum, sed quod ego ipse auribus meis audiui sub presentia Martini consenioris nostri et Metropoli presbiteri et Quintini •10 presbiteri et Uictoris diaconi, fateor illum iure esse deponendum et consentio." Victor Uuangionum episcopus dixit: „Quoniarn palam factum est et probatum Effratam blasphemasse in spiritum sanetum negando, Christum dominum esse dei filium, et multis criminibus arguitur, quod episcopum non decet, consentio illum iure esse deponendum." 45 Valerianus Autisiodorensium episcopus dixit: „luxta uerba maiorum (Bl. 39a) suffeecrat a quinque episcopis Effratam iure esse depositum, sed quia plures con- Anhänge. 283 uenerunt hanc apud ciuitatem, quam ipse coramaculauit docendo Jehsum Christum tantum nudum esse hominem et non deum, cuiuslibet Christiani sententia ferire oportet utpote aduersarium ipsius domini nostri Jehsu Christi et omnium nostrum. Quapropter et ego consentio illum iuste esse deponendum." Simplicius Augustidunensium episcopus dixit: „Esse episcopum non posse 5 Effratam consentio, quia Christum dominum negat." Amandus Argentoracensium episcopus dixit: „Quia Effrata a multis sententiam accepit, me inter ipsos fateor esse consentaneum et iure illum esse deponendum." Justinianus Rauracorum episcopus dixit: „Exempla clericorum Agrippinensium et episcoporum multorum cognouimus Effratam blasphemasse saluatorem nostrum 10 dominum Jehsum Christum, et idcirco consentio, ut ab episcopatu deponatur et ab uniuersa ecclesia deiciatur." Eulogius Ameanorum episcopus dixit: „Diabolus, qui ab initio periit et secum alios perire semper letatur, hodie in Effrata perstitit et facit eum negare Christum dominum, qui est salus et uita omnibus diligentibus se, et idcirco, ne sit in sorte is sanclorum, hoc in futuro seculo publica uoce censeo." Post hec ille nobilis heros, ille Tungrorum presul, magnus et uenerabilis Seruatius surrexit et quasi uice Jehsu saluatoris nostri constanter et confidenter agebat in oculis omnium dicens: „Quid fecerit, quidue docuerit Effrata pseudo- episcopus non opinione sed ueritate cognoui cuique publice et domestice audiente 20 etiam cum multis prcsbyteris et diaconibus Athanasio, Alexandrie episcopo, sepius restiti et uici. Sed, ne uenenum huius maligni amplius diffundatur in ecclesia Christi, tollatur impius, uiuat tarnen et uideat crescere regnum dei in Judicium et confusionem sibi, quia per omnia et in omnibus illum esse magistrum erroris et non religionis, diabolum et non angelum, subuersorem et non doctorem, annuntio et annuntiare 25 uobis non reuereor nee timeo. ideircoque censeo illum nee habere consortium in numero clericorum et uix in parte laicorum. Idcirco autem inter illos, ut maiori uereeundia (Bl. 39b) pereat in medio eorum, quia dignus est per omnia." Siscolius Remorum episcopus dixit: „Qui Jehsum Christum negat deum, in ecclesia permanere non potest, dicente ipso domino nostro Jehsu Christo: Qui me so negauerit coram hominibus et ego negabo eum coram patre meo, qui est in celis. Et idcirco Effratam inter ceteros fratres meos arbitror et censeo rectissime deponendum esse et dampnandum." Diapetus episcopus Aurelianorum dixit: „Inter omnium uoces Effrata dampnationi tradatur et puniatur, qui Jehsum Christum negat esse filium dei. Cuius falsa ma- 35 chinatio multis attulit subuersionem et perditionem. Quapropter necesse est, ut ille inueteratus dierum malorum, qui tantum molitus est scelus, plaga celesti feriatur." Quia vero beatus Seruatius non quasi homo sed quasi angelus de celo opera- batur et in medio aliorum loquebatur, rogatu omnium episcoporum, omnium pres- 40 byterum atque canonicorum fortissime perstitit in aduersarium, illum uicit, deposuit et eiecit aliumque in locum eius succedere fecit uirum magni meriti et gloriosum, nomine Seuerinum sicut audistis superius. Hec etc. Fortsetzung MG. SS. XII 92, 27 f. Zum Ganzen vgl. Ägidius von Orval, MG. SS. XXV 21,5 f. 284 Anhänge. III. Der Hymnus auf den heiligen Servatius aus dem Officium des Heiligen in den Diözesen Lüttich, Freising, Regensburg und Passau.* 1. Lux preclara, lux solennis, 5 in qua vite lux perhennis illuxit Seruatio. Felix vita confessoris, cuius merces est laboris 5 vite retributio. 10 2. Seruus prudens et fidelis hlc promissum sed in celis recipit denarium. Hanc adeptus est mercedem: heres regni coheredem 5 15 fecit mercenarium. 3. Christi miles et cognatus stola fulget candidatus, quam figurat lilium. Miles regnat iam cum rege, 20 quem cognatum carnis lege 5 adoptat in filium. 2,5 coheredem] te heredem A * Benutzt wurden für diesen Hymnus folgende Handschriften und Drucke: 1. A Clin. 2873 XV. s. (Alderspach) Bl.63b; 2. F 1 Missale Frisingense (Hain 25 11303) Bl. 193a f.; 3. F Missale Frisingense vom Jahre 1501 (Liturg. Fol. 77 der Münchener Universitätsbibliothek) Fol. 183; 4. P Missale Patavense vom Jahre 1505 (Liturg. Fol. 115 der Münchener Universitätsbibliothek) Fol. 180; 5. R Missale Ratisbonense Incunabel von 1497 (Liturg. Fol. 80 der Münchener Universitätsbibliothek) Fol. 227. so Der Hymnus steht ferner im Missale von St. Servals in Maastriecht, dem jetzigen Cod. Bruxellensis Nr. 18125. Er konnte leider wegen seiner kostbaren Miniaturen mir nicht nach München gesandt werden. Freundliche Auskunft hat mir J. van der Gheyn gegeben. Nach einer sehr schlechten Darmstädter Handschrift ist der Hymnus bei F. W. E. Roth, Lat. Hymnen des Mittelalters (Augsburg 35 1887) S. 143 als Nr. 411 gedruckt. Ich habe von einer Wiedergabe der Varianten dieses wertlosen Darmstädter Textes Abstand genommen. Im übrigen verweise ich auf Ul. Chevallier, Repertitorium hymnologicum (Bruxelles 1892—1904) Nr. 10865. Die Texte ARP gehen, wie die Lesart 12,5 homo zeigt, auf eine gemeinsame Quelle gegenüber F 1 F zurück. 40 Der Hymnus ist in der Diözese Lüttich entstanden. Dafür spricht das alternierende Metrum und die Ähnlichkeit des Anfangs mit einigen anderen Anfängen belgischer Hymnen. Vgl. Analecta Hymnica 8,184 Nr. 240; De sancto Martiali: Lux preclara Lemovis (XILjXlIL s.) 9,207 Nr. 276: De sancto Laudo: Lux preclara, lux solennis, quam electus duodennis Illustravit obitu (Hs. XIV. s.) 10, 218 Nr. 292; De 45 sancta Katharina: Lux preclara Katharine Castitatis et doctrine Nobis facit speculum (Missale Cameracense XIV. s.). Anhänge. 285 4. Ad externas regiones et ignotas nationes peregrinus exiit. Pro eternis ad externas, ab externis ad eternas 5 5 mansiones transiit. 5. Pauper Christi reuelatur; angelico presulatur electus iudicio. Visa tandem visione 10 de perdenda regione 5 formidatur ultio. 6. Romam petit oraturus; Petri Petrum petiturus intrat Oratorium. is Petro preces sunt oblate, sed cor gentis obstinate 5 meretur contrarium. 7. Reuertenti clauis datur de manu clauigeri; 20 per quam duplex designatur potestas presbyteri. 8. Clauem secum doctrinalem vir discretus detulit. Estum captus estiualem 2 5 obumbratus pertulit. 9. Obumbrantem aquilam rex ut vidit Attila, penitentem Attiiam visa redit aquila. 30 10. Ad fidem conuertitur viso rex miraculo; fidelis efficitur gentilis a credulo. 11. Sacro fönte rex renatus 35 et in fide confortatus spreuit ydolatriam. Reuocatus ab errore confessorem cum honore 5 remisit in patriam. 40 4,1 — 3 nadi 4,6 RA 4,4 externos A 4,5 externos A 5,2 prestolatur A 6.2 Petrum Petri P 6, 4—6 f. A 7,3 Post A 7,4 pietas A 8,3 estam A 9,2 Atilam A 9,4 reddit F, redijt P 11,3 cessit P 11,5 confessore A 286 Anhänge. 12. Regressus nee distulit, sed Traiectum transtulit sedem presulatus. Furtum clauis edidit, 5 quam für humo condidit, auium volatus. 13. Serue bone, fac, Seruati, ut in bono conseruati serui tui sint saluati io in sanetorum numero. In seeundo nos aduentu tuo serues interuentu dampnatorum a conuentu et a verbo aspero. 15 12,1 nee] vere A 12,5 homo PRA IV. Die Verbreitung der Servatiusfeste in den Kaiendaren der bayerischen Diözesen Augsburg, Freising, Salzburg, Passau, Regensburg und Eichstädt. H. Grotefend gibt in seiner .Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der 20 Neuzeit", Hannover 1892, II 2,167b an, daß in den Diözesankalendaren von Lüttich, Utrecht, Mainz und Freising neben dem Todestag des heiligen Servatius am 13. Mai noch der Tag seiner Translatio am 7. Juni (Freising 8. Juni) verzeichnet wird. Da für den oberdeutschen Servatius Lüttich, Utrecht und Mainz als Entstehungsgebiete aus sprachlichen Gründen ausgeschlossen sind, so spricht die Sonderstellung der 25 Diözese Freising von vornherein sehr dafür, daß der oberdeutsche Servatius in dem Gebiet dieser Diözese entstanden ist. Um so wichtiger ist es, das Verhalten der übrigen Diözesankalendare der bayerischen Diözesen zu vergleichen. Für unseren Zweck reichen Grotefends Zusammenstellungen nicht aus. Er benutzte nur gedruckte Kaiendare. Erst das Verhalten der älteren Kaiendare kann hier den nötigen Auf- 30 schluß bringen. Es sind daher die sämtlichen Kaiendare der kgl. bayer. Hof- und Staatsbibliothek und des kgl. bayer. allgemeinen Reichsarchivs von mir in dieser Richtung durchgearbeitet worden, und ich lege meine Ergebnisse nach Diözesen geordnet vor. A. Augsburg. 35 1. Den heiligen Servatius erwähnen nicht: das älteste Augsburger Kalendar von 1135 im Cgm. 2; gemäß dem römischen Gebraucli kennen ihn nicht die Kaiendare der Stadtbibliothek Augsburg CClm. 3512 (in Italien geschrieben), 3537, 3553, von Kaisheim Clm. 7928, Diessen CClm. 5595, 5640, Wengen Clm. 21264, Wessobrunn RA. Fase. XV Nr. 24, Ottobeuern Clm. 9921 (XII. s.) und das Roggenburger Prämon- 40 stratenserkalendar 15328. 2. Am 13. Mai nennen ihn: die Zisterzienserkalendare von Kaisheim CClm. 7911, 7915 (XIII. s., zum 7. Juni ist von einer Hand des XV. s. die Translatio Seruatii auf Anhünge. r>oy Rasur! eingetragen), 7917 (aber nachgetragen!), 7921, 7923, 7924, 8060, die Kaiendare von Landsberg Clm. 8098, Kl. Wessobrunn RA. Fase. XV Nr. 23 und RA. Nr. 22, Diessen CCltn. 5555, 5557, 5673, St. Ulrich in Augsburg CClm. 4382, 4393, 4394, 4417c' st. Gertrud Kl. Augsburg RA. Fase. 1 Nr. 1, Ingolstadt Universitätsbibliothek CCod. msc'r. 743/4» 745/4°, 825/4°. Dazu kommt noch der Indersdörfer Clm. 7614, der aus Pfaffenhofen' r > Augsburger Diözese, stammt und vielleicht Clm. 646. 3. Am 13. Mai und 7. Juni erwähnen ihn: zwei Codices des Augustinerklosters Diessen Clm. 5660 und 5677 (8. Juni, letzterer enthält auch das Bruchstück d welches der Bearbeitung T angehört), ferner der aus St. Ulrich stammende Clm. 4382 (XIV. s.). 4. Eine Sonderstellung nehmen zwei Kaiendare des Chorherrenstiftes St. Moritz *» in Augsburg ein, RA. St. Moritz Augsburg Nr. 1 und Nr. 2, letzteres älter als Nr. 1. Nr. 1 erwähnt den Heiligen am 13. Mai, Nr. 2 nicht. Zum 14. Mai bemerken beide unter der Rubrik der Verstorbenen deposicio Seruatii, was sich wahrscheinlich nicht auf den Heiligen bezieht. Zum 17. Juni führen beide Codices den Heiligen nochmals an, bemerken aber nicht, ob sie die Translatio meinen. Am 7. oder 8. Juni wird in W beiden Codices des Heiligen nicht gedacht. Es handelt sich also um einen speziellen Klosterbrauch. B. Freising. 1. Den Heiligen erwähnen nicht: das älteste Freisinger Kalendar im Clm. 6421 (X. s.) und gemäß dem römischen Gebrauch die Kaiendare von Ebersberg Clm. 5963 20 (XIV. s.), Indersdorf CClm. 7598, 7650 (v. J. 1389), 7749 (v. J. 1391), Tegernsee CClm 18100 (v. J. 1019), 19256, 19257, 19258, 19264, 19293, 19297, 19298, 19299, 19300 19301, 19302, 19303, 19304, 19307, 19309, 19310, 19311, 19313, 19314, 19317, 19332' 19333,19334,19335,19336,19339,19340,19341,19342, 19343, 19414, 19685, Benedikt- beuern CClm. 4548, 4563 (XI. s.), 4622 (v. J. 1084), 4779, 5037, Münchener Franzis- ^ kanerkloster CClm. 8950, 9018 und die Schaf tiarer Prämonstratenserkalendare CClm. 17019 (XII. s.), 17024 (XII. s.), 17422 (v. J. 1462), RA. Nr. 2 (XIII. s.), Nr. 4 (1390—1400)' 2. Am 13. Mai erwähnen ihn: das Kalendar von St. Johann, RA. Chorherrenstift St. Johann Nr. 30 (nach 1260), die Benediktinerkalendare von Ebersberg CClm. 5875, 5879, 5999, 6000, 6004, 6017, 6030, Rott am Inn CClm. 15501, 15519, 15633, Scheiern so Clm. 17482, Tegernsee CClm. 18245, 19312, 19316, 19331, die Zisterzienserkalendare von Fürstenfeld CClm. 6915, 7038, die Chorherrenkalendare von Indersdorf RA. Kl. Indersdorf Nr. 2 (XIV. s.) CClm. 7650 (v.J. 1389 S. 94a), 7717, das Raitenbucher Clmi 12301, die Benediktbeurer Kaiendare CClm. 4609, 4651, 4763, 4782a, der Schäftlarer Clm. 17296 und der Freisinger Clm. 6422. 35 3. Am 13. Mai und 7. Juni erwähnen ihn: das Chorherrentotenbuch von Indersdorf, RA. Kl. Indersdorf Nr. 1 (letztes Drittel des XII. s., ältester handschriftlicher Beleg für Oberdeutschland), Nr. 5 (XV. s.) Clm. 7639 (römisches Kalendar, die Servatiustage von einer Hand des XV. s. nachgetragen), St. Andreas Kollegiatstift RA. Nr. 163, Clm. 6473, die Tegernseer Kaiendare CClm. 1081, 18442 (8. Juni, XV. s.), 18777, 18782, 19263,' 40 19275, das Beuerberger Clm. 5111, das Landshuter von St. Martin Universitätsbibliothek Cod. mscr. 687 Fol., das Münchener (Augustinerkloster) Clm. 8449 (XV. s.), die Ebers- berger CClm. 5917, 5964 und schließlich die Kaiendare des Missale Frisingense (Hain 11303, XV. s„ neuere Auflage 1501), die aber, wie der Clm. 18442, die Translatio am 8. Juni verzeichnen. Wie diese beiden Kaiendare verhält sich auch das aus der « zweiten Hälfte des XVI. s. stammende, gedruckte Kalendar des Klosters $t. Veit RA Kl. St. Veit Fase. Nr. 62. Regulierungen nach dem Diözesankalendar sind es wohl, wenn im Clm. 8849 aus dem Münchner Franziskanerkloster, der den 13. Mai kennt 288 Anhänge. die Translatio zum 7. Juni nachgetragen ist und im Ebersberger Clm. 5958 (v. J. 1459), dessen Kalendar nur des 13. Mai gedenkt, das Brevier die Translatio kennt. C. Salzburg und Chicmsee. 1. Den heiligen Servatius erwähnen nicht: die Chiemseer Kaiendare CClm. 5306 5 (der Heilige wird aber in der Litanei aufgeführt und Bl. 291b steht auch ein Gebet: in translatione sei Seruatii), 5349, 5439, die Kaiendare von St. Erentrud Clm. 15902 (vor 1260) und der Codices Salisburg. aulici CClm. 15716, 15719. 2. Am 13. Mai erwähnen ihn: die Kaiendare von St. Erentrud Clm. 15909, der Codices Salisburg. aulici CClm. 15720, 15730, von St. Zeno Clm. 16447, Seon Clm. 10 17704 (französisch!), Raitenhaslach CClm. 12524, 12560, von St. Peter in Salzburg Clm. 15955, der aus St. Peter stammende St. Erentruder Clm. 15915 und der ebenfalls aus St. Peter stammende Ebersberger Clm. 6044. 3. Am 7. oder 8. Juni erwähnt kein Kalendar den Heiligen. D. Passau. 15 1. Den heiligen Servatius erwähnen nicht: die Kaiendare von Alderspach Clm. 2772, Niederalteich (Benediktiner) Clm. 9480, St. Nicolaus Clm. 16137 und Semanshausen Clm. 17616. 2. Am 13.Mai erwähnen ihn: die CClm. 11102,11103, beide aus Passau stammend, nicht näher bestimmbar, die Kaiendare von St. Nicolaus Clm. 16206, Alderspach CClm. 20 2640, 2725, 2768, 2773, 2777, 2820, 2823, 2831, 2856, 2873, Fürstenzell CClm. 7213, 7215, 7248, 7254, Ranshofen Clm. 12729, der aus der Indersdorfer Bibliothek stammende Kalender Clm. 7746, das Necrologium von Niederalteich (XIII. s.), Jenaer Universitätsbibliothek, Böse q. 1, und das Passauer Missale von 1505. 3. Am 7. oder 8. Juni kennt den Heiligen kein Kalendar. 25 E. Regensburg. 1. Den heiligen Servatius erwähnen nicht: teils wegen ihres hohen Alters, teils dem römischen Gebrauch entsprechend die St. Emmeraner Kaiendare CClm. 210 (v. J. 818), 14456 (IX. s.), 14221 (X. s.), 14124 (XI. s.), 14569 (XI. s.), die Oberaltaicher CClm. 9633 (XII. s„ von einer Hand des XIV. s. zum 13. Mai nachgetragen), 9667, 9733, 9740, ao 9743, die Abensberger (Karmeliter) CClm. 2503, 2505. Nicht hierher gehört Clm. 13067 (Stadtbibliothek von Regensburg XI./XII. s.), der den 13. Mai kennt, aber aus der Benediktinerabtei Hastieres, Lütücher Diözese, stammt (vgl. Grotefend II, Vorwort), ferner die St. Emmeraner Kaiendare CClm. 14219, 14727, die keine Diözesankalendare sind, und Clm. 14770, Dominikancrkalendar mit späterem Nachtrag zum 13. Mai. 35 2. Am 13. Mai erwähnen ihn die St. Emmeranerkalendare CClm. 14111, 14183, 14270, 14504, 14548, 14588, 14622, 14662 (auch im Brevier), 14667, 14678, 14706, 14724, 14744, 14769, 14771, 14774, 14783, 14868, 14892, 14908, 14930, die Ober- münsterer Totenbücher RA. Stift Obermünster Nr. 1 (um 1190), Nr. 2 (um 1280), zwei Regensburger Kaiendare der Münchner Universitätsbibliothek CCod. mscr. 218/8°, 40 744/4° unbestimmter Herkunft, das Prüeler Kalendar im Clm. 12115 (Bl. 25a), das aus St. Georgen in Schamhaupten stammende Clm. 16603 und das Regensburger Missale von 1497. Auch das Abensberger Kalendar im Clm. 2502 kennt den Heiligen, obwohl es ausgesprochenes Karmeliterkalendar ist. Das aus St. Erentrud (Salzburg) stammende Regensburger Diözesankalendar im Clm. 15914 weist am 13. Mai eine 45 leere Rasur auf. 3. Am 7. oder 8. Juni erwähnt kein Kalendar den Heiligen. Anhänge. 289 F. Eichstädt (Bamberg). 1. Fehlt. 2. Am 13. Mai erwähnen alle von Schedel geschriebenen Kaiendare, CClm. 83, 275, 533, 624, 958, den heiligen Servatius. 3. Fehlt. 5 Die Ergebnisse dieser Statistik sind von seltener Klarheit: 1. Auch im Mittelalter wurde in der Freisinger Diözese bereits die Translatio Servatü gefeiert und zwar am 7. Juni, wie die Qesta angeben. Erst im XV. s. erscheint daneben der 8. Juni. Wann der Gebrauch allgemein eingeführt wurde, ist nicht recht feststellbar. Das älteste Zeugnis dafür ist das Indersdorfer Necrologium 10 antiquissimum aus dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts. Möglicherweise liegt hier aber zunächst nur ein Klosterbrauch, der sich erst später zu einem Diözesan- gebrauch auswuchs, vor. 2. Bemerkenswert ist, daß die Augustiner Chorherren von Indersdorf, St. Andreas und München der Translatio gedenken; von hieraus dürfte sicli der Gebrauch nach 15 Dießcn verpflanzt haben. Dießen stand ja überhaupt stark unter dem politischen Einfluß Bayerns und der Witteisbacher und somit auch der Diözese Freising. 3. Von den Augsburger Kaiendaren bleibt lediglich das von St. Ulrich im Clm. 4382* übrig. Aber auch hier dürfte man nicht fehl gehen, wenn man darin einen Einfluß des Kaiendars der Nachbardiözese sieht. Dieses eine Augsburger Exemplar 20 steht 18 bezw. 20 Exemplaren der Freisinger Diözese gegenüber. 4. Der heilige Servatius ist vor dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts in den Diözesen Augsburg, Freising, Salzburg (Chiemsee), Passau und Regensburg als Kalender-Heiliger überhaupt nicht nachweisbar. n V. Epitome aus St. Mang in Füssen.** De sancto Seruacio (rot). SEruacius vir beatus fuit ex Armenia oriundus de consangwinitate Jehsu Christi et beate eius genitricis. Hie cum in eunabvlis positus esset, cepit habere abstinenciam ita, ut in nulla die matris sue mamillas nisi semel sugeret. ffactus igitur adolescens so cepit diligere peregrinationem in ciuitatem Jerusalem et mira deuocione cepit excolere et adorare cottidic loca saneta, vbi captus fuit Christus et passus, tibi eius pedes steterunt. Videntes ergo probitatem eius sacerdotes ecclesie Jerosolomitane presbiterum eum consecrari pecierunt. Cum autem perfectioris etatis fuisset sanetus Scruacius, angelus * Die Handschrift enthält ein zweites Kalendar, das nur am 13. Mai des Heiligen 35 gedenkt! ** Cod. III 1 fol. 29 der Fürstl. Öttingen-Wallersteinischen Bibliothek in Maihingen (vgl. G. Grupp, Handschriftenverzeichnis I S. 10), Papier, XV. s., Bl. 2I3b Sp. a bis 214 a Sp. o. Über die Herkunft der Handschrift gibt Bl. 2>> Auskunft: Iste über per- tinet ad fauces; Bl. 217 b : Ad fauces. In unserer Epitome sind die Nachträge alle 40 von einer späteren Hand. Dem Text liegt die Bearbeitung T zugrunde. Wilhelm, S. Servatius 19 290 Anhänge. domlni apparuit ei et cum Qermaniatn proficisci iussit et dixit: Ecce urbcm Octauianam que 1 sibi locus deberet esse possessionis. Episcopus uero ciuitatis huius nomine Ualentinus in extremis constitutus baculum pastoralem super altare posuit sub anathematc prohibens, ne quis episcopatum sus- 5 ciperet, donec reuelante deo episcopus ei succederet. Qua sentencia omnibus pcr- territis nullus ei succedere audebat* et episcopatus VII annos vacabat. Cum uero iuxta preceptum' beatus Seruacius ad eandem ciuitatem peregrinando deuenisset, deo ordinante omnes congregaciones illius ciuitatis In maiorem ecclesiam pro ordinando epis- copo conuenerant. Cumque beatus Seruatius ecclesiam quasi oraturus intraret, angelus 10 domini repente in oratione 4 apparuit, 6 Seruacium procumbentem erexit et baculum de altari sumptum ei porrexit et in kathedra episcopali omnibus intuentibus eum collocauit. Hijs peractis angelo disparente ab omnibus beatus Seruacius in episcopum con- stituitur et tanto miraculo viso in excelsis gloria deo canitur. Quanta autem in epis- copatu sanctitate uixerit sermo nullus explicare sufficit. Post aliquot autem annos 15 dyabolo instlgante ceperunt ei omnes homincs Octauiane ciuitatis detrahere dicentes eum aduenam et peregrinum et despectum et nullius gloric virum, et ita aduersus eum surrexerunt et etiam ab urbe pulsum eum eiecerunt. Post hec c Octauiana 7 et omnis Germania iudicio dei in potestatem Attile regis" data est delenda. Cum hujus judicii relatio innotuisset ciuibus nimium perterritis «0 sanctum Seruacium reuocauerunt et penitentiam agere hew frustra voluerunt et lega- tionem supplicationis pro impetranda uenia per 8 ipsum sanctum Seruacium Romam direxerunt. Quo cum uenisset et pro lcgacione sua supplicanda satisfaceret, in spiritu raptus vidit archana dei et audiuit intcritum Octauiane et tocius Germanie in con- spectu iudicis eterni et in conspectu tocius curie celestis diiudicare agnouit Et genibus 25 diu prouolutus pro publica ira et reuocanda miserabilis iudicis sententia exaudiri non potuit, sed Judicium dei iustum reuocare non possc audiuit. Sed ne penitus denegatus et non exauditus abiret liberacionem cunctorum eorum, qui in Octauiana ,0 obcumberent, a domino repromissum accepit et in argumentum fidei dauern argen- team, que usque hodie Traiecti habetur, a beato Petro apostolo accepit: hac munere so ditatus ad patriam repedauit. Regressus igitur Octauiam ab omnibus suscipitur et sentenciam judicij irreuocabilem ciuibus exponens reliquias sanctorum ibi sepultorum et cum maximo omnium dolore Traiectum transtulit et hostes e uestiglo sunt subsecuti Octauiam. Germaniam incendijs et rapinis uastaucrunt. Beatus igitur Seruacius deo reuelante finem vite sue adesse cognouit et in beata senectute consumatus in pace quieuit. 85 VI. Die Indersdorf er Epitome.* Beatus Seruacius Armenorum nobilissimo sangwine oriundus ab infancia cottidic ieiuniabat, vt pene die ullam refectioncm vice secunda reciperet. Adolescens factus 1 bis possessionis verderbt * tue (?) nachgetragen a bcati valentini nach- 40 getragen * ei nachgetragen 6 et nachgetragen • danach pco wegradiert 7 ciuitas nachgetragen * hunorum nachgetragen * wegradiert! I0 ciuitate nachgetragen * Aus dem Indersdorfer Passionale Sanctorum abbreviatum im Kgl- Bayerischen allgemeinen Reichsarchiv, Kloster Indersdorf Nr. 5 Bl. 67b Sp. "; XV. s. Zugrunde 45 liegt die Handschrift J der Oesta und die Florusnotiz. Anhänge. 291 Jerosolimam venit et loca sacra circuiens et considerans, vbi dominus noster Jehsus Christus passus et sepultus fuit et vbi celos ascendit, adorabat et dulciter osculabat. Qui cum iussu angeli sibi apparentis Octauiam, que in littore maris Sita est, per- uenisset et ibidem clerus et populus pro electione episcopi conuenisset, repente an- gelus domini apparuit et humili Szeruatio in oratione procumbenti baculum pasto- 5 ralem, de altari sumptum, porrexit cunctis videntibus et ammirantibus ac ad cathedram pontificalem eum collocauit. Cui cum multo tempore prefuisset et singula bene ordinasset, necessario varijs miraculis claruisset, tandem feliciter obdormiuit in domino. Post cuius obitum ob merita eius omnibus demonstranda, tum tempore hyemis omnia in circuitu nix repleret, numquam sepulchrum eius operuit, donec industria ciuium 10 basilica super ipsum edificata est. Eodem etiam die Rome celebratur festum Sancte Marie ad martires, quoniam beatus Bonifacius papa ecclesiam in honore semper virginis Marie et omnium mar- tirum dedicauit. 19* I. Namenverzeichnis zu den Gesta Sancti Servatii. Zusammengestellt von Max Stefl. (Zahlen mit vorgesetztem * beziehen sich auf die Lesarten.) Aaron 17,7; 18,8. Abraham 44,9; *103,32. Abramldes 123,2. Abyron 18,9. Abysai 23,4. Achaia 67, 8. Achia *67, 24. Adam 60,11 f. Adebertus canonic. *123, 26. Adelbertus canonic. 123, 1. Adelbertus com. *118, 24. Adonay 145,16. Affrica 6,1; 26, 23; 27,11; 275, 3. 9. Affricus 124,4. Agnes imp. uxor Henrici HL 102, 17. Agricolaus ep. Mosaetrajectensis 77,14. Agrippina 38,18; siehe Colonia Agrippina. Agrippinenses 106, 4. Agrippinensis 39,15. Ain littera 22,4. Alagrecus 19,9; 20,14; 25,3; 273,7. Alani 65,12; 66,1; 69,1. Alaricus rex 73,5. Albertus III. com. de Namur 118,15. Alexander Magnus 65,10. Alexandrinus 40, 9. Allogobres 69, 1. Allogubres *69,27. Alogii 39,18. Alpes *50,19; 52,10; 83,9. Aluaquenses *116,20. Aluerni *7,24. Alumni *7, 24. Amadriades 115,13. Amandus ep. Argentoracensis 39, 5. Amandus ep. Mosaetrajectensis *78, 19; 88,10; 278,4. Amandus ep. Wormazensis 53,9. Ambianensis *39, 24. Ambiani *39,24. Ambricus *106, 19. Ambrosius ep. Mediolanensis 27,10; 65,8; 275, 3. Ammeani 39, 6. Amoriciani 69, 2. v Amricus *106,18. Anchona *112,24. Andronicum 106,7; 107,18. Anglia 123,19. Aniricus * 106,19. Anna 20,31; 273,15. Anno ep. Coloniensis 108,12. Antichristus 26,21; 275,8. Antiochia 64,12. Antisiodorcnsis *39,22. Apclles 39,18. Aprilis mensis 43,12; 60,9. Aquenses 116,10; 120,14. Aquensis 138,31. Aquileia 66,11; 72,10. Aquilo 124,3. Aquisgranum 119,6; 120,4. Archibutius *26,35. Arcibucius 26,23; 275,9. Arctous 124,3. Arcturus 84,3. Arelatenses *39,20. Arelatum 39,2. Argentina 115, 6. Argentoracensis 39, 5. Aristotelici 144,5. Armeni 12,21. Armenia 19,13; 21,1 f.; 26, 23; 273,18 f.; 275, 9. I. Namenverzeichnis zu den Gesta Sancti Servatii. 293 Armenigcna 42,17. Armenii *12,32. Armenius 19,9. Armenus *19,20. Arrianus 48, 13; 65,5. Arrius 26,22; 275,8. Aruerni 7,1. Assirii 21,5; 60,13. Athanasius ep. Alexandrinus 27,13; 40,9; 275,4. Atrebales 48, 9. Attila 67,7; 68,2f.; 69,3f.; 72,1 f.; 73,11; 74,1 f.; 276,27. Auetor ep. Mettensis 41,8f.; 42,2; 45,9; 46,9; 53,10. Augusta 93,17. Augustinus 27,11; 275,3. Augustudunensis *39, 23. Augustudunum 39, 5. Augustus 25,2f.; 48,2; 92,3f.; 98,10; 99,16; 100,11; 101,9f.; 102,9f.; 103,1; 104,3; 105,2.8; 106,2. Augustus imp. 35,1; 275, 34. Aulon 44,9. Aurelia 76,13. Aureliana *76,24. Aurelianensis *79,12. Aureliani 39, 7. Aurora 63, 8 f.; 101,7. Ausonia 30,14. Autisiodorenses *39, 22. Autisiodorensis 39, 4. Babylon 4,2; 70,16. Babylonicus 82,10. Babylonii 7,5. Balaam 69,6. Bardaricus *67, 28. Basilea 42,5. Basllides 39,16. Batharicus rex 48,13; 65,14. BeatrixuxorGodefrididucisLothariel09,7. Belisia 137,23. Bethlehemiticus 51,2. Bisontium 72,7. Bleda 67,12. Boda 90,12; *91,18; 93,17. Bonefacius *66,22. Bonifacius 66,14 f. Bosa *90,24. Brabandus 117,3; 126,9. Brabantia *126,27. Burgundi *68,10; *69, 27. Burgundia 103,9. Burgundii 69, 4. C siehe auch K. Cabelloni 39, 3. Calabria 94, 2. Candidus m. 21,12. Canopicus 60,12. Capharnaum 146,3. Capicus *60, 27. Caribdis 125,4. Carpocrates 39,17. Celius mons 24,3. Cendebaldus rex 97,17. Cesares 4, 4. Cesareus 6,13; 100,9; 102,14. Cesaria 6,13. Christiani 49,1.20; 66,2; 69,6; 84,16; 146,17; 276,42. Christianismus 26,1; 144,8. Christianitas 48, 6. Christianus 48,5; 65,4; 75,10; *79,11; 143,12. Cicero siehe Tullius. Ciclopes 143,8. Ciprianus ep. Carthaginiensis 26,13. Clemens m. 76,8. Colonia *8, 24; 11,18; 89,11; 275,40. Colonia Agrippina 53,13; *130, 29; siehe auch Agrippina. Colonienses 104,6; 108,12; 130,12; 139,8. Colonii 38,15. Coluthus 27,2; 275,10. Confluentia 94, 4. Confluentiani 94,12. Conradus imp. II. 97,16. Constantinopolis 25,1; 48,3. Corozaim 146,2. Cosmas m. 80,5. Cutilinburgenses *92,34. Cutilinburgensis 109,14. Cutilinginburgenses 92,19. Cyrus rex 4,2. 294 I. Namenverzeichnis zu den Gesta Sancti Servatii. Dada 65,12; 67,7. Damasceni 50,9. Damianus m. 80, 5. Dani 89,1. Danubius 49,16. Dathan 18,9. Dauid aduena 121,15. Dauid rex 23,4; 78,7. Decembris mensis 123,21. Decius imp. 24, 3. Deonantum 79,9; 80,8. Designatus ep. Mosaetrajectensis 78, 8. Diapetus ep. Aurelianorum 39, 7. Discolius ep. Remensium 39,6. Domicianus ep. *39,21; siehe Donatianus. Domitianus ep. Mosaetrajectensis *78,18; 79,1. Donatianus ep. Cabellonorum 39,3. Donatus 27,2; 275,10. Durach *112,24. Eberhardus ep. Trevirorum 106,5. Ecius 66,14f.; 68,1 f.; 69,5f.; 72,8. Effrata pseudopresul 38,15; 39,13; 40,4f.; 41,1 f.; 143,19. Egiptii 70,7; *111,32. Egis 143,13. Egyptus 7,22; 26,23; 49,3; 104,17; 275,9. Eitha 119,4. Eleazarus 18,8. Elias 112,1; siehe Helias. Elisabeth 20,5; 22,12; 273,16. Elisacia 52,10; siehe Helisatia. Eliud 20,5; 273,17. Emili *20, 21. Emilia 73, 2. Emiu 20,9; 22,14; 273,17. Eneadae 7, 2. Enimi(?) *20,21. Enoch 23,15. Eolicus 78,10. Eolus 143,9. Eous 124,3. Ephesii 24,4. Equitanus 278, 5. Eruli 67,16. Esmeria *20,19; 273,15f.; siehe Hesmeria. Ethneus 143,8. Eucharius *78, 32. Eucharius ep. Mosaetrajectensis 79,1. Eucharius ep. Trevirorum 8,13; 11,14 f. Eucherius *78,32. Euchirius ep. Mosaetrajectensis 78,11. Eucrgisus ep. Mosaetrajectensis 88, 10; 278,3. Eulogius ep. Ammeanorum 39,6. Europa 6,1; 74,16. Europicus 6, 9. Eurus 27,5; 124,3. Eustachius miles 136,6 f. Eutropia m. 71,16; 276,24. Exuperius m. 21,12. Ezechias 60,14. Falco ep. Mosaetrajectensis 78,12. Faremundus ep. Mosaetrajectensis 88,11. Flamingi 119,2. Flandricus 113,20. Flandrus 123,20; 124,9; 125,7; 126,5. Florentinus ep. *57,24. Florentius ep. Tungrensis 11,2; 57,3. Florinus 27,2; 275,11. Franci5,14;35,2;54,6;69,l;83,2;89,U; 105,9; 275,37; 276,38. Francigenae 7,1; 90,3f.; 91,5. Francigenum *7, 24. Frantia 37,12. Galli 42,16. Gallia 6,9; 11,15; 41,6; 46,8; *62,25; *64, 23. Galliae7,6; 11,11; 19,10; 37,10; 45, 4; 66,9; 68,3; *68,10; 69,4; 70,1; 74,9; 140, 4; 276, 41 f. Galliciae *7, 25. Gallicus 24,2; 43,18; 82,9. Gallitia 136,19. Garganicus mons 76,9. Gaudii mons 114, 7. Gepidae 67,13. Gerberia soror Ottonis I. 119,12 f. Gerhardus com. de Wassenberg 119,2; 121,3. Germania 6,10; 30,12. Germanicus 82,10. Gertrudis virgo 131,18. I. Namenverzeichnis zu den Gesta Sancti Servatii. 295 Gisilbertus dux Lotharie 95,19; 119,11. Godefridus dux Lotharie 106,6; 108, lOf. Godefridus iunior dux Lotharie 108,20. Godescalcus prepositus Sancti Servatii 119,5. Gog 49,22. Goliath 22,18. Gomorra «64,23; 70,6; 146,2. Goslaria 98,20. Goslarianus 98,14. Goslariensis 100,12. Gothi 48,13; 49,13f.; 64,13; 65,2f.; 66,8; 67,14; 68,3; 69,13f.; 73,5. Granus 120,13. Gratianus imp. 65,8; 66,5 f. Greci 25,1; 94,2; »112,24. Grecus 22,8; 29,2. Qulllelmus ep. Ultrajectensis *118,23. Gulisani 94,20. Gundicarius rex *68,10; 69,4. Gundulphus cp. Mosaetrajectensis *78,19; 81,16; 88,8; 278,10. Haimo *118,26; siehe Hemmo. Hardaricus rex 67,13. Hasbania 140,8. Hatraricus Hattaricus *65,18. Hebrea 20,15; 21,3. Hebrei 22,4; 70,7; »111,32. Hebreus 22,2.7; 28,20. Heinriciades 91,8 (Henriciades *91,14). Heinricus I. ep. Leodiensis 135,24. Heinricusl. rex 89,12; 90, 4L; »91*14. Heinricus III. rex 24,8; 98,10; 100,6f.; 102,22; 103,1; 106,1. Heinricus IV. rex 106,2; 135,25; 145,1 f. Heinricus com. de Löwen 117,3. Heinricus comes palatinus 106,6f.; 108,9. Helias 23,15; 36,23;59,13; »112,18; siehe auch Elias. Helisatia 137,5.26; siehe aucli Elisacia. Heliseius 59,13. Hemmo ductor milicie 118,20. Henricus, Lesart der niederländischen Gruppe, siehe Heinricus. Herbipolis 115,7. Herimannus comes palat. de Lotharia 118,15 f. Herodias 104,13. Hesmeria 20,3f.; siehe Esmerla. Heth littera 22, 3. Hildebertus rex »79,11, Hoiensis 97,16; 278,4. Hoium »79,16. Honoria soror Valentinianl III. 74,4. Honorius imp. 66,13. Hubertus ep. Leodiensis »78,19L; 85,15; 88,8; 278,8. Hubertus »118,24. Hugbertus ep. »85,31. Humbertus ep. »85,31; *88,26. Humbertus prcposit. Sancti Servatii 118,12. Huni 5,15; 37,8; 46,10; 49, 4 f.; 50,12; 51,11; *64,23; 65,11; 66, IL; 67,5; »67,22; 69,11 f.; 70,14; 71,6; 82,13. Hunicus 49,15; 68,7. Hylarius 27,12; 275,4. Idus 60,6; »79, 20.24; 87,15; *91,31; 93,8; 123,20. Iliacus 7,2. Illyrici 74,9. Innocentius m. 21,12. Israel 21,4; 44,11; 61,1; »111,26. Lsrahclitae 36,23. Israheliticus 60,12. Italia 8,2; 27,11; 42,5; 52,9; 66,7; 103,8; 108,9.18; 275,3. Italicus 116,7. Jaboc 44,10. Jacob 44,10. Jacobus ap. 136,20. Jcronimus 27,10; 275,2. Jerosolima 13,7; 19,8; 139,9; 273,32f. Jerosolimitanus 45,17. Jerusalem 13,10; 29,6. Jesse 23,2. Jessius ep. Nemetum 39, 4. Joab »23,17. Job 33,6; 75,6; 275,16. Johannes Baptista 30,3; 273,16. Johannes Chrysostomus 27,13; 275,5. Johannes Eleymon 28,12. Johannes Evangelista (theogolus) 25,17: 28,19; 37,3.7; 277,14. 296 I. Namenverzeichnis zu den Gesta Sancti Servatii. Johannes cp. Mosaetrajectensis 88, 10; 278,3. Johannes Usurpator 66,13. Jordanes 32,4. Jouianius imp. 48,1 (Jovinianus G.). Judas ap. 98,15. Judea 27,10; 275,3. Judei 21,6; 51,10; 273,14. Judeus 22,2. Juliacum 104, 5. Julianus imp. 48,1 f. Julius mensis 63,6; *79, 24. Junius mensis *63,21; *79, 21.24; 87,15; *91,31;93,8. Juno 9,12; 143,9. Jupiter 9,11; 142,19 f. Justinianus ep. Rauracorum 39, 6. K siehe auch C. Kal(endae) 43,12; 60,8. Karolus magnus 83,1 f.; 85,2; 87,16; 89,1; 276,39. Kartago 6,2; 26,13. Kutilimburgenses *92, 34. Lacerus 104,21. Lambertus de Foron 136,3; siehe Nachtrag. Lampertus ep. Leodiensis *78,19f.; 80,7; 88,11; 278,7. Laomedontiades 108,17. Latinus 7,2; 21,13.15; 22,8. Laurentius m. 26,12. Lazarus 123,1. Legia *78, 20f.; 80, 2 f.; 88,17. Leo I. papa 73, 9. Leo IX. papa 24,11. Leodicenses *135,38. Leodienses 135,24. Leodium*78,21f.;88,17; 119,7; 122,12. Leuci 72, 7. Libia 4, 2. Librones 69,2. Lingonis 70,3. Liticiani 69,2. Longobardia 122,7. Loth 95,7. Lotharia 89,2; 90, 7 f.; 95,19; 108,10; 109,9; 118,16; 119,12; 131,17. Lothar« 106,5; 122,22. Lotharingia *90, 20. Lotharius rex 89,11; 90,8. Louaniensis 136, 6. Lugdunum 66, 6. Lupus ep. Trecensis 71,17; 72,2; 276,25f. Macedones 4,3. Macedonia 67,8. Macedonius 40,1. Machametus 26,22; 275,8. Magnantia 25,12. Magog 49, 23. Maguntia *24, 22; *25, 26. Maius mensis 60,6; 137,11. Mambre 44, 9. Manicheus 26,23; 275,9. Mantua 73,3. Marcellus ep. Tungrensis 10,16; 57,2. Marcianus imp. 67,7; 73,14. Marcomanni 67,15. Maria 9,12; 12,11; 15,6.17; 20,5; 22,1; 24,15; 45,2; 79,9; 139,1 f.; 144,19; 273,16; 274,8 f. Maria 22,9. Maria Magdalena 31,14. Mars 11,3; 65,12; 143,13. Martinianus imp. *67, 23. Martinus ep. Tungrensis 11,3; 57,3. Martinus ep. Turonensis 27,12; 54,2; •62,22; 134,6; 139,30; 275,4. Massagetae 50,1. Maternus ep. Coloniensis et Tungrensis 8,8f.; 9,15; 10,13; 11,7t; 12,3f.; 34,11; 35,6; 62,10; 275,39. Mathilda uxor Henrici comitis palatini 108,14. Matusalam 23,14. Mauricius m. 21,12. Maximinus ep. Trevirorum 39,2; 54,4. Maximinus ep. Tungrensis 11,4; 57,3. Maximus imp. 66,5. Medi 114,4. Mediolanum 73,2. Mediterraneus (orbis) 26, 22; mare 14,19. Melchisedech * 103,33. Meinelia 20,9; 273,19. Memella *20, 21. I. Namenverzeichnis zu den Gesta Sancti Servatii. 297 Meothytlus (!) 276,39. Meriäm 22,8. Merias 22,8. Metis *41,18. Metropolis ep. *10, 34. Metropolus ep. Tungrensis 10, 17; 57, 2. Mettenses 42,1; 53,10; "71,21; 109,15. Mettensis 45,8; 276,35. Mettis 41,7; 53,12; 54,6; 71,7. Micenae 108,17. Micheas 44,12. Mincius 73, 3. Minerua 105,17. Misia 67, 8. Moabitis 22,18. Mogontia 25,11. Mogunlia *25, 27. Monulphus ep. Tungrensis *78,19 f.; 79,2; *79,17; 80,7; 86,11; 278,10. Mosa 34,14; 122,8; 275,36. Moysa *34, 23. Moyses 37,3; 44,11; 60,17; 142,15. Namucensis 118,15. Nauitus ep. Tungrensis 10,16; 57,2. Nautcus ep. *10,32. Nautus ep. *57, 24. Nemetes 39,4. Ncptunus 143,15. Nercides 115,13. Nestorius 40, 2. Nicasius ep. Remensium 71,15; 276,24. Nicea 48,2. Nicholaus *13,21. Nicolaus 13,3; 139,2. Nitria 49,3. Numantia 6,2. Obeth 23,1. Occidens 67,6; 69,3; 74,3; 76,11. Octauia 6,14; 8,6; *8,24;9,15; 14,18; 15, 14.21;26,14;37,10;56,18;57,10;82,6; 273,40; 274,6; 275,41. Octauiani 11,8; 54,18; 82,7. Octauianus 12,17; 58,17; 82,1; 274,15. Octauianus imp. 6,14. Octauienses 33,8; 275,18. Octauiensis 10,12.16; 14,11. Octauii *11,24. Oda soror. 131, 23. Optatianus ep. Tricassium 39, 3. Oriens 4,3; 66,10; 67,7; 73,14. Orion 27,6. Orpha 22,18. Osna 89,16; 90,2. Otto com. 117,22f.; 118, 4 f. Otto imp. I. 90,1; 91,3; *91,16; 94,1 (?); 95,19; 119,13. Otto imp. IL, III. 94,1; 119,13. Padus 73,3. Pallas 143,13. Pannonia 66,16; 67,7; »74,21, Pannoniae 74, 3. Parisii 85, 4. Pascha 22,1; 71,7. Patauium 72,10. Pathmus 37,3. Paulus ap. 21,11; 31,5; 45,3; 50,9. Paulus primus heremita 29, 3. Paulus Thebeus 26,13. Pergamum 73,1. Perpetuus ep. Mosaetrajectensis *78,19; 88,10; 278,2. Persia 20,15. Persicus 7, 5. Persis 20,16; 21,1 f. Petrianus 9,16; 50,7 Petrus ap. 8, 8; 9,15; 10,5; 11,7f.; 12,2 21,11; 31,4; 34,12; 35,5; 45,3f.; 46,4 *50,15; 52,8;56,5; 73,5;86,19; 110,6 116,3; 140,4; 142,11; 276,6. Phase 22,1. Phestia 20,15f.; 273,19. Pipinus filius Caroli Magni 276, 40. Pluto 143,18. Pnestia *20,24. Pontus 4,3. Porta Celi 54,3; 139,31. Proclianus 27,1; 275,10. Quali 67,15. Quirillus ep. Mosaetrajectensis 78,10. Rado clericus 141,11. Rages 114,4. Rand *39, 24. 298 I. Namenverzeichnis zu den Gesta Sancti Servatii. Rauenna *112, 23. Rauraci 39, 6. Remaclus ep. Mosaetrajectensis *78,19; 88,10; *111,19; 278,5. Remenses 71,14; 276,23. Remi 39,6. Renici *24,22; 25,11. Renicus 118,10. Renus 90,2; 106,7; 107,21; 130,12. Resignatus ep. Mosaetrajectensis 78,9. Ripuarii 69,1. Roma 6,2; 9,15; 25,8; 26,12;38,2;41,5; *50, 18; 66,9; 73,4; 86, 19; 91,4; 113,20.23; 114,23; 132,16; 139,28; * 140,24. Romani6,6f.;7,4;42,10;49,14f.;*50,21; 64,13; 66,3; 68,1; 82,7; 90,3;*90,23; 98,10. Romanus 6,13; 21,14; 22,1; 24,8; 25,5; 29,9; 49,5; 66,4; 68,2; 82,9; 90,9; 106,1. Romuleus 42,9; 114,5. Romulidae 50,11; 142,9. Romulidus 91,6. Rugii 67,16. Ruth 23,1 f. Rutilinburgensis *109, 30. Sabaoth 70, 2. Saiensis senex 7, 22. Salmanassar rex 21,5. Salomon rex 27,17; 275,13. Saniensis *7, 29. Sarmatae 69,2. Sarraceni 26,22; 83,1; 275,9. Saruia 23, 2. Satanas 94,11. Sathan 33,5; 71,14; 104,18; 144,1; 275,16 276,23. Saxones 35,2; 69,1; 89,12; *91,21f. 92,13f.; 93, 2 f.; 275,37. Saxonia *87,29; 90,11; *91,18; 92,7 137,2; 140,8. Sciticus 65,9. Scythia 4, 2. Secundus m. 21,12. Senaaricus 6,3. Sennacherib rex 60,14; 113,9. Senones 39,3. Seraphin 5, 2. Seuerinus ep. Coloniensis 41,4; 53,15; 139, 27. Seuerinus ep. Senonum 39,3. Seuerinus ep. Tungrensis 11,1; 57,3. Sicilia 48, 12. Siculus 8,3. Sigibergeus mons 108,12. Sigibertus mons *108, 26. Simplicius ep. Augustudunensis 39,5. Sodoma 70,5; 122,18; 146,2. Solon 7,22. Squali *67, 29. Stabulaus frater 111,19. Stephanus prothom. 41,9; 45,7; 51,10; 71,11; 276,21. Stigius 143,17. Sueui 67,15. Sulpitius ep. »78,31. Supplicius ep. Mosaetrajectensis 78,10. Susa 21,2. Symon ap. 98,15. Synai 37,2; 44,12; 61,1. Syon 13,10. Syrenae 71,4; 125,14. Taifili 65,11. Tarthareus 128,26; 129,19. Taxandria *140, 26. Tessandria 140,8. Tetrarchiae *49, 27. Thalaheim 118,16 f. Thebaldus 116,10; »116,21. Thebeus 21,12; 26,13. Theobaldus *116,20f. Theodardus ep. Mosaetrajectensis *78,19; 88,10; 278,6. Theodericus rex 68,2; 69,13. Theodosius imp. 66,10. Theophilus 27,13; 275,4. Theutonici 6,6; 91,5; »91,16. Theutonicus 21,13; 91,7. Tibicasscs »39, 21. Ticinus 73,2. Tobias 114,4; 137,1. Tracia 65,12. Traciae 49,18; 67,8. I. Namenverzeichnis zu den Gesta Sancti Servatii. 299 Traiectenses 20,12; 23,7f.; 42,1; *58,27; *78,17f.; 88,8; 92,15; 94,5; 105,6; 120,5; »147,11; 273,6; 277,25. Traiectensis 62,6; 89,2; »91,22.32; 93,8; •103,21; 104,7; *111, 28; »112,27; 114,6; 115,25; 117,4; 136,7. Traiectigena 113,17.21. Traiectigenae 86,9; 92,20; 110,20. Traiectini 116,11. Traiectinus 114,13; 115,10; 122,12. Traiectum 34, 8; 35,3; 41,7; 47,1; 56,18 »57,28; 58,1 f.; »58,32; 70,6f.; 74,15 77,16; 78,1; »79,15; 85,7; 87,17; 90,5 »91, 25 f.; 95, 16.20; 98, 19; 103,3 104,25; 109,16; 118,6; 119,15; 121,5.15: 122, 7 f.; 130,3; 131,6; 133,7; 135,2 »140,23; 275,27f.; 276,36. Traiectum Renicum 118,10. Trecae 71,16; 276,25. Trecasses »39,21. Trecassina »37, 25. Treiectensis »146,30. Treueris 70,3; 275,40. Treuir 8,14. Treuiri 39,2; 54,4; 106,5. Trlcasses 39, 4. Tricassina 37,12. Trinacria 8, 2. Troianus 82, 9. Troiugenae 5,14. Tullius 7,3; 144,19. Tungrenses 45,14; 46,2; 59,1; 85,21 132,18; 275.21. Tungrensis »3,17; »5,24; »10,27; »14,25 »39,31; »57,28; 58,7; 62,5; »78,18 79,6; »79,13; »141,31.37; »147,19 275,28; 276,44. Tungres 33,12; *64,24; »81,29. Tungri 7, 9 f.; »33,26; 276,20. Tungria 7,11; 27,11. Tungrici 82,6. Tungricus 55,18.20; 82,18. • Tungrigenae 47, 6. Tungris 5,14; 6,10; 7,10; 11,18; 45,12; 46,16; 55,12; 56,6; 70,4f.; »71,20; 76,14; 77,16; 81,17; 82,5. Turgilinge.s 67,16. Turonensis »54,23. Tybaldus 116,16; siehe Thebaldus. Tyberianus »82,27. Vngari »67,22. Ungarii 70,14. Ungri 70,14. Vrsicinus ep. Mosaetrajectensis 78, 7. Ualcns imp. 22,15; 48,3.12; 49, 1 f.; »50,20; 64,12; 65,8. Ualentianus »67, 23. Ualentinianus I. imp. 48, 2 f.; 65,8. Ualcntinianus II. junior imp. 66, 6.11 f. Ualentinianus III. junior imp. 67,6; 74,3. Ualentinius »66,21. Ualentinus ep. ab Arelato 39,2. Ualentinus ep. Tungrensis 11,5; 12,8; 57,2; 274,10. Ualerianus ep. Autisiodorensis 39, 4. Ualerius socius Eucharii et Materni 8,13; 11,14 f. Uemetes »39, 22. Uenetiae 72,10. Uenus 9,12; 143,14. Uerona 73,1. Uia Regia 34,10 f. Uictor ep. Spirensis 39,4. Uictor m. 21,12. Uincentia 73,1. Walamarus rex 67,14. Wandali 276,41. Wangiones 39,4; 52,11. Warnerus com. »116,20. Wcrnlierus com. (de Hassia?) 116,10. Wiligisus presul Parisiensis 85, 7 f. Willehelmus ep. Ultrajectensis 118,10. Willermus ep. »118,23. Wimannus »118,26. Winandus 118,21. Wisigothi 68,5 f. Wormatia 53,9 f. Xerxes rex 4, 2. Ysaac 22,1. Ysaias 22,1; 44,12. Zacharias 20,1. Zadec littera 22,4. Zammeth littera 22,3. II. Namenverzeichnis zum Oberdeutschen Servatius. Zusammengestellt von Emma Wilhelm. (Die Zahlen hinter den Namen beziehen sich auf die Verse.) Aaron 474. Abraham 1159 Achates 561. Adam 172; 269. Adonaei 1. Agnes 2736. Agricolaus 1919. Albe (das Gewand) 490; {das Gebirge) 1075. Albert 3187. Alfazen 1370. Amand(us) 1398. Amatifte 560. Ambrofius 660. Anaftafius 662. Andernach 2959. Armenia, Armenige 248; 389. Arrius 631. Athanafius 662. Auetor 1044; 1068; 1196; 1400; 1403. Auguftinus 658. Bafel 1074. Berillus 567. Betlchaemifch 1309. Brabant 3382. Chaerlinge 929. Chaerlingen 994; 2003. Charfunchel 543. Charl, Charel 2001; 2065; 2125; 2266. Choblenzaere 2412. Chölnajre, Chölenasre 2796; 2806. Chölne 989; 1405; 1414; 1434; 3271. Chrifolitus 565. Chrift(us) 59; 1194. Clemens 1896. Collutus 633. Daveit 3080. Effratas 988, 1001. Elyas 900. Elymon siehe Johannes. Engeliant 3226. Etzel 1727. Eva 172. Ezechiel 1162. F siehe V. Gifelbreht 2459. Goflaere 2549. Gregorius Magnus oder VII.? 656. Gundolf 1993. Hsinreich, Hjeinrich (der Vogler) 2325; (///.) 2545; 2680; 2733; (IV.) 2897. Himelporte 1429. Hiune 1245; 1283; 1363. Humbreht 2166; 2203. Humeral 490; 493. Ifrahel 1160. Jacob 1160. Jafpis 551. Jerufalem 266. Job 746. Johannes (Baptista) 701. Johannes Elymon 690. Johannes (Evangelista) von Pathmos 694; 915. Jordan 705. K siehe C. II. Namenverzeichnis zum Oberdeutschen Servatius. 301 Lancpartc, Lancparten 3129; 3178. Ligurius 558. Lutringen 2295; 3162. Machmet 633. Msige 1711. Manicheus 632. Maria 225; 337. Mailrieht (Nom. u. Akk. Sing.) 1557; 1753; 1760; 1827; 2411; Maitriehte (Dat.Sing.) 812;1039;1257; 1261;1552;1588;1598 2143; 2167; 2271; 2298; 2386; 2461 2552; 3011; 3080; 3130; 3180; 3268 3291; 3362. Maflriehtasre 1924; 2358; 2366; 2394; 2402; 2421; 2800. Maternus 150; 189; 198; 816. Maximein 1435. Mcrtein 1431. Metze 1042; 1066; 1195; 1239; 1401; 1439; 1471. Micheas 1162. Moyfes 476; 909; 1161. Munolf 1934; 2190. Nycolaus 255. Onichel 566. Otte, Otto (/.) 2346; 2405. Pareis 2142; 2143. Pathmos 915. Paulus 1177; 1291. Peter 152; 720; 952; 1112; 1228; 1235; 1537; 2224; 3050; Peters 1362; Petern 819; 833; 1176; 1200. Racional 523; 568. Rein 1405; 2905; 2944. Romajre 1092; 1104; 2348; 2349. Romc951; 1036; 1067; 1084; 1089; 1286; 1297; 2407; 3050; 3163. Romvart 1536. Sachfen, Sahfcn 2329; 2354; 2359; 2365; 2377; 2382; 2386. Saphirus 548. Sardius 537. Sarracein 2004. Sathanas 745. Servatius 38; 247; 310; 450; 479; 611 663; 697; 956; 982; 1012; 1057; 1222 1280; 1296; 1368; 1396; 1419; 1758 2160; 2354; 2360; 2466; 2530; 2534 2547; 2576; 2675; 2794; 2846; 2883 2926; 2943; 2986; 3026; 3046; 3100 3123; 3175; 3210; 3219; 3223; 3257 3317; 3320; Gen.: Servacen, Servatin Servacien etc. 710; 2134; 2413; 2419 2486; 2609; 2797; 2842; 2864; 2893 2904; 2940; 2981; 3167; 3171; 3194 3217; 3262; 3290; Dat.: Servatio 7 66; 213; 258; 692; 723;777;906;1389 1743; 1939; 2085; 2326; 2495; 2564 2647; 2755; 2763; 2805; 3068; 3128 3296; 3363; Akk.: Servacium 472; 882 1930; 2456; 2521; 2992; 3021; 3252 Vok.: Servacl 2511. Severein 1032; 1413; 1417; 1427. Severinus siehe Severein. Smaragdus 539. Stephan 1049; 1190. Syon 316; 1702. Topafius 538. Triere 1437. Tungerifch 1547; 2186. Tungern 68; 303; 323; 360; 372; 461 749;919;1186;1198;1223;1248;1256 1443; 1467; 1470; 1490; 1498; 1567 1582; 1686; 1725; 1744; 1811; 1902 1994. Unger 1247; 1726; 1765; 1812; 2296. Valentinus 231; 412. Flander 3247. Walhen 1076. Willigeis 2144; 2155. Wormez 1398. III. Sachregister. (Die kursiv gedruckten Zahlen beziehen sich auf die ihnen vorgestellten Autorennamen. C, Ch und K suche unter C.) a : ä LXXIII, 33. a>o LXXIII, 22; au, ibid. Aachner Kanzel XVIII, 17. Aachner Königstag von 1087XV1, 1; 119,20. Abdiassammlung 28,39; 50,43. Abelard XXXVI, 5 bis XXXVIII; XL, 1; XLVI, 8; Ethica 25 XXXVIII, 14 f.; 26 XXXVI, 5f.; XXXVII, 5. AbfallGiselberts von Lothringen XXVIII.30. Abfassungszelt der Gesta sei. Servatii XIII, 2 IL; der niederländischen Handschriften ABCDRG LXXXVI f.; des Hil- linschen Briefwechsels XLII, 4 f.; des. Jocundus XXVIII f.; des oberdeutschen Servatius LH, 34 f.; von Veldeckes Ser- vatius XLIV, 3 f.; von Albers Tnugdalus LXV, 22 f.; der Bearbeitung T XXVI, 30 f.; LXXXV, 35 f. Abkunft Servazens XVI, 7; 12,40. Abstimmungsprotokoll der Kölner Synode von 346 XXIX, 29. Acro 4,25 f. Adam und Eva 32,34 f. Adam von Bremen XVI, 10; 24,34; 62,37; 63,30. Additamentum Jocundi XXVII, 29; XXX, 13. Adel, der niederländische XXXI, 12. Adelbert von Löwen 120,37. Adelbertus pontifex et martir von Lüttich XXVII f.; von Prag 120,36. Adelheid = Mathilde; siehe Namenverzeichnis zu den Gesta. Adelsprädikatc, hagiographische XVII, 16f. Adler, schattenspendend 52, 28 f. admustio 127,37. Adnotationes zu Lucan XXIV, 3 f.; 7,31. Ado VIII, 35; 21,28. 33 : ä LXXIII, 33. Afra Sanct, Gedicht LXXI, 10. Agapitus II. papa 91,33. Ägidius Aurelianensis 170,30. Agnes, geb. Gräfin von Looz, Herzogin von Bayern LVII f.; LXX, 21 f.; LXXVIII, 33 f. Agnes, Gräfin von Looz XXXII,6f.; XLIV, 12; LVII, 3; LXXVIII, 34. Agnes imp., Mutter Heinrichs IV. 106,24 f. Agricolus 218,32. Aisne 89, 40. Akten der Kölner Synode von 346 38,35f.; siehe auch Abstimmungsprotokoll. Akzent nach mittelalterlicher Auffassung 22,29 f. AlagrecusXVI,8,seinServatiusstammbaum L,21 f.; siehe Abkunft. Alba, bischöfliche 168,7; 173,15f. Albanus St. LVI, 23. Alber siehe Tnugdalus LXV f. Albert I. von Freising LXVIlf.; LXX, 1; 170,24; seine Mitra 175,35. Albert von Lüttich XXVII, 32. Alcuin ep. 165 IX, 19; De div. off. cap. 39 168,28. Alexander III. papa XXXV1I.6; XLII,25f.; XLVIII.36; LXVIlf.; siehe Roland. Alexanderepos des Rudolf von Ems LXXVIII, 3 f. Allerheiligen LV, 38. Alna (St. Maria) LXXX, 18. Altäre, Indersdorfer LV, 29 f. Altarsakrament XXXV, 16. III. Sachregister. 303 Altarstein von St. Stephan in Metz LI, 19; 41,28 f.; 190,34. Altarverzeichnis von St. Andreas LVI, 38; von Indersdorf LV, 30; von St. Veit LVI, 40. Alter der niederländischen Gestahand- schriftengruppc LXXXVI, 7 f. alutei, Vorläufer der Bischofsschuhe 168,20. Ambrosius ep. XXIV, 10; expos. in Ps. 118 4,42. Ammianus Marccllinus XX 7,12 89,29. Andernach, Versammlung in (1056) 106,23. Andreas St. Kollegiatstift LVI, 32. Anegenge 152, 29 f. Anfang, formelhafter 12, 38; der Gesta XXVI, 13; siehe auch Prolog. angel eifrig 232, 35. Anian sanetus Vf.; XXII, 30. Annales Altahenses 90,26; des Hinkmar von Reims IX, 28; Quedlinburgenses a. 937 90,34; a. 947 91,33. annulus episcopi 18, 22. Anonymus von Ravenna 4, 26 79, 44; 97,36. Anreden, ihre Form beim Gestaverfasser 134,30. Anseimus der Peripatetiker XLIH, 36. Anselmus Vairanus XLIII, 35. Anthologia latina 198,53 84,36. Antipapales bei Veldecke XXXII f. Apocope von -e nach t 205,34 f. Apologia scriptoris (Jocundi) XXVII, 13; XXX, 14f.; LXXXVI, 5; 147. Apostasie Attilas LI, 18; LXIII.13. Apostel, Servatius als XVII, 16. Aposteleigenschaften des heiligen Servatius XXXIV, 2. Apostelgräber in Rom XV, 18. Apostel würden 12,33. Apostolate, ihre Verschiedenheit XVII, 7. apparatio sei. Michaelis 76,31. Apulejus met. 2,27 19,32; 8,18 15,38; 11,7 16,30. Aravatius = Servatius 111,28; VIII, 11. Archetypus der Gestaüberlieferung 3, 25. Aretalogische Quellenangaben siehe Quellenangaben. Aribo ab. de Tegernsee LX.36. Armenien XVI, 35. Armenische Abkunft Servazens XVI, 24 f.; siehe Abkunft. Arngrimr von Thingeyrar 63, 34. Arnoldus Mässenhäuser LVI, 17. Arnulf von Kärnthen IX, 32. Arverner, Brüder der Römer 7,30. Aschaffenburg LXII, 12; LXXXIII, 12. asma 61,40. Asna siehe Aisne und Osna. Assonanzen LXXII, 5 f. Astronomisches 62, 30 f. Atlantissage 7, 34. attem 259,37. Attila III, 19; XXII, 21 f.; LI, 8 f.; LXIII, 14; dämonenhaft VII, 20; wird Christ VI, 6 f.; siehe Etzel, Apostasie und Bekehrung (conversio). Auetor ep. VIII, 25. Audmar, sanetus 19,35. Aufstand gegen Servatius XXII, 7. Augsburg Uli, 10f.; LXIX,16f. Augustiner (Chorherren) LVI, 27; LXIVf. Augustinerkloster in Tongern LXXXII, 31. Augustinus ep. conf. XXIV, 9; LV.39; D.C. 14,17 50,40; de haeres. 4; 7; 23:30 39, 37 f.; 52 40, 35; 60; 65; 66; 69 27,31 f.; die Handschrift, die der Gestaverfasser benutzte 40, 35. auricomus 101,33. Avranches, Sätze von XIV, 5; 47,37. Axona siehe Asna. b > p XCI, 37 f. Babel XXII, 10. baculus pastoralis 12,37; 18,21; 175,36. Balaam 4,36. balteus 17,34. Bassianus sanetus XLIII, 30. Bayrisch LXXII f. Bearbeitung B des Nibelungenliedes LI, 15; C des Nibelungenliedes LXIII, 12; siehe auch Redaktion. Bearbeitung T XXV, 18bisXXVIl; XLIII, 15; L, 3 f.; LXI f.; LXX, 37 f.; LXXXIII, 1 f.; LXXXV,35f.; 289,41. Bcda Chronikon 317 112,41; de temp. rat. 66 60,35; 62,35. 304 III. Sachregister. Bedeutung, kanonisch-politische des Ser- vatiusschlüssels XVIII, 24 f.; LXVII, 9 f.; des Hubertschlüssels XIX, 15 f. Beichte XXXIV, 34 f. Beichtfrage XXXIV bis XLIX. Bekehrung Attilas LI, 17; LXIII, 14; siehe Attila. Bernhar von Worms ep. IX, 23. Besancon siehe Reichstag. Bethleem, Kloster bei Löwen LXXXII, 27. Beziehungen zwischen Niederlanden und Oberdeutschland LXXVI.32 f.; der Päpste nach Lüttich XLIII, 22; Veldeckes X1.1V, 19f.; LXXVII,2f. Bibelzitate: /.Mose5,532,35; 3,22 32,36; 5,27 23,38; 11,2 6,29; 18,1 44,25; 19.26 95,33; 32,22f. 44,29; 32,28 193, 35; 50,19 23, 38. 2. Mose 3, 2 44,29; 7,13 40,41; 8,19 40,41; 9,35 40, 41; 11, 5 104, 36; 77, 7 70, 32; 12,1 60,37; 12,29 104,35; 13,21 93,34; 14,22; 14, 25; 14, 29 8, 34 f.; 15,13 93,35; 17,3f. 53,32; 19,18 5,29; 61,30; 24,9 44,31; 24,12 47,40; 24,15 5,29; 24,17 f. 60,40; 25,7 17,23; 28,16 171, 37 f.; 2,5,30 17,36; 23, 34 17, 37; 34,23/. 37,27; 34,29f. 185,31 f.; 39,9 171,37f. 3. Mose 8,6 17,23; 17,33; 3,3 17,35. 4.Mose 16,1 18,38; 16,39 18,38; 77,/ 18,35; 21,22 18,24; 22,23 5,35f. 5. Mose 33,2 120,34. Jos. 1,9 82,38; 5,2 4,33; 23,74 132,33. Jud. 1,35 126,38; 5,3/ 14,32. Ruth 1.14 23,24; 4,77 23,25. 7. Reg. 5,5 126,37; 17,34 78,34. 2. Reg. 79,24 43,37; 27,77 23, 28; 27, 19 23, 23; 27, 22 23, 22. 3. Reg. 2,2 132,34; 73.24/. 107,32; 73,23 107,34; 77,3/. 184,35f.; 73,7/. 36,37; 22,19 44,33. 4. Reg. 2,7 59,35; 2,3 59,36; 2.5 59,37; 2,7 59,37; 73,5 122,34; 73, 9f. 21,23; 19,35 60,38; 27,72 54,38. 7. Par. 20,5 22,40; 20, 7 22,41; 23,30. 2.Par. 73,73 44,34; 20,77 112, 41; 24, 73 129, 39. 2. Esdr. 4, 7 129,39. Job 1,19 75,37; 2,7 33,33; 4,70 80,42; 19.6 72,24; 29,24 14,32; 32,27/ 32,37; 37,20 32,39. Ps. 1,6 127,38; 70,7 132,34; 73,2 14,33; 75,7 36,36; 73,5 15,38; 18,23; 25,4 51,38 30, 22 36,35; 32,2 88,37; 35,12 60,33 35,20 84,37; 43,23 87,37; 44,3 17,38 47, 6 94,35; 52,3 14,34; 54,24 132,33 53.73 134,39; 67,3 84,38; 79,14 70,30 85,8 137,37; 90,1072,24; 90,12 114,32; 97,2 88,38; 773,3 77,36; 743,9 88,39. Prov. 70,5 98,32; 72,7 46,30; 15,19 127,39; 20,2 80,42; 27,30 100,37 29,8 110,35. Eccles.9,/2176,36. Eclus 70,2355,40; 33,7527,38;45.7/. 17,23 45,70/. 17,36. Cant. 7,75 37, 27. Is 5,29 80,42; 5,7 44,32; 6,6f. 5,30 9,7 81,38; 70,75 113,34; 70,25 72,23 73,79 70,31; 73,20 70,38; 24,70 9,31 28,19 98,32; 34,11 70,34; 34,13 70,36 37,35 f. 60, 40. Jer. 4, 7 91, 41; 8,22 129,40; 79,3 54,39; 30,77 129,40; 33,6 129,40. Thren. 2,77 124,39. Ezech. 7,73147,35; cap. 38 und 39 49,35. Dan. 70,79 82,37; 73,75 122,34. Ose 73,3 84,40. Hab. 7,3 82,36; 7,75 176,37; 3.3 120,33. Zach. 77,3 80,42. Judlt. 70.74 99,41. Sap.3,79,35; 5,15 84,39; 5,27 8,38. Tob. 5,5 114,33; 72,7 137, 35. 7. Mach. 9, 44 122, 34; 70,57 110,35; 75,3 110,35; 75,27 110,35. 2.Mach. 7,7921,23. Matth.7,74 20,30 3.4 30,39; 4,6 114,33; 4,74 81,40 4,73 153,27; 5,75 85,38; 5.25/31,41 5,47 31,33; 7,7 27,36; 7,75 49,31 7,33 31,37; 8,3 31,35; 8,23 113,38 9,20 31,40; 9,25 31,34; 9,35 34,26 77,20/ 146,31; 77,24 27,36; 72,35 29,38; 73,37 55,38; 74,5 104,35; 74,73/ 114,37; 74,29 116,23; 74,30 116,24; 74,43 33,36; 75,33 59,38; 76.73 XIV, 26; 77,74 122,16; 27,9 93,33; 22,27 XXXI, 21; 24,35 55,39; 25.74 11,28; 26,7 31,39; 26,55 33,35; 27,45/59,38; 144,36. Marc. 7,630,38; 7,76 153,27; 7,47/ 31,37; 4,27 85,39; 4,36 113,39; 6,37/ 114,37; 7,32; 8,23 LI,21; 77,70 93,33; 74,3/ 31,39; 75,33 144,37; 76,79 81,37. Luc. 7,77 59,34; 7,73 19,39; 7,75 30,38; 2.9 51,37; 4,77 114,33; 5,73 31,37; 7,74 31,35; 7,36 31,39; 8,2 31,39; 3,76 III. Sachregister. 305 85,39; 8,22 113,39; 8,24 126,35 8,29 254,36;8,30 121, 36;8,43f. 31,42 8,54f. 31,34; 9,6 34,27; 9, J0 114,38f. 70,72/. 146,38; 11,9 27,36; 16,9 4,30 16,22 123,31; 19,38 93,33; 21,33 55,39 22,57 33,34; 25.« 59,39; 144,37: 23,46 59,40; 24,11 40,40; 24„3S 100,38. Joh. 2,7 115,31; 6,7/. 114,38; 6,69 35,38; 9,6 LI,21; 70,7 18,24; 77,2; 72, 3 31, 39; 72, 24 f. 35, 39; 14,14 27,35; 15,8 35,39; 79,30 59,39; 20,27 100.39. Act. 7,2 81,38; 7,77 81,38; 7,73 61,32; 2,3/ 61,31; 2,4f. 29,40; 5,14 31,28; 5,79 51,37; 5,47 33,39; 6,75 51,39; 7,38 35,38; 9,22 50,41; 72,7 110,31; 72,70 110,31; 76,26/ 102,27; 79,77 31,31; 23,77 112,42. Rom. 8,18 133,37; 9,79 23,37. 7. Cor. 2,9 133,35. 2. Cor. 77,32/ 50,41. Eph. 6,14 f. 17,32. Phil. 7,23 14,34; 2,76 35,38; 3,79 30,39. 7.Pet. 7,72 133,35; 2,3 36,36. 7. Joh. 7,7 35,38; 2,77 134.40. 3. Joh. 7, 14 82,37. Hebr. 7,76 4,29; 13,8 24,33. Jac. 3,6 29,40. Apoc. 6,2 25,35; 6,3 25,37; 6,5 25,39; 6, ko 153,30 f. kui>ka 153,30 f.; 157,37. Cham LXXIII, 27. Kunrad siehe Konrad. Curtius Rufus IV 15,26 52,40. curvatura des Bischofsstabes 175,37. Cyrus 4,21. III. Sachregister. 307 d > t XCI, 37 f. da = daz 242,34. Dalmatica 17,21; 169,39. Daniel von dem blühenden Tal 52,30. Daten der Servatiustage LIV, 26 f.; 286 f. Decius imp. VII, 21. Decretum Qratiani XXXVII, 29. delinire 10, 35. Denare siehe Münzen. Deonantum 79,37 f. Dictys 6,5 125, 25. Dießen LXII.13; LXXXIII, 17. dignoscenlia 50,40. Diöcesankalendare LIV, 26; 286 f. Diocletianus imp. VII, 22. Dionysius, heiliger LX, 25. Diphthongisierung, nhd. LXXXIXf.; bei Williram 258,37. Direkte Rede für indirekte der Gesta 248,37. discretio XXXVI, 20 f. Disposition der Gesta XXIX, 21 f.; XX, 2. Disticha Catonis XXIV, 4; 4,43 143,34. dominus exercituum 86,39. Domitianus ep. Mosaetrajectensis 76,41. Donatus Maior siehe Remigius vonAuxerre. dult LXXII,16; 240,35. dünken mit Dativ 180,34 f. e : e vor g LXXIII, 28. e > o LXXIII, 22. e nach m, n, r, l XCIV, 20 f. e nach t apokopiert 205, 34 f. e-Frage XCIII, 27 f. Ea iempestale siehe Anfang. Edikt des Gelasius 24,38. Effrata XIII, 16; siehe die Namenregister. Effrataprozeß XXIX, 26. egi > ei LXXIII, 15. Ehrenbrief siehe Püterich. ei : i LXXIV. et < egi LXXIII, 15. Eichstädt LXXXVII, 34. Eilhart von ObergeXLIX,30f.; LXXVIII, 13. Einfall Attilas in Gallien VI, 37. Einhart XII, 4; ep. IX, 23 IX, 22. Ekkehart Walther 2 f. 6,33; 683 109,34. elegiace 9,38. Elfenbeinschnitzerei, ägyptische XVIII, 36. Elftausend Jungfrauen LVI, 22. Elias XVI, 19; siehe auch Himmelfahrt und Tod. Elisabeth, heilige LIV, 16. Ehud, der Name 20,29. Ellenhart von Freising LVI, 32; sein Hu- merale 169,34; seine Alba 173,15 f. Eltern des heiligen Servatius VIII, 21; siehe auch Abkunft. Eneas, der altfranzösische LXXVII, 34. Eneide XLIV, 11; LXXVI, 34 f.; siehe auch Veldecke. engegene : gedigene LXXIII, 13. Engelstimmen beim Tod eines Heiligen 61,39. Enoch siehe Henoch. Enthaltsamkeit des heiligen Nicolaus und Servatius 13,28; siehe auch ieiunium. Entstehungsort der Gesta XXIV, 35 f.; der Bearbeitung T XXVI, 33; des oberdeutschen Servatius LV f. Epilog der Gesta XIII, 22; XXI, 3. Epitome aus der Hist. Frank. IV, 15; der Gesta aus Indersdorf 290,36f.; der Bearbeitung T aus St. Mang 289, 26 f. Erfolg der Gesta XVIII, 4. Erinnerung 152,28; 257,38; siehe auch Heinrich von Melk. Eschatologisches 23,39. Eselin Balaams 4, 36. Etymologie des Namens Tungri 6,36; von mittelalterlichen Namen 106,36; 119,31. Etzel LXIII, 13; siehe auch Attila. Eucharius, heiliger X f.; XXI, 13; XLI, 1; erhält den Himmelsschlüssel XIX, 27. Euchariuslegende XXIX, 6 f. eulogitus 106,33. Euphrata = Effrata XIII, 16; 53,39; siehe die Namenregister. Eusebius-Hieronymus Chronikon A1470; 1533 4,22. Eva und Adam 32,34 f. excandentia 33, 38. Exkommunikation XXI, 2 f.; XXXIX, 30; LVII f. Fabulistisches XXI, 21; siehe auch Quellenangaben. 20* 308 III. Sachregister. Familie, die heilige XII, 12. fasciae der Bischofsmütze 174,39. Fegefeuer XLVIII, 3. Fischweibchen siehe Sirenen. flagellum Dei XXIII, 10; 72,21. Flexion, starke, des Adj. nach dem 152,18. Flickverse 189, 36 f. Flodoarda.AP.29 119,38; deChr.triumph. in Ital. 2,14 76,30. Florus XI, 29. Florusnotiz VIII, 32; 290,45. Fontanella.RedaktiondesHieronymianums von IV, 19. Fragment, das Dießener LXII, 11 f. Franken, Nachkommen der Trojaner 5,37. Frankreich LXXVII.34. Fredegar 2, 53 V, 20. Freibrief Heinrichs IV. 119,25; Friedrichs II. 119,27. Freising LIVf.; LXVII, 37; LXX f.; LXXV, 24. freuwen XCII, 34. Friedrich I. imp. XXXII, 10; XXXIX f.; XLIIf.; XLIX,4f.; LXVII f.; 174,31. Friedrich II. imp. 119,27. Friedrich, Pfalzgraf von WittelsbachLVIIIf.; LXVIII, 19. Friedericus Mässenhauser LVI, 16. frum(a) 153,31 f. Füssen 289,26 f. g > k XCI, 37 f. gan LXXII, 26. gebceine : engeeine LXXIII, 11. Gebete als Hauptvirtus eines Heiligen V.llf.; XXIII, 15. Gebhart, ab. de Windberg. LXV. Gebrauch der kurzen und langen Formen der /-Feminina 152,16 f. gebrouchen : louchen LXXIV, 2 f.; siehe brauchen. gebruchen siehe gebrouchen. Gedächtnisfehler des Gestaverfassers XXIV, 25. Gedicht auf Karl den Großen und Leo siehe Karolus Magnus. gedigene : engegene LXXIII, 18. geigande swm. 154, 39. Geistlichkeit, niederländische XXXI, 17. gelich LXXIV, 32. Gellius n. A. 4,15 19,34. Gembloux siehe Sigbert v. G. Genealogie des heiligen Servatius XVI, 7; XXVI, 17; 20,27; 159,36 f. Georg, der heilige, des Reinbot von Dürne LXXI.21. Gerbcrga, Schwester Ottos I. 96,37. gereht 223,37. Gerhart, Propst von St. Andreas LVI, 35. Gericht, jüngstes 87,39. Gerlacus sanetus 130,39. Germanien, Missionsgebiet des heiligen Servatius XVII, 3 f. Gerold von Freising 170,25; seine Mitra 174,38. Gertrud St., Kloster in Nivelles XLII, 18. Gesandtschaft Roms bei Attila VII, 5. Geschichtsschreibung, Indersdorf er LVIII f. gesedele 172,9. Gesinnung, loyale, Veldeckes XLV, 6 f. Gesta als Inscriptio XIII, 11; abb. Fonta- nellensium 13 W, 24; ep. Leodiensium XI, 13; XXXI, 5; L,27; siehe Herger. Matthiae XXI, 21; XL, 35; ep. Metten- sium XII, 2; 71,32; siehe Paulus Diakonus; sei. Servatii XIII f.; XL, 34; LXX, 25 f.; von der Vita Lupi benutzt 37,35 f.; Treverorum XXI, 25; abb. Trudonensium 4,10 136,35. Gewänder Aarons 17,22f.; des Bischofs 17,19 f.; 167,37 f. gewelde 219,38. Ghislain St., Kloster LXXX, 23. Giganten 6,30. Giselbert von Lothringen XXVIII, 30; 95,35. Glossa ordinaria 23, 29. Glossen des Johannes Scottus 4,27. Gog siehe Magog. Goliath, der Riese XVI, 20; 22,39 f. goltphedele 172,10. Gomorra XXII, 10. Goslar LIII.3; 98,35 f. Gotf rid der Jüngere,Herzog von Lothringen XII, 33; XXIII, 27. Gotf rid von Straßburg XLIX.34; LXXVIII, 5 f. Gottesgeißel siehe flagellum Dei. III. Sachregister. 309 Gregorius VII. papa XII, 24; XIV f.; XXI f.; XXXIV, 20; LXIV.12; ep. 8,21 47,34; siehe Gregorius Magnus. Gregorius Magnus XXXVI, 14; XXXIX, 34; Dial. 4,55 132,36; oder Gregor VII. (?) 177,22. GregoriusTuronensisVIIf.;XXIV,6;79,36f.; in gloria conf. 71 111,28; VIII f.; 75,33; in gloria mart. 35 76,26; hist. Franc. 1,6 6,21; 2,4—6 III, 23f.; 2,7 V,ll; septem Dormientes 24,25; Virt. Martini 4 53,35. Gründung von St. Servaz in Quedlinburg 91,37. Gudrun 52,30; siehe auch Kutrun. Güls 94,35 f. Gundolf XX, 10; XXVI f. Gundolf- und Munolfpartien bei Jocundus XXVII, 17 f. Gunthar von Köln IX, 3. haben XCIII, 19. Hadrian IV. papa XXXIX, 24; XL, 6. Halberstadt LIII, 3. hän, Formen von 156, 37. Handschrift J LXX.27; die Trierer des Jocundus XXV, 29. Handschriftenbeschreibung LXXX f. Handschriftenverhältnis d. Gesta LXXXIII f. Häresie 111,9; XII, 10; XIII, 16; siehe Augustin. Hartwig I. von Augsburg LXIX, 17. Harz LI, 37. Hase 90,28. Haupt des heiligen Servatius 98,37. Hebräisch XXI, 24. Heilung des Blinden LI, 21; von Kranken LIV,5f.; des Taubstummen LI, 20. Heinrich I. (Vogler) XLV, 25; 89,33f.; 95,37. Heinrich III. (imp. II.) XX, 19; XXVIII.33. Heinrich IV. (imp. III.) XII f.; XX, 11 f.; XXIV, 33; XXVI, 37; XXVIII, 37; XXXI f.; XLII f. Heinrich V. (imp. IV.) LVII, 15. Heinrich I. ep. Leodiensis XII f.; XXIII, 29. Heinrich IL ep. Leodiensis XLIII, 1 f. Heinrich von Melk LXXV.33; siehe Erinnerung; Priesterleben. Heinrich von Veldecke siehe Veldecke. Helias siehe Elias. Hellenistisch-koptische Tradition im Ornament XVIII, 16. Henoch XVI, 19; siehe Tod. Henry de Dinant XIX, 18. Herger von Lobbes IV, 9; XI, 10f.; XV, 25 XXII, 13; XXVII, 19; XXXI, 5; L, 26 39,35; 79,6f.; 168,40 6,38; 168,52f. 8, 38; 168, 44 9, 33; 170, 43 10, 37 172,38f. 12,38; 172,39f. XVI,2; 19,30 172,51 XIII, 18; 173,11 11,37; 173,35 71,39; 173,54 41,26; 174,17 44,35; 174,27 46,31; 174,34 46,34; 174,41 f. 53,32f.; 175,46 71,33; 176,19 77,38; 78,34; 176,22 75,36; 76,40; 176,25 75,40; 176,32 79,30; 177,54 81,31. Hermann Contractus XVI, 10; 24,34. Hermann ep. Coloniensis 98, 35. Hermann ep. von Metz XIV, 4; XXI, 3; 47, 33 f. Hessel, Küster in Maastriecht L, 31. Hieronymus XVI, 23; XXIV.9; XXXVI.14; ep. ad. Ageruchiam XI, 37; in Ezech. 7,21 17,40; Vita Hilarionis erem. 6 80,38; adv. Jovian. 2, 7 50,24; c. Lucif. 22 11,34; Vita Pauli pr. erem. 117,32; in epist. ad Titum II V9f. 21,33; in Zach. 1,3 17,40. Hieronymus-Eusebius, Chronikon 48,21; A2152 112,40; siehe Eusebius-Hiero- nymus. Hilduin von St. Denis X, 8; XXXIX, 19. Hillin von Trier XXXIX, 1 f.; XL f.; XLV, 36; LVIII, 3. Himmelfahrt des Elias 59, 35. Himmelsschlüssel XIV, 36; XV, 4; XXVIII, 16; siehe Schlüssel. Himmlische Jerusalem 161,36; 171,33f.; 172,34 f.; 177,33; 178,35 f. Hinkmar von Reims IX f.; XXXIX, 19. Historiker der Lütticher Schule LI, 11. Hoffest, Mainzer, von 1184 XLIX, 13. Hoium siehe Huy. Homer II. Z 181 107,37. Homoiotelenton XXV, 4. Horaz XXIV, 3 f.; carm. I 20,5 102,35: 116,18 44,26; 118,11 129,40; II 16.2 310 III. Sachregister. 27,36; 1114,34 50,33; /. serm. 5,32 99,37; epist. II 1,51 f. 63,39; 64,29; A. P. 220 4,24; 471 113,34. Hrabanus Maurus De universo 20,31. Hubertus ep. Leodiensis IX, 14; XVIII f.; XXI, 18; XXVII, 22; UV, 30; 226,33. Hubertusschlüssel XIX, 1 f. HugovonSt.VictorXXXVII,14f.;XLVIII,14; LXV.3; Desacram. LXIV,20f.; Summa 6,11 XXXVIII, 16; 6,14 XXXVI, 29. Humbertus = Hubertus 226,33. Humerale 17,34; 168,7; seine plaga 169,22. Humor des Gestaverfassers XXV, 7. Hungasius, Dolmetscher Attilas VI, 29. Hunnen vor Troyes VI, 23; XXII, 21 f.; ihre Gebräuche 50,24 f. Hunnenlegenden V, 1 f.; XXII, 20 f. Huy 97,34. Hyginus 108,24 125,27. Hymnenanfang, unbekannter 63,35. Hymnus auf St. Katharina 284,45; St; Laudo 284,43; St. Martialis 284,42; St. Ser- vatius (Lux prajclara) LV, 4; LVII, 33; 284,1 f.; Veni Creator Spiritus 11,33. Hypomnematischer Stil des Jocundus XXIX f. t:i LXXIV.29; : ei ibid. -igen > ing 151, 27. Immo, Graf 120,27. inactuosus 25,35. Indersdorf LV, 16f.; LVII f.; LXIVf.; LXX f.; LXXV, 25 f.; LXXXI, 8 f.; 152,37. Indiculus Aribonis LX,36f. ing < igen 151, 27. Inning 152,38. Innozenz II. papa 170,20. Innozenz III. papa De sacro albar. myst. 1,51 168,32. inredux 21,22. insopibilis 3,15. Interpolationen im Gestatext (CDGR) LXXXVf.; 110,35 f.; 134,30 f.; 142,22 f. intuitio 124,33. Irenaeus cont. haeres. II 6,1 124,34. Irrtümer des Gestaverfassers 29, 31 f. Isidorus Hispalensis XXIV, 9; allegor. 20,31; Chronikon 269 112,41; Etym. VII 1,14 145,31; VII 1,1617, 42; 145,34; VY/5,/5 11,28; 1X2,66 70,34; XII 3,2 140,39; XII 7,19 123,36; XIII 18,5 125,26; XV 1.5 112,37; XIX 2,9 123,34; XIX 30,6 17,41; Quaest. in vet. Test. 59 17,30; Sent. 3,1 72,25. Island 63,28. ite- LXXV, 18. ianuae mortis 9,35. ieiunium des heiligen Nikolaus 13,28; seine spirituale Bedeutung 13, 34. Jerusalem siehe Himmlische Jerusalem. Jocundus XXV, 23 f. bis XXX; LXXXVI, 5. Johannes-Apostelakten 28,38 f. Johannes ap. virgo 28, 36 f. Johannes Baptista LV, 32. Johannes Beleth 13,35. Johannes Evangelista LV, 36. Johannes Mässenhauser LVI, 15. Johannes Scottus siehe Glossen. Jonas von Orleans XXIV, 20. Jordanes XI, 37; XVII, 9; 48,20; Get. 29 49,38; 05 4,23; 134 117,32; 143 6,36. Jüdel 152,26. Jülich 104,35. Julius I. papa XXXIII, 36; 47,34. Jüngstes Gericht siehe Gericht. Juvencus XXIV, 4; Proem. 23 5,30; 2,243; 2,327; 2,382 11,38. K siehe C. Labialisierung von a,a, e,o>o,ö LXXIII, 22. Lactantius XXIV, 11; divin. inst. IV 17 4,36. lan'gen : zceigen : Moeigen LXXV, 10. Lampert von Hersfeld 3,32; 68,13; 82,39; 97,20; 99,41. Landbert, heiliger Ort seines Todes 88,40. Latein, seine Stellung in der Kultur des M.-A. LXXVlI,25f. leggen LXXIII, 17. Legnano LVIII.27. lembus 96,38. Leo I. papa VII, 5; XXXVII, 26. Leo IX. papa XXIX, 2. Libellum de nativitate sce. Marie auf dem Index 24,14. III. Sachregister. 311 Liber historiae Francorum XII, 4; cap. 5 V,23. Liber monstrorum 125,33. -lieh, lieh, liehe, liehe etc. LXX1V, 29 f. ligulae 168,21. Literatur, altbayerische LXXV, 32. Lithurgische Gewandung des Bischofs 167,37 f. Lobbes siehe Herger. Lobgesang Mose LH, 23. Lodi XLIII, 25. Lokalsage von Metz LI, 24; von Troyes V,35f.; LXIII, 14. Lombardus siehe Petrus Lombardus. longilaterus 126, 40. Looz siehe Agnes und Ludwig und Cors- warem. Lotharius rex XLV.25; LI, 3; 89,32. Lothringen XII, 31. louchen : gebrachen LXXIV, 2. Lucanus XXIV, 3 f.; /, 151 16, 31; 1,427 7,30; 2,14 33,36; 3,283 50,38; 4,62 27,36; 4,437 16,33; 4,520f. 84,30; 4,654f. 19,28; 5,297f. 116,39; 5,312 143,24; 5,313 126,36; 5,418 123,34; 5,565 125,27; 5,667 143,40; 6,684,32; 6,569 143, 40; 6, 603 84, 34; 6, 653 143,40; 7,593 92,37; 7,791 83,35; 7,819 75,38; 7,836f. 83,36; 9,408 21,22. Lucretius XXIV, 3; 5,905 107,36; 5,968 80,43; 6,148 87,35; 6,975 80,43. Ludwig I., Graf vonLooz XXXII, 9; XLIV, 13. Ludwig L, Herzog von Bayern LVIII f. Ludwig der Fromme IX, 33; XLV.25; LI, 4. Ludwig der jüngere von Ostfranken IX, 34. Lupus ep. Trecensis VI, 1 f.; XXII, 30. Liittich X,3; XVIII, 1 f.; XXI, 20; XLIII.lOf.; XLV, 35; LIII, lf.; LIV, 31; LVI, 8; LXX, 23. -m : -n LXXV, 9. m > n im Auslaut 189,34. Maastriecht IV, 22; XLIII, 7 f.; XLV, 34; LVI,8; LXX, 19f.; 207,37 u.ö.; seine Umgebung 34,30 f. machen — facere 199, 31; siehe mähte. M(eigen : Iceigen : zeeigen LXXV, 10. Magog 49,35 f. mähte fecit. LXXII,28f.; XCIII,3; 199,31. Mainz LIII, 4; LIV, 31; LVIII f.; LXVIII f. Mainzer Hoffest von 1184 XL1X.13. Mainzer Synode von 1049XV1, 10; 24,33f. Mang St., in Füssen 289, 26 f. manipulum 17, 21. Manno IX, 3. Mantua VII, 5. Marbach LXIV, 6. Marbod § V 172,35. Marcellinus siehe Ammianus. Märchenmotiv 52, 28 f. Maria LV, 33. Maria Magdalena LVI, 10. Martial de spec. 3,4 50,33. Martianus Capeila XXIV, 5; 60,38; 62,35; 1,3 79,30; 1,7 3,31; 1,12 101,34; 1,67 83,35; 7,75 26,36; 1,88 127,38; 2,102 11,36; 4,386 144,27; 5,577 9,38. Martinus, heiliger LH, 3 f. Märtyrer, die unschuldigen LV. Martyrologium des Ado VIII, 35; des Florus VIII, 32; XI, 29; Hieronymianum IV.19L; VIII, 36; des Usuardus VIII, 35; des Wolfhart VIII, 35. Massageten, trinken Pferdeblut 50,28. Maternus XL; XV, 33; XVII, 10; XL,3. Matthiaslegende XXI, 17; siehe auch Gesta. Mauriacus, Schlacht bei V, 25. Maximin St., Kloster in Trier LXXXIII,2f. maze LXXVI, 3. Mela XXIV, 4; 60,38; 2,115 8,29. Memorius, heiliger VI, 5; XXII, 28. Merigarto 63, 29. Mersen, Vertrag von IX, 29. metapsycosi 64,28. Methode, historische, der Lütticher Schule XXII, 13. Methusala XVI, 19. Metzer Lokaltradition LI, 24. Minerva 105,17. Miracula als Inscriptio XIII, 11. Missale von Freising, Passau und Regensburg LV, 2 f. Mitra des Bischofs 169,23; 174, 27 f. Mitternachtssonne XXVI, 18; 62, 30 f.; 63,33. mohte XCIII, 3. 312 III. Sachregister. Monogramm der Gestahandschriften IS LXX.30; LXXXI; LXXXV,17. Monte Mario in Rom 114,35. Müden (St. Katharine) LXXXI, 2. magert LXXII,30f.; XCIII, 18; die Formen 153,28 f. Munolf ep. IX, 10; XX, 10; XXVI, 5. Munolf- und Gundolfpartien bei Jocundus XXVII, 17. Münze in Maastriecht XIX, 31. Münzen mit dem ServatiusschlüsselXIX,30. Muspilli 23,42. n < m im Auslaut 189, 34 f. -n : m LXXV, 9. Nachfolger Petri XV, 16; XL, 12. naht Flexion 199, 30 f. Namen von Petrus ap. und Paulus ap. XVI, 30. Namensetymologien 6,36; 106,36; 119,31. Napf des heiligen Servatius LH, 6 f. Narcissus ep. AugustaeVindelicorum 14,36. Nation, der Begriff XXXIX, 11. Nationalkirche XXXIX, 7. Nationalsprache LXXVII, 22 f. Necrologium antiquissimum von Indersdorf LV,29f.; LVIII.18. Neulodi XLIII.32. Nibelungenlied LI, 15; LXIII, 12f. Nivelles 131,38. nodus des Bischofstabes 175,35 f. Notker ep. Leodiensis XI, 11. Notker von St. Gallen, Psalmen siehe wolchentunchel. Nyvel = Nivelles. o bei Williram. o < a LXXIII, 22; ö < ä LXXIII, 22. o < e LXXIII, 22. o : ö LXXIII, 33. Oberpfälzisch LXXI.16L oburere 5,34. Bi bei Williram 258,35. oleum laetitiae 17,38. Olifant, das Hörn LXX, 12. Omnebene XXXVII, 7. Opuscula sacra siehe Boethius. Origines XXXVI, 13. Orleans, seine Errettung durch Anian V, 13; XXIII, 25. Orosius 48, 21; // 6f. 4, 21; 6,26. Orthographie LXXII.lOf.; ihr Wert XCIVf. Orthographisches LXXXIX f. Osna 90, 26. Osnabrück 90, 28. Osning 90,30. Oswald St. LV, 36. Otbert ep. Leodiensis XII, 37. Otloh von St. Emmeran 126,39. Otto I. imp. IX, 37; XLV, 10 f. Otto IL, III. imp. XLV, 21 f. Otto III. imp. 94,34. Otto IV, Graf von Scheyern-Wittelsbach LVII.14; LXIV,7. Otto I. von Witteisbach, Herzog von Bayern LVIIf.; LXXIX.3. Otto I. ep. von Freising LXVIII, 1 f.; 170,24; seine Mitra 174,37; 12,22 114,34. Otto II. ep. von Freising 170,24. Otto der Jüngere, Pfalzgraf von Wittels- bach LVIII f. ou<ü LXXIV; 257,36. Ovid Met. 1,139 143,40; 1,548 95,32; 4,502 33,37; 7,63 125,25; 7,703 63,40 ; 8,376 80,43; 9,224 127,37; 10,539 80,34; 12,491 109,34; 14,828 89,39. Fast. 1,37 89,39; 4,'l35 96,40; 4,287 87,35. Trist. 15,27 187,37; V2.66 5,35. p < b XCI, 37 f. Paläographisches LXXXV. Palästina LVIII, 8. Pallium für Maastriecht von Bernhar gestiftet IX, 25; 170,25. Pantaleon LVI.10. parura 169,22; 173,15f.; siehe plaga. Paschalis IL papa LVII, 15. Paschalis III. papa XLII.33.37; XLIII, 20. Passau LV, 3. Passio Nicasii XII, 2; Narcissi 14,36. patrisso 123,31. Paulus ap. LV,34. Paulus der erste Eremit XXIV, 25; 29,31. Paulus Diaconus IV, 5; VIII, 28; XXIV, 5; 12,39; 7132. Gesta ep. Mett. (siehe daselbst) IV, 35; XII, 3; 41,30. hist. Rom. III. Sachregister. 313 XXII, 23; 47,41; 185,3 48,25; 186,1 48,36; 187,1 48,39; 187,13f. 49,29 f.; 187,17f. 64,30; 187,31 65,20; 188,4 65,21; 75 ou LXXIV; 257,36. ü < V i LXXIII, 24. u:uo LXXIII, 21. uasuualco 175,30; siehe fasciae. Überarbeitung von Veldeckes Servatius LXII f. Überlieferung der Gesta sei. Servatii LlXf. (die bayerische); LXX.34; LXXX bis LXXXVII; des oberdeutschen Servatius LXXXVII f. Udalscalk ep. von Augsburg LXIX, 21. Vi > ü LXXIII, 24. u-Laute im oberdeutschen Servatius LXXIV, 101. Ulrich L, Bischof von Augsburg LVI, 11; LXIX, 25f.; 230,37. Ulrich Ursinger ab. von Indersdorf LVI, 14. Ulrichskirche in Augsburg LXIX, 25. Umgebung von Maastriecht 34,30 f. Umlaut im Konj. Prät. der St. Verba 152,32 f. Umlautsschreibung XC f. -unde > -finde 152,32 f. Undeoingas 152, 38. Undiestorf 152,38. Ungarn für Dänen eingesetzt 230, 35. -unge > -ünge 152, 32 f. Uningen 152,38. -unne > -ünne 152,32 f. Unterricht, astronomischer 62, 40. uo: u LXXIII, 21. Urban III. papa LXIX, 21. Urstende 152,25. Ursulalegende V,7; VII, 25. -us (lat.): -us, -as (mhd.) LXXIV, 7 f. Usuardus VIII, 35; siehe Martyrologium. Utrecht IX, 3; XXVIII, 25; LIII f. u-Umlaut XCI, 10. Valerius X f. Vegetins 2. Veterin. 56 80, 29. Veit St., Kloster LVI, 40. Veldecke, Heinrich von XXVI, 24; XXVII,33; XXVlII,2f.; XXXII bisLII;LVII,3;LIXf.; III. Sachregister. 317 LXVII,6f.; LXX,20f.; LXXIVf.; LXXXII.36; LXXXVIII; in Italien XLIV,27f. ; seine Stellung in der deutschen Literatur LXXVI f. Venedig, der Friede von LXVII; LXIX,3. Verben auf -ff« LXXII.20; Perf. 205,33f.; siehe Präteritalbildung. Verdun XXIII, 28. Verfasser des oberdeutschen Servatius Uli, 6; LXVII,18f.; LXIXf.; LXXVI.lf. Verfasserfrage für Veldeckes Servatius XLIX, 1 f. Verhältnis, chronologisches, zwischen Ge- sta und Bearbeitung T XXVI, 22. verlur XC, 33. verschiezen 194,30. Versmelodie LXII.34; XCIII, 30 f. Vertikalbesatz der Bischofsmitra 174,37. Vertrag, der Bonner von 921 89, 33. Verwandte des Riesen Goliath XVI, 20. Verwandtschaft des heiligen Servatius mit Christus XVI, 2; XXIX, 33; siehe Abkunft. Victor IV. papa XLII f. Victoriner XXXVI, 27 bis XXXVIII, 34; XLVIf.; LXIVf. Victorinus der Grammatiker 58,36; 61,41. Vincentius Bellovacensis spec. hist. 21,32 24, 29. Virgil XXIV, 3; LXXVII,13f. Virgilzitat bei Herger 81,31; bei Jocundus 81,32; in T 81,35. Virgilzitate: Buc. 2,9 140,40; Georg. 1,479 100,39; 2,30 140,38; 3,121 108,40; 3,461 f. 50,36; Aen. 1,52 143,36; 1,84 124,23; 1,94 32,40; 1,102 124,29; 1,118 125,28; 1,125 f. 143,37; 1,131 .143,37; 1,135 95,32; 1,138 143,37; 1,140 143,35; 1,176 89,28; 7,2/551,40; 1,251 100,39; 1,284 108,40; 1,481 43,39; 1,495 82,35; 1,650 108,40 1,687 13,39;2,25 108,40;2,180 108,40 2,222 16,34; 2,265 92,38; 2,305 115,36 2,331 108,40; 2,338 56,39; 2,553 109,33 2,577 108,40; 2,770 109,39; 3,45 129,36 3,45 81,30; 3,56/. 117,31;3,/37 107,38 3,248 108,39; 3,331 72,19; 3,420 125,25 3,436 109,39; 3,553 44,28; 3,569 107,38 4,733 42,39; 4,203143,31; 4,534101,38 5,52108,40;5,255142,41;6,353143,23; 7,222 108,40; 7,249f. 82,35; 7,372 108,40; 7,274f. 106,39; 7,460 67,35; 7,506 5,34; 7,565 115,38; 8,158 108,39; . 3,762 108,40; 8,409f. 105,35; 3,422 143,31; comitatis geändert, 90,12 Bodam] boclam, 91,2 = H, 91,8 Heinriciadem, 92,8 eiusdem sei uenerabiles, 92,9 enim /, 92,79 hutilinburgenses, 92,20 delecti] directi, 93,10= H, 93,12= LT, 93,15 tuum sanctum, 95,77bocle; consiliatores, 94,1 illius] alius, 94,75 sacrum, 94,20 Gylisanorum, 95,3 uastare/, 95,4 flecteret cederem, uerum tarnen, 95,5 Hie, 95,10 porro] uero, 95,11 eis dictum, 95,13 = C, 95,76 = DRH, 95,18 et] atque, 95,79 = C, 96,4 auro, 96,75 in /, 96,77 emittens; geminasque, 96,20 2. parce/, 97,7 ut] dne ut, 97,3= R, 97,5 percut. fust., 97,6= CRH, 97,Win] meam in, 97,77 porro] uero, 97,14 etiam vor posterius; uni/, 97,25amens] omnibus a., 98,4 deportatur, 95,7tamen prorsus, 98,8= D, 98, 72pro- ceritate, 99,1 impressit, 99,3 quidem /, 99,15 non] nunc, 100,6 percrebuit, 100,18 ca- teruatimque/, 100,19 uineulans, 100,21 astitit sole, 100,22 Imperatque; domusque, 101,1 abdidicatis, 707, 10 sanetus /, 707,25 = 7?, 101,24 tuo] tuo o, 102,4= C, 102,9 si- militudine, 702,70 posuisti, 702,75 congregatorum et tua, 102,22 insig. iub., 702,25 vor pactum covdagetllgt, 103,2 = ISW, 103,15 = H(wichtige Variante!), 103,31 nostrum] omnium nostrum, 104,12 non] ut, 104,14 assident. assensu; suseipitur, 104,22 crud. uocat, 104,29 = CD, 105,5 -que] et, 705,75 subito nach tele, 705,79 a /, 706, 3 = CD, 106,4 anno auf Rasur; sanetus /, 706,6 Hainrico, 706,5 dum /, 707,5 uomentem] et mentem, 707,6 comedit] tetigit, 707,9 remeauit, 707,70 = ISW, 107,17 rursumque, 707,27 deamb. Reni, 705,5 sibi libert., 108,4 Faxo] Falso, 705,5 ipsorum/, 705,9 Hin- ricus, 705,70 Lotharingie, 705,72 sigebergeo, 705, 14 mathildaem, 705,75 securi/, 108,17 laomeduntiadum, 709,2 diceret designans ducem; feracem, 109,14 Gvitilinbur- gensis, 109,17 beati nach relicta, 109,25 -que /, 770,5 pater domine, 110,4 illi euneta, 770,7 grates] grates sui, 770,75 attulerat, 777,9 et] ut, 111,21 presentis seil.; remedia] gaudia, 111,28 et] ut; suspectus] susp. ille, 111,33 fugati] fatigati, 111,34 qui pertulerunt nach ubique, 111,35 tacere] nee tacere, 772,2 autem/, 772,70adest doctor, 772,77 clau- sam, 772,77 orta est, 772,25 iam cepto, 772,27 = R, 112,31 in auxilium vor et, 775,22 = CD, 114,14 puer] predictusque puer, 114,19 uenit, 115,12 = D, 115,16 decurret, 775,20 = 737?, 776,5 pedes] pedibus, 776,70 Walnerus, 776,72 et semel et iterum beato Seruatioinpreclarisceciderintsortes, 776,77peccauerat, 777,5corrigitur, 777,71anguore] dolore, 117,8= CD, 117,21 presentie nach suorum, 117,24 atrox pedes, 118,4 Ottonis] comitis, 775,70 Willelmus, 775,72 hvbertum, 775,76 = D, 118,20 = D, 118,21 Wi- mandus, 779, 4 e > tha, 779,77 = C, 119,12 olim/, 779, 14 = W, 120,3=C, 121,3 et om- nes, 727, 4 iusto] sua iusto, 727,5 dixexit (!) Traiectum, 727,75 demonum /, 727,79 etiam /, 722,6 = D, 122,12 ciuium /, 722, 20 sanetorum /, 725,79 = DR, 123,25 conquass. occ, 724,5=7?, 724,7 = W, 124,8 -que /, 724,77 ulla spes; -que, 725,7 motuum] mortium; litori/, 725,9-que/, 725,76 subtentasse, 726,7 celo/, 726,74 = DHRT, 126,15 non] Berichtigungen und Nachträge. 32 J num, 127,3 = DR, 127,9 pulsi] lapsi, 127,12 in condilos/, 127,19= CDU; fraude dem., 128,15 inexpertem, 128,24 omni incessanter, 129,5 semper nach essem am Rand, 129,10 omni] ulli, 72P,72fere/, 131,21 Huic; congr.fem., 131,22 gegen CDR, 131,25 in] et in; illam] illam et, 132,16 promisit ei, 132,20 dico, 755,Pautem/, 133,10 -que/, 753,74 sanctor. omnes, 133,27gegen CDR, 134,5= T, 134,8 Alii alia, 734,72 desti- natusest, 75,5,7 gloriosissimi, 755,2 adiit Traiectum, 735,4 patebit, 135,9 = CD, 135,21 inquit] ille inquit, 735, 22 requi. fid., 136,1 possessionis, 136,10 fieret, 136,11 de- nuntiatum iri, 136,18sanctof; ethumilis/, 736, 25 hec < hoc gebessert, 737,5 quedam/, 737,5 bon. desid., 737,77 = T, 137,12 omnino/, 137,19= CD, 755,6uidet, 138,17= C, 138,26 episcopis, 733, 29 = CT, 139,6 fidem /, 139,14 = CD, 139,16 distulerunt, 75A30demissam, 74tf,77distraxissent, 141,7 referentes, 141,16 habebatur, 141,21 suis/, 747,23 tarn benigne/, 742,75interim aderat, 745,77insuper, 745,75Pudicam, 745,74sancti- monialem, 143,15 turpitudines, 143,19 = D, 144,4 confutat seculi, 745,7 Heinrici, 145,10= C, 145,11 et/; existimatione, 146,10 i.quosf, 146,11 ex uariis, 146,15 to- cies/ 146,17 -que/ 146,21 -que/, 747,7 = /?, 747,5 cogitare nee cessaui] cogitaui, 747,72 sunt omnes, 747,75 = C. XLII, 33 lies „Calixtus" statt „Coelestin". XLIII, 32 lies „Victor IV." LVII.23 und LVIII, 10 ließ „Hundt". 7,30 lies fratres. 10,34 streiche Metropolis ISW. 34,1 vgl. Act. 5,41 quoniam digni habiti sunt, pro nomine Jesu contumeliam pati. 35,5 f. vgl. Virg. Aen. 11,39 f. Ipse Caput nivei fultum Pallantis et ora Ut vidit levique patens in pectore volnus Cuspidis Ausoniae, lacrimis ita fatur obortis. 46,5 vgl. Rom. 9,3 Optabam enim ego ipse, anathema esse a Christo pro fra- tribus meis. 48,12 lies Sicilieque. 136,34 In zwei sehr wichtigen Urkunden des Heinrich I. von Liittich von 1084 und 1086, die H. Bresslau im NA. 34 (1909) 424 f. abgedruckt hat, erscheint zweimal ein Lambertus de Forun als Zeuge, und dieser wird mit dem in den Gesta erwähnten identisch sein. In denselben Urkunden erscheinen noch ein Comes Gilebertus filius Ottonis de Los; Arnulfus comes de Los. Aus der zweiten Urkunde ist noch folgender Passus wichtig: Unde ex auetoritate do'mini nostri Jesu Christi et beati Petri po- testatem habentis a domino ligandi atque solvendi. nostra quoque, qui vicem eius cum ceteris episcopis gerimus, exeommunicamus et anathematizamus omnes, qui- cumque hoc concambium infregerint etc. Diese Betonung der Schlüsselgewalt läßt wieder vermuten, daß die Schlüsselgeschichte in den Gesta in Fühlung mit dem Lütticher Stuhl fabriziert wurde. 278 f. In den Exzerpten aus Jocundus ist leider ein paarmal vergessen, die Seite der Handschrift anzugeben. Es konnte auch nicht mehr nachgeholt werden. 284,37 lies Chevalier. Tafel 1. 'ijtiCtVU f>ROlOC'lHVnA$$fK.VATtJ tfh I i v** t> tiJ.itArfHi iura * f r I Vv a « *'• rtcmatr in clno nan mcnnfftrp abnaeratan.cuiwnoniit Ionc^terq;iii/U irnannluK^ muowraib tfiqp^gp>djam urrann micula** k. v Ar« pfiiüf ilWtriflifm. lnuofumf naä; «mcfci monatui rmrabilriafn folü uulqi tun fcpdtr nomini abfTd>'umiu« ? mjunobilui-mri^q;ft^innurnaabiIu^lua "öiftima mcrta. Toiiff'croiracfraiK'hommiJ^ obruttqfi rtüt|uafiicnrirft(|mqu9.gtrta fcptcfr bnficiifcnputnrafcittrmi oMuuwitf Äc rTääcD i'diqria qdt fUmmf Uudii umTfmf muttni, qrtm peaj, nicbifrwanrtrftiolupta ufcQipty - Keq;au-fbiidujmi* laudiipcomi£J fcclam^rmönafa^^da^qTc^nnrlaTicn; fciina vmomf-s;vors ^i*ib* Wcniifpaismr mwTfiachinifpiu^idiür^ipcnnnanrfa/aA / auwpanrawr populanp ftoc näqjanforr^r 0 bafofonr lihiaq: fcmaq;crumtamr *m*fpon nfporarnauulfhau omncorimtrmMxda ncf.onironSr^tiafcrrcrfaiTf (lulijnamfiao plaiifii4^armmrTratco.ui(rcrrtauobhiTni i ->\ Vorderseite des 1. Blattes des Clm. 7769. Handschrift J der Gesta. Tafel II. Der Petrusschlüssel des heiligen Servatius in der Servatiuskirche zu Maastriecht (verkleinert). Soeben ist erschienen: Studien zur germanischen Sagengeschichte Von Dr. Friedrich Panzer Professor der Akademie zu Frankfurt a. M. Erster Band: Beowulf X, 410 Seiten gr. 8<>. Geheftet M 12.—, in Halbfranz geb. M 15.— Als zweiter (Schluß-) Band folgt im Herbst dieses Jahres: „Siegfried." Deutsches Sagenbuch in Verbindung mit Dr. Friedr. Ranke und Dr. Alex. v. Müller herausgegeben von Professor Dr. F. von der Leyen 1. Teil: Die Götter und Göttersagen der Germanen von Professor Dr. von der Leyen. 253 Seiten (erschienen). 2. Teil: Die deutschen Heldensagen (erscheint 1910) :: :: :: 3. Teil: Die deutschen Sagen des Mittelalters (erscheint 1910) :: 4. Teil: Die deutschen Volkssagen von Dr. Friedrich Ranke, xvn, 294 Seiten (soeben erschienen). Jeder Teil enthält 14—16 Bogen und kostet in künstlerischem Pappband M 2.50, in Halbpergament M 4.—; der vierte Teil, 20 Bogen umfassend, in Pappband M 3.—, in Halbpergament M 4.50 „Der erste Band des vortrefflichen Werkes füllt eine lange empfundene Lücke aus. Die klaren, nirgends phantastisch ausschweifenden, überall lebendigen Ausführungen des Verfassers leiten vortrefflich in das Verständnis primitiver, mit ungebrochener Seelcnkraft Götter und Mythen schaffender Völker ein und geben dem, der sich mit diesen Fragen noch nicht beschäftigte, ein Bild vom Werden der Religion überhaupt." Dr. Wilhelm von Scholz im Kunstwart. (IV. Teil): „Dies Buch ist gleich wertvoll für den, der sich an der Unmittelbarkeit deutschen Gemütslebens erlaben und deutsche Poesie am Urquell schöpfen will, wie für den, der sich durch dieselben allgemeinere Wahrheiten vermitteln will, zu denen er unter der sicheren Führung des Verfassers hingelangt. Man wird dieses Buch, wie die ganze Sammlung als eine bedeutende Bereicherung der Bibliothek des gebildeten deutschen Hauses bezeichnen dürfen." Geh. Hofrat Dr. Dreßler i. d. Karlsruher Ztg. „In seiner Verbindung wissenschaftlicher Fundierung mit ansprechender Volkstümlichkeit ist dieses Buch das erste, welches die Sagenwelt unseres Volkes in ihrem ganzen Reichtum dem deutschen Lesepublikum bekannt macht und ihm ein Gebiet von der Gedanken- und Gefühlswelt des deutschen Volkes eröffnet, das den Gebildeten sonst meist verschlossen bleibt." Die Propyläen. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München Hpi 1+QrVlP Pn^tilv Von Dr - RUDOLF LEHMANN, Professor L^CULDCllC FUCLirS. an der kgl. Akademie in Posen. X, 264 S. Lex. 8°. Geheftet M 5.—, gebunden M 6.— „Das Buch Lehmanns bedeutet nicht mehr und nicht weniger als den Abschluß einer auf langem Wege vorbereiteten Umwandlung und Umwertung der Grundelemente wissenschaftlicher Poetik." (Geh.RatDr. J.Buschmann i. d.Monatschr. f. höh. Schulen.) FlAlltcrhp ^tilictik Von RICHARD M. MEYER, a.o. Professor L^CUl^llC OlllIMlIV an der Universität Berlin. XI, 237Seiten Lex. 8°. Geheftet M 5.—, gebunden M 6.— „. . Jeder Lehrer, auch der älteste und erfahrenste Praktiker, wird hier noch manches lernen können. ," (Minist.Rat Dr. A. Baumeister i. d. Zeitsch. f. d. Gymnasialwesen.) FlPIltcrhp \/WQlphrP Von Dr. FRANZ SARAN, a.o. Pro- i-^CUlOUllC VClOlClllC fessor an der Universität Berlin. XV, 355 Seiten Lex.8°. Geheftet M 7.—, gebunden M 8.— „Saran ist in der jüngeren Germanistengeneration der bedeutendste und fruchtbarste Metriker. . . Es kann natürlich in einer Besprechung der reiche Inhalt des trefflichen Buches nicht erschöpft werden. Dafür muß jeder auf das Werk selbst verwiesen werden. Möge der Lehrer des Deutschen dieses Buch recht eifrig benützen — es führt ihn in das Verständnis und das richtige Lesen der deutschen Klassiker ein wie kein zweites!" (Privatdozent Dr. Fr. Wilhelm, München, i. d. Monatschr. f. höh. Schulen.) Etymologie der neuhochdeutschen Q|-%j-opV-ip Eine Darstellung des deutschen Wortschatzes in seiner OpidL-ilC geschichtlichen Entwicklung. Mit Index. Von Dr.HERMAN HIRT, a.o. Professor an der Universität Leipzig. XV, 404 Seiten Lex.8°. Geheftet M 8.—, gebunden M 9.— Der Verfasser, eine Autorität auf dem Gebiete der Sprachforschung, hat es als seine Hauptaufgabe angesehen, das, was bis heute auf dem Gebiete der Wortforschung erreicht ist, systematisch zusammenzustellen; sein Werk bietet eine möglichst vollkommene Sammlung des deutschen Wortschatzes, es verfolgt die Wörter durch ihre ganze Bedeutungsentwicklung hindurch bis in ihr frühestes Alter zurück und sucht nach dem Grundsatze „von den Wörtern zu den Sachen", die Ergebnisse der etymologischen Forschung für die Kulturgeschichte nutzbar zu machen. Das Werk steht also hoch über all den etymologischen Wörterbüchern, die immer nur über das einzelne Wort Auskunft zu geben vermögen, aber die großen Zusammenhänge, die gerade für die praktische Verwendung der Etymologie von besonderer Wichtigkeit sind, nicht darlegen können. Geschichte des deutschen Unterrichts Von Dr. ADOLF MATTHIAS, Geh. Oberregierungsrat und Vortrag. Rat im k. preuß.Kultusministerium. VIII, 446 Seiten Lex.8°. Geh. M9.—, geb.MIGv— „Die Vernachlässigung und Zurücksetzung, die sich jahrhundertelang der deutsche Unterricht in den höheren Schulen hat gefallen lassen müssen, offenbart sich nicht am wenigsten auch in der beschämenden Tatsache, daß es an einer Geschichte dieses Unterrichts bisher gefehlt hat. Um so größeren Dank darf der Herausgeber des Handbuches des deutschen Unterrichts dafür beanspruchen, daß er die Lücke ausgefüllt und uns in der ersten Geschichte des deutschen Unterrichts ein Werk geboten hat, welches auf jeder Seite den Stempel dauernden Wertes trägt." (Geheimrat Prov.- Schulrat Dr. J. Buschmann in der Monatschrift für höhere Schulen.) C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München