170 Sante Servatien Leben.
Mein fin der ift ce dünne,daz ich gefagen chünne
feiner chlaeider miffelich varwe. 515
do er ftuont in dem garwe,fein gedanc was ce gote groz. .G. 17,9 weihez öl man im ouf fein haubet goz:daz was ein bezasichenunge. gaeiftlicher mandunge. 520
G. 17, 7 ein gewant wart im do angelaeit,
io 515 miflich 516 gsrwcW 517 got 518 mit öl setzt m wieder ein, man] mam m,
go e z W 519 bezasichnunge W 520 geftlicher W, Geiftleicher m 521 gelaeit] gelaet m
n 514 — 522 daz ich gezelen chunne . fm chledir mi | lieh uar. do er flünt briefter-
lichen gar. | fin gedanch was zegote gröz. wihiz ole man üf fin houbet goz. daz was
bezeiche | nunge. gaiftlicher mandunge. ein gewät | wart er do angeleit. daz niemen
15 wan | ein bifchof treit daz was racional genant (von dieser Zeile nur die oberen
Buchstaben erhalten).
516 Der Wortlaut von n zeigt, daß der Schreiber von n oder der eines n un-mittelbar oder mittelbar vorhergehenden Gliedes modernisiert hat. Den Abweichungenn's von Wm durfte daher bei der Kürze des Fragments im Text kein Gehör ge-rn schenkt werden. 521 f. Über das Rationale Bock II 194 f., besonders aber Braun680 f. Das Rationale trugen nicht alle Bischöfe. Für die Freisinger Bischöfe kannich es an der Hand von Siegeln an Originalurkunden des jetzt im kgl. bayerischenallgemeinen Reichsarchiv befindlichen Archivbestandes des Freisinger Hochstifts(V6\l Fase. 6 und 7) nachweisen, so für Otto. I. (1158), Albert (1163; 1181), Otto II.25 (1196) und Gerold (1220—1230; 1229). Es hat fast die Form eines Palliums undentspricht dem bei Braun 681 abgebildeten Würzburger Typus, noch mehr Fig. 5bei Bock 2 Tafel XXVII. Wie G. 17,7 beweist, legten die Lütticher Bischöfe schonzur Zeit Heinrichs IV. das Rationale an, der Brauch geht also nicht erst auf dieBulle von Innozenz II. vom 29. November 1135 (Ph. Jaffe, Reg. Pont. Rom." 7733)30 zurück, wie Bock 2,203 annimmt. Die Nachricht des Ägidius von Orval (MG. SS.XXV 88,3f.), nach der Papst Stephan IX. bereits die Erlaubnis Theodwin vonLüttich gegeben habe, das Rationale zu tragen, braucht daher nicht angezweifeltzu werden (Braun 684). Für die Statuen und Büsten des heiligen Lambert vonLüttich ist das Rationale typisch, siehe Braun 685. Die Schilderung des Servatius-35 dichters vom Rationale ist für uns unklar. Besonders ist die Lage der zwölf Edel-steine, die, wenn sie genau geschildert wäre, eine sehr schwierige Frage in derRationaleforschung lösen helfen könnte, für uns nicht recht erkennbar. Daß dasRationale bis zum Cingulum reicht, stimmt zu den Freisinger Siegeln, daß es mitAufschriften versehen ist, zu dem sonstigen Brauch (Braun 687). Am wahrscheinlichsten40 ist es mir, daß die Steine wie auf dem Freisinger Rationale angeordnet gedachtsind, d. h. die von der Mitte bis zum Cingulum herablaufende Stola der T-förmigenVorderseite des Rationales ist unbesteint. Das durch diese Stole geteilte obereQuerband, welches häufig auch zu einem nach oben offenen Winkel gebrochen