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Sanct Servatius oder wie das erste Reis in deutscher Zunge geimpft wurde : ein Beitrag zur Kenntnis des religiösen und literarischen Lebens in Deutschland im elften und zwölften Jahrhundert
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168
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168 Santc Servatien Leben.

dar ane was dehasin ftat,

wan da daz rote golt fchasin. 485

vil manic edeler ftaein

was dar umbe bewollen.5 gezieret was mit vollen

der vordere walbe.

daz Humeral unde diu Albe, 490

daz was fabeniuwiu wat,

ein porte ob ieglicher nat.10 vil fpajhe was daz Humeral.

484 an 485 da daz r§t 490 vmbral 491 faben niwe 493 vmbrale

-dir auszugehen scheint und mit e anfängt, aber weder fiur rotir oder ein rotir nocheitendir zu lesen ist) ftein | was drinne bewollin . gezieret was mit | uollen . deruordere walbe . daz umeral | unde diu albe . daz was fabeniniu wat. | ein porte obe15 iegelicher nät uil fpahe | was daz humeral der obere föum was (von dieser Zeilenur die oberen Buchstaben erhalten).

489 Unter der vordere walbe ist das die Zehen und den unmittelbar darauf-folgenden oberen Teil des Fußes umfassende Oberblatt des Schuhes gemeint. Mitder Sohle zusammen bildet dieser die compages, lidfuegi (93), vergaderneffe der

20 leden (132), siehe Diefenbach, Gl. lat.-germ. 136b. Der walbe ist also hier durchdas vordere von den aus den ligulae der römischen alutei hervorgegangenen, aufden Walben nach oben folgenden Zierbändern unterschieden, und ebenso offenbarvon einem hinteren Walben, der senkrecht auf die Sohle aufgenäht mit dieser dieFerse einschloß. Die Beschreibung der Schuhe entspricht demnach ganz den Ab-

25 bildungen bei Bock und Braun. 490 f. Über die alba Bock 2,31 f., Braun 57f. undunten zu Vers 574 f.: über das Humerale Braun 21 f., Bock 2,19f. Beide wurdenaus weißer Leinwand hergestellt, weil, wie es in den dem Alcuin zugeschriebenenDe divinis officiis über Kap. 39 (MSL. 101,1242Bf.) heißt: Per linum, quod ex terrasumitur, et per multos labores ad candorem ducitur, designatur corpus humanuni,

30 quod ex terra constat. Sicut ergo linum per multos labores ad candorem perducitur,ita corpus humanuni multis calamitatibus attritum, candidum et purum esse debet abomni sorde peccatorum, oder weil, wie Innozenz III, sich ausdrückt (MSL. 217,793A):Alba membris corporis convenientcr aptata, nihil superfluum aut dissolutum in vitasacerdotis esse debere, demonstrat. Haec ob speciem candoris designat munditiam,

35 secundum quod legitur: 'Omni tempore vestimenta tua sint Candida' (Eccles. 9,8).Fit autem de bysso vel de lino, propter quod scriptum est: 'Byssum sunt justificationessanctorum' (Apoc. 19,8); das Weitere ähnlich wie bei Pseudo-Alcuin. Sehr wertvollist die Nachricht, daß die Nähte mit Borten besetzt waren. Hierfür haben wirsonst erst aus dem 14. Jahrhundert Beispiele. 492 kann natürlich nur auf die alba

40 gehen, da das humerale keine Nähte hat. Die Borten sind vor allem da aufgenähtzu denken, wo die Gyrenstücke eingesetzt sind, siehe Bock 2 Tafel III.