Überlieferungsgeschichtliches und Technisches zu den Texten LXXXVII
Die Entwickelung von *J(SW)ABCDGHRT > *ABCDGHRT istkulturgeschichtlich nicht uninteressant. Es zeigt sich an ihr der Ver-fall der klassischen Studien, wie er sich im zwölften Jahrhundert all-mählich vollzieht. Andere Interessen traten in den Vordergrund. Wirkönnen nicht mehr feststellen, in welchem Kloster der Lütticher Diözese sT und *ABCDGHRT entstanden. Nur für *(A)BCDGHR können wirwegen der interpolierten Kapitel 38 und 39 St. Stablo als Entstehungs-ort mit Sicherheit vermuten.
Über die Einrichtung des Textes ist sonst nicht viel zu sagen.Die erste Rubrik darunter bringt die Lesarten, die zweite erklärende 10und quellengeschichtliche Anmerkungen. In dem die Wunder be-handelnden Teil der Gesta ist in den Lesarten nicht angeführt, wennein Wunder in den Handschriften fehlt oder umgestellt ist. Darübergibt die Handschriftenbeschreibung Aufschluß.
Die Kapiteleinteilung stammt aus R. Sie hat ihre Mängel, aber 15sie in den Variantenapparat zu verweisen und durch eine neue zu er-setzen, schien mir zwecklos.
2. Der oberdeutsche Servatius
Für den deutschen Text Sante Servatien Leben sind folgendeHandschriften benutzt worden: so
W. Cod. Vindob. 2696. Perg. XIV. s. Seite 118 Sp. a bis 164Sp. b. Die Verse sind abgesetzt. Danach von M. Haupt ZfdA. 5, 75 f.publiziert. Alles sonst Wissenswerte über die Handschrift steht beiEdw. Schröder ZfdA. 45 (1901), 217 f. Sie ist von mir einmal vorund einmal nach dem Satz des Textes kollationiert worden, außer- »5dem von Herrn Schriftsteller Leop. Weber und Herrn cand. phil. G. Wenzelbei der Revision.
m. Clm. 5249 von W. Meyer „in einer ihm gehörigen Inkunabelin der Mitte mehrerer Lagen unter den Heftfäden • • • eingefalzt"entdeckt. „Die Inkunabel, in der die Streifen eingefalzt waren, ist 30ein — nach Reuß Serapeum 1840, s. 101, ungefähr 1486 entstandener— Druck des Würzburger Buchdruckers Reyser: SBrunonis Episc.Herbip. Psalterium latinum cum commentario, und zwar stammt dasExemplar ursprünglich aus dem Kloster Rebdorf (Diözese Eichstädt).Es ist also anzunehmen, daß die Handschrift, bevor sie zum Binden asder Inkunabel zerschnitten wurde, entweder in Würzburg oder in Reb-