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Sanct Servatius oder wie das erste Reis in deutscher Zunge geimpft wurde : ein Beitrag zur Kenntnis des religiösen und literarischen Lebens in Deutschland im elften und zwölften Jahrhundert
Entstehung
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LXXXVI
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LXXXVI Einleitung. Drittes Kapitel

einem früheren Stadium, welches die gemeinschaftliche Grundlage vonT und ABCDGHR, also ein zwischen ABCDGHR und der Endquellevon J vermittelndes Glied repräsentiert. Graphisch ausgedrückt:

*J(SW)ABCDGHRT

J~~ " *ABCDGHRT

*ABCDGHR

Als Veldecke schrieb, kannte er, der am Hauptort der Servatius-verehrung lebende Schriftsteller, nur zwei Viten des hl. Servatius, dieGesta und T (vgl. oben S. XXVI 22 f. und Vd. I 843 f.). Die Gruppe

10 CDGR und, da das Ende von H, (G. 147, 23 f.), den Schluß von CDGRzur Voraussetzung hat, auch die Gruppe (A)BH, also die gesamte unsheute bekannte niederländische Überlieferung, haben damals nochnicht existiert. Die Abfassung ihres Archetypus fällt frühestens indie allerletzten Jahre des zwölften, wahrscheinlich aber erst in den

is Anfang des dreizehnten Jahrhunderts. Die Apologie des Jocunduswurde dafür benutzt.

Durch diese Sachlage ist das Urteil über die Echtheit der nichtin JSW stehenden Wunder sehr erschwert. Als zweifellos echt könnennur die Kapitel 66 und 67 in Anspruch genommen werden. Was

20 zwischen den Kapiteln 54 und 66 steht, ist in Bezug auf seine Echt-heit mehr oder weniger zweifelhaft, teilweise sogar als spätere Inter-polatorenarbeit dringend verdächtig. Mehrere Entstehungsmöglich-keiten der in der niederländischen Überlieferung vorliegenden Text-form sind denkbar. Es ist möglich, daß die nach Kapitel 54 in T

25 überlieferten Wunder 55, 56, 59, 60, 61, 62, 63 und 64 dem Originalder Gesta angehörten oder der gemeinsamen Grundlage von T undABCDGHR. Es ist aber ebensogut denkbar, daß diese Wunder erstdurch Benutzung der Bearbeitung T bei der Anfertigung des Arche-typus von ABCDGHR in den Text der Gesta kamen und daß dabei

so oder später die T-Stücke durch die Wunder 57, 58, 65 und 68 er-weitert wurden. Auch noch andere Nuancierungen des Entwickelungs-stemmas ließen sich aufstellen: zu einem sicheren Ergebnis führensie bei der gegenwärtigen Lage unserer Überlierferungskenntnissenicht. So viel ist aber gewiß, die niederländische Handschriften-

35 gruppe verdient weniger Glauben als die Indersdorfer Handschrift J,auch da wo diese härter und unebener erscheint.