Druckschrift 
Sanct Servatius oder wie das erste Reis in deutscher Zunge geimpft wurde : ein Beitrag zur Kenntnis des religiösen und literarischen Lebens in Deutschland im elften und zwölften Jahrhundert
Entstehung
Seite
LXXXIV
Einzelbild herunterladen
 

LXXXIV Einleitung. Drittes Kapitel

Die Handschriften der niederländischen Gruppe zerfallen ihrerseitsin zwei Hauptgruppen: ABH und CDGR. Beispiele anzuführen istunnötig: der Variantenapparat läßt das Verhältnis deutlich erkennen(vgl. besonders G. 7, 1; 8, 1; 9, 20; 22, 3; 25, 9; 30, 16; 32, 2; 35,

5 16; 56, 9).

Die Klasse ABH gliedert sich in zwei Untergruppen, A und BH(vgl. G. 10, 15; 12, 16; 13, 4; 14, 3; 14, 15; 14, 17; 15, 22; 17, 5;20, 11; 33, 3; 36, 9; 38, 11; 42, 14; 43, 11; 43, 16; 44, 6; 51, 21;54, 12; 55, 13; 59, 7; 59, 14; 64, 9; 68, 1; 71, 4; 71, 8; 71, 15; 71,

io 19; 72, 2; 73, 14; 74, 3; 78, 6; 79, 6; 81, 14).

Die Gruppe CDGR zerfällt gleichfalls in zwei Unterklassen, G undCDR. G steht (AB)H näher als CDR; das zeigt der nur in GH über-lieferte Passus G. 103, 28 zur Genüge. Innerhalb CDR sind CD engermiteinander verwandt (s. G. 85, 31 f.).

15 Für die Handschriften ABCDGHR läßt sich daher folgendes Stemma

aufstellen.

*ABCDGHR

*ABH *CDGR

*BH G *CDR

so B H *CD R

C D

Der Gruppe ABCDGHRbt steht die Gruppe JSW gegenüber. Siewird repräsentiert durch nur eine Handschrift J, denn sowohl S wie Wsind unmittelbare Abschriften aus J.

25 Aus W können weder J noch S wegen der 127, 23 in W sichfindenden Lücke geflossen sein. W kann aber auch keine Abschriftaus S sein, weil es keine der S eigentümlichen Lesarten teilt. Es bietetaber auch keine einzige Abweichung von J, die besser wäre als dieentsprechende von J oder die gar von anderen Handschriften gegen J ge-

30 stützt würde. Im Gegenteil, alle Lesarten von W lassen sich als Verderb-nisse des Textes J erklären und W muß daher als direkte Abschrift vonJ angesehen werden, hat also für die Kritik des Textes keinen Wert.Nicht anders steht es mit S. Aus S kann J nicht geflossen sein,denn es bietet keine mit S gemeinsamen Lesarten gegenüber WABCDGHR.

35 Keine der S eigentümlichen Lesarten wird aber wiederum durch eineandere Handschrift gegen J gestützt. Wie bei W, so erklären sich