Druckschrift 
Sanct Servatius oder wie das erste Reis in deutscher Zunge geimpft wurde : ein Beitrag zur Kenntnis des religiösen und literarischen Lebens in Deutschland im elften und zwölften Jahrhundert
Entstehung
Seite
LXVI
Einzelbild herunterladen
 

LXVI

Einleitung. Zweites Kapitel

Alber49, 64 Ein michel vngewitere .

das was nicht schitere. . . .54, 6 Der tivel ein michel presse.

3237

8532503

Servatiusder tac louhte schitere.groz wart daz wacgewitere.mit micheler presse,reiter ein michel presse.

Die seltenen und erst in späterer Zeit häufiger gebrauchten Worteschitere und presse kommen in diesen beiden Gedichten zum ersten-mal vor. Kleinere Anklänge finden sich öfters. Ich übergehe sie.Aber darauf muß hingewiesen werden, daß Alber in der Bußfrage

io ganz die gleichen Ansichten hat, wie der Verfasser des oberdeutschenServatius. Er ist darin allerdings von seiner streng kirchlichen Quelleabhängig, die ja ohne die in den Pönitenzbüchern vertretene Satis-faktionstheorie gar nicht möglich gewesen wäre. Indessen verweiltAlber nicht ungerne bei diesen theoretischen Fragen und gibt auch

15 eine von der Quelle etwas abweichende, dem Servatiusdichter näher-stehende Ansicht kund:

Alber

59, 48 Swaz der man missetuot,

gewinnet er des riwigen muot,20 die weile er den leip hat,

so mac sein werden guot rat.

Also ist es in ergangen.

er hete einen Siechtum langen

vnd chom des widere.25 si erwürben sidere

antlaz ir schulde

vnt gewunnen gotes hulde.

60, 46 Du solt wizzen iedoch,

er hat ein tasil weitze noch30 Durch eine seine sunde

des muz er noch leiden notDrei weile in ieglichem tage,wan er mit riwe unt mit chlage*5 Die schulde nine bewa>inet,

als ez div schrifft moeinet,als im was gesetzet.

Visio (nach A. Wagner)42,8 ante mortem penituerunt inimi-citiam, ideo non eis imputatur adculpam . llle enim rex Conchoberdiu languit et volum vovit, quod,si vixisset, monachus fieret. Alterautem per multos annos vinculisreligatus omnia, quecunque ha-buit, dedit pauperibus, et ideojustitia ejus manet in seculumseculi.44, 21 Cotidie per triam horarum pati-tur spatium et per spatia vigintiet unius requiescit horarum . . .Ideo ignem patitur. . . quia legi-timi conjugii maculavit sacramen-tum . . . quia iussit interficerecomitem . . et prevaricatus estjusjurandum . Exceptis his duobuscuncta sunt ejus crimina remissa.

Aus diesen Gegenüberstellungen gehen nicht bloß die literarischen

Beziehungen zwischen dem oberdeutschen Servatius und Albers Gedicht

40 hervor, sondern auch eine beiden Gedichten gemeinsame Ideenwelt,

die nicht lediglich durch die stoffliche Verwandtschaft der für sie be-