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Sanct Servatius oder wie das erste Reis in deutscher Zunge geimpft wurde : ein Beitrag zur Kenntnis des religiösen und literarischen Lebens in Deutschland im elften und zwölften Jahrhundert
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XXVII
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Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts XXVII

seinen Worten (MG. SS. XII 114, 28; 121, 38; 123, 11) geht das nichthervor. Es würde sich auch aus den Worten der Gesta 106, 2 f. nichtergeben, daß ihr Verfasser zur Zeit dieses Kaisers schrieb, wenn wirnicht G. 145, 1 f. hätten. Im Gegenteil, wie Jocundus über Wilhelmvon Utrecht spricht, läßt nicht gerade auf einen Zeitgenossen schließen. 5Er meidet, wo er kann, Zitate aus antiken Autoren. Hie und daist aber eines stehen geblieben (vgl. G. 81, 32). In dem in AnhangNr. II 2 mitgeteilten Stück zeigt sich noch deutlich, daß dem Jocun-dus die Paulusexzerpte der Gesta daneben ist wohl noch Jordanesbenutzt vorgelegen haben. Denn anzunehmen, daß der Verfasser ioder Gesta die Quellen des Jocundus nachgeprüft und dann wört-licher als Jocundus aneinander gereiht habe, ist sehr unwahrschein-lich. Schließlich beweist aber die Apologia scriptoris auf dasallerbestimmteste, daß Jocundus den Prolog der Gesta gekanntund diesem gegenüber einen Trumpf auszuspielen gesucht hat. 15

Daß aber Jocundus auch später schrieb als der Kompilator vonT und diesen benutzte, zeigen seine Munolf- und Gundolfpartien, dieganz mit T übereinstimmen und ferner diejenige Stelle, an derer sich ebenso wie T an Herger anschließt, vgl. S. 276 = 282. Be-sonders spricht für die Benutzung der Version T durch Jocundus der 20mi t T fast wörtlich übereinstimmende, auf S. 277 mitgeteilte Passus.Wenn T hier die Bischöfe zwischen Gundolf und Hubert anführt, sonat das darin seinen Grund, daß der Bearbeiter diese Bischofsreihean der den Gesta entsprechenden Stelle (G. 88, 7 f.) gestrichen hatte,nni sie hierher zu setzen. Jocundus bringt die Reihe aber doppelt: 25e mmal in dem erwähnten T-passus und zum andernmal an dem-selben Ort, an dem ihn die Gesta (Jo. 99, 15 f.) haben. Es zeigtdies zugleich, wie stumpfsinnig Jocundus kompilierte.*

Endlich fällt das sehr merkwürdige Additamentum (vgl. G. 119,19 f.)schwer dafür in die Wagschale, daß Jocundus nach den Gesta und 30T schrieb. Unter dem ponüfex Adelbertus kann kaum jemand andersals Albert von Lüttich gemeint sein. Als dieser dasMartyrium" er-litt, war der Veldecke'sche Servatius bereits ausgegeben. Das Werk

* Jocundus ist von P. J. Block, Geschichte der Niederlande, Gotha 1902 I 208, 35viel zu hoch eingeschätzt, wenn von ihm gesagt wird, .auch er gehört zu denSchreibern, die Zeugnis gaben von wissenschaftlicher Entwickelung in geistlichenKreisen*.