XXVI Einleitung. Erstes Kapitel
arbeitung T. Schon W. Meyer hat in der ZfdA. 27,151 Anm. erkannt,daß T eine Kontamination der Gesta und der Servatiusvita des neuntenJahrhunderts (BHL. 7613) ist. Wie im Anhang Nr. I S. 276, 37 f.gezeigt ist, hat der Kompilator von T noch einmal Herger heran-
s gezogen, die Geschichten von Munolf und Gundolf ausführlicher be-handelt und außerdem wahrscheinlich eine Anzahl von Wundern neuangefügt, wie er auf der anderen Seite auch Mirakel gestrichen hat.Wenn es so ist, daß JSW die ursprüngliche Fassung der Gesta bietenund nur die Schlußkapitel 66 und 67 tilgten — und aller Wahrscheinlich-
io keit nach verhält es sich so — dann folgt aus Kapitel 64, daß der Kom-pilator von T ebenfalls ein bedeutendes Gewicht auf den Servatius-schlüssel legte. Sonst war er aber viel nüchterner als der Verfasser derGesta. Den fabelhaften Anfang der Gesta hat er wesentlich und nichtzu seinem Nachteil gekürzt. Auch zeigt sich bei ihm das Streben, die
15 aus politisch-literarischen Gründen romanhafte Anordnung der Gesta,durch eine strengere, rein biographische zu ersetzen. Deshalb be-ginnt er sogleich mit der Genealogie des Alagrecus. Im Anfang deszweiten Teils hat er das prologartige, mit der Mitternachtssonne sichbeschäftigende Stück gestrichen und die Paulusexzerpte des Gesta-
20 Verfassers (G. 64, 11 bis 70, 6) in wenige Worte zusammengezogenund dergleichen mehr.
Über das Abhängigkeitsverhältnis T's von den Gesta besitzen wir abereinen viel besseren Zeugen, als einen philologischen Beweis, näm-lich Heinrich von Veldecke. Als er schrieb, waren höchstens achtzig
25 Jahre seit dem Erscheinen der Gesta hingegangen. Der Dichter hatmöglicherweise sogar den Namen ihres Verfassers noch gekannt. Erbezeichnet Serv. I 843 f., einer Stelle, auf die weiter unten noch nähereingegangen werden wird, die Gesta ausdrücklich als die ältere Vitagegenüber seiner Hauptquelle, der Bearbeitung T. T ist also jünger als
so die Gesta und fußt darauf. Da aber Veldecke schon T benutzte, so darf
man schließen, daß T spätestens in der ersten Hälfte des siebenten
Jahrzehnts des zwölften Jahrhunderts kompiliert wurde, und zwar,
wie sich aus T 275, 35 f. (— G. 34, 14) ergibt, in Maastriecht selbst.
Wir haben uns also nur noch mit dem Verhältnis der Gesta zu
35 Jocundus auseinander zu setzen. Auch Jocundus hat später ge-schrieben als der Gestaverfasser und auch später als der Kom-pilator von T. Er gilt als ein Zeitgenosse Heinrichs IV, aber aus