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Sanct Servatius oder wie das erste Reis in deutscher Zunge geimpft wurde : ein Beitrag zur Kenntnis des religiösen und literarischen Lebens in Deutschland im elften und zwölften Jahrhundert
Entstehung
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XX Einleitung. Erstes Kapitel

Die dogmatisch-kanonische Publizistik über den Himmelsschlüsselist im ersten Teil der Gesta im wesentlichen abgeschlossen. Derzweite, die Wunder behandelnde Teil verfolgt andere Zwecke undist unserem Gefühl nach feiner disponiert und gedacht, wenn uns

5 auch die einzelnen Wunder manchmal recht kindlich erscheinen mögen.Eine Disposition zu finden, war ja in diesem Teil viel leichter alsim ersten. Wir haben es mit einer Art kreuzender Disposition zutun. Der Verfasser hält sich an die chronologische Reihenfolge derGeschehnisse, er beginnt mit den vorkarolingischen Mirakeln, mit

10 Munolfs und Gundolfs Erlebnissen und schließt mit den Wundern,die sich zu seiner Zeit unter der Regierung Heinrichs IV. zugetragenhaben. Daneben aber behandelt er erst die Mirakel, die den Heiligenals einen furchtbaren Rächer an seinen Feinden, und dann die, dieihn als milden auf das Wohl seiner Freunde und Verehrer bedachten

15 Vater erweisen. Gerade die unter Heinrich IV. geschehenen Wunderhaben bei unserem Verfasser eine besondere Bedeutung, wiewohlsie für den oberflächlichen Leser nicht weiter hervorgehoben erscheinen.Weit mehr Gewicht scheint der Verfasser auf die Mirakel zu legen,die sich unter Heinrichs IV. Vater, Heinrich III., ereignet haben, und

20 doch sind ihm die Gnadenbeweise unter der Regierung Heinrichs IV.bedeutsamer. Seine eigenen Absichten fein verschleiernd und so inihrer Wirkung auf den Leser eindringlicher gestaltend, hat er es ver-standen seinen Helden uns menschlich noch liebenswürdiger zu machen,als er schon ist. Er hat gewußt den Heiligen dem Leser zu einem

25 Vorbild pietätvoller, dankbarer Anhänglichkeit zu gestalten. Hein-richs IV. Vater hat ihn verehrt, hat ihn geliebt und angebetet, dank-bar erweist er dafür sich auch seinem Sohn, indem er diesen undseine Zeit mit Wundern bedenkt. Jetzt kommt aber des VerfassersSchluß: Wenn ein so gerechtigkeitsliebender Heiliger, wie der hl. Ser-

30 vatius, den Kaiser Heinrich IV. und seine Zeit mit Wundern aus-

derriere, devant la tete sc trouvent les lettres IPR. (Imperator), au revers une clef,dans un ornement tribolaire avec ce mot: CLAVIS. Cette clef, identique avec celle,que le chapitre St. Servais portait pour armoiries, nous prouve que ce denier a etefrappi ä Maestricht, et qu'il aurait ete fabrique dans l'abbaye de St. Servais, pro-85 priete imperiale. Nous donnons la gravure de ce denier, planche VII, no 5.L. Decoster, Trouvaille de monnaies du XI me siecle, Bruxelles 1856 war mir leidernicht zugänglich. Ober Maastriecht als alten königlichen Münzort vgl. J, H. Müller,Deutsche Münzgeschichte, Leipzig 1860 I 196; 201 f.