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Sanct Servatius oder wie das erste Reis in deutscher Zunge geimpft wurde : ein Beitrag zur Kenntnis des religiösen und literarischen Lebens in Deutschland im elften und zwölften Jahrhundert
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XIX
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Die lateinischen Servatiuslegenden bis Ende des zwölften Jahrhunderts XIX

hatte gelegentlich seiner Romreise einen solchen Schlüssel bekommen:Et cum ibidem (sc. Romce) missam celebraret, apparuit ei sanctasPetrus apostolus, tradens ei clavem quasi auream, in manu ge-standam, in potestatem ligandi et solvendi ac lunaticis furiosisqueSanitätern conferendi. Clavis autem ipsa usque hodie servatur in 5ecclesia beati Petri Leodii (ASS. Nov. I 833 Abs. 5; 835 Abs. 10.).Woher dieses Visionswunder in den beiden offenbar sehr jungenViten des hl. Hubert (BHL. 4001; 4002) gestohlen ist, kann nichtzweifelhaft sein: Aus den Gesta sancti Servatii, denn nur in der Ser-vatiuslegende waren Romreise und Petruserscheinung von Anfang an 10vorhanden, nicht aber in der Hubertlegende. Beide Viten sind unserst in Handschriften des fünfzehnten Jahrhunderts überliefert. Trotz-dem wird man den Schlüssel des hl. Hubert schon früher alssolchen angesehen haben. Er ist nicht so alt und schön wie derServatiusschlüssel und mag lange, bevor er als kirchenpolitisches Doku- 15ment ausgegeben wurde, ähnlichen Zwecken, wie dieser, gedienthaben. Aber im dreizehnten Jahrhundert dürfte er schon als clavissancti Huberti gegolten haben. Der Schlüssel, den Henry de Dinantals Abzeichen seiner Würde trug (vgl. die Abbildung in Liege,Histoire Arts Lettres Sciences Industrie Travaux publics, 20Liege 1881 S. 52 und E. Dognees Bemerkungen dazu), ist als Symboldem Huberts wohl nachgebildet.

Wie die vom Verfasser der Gesta zum erstenmal aufgebrachteSchlüsselverleihung an einen Heiligen auch außerhalb der LütticherDiözese einschlug, zeigt am besten das Trierer Stadtsiegel vom Jahr 251283. Es stellt den Apostel Petrus über dem Trierer Stadttor dar,als er dem neben ihm stehenden Eucharius den Himmelsschlüsselreicht (vgl. Katalog des kgl. bayr. Nationalmuseums V 91 Nr. 618).Daß man aber von Seiten der Könige dem Schlüsselwunder äußerstsympathisch gegenüberstand, beweist die Tatsache, daß die königliche 30Münze in Maastriecht, etwa zu gleicher Zeit als das Schlüsselwunderaufkam, Denare mit dem Kaiserbildnis und dem Servatiusschlüsselprägte.*

* Vgl. Fr. Bock et M. Willemsen, Antiquites sacrees ect. a. a. O. S. 60. A. Perreau,Recherches sur la Ville de Maestricht et sur ses monnaies, Bruxelles 1846 S. 25 f.M. Van der Meer possede un denier portant, ä l'avers, une tfite imperiale ä droite,tenant un sceptre, au-dessous de la töte se trouve une fleur qui se prolonge par

II*

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