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Sanct Servatius oder wie das erste Reis in deutscher Zunge geimpft wurde : ein Beitrag zur Kenntnis des religiösen und literarischen Lebens in Deutschland im elften und zwölften Jahrhundert
Entstehung
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VI Einleitung. Erstes Kapitel

Troyes entstanden und Gegenstücke zur Anianuslegende. Auch Lupussucht wie Anian durch Gebete den Feind von seinem Bischofsitz fernzu halten. Aber nach der Vita Memorii genügten in diesem FalleGott die Gebete des Bischofs nicht. Durch einen Engel verlangt er5 Blutzeugen. Der hl. Memorius soll mit zwölf unschuldigen Kindernund zwei Diakonen von Attila enthauptet werden. Als die künftigenMärtyrer vor dem Hunnenkönig stehen, nimmt Attila Ärgernis an denKreuzen, die sie in den Händen tragen, und befiehlt diese zu ver-brennen. Da springt plötzlich von den brennenden Kreuzen ein

10 Funke in das Auge des Mundschenken Attilas. Unter lautem Schmerzens-schrei bricht der Schenk zusammen. Für Memorius ist die Zeit ge-kommen, sich als Heiligen zu erweisen. Er greift sofort in dieSituation ein, in dem er sich an den König wendet:Wenn Du anGott glaubst, so wird dieser Mann wieder gesund".Es geschehe",

15 sagt Attila und der Schenk wird von Memorius geheilt. Danachfragt der Hunnenkönig:Was ist dein Name?"Wenn du an Gottglaubst", antwortet Memorius,sag ich ihn dir".Credo", erwidertAttila und darauf stellen sich beide einander vor. Aber der PräfektAttilas hetzt gegen den Heiligen und erlangt bald seine Hinrichtung.

20 In einem Gebet vor dem Martyrium fleht Memorius noch einmal zumHimmel, Troyes vor den Hunnen zu verschonen, dann wird er mitseinen Begleitern enthauptet. Sein Gebet wurde erhört und seinMartyrium belohnt: Als die Hunnen auf Troyes losstürmen wollen,bricht ein furchtbares Erdbeben los und entsetzt fliehen die Feinde

von der Stadt.

Ganz ähnlich ist die Erzählung in der Lupusvita. Die Hunnenstehen vor Troyes. Der Bischof hat um Errettung seiner Stadt ge-betet. Er zieht Attila entgegen und fleht ihn an Troyes verschont zulassen. Ein Dolmetscher, Hungasius, vermittelt die Verhandlungen

so zwischen beiden. Attila zieht ab, bittet aber den Heiligen ihn bis zumRhein zu begleiten, denn ein so frommer Mann könne ihm undseinem Heere nur glückbringend sein. Am Rhein angelangt ver-abschiedet sich Attila von Lupus und bittet ihn seiner im Gebete zugedenken.

35 Es wäre Unrecht, wollte man diesen Legenden einen geschicht-lichen Kern absprechen, denn es ist sehr wahrscheinlich, daß einzelnestädtische Behörden Galliens während des Hunneneinfalls mit Attila