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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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aller Tiere Art in dem Menschen liegt, so wird doch nur Eine vorzüglich ge-weckt, so daß der eine Hundeart, der andere Wolfart, der dritte Fuchsart ver-rät, ohne deswegen ein bloßes Tier zu sein, denn er ist zugleich Gottes Bildnisund das Werkzeug, durch welches Gott große Wunder tut." Ferner aberentsprechen im menschlichen Leibe dem Jupiter die Leber, dem Monde dasGehirn, der Sonne das Herz, dem Saturn die Milz, dem Merkur die Lunge, derVenus die Nieren, dem Mars die Gallenblase. Wie die Gestirne des Firmamentsihren Lauf vollbringen, so auch diese Glieder des Körpers. Da aber der Menschaus den Gestirnen ist, so richtet sich der Himmel nicht nach dem Menschen,sondern der Mensch nach dem Himmel, wie der Sohn nach dem Vater. (Rixnerund Siber, Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker, 1819/1826.)

KEPLER

Die Weltharmonik schätzte Kepler selbst als sein bedeutendstes Werk. Erhatte darin die göttliche Ordnung und Schönheit der Welt der Menschheit auf-geschlossen.Was ich sagt er vor 22 Jahren ahnte, sowie ich diefünf Körper zwischen den Planetenbahnen gefunden, wovon ich fest über-zeugt war, bevor ich des Ptolemäus Schrift von der Harmonie gesehen, was ichin der Aufschrift dieses Buches, bevor ich der Sache ganz gewiß war, ver-sprochen, was ich vor 16 Jahren öffentlich als Aufgabe stellte, weshalb ich denbesten Teil meines Lebens auf astronomische Beobachtungen verwendete, zuTycho kam, in Prag meinen Wohnsitz aufschlug: das habe ich endlich unterdes großen Gottes Walten, der mich begeistert und mächtiges Verlangen in mirerregt hatte, der mir auch Leben und Geisteskraft erhielt und die übrigen Mitteldurch zweier Kaiser Güte gewährte, nachdem ich zuvor die astronomischenArbeiten hinreichend weit verfolgt, endlich also habe ich das ans Licht ge-bracht und über all mein Hoffen und Erwarten als wahr befunden, daß dieganze Natur der Harmonie in ihrem ganzen Umfange und mit all ihren Einzel-heiten in den himmlischen Bewegungen vorhanden ist, nicht zwar auf dieWeise, wie ich mirs früher gedacht, sondern auf eine ganz andere, durchausvollkommene Weise."Nunmehr heißt es ferner nachdem mir seitanderthalb Jahren das erste Morgenrot, seit wenigen Monaten der volle Tag,seit wenigen Tagen endlich die reine Sonne der wundervollsten Betrachtungaufgegangen, hält mich nichts mehr zurück; ich will schwärmen in heiligerWut, ich will die Menschenkinder höhnen mit dem einfachen Geständnis, daßich die goldenen Gefäße der Ägypter entwende, um meinem Gott ein Gezeltdaraus zu bauen, weit entfernt von Ägyptens Grenzen. Verzeiht ihr, so freutmichs, zürnt ihr, so trag ichs, hier werfe ich die Würfel und schreibe ein Buch,zu Lehre sei es der Mitwelt oder Nachwelt, gleichviel: es wird seines LesersJahrhunderte harren, wie Gott selbst sechs Jahrtausende hindurch den er-wartete, der sein Werk beschauete." An der Stelle des Werkes, an welcherer den Kern seiner ganzen Untersuchung, nämlich den Ursprung der Exentri-zitäten aus den Harmonien zusammenstellt, bricht seine Begeisterung in Ge-betform aus.0 du, der du durch das Licht der Natur Verlangen in uns weckestnach dem Licht der Gnade, um durch dieses uns zu überführen zum Licht der

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