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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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3. WACHSTUM UND KUNST

DER GARTEN DES ALKINOOS

Nach der Erzählung des siebenten Buches in der Odyssee war Ulysses aufseiner Heimreise von dem Kriege vor Troja, als weder der Liebreiz, noch dieVersprechungen der Halbgöttin Kalypso ihn in ihren Umarmungen zurück-halten konnten, auf einem leichten, selbstgebauten kleinen Schiffchen bis zurInsel der Phäaker, dem ehemaligen Korcyra und heutigen Korfu gekommen.Nicht weit mehr war er von ihr entfernt, als ein wütender Sturm entstand, derihn Schiffbruch leiden ließ. Mehrere Tage wurde er nun wie ein Wrak in derSee herumgeworfen, bis ihn eine Welle endlich noch glücklich an die Ufer derInsel nackt und entstellt anwirft. Hier erblickt ihn die schöne mitleidsvolleTochter des Königes des Landes, die Tochter des Königs Alkinoos, die mitihrem Gefolge gewisser häuslicher Geschäfte wegen an die See gegangen war,er entdeckt sich ihr, und sie bringt ihn an den Hof ihres Vaters. Seine Tagesind hier Tage des Wohllebens; denn er befindet sich jetzt in dem prächtigstenPalaste, den er nur je gesehen hat: seinen Gaurn laben die wohlbesetzten Tafelnseines königlichen Wirtes, seine Ohren ergötzt anmutiger Gesang, und seinAuge erfreut teils die gute Einrichtung und Schönheit der umliegenden Gegend,teils der Schmuck der Gemächer. So bewundert er denn auch den nahe liegen-den vortrefflichen Garten. Die Beschreibung dieses Gartens findet man in demvorhin genannten Gesänge von Vers 112, an und sie ist, nach der VossischenÜbersetzung, folgende:

Außer dem Hof erstreckt ein Garten sich, nahe der Pforte,

Eine Huf ins Geviert, und rings umläuft ihn die Mauer.

Dort sind ragende Bäume gepflanzt mit laubigen Wipfeln,

Voll der balsamischen Birne, der süßen Feig' und Granate,

Auch voll grüner Oliven und rotgesprenkelter Äpfel.

Diese tragen beständig im Jahr, nie mangelnd des Obstes,

Nicht im Sommer noch Winter, von atmenden Westen gefächelt,

Knospen sie hier und blühn, dort zeitigen schwellende Früchte,

Birne reift auf Birne, es röten sich Äpfel auf Äpfel.

Traub auf Traube verdunkelt, und Feigen auch schrumpfen auf Feigen.

Dort auch prangt ein Gefilde von edelem Weine beschattet.

Einige Trauben umher auf der Ebene hingebreitet

Dorren am Sonnenstrahl und andere schneidet der Winzer,

Andere keltert man schon, hier stehen die Herling' in Reihen,

Hier entblühn sie zuerst, hier bräunen sich leise die Beeren.

Dort sind auch geordnete Beet' am Ende des Gartens,

Reich an manchem Gewächs, und stets von Blumen umduftet.

Auch sind dort zwei Quellen, die eine fließt durch den Garten

Schlängelnd umher, und die andere ergießet sich unter des Hofes

Schwell' an den hohen Palast, woher sich schöpfen die Bürger.

Siehe so herrlich schmückten Alkinoos' Wohnung die Götter.

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