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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
Seite
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PARACELSUS

Ohne Zweifel ist Paracelsus in der Geschichte der Medizin eine epochemachendeGestalt. In ihm vor allem bricht der Kampf hervor gegen die Autoritäten,welche das Mittelalter hindurch die Theorie und Praxis der Medizin beherrsch-ten. Paracelsus selbst tritt diese Autoritäten mit Füßen. Als er im Jahre 1527als Professor der Medizin nach Basel gerufen wurde, begann er seine Vorle-sungen damit, die Werke des Avicenna und Galenus im Auditorium selbst zuverbrennen, indem er versicherte: seine Schuhriemen wüßten mehr als Avi-cenna und Galenus, alle hohen Schulen hätten nicht so viel erfahren als seinBart, und sein Haupthaar im Genicke sei gelehrter als alle Skribenten. Dieganze bisherige Bücherweisheit gilt ihm für nichts. Er versichert, daß er10 Jahre lang kein Buch in die Hand genommen und daß seine ganze Libereynicht aus sechs Blättern bestehe. Das Lesen sagt er hat nie einen Arztgemacht, aber die Praktik, die gibt den Arzt. Lesen ist ein Schemel der Praktikund ein Federwisch. Auf Reisen durch ganz Europa suchte Paracelsus, was erauf der hohen Schuledem Garten, da man die Bäume verstümmelt"nicht gefunden hatte. Überall beobachtete er und holte Erkundigungen ein,bei Doktoren, Scherern und Badern, gelehrten Ärzten, Weibern, Schwarz-künstlern, Alchimisten, Klöstern, Edlen und Unedlen, Gescheiten und Ein-fältigen". Die gelehrten Ärzte vor allem sind seine Feinde.Die betrüge-rischen Ärzte trieben ihn aus Litauen, hernach aus Preußen, dann aus Polen.Auch den Niederländern, den Universitäten, den Juden und Mönchen gefieler nicht. Aber Gott sei Dank! den Kranken gefiel er überall." GlücklicheKuren er heilte allein 18 Fürsten, die von anderen Ärzten schon aufgegebenwaren trugen den Ruf des Paracelsus weit über die Grenzen Deutschlands.Wenn die festeste Überzeugung von der Untrüglichkeit seiner Kunst demArzte bei dem Kranken Vertrauen erweckt, so war Paracelsus nach dieser Seitehin unwiderstehlich.Mir nach beginnt er seine Schrift über die vier Säulender Medizin ich nicht euch, Avicenna, Rhases, Galen, Mesur! Mir nach und ichnicht euch, ihr von Paris, ihr von Montpellier, ihr von Schwaben, ihr von Meißen,ihr von Köln, ihr von Wien und was an der Donau und an dem Rheinstromeliegt, ihr Inseln im Meere, du Italien, du Dalmatien, du Athen, du Grieche, duAraber, du Israelite, mir nach und ich nicht euch! Mein ist die Monarchie!"Laßt's euch nicht seltsam sein sagt er ferner, daß ich hervorziehe, wasallen unbekannt gewesen; denn ich bin von einer anderen Natur. Ich bezeugebei Gott, daß ich nicht lüge, obschon es der Natur unmöglich scheint, daß keinerjetzt ist noch gewesen ist noch sein wird, der die Natur so tief untersucht hätte,als ich." Der letzte Grund aller seiner Wissenschaft, wie alles Wissens über-haupt, ist kein anderer als Gott selbst.Gott bleibt in allen Dingen der obersteSkribent, der höchste und unser aller Text. Es steht geschrieben, der wird unsin alle Wahrheit führen, uns alle Dinge lehren, hierunter ist auch die Arznei,Philosophie und Astronomie begriffen. Trachtet am ersten nach dem ReicheGottes, so wird euch das andere alles (auch die Arzneikunst) zufallen. SolchesSpruchs mag sich der Arzt nicht erwehren; denn er wähnt falsch, wenn erglaubt, die Natur gehöre nicht zum Reiche Gottes. Der Mensch erfindet

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