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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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umgibt und unter und mit seinen Göttern genießt, welche er in das Reich derPoesie gestellt hat. Hier blicken wir in die Wohnstätte eines anderen und dochdesselben Menschengeschlechts. Es sind Griechen und Römer, wie jene inPompeji, noch derselben Periode angehörig, und wie verschieden! Den heiterenpompejanischen Geist scheinen sie noch nicht vergessen zu haben, selbst in derWüste der Katakomben. Wie in der Erinnerung, haben sie die pompejanischeFreske, die zierliche Arabeske, die Weinkelter des Dionysos auf die dunkelnWände übertragen, aber sie schmücken Gräber. Sie selbst sitzen in Gräbern,sie genießen unter und mit den Toten ihre Liebesmahle, die Agapen. Sie erfüllendiese düsteren Gallerien mit ihren Klagegesängen und ihren monotonen Ge-beten. Einst werden sie hervorkommen, sie werden an das Tageslicht mit sichnehmen fürchterliche Götter, von schreckendem Angesicht, wie das Medusen-haupt, Götter des Todes, vor denen das schöne Leben der Natur versteinernwird, Märtyrer, Totenschädel, zahllose Gebeine, Knochensplitter, Reliquiender Toten, welche über die Welt sich verbreiten werden, und die man einst aufjene Altäre zur Anbetung niederlegen wird, wo die schönen Statuen griechischerGötter standen. Das wird aus diesen Katakomben hervorsteigen, und mehrals der Vesuv über Pompeji ausschüttete, wird die Katakombe über die Welt er-gießen Asche der Trauer. (Ferdinand Gregorovius, Siciliana, 1861.)

DAS THEATER VON TAORMINA

Wenn man die Höhe der Felsenwände erstiegen hat, welche unfern des Meeres-strandes in die Höhe steigen, findet man zwei Gipfel durch ein Halbrund ver-bunden. Was dies auch von Natur für eine Gestalt haben mag, die Kunst hatnachgeholfen und daraus den amphitheatralischen Halbzirkel für Zuschauergebildet. Mauern und andere Angebäude von Ziegelsteinen, sich anschließend,supplierten die nötigen Gänge und Hallen. Am Fuße des stufenartigen Halb-zirkels erbaute man die Szene quer vor, verband dadurch die beiden Felsenund vollendete das ungeheure Natur- und Kunstwerk.

Setzt man sich nun dahin, wo ehemals die obersten Zuschauer saßen, so mußman gestehen, daß wohl nie ein Publikum im Theater solche Gegenstände vorsich gehabt. Rechts zur Seite, auf höheren Felsen, erheben sich Kastelle,weiter unten liegt die Stadt, und obschon diese Baulichkeiten aus neuerenZeiten sind, so standen doch vor alters wohl eben dergleichen auf derselbenStelle. Nun sieht man an dem ganzen langen Gebirgsrücken des Ätna hin, linksdas Meerufer bis nach Catania, ja Syrakus, dann schließt der ungeheuredampfende Feuerberg das weite, breite Bild, aber nicht schrecklich, denn diemildernde Atmosphäre zeigt ihn entfernter und sanfter, als er ist.Wendet man sich von diesem Anblick in die an der Rückseite der Zuschauerangebrachten Gänge, so hat man die sämtlichen Felswände links, zwischendenen und dem Meere sich der Weg nach Messina hinschlingt. Felsgruppenund Felsrücken im Meere selbst, die Küste von Kalabrien in der weitestenFerne, nur mit Aufmerksamkeit von gelind sich erhebenden Wolken zu unter-scheiden.Wir stiegen gegen das Theater hinab, verweilten in dessen Ruinen, an welchen

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