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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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lieh waren. Die Besitzer dieser Anlagen waren sehr höflich gegen uns, es schienihnen zu schmeicheln, daß wir sie aufgesucht hatten, und sie setzten uns Teevor und reichten Pfeifen dar. Die chinesischen Gärten sind ganz eigentüm-licher Art und von dem Geschmacke, welcher in unseren Gärten herrscht, ganzund gar verschieden, die Sorgfalt aber, mit welcher die Chinesen diese An-stalten behandeln, übertrifft all unsere Vorstellung davon. Einem jeden Aste,oft einem jeden Blatte eines Baumes oder eines Strauches wird auf eine müh-same Weise seine Richtung angewiesen, beständig sitzen die Gärtner nebenden Pflanzen und sind mit Binden und Beschneiden beschäftigt, um ihnendie gewünschte Form zu geben. Das Hervorbringen der größten Farben-kontraste, das ist der Zweck der chinesischen Blumengärtner. So wie dieChinesen überhaupt die wahre Liebe und alle die zarten Äußerungen der Seelenicht kennen, so verschmähen sie auch den stillen und herrlichen Genuß,welchen der Wohlgeruch der duftenden Blumen dem Menschen darbietet.Nur Farbenpracht und eine bewunderungswürdige Geschicklichkeit im Her-vorrufen kurioser Formen, das ist es, wonach der chinesische Gärtner zu strebenhat. Lange und gerade Gänge laufen quer durch die chinesischen Gärten undsind zu den Seiten mit Bäumchen von ein und derselben Art eingefaßt. Wir be-suchten diese Gärten im November und fanden daselbst folgende Sachen: Gleichzum Anfange dicht am Eingange standen große Massen der herrlichsten Chry-santhema, deren Blüten eine so außerordentliche Größe hatten, daß sie dengrößten Astern gleichkamen; nach der Verschiedenheit ihrer Farben warensie in Reihen gestellt. Hierauf folgten ganze Beete mit Zitronen und Pom-pelmusen, welche in Töpfen gezogen wurden und ganz mit Früchten bedecktwaren. Auffallend war es, daß alle diese Früchte in die einzelnen Loculamentaausgewachsen waren und hier eine ganz konstant gewordene Monstrosität bil-deten, welche durch Pfropfreiser beständig weiter fortgebildet wird. Es ist diesdie Mißbildung, durch welche die Frucht ein fingerförmiges Ansehen erhält,welches auch nicht so ganz selten in unseren Gewächshäusern vorkommt; inChina wird sie mit größtem Fleiße kultiviert, nicht nur um durch ihre Formdie Gärten zu verzieren, sondern auch um sie zu dem bekannten chinesischenZitronat zu gebrauchen, von dem jährlich eine große Menge durch den Handelzu uns kommt. Es sind dies hauptsächlich die kleinen Früchte, welche drei bisvier Zoll Länge haben und in feinem weißen kristallisierten Zucker gekocht wer-den, die größeren Früchte dieser monströsen Form gehören den Pompelmusenan und sind oft zehn und elf Zoll lang, während die einzelnen Loculamenta derFrucht nach allen Richtungen hin einzeln ausgewachsen sind. In den Gärtenmachen sich diese Formen so wie auch alle die süßen Orangen, womit ganzeBeete besetzt sind, um so niedlicher, weil man ihnen gar keinen Stamm zutreiben erlaubt, sondern sie zwingt, gleich in Äste überzugehen.Große Rabatten zieht man mit Camellia japonica bepflanzt und andere wiederganz mit Celosien, bald mit weißen, bald mit gelben oder mit roten Blüten. Diegelben waren besonders hoch ausgewachsen, und man hatte sie gewöhnlichso geordnet, daß alle die Pflanzen auf einem Beete auch von ein und derselbenFarbe waren. Auch sahen wir hier im Garten eine Scilla, der Scilla maritimasehr ähnlich, welche gleichfalls diese sonderbare Celosien-Monstrosität zeigte.

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