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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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selbst noch, wenn ihr Charakter in den blühenden Tälern oder Ebenen durchzahlreiche Gärten sein besonderes Gepräge bekommt. Der Garten verhält sichetwa zur Landschaft, wie die Statue zum Baum: beide haben ihre organischenGesetzmäßigkeiten, aber völlig verschiedene Bedingtheiten des Ursprungs unddes Werdens. Wollte man einwenden, eine ganze Landschaft könne doch ineinem möglichen Falle zum Gegenstand eines künstlerischen Gartenplanesgemacht werden, so wäre darauf zu antworten, daß dann die Landschaftnach der Ausführung des Planes völlig verschwunden wäre. (FriedrichWolters, Die neue Gartenkunst, 1911.)

CHINESISCHE GÄRTEN

Eines Tages besuchten wir die sogenannten Blumengärten von Kanton,welche auf dem rechten Ufer des Flusses, der Stadt gegenüber, nur etwas mehroberhalb gelegen sind. Von den Faktoreien aus hat man eine halbe Stundelang dahin zu fahren. Der Perlfluß ist hier oberhalb der Faktoreien außer-ordentlich breit, und von allen Seiten fließen große Stromarme hinzu, welchewahrscheinlich erst durch die Kunst so außerordentlich groß gemacht wordensind. Der Fall des Wassers schien uns nicht bedeutend, doch ist die Ebbe undFlut in dieser Gegend des Flusses noch recht hoch. Die Schiffahrt war auch aufdiesem breiten Gewässer so lebhaft, daß sich die Fahrzeuge beständig aus-weichen mußten. Interessant war die Verschiedenheit der Segel, welche dieganz armen Leute auf ihren kleinen und flachen Fahrzeugen ausgespannthatten, hier sah man eine kleine Matte, dort einen Lappen, und bei einemdritten Fahrzeuge saß ein junger Chinese, der seinen großen Hut in die Höhehielt und damit wirklich segelte. Als wir uns dem entgegengesetzten Ufernäherten, sahen wir mehrere der bekannten Entenschiffe, welche bedeutendgroß waren und flach auf dem Wasser gingen; sie enthielten Tausende undAbertausende von Enten, welche hier an den Ufern des Flusses ihre Nahrungsuchen mußten. Des Morgens früh werden die Tierchen vom Schiffe ausge-trieben und schwimmen dann den ganzen Tag hindurch auf dem Wasser herum,wenn aber abends der Herr des Fahrzeuges vom Schiffe aus die Treppe hinab-läßt und mit der großen Schelle läutet, dann kommen sie schnell angeschwom-men und drängen sich von allen Seiten, um zuerst auf das Schiff zu gelangen,da die letzten Tiere jedesmal Prügel bekommen, die alle nicht zu lieben schei-nen. Auf diesen Entenschiffen werden die Eier künstlich ausgebrütet und aufdiese Weise eine unglaubliche Menge von Federvieh gezogen, welche täglichin dem unersättlichen Kanton verbraucht wird. Auch hier, wie auf der InselLucon, hat man bemerkt, daß die Enten nach dem anhaltenden Genüsse derkleinen Süßwasserschnecken sehr viele Eier legen.Sehr häufig wurde unser Fußsteg durch Wassergräben unterbrochen, wo aberstets kleine Fahrzeuge zum Übersetzen bereit standen. Wahrscheinlich dürfenhier der Schiffahrt wegen keine Brücken angelegt werden, sonst wären sie ge-wiß vorhanden.

Endlich gelangten wir an eine Reihe von Häusern, welche unmittelbar amUfer des Flusses standen und hinter denen die großen Blumengärten befind-

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