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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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Neißetales mit seinen angrenzenden Höhen, den freundlich gebauten Badeorteinschließend, ist von ihm in wenigen Jahrzehnten in einen großen Park ver-wandelt worden. Gleich in den ersten Anfängen ließ der Fürst den Landschafts-maler Schirmer nach seinen Angaben Veduten malen, wie er im Geiste denwerdenden Park sah, die ihm dann weiter als Vorlageblätter dienten. Er hattedarin ein Vorbild an dem Grafen Girardin, Rousseaus Freund, der auch Er-menonville nach solchen von ihm bestimmten Bildern erst malen, dann an-legen ließ. Um seiner Anlage den fatalen öden Anblick junger Pflanzungen zunehmen, ließ Pückler mit viel Erfolg große ausgewachsene Bäume mit ihremErdreich verpflanzen. Und doch versichern die heutigen Gärtner, daß der altePark erst jetzt ganz dem mit der Seele geschauten Bilde, mit dem der Fürst denMaler inspirierte, gleiche. Die Bedeutung dieser Bilder, die in der langen Folgeeiner stundenlangen Spazierfahrt in immer neuer Gruppierung sich vor demAuge entfalten, liegt in der durchgedachten Gruppierung von Einzelbäumen,die Pückler besonders geliebt hat, Buchengruppen und Waldrand mit Wiesen-plan und Wasser. Es ist überraschend, wie hier durch Farbe und Licht,woimmer der Phantasie noch etwas zu raten übrigbleibt", Abwechslung gebotenwird. Pückler verschmäht die Mitwirkung der Gebäude durchaus nicht, nebendem Schlosse, den Türmen des Städtchens, fehlen auch ein paar Tempel, eineGruftkirche, eine Burgruine, einige ländliche Häuser in der weiteren Um-gebung nicht, aber sie sind doch nur Belebung des Bildes, nicht mehr aufdring-liche Stimmungsförderer. Im ganzen ist die Sentimentalität überwunden.Die Ruinenliebhaberei hat jetzt einen historischen Charakter erhalten, nichtmehr Empfindungen über Vergänglichkeit erregt sie, sondern Erinne-rungen an eine wirkliche oder erdachte seltsame Begebenheit. ,,EinGarten im großen Stile ist eine Bildergalerie, und ein Bild muß einenRahmen haben", darum liegt die größte Kunst bei der fortwährenden Ver-änderung des Standpunktes darin, die Wege so zu führen, daß sich immer aufsneue der Blick zusammenschließt. Und diese Kunst hat der ins Große undWeite schaffende Geist des Fürsten erreicht. Was ihm aber hier auf dasschönste gelungen ist, wie zugleich auch die weise Abstufung von dem eigent-lichen Schloßpark zu dem freier und wilder gehaltenen Park des Kurortes, dassucht man vergeblich in dem eigentlichen Garten, dem englischen pleasure-ground in der nächsten Umgebung des Schlosses.Um sein Haus begnügeman sich mit einem reizenden Garten von geringem Umfange, womöglich imKontrast mit der Gegend, in dessen engem Räume nicht mehr landschaftlicheMannigfaltigkeit, sondern nur Bequemlichkeit, Anmut und Eleganz herrschensoll." Diese Grundsätze hatte der Fürst im bewußten Gegensatz zu dem eng-lischen Park gefaßt, wo das Haus damals meistens noch kahl und kalt sichvon der eintönig grünen Wiese heraushob, die höchstens das Vieh belebte.Es ist bei den Engländern fast zu einer fixen Idee geworden, daß man einerLandschaft ohne Vieh nimmer froh werden könne." In den Gärten um dasHaus soll der Geschmack völlig frei wirken, so kann man Regelmäßigkeit undUnregelmäßigkeit je nach Laune abwechseln lassen. Was aber Pückler, woer im Großen schuf, vollkommen erreicht hatte, das mißlingt ihm hier, der Ge-schmack wird kleinlich bis zur Karikatur. Die Menschen von damals hatten

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