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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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Vom Englischen Hause aus führt der Weg, den wir jetzt verfolgen, sanft undansteigend, nach und nach auf die höchste Hügelkette hinan. Zuerst mit Aus-sichten auf die Kolonie Gobelin und die weiten sie umgebenden Feldfluren, spä-ter sich im Walde verlierend, wo er nur hier und da eine schmale Durchsichtnach dem Riesengebirge öffnet und immer mehr einen ernsteren und stillerenCharakter annimmt, bis man auf dem Burggebiet den Vorsprung erreicht, woein einsames Bild der Mutter Gottes, dieses süßesten und mildesten aller Em-bleme der Christusreligion, aufgestellt ist, und später die Terrasse, wohin dieBegräbniskapelle bestimmt ist nach einer Zeichnung Schinkels.Acht Fenster aus der alten Stadtkirche zu Boppart am Rhein, die ich auf einerfrüheren Reise zu erlangen so glücklich war und die, wie gute Kenner glauben >von denselben Künstlern herrühren, welchen wir die Malereien des KölnerDoms verdanken, sollen diese Kirche zieren und eine Kreuzigung von Hems-kerk den Altar.

Da in mehreren meiner Dörfer, und selbst in der Stadt, katholische Einwohnerleben, die keine eigene Kirche haben und also nicht so oft als wünschenswertdie ihnen zwei Meilen entfernte Messe besuchen können, so ist es zugleichmeine Absicht, diese Kapelle ihrem Gottesdienst einzuräumen, obgleich derHauptzweck derselben immer der bleibt, der Familie der Besitzer von Muskauzum Begräbnisort zu dienen, ein Memento mori, dessen täglicher Anblickin der Hauptansicht vom Schlosse, wenngleich in angenehmer und erleich-ternder Ferne, wie uns der Tod ja auch im Leben gewöhnlich nur zu erscheinenpflegt, gern gewählt wurde, da er bei dem Denkenden nie entmutigende Ge-fühle erwecken kann oder wenigstens sollte. (Fürst Pückler, Andeutungenüber Landschaftsgärtnerei, 1834.)

2. LANDSCHAFTSGESTALTUNG UND SPÄTLINGSGARTEN

In Deutschland erschien in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts einneuer begeisterter Prophet des Landschaftsgartens in dem jungen, schönenund feurigen Fürsten Pückler. Seine Persönlichkeit war überall das Medium,durch das er seine Ideen und Wünsche zur Wirkung brachte, so daß auch dasWerk auf das er am meisten stolz sein wollte, der Park von Muskau, ihn selbsthandelnd und schaffend keinen Augenblick vergessen läßt. Er übernahmseine Standesherrschaft Muskau in einem ziemlich verwahrlosten Zustande,das alte Schloß mit wenigen Parkanlagen, den unscheinbaren Ort mit seinenwarmen Quellen, einige kieferbestandene Felder und viel Sumpf. Sofort ent-stand in seinem Geiste der Entschluß, hier ein Werk zu schaffen, das die viel-bewunderten englischen Musterbeispiele übertreffen sollte. In seinenAn-deutungen über die Landschaftsgärtnerei", die 1834 publiziert wurden, hält erdas Ideal, ein ganzes Besitztum ohne besondere Abgrenzung in eine verschönteLandschaft umzuwandeln, ohne der Ökonomie zu nahe zu treten, fürleichterund oft mit geringeren Kosten zu bewerkstelligen, als man gewöhnlich an-nimmt". Pückler selbst bot freilich kein gutes Beispiel dafür, da er sein großesVermögen in diese Anlagen hineinsteckte und sich selbst daran bankrottmachte. Das Werk aber, das er geschaffen und das heute im ganzen erhaltenist, ist nach dieser Richtung hin ein Meisterwerk. Das ganze große Gebiet des

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