Ich habe diese letztere Partie fast ganz mit Nadelholz zu formieren gesucht,um ihr auch im Winter einigen Reiz zu geben und die bunten Farben der Vögelbesser ressortieren zu lassen.
Mit der Fasanerie verbunden, jedoch außer ihrer Zaunbegrenzung, ist jenseitsdes Fahrwegs eine kleine Meierei für Schweizerkühe, welche der Bequemlich-keit wegen zum Schloßbedarf hier in der Nähe gehalten werden, erbaut. Ohn-weit davon führt eine hohe Kettenbrücke über eine tiefe Schlucht von 80 FußBreite und eröffnet plötzlich auf der anderen Seite unter einer alten Eiche dieweite Aussicht auf das nordwestliche Neißetal. Im Vordergrunde ist auf demVorsprung des Hügels die dairy nach englischer Art eingerichtet, um in mög-lichst kühlem und elegantem Lokal frische Milchspeisen allerart aufzubewah-ren und daselbst genießen zu können, eine Erfrischung, der man jetzt überdemnach der langen Promenade als wünschenswert entgegensehen kann.Da manche vielleicht keine genaue Vorstellung von einer dairy haben, so willich mit kurzen Worten eine solche beschreiben. Es ist ein einfacher Pavillonmit einem Wasserbecken in der Mitte, auf dem die Milchschüsseln schwimmen.Rund umher findet man Stühle und Tische zum Gebrauch. Die Fenster sindgewöhnlich mit buntem Glase geschmückt, und auf Konsolen stehen verschie-dene Milchsorten in chinesischen und Porzellanschüsseln, mit zierlicher Sym-metrie geordnet. Einige Beete wohlriechender, aber unscheinbarer Blumen,wie Veilchen, Reseda usw., umgeben die dairy von außen.Der nächste Gegenstand, welcher bei fortgesetzter Fahrt unsere Aufmerksam-keit anspricht, ist der Tempel der Beharrlichkeit, zu welchem auch von derdairy aus ein besonderer einsamer Fußpfad in so dichten Buchengebüschenführt, daß sie der Sonne nur eben Raum genug geben, mit ihrem glänzendenSchein die grünen Blätterdome zu vergolden. Ein Bergbach rieselt durchdieses Gehölz und teilt sich an einer wilden Brücke von Eichenästen am ver-stecktesten Plätzchen des Gebüsches in mehrere kleine Wasserfälle, welcheebenfalls durch herbeigeschaffte, sehr große Steine bewerkstelligt wurden. Vieledieser kleinen Fußsteige im Park habe ich nach Damen benannt, welche sieeinweihten, und die Inschrift auf einem Stein am Anfang des Wegs zeigt dieseNamen an, was zu gleicher Zeit zu besserer Orientierung der Spaziergänger
dient.
Man mag auf dem Fahr- oder Fußwege zum Tempel gelangen, so wird manihn von dieser Seite doch nicht eher gewahr werden, als bis man unmittelbardavor steht. Ein Eichenwäldchen verbirgt ihn bis dahin gänzlich, und die Wegesind zum Behufe dieser Überraschung geführt. Erst wenn man ihn betritt, ent-faltet sich die Aussicht zwischen seinen freistehenden Pfeilern von schlesischemMarmor, die auf eine Basis von Granit gestellt sind und von einem vergoldetenEisendach überwölbt werden, das ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln krönt.Von dem Ruhesitz an seiner Rückwand erblickt man ein weit umfassendesBild, das rechts durch den Lauf des Flusses, wie er nach und nach im Waldverschwindet, vorn durch das Schloß in seiner ganzen Fronte mit der ge-schmückten Rampe und links durch die Mühle, das Wehre und seinen schäu-menden, fernhin brausenden Wasserfall mannigfaltig zusammengesetzt wird.Der Tempel selbst soll mit nichts anderem geziert werden, als mit einer frei-
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