Man fährt jetzt wieder innerhalb des pleasure-ground — den überall ein eiser-ner Gitterzaun vom Parke trennt, um sowohl das weidende Vieh abzuhalten,als auch die Grenze, welche Kunst und Natur hier trennen soll, recht sichtbaranzudeuten — unter einer Sammlung fremder Hölzer und Sträucher eine Zeit-lang auf der Anhöhe fort, senkt sich dann allmählich ins Tal hinab, erreichteine vorteilhafte Nahansicht des Schlosses auf seiner Westseite, wendet sichdann links zum alten Schlosse, passiert dessen Platz mit der Reiterstatue desNibelungen-Helden und gelangt, sich jähling östlich wendend, zu einer Brücke,von der man auf der einen Seite beide Schlösser sich im Wasser spiegeln sieht,auf der anderen einen Wasserfall erblickt, der von kolossalen Granitsteinen,die man in der hiesigen Gegend häufig findet, geformt ist. Er ward auf dieschon angedeutete Weise angelegt, so daß er zwar keineswegs gewachseneFelsen vorstellen soll, welche die hiesige Natur nicht liefert, aber doch so aus-sehen, als habe die Flut bei einer Überschwemmung die Steine hierher gerolltund Widerstand findend, sie gerade an dieser Stelle mehr als gewöhnlich an-gehäuft. Es sind daher mehrere Blöcke schon vor und eben so viel nach demFalle noch einzeln im Wasser sichtbar, um die nötige Ungezwungenheit her-vorzubringen, die Seiten aber üppig mit herabhängenden Busch- und Wasser-pflanzen garniert, auch zwischen den Steinen selbst Staudengewächse undBlumentöpfe in Moos gepackt so verteilt, daß sie aus dem Gestein zu wachsenscheinen und den Effekt des Ganzen dadurch reicher und natürlicher machen.Hinter dem Wasserfall verläßt man den pleasure-ground und setzt seinen Wegim Wiesengrunde des Parks längs des Flußarmes hinauf bis an die Schleusefort, wo der gegrabene Arm aus dem Hauptstrome abgeleitet ist. Dort ist einWehr erbaut, um die Menge des Wassers, welches man in den neu gegrabenenKanal hineinlassen will, stets in seiner Gewalt zu haben. Neben dem Wehreführt eine Brücke nach dem jenseitigen Ufer des Flusses. Von hier steigt dieStraße sanft das erste östliche, zur Rechten der Neiße gelegene Cöteau im Waldehinan, bis zu dem Fasaneriegebäude, das noch nicht vollendet ist. Ich habe esin einem eigentümlichen Charakter projektiert, nach dem Modell eines tür-kischen Landhauses, das ich der Güte des Herrn Rittmeister von Moliere ver-danke, der es während der russisch-türkischen Campagne kopiert hat. Es sollmit bunt glasierten Ziegeln gedeckt und außer der nötigen Wohnung für denFasanjäger und seine Familie noch mit einem herrschaftlichen Salon versehenwerden, der von dem Übrigen ganz abgeschieden ist. Man tritt aus diesemauf eine Terrasse, wo man, unter einigen Akazien hinabschauend, die ganzeFasanerie unter sich ausgebreitet sieht, über derselben aber durch eine breiteBaumschlucht den Fluß, die Postbrücke auf der Landstraße nach Sorau, dasBad und die Alaunberge mit den Gradierwerken in der Ferne erblickt. EineFußpromenade in der eingezäunten Fasanerie ist nicht ohne Interesse, daGold-, Silber- und bunte Fasanen hier gehalten werden und sich außerdeman dem grünen Platze unterhalb eine kleine Menagerie befindet, mit einemPavillon in der Mitte, wo man mit Bequemlichkeit dem Füttern der Fasanenbeiwohnen und dort auf den Ruf des Jägers im Nu Hunderte von Vögeln herbei-fliegen sehen kann, die sich mit drolliger Emsigkeit um die gestreuten Weizen-körner streiten, ohne des Menschen Gegenwart dabei zu fürchten.
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