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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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mancour und die Gräfin d'Aulnoy wieder, die Märchen der Mutter Gans unddie Märchen der Feen zu erzählen; am Anfang des galanten Jahrhunderts lasman eine Weile nichts anderes; das dunkle Gewimmel der phantastischen Ge-stalten begann wieder aus schlummernden Tiefen zu steigen oder aus däm-mernden Fernen heranzuschwirren. Wie seltsam, daß uns heute so vieles daranerinnert.

ELPENOR: Du verglichst die zerreißenden Flächen in der Wasserkugel derGlockenfontäne mit den bizarren Verbildungen chinesischer Drachen.DER FREUND: Du suchtest nach einem indischen Etwas unter den mannig-faltigen Nachahmungen fremder Träume.

ELPENOR: Gewiß, fast alle Fernen mußten dieser Stätte ein Schönes oder we-nigstens ein Eigentümliches geben: Der Korallengarten, der SizilianischeGarten, der Nordische Garten und der Paradiesgarten 1 Alle Reiche steuertenbei und legten ihre Schmuckstücke wie köstliche Geschenke in die Falten die-ses Parks. Der fernste Osten gab das Japanische Haus, China seine Pagodeals zierliches Winzerhäuschen. Athen, Rom und Florenz sind selbstverständ-lich geworden, obwohl sie dem Norden selten ein so frohes glückliches Werkschenken wie das Belvedere auf dem Weinberg, das Dich so sehr entzückte.Und noch blieb im tieferen Garten das Neue Palais mit allen seinen Hallen undTempeln.

DER FREUND: Ja, es ist ein Reichtum aus allen Zonen geflossen, und dochblieb dem Ganzen die kostbarste Einheit gewahrt. Komm, laß uns noch einekurze Weile über die Marmorbrüstung lehnen. Ich weiß noch nicht, woherdiese einige Ruhe kommt, doch mir scheint, als wolle dieser Blick das Rätsellösen. Sieh hin, die letzte Silberfahne des großen Springstrahles fällt eben aufden dunklen Glanz des Spiegels zurück. Der Mond klimmt über dieBitteresche, den Götterbaum. Aber die abendlichen Schatten bleiben zwischenden Stämmen und unteren Kronen stehen; alle Gruppen drängen sich von fernheran und verschmelzen zu einer hohen dichten dunklen Wand. O, nun be-greife ich, warum die Romantik die Laubmauer außen noch schwerer füllteund den inneren Kreis durch die Marmorbänke und Taxushecken noch festerbetonte: Sie bildete nur den Traum des großen Friedrich weiter: Wie der Parkvon Plön den Sternhügel hat, der seine Strahlenwege aussendet und in dieWasser der Seen taucht, als wolle er die blaue Kühle mit sieben Mündern insich schlürfen, so runden sich hier die Wände des Laubwerks um eine ruhendeTiefe, über die der volle Nachthimmel wie ein Segen hängt. Die Statuen aufden hohen Marmorsäulen, deren Wesen wir unten nicht recht begriffen, stehenvon hier wie Wächter auf dem breiten oberen Brunnenrande. Ja, dort untenliegt die lebendige Mitte des Parkes, die alles andere in sich trinkt und wiederzu neuem Leben ausatmet. Schau! wie die Schatten über den hohen rundenSchacht zu dem silbernen Grund des Brunnens sinken und sich tränken. DieGötter und Göttinnen selbst verlassen ihre schönen Sockel und reichen dieBecher: Sieh, wie die kräftigen Körper der ADAM'S, die wunderbaren schlan-ken Leiber des PIGALE sich niederneigen, Du, Venus, schön vor allen! Immerdichter werden die drängenden Gestalten, und noch die fernsten Hügel, fernstenGärten des Gartens senken sich hinab . . . Die blühende Einheit ruht im Geiste

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