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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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führt, lag vor dem Hause des Ritters,wo die Luft besser und reiner war alsanderswo", dort

hat der Wirt auch davor

gebaut ein Lauben hoch empor,

die war gemacht darum,

daß der Wirt immer saß,

in dem Sommer, wenn er,

ihm deucht ihm bekam die Speise baß".

Das Mahl im Freien war allgemein geliebt. Das Mägdlein aber, des RittersTöchterlein, empfing in der Laube zur Nacht den Geliebten, so daß auch einSchlafgemach anzunehmen ist. Eine feste, wenn auch offene Laube, die alseine luftige Studierstube eingerichtet ist, zeigt das Brüsseler Bild. Der Gelehrtekonnte zur Erholung von hier auf wenigen Stufen in den Vorgarten hinab-steigen und sich zu weiterer Meditation auf einem zierlichen Steinschemelniederlassen. (Marie Louise Gothein, Geschichte der Gartenkunst, 1914.)

VILLA BORGHESE UND VILLA ALBANI

Könnte ich einen von euch dem finsteren Oktoberhimmel entführen und ihnin einem Augenblick hier an meine Seite versetzen, daß er mit mir wandelte inden Baumgängen der Villa Borghese I -------Könnte ich dich durch diesen wei-ten herrlichen Garten führen 1 Links vom großen Wege steigen wir zu einerFelsenhöhe, wo im Strauchgebüsch zu unseren Füßen ein Wasserfall plätschert,den wir hören, aber nicht sehen und der einem stillen Weiher zurieselt, dessenSpiegel mit aufgelöstem Haar hinabsinkende Trauerweiden verhüllen, wirsehen den Petersdom uns nahe gegenüber und auf der Höhe am Rande desHimmels die Pinien der Villa Pamfili, diese wundersamen Bäume, die aufge-schossenen Pilzen gleichen oder Fallschirmen oder europäischen Palmen. ImVordergrunde steht die Porta del Popolo, gleich zwei Türmen des Mittelaltersund dessen düsteren Geist tragend, der diesem Himmel so fremd ist, vor vielenanderen Kuppeln der weiten Stadt, links siehst du auch noch den Zug eineralten Wasserleitung mit vermauertem Bogen: aber die Sonne neigt sich,wir haben noch einen weiten Park zu durchstreifen, und ich reiße dich fort.Wir kommen an ein ägyptisches Tor, vor dem zwei Obelisken aus rötlichemGestein geheimnisvolle Schriftzeichen tragen, schwerfällige Säulen halten un-heimliche Mauern dies Ägyptische ist ja dem Leben so feindlich, dem Mensch-lichen so fern, es sind bleierne Tempel des Todes, vernunftlose Schlafgemächerder Mumien und erschrecken ein noch fühlendes Wesen wie Bilder des Moders,wie feuchte Grabstätten darum weiter unter dem reinen Himmel durchschmeichelnde Luft. Wir weilen einen Augenblick am Rande des Springbrun-nens, dessen rückkehrender Strahl die Wasser des granitenen Beckens erschüt-tert, so daß sie über seinen Rand steigen und durch Felsentrümmer zischenddie gewundene Bahn verfolgen, die Wasserleitung läßt uns unter ihren säulen-tragenden Bogen durch, und unter grünen Bäumen begleitet uns links eineReihe antiker Marmorbilder, hinter denen eine zweite Rosenwand mit roten

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